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Kopf voll.

Gedanken über all das Neue und die Sehnsucht nach der perfekten Balance von Stabilität und Freiheit. Oder: ziemlich schön alles im Moment.

Ab und an gerate ich weiterhin in Verzug, doch immerhin erreicht dich dieser Newsletter noch am Sonntag. Brauche ich eine Ausrede dafür, dass er nicht schon um 6 Uhr in deinem Postfach lag? Nun ja, ich war im Urlaub und musste erst mal wieder zurückfinden in meine To-dos und meine Prioritäten irgendwie sinnvoll sortieren. So ganz angekommen bin ich noch nicht, aber dafür habe ich eine wunderbare Zeit mit lieben Menschen verbracht, die mir sehr guttun – und mit meinem Berlin. Der September ist eine Art Ausnahmezustand; nach zwei Wochen im hohen Norden geht es nach vier Tagen in Berlin schon wieder weg. Und zwar in den Süden, wo nach aktueller Wettervorhersage 30 Grad auf mich warten. Eine Woche lang Sonne pur, um danach den goldenen Herbst in Berlin zu begrüßen. Ich freue mich ja schon sehr auf die etwas ruhigere Zeit, in der ich mich nochmal neuen Projekten widmen werde. „Neue Projekte“, das klingt immer total wichtig, aber in meinem Fall heißt das hauptsächlich schreiben und Workshops geben. Das klingt vielleicht nicht mehr ganz so wichtig, doch für mich nach dem perfekten Plan.

Eines meiner „neuen Projekte“ sind übrigens dienstägliche Journaling-Sessions über Zoom mit mir – ich freu mich, wenn du mal vorbeischauen magst! Newsletter-Abonnent:innen sind beim ersten Mal for free dabei ♥️ Schreib einfach in die Anmeldung das Stichwort „Newsletter“ ✍️

Über Monate hinweg habe ich mich auf den September gefreut, der gefüllt mit so viel Freiheit und Abenteuern auf mich wartete. Nun ist er da und in der Realität eine wilde Mischung aus Genuss, selbst gestrickten Stress-Gedanken und ein bisschen Ungläubigkeit darüber, dass das mein Leben ist (im positiven Sinne, natürlich). Zwei Wochen Urlaub klingen wie ein Traum für die meisten von uns und ich habe die Zeit an Nord- und Ostsee sehr genossen. Wenngleich ich auch immer eine gewisse Dringlichkeit verspürte, jetzt doch wieder schnell nach Hause zu kommen, um an diesem und jenem zu arbeiten. Dieser Urlaub sollte eigentlich mal absolutes Nichtstun bedeuten, lesen, essen, schlafen, den Wellen lauschen und Muscheln sammeln. Doch so ganz konnte ich meinen Laptop nicht loslassen, die nächste Idee sollte unbedingt jetzt verwirklicht werden und eigentlich wartet eine ellenlange To-do-Liste auf mich. Natürlich muss ich nichts davon tun. Theoretisch. All diese Dinge stehen auf der Liste, die mich bis nach West-Jütland verfolgte, weil ich sie da drauf geschrieben habe. Weil ich die machen möchte. Und ich genieße es, dass das alles Aufgaben sind, die ich mir selbst ausgesucht habe und die mir niemand sonst gegeben hat. Unabhängigkeit und Erfüllung. Das ist es, was mich in diesen Wahnsinn der kreativen Selbstständigkeit treibt. Mal ehrlich: Es ist einfach der pure Wahnsinn, denn ich merke gerade, dass ich da nicht wieder rauskommen werde. Es gibt keinen Urlaub, in dem ich nicht ans Schreiben denke oder eine neue Idee anklopft. Und genauso habe ich es mir gewünscht. Eine Pause vom Schreiben? Keine Ideen mehr im Kopf haben? Das wünscht sich doch niemand!

Ein Teil von mir wünscht sich währenddessen die komfortable Stabilität des 9–5-Lebens zurück. Einkommen, Urlaub, Arbeitszeiten, Feierabend. Gleichzeitig wird mir schon wieder eng um die Brust, wenn ich daran denke, jeden Tag irgendwo erscheinen zu müssen und Aufgaben zu erledigen, die mir jemand Fremdes aufträgt. Ich bin immer noch auf der Suche nach dem idealen Dazwischen – die Freiheit genießen, aber dennoch an irgendeiner Form von Struktur festhalten können. Muss man lernen, diesen Wunsch nach Ordnung loszulassen, wenn man kreativ erfolgreich sein will? Oder geht es auf Dauer nur mit einem festen Tagesplan? Auf diese Fragen habe ich schon so viele verschiedene Antworten bekommen, dass ich beschlossen habe, es auf mich zukommen und die Lage vielleicht mal etwas unangenehm werden zu lassen. In der Komfortzone ist der Raum für Veränderung nun mal begrenzt und man wird nie etwas so Fundamentales, wie die eigene Existenzgrundlage verändern, solange man darin im Kreis läuft. Es herrscht also weiterhin ein gewisses Chaos um mich herum und in mir drin. Und das bringt mir wunderbare Menschen, Gelegenheiten und Erkenntnisse. Genauso wie Zweifel und schlaflose Nächte, aber die sind mir mittlerweile ja bestens vertraut und gar nicht mal so unwillkommen. Sie verdienen ihren Platz. Ganz egal, was bei all dem hier am Ende rauskommt: die Erfahrung und die Geschichten, die ich daraus formen werde, sind es mir wert, eine Weile eher durch das Leben zu stolpern als geradeaus zu gehen. Ehrlich gesagt fühlt sich das aktuell auch ziemlich gut an. Ganz dem eigenen Herzen zu folgen und mal wieder auf einen Baum klettern, alles aus der Nähe und von ganz weit weg betrachten. Allem eine Chance geben, mir selbst die Chance geben, zu wachsen. Und meine Geschichte selbst zu schreiben. Hui, jetzt wird es ein bisschen kitschig. Aber es ist eben so. Habt den Mut, zum Kitsch ihr Lieben, das fühlt sich toll an.

Bis nächste Woche!

Alles Liebe

deine Sarah

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