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LöwenPost 2025/27

Sino Kolumne: Handelskrieg ~ Konjunkturmaßnahmen ~ Stopp von Influencern
KI-Bild erstellt mit Copilot

Nun wollte ich die neue Löwenpost abschicken, da knallt Präsident Trump mit einer neuen 100%-Zoll-Drohung gegen China in die Schlagzeilen und so schreibe ich noch schnell ein paar Zeilen dazu. Immer mehr wird meine Vorhersage vom April (LöwenPost 2025/11 (Si apre in una nuova finestra)) deutlich, dass die US-Regierung und vor allem Trump eben nicht in der Lage sein werden, durch geschickte Zollpolitik der US-Wirtschaft zu helfen. Vielmehr ist es ein bloßer ideologischer Anti-China-Kampf mit wirren und chaotischen Maßnahmen ohne eine kluge Strategie, eben typisch Trump. Warum ist Trump so aufgebracht? Nun, China hat zuvor neue Lizenzierungsverfahren für den Export von Seltenen Erden angekündigt. Von diesen Rohstoffen sind viele Technologieunternehmen, auch militärische Produzenten, in den USA abhängig. Doch warum heizt China den Konflikt mit diesem Schritt an? Bei einem genaueren Blick offenbart sich, dass es die USA sind, die den Handelskonflikt nicht nur unfair führen, sondern geradezu borniert anheizen. China hält nur dagegen und reagiert auf böswillige Praktiken der Amerikaner. Denn nach den Madrider Handelsgesprächen kündigte selbst der US-Finanzminister an, dass eine Vereinbarung mit China darin besteht, keine weiteren gegenseitigen Handelsbeschränkungen aufzuerlegen. Doch nur wenige Zeit später startet die US-Regierung neue boshafte Beschränkungen gegen China: weitere chinesische Firmen kommen auf die US-Entity-Liste für Lieferverbote, Beteiligungsunternehmen werden einbezogen, was alleine schon eine gigantische Ausweitung der Sanktionsliste gegen chinesische Firmen bedeutet, chinesischen Handelsschiffen werden in den US-Häfen eine fette Zusatzsteuer aufgedrückt, gegen zahlreiche chinesische Ölfirmen werden mit der Begründung von iranischen Aktivitäten Sanktionen verhängt und sogar US-Vermögen beschlagnahmt und chinesischen Fluggesellschaften soll der Überflug über Russland bei US-Routen verboten werden. Sind das etwas die angekündigten "keine weiteren Maßnahmen" von Madrid? Es grenzt schon an Boshaftigkeit und Unvermögen, wenn man mühsam ausgehandelte Gesprächsergebnisse und Zusagen einfach so ignoriert. Es zeigt sich immer mehr, dass die westlichen Regierungen (Europa im Ukrainekonflikt und die USA in der Handelspolitik) reihenweise Verträge und verbindliche Absprachen brechen. Woher nehmen die westlichen Länder überhaupt noch ihre moralische Legitimität? Das Chaos in Washington hat sicherlich auch Gründe in der Überforderung mit den gegenwärtigen politischen Themen dort (Gaza, Ukraine, Shutdown der US-Regierung, Venezuela, Bundesmilizen in Chicago, usw.), wobei China aus dem Blickfeld geraten ist. Aber trotzdem fährt die US-Regierung mit unüberlegten ideologisch-bestimmten Anti-China-Maßnahmen fort. Das Ergebnis wird wie üblich sein: die amerikanische und europäische Bevölkerung darf die Zeche dafür bezahlen, denn trotz Entity-Liste treiben chinesische Firmen wichtige technologische Entwicklungen an und setzen moderne Techniken eben im chinesischen Inland ein, Schiffe werden trotz der Zölle immer noch billiger und schneller in China gebaut, chinesische Airlines werden den US-Bürgern die zusätzlichen Kosten auf den Ticketpreis aufschlagen und Chinesen suchen sich andere Urlaubsziele, was wiederum den US-Tourismusmarkt negativ beeinflusst und iranisches Öl wird auch weiterhin günstig nach China fließen. Wenn Boeing nun nur noch eingeschränkt Ersatzteile nach China liefern darf, wie von Trump angedroht, dann kaufen die chinesischen Airlines eben bei Airbus. Auf jeden Fall gibt es der Comac wieder mehr Schub, um eine autarke eigene Flugzeugindustrie aufzubauen. Können die Amerikaner in ihrem Anti-China-Wahn diese Folgen nicht selbst erkennen?

In einer Meinung muss ich mich revidieren. Ich stehe ja den Maßnahmen zur Konsumankurbelung in China skeptisch gegenüber, vor allem hinsichtlich eines langfristigen Erfolgs. In diesem Zusammenhang habe ich eher für Infrastrukturinvestitionen in den ländlichen Raum plädiert. Diese Investitionen, vor allem in grundlegende Infrastruktur wie Wassersysteme und Straßen bei der Dorfgestaltung, sind meiner Meinung nach immer noch wichtig und notwendig, aber diese Investitionen müssen - so meine jetzige Einschränkung - mit einem langfristigen Landentwicklungsplan einhergehen, sonst investiert man in Regionen, die von Bevölkerungsabwanderungen stark betroffen sind und es entsteht ein Nährboden für schnell verfallende Bauprojekte oder ungenutzter Straßen. Wo nachgefragte Wohnungen und sich füllende Industriegebiete entstehen, da darf gern investiert werden. Wo die Entwicklungsperspektiven auf dem Land eher schlecht aussehen, dort sollte mit Bedacht Geld ausgegeben werden. Investieren um blind auf einen Aufschwung zu hoffen, ist die falsche Vorgehensweise. Wie komme ich auf diesen revidierten Gedanken? Ein Artikel von Li Xunlei, Chefökonom bei Zhongtai Financial International Limited, hat auf genau diesen Sachverhalt am Beispiel von Japan dargestellt, wie solche ländlichen Investitionen überdimensioniert waren, die Bevölkerungsabwanderung nicht gestoppt haben und letztendlich die finanziellen Mittel verschwendet waren. Eine großflächige, langfristige und realitätsnahe Entwicklungsplanung kann diese Gelder effektiver einsetzen.

Die zwei chinesischen Internet-Influencer Hu Chenfeng (户晨风) und Zhang Xuefeng (张雪峰) sind kürzlich plötzlich verstummt. Ohne große Spekulationen zu bemühen, stehen dahinter staatliche Zensurmaßnahmen. Ich sehe schon, wie westliche Kommentatoren die Keule der meinungseinschränkenden Diktatur in China schwingen, doch es lohnt ein genauerer Blick auf diesen Vorgang. Denn Hu Chenfeng hat in seinen Social Media Auftritten in einer widerliche Art nur Respekt vor reichen Menschen gezeigt und es machte ihm Spaß ärmere Menschen herabzuwürdigen. So hat er beispielsweise zwischen "Apple Personen" und "Android Personen" unterschieden und nur Respekt gegenüber den "Apfelpersonen" zum Ausdruck gebracht. Benutzer von Apple Smartphones waren eben nach seiner Logik vermögender. Nun mag das nur eine Aufmerksamkeitshascherei gewesen sein oder er hat sich dieses Gebaren von Apple bezahlen lassen, sein abscheuliches herabwürdigendes Verhalten ist damit aber nicht zu entschuldigen. Zhang hat in der gleichen widerlichen Art und Weise mit Herabwürdigungen und Beschimpfungen gegen bestimmte Menschen, so beispielsweise geisteswissenschaftliche Studenten, die Aufmerksamkeit erhöht, um es schließlich in Geld mit seinen Videoauftritten umzuwandeln. Als er dann offen in unmenschlicher Art gegen Taiwan zeterte, reichte es wohl der Regierung und schaltete ihn ab. Ich begrüße das Vorgehen der chinesischen Regierung, denn dieses unkultivierte Gehabe von beiden Influencern muss in einer Gesellschaft nicht geduldet werden. Die Auswüchse, wenn solche unzivilisierten Menschen sich im Internet breit machen, sind für die Gesellschaft verheerend, wie man schon an der heranwachsenden jugendlichen TikTok-Kultur in Deutschland beobachten kann. In Deutschland erhalten solche unflätigen Personen, wie Herr Böhmermann, sogar im öffentlich-rechtlichen Medien ihren Sendeplatz, denn in Deutschland geht es nicht um kulturelles Benehmen, sondern nur um die richtige Schimpf- und Beleidigungsadressierung. Ich hoffe, dass die chinesische Regierung noch mehr dieser Primitivlinge aus dem Internet holt. Jan Böhmermann hätte wahrscheinlich in China Auftrittsverbot, was nur zu begrüßen wäre.

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