HURRA: Meine kleine Community wächst! Danke an die 22 Follower, die Piontextchen durch die ersten vier Wochen getragen haben, und für das positive Feedback. Herzlich willkommen allen Neuen hier. Jede Anmeldung ist ein Grund mehr, mit dem Schreiben weiterzumachen.

In meinem Juni-Rückblick erwartet dich ein Update zur Fortsetzung von 17 JAHRE DEMENZ – So long, liebe Mama (Abre numa nova janela). Eigentlich wollte ich die “mal eben zwischenschieben” und schon fertig haben. Warum das nicht geklappt hat? Die Ausreden gibt’s als Tipps. Außerdem erzähle ich dir von einem KI-Experiment, aus dem ich mit einem 😉 ableite: Gut, dass es die Piontextchen gibt. Sie retten uns vorm Verblöden!
Danke für ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Starten möchte ich aber mit einer Rezension, die mir zeigt: Dort, wo es wehtut, schlummert Wertvolles. Es hat mich Überwindung gekostet, über Momente im Verlauf der Krankheit meiner Mutter zu schreiben, in denen ich Mama am liebsten an die Wand geklatscht hätte aus Frust darüber, dass sie geht. Hier wird dieser Mut belohnt. Aber lies selbst:

17 ERINNERUNGEN – Danke, liebe Mama
So wird die Fortsetzung heißen und ich hoffe sehr, der Drahtseilakt gelingt mir erneut. Die Zweifel sind zurück. Wie kann ich das, was mir von Mama bleibt, am besten in Worte fassen? Persönliche Erinnerungen so schildern, dass auch andere etwas daraus mitnehmen können?
Immer wieder kommen mir die Tränen. Immer wieder fürchte ich, dass ich der Aufgabe nicht gerecht werde. Aktuell hänge ich in Kapitel 3 fest: Was machte Mama aus? Ich kenne die Antwort. Ich habe sie aufgeschrieben. Fühlte es. Dann kam ein neuer Gedanke …
Das alles braucht mehr Zeit, als ich gedacht hatte. 90 Prozent des Prozesses bestehen daraus, tief in mir zu graben. Manchen kostbaren Schatz konnte ich schon heben. Ich bin dankbar für das, was hochkommt – trotz der Tränen. Die müssen und dürfen fließen. Siehe oben.
Es lohnt sich, nach Höherem zu streben
Dass der Juni so viele Feiertage hatte, war natürlich auch nicht gerade hilfreich fürs Mama-Buch. Aber Pausen müssen sein! Außerdem kann ich dir auf diese Weise (unbeauftragt, unbezahlt und aus vollem Herzen) von zwei emotionalen Erlebnissen berichten, die du dir vielleicht für Ausflüge merken möchtest:
Panarbora in Waldbröl
Wann hast du zuletzt die Krone eines lebenden Baumes berührt? Ich glaube, ich habe es bei diesem Ausflug nach Waldbröl im Bergischen Land zum allerersten Mal getan. “So sieht also die Welt für eine Amsel aus, die auf der Spitze einer Fichte ihr Lied singt und dabei sanft vom Wind geschaukelt wird,” dachte ich.
Das Rauschen der Blätter, der Gesang der Vögel, der Duft nach Wald – und ich mittendrin. Alle Sorgen fielen ab. Plötzlich war da dieses Glücksgefühl. Der Perspektivwechsel tat gut. Der Ausblick, über das sommerfrische Meer von Grün hinaus in die hügelige Landschaft, wirkte befreiend.

Wenn du Lust hast, das auch zu erleben, möchte ich dir den Baumwipfelpfad im Naturerlebnispark Panarbora (Abre numa nova janela) ans Herz legen. Der beinhaltet außerdem einen Aussichtsturm mit tollem Fernblick. Alles barrierefrei.
Sollte dir die 40 Meter hohe Holzkonstruktion des Turmes nicht geheuer sein, kannst du sie problemlos aussparen und machst einfach nur den Pfad durch den Wald, der an Mitmach-Stationen auf spielerische Art und Weise Wissen vermittelt. Auch super übrigens für Kinder. Um den Turm herum gibt es dann noch viele weitere Attraktionen zu entdecken.

Gaskessel in Wuppertal
Eigentlich wollten der Schatz und ich nur mal mit der Schwebebahn (Abre numa nova janela) fahren, um das von der Liste der Dinge streichen zu können, die man gemacht haben sollte. Dass sich nahe der Endhaltestelle Oberbarmen noch ein weiteres einzigartiges Schätzchen befindet, habe ich erst vor Ort gesehen:
Der denkmalgeschützte Gaskessel (Abre numa nova janela) hat eine Höhe von knapp 70 Metern und oben drauf eine Aussichtsplattform. Hoch kommt man entweder mit dem Aufzug oder über eine Stahltreppe außen am Gebäude. Und schwupp: tolle Aussicht bei herrlichem Wetter, die Zweite!
Für große Emotionen aber hat bei mir die Ausstellung gesorgt, die aktuell im Gaskessel zu sehen ist: Noch bis 28. September kannst du unter dem Titel Sehnsucht Werke von Vincent van Gogh bewundern, die – jetzt kommt’s! – hier multimedial zum Leben erwachen (Abre numa nova janela).
Visiodrom
Das Visiodrom (Abre numa nova janela) im Gaskessel ist Europas größte 360-Grad-Leinwand. Alle 30 Minuten etwa startet dort eine fast ebenso lange Show, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Einfach nur WOW!

Ich habe mich zurückgelehnt und mitreißen lassen von Bildern, die den gesamten Raum vom Boden bis zur Decke in ein Kaleidoskop verwandeln. Irgendwann hatte ich das Gefühl, in einem Karussell zu sitzen und zu fliegen. Es war magisch. Deshalb haben wir van Goghs künstlerisches Schaffen etwas später noch ein zweites Mal an uns vorbeiziehen lassen. Die passend ausgewählte Musik, die jede Sequenz begleitet, und die Soundeffekte taten ihr Übriges: Beide Male liefen mir am Ende Tränen übers Gesicht.

Die Multimediashow und die Ausstellung haben etwas mit mir gemacht. Nie wieder werde ich van Gogh auf Sonnenblumen oder ein abgeschnittenes Ohr reduzieren. Von nun an denke ich an einen Visionär, der seiner Zeit voraus war und versuchte, die Welt, wie er sie wahrnahm, in Farben festzuhalten.
Ich denke auch an jemanden, der nach Höherem strebte und danach, gesehen zu werden. Jemand, dem dies ein kurzes, von Krankheit geprägtes Leben lang verwehrt wurde und der das Glück hatte, von Familie und Freunden aufgefangen zu werden.
Ohne die Unterstützung seines Bruders Theo hätte Vincent nicht malen können. Ohne den Einsatz von dessen Frau Johanna würden seine Gemälde heute nicht zu den teuersten der Welt zählen. Tragisch und wunderbar zugleich.

Ich nehme mit: Glaube an dich! Scheue dich nicht, Hilfe anzunehmen, um deine Vision zu verwirklichen (und ja, das ist etwas, mit dem ich mich schwertue)! Drücke dich aus AUF DEINE WEISE und bleibe dir treu! Selbst dann, wenn du gegen den Strom schwimmen musst.

Macht KI-Nutzung beim Schreiben doof?
Van Goghs Erfolg beweist, dass es sich lohnt, gegen den Strom zu schwimmen. Man muss nicht über jedes Stöckchen springen, das einem hingehalten wird. Dass das in bestimmten Bereichen auch für KI gilt, legt eine aktuell kontrovers diskutierte Abhandlung der Computerwissenschaftlerin Nataliya Kosmyna nahe. Ihr Experiment am MIT Media Lab Cambridge, Massachusetts, auf das ich bei LinkedIn (Abre numa nova janela) gestoßen bin, lässt schlussfolgern, dass wir KI beim Schreiben öfter mal links liegen lassen sollten. Auch wenn sie der letzte Schrei ist.
Ich fasse den verlinkten englischen Beitrag mal laienhaft zusammen: Es gab 54 Studenten, die über vier Monate hinweg in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Gruppe 1 schrieb Essays mit ChatGPT, Gruppe 2 nutzte Google und Gruppe 3 “nur” ihr Gehirn.
Das Ende vom Lied: Die Essays der KI-Nutzer glichen sich inhaltlich; die Schreiber legten viel Wert auf die Form. Die derjenigen, die ganz ohne Hilfe schrieben, waren deutlich origineller. Eigenständiges Denken brachte neue Thesen und Gedanken hervor. Bei den Google-Leuten waren mehr Gemeinsamkeiten mit den KI-Essays zu sehen.
Bei den KI-Nutzern passierte weniger im Gehirn als bei den Menschen, die ohne Hilfsmittel arbeiteten. Dann tauschten diese beiden Gruppen: Wer zuvor mit KI gearbeitet hatte, war nun auf sich allein gestellt, und umgekehrt. Ergebnis: Die Gruppe, die vorher eigenständig gearbeitet hatte, zeigte nach wie vor die bessere Gedächtnisleistung.

Grob vereinfacht könnte man sagen: KI macht doof – auch wenn die Wissenschaftlerin selbst betont, dass es zu früh für diese Schlussfolgerung sei. Sie sagt aber auch, dass es ihr wichtig war, auf ihre alarmierenden Ergebnisse hinzuweisen, während KI-Nutzung noch relativ neu ist.
Tja. Also, ich muss sagen: Das Ganze überrascht mich nicht. Ich konnte mir früher auch zig Telefonnummern merken. Seit ich die alle im Handy gespeichert habe: nix, nada, niente. Ist das gut? Bestimmt nicht, sollte ich mal ohne Akku irgendwo festsitzen …
Ein Reel von Bettina Rust auf Instagram, das ich mit ihrer freundlichen Erlaubnis hier teile, haut übrigens in die gleiche Kerbe. Die Journalistin und Moderatorin trifft den Nagel auf den Kopf, wie ich finde. Ich liebe ihre messerscharfen, oft humorvollen Beobachtungen:
(Abre numa nova janela)Aller Anfang … besteht aus einem Satz
Womit wir bei den Piontextchen wären. Indem du mich nämlich dabei unterstützt, beim Schreiben eigene Ideen zu entwickeln, hilfst du mir auch dabei, meinen Kopf fit zu halten. Und ich freue mich, dass ich für das nächste Piontextchen einen Weg gefunden habe, meine Community kreativ einzubinden.
Diesmal gibt es nur ein einziges Thema. Der Einfall kam mir übrigens in luftiger Höhe. Am nächsten Tag habe ich auf Instagram (Abre numa nova janela) folgenden Aufruf gestartet: Schickt mir den ersten Satz für eine Geschichte! Thema: Sommer. Zu meiner großen Freude kamen da richtig gute Sachen. Und nun darfst du abstimmen, wie das nächste Piontextchen starten soll.
Merke dir die Nummer deines Lieblingssatzes aus der folgenden Liste, klicke auf den Button darunter und setze anschließend dein grünes Häkchen an der entsprechenden Stelle des Formulars. Du kannst dafür auch ein Pseudonym angeben. Der Satz mit den meisten grünen Häkchen gewinnt.
Zur Auswahl stehen:
Lustlos, mürrisch, wie eine Diva startete ich.
Mehr als den dicken Zeh werde ich heute definitiv nicht bewegen.
Da saß sie abends am Strand, eine leichte Sommerbrise wehte – bis er kam.
Wo ist meine Haarbürste?
“Wenn der Sommer ein Geräusch wäre”, dachte Tobias, “dann wäre es das Knattern der Spielkarte in den Speichen seines Fahrrads, während er mit seinen zwei besten Freunden hinunter zum Badesee fuhr.”
Hier am Strand fühle ich, wie der alltägliche Ballast von mir abfällt.
“Sonne macht albern”, dachte sie sich, während sie sich zur Bühne aufmachte, auf der gleich Die Apokalyptischen Reiter beim diesjährigen Wacken-Festival spielen würden.
Ich hätte das Diktiergerät nie auf Aufnahme lassen sollen – aber an diesem flirrend heißen Juli-Tag klang selbst der kleinste Nebensatz nach Schlagzeile.
Als ich den Umschlag öffnete, fiel mir zuerst der Geruch auf – dann der Absender.
Ich habe oft Geschichten anderer erzählt – diese hier beginnt mit meinem eigenen Fehler, einem überreifen Pfirsich und eindeutig zu viel Aperol …
Bis einschließlich Sonntag, den 13. Juli 2025, kannst du dich beteiligen. Über den nachfolgenden Button kommst du zur DSGVO-konformen, datensparsamen Abstimmung bei nuudel*. Mit der Teilnahme an der Umfrage, die am 31. Juli 2025 gelöscht wird, bestätigst du, dass du die Datenschutzerklärung von nuudel (Abre numa nova janela) zur Kenntnis genommen hast und der Verarbeitung deiner personenbezogenen Daten zustimmst.
Hier befand sich der Button zur Abstimmung. Die Umfrage ist beendet, die Sommergeschichte geschrieben. Mitglieder der Piontextchen können sie ganz lesen. Falls du (noch) kein Mitglied bist, bekommst du eine Leseprobe.
Die nachfolgend erwähnte Runde aufs Haus ist mittlerweile übrigens auch online! Der Vollständigkeit halber verlinke ich dir die Geschichte hier:
*Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) vorhanden
So geht’s jetzt weiter
In gut zwei Wochen bekommst du den Newsletter mit der Auflösung. Als Abonnentin oder Abonnent kannst du dann in mein Piontextchen reinlesen. Ob die Geschichte Komödie oder Tragödie, Romanze oder Krimi wird, erahnst du danach vielleicht schon. Bist du Mitglied, kannst du ohne Paywall bis zum (glücklichen?) Ende weiterlesen.
Du bist noch kein Mitglied, findest Geschichten ohne Ende aber so sinnlos wie Loriot das Leben ohne Mops? Dann kannst du hier
Für meine Mitglieder gibt es übrigens auch hin und wieder Sonderaktionen. Und YAY, die erste steht in den Startlöchern! Ich habe nämlich bald Geburtstag, und da spendier ich ne
Runde aufs Haus
Während jetzt also alle gespannt auf das Ergebnis fürs Piontextchen warten, werde ich meinen Mitgliedern in den nächsten Tagen exklusiv noch eine Kurzgeschichte schicken. Worum es geht, verrate ich hier nicht. Aber: Ich war noch nie näher dran am Pulitzer-Preis! 😉
Bis dahin, alles Liebe!
Deine Christine
Ach, wie cool!
Jemand hat dir diesen Newsletter weitergeleitet und empfohlen? freufreu
Ich könnte mir vorstellen, dass du neugierig auf das Abstimmungsergebnis bist. Vielleicht hast du ja sogar mitgemacht! Was ich, nebenbei bemerkt, super fände.
Mein Vorschlag, damit du nix verpasst: Einfach jetzt selbst den kostenlosen