Es ist Montag, der 01. September 2025, und du liest die STOFFKUNDE, den wöchentlichen trikotmagazin.de (Abre numa nova janela)-Newsletter. Fashion- und junge Sport-Labels entdecken Tennis für sich und welche Parallelen es zum Fußball gibt. Dazu wie immer aktuelle News aus der Welt der Trikots.

In meinen privaten Social-Media-Kanälen bei Blue Sky (Abre numa nova janela), Facebook (Abre numa nova janela) oder Instagram (Abre numa nova janela) stehen bei der Beschreibung meiner Person überall zuerst die zwei Worte: Sports fanatic! Und auch in meinem Autorenprofil in meinen Büchern steht am Ende dieser Absatz:
„Steve war früher Leichtathlet und Volleyballer. Er ist Sportfanatiker und schaut neben Spielen von seiner Borussia fast alles, besonders gerne Großereignisse wie Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften sowie Tennis-Grand-Slams.“
Aktuell laufen die US Open in New York. Und ähnlich wie im Fußball laufen die Spieler und Spielerinnen bei jedem Turnier mit neuen „Trikots“ auf. Im Tennis bestimmen die Grand Slams das Geschehen und so nutzen die großen und kleineren Sportartikelhersteller diese große internationale Bühne, um ihre neuen Kollektionen den Zuschauern zu präsentieren. Und weil auch im Tennis die großen Marken Adidas und Nike in der Regel eine große Anzahl von Top-Athleten unter Vertrag haben, sieht man als Zuschauer bei vielen Spielern und Spielerinnen das gleiche Outfit.
Doch in letzter Zeit haben auch neue Player Tennis als Vermarktungsplattform für sich entdeckt. Nach dem Karriereende von Rafael Nadal (Nike), Roger Federer (Uniqlo) und Andy Murray (Castore) bestimmen aktuell zwar die beiden Nike-Männer Carlos Alcaraz und Jannik Sinner bei den Herren das Geschehen, doch dahinter ist das Feld weit offen. Das Gleiche gilt bei den Damen. Wo hinter den beiden besten Spielerinnen Aryna Sabalenka (Nike) und Iga Swiatek (On) das Feld gespickt ist mit Spielerinnen wie Coco Gauff (New Balance), Madison Keys (Nike), Elena Rybakina (Nike) oder Naomi Osaka (Nike), die zudem alle auch schon Grand Slams gewonnen haben. Was bei den Herren in den Top 20 nach Alcaraz, Sinner und Novak Djokovic (Lacoste) nur noch Daniil Medvedev (Lacoste) gelungen ist.
So ist es kein Wunder, dass neue Player im Ausrüstersektor den Sport für sich entdecken. Doch anders als im Fußball haben einige dieser neuen Ausstatter ihre Wurzeln nicht mehr unbedingt im Sport, sondern in der Mode, wie zum Beispiel Boss oder Giorgio Armani mit seiner Sportmarke EA7.
Vor den US Open berichtete nun das Magazin Forbes, dass Jack Draper, einer der jungen Stars im Tennis und die aktuelle Nummer 5 in der Weltrangliste, seinen auslaufenden Vertrag mit Nike nicht verlängert hat, sondern stattdessen einen Vertrag mit der kalifornischen Sportswear-Brand Vuori (Abre numa nova janela) abschloss.
Draper gibt in dem Gespräch mit Forbes sogar zu, dass er die Marke vorher gar nicht richtig kannte, er aber dort das bekommen hat, was Nike ihm nicht geben konnte und wollte: kreative Freiheit und die Chance, eine eigene Kollektion zu entwerfen. Und die ca. 10 Mio. US-Dollar im Jahr hätte er bei Nike wahrscheinlich auch nicht garantiert bekommen, sondern sich nur durch entsprechende sportliche Erfolge erarbeiten können, weil Nikes Verträge dem Bericht nach sehr leistungsbezogen sind.
Schon bei Roger Federer hatte Nike unterschätzt, dass es einem Mega-Star wie ihm nicht mehr nur um Geld ging. Und statt ihm einen lebenslangen Vertrag mit allen kreativen Freiheiten zu geben, verlor Nike ihn an Uniqlo. Darüber hinaus stieg Federer bereits im Jahr 2019 als Miteigentümer bei On (Abre numa nova janela) ein, um das junge Schweizer Unternehmen zu einer globalen Marke zu machen. Neben der mehrfachen Grand-Slam-Siegerin Iga Swiatek bei den Frauen setzt On bei den Männern mit Ben Shelton, Flavio Cobolli und João Fonseca vor allem auf noch sehr junge Spieler, die aber alle das Zeug dazu haben, in Zukunft Superstars zu werden.
Im OMR-Podcast von Philipp Westermeyer aus dem Januar 2024 erklärt Boss-Chef Daniel Grieder, was hinter dem Einstieg der Modemarke im Sport steckt und welche Rollen und welche Bedeutung die Partnerschaften im Tennis mit Matteo Berrettini und Taylor Fritz für die Marke aus Metzingen haben.
Und noch weitere bemerkenswerte Ausrüsterwechsel hat es im Tennis in den letzten Jahren gegeben. So ist Frances Tiafoe, der wie Jack Draper oder Ben Shelton ebenfalls über viele Jahre von Nike ausgerüstet wurde und einer der jungen Aushängeschilder im Tennis für sie war, Anfang des Jahres zur Fitnessmarke Lululemon (Abre numa nova janela) gewechselt.
(Abre numa nova janela)Überhaupt ist der Aderlass bei Nike erstaunlich. Denn neben Shelton, Draper und Tiafoe hat man mit Lorenzo Musetti einen weiteren aufstrebenden Jungstar verloren. Er spielt jetzt mit Asics.
Draper, Musetti, Tiafoe oder Fritz sind zudem gute Beispiele dafür, wie wichtig der Faktor Mode heute bei der Vermarktung von Tennis ist. Und wir reden hier von Männer-Tennis. Bei den Frauen war das immer schon wichtig, doch bei den Männern ist das ein eher neues Phänomen, obwohl es dort auch immer schon wilde und kreative Outfits gab. Tiafoe präsentiert die neue Grand-Slam-Kollektion seines Ausrüsters jetzt immer auf seinem Instagram-Account mit einem Video (Abre numa nova janela). Lorenzo Musetti spielte beim Heim-Masters in Rom im Frühjahr mit einem ärmellosen Shirt, das Asics in Kooperation mit dem französischen Luxus-Modellabel A.P.C. entwickelt hat und das das britische GQ-Magazin dann zu der Headline veranlasste:
Die künstlerische Leiterin von A.P.C. erklärt in dem Bericht, was es mit dem Outfit auf sich hat:
„Die Kollektion wurde von zwei Tennistrends der Vergangenheit inspiriert: Wir wollten die Preppy-Styles der 70er- und 80er-Jahre-Outfits, wie sie Björn Borg oder John McEnroe trugen, mit etwas von der Agassi-Extravaganz der 90er-Jahre mischen. Deshalb haben wir uns für eine sehr ruhige Farbpalette entschieden, Weiß und Dunkelblau, die wir aber auf exzentrische Formen wie das Muscle-T-Shirt und die kürzeren Shorts als üblich übertragen haben.“
Damit haben wir zum Abschluss die Kurve zurück zum Fußball bekommen. Denn auch hier werden ständig Designs und Trends aus der Vergangenheit wiederbelebt und neu aufgelegt. Die Trikot-Designs der 70er bis 90er Jahre sind oft sehr kreativ, bunt und wild. 70-seitige Regularien durch Organisationen wie die DFL oder die UEFA gab es damals einfach nicht. Die Designer hatten oft freie Hand und konnten bis ins letzte Detail kreativ arbeiten. Nicht alles trifft wie heute jedermanns Geschmack. Doch viele Trikots, die in den 80er- oder 90er-Jahren als ultrahäßlich geschmäht wurden, sind heute Kult.
Das Thema Mode und Trikots ist derzeit durch die Vintage-Welle ohnehin in aller Munde. Und viele Medien versuchen derzeit in Artikeln und Dokumentationen zu verstehen, was da gerade passiert und warum es diesen Boom gibt. Auch ich habe dazu schon einige Medienanfragen erhalten in den letzten Monaten und nächste Woche steht schon das nächste Gespräch zu dem Thema an. Ich werde im Nachgang davon berichten.
Zudem wird dieser Ausflug zum Tennis nicht der letzte Ausflug zu einer anderen Sportart gewesen sein. Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen.
In dem Sinne, bis nächste Woche!
Euer Steve
100 Jahre Brustring. In der STOFFKUNDE von vor zwei Wochen (Abre numa nova janela) gab es schon einen ersten Hinweis darauf, dass der VfB zum Jubiläum in einem Sondertrikot auflaufen wird. Jetzt am Samstag hat der VfB darin beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gespielt. Ich finde es ja eigentlich sehr schön. Nur irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass man das Wappen des Vereins in den Originalfarben auf das Trikot gebracht hätte. Klar steht der Brustring im Vordergrund, aber das Wappen darüber im Weiß verschwinden zu lassen, gefällt mir jetzt nicht so gut. Wie seht Ihr das?
(Abre numa nova janela)Der A-Klasse-Mannschaft des FC Mühldorf - aka “Die Jungs vom Inn“ - haben anlässlich des 160. jährigen Jahrestages des Mühldorfer Volksfestes ein eigenes Volksfesttrikot aufgelegt, das auch im Ligaspiel gegen den SV Erlach eingesetzt worden ist.
https://www.bgland24.de/sport/beinschuss/a-klasse-4/fc-muehldorf-die-praesentation-des-eigens-gestalteten-volksfesttrikots-93904548.html (Abre numa nova janela)Wer sich eventuell mal in England nach Sunderland verirrt, weil er Fan von Granit Xhaka ist oder die Netflix-Serie „Sunderland till I die“ toll findet, kann dort jetzt auch das Fans Museum Sunderland von Michael Ganley besuchen. Eine eindrucksvolle Sammlung aus über 40 Jahren, die Michael da zusammengetragen hat. Wenn bei einem Video jedoch wirklich Untertitel nötig gewesen wären, dann bei diesem hier. Selbst mir, der wirklich ja fast alles auf Englisch schaut und liest, fällt es schwer, Michael bei seinen Ausführungen zu folgen. Ihr könnt natürlich auch den Ton ausschalten und nur die Bilder für sich sprechen lassen
(Abre numa nova janela)Dr. Peter Rohlmann veröffentlicht regelmäßig einen Fach-Newsletter im PDF-Format. In der aktuellen Ausgabe, die letzte Woche eingetroffen ist, habe ich eine Tabelle gefunden, die ich sehr interessant finde und die ich euch nicht vorenthalten möchte. Denn gerade für Fans und Trikotsammler wird das eigene Hobby immer teurer. So kennt die Preisentwicklung bei den Verkaufspreisen für unveredelte Replika-Trikots nur einen Weg: nach oben!

In der 1. Bundesliga haben sich die Trikotpreise im Vergleich zur Saison 2015/16 bei Erwachsenen-Trikots um 15,9 % verteuert und in der 2. Liga sogar um 24,6 %. Der Anstieg der Preise bei Kindertrikots ist in der 1. Bundesliga auf ähnlichem Niveau wie bei den Erwachsenen, in der 2. Liga mit 17,2 % immerhin nicht ganz so extrem wie bei den großen Größen. Die beste 2. Liga aller Zeiten war somit in der jüngeren Vergangenheit auch die teuerste 2. Liga aller Zeiten.

Diese Woche gibt es auch wieder mal einen Geburtstag zu feiern. Und dank meines Freundes Mike Drobisch und mit der Unterstützung von Rüdiger Vollborn kann ich euch sogar eine Trikotgeschichte bieten.
Am kommenden Sonntag, den 7. September, feiert Andreas Thom seinen 60. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch auch von Seiten der STOFFKUNDE.

Andreas Thom war der erste Spieler, der nach der Wende den Weg vom BFC Dynamo zu Bayer 04 Leverkusen in die Bundesliga fand. Bei seinem Bundesliga-Debüt am 17. Februar 1990 gegen den FC 08 Homburg gelang ihm sein erster Bundesliga-Treffer.
Als ich beim Bayer 04-Trikotsammler Mike Drobisch nachgefragt habe, welches Trikot von Andreas Thom wir hier anlässlich seines runden Geburtstags würdigen sollten, hat Mike beim Hüter der Bayer-Historie Rüdiger Vollborn angeklopft, was er vorschlägt.
Die Antwort von Rüdiger Vollborn kam wie aus der Pistole geschossen: Am 3. Spieltag der Saison 1992/93 gegen den frisch gebackenen deutschen Meister VfB Stuttgart erzielte Andreas Thom drei Tore. Das erste Tor bereits in der ersten Spielminute, das zweite vier Minuten später in der 5. Nach der Pause folgte in der 62. Minute dann der Treffer zum Hattrick. Bayer gewann das Spiel mit 4:0.
Das Foto oben ist eines der wenigen aus diesem Spiel, die bei Imago überhaupt zu finden sind. Von daher bin ich froh, dass Thom auf einem dabei zu sehen ist.
Vielen Dank euch beiden und Andreas Thom ebenfalls schöne Erinnerungen an dieses Spiel.
Es macht sehr viel Spaß, diese STOFFKUNDE zu schreiben, von daher würde ich mich sehr freuen, wenn sich noch viel mehr von euch den Newsletter regelmäßig am Montagmorgen ins E-Mail-Postfach schicken lassen. Deshalb gerne weitersagen und empfehlen.
Wer möchte, dass ich noch viel mehr publiziere, kann mich dabei unterstützen, damit mir das ermöglicht wird. Denn im Moment ist Zeit mein knappstes Gut. Doch mit eurer finanziellen Unterstützung kann ich zum Beispiel die Zeit in meinem Hauptjob reduzieren und diese neu gewonnene Zeit dann in die STOFFKUNDE und trikotmagazin.de (Abre numa nova janela) investieren. Deshalb jetzt
Vielen Dank!