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Alles nur Statistik

Alles nur Statistik?

Manchmal lese ich eine Zahl und muss schlucken. Nicht weil ich sie nicht verstehe... sondern weil ich sie fühle. Weil sie mir zeigt, dass mein Leben... meine Geschichte... kein Einzelfall ist.

Und dass das, was viele so gern von sich wegschieben (mich früher eingeschlossen), eigentlich mitten unter uns ist.

10 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Behinderung. Zehn. Millionen. Das ist mehr als jede*r Zehnte. Und über 95 Prozent dieser Behinderungen sind nicht angeboren, sondern entstehen im Laufe des Lebens. Durch Krankheit, Unfall, Alter. Durch das Leben selbst. Und ja... auch durch das, was niemand erwartet hat... aber trotzdem passiert.

Das sind keine anderen. Das sind wir.

Von jetzt auf gleich

Ich war vorher genauso „gesund“ wie du. Ich bin rumgerannt, habe gearbeitet, geplant, funktioniert. Und dann... kam diese Wendung. Diese Erkrankung, von der ich noch nie gehört hatte. Und plötzlich war nichts mehr wie vorher. Mein Leben hat sich nicht langsam verändert... es ist gekippt. Nicht irgendwann. Sondern von jetzt auf gleich.

Statistisch gesehen wird jede vierte Frau in ihrem Leben pflegebedürftig. Jeder fünfte Mann. Und nein... das ist kein Altersphänomen. Viele rutschen schon in jungen Jahren in eine Situation, in der die gewohnte Selbstbestimmung nicht mehr selbstverständlich ist.

Es kann dich treffen... oder jemand, den du liebst

Das sage ich nicht, um Angst zu machen. Ich sage es, weil wir endlich aufhören müssen, Behinderung als Ausnahme zu sehen. Als Randthema. Als etwas, das "den anderen" passiert. Es ist Teil unserer Gesellschaft... unseres Menschseins. Und der einzige Unterschied ist manchmal nur ein einziger Moment.

Wäre es da nicht sinnvoll, eine Welt zu gestalten, die von Anfang an für alle mitgedacht ist? Eine Welt, in der Barrierefreiheit nicht Luxus, sondern Grundlage ist? In der Selbstbestimmung nicht erkämpft, sondern ermöglicht wird?

Nur eine Zahl? Oder ein Aufruf?

Statistik ist oft kalt. Aber hinter jeder Zahl steckt ein Gesicht. Ein Leben. Eine Geschichte. Meine. Vielleicht deine. Vielleicht die deiner Tochter, deines Partners, deiner besten Freundin.

Wenn wir das erkennen, ändert sich alles. Dann hören wir auf, über die mit Behinderung zu sprechen. Und beginnen, über uns zu sprechen. Über unsere Verletzlichkeit. Unsere Stärke. Unsere Menschlichkeit.

Denn Behinderung ist kein Randthema. Sie ist mitten unter uns.

Und manchmal... ist sie das, was dich erinnert, worauf es wirklich ankommt.

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