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Die Schweinefleisch-Ultras der FPÖ

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Am Samstag war ich zu Mittag in der Wiener City: Vor der ungarischen Botschaft protestierten mehrere Dutzend Menschen gegen die Politik der Regierung in Budapest. Der Grund: Während antifaschistischer Gegenprotest untersagt wird, marschieren Rechtsextreme ungestört.

Zeitgleich mit dem Protest in Wien versammelten sich im Zentrum der ungarischen Hauptstadt rund 3.000 Neonazis zum sogenannten „Tag der Ehre“. Darunter auch Personen aus Deutschland und Österreich.  In den Budaer Bergen gedachten sie Wehrmachts- und SS-Soldaten sowie Mitgliedern der faschistischen Pfeilkreuzler, die 1945 in den letzten Tagen der Schlacht um Budapest fielen.

Ein geplanter Gegenprotest wurde verboten, ebenso ein Gedenken am Donauufer für die von den Pfeilkreuzlern ermordeten Jüdinnen und Juden. NS-Widerstands- und Opferverbände aus Ungarn, Deutschland und Österreich hielten trotzdem eine Pressekonferenz ab. Die Behörden reagierten mit einer Botschaft: Teilnehmende der  Pressekonferenz wurden von der Polizei gefilmt, eingekesselt, durchsucht und erkennungsdienstlich behandelt. Mitten in Europa.

Außerdem geht es heute um  die Forderung nach einer Reichensteuer, die Vergiftung von Nawalny und kaum Frauen in Börsenvorständen

AK drängt auf Reichensteuer 

AK-Präsidentin Renate Anderl fordert angesichts der Budgetlage Vermögens- und Erbschaftssteuern – und unterstützt eine Petition der Grünen. Man müsse „dort zugreifen, wo das Geld ist“, sagte sie in der gestrigen ORF-Pressestunde. (Abre numa nova janela)Zusätzlich bringt sie eine höhere Bankenabgabe und das Ende der Körperschaftsteuersenkung ins Spiel. Wirtschaft und FPÖ warnen vor einem Dämpfer für den Aufschwung.

Anderl argumentiert fiskalisch: Man müsse dort zugreifen, „wo das Geld ist“. Neben Abgaben auf große Vermögen kann sie sich eine höhere Bankenabgabe und die Rücknahme der Körperschaftsteuersenkung vorstellen. Unternehmen, die Überstunden nicht korrekt abgelten, sollten härter sanktioniert werden – Beschäftigten entgingen so jährlich rund eine Milliarde Euro.

Betriebe, die Mitarbeiter beim AMS „zwischenparken“, müssten stärker zur Kasse gebeten werden. Einer Senkung der Lohnnebenkosten ohne Gegenfinanzierung erteilte Anderl eine Absage: Auch Unternehmen hätten ihren Anteil am Sozialstaat zu leisten. Kritisch äußerte sie sich zudem zum ÖVP-Vorstoß einer reduzierten Gesundheitsversorgung für Asylwerber. Medizinische Leistungen dürften nicht vom Aufenthaltsstatus abhängen. 

Vergiftung war wohl Todesursache von Nawalny

Heute vor zwei Jahren starb der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in einem Straflager am Polarkreis. Der Kreml behauptet, der 47-Jährige sei eines natürlichen Todes gestorben. Daran gab es von Anfang an Zweifel. Nun veröffentlichten Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die Niederlande eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es, es gebe Beweise für eine Vergiftung. Wissenschaftler:innen haben demnach in Nawalnys Leichnam den hochgiftigen Stoff Epibatidin nachgewiesen.

ZDFheute (Abre numa nova janela) berichtet, dafür seien Gewebeproben heimlich ins Ausland geschafft worden. Epibatidin kommt im Sekret bestimmter südamerikanischer Frösche vor und lässt sich inzwischen auch synthetisch im Labor herstellen. „Niemand außer (Wladimir) Putins Schergen wird uns sagen können, wie dieser 16. Februar 2024 in der russischen Strafkolonie im Einzelnen abgelaufen ist“, zitierte die Deutsche Welle (Abre numa nova janela) Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). Klar sei aber: Die russischen Behörden hätten über die Gelegenheit, das Motiv und die Mittel verfügt, Nawalny das Gift zu verabreichen. (Luzia Geier)

Kaum Frauen in Börsenvorständen

In den Chefetagen der börsennotierten Unternehmen bewegt sich kaum etwas. Der Frauenanteil in den Vorständen der im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten Konzerne verharrt bei 13,8 Prozent. Von Gleichstand keine Spur.

Das zeigt das aktuelle „Mixed Leadership Barometer (Abre numa nova janela)“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation Ernst & Young (EY) mit Stichtag 1. Jänner 2026. Untersucht wurden 54 Unternehmen. Ergebnis: Keine einzige Frau steht an der Spitze eines Vorstands.

Von insgesamt 188 Vorstandsmitgliedern sind 26 weiblich – exakt so viele wie bei der Erhebung im August 2025. In 31 Unternehmen, also bei 57 Prozent der untersuchten Konzerne, besteht der Vorstand ausschließlich aus Männern.

Wenn Frauen vertreten sind, dann meist in klassischen Ressorts: Zehn Managerinnen verantworten Finanzen als CFO, neun leiten operative Teilbereiche. Zwei sind als Risikovorständinnen (CRO) tätig. Der Posten des CEO bleibt durchgehend männlich besetzt.

Mehr als eine Frau im Vorstand findet sich nur bei drei Unternehmen: der BKS Bank, Marinomed Biotech und der Oberbank.

Branchenweit liegen Energie sowie Transport und Logistik mit jeweils 20 Prozent Frauenanteil vorne. Am Ende stehen Automobil- und Telekommunikationsunternehmen – ihre Vorstände sind vollständig männlich.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Die Schweinefleisch-Ultras der FPÖ 

Im FPÖ-Klub trifft sich ein schillerndes Sammelsurium: radikale Energetiker, Corona-Schwurbler und Schweinefleisch-Ultras werkeln Seite an Seite mit Rechtsextremen, Okkult-Fans und KI-Apologeten an Herbert Kickls Vision einer „Dritten Republik“, schreibt das Profil.

https://www.profil.at/oesterreich/kickls-grusel-klub-energetiker-schweinefleisch-ultras-und-tote-templer-fpoe-berger-heiss-visionen/403131063 (Abre numa nova janela)

Aus dem Archiv: So führst du Freundschaften wie romantische Beziehungen

Freundschaften machen nachweislich glücklicher als Beziehungen allein. Tipps von Expert:innen und der KR-Community, wie du deinen Freund:innen den Platz einräumst, den sie verdienen.

https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6112-so-fuhrst-du-freundschaften-wie-romantische-beziehungen#lesen (Abre numa nova janela)

Palantir verklagt Schweizer Online-Magazin "Republik" nach kritischer Recherche

Die Enthüllungen über die Schweiz-Geschäfte von Palantir Technologies sorgen international für Aufsehen. Der US-Datenkonzern um Mitgründer Peter Thiel und CEO Alex Karp liefert Software für Militär und Sicherheitsbehörden – und wirbt offensiv mit der „Optimierung der kill chain“.

Besonders heikel: Der Schweizer Armeestab ließ die Programme prüfen – und riet von ihrem Einsatz ab. Das Risiko eines möglichen Datenabflusses in die USA sei zu hoch.

Palantir reagierte mit Gegendarstellungsforderungen – und reichte schließlich Klage in Zürich ein. Ein milliardenschwerer Techkonzern gegen ein Medium.

https://www.republik.ch/2026/02/14/palantir-klagt-gegen-die-republik (Abre numa nova janela)

Wünscht eine schöne Woche:

Markus

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