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Mäuse singen Liebeslieder

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Für unsere Generation (bin 27) gehört es zum guten Sprachgebrauch, sich gegenseitig als Maus zu bezeichnen. Das liegt vor allem daran, dass Mäuse einfach sehr süße kleine Tiere sind. Wenn etwas „mausig“ ist, kann es also nicht schlecht sein. Das ist unsere Antwort auf die Weltuntergangsgefühle des 21. Jahrhunderts.

Zum Wochenende (insbesondere im Hinblick auf den morgigen Valentinstag) möchte ich euch deshalb einen „mausigen“ Funfact nicht vorenthalten, der schon seit über 20 Jahren durch das Internet und die Medien geistert. Mäusemännchen sind eigentlich kleine Minnesänger. Um mit potenziellen Sexualpartnerinnen in Kontakt zu kommen, singen sie ihnen Liebeslieder vor. Wenn das Lied auf Zuspruch stößt, singt das Mäusemädchen zurück und es kommt zum Akt. Für das menschliche Ohr sind die „Lieder“ normalerweise nicht zu hören, die Frequenzen liegen im Ultraschallbereich. Forscher*innen haben die Töne aber schon vor einiger Zeit hörbar gemacht (Abre numa nova janela), sie klingen ähnlich wie Vogelgesang.

Außerdem geht es heute um Kritik an der Asylreform, den Start der Münchner Sicherheitskonferenz und Rückschritte beim Klimaschutz.

Breite Kritik an Asyl-Gesetzesreform

Gestern endete die Begutachtungsfrist für die Reform zahlreicher Asylgesetze in Österreich. Viele Organisationen und Stakeholder haben in den Stellungnahmen zum Gesetzesvorschlag Kritik an den Vorhaben geäußert. Die Regierung muss mit der Gesetzesreform den neuen Asyl- und Migrationspakt (GEAS) der EU nationalstaatlich umsetzen. 

Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz und die Diakonie sehen vor allem die neuen Pläne für eine Obergrenze beim Familiennachzug kritisch, da dadurch „Menschenwürde“ und das Menschenrecht „Recht auf Familie“ verletzt werden würden. Für das UNHCR ist die geplante Abschaffung des verpflichtenden Rechtsbeistands bei Grenzverfahren etwa am Flughafen eine Maßnahme, durch die eine „Schutzlücke“ entstehe. Die Asylkoordination Österreich sieht im Gesetzespaket eine „besonders restriktive Umsetzung“ der EU-Vorgaben. Auch aus den Bundesländern hagelt es Kritik, Wien etwa sieht Länder und Gemeinden zu wenig eingebunden in den Prozess, das Burgenland befürchtet Mehrkosten durch eine Verlagerung von Verantwortlichkeiten zu den Ländern.

Der Standard (Abre numa nova janela) und der ORF (Abre numa nova janela) liefern tiefergehende Analysen.

Münchner Sicherheitskonferenz startet

Heute startet in der bayerischen Landeshauptstadt die Münchner Sicherheitskonferenz. Das jährliche Treffen gilt als eines der wichtigsten internationalen Foren für Außen- und Sicherheitspolitik. Letztes Mal hatte der damals neu im Amt befindliche US-Vizepräsident JD Vance der EU in einer scharf formulierten Rede (Abre numa nova janela) unter anderem mangelnde Meinungsfreiheit vorgeworfen – und damit einen Vorgeschmack auf den außenpolitischen Kurs der Trump-Regierung gegeben. Entsprechend steht dieses Jahr vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie Europa und die USA ihre Beziehungen künftig ausgestalten wollen, etwa mit Blick auf den Ukraine-Krieg.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eröffnet die Konferenz. Sonst noch mit dabei sind unter anderem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Außenminister Marco Rubio. Außerdem werden viele weitere Vertreter*innen aus Politik, Militär, Wissenschaft und Diplomatie erwartet. Die Deutsche Welle (Abre numa nova janela) und das Handelsblatt (Abre numa nova janela) haben die Details. In Europa wird parallel darüber diskutiert, wie die europäische Verteidigung künftig finanziert und organisiert werden soll. Ausführlicher mit dem Thema befasst sich die SZ (Abre numa nova janela). (Luzia Geier)

Klimaschutz verschwindet weltweit von der Agenda

Mehrere Meldungen zum Thema Klimakrise schafften es die letzten Wochen kaum in die Aufmacherbereiche großer Medien. Daran sieht man, wie der Klimaschutz als gesellschaftspolitisches Thema immer irrelevanter wird. Wir haben für dich das Wichtigste zusammengefasst.

  • Unaufhaltsame Klima-Kipppunkte bald erreicht
    Eine aktuelle Übersichtsanalyse führender Klimawissenschaftler*innen kommt zum Schluss, dass wir dem Klimakollaps mit damit einhergehender Heißzeit wohl näher sind als bisher angenommen. Das 1,5-Grad-Ziel gilt als verfehlt, die Klimakrise wird zunehmend zu einer „tiefgreifenden systemischen Gefahr“, wird ein Studienautor zitiert. Das Problem an den Kipppunkten sei zudem: Wenn sie einmal überschritten sind, kommt es zu Rückkoppelungen, die die Auswirkungen der Klimakrise noch mehr beschleunigen und wodurch Maßnahmen wie die Senkung von Treibhausgasemissionen ihre Wirksamkeit verlieren.
    Mehr Infos beim ORF (Abre numa nova janela).


  • Wirtschaftsmodelle unterschätzen Klimakrise
    Eine neue Studie zeigt, dass viele Wirtschaftsmodelle, auf die sich Regierungen weltweit in ihren Planungen stützen, die Folgen der Klimakrise für die Wirtschaft oftmals weitgehend außer Acht lassen. Bei einer Erhitzung des Klimas um mehr als zwei Grad würden Extremwetterereignisse wohl so zunehmen, dass sie zu einer großen globalen Finanzkrise führen und damit auch das Wirtschaftswachstum ordentlich bremsen könnten. Der Standard (Abre numa nova janela) liefert mehr Hintergründe.


  • Treibhausgase gelten in den USA als nicht mehr gesundheitsgefährdend
    Die US-Umweltbehörde EPA zieht ihre Einschätzung zu den Gefahren von Treibhausgasen zurück. Konkret geht es um das sogenannte Endangerment Finding aus dem Jahr 2009, mit dem die Behörde mehrere dieser Gase als gesundheitsgefährdend einstufte. Diese Feststellung bildete bislang die rechtliche Grundlage dafür, dass Emissionen in den Vereinigten Staaten reguliert werden dürfen. Nach China zählen die USA zu den weltweit größten Verursachern (Abre numa nova janela) von Treibhausgasen; dahinter folgen Indien und die Europäische Union. (Luzia Geier)


  • Chinas CO₂-Emissionen erstmals so richtig am Sinken
    Abschließend noch eine gute Nachricht. Durch den rigorosen Ausbau erneuerbarer Energien hat China, als einer der größten globalen Treibhausgasemittenten, 2025 erstmals einen fallenden CO₂-Ausstoß gemeldet. Ein „neues Kapitel in der Energiegeschichte“ kommentiert die Zeit (Abre numa nova janela).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wie eine Privatstiftung aus Liechtenstein eine rechtsliberale Gegenöffentlichkeit finanziert

Das Profil hat sich in einer investigativen Recherche auf die Spuren hinter der „libertatem“-Stiftung gemacht und ist fündig geworden. Eine spannende Recherche zu den Hintergründen eines wichtigen Wegbereiters von Exxpress und Co.

https://www.profil.at/dasfruehstueck/geldtopf-fuer-exxpress-co-der-mann-hinter-libertatem/403130936 (Abre numa nova janela)

Was für eine blöde Idee: Stress als Statussymbol

Faulheit ist das Recht zu existieren, ohne zu produzieren, noch nicht einmal schöne Gedanken. Und ohne schlechtes Gewissen.

https://krautreporter.de/sinn-und-konsum/3884-was-fur-eine-blode-idee-stress-als-statussymbol? (Abre numa nova janela)

Ohrwurm statt Unglück

Immer wenn es ein Freitag, der 13., ist, habe ich diesen Ohrwurm aus der Sesamstraße (Abre numa nova janela) im Kopf: „Freitag, der 13., was für ein Tag, Pech soll er bringen, hat man dir gesagt. Du stehst mit dem falschen Bein auf, und bestimmt geht alles schief, wenn du dich so benimmst.“ Aber warum eigentlich? So genau weiß das niemand. Mal steht die 13 als Unglückszahl unter Verdacht, mal der Freitag – weil Adam und Eva angeblich an diesem Tag vom verbotenen Apfel kosteten oder weil Jesus gekreuzigt wurde. Eher dünne Beweislage.

Tatsächlich ist Freitag, der 13., statistisch ziemlich harmlos, wie die ARD (Abre numa nova janela) zusammenfasst: Versicherungen verzeichnen an Freitagen zwar generell mehr Unfälle, ausgerechnet am 13. aber nicht. In der Antike galt der Freitag sogar als Glückstag und war der Liebesgöttin Aphrodite geweiht (passend zum Valentinstag morgen). Deshalb halte ich es lieber mit dem Ende des Sesamstraßen-Lieds: „Freitag, der 13., was für ein Tag, Pech soll er bringen, wer hat das gesagt? Du stehst mit dem richtigen Bein auf, und bestimmt geht alles gut, wenn du dich so benimmst.“ (Luzia Geier)

Ein „mausiges“ Wochenende wünscht:

Emil

PS: Gestern ging der 68. Opernball in Wien über die Bühne. Ich empfehle, anstatt der immer gleichen Nachberichterstattung lieber in Steffi Sargnagels Buch (Abre numa nova janela) über ihren eigenen Besuch am Opernball zu schmökern.

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