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Wie Medien ihre Berichterstattung über Femizide verbessern könnten

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Heute starte ich mit einem Update zu einer gestrigen Geschichte:  Nach dem Erfrierungstod seiner 33-jährigen Freundin am Großglockner im Jänner 2025 ist ein 37-jähriger Salzburger am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen grob fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden. Das Gericht verhängte eine fünfmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie eine unbedingte Geldstrafe in Höhe von 9.400 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Mehr dazu hat der ORF (Abre numa nova janela).  

Themenwechsel. Heute Abend richtet die FPÖ ihren Akademikerball aus – draußen formiert sich der Protest. Während Burschenschafter, Identitäre und Parteifunktionäre im historischen Prunksaal feiern, kündigen Demonstrant*innen Widerstand auf der Straße an. Die Polizei reagiert mit einem großräumigen Platzverbot rund um das Areal.

Erwartet werden prominente Vertreter der Freiheitlichen, darunter Nationalratspräsident Walter Rosenkranz sowie Wiens FPÖ-Landesparteichef Dominik Nepp. Nicht erscheinen wird – wie immer – hingegen Parteichef Herbert Kickl.

Ich werde auf Bluesky (Abre numa nova janela) darüber berichten.

Noch ein Themenwechsel: In der Stadt Graz wird am Sonntag, 28. Juni, ein neuer Gemeinderat gewählt. Dieser Termin für die Wahl wurde heute im Grazer Rathaus von Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) bekanntgegeben.

Außerdem geht es heute um Missstände beim Bundesheer, den Fall Rohrbach sowie Ermittlungen gegen den norwegischen Ex-Premier Jagland im Zuge der Epstein-Akten.

Prozess gegen Klimaaktivist*innen: Vorwurf der „abstrakten Gefährdung“

In Wien beginnt heute der Prozess gegen 47 Aktivist*innen aus dem Umfeld der Letzten Generation. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen (schwere) Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vor. Der Schaden soll sich auf rund 56.000 Euro belaufen, schreibt der Falter (Abre numa nova janela)

Auslöser sind Blockaden im November 2023 auf der A2 bei Mödling und am Wiener Ring. Demonstranten klebten sich mit einer Sand-Kleber-Mischung auf die Fahrbahn, der Verkehr kam zum Erliegen. Die Feuerwehr musste Asphalt aufstemmen. Allein die ASFINAG beziffert ihren Schaden mit mehr als 20.000 Euro.

Der zunächst erhobene Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde fallengelassen. Laut Anklage waren die Aktionen jedoch geeignet, eine „abstrakte Gefährdung des öffentlichen Verkehrs“ hervorzurufen und kritische Infrastruktur zu beschädigen.

Die Verteidigung will Diversionen beantragen. Die Aktivisten sprechen von Repression.

Trump brachte US-Militär gegen den Iran in Stellung

Im eskalierenden Konflikt zwischen Washington und Teheran verschärft der Iran den Ton. In einem Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres kündigte der iranische UN-Botschafter „entschlossene und angemessene“ Reaktionen für den Fall eines Angriffs an. Sämtliche Stützpunkte und Einrichtungen „feindlicher Streitkräfte“ in der Region seien dann legitime Ziele.

Zugleich betont Teheran, keinen Krieg anzustreben und weiter auf eine diplomatische Lösung zu setzen. Im Streit um das Atomprogramm sei eine „dauerhafte und ausgewogene“ Einigung möglich.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Druck erhöht. Für ein Abkommen setzte er eine Frist von „zehn bis 15 Tagen“ – andernfalls werde es „bedauerlich“. US-Medien berichten, das Militär sei im Nahen Osten in Stellung gebracht worden; eine Entscheidung über ein mögliches Vorgehen sei jedoch noch nicht gefallen.

Im Kern geht es um Irans Nuklearprogramm. Die USA wollen eine atomare Bewaffnung verhindern, Teheran signalisiert Begrenzungen – verlangt im Gegenzug aber die Aufhebung der Sanktionen. Sein Raketenprogramm will der Iran nicht zur Verhandlungsmasse machen. Trump redet übrigens nicht mehr von der Unterstützung der Opposition im Iran.

Kampagne gegen den Peršmanhof

Ein halbes Jahr nach dem umstrittenen Polizeieinsatz am Peršmanhof schwelt der Konflikt – nun auch parteiintern. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) besucht am Donnerstag die NS-Gedenkstätte in Kärnten. Sein Parteikollege, Landeschef Martin Gruber, wirft ihm vor, damit ein falsches Signal zu setzen: Karner gehe zum Hof, aber nicht zu jenen Polizisten, die damals im Einsatz waren. Das mache ihn „grantig“, sagte Gruber beim politischen Aschermittwoch, so der ORF. (Abre numa nova janela) 

Der Einsatz gegen ein antifaschistisches Jugendcamp war laut einer vom Innenministerium eingesetzten Kommission in mehreren Punkten rechtswidrig und unverhältnismäßig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Einsatzleiter, den zuständigen Bezirkshauptmann und einen Vertreter des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl.

Karner will seinen Besuch aus Respekt vor den Opfern des NS-Massakers nicht kommentieren, kündigte aber ein Treffen mit Gruber an. Die FPÖ spricht von einem „fatalen Zeichen“ gegenüber der Polizei,

Gleichzeitig ist eine Welle von Diffamierungen gegen die Gedenkstätte Peršmanhof und den Klub Slowenischer Studierender in Wien (KSŠŠD), der das Bildungscamp organisiert hat, zu verzeichnen. Anonyme E-Mails werfen beiden Institutionen Antisemitismus und „Anstachelung zum Hass“ vor und untermauern ihre Anschuldigungen mit Screenshots aus sozialen Medien – die jedoch keinerlei Bezug zu den Vereinen haben. Als Reaktion auf die Diffamierungskampagne leiten das Museum Peršman und die Organisator*innen des antifaschistischen Bildungscamps rechtliche Schritte ein.

Basis für die Angriffe und Vorwürfe ist eine palästinensische Fahne, die an einem Zelt am Camp angebracht wurde – die auch intern für Widerspruch und Kritik sorgte.  

Tatsächlich engagieren sich KSŠŠD und Peršmanhof seit Jahren aktiv gegen jede Form von Antisemitismus.  Dieses Engagement macht den KSŠŠD jedoch zunehmend zum Ziel antiisraelischer und antisemitischer Gruppen, die ihn jüngst auf eine Art Feindesliste setzen. 

Vor den Angriffen auf den Peršmanhof warnen auch Lia Guttmann und Milli Li Rabinovici, Co-Präsidentinnen der jüdischen österreichischen Hochschüler:innen (JöH): „Der Gedenk- und Lernort Peršmanhof gehört zu den wichtigsten erinnerungskulturellen Institutionen Österreichs. Dass nun anonyme Accounts ihren wahnhaften Hass gegen diesen Erinnerungsort richten, ist besorgniserregend und schadet dem tatsächlichen Kampf gegen Antisemitismus.“

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Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Femizide in Österreich: Zwischen Einzelfallberichterstattung und Boulevard-Sensationen

Die Berichterstattung über Femizide in Österreich steht weiter in der Kritik. Statistisch wird hierzulande alle zwei bis drei Wochen eine Frau getötet, doch in den Medien werden diese Taten häufig als Einzelfälle dargestellt, statt als Ausdruck eines strukturellen Problems. Besonders im Boulevard dominieren Sensationslust und reißerische Schlagzeilen. Expert*innen fordern deshalb eine empathischere und verantwortungsvollere Darstellung, die das Ausmaß und die gesellschaftlichen Hintergründe der Gewalt gegen Frauen sichtbar macht. Ö1-Doublecheck mit einer kritischen Analyse.

https://oe1.orf.at/artikel/726432/Die-falschen-Bilder-nach-dem-Femizid (Abre numa nova janela)

200 Menschen haben uns gesagt, was sie von einem Social-Media-Verbot halten (für sich)

Denn Selbstkontrolle ist nicht nur ein Problem von jungen Leuten.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6256-200-menschen-haben-uns-gesagt-was-sie-von-einem-social-media-verbot-halten-fur-sich#lesen (Abre numa nova janela)

Großbritannien prüft KI-Einsatz zur Prognose von Kriminalität bei Kindern

Das britische Justizministerium erwägt offenbar den Einsatz Künstlicher Intelligenz, um die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass Kinder künftig straffällig werden – potenziell schon ab der Geburt. Dabei sollen umfassende Daten aus Gesundheit, Bildung und Sozialwesen genutzt werden. 

Bereits 2020 wies eine wegweisende Studie nach, dass die Vorhersage individueller Lebensverläufe selbst mit umfangreichen persönlichen Daten praktisch unmöglich ist. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden bislang weder widerlegt noch ernsthaft infrage gestellt. Experten warnen vor den ethischen und gesellschaftlichen Risiken einer solchen Praxis, die Kinder und Familien stigmatisieren könnte.

https://www.thetimes.com/uk/politics/article/ai-data-children-predict-criminals-fwclzh323 (Abre numa nova janela)

Glaubt trotz der starken Schneefälle an den bald kommenden Frühling:

Markus

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