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Wie eine Katze gegen Doom-Scrolling helfen kann

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Kaum war die „Affäre Weißmann“ öffentlich, nahm die Erzählung Fahrt auf: eine angebliche Intrige gegen den ORF-Generaldirektor. Belege? Dünn bis nicht existent. Die Perspektive der betroffenen Mitarbeiterin? Zunächst kaum präsent. Stattdessen dominierten Deutungen, Mutmaßungen und alte Rechnungen, die manche Medien und Parteien mit dem ORF begleichen wollten. 

Gegen die Zustände im ORF protestieren auch ORF-Mitarbeitende. Sie protestieren seit gestern in einer koordinierten Social-Media-Aktion und auf einer dazugehörigen Website gegen Missstände im Unternehmen. „Wir alle arbeiten für den ORF und machen jeden Tag Programm im Fernsehen, Radio und Online“, heißt es unter Nichtmituns.net (Abre numa nova janela). „Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben uns fassungslos gemacht. Wir wollen uns nicht für Skandale und Missstände rechtfertigen müssen, mit denen wir nichts zu tun haben. Wir wollen weiterhin das machen, was wir am besten können: das beste Programm für unser Publikum.“

Unterstützt wird die Initiative von bekannten Gesichtern wie Armin Wolf, Clarissa Stadler und Eva Pölzl. Die Aktion sei keine offizielle ORF-Kampagne, sondern in der Freizeit organisierter Protest aus den Redaktionen.

Und noch etwas Positives: Österreich klettert im aktuellen Pressefreiheitsindex (Abre numa nova janela) von Reporter ohne Grenzen auf Platz 19. Mit 79,43 von 100 Punkten verbesserte sich das Land um drei Ränge. Die Rückkehr in die Top Ten, 2015 verlassen, bleibt jedoch fern. An der Spitze stehen Norwegen, die Niederlande und Estland. Am Ende des Rankings rangieren Eritrea, Nordkorea und China. In mehr als der Hälfte der bewerteten Staaten gilt die Lage der Pressefreiheit als „schwierig“ oder „sehr ernst“.

Ansonsten geht es heute um alte PVA-Unterlagen, den hohen Preis für den Krieg im Iran und die Altkleider-Container in Wien.

PVA-Gutachten: Schulung mit alten Unterlagen

Gutachter*innen entscheiden für die Pensionsversicherung, wer arbeitsunfähig ist und wer Pflege braucht. Interne Schulungsunterlagen, die ORF, APA und „Dossier (Abre numa nova janela)“ vorliegen, zeigen nun: Für ME/CFS und Post-Covid werden Leseempfehlungen verwendet, die laut Fachleuten veraltet sind – und geeignet, körperliche Erkrankungen psychisch umzudeuten.

Die Präsentation stammt aus einem Zertifikatslehrgang 2025 der ÖBAK, organisiert im Auftrag der Pensionsversicherungen. Die Akademie und die PVA hatten wiederholt betont, in den Kursen werde kein medizinisches Wissen vermittelt. Die Folien erzählen anderes: Krankheitsbilder werden beschrieben, ME/CFS wird der überholten Diagnose „Neurasthenie“ gegenübergestellt – ein Begriff, der in PVA-Gutachten weiterhin auftaucht.

Die ÖBAK verweist darauf, es handle sich nicht um „fachärztliche Ausbildung“. Literaturhinweise seien inzwischen entfernt. Fachleute reagieren dennoch alarmiert. Die empfohlenen Artikel vermittelten den Eindruck, ME/CFS sei primär psychiatrisch. Das widerspreche dem Stand der Evidenz, wonach es sich um eine schwere Multisystemerkrankung handelt.

Auch das Nationale Referenzzentrum für postvirale Syndrome kritisiert die Auswahl als „Einzelmeinungen“ ohne wissenschaftlichen Konsens. Zentrale Leitlinien fehlen.

Eine frühere Auswertung von 124 PVA-Gutachten zeigte bereits Missstände: In einem Drittel wurde Betroffenen Simulation unterstellt, häufig wurden psychische Diagnosen statt ME/CFS oder Post-Covid vergeben.

Pentagon beziffert Kriegskosten auf 25 Milliarden Dollar

Der Krieg gegen den Iran hat die USA nach Pentagon-Angaben bislang rund 25 Milliarden Dollar gekostet. Diese Summe umfasse sämtliche Ausgaben seit Beginn der „Operation Epic Fury“, sagte Jules W. Hurst III. bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus. Der größte Posten: Munition. Ein Nachtragshaushalt sei geplant, sobald eine vollständige Kostenbilanz vorliege. Zuvor hatte Hurst die Ausgaben der ersten Kriegswoche auf elf Milliarden Dollar beziffert.

Verteidigungsminister Pete Hegseth wies im Kongress Kritik am Einsatz scharf zurück. Die Rede von einem „Sumpf“ liefere den Gegnern Propaganda, sagte er an die Adresse der Demokraten. US-Truppen steckten nicht in einer ausweglosen Lage.

Ende Februar hatten die USA gemeinsam mit Israel Angriffe auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Attacken auf Israel und Ziele in den Golfstaaten und schränkte den Verkehr durch die Straße von Hormus ein. Das US-Militär antwortete mit einer Blockade für Schiffe mit Bezug zu iranischen Häfen. Derzeit gilt eine Waffenruhe. Gespräche zwischen Washington und Teheran stocken. Ein Ende des Konflikts ist nicht absehbar.

Verbot von Altkleidercontainern in Wien sorgt für Kritik

Das geplante Verbot von Altkleidercontainern auf öffentlichem Grund in Wien sorgt für Protest bei Sammlern und Sozialträgern. Die Stadt erhofft sich weniger Verschmutzung durch Altkleider im öffentlichen Raum, so der ORF (Abre numa nova janela)

Für Öpula, einen der größten Betreiber von Containern, steht viel auf dem Spiel: Rund 1.500 Container wären betroffen. Man prüfe rechtliche Schritte.

Das Timing irritiert die Branche. Ab 2028 greift EU-weit die „Erweiterte Herstellerverantwortung“ für Textilien, die die Verwertung neu ordnet. Schon jetzt sammeln Öpula und Humana in Wien jährlich 4.000 bis 5.000 Tonnen Altkleider. Diese Mengen ließen sich über Mistplätze kaum auffangen, heißt es. Öpula betreut zudem Container für Rotes Kreuz und Kolping Österreich.

Kolping warnt vor dem „Ende eines Verwertungssystems“, dessen Erlöse Sozialprojekte finanzieren. Auch Humana hält das Verbrennen tragbarer Kleidung für „keine Lösung“ und verweist auf laufende Gespräche mit der Stadt noch im Jänner.

Kaum betroffen ist die Caritas Wien: Ihre rund 100 Container stehen fast ausschließlich auf Privatgrund – dort bleibt das Aufstellen erlaubt.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Das perfekte Opfer

Ein alter BBC-Sketch von Tracy Ullman wirkt erschreckend aktuell: Opfer werden befragt wie Täter. Dieses Muster prägt Debatten bis heute – bei Belästigung, Femiziden, Gerichtsprozessen. Statt Gewalt klar zu benennen, wird das Verhalten der Betroffenen seziert. Das „perfekte Opfer“ gibt es nicht. Doch die Täter-Opfer-Umkehr bleibt ein gesellschaftlicher Reflex, schreibt Claudia Zettel.

https://steady.page/en/keine-frauen/posts/add79ad5-b6e6-4395-9cb6-b01cf66d844c (Abre numa nova janela)

Wie sich eine kaputte Freundschaft wieder reparieren lässt

Jo und Lotte waren zwei Jahrzehnte Freundinnen. Dann brachen sie den Kontakt ab. Sie haben wieder zueinandergefunden, als sie ihre Freundschaft wie eine romantische Paarbeziehung angingen.

https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6222-wie-sich-eine-kaputte-freundschaft-wieder-reparieren-lasst#lesen (Abre numa nova janela)

Was gegen Doom-Scrolling hilft? Eine Katze

Eine Gratis-Chrome-Erweiterung aus Japan setzt dem Doom-Scrollen eine Katze entgegen: Nach 60 Minuten blockiert ein dicker Kater fünf Minuten den Bildschirm. Keine Werbung, keine Datensammelei – nur Zwangspause mit Schnurrfaktor. Das funktioniert wirklich gut.

https://www.popsci.com/technology/stop-doomscrolling-cat-gatekeeper-extension/ (Abre numa nova janela)

Wünscht ein schönes verlängertes Wochenende:

Markus

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