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LöwenPost 2025/33

Sino Kolumne: Wohnungsrenovierung ~ Autohersteller ~ Anwaltskammer
KI-Bild erstellt mit Copilot

Singapore hat das fortschrittlichste Wohnungsbausystem der Welt, doch bei einem Instrument stößt das System auf menschliche Schwächen und damit manchmal an seine Wirksamkeit. Das staatliche Wohnungsbauunternehmen HDB bietet für Wohnblöcke gebündelte Renovierungs- und Erneuerungsprogramme im sogenannten Home Improvement Programme (HIP) an. Durch die Bündelung von Arbeiten in mehreren Wohnungen werden die Kosten erheblich gesenkt, weil Handwerksbetriebe Mengeneinkaufsrabatte nutzen und die Arbeitsstellen nicht doppelt auf- und abgebaut werden müssen. Damit werden Rohrleitungen, Badezimmereinrichtungen, Eingangstüren, Müllschächte, Elektroleitungen, Wäschetrockeneinrichtungen, aber auch Hausflure und Gemeinschaftsräume renoviert, erneuert oder mit zusätzlichen Installationen beispielsweise für ein altersgerechtes Wohnen ausgestattet. Damit ein Häuserblock an diesem vom Staat finanziell unterstützen Programm teilnehmen kann, müssen allerdings 75% der Wohnungseigentümer diesen Maßnahmen zustimmen. Und hier beginnt das Problem, denn manche Eigentümer möchten keine Erneuerung, weil sie vielleicht selbst in eigener Initiative ihre Wohnung kürzlich erneuert haben. Oder sie vermieten die Wohnung und sind mit den Mieteinnahmen zufrieden. Manche sind auch einfach zu bequem, um zur Abstimmung zu gehen. Wenn die 75%-Hürde nicht genommen wird, dann haben vor allem finanzschwache Wohnungseigentümer das Nachsehen, die auf solche kostengünstigen Renovierungsarbeiten angewiesen sind. Beispielsweise werden Badezimmerarbeiten bis zu 95% vom Staat subventioniert. Besonders ältere Bewohner freuen sich über die altersgerechten Umbauarbeiten, wie dem Einbau von klappbaren Duschsitzen. Lehnt ein Häuserblock diese subventionierten Arbeiten ab, dauert es wieder 30 bis 35 Jahre, bis ein ähnliches Angebot seitens HDB gemacht werden kann. Dabei kann jeder Wohnungseigentümer bei vielen Arbeiten selbst entscheiden, welche Arbeiten in der Wohnung ausgeführt werden sollen. Die Arbeiten in der eigenen Wohnung können auch bei vielen Erneuerungspaketen abgelehnt werden, aber mit dem "Ja"-Votum gibt man wenigstens seinen Nachbarn die Chance für eine kostensparende Renovierung. Und hier schlägt der tief verwurzelte Eigennutz bei vielen Menschen durch. Für mich war eine Aussage einer Eigentümerin so aussagekräftig: Im von mir beliebten Stadtteil Hougang bevorzugt eine Wohnungseigentümerin Bambusstangen zum Trocknen von Kleidung an den an der Außenwand angebrachten Trockengestells. Wenn es verpflichtend sein würde, dass die Rohrfassungen am neuen Wäscheständer zu wechseln sind, dann stimmt sie mit "Nein". Und genau wegen solcher Kleingeistigkeit sollte HDB die Entscheidungsprozesse für diese Erneuerungsarbeiten mit der 75%-Hürde überdenken. Demokratische Prozesse sind eben oftmals nicht förderlich.

Ich habe in meiner LöwenPost 2025/18 (Abre numa nova janela) im Juni vom Chef und Gründer des chinesischen Autoherstellers Great Wall Motor (GWM), Wei Jianjun, berichtet, weil er die schlechte Zahlungsmoral der chinesischen Automobilhersteller gegenüber den Lieferanten anprangerte und damit auch in China eine landesweite politische Dynamik ausgelöst hat. Doch zum Thema Unternehmens- und Managementmoral sollte er zukünftig lieber wieder schweigen, den GWM hat die eigene Ausgliederung der Intelligent-Driving-Einheit Haomo.AI still und leise und ohne rücksichtsvoller Kommunikation an die betroffenen Mitarbeiter geschlossen. Diese Mitarbeiter erhielten am 22. November eine kurze mündliche Nachricht von der Personalabteilung, dass ab dem 24. November keine Notwendigkeit mehr bestehe, zur Arbeit zu erscheinen. Das Unternehmen verfasste keine formelle Bekanntmachung, bot keine Abfindung an und gab auch nicht an, wann oder ob der Betrieb wieder aufgenommen werden würde. Journalisten fanden die Büros von Haomo.AI in Beijing (Peking) und Shanghai verlassen vor. Mitarbeiter in Beijing berichteten von verspäteten Gehältern mit monatelangen Rückständen, eingefrorenen Firmenkonten, lahmgelegten Kommunikationskanälen und fehlender Reaktion des oberen Managements. Es gibt keine offizielle Stellungnahme von Haomo.AI oder Great Wall Motor, die erklären könnte, ob es sich um eine vorübergehende Suspendierung, eine vollständige Auflösung oder eine Umstrukturierung handelt. Die Schließung hat mehrere hundert Mitarbeiter in Unsicherheit hinsichtlich unbezahlter Löhne, Sozialversicherungsbeiträge und ihrer beruflichen Zukunft zurückgelassen. Wei Jianjun sollte sich also in Zukunft bei der Kritik an der Konkurrenz etwas zurückhaltender zeigen und lieber im eigenen Unternehmen die Managementpraktiken überdenken.

Er tut es schon wieder, der Anwalt Peter Cuthbert Low schürt diabolischen Unfrieden. Dabei entfacht er einen Machtkampf in der Anwaltskammer in Singapore und versucht den frisch gewählten Präsidenten dieser Institution zu vertreiben. Hintergrund ist, dass neben den gewählten Ratsmitgliedern auch drei vom Justizministerium ernannte Anwälte in den Rat entsendet werden. Nun hat einer, nämlich Dinesh Singh Dhillon, die Wahl zum Präsidenten gewonnen, was dem Anwalt Low aus machtkalkulatorischen Gründen nicht passt. Und schon sucht er Verbündete, um einen abscheulichen Machtkampf zu entfachen. Übrigens ist es bezeichnend, dass er oppositionelle Rechte in seinem Berufsleben immer hoch gehalten hat, aber wenn eine demokratische Wahl entgegen seinen Interessen verloren geht, stiftet er Unruhe und Unfrieden. Es schließt sich ein Kreis, der mit den marxistischen Mandanten (wobei ein Festgenommener aus der Gruppe ein Waffenausbildungskurs durch marxistisch und terroristisch verbundene Gruppen absolviert hatten) vor knapp 40 Jahren begann und über das korrupte Aljunied-Hougang-Punggol East Town Council führt. Höhepunkt war der Mandant Tang Liang Hong, der nach seiner verlorenen Wahl 1997 Gift und Galle versprühte (nebst rassistischen Aussagen) und schließlich vor einer Anklage wegen Steuerhinterziehung ins Ausland floh. Alles ein charakterlich zweifelhaftes Umfeld. Anders der gewählte Präsident der Anwaltskammer, denn Dinesh Singh Dhillon engagiert sich sogar für die Gesellschaft mit kostenloser Rechtsberatung. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Criminal Legal Aid Scheme von Pro Bono SG unterstützt er verarmte Beschuldigte, die sich keinen Anwalt leisten können. Über das Project Law Help-Programm hilft er Community-Organisationen, indem er ihnen kostenlose juristische Beratung in gesellschaftsrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen bietet. Und gegen einen solchen integren und ehrenhaften Mann führt Herr Low nun einen Machtkampf. Damit ist das lebenslange Tun des Anwaltes Low ausreichend erklärt.

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