Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!
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Hallo!
Heute starte ich mit einer guten Nachricht aus Ostafrika: Die Berggorillas in Ugandas Bwindi-Wald gelten nicht länger als akut vom Aussterben bedroht. Die Bestände wachsen.
Der Erfolg hat einen ungewöhnlichen Motor: die Menschen vor Ort. Durch Ökotourismus verdienen viele inzwischen am Schutz der Tiere – statt an Wilderei.
Die Verbrechen von Jeffrey Epstein sind noch lange nicht aufgeklärt. Das zeigt auch eine ORF-Recherche: Unter den Hunderten Betroffenen der Sexualverbrechen ist auch eine Österreicherin. Die Frau berichtet von jahrelangem, intensivem Kontakt. Zwischen 2011 und 2013 habe Epstein sie „verbal und physisch“ missbraucht. Heute spricht sie darüber – und gerät erneut unter Druck: Ihr aktueller Arbeitgeber soll ihr wegen der öffentlichen Aussagen mit Kündigung drohen. Gut, dass der ORF dranbleibt.
Ansonsten geht es heute um die Klimakatastrophe, Trump und Identitäre.

Außerdem geht es heute um Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon, teures Studieren und einen Polizeieinsatz

Europa: Rekordtemperaturen, schwindendes Eis, austrocknende Flüsse
Europa heizt sich schneller auf als der Rest der Welt – und 2025 zeigt, was das bedeutet. Ein neuer Bericht von WMO (Opens in a new window)und Copernicus (Opens in a new window) zeichnet das Bild eines Kontinents im Hitzestress: Rekordtemperaturen, schwindendes Eis, austrocknende Flüsse.
Mindestens 95 Prozent Europas lagen über dem Temperaturmittel. Seit 1980 steigt die Erwärmung doppelt so schnell wie global. Hitzewellen treffen längst nicht mehr nur den Süden. Selbst in Fennoskandinavien kletterten die Temperaturen wochenlang auf bis zu 30 Grad, begleitet von ungewöhnlich starkem Hitzestress.
Im Süden eskaliert die Lage: 50 Grad in der Türkei, rund 40 Grad für den Großteil Griechenlands. Mehrere Hitzewellen überrollten Spanien, Frankreich und Portugal. Auch Großbritannien und Island meldeten Rekordwerte.
Die Folgen sind gravierend: 70 Prozent der Flüsse führen weniger Wasser, Gletscher verlieren massiv an Masse, die Meere erreichen neue Höchsttemperaturen. Waldbrände zerstörten über eine Million Hektar Fläche.
Das 1,5-Grad-Ziel rückt derweil in weite Ferne. Steigende Treibhausgase machen eine Einhaltung „praktisch unmöglich“, warnt die WMO. Zwar wächst der Anteil erneuerbarer Energien, doch das Tempo reicht nicht. Europa steht vor einer einfachen Realität: Die Erwärmung ist da – und sie beschleunigt sich.

Nach Scherzen: Trump vs. ABC
Nach Attacken von US-Präsident Donald Trump auf Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel greift die Medienaufsicht ein: Die Federal Communications Commission zwingt den Sender ABC überraschend zur vorzeitigen Lizenzprüfung.
Mehrere Lokalstationen müssen ihre Senderechte Jahre früher als geplant verlängern. Offiziell verweist die Behörde auf laufende Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung. Kritiker sehen jedoch einen politischen Kontext: Die Regierung wertet Diversitätsprogramme zunehmend als Benachteiligung anderer Gruppen – und geht dagegen vor.
Der Zeitpunkt wirkt brisant. Auslöser der jüngsten Eskalation ist ein Witz Kimmels über Melania Trump, den Trump als „Aufruf zur Gewalt“ brandmarkte. Der Präsident forderte öffentlich Kimmels Entlassung durch The Walt Disney Company, den Mutterkonzern von ABC.
Kimmel weist die Vorwürfe zurück. Seine Bemerkung sei „milder Spott“ über den Altersunterschied des Präsidentenpaares gewesen. Tatsächlich fällt der Schlagabtausch in eine aufgeheizte Lage: Kurz darauf kam es am Rande eines Dinners in Washington zu einem bewaffneten Zwischenfall.
Disney gibt sich betont gelassen. Man halte sich an alle Regeln und werde die Lizenzen notfalls juristisch erstreiten. Doch der Fall zeigt, wie dünn die Trennlinie zwischen politischem Druck und Medienaufsicht geworden ist.

Mitarbeiter von Abgeordneten der FPÖ im Visier des Verfassungsschutzes
Mehrere Mitarbeiter von Abgeordneten der FPÖ stehen im Visier des Verfassungsschutzes. Laut Recherchen von ORF und „Standard“ (Opens in a new window) bewegen sie sich wiederholt im Umfeld der Identitären Bewegung, die von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst als rechtsextrem eingestuft wird.
Die Affäre entfacht eine Debatte über Sicherheitslücken im Parlament. Während externe Kräfte überprüft werden, erhalten Mitarbeiter von Abgeordneten ihre Zutrittskarten bislang ohne Kontrolle. Andere Parteien fordern nun strengere Regeln.
Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) plädiert für verpflichtende Sicherheitschecks – besonders mit Blick auf Ausschüsse, in denen sensible Themen wie nationale Sicherheit verhandelt werden. Unterstützung kommt von ÖVP, Grünen und NEOS.
Die FPÖ verweist darauf, dass die Identitären nicht verboten seien. Formal liegt eine mögliche Verschärfung der Hausordnung bei Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. Doch Änderungen erfordern Konsens – und der ist derzeit nicht in Sicht.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Imst, die Nazis und ich
Ein Ort im Tiroler Oberland muss sich nach einer neuen Studie mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen. Und die WZ-Autorin Eva Sager mit ihren Vorfahren.
https://www.wienerzeitung.at/a/familiengeschichte-nationalsozialismus-imst (Opens in a new window)
150 Menschen haben erzählt, wie sie mit ihrer Rente zurechtkommen
Bei manchen funktioniert es nur, weil der Mann mehr verdient hat, bei anderen, weil sie während des Arbeitslebens auf Lebensqualität verzichtet haben.
https://krautreporter.de/geld-und-wirtschaft/6355-150-menschen-haben-erzahlt-wie-sie-mit-ihrer-rente-zurechtkommen#lesen (Opens in a new window)
Beim Teutates!
1965 betreten Asterix und Obelix deutschen Boden – allerdings unter falschem Namen. Als „Siggi und Babarras“ schickt der Verleger Rolf Kauka die Gallier in den bundesrepublikanischen Blätterwald. Was wie eine harmlose Lokalisierung wirkt, entpuppt sich rasch als ideologische Uminterpretation.
Kauka, Schöpfer von Fix und Foxi, greift tief in die Texte ein. Aus den Wortspielen und Anspielungen der französischen Vorlage wird eine politische Allegorie auf die junge Bundesrepublik, durchsetzt mit nationaltümelnder Deutungslust. Die Bilder bleiben weitgehend unangetastet – doch die Sprechblasen erzählen plötzlich eine andere Geschichte.
Für die Schöpfer René Goscinny und Albert Uderzo ist das Maß bald voll. Sie entziehen Kauka die Lizenz. Was als Übersetzung begann, endet als kulturpolitischer Eklat – und als Lehrstück darüber, wie weit eine Bearbeitung gehen kann, bis vom Original kaum mehr etwas übrig ist.
Das „Asterix Archiv“ hat auf Bluesky einen Beitrag dazu verfasst.
Hatte mal alle Asterix-Ausgaben (als es noch nicht sooo viele gab): Markus