Ein gutes und gesundes neues Jahr wünsche ich! Vor allem wünsche ich uns Mut und Courage und viele gegenseitige Impulse für positive Veränderungen in unserer Gesellschaft.
Ich bekomme bislang wenig bis gar kein Feedback auf meine Newsletter und kann deshalb auch nicht einschätzen, ob er überhaupt von der Mehrheit der Menschen, die ihn öffnen gelesen und/oder geschätzt wird. Auf eine der wenigen Rückmeldungen möchte ich heute eingehen und hoffe doch hier helfen zu können. Mich fragte einmal ein Leser, was Mikrofeminismus sei. Ich freue mich über solche Fragen, denn sie leiten dazu, neben Aufklärung auch konkrete Handlungsempfehlungen geben zu können, die erstens in diesen politischen Zeiten ein Gefühl von Selbstwirksamkeit bezwecken und somit Psychohygiene bedeuten und zweitens meinen Gewohnheiten vollstens entsprechen. Schließlich tue ich den ganzen Tag nichts anderes, als anderen Menschen zu sagen, was sie machen sollen, wie oft und wie lange. Hier kommen also einige Handlungsempfehlungen für deinen feministischen Alltag und einen damit einhergehenden kulturellen Wandel. Viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

Was bedeutet Mikrofeminismus – und warum er mehr verändert, als sein Name vermuten lässt
Mikrofeminismus beschreibt jene kleinen, oft unspektakulären Handlungen, mit denen feministische Haltung im Alltag sichtbar wird. Es sind bewusste Entscheidungen, Gesten oder sprachliche Feinheiten, die Machtverhältnisse infrage stellen, ohne laut oder spektakulär zu sein: Frauen in Meetings/Proben/Diskussionen nicht unterbrechen/sich nicht unterbrechen lassen, sexistische Witze nicht überhören, Care-Arbeit benennen, statt sie als selbstverständlich hinzunehmen oder als Akt der Liebe zu romantisieren/verklären, oder Mädchen früh zu technischer Neugier zu ermutigen oder Berufsbezeichnungen mit dem Femininum zu benutzen. Mikrofeminismus beginnt dort, wo gesellschaftliche Ungleichheit im Kleinen reproduziert wird.