Die Epstein Files sind veröffentlicht und viele Menschen sind schockiert oder nicht überrascht; ein Teil des Internets jedoch debattiert, ob man den dokumentierten E-Mails und den Namen, derer als Täter preisgegebenen, Glauben schenken soll. Und das alles nachdem sich bereits seit Jahrzehnten Frauen, Jugendliche und Kinder als Opfer Epsteins und/oder seiner Verbündeten öffentlich und gerichtlich bekannt haben und ausführliche eidesstattliche Erklärungen abgegeben haben. Im Grunde erklärt sich durch diese schiefe Lust am Untergang das Patriarchat selbst. Es ist ein Wahnsinn. Wie man so impertinent gegenüber den Aussagen von Opfern sein kann habe ich gefragt!?

Wie Vertrauen im Patriarchat ungleich verteilt ist
In Debatten über Geschlechtergerechtigkeit taucht eine wiederkehrende Erkenntnis auf: Männern wird in vielen sozialen, beruflichen und institutionellen Kontexten mehr Vertrauen entgegengebracht als Frauen — selbst dann, wenn die objektive Expertise vergleichbar ist oder sogar zugunsten von Frauen ausfällt. Oft bedeutet das, dass erst ein Mann (am besten ein mächtiger) die Aussagen/das Tun/die Existenz einer Frau bestätigen muss, um sie wahrhaftig zu machen und ernstzunehmen. Eine Frau bleibt in ihrer Aussage, auch wenn sich ihr viele Frauen mit gleicher Erfahrung daneben stellen, anzuzweifeln.