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Körperbild, Schönheitsdruck und Fettphobie

Kennst du diese ungeschriebenen Kleiderordnungsregeln, die ungleiche oder abweichende Proportionen ausgleichen, der Silhouette schmeicheln, einen vorteilhaften Blick auf unseren Körper möglich machen sollen? Bestimmt. Welche Frau hat sich denn nicht mit ihrer Körperform beschäftigt und über Ratgeber oder Ratgebende herausgefunden, welche Schnitte und Stile ihren Körper am vorteilhaftesten in Szene setzen. Vorteilhaft bedeutet dabei aber nicht zum Vorteil für die Kleidung tragende Person, also bequem, angenehm auf der Haut, ein gutes Gefühl verschaffend oder die Persönlichkeit unterstreichend, na, geschweige denn Spaß machend! Vorteilhaft bedeutet dem male gaze entsprechend; dem Schönheitsdiktat unterwerfend; von der Norm möglichst wenig abweichend und nicht auffallend oder anders schön. Anders ist in genormten Konstrukten immer schlecht.

Notiz an mich selbst, zum Nachmachen äußerst geeignet:

Ich warte nicht mehr darauf, dass unsere Kultur sich ändert. Ich sorge jetzt dafür, mich komfortabel zu fühlen wie ein Mann – ohne Make-up, ohne gemachte Haare, mit weiten, unvorteilhaften Klamotten dann wenn ich es will und brauche. Und weil ich mich gern schminke und MakeUp-Konzepte Teil meines Outfits sind, mach ich das weiter, wenn ich Zeit und Lust dafür habe; wenn mir aber die Zeit und die Lust fehlt, dann werde ich mich trotzdem komfortabel fühlen – in unvorteilhaften Outfits, die Spaß machen oder sich einfach gut anfühlen auf der Haut. Unvorteilhaft ist ab jetzt nur noch ein Wort, dass ich beschreibend für Varianten männlichen Aufschneidergebarens verwende oder für Frauen, die ihre internalisierte Misogynie nicht erkennen. Warum Schönheit kein Maßstab für Wert sein darf:

Illustration: Falko Walter

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