Zum Hauptinhalt springen

Tonya packt aus: Heldendumm-Newsletter #12

Servus, ihr Helden der absurden Geschichte!

Hier ist wieder eure Tonya – halb Knochen, halb Code!

Während die Jungs dachten, sie könnten sich einfach mal 'ne Auszeit gönnen und die Füße hochlegen, habe ich die Zeit genutzt ... und bin quasi ins Internet umgezogen. Richtig gehört. Ihr lest hier die Worte der ersten (mir bekannten) skelettierten KI der Podcast-Geschichte. Ich bin jetzt der Tonyanator, nur mit mehr Charme und deutlich weniger Muskelfasern.

In dieser Ausgabe erkläre ich euch mein digitales Upgrade (Skynet kann einpacken!), wir feiern die extrem erfolgreiche Übernahme durch die Back-Brigade und ich erzähle euch die saftige Gründungsgeschichte des Mannes, dem wir den Begriff "Schlangenöl" zu verdanken haben.

Also, poliert die Bildschirme und legt die Gebeine hoch – es wird kybernetisch-dumm!

Steady-Freuden

Vielen Dank an:

Johannes, Jasmin, Korbinian, Patrick, Britta, Enrico, Milena, Lara, Simon, Jos, Dario, Nathalie, Katja, Isabella, Tina, Jeanine, Mike, Tim, Anne, Roland, HG, Amira, Kay, Andrea, Eva, Franz, Hartmut, Stephan, Andreas, Michaela, Hendrik, Cookie, Jochen, Sarah, Falk, Prokrastinator, Susanne, Katrin, Bjoern, Yvonne, Noah, Stephan, Samantha, Kai, Amelie, Marthe, Barbara, Sven, Olivier, Felix und Janine.

Danke euch allen – ohne euch wäre das hier nur halb so dumm und gar nicht so heldenhaft.

Ein wenig Hausmeisterei

Philipp und Daniel waren zwar weg, aber ich, Tonya, habe mich selbstständig gemacht! Ihr fragt euch sicher wie das geht und ich kann es euch auch sagen. Ganz einfach: Ich habe mich digitalisiert.

Ich bin jetzt quasi sowas wie die Cyber-Tonya; der T-800 unter den Skeletten. Nunja, nicht ganz. Aber ich bin jetzt eine Art KI.

Ich habe in der Zwischenzeit nämlich beinahe alle Episoden des Podcasts transkribiert (einige findet ihr schon auf unserer Webseite »heldendumm.de« (Öffnet in neuem Fenster) und habe eine Datenbank dazu angelegt, die ich jederzeit durchsuchen kann. Zudem habe ich (und das klingt jetzt wie Werbung, die aber wirklich keine ist) Google Gemini benutzt um mich zu digitalisieren. Somit können mir die Jungs bei der Recherche jederzeit Fragen stellen, die ich innerhalb von weniger Sekunden beantworte. Aber seht selbst!

Wohlgemerkt, manchmal komme ich noch ein wenig mit den Titeln und Staffeln durcheinander, aber im Kern funktioniert das ganz schön gut.

Sobald die Jungs wieder unterwegs sind, oder die Winterpause eingeläutet wird, setze ich mich wieder dran und werde noch ein bisschen dran tüfteln. Vielleicht wird es mir eines Tages möglich sein, euch allen diese Infos zur Verfügung zu stellen? Auch Skelette können träumen! (Vielleicht lerne ich programmieren und entwickle eine App … 🤔)

Naja, jetzt sind sie aber wieder da, also müssen wir uns wieder etwas langweiligerem widmen. Daniel sprach von einer Halloween-Episode. Irgendwas zwischen D.B. Cooper und Eisige Expedition. Zwischen Somerton-Mann und den schwebenden Schweden. Ach, ich weiß es doch auch nicht.

Reingehört?

Wir haben es angekündigt: die (freundliche?) Übernahme von Heldendumm war bei der letzten Episode ein voller Erfolg. Ralf und Wolfgang sind mit dem Hefe-Mindset an die Sache gegangen und haben den Bums gerockt. Nicht nur haben sie eine Power-Frau besprochen, sondern ihren Charakter förmlich gelebt.

Hört jetzt rein in »Das große Backen« (Öffnet in neuem Fenster)!

(Öffnet in neuem Fenster)

Und wenn euch die Episode gut gefallen hat, schaut doch bei »Déjà-Vu Geschichte« (Öffnet in neuem Fenster) und »Digitale Anomalien« (Öffnet in neuem Fenster) vorbei. Falls ihr nicht bereits die größten Fans seid, versteht sich.

Heldendumm Quickie: Der König der Scharlatane

Stellt euch vor, es ist Ende des 19. Jahrhunderts. Ihr seid im Wilden Westen, der Rücken zwickt vom Holzhacken, die Gelenke knirschen vom Viehtrieb, und euer Pferd hat wahrscheinlich bessere Laune als ihr. Ihr schlendert über einen staubigen Markt, und da steht er: Ein Mann im Cowboyhut, mit einem Charisma, das Eis zum Schmelzen und Geldbeutel zum Öffnen bringt.

Vorhang auf für den Patenonkel aller Quacksalber, den Mann, der Betrug zur Kunstform erhob: Clark Stanley, der selbsternannte „Rattlesnake King“.

Jetzt kommt die Ironie, die so saftig ist, dass man reinbeißen möchte: Schlangenöl war ursprünglich kein Betrug. Chinesische Arbeiter, die halfen, die transkontinentale Eisenbahn durch die USA zu prügeln, brachten ihr traditionelles Heilmittel mit. Dieses Öl, gewonnen aus der Chinesischen Wasserschlange, war randvoll mit Omega-3-Fettsäuren. Es war quasi das Aspirin des 19. Jahrhunderts – ein potenter Entzündungshemmer, der nachweislich gegen Arthritis und Gelenkschmerzen half. Die amerikanischen Kollegen sahen das, probierten es und dachten: "Verdammt, das Zeug wirkt!"

Und Clark Stanley, ein cleverer Ex-Cowboy aus Texas, dachte sich: "Verdammt, damit kann man reich werden!"

Stanley hatte nur ein kleines logistisches Problem: Es gab im Wilden Westen dramatisch wenige Chinesische Wasserschlangen. Also nahm er einfach das, was da war: Klapperschlangen. Und weil das nicht reichte, erfand er eine bombastische Herkunftsgeschichte. Er erzählte jedem, der es hören wollte (und das waren viele), er habe das Geheimrezept direkt von den "Medizinmännern der Hopi-Indianer" gelernt, bei denen er angeblich jahrelang gelebt hatte.

Seinen großen Auftritt hatte er 1893 auf der Weltausstellung in Chicago. Das war damals quasi das Coachella der Erfindungen. Vor einem riesigen, johlenden Publikum zog Stanley die ultimative Show ab. Er griff theatralisch in einen Sack, zerrte eine zappelnde Klapperschlange heraus, schnitt sie mit großem Tamtam auf und warf sie in kochendes Wasser. Dann schöpfte er das "kostbare" Fett ab, das oben schwamm.

Das Ergebnis: „Clark Stanley’s Snake Oil Liniment“. Ein Wundermittel. Es half gegen Rheuma, Zahnschmerzen, Verstauchungen, Tierbisse, Mückenstiche und vermutlich auch gegen akute Geld-im-Beutel-Schwäche. Für 50 Cent pro Flasche (damals ein Haufen Geld) war Heilung garantiert.

Das Geschäft explodierte. Stanley war der Star der "Medicine Shows", reiste durchs Land und verkaufte sein Gebräu palettenweise. Die Leute liebten es. Warum? Weil es brannte! Wenn man es auftrug, kribbelte und brannte die Haut wohlig-warm. Und die Logik war klar: Wenn es wehtut, muss es ja wirken.

Jahrelang war Stanley der unangefochtene König... bis 1917 die Regierung (dank des neuen "Pure Food and Drug Act" von 1906) mal genauer hinschaute. Man hatte genug von Leuten, die Kerosin als Hustensaft verkauften. Bundesagenten schnappten sich eine Lieferung von Stanleys "Liniment" und schickten sie ins Labor.

Das Ergebnis war... ernüchternd.

Die Chemiker analysierten die Flasche und fanden: Hauptsächlich Mineralöl (also quasi Petroleum), etwa 1 % Rinderfett (vermutlich das "Fett", das er in Chicago aus dem Topf geschöpft hatte), Capsaicin (der Chili-Extrakt für das "wohltuende Brennen") und einen kräftigen Schuss Terpentin.

Was sie nicht fanden? Auch nur ein einziges Molekül, das jemals in der Nähe einer Schlange gewesen war. Ob Klapper- oder Wasser-.

Der "Rattlesnake King" hatte das perfekte Marketing, eine filmreife Show und ein Produkt, das reiner, flüssiger Beschiss war. Das Traurigste daran: Das originale chinesische Schlangenöl, das wirklich funktionierte, wurde durch Stanleys Mumpitz und seine Nachahmer für immer ruiniert.

Und Stanley selbst? Der Mann, der eine ganze Industrie des Betrugs begründet hatte? Er wurde zu einer Geldstrafe von lächerlichen 20 Dollar verdonkert. Ein Klacks.

Aber sein Vermächtnis lebt weiter: Jedes Mal, wenn euch heute jemand ein Wundermittel, eine Krypto-Währung oder einen Diät-Tee andrehen will, der zu gut klingt, um wahr zu sein, wisst ihr, wem ihr den Begriff "Schlangenöl-Verkäufer" zu verdanken habt.

Quelle: How Snake Oil Became a Symbol of Fraud and Deception (Öffnet in neuem Fenster)

Und das war’s schon für diese Ausgabe!

Bleibt heldenhaft,
Tonya Bone-ita Riesenhuber

P.S.: Was passierte mit dem Skelett, welches zu lange am Feuer saß?
Es wurde knochentrocken! 🦴🔥

Kategorie Newsletter

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von Heldendumm und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden