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Wie weckt man den Rebellen in sich?

Immer ehrlich aussprechen, was man denkt und fühlt? Für unsere Autorin ist das manchmal schwer.

Vermutlich war es die hitzigste Woche des Jahres, in mir drinnen kochte es. Nicht nur wegen der Temperaturen, die gestern auf nahezu 40 Grad im Schatten stiegen. Auch emotional kam ich an meine Grenzen. Bisher hatte ich stets drei Konzepte zur Hand, um mein Gemüt abzukühlen bei seelischer Überhitzung, erstens: Tagebuch schreiben. Zweitens: den Kummer bei meinen liebsten Menschen abladen. Drittens: Die blöden Gefühle ganz einfach abschütteln, zusammenkehren und in einen Müllsack stopfen. Aber keines meiner drei Kriseninterventionsprogramme  funktioniert mehr. Weil ich in der vergangenen Woche etwas kapiert habe, was ich mein ganzes Leben lang schon ahne: Manchmal muss man das Wagnis eingehen, den Mund aufzumachen und seine heftigen Emotionen an diejenigen zu richten, die sie betreffen. Oder anders gesagt: Manchmal ist der Mittelfinger die beste Option.

Dabei hätte ich diese Woche alles darum gegeben, einen Müllsack zur Hand zu haben, um all meine blöden Gefühle hineinzustopfen und ganz einfach in die Tonne zu treten. Enttäuschung, Irritation, Wut, Scham, Trübsinn, alles war dabei nach dem Wiedersehen mit meiner Freundin im Ruffini diese Woche. Mein emotionales Depot: am Überlaufen. Aber statt mich einmal kräftig zu schütteln, hocke ich nun hier am Gartentisch unter der alten Kastanie und weiß nicht, wohin mit mir und all den Fragen hinter meiner Stirn. Vor allem mit der Frage: Sag ich’s ihr? Sag ich

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