Während Instagram nach 48 Stunden vergisst, dass du existierst, läuft ein guter Pinterest-Pin monatelang weiter.

Es gibt eine Plattform, die fast nie in Social-Media-Strategien auftaucht, obwohl sie seit Jahren zuverlässig Traffic, Sichtbarkeit und sogar Umsatz liefert: Pinterest (Öffnet in neuem Fenster).
Während sich alle auf Instagram, TikTok und Threads stürzen, sprechen die wenigsten über Pinterest. Was schade ist, denn die Plattform funktioniert fundamental anders als der Rest, und genau das macht sie für viele Branchen interessant, die sie bisher übersehen haben.
Pinterest ist keine Social-Media-Plattform – es ist eine Suchmaschine
Das ist der wichtigste Unterschied, den die meisten falsch einschätzen: Auf Instagram postest du für Follower und gehst aktiv in den Austausch. Auf Pinterest postest du für Menschen, die nach etwas suchen – so wie bei Google, nur visuell.

Während Instagram und TikTok zunehmend von Algorithmen und kurzlebigen Trends dominiert werden, bietet Pinterest etwas anderes: Traffic auf die eigene Website, langfristige Sichtbarkeit statt 24-Stunden-Hype, und Suchintention statt Scroll-Ablenkung – die Zielgruppe sucht aktiv nach Lösungen.
Das bedeutet: Jemand tippt „Hochzeitsdeko Frühling" oder „Bürokonzept kleine Praxis" oder „Geschenkidee für 30. Geburtstag" und findet im besten Fall deinen Pin, auch wenn du ihn vor sechs Monaten erstellt hast.
Wie Pinterest technisch funktioniert
Du erstellst einen Pin – ein vertikales Bild, oft mit Text-Overlay, das auf eine Seite verlinkt (deinen Shop, deinen Blog, dein Angebot). Diesen Pin ordnest du einem Board zu, einer Art digitalem Sammelordner zu einem Thema. Wer nach einem Begriff sucht, der zu deinem Pin passt, sieht ihn in den Suchergebnissen – unabhängig davon, ob er dir folgt oder nicht.

Pinterest bevorzugt frischen Content und spielt Inhalte besonders dann aus, wenn sie neu erstellt oder strategisch neu aufbereitet werden – wobei das nicht zwingend komplett neue Inhalte bedeutet. Ein neuer Pin zu einem bestehenden Blogartikel oder Angebot zählt bereits als frischer Content.
Der entscheidende Unterschied zu Instagram: Ein guter Pin kann 12 bis 36 Monate lang Klicks bringen, während ein Instagram-Post nach zwei Tagen gefühlt unsichtbar ist.
Wer Pinterest (überraschenderweise) nutzt
Pinterest ist mit 77% stark weiblich geprägt, hat in Deutschland rund 17,1 Millionen Nutzer, und die Gen Z macht inzwischen fast die Hälfte der Nutzerbasis aus – das Bild der „Pinterest-Mama, die Rezepte sammelt" ist also längst überholt.

Pinterest-Nutzer sind außerdem doppelt so wahrscheinlich dabei, saisonale Ereignisse gründlich und frühzeitig zu planen – Hochzeiten, Umzüge, Renovierungen, Geschenke. Das ist der Kern, warum Pinterest für bestimmte Branchen ein Hebel sein kann: Die Menschen sind dort nicht zum Zeitvertreib, sondern mitten in einer Kaufentscheidung. ✨
Lohnt sich das für mich?
Hochzeitsplanerinnen, Floristinnen, Eventdesign: Pinterest ist hier fast schon Pflicht – Brautpaare planen monatelang im Voraus und sammeln Inspiration.

Innenarchitektur, Möbel, Wohnaccessoires: Wer nach „skandinavisches Wohnzimmer" oder „kleine Küche einrichten" sucht, ist in einer sehr konkreten Kaufphase.
Coaches und Beraterinnen mit digitalen Produkten: Ein Pin zu „Zeitmanagement für Selbstständige" kann monatelang Traffic auf ein Freebie oder einen Kurs bringen, ganz ohne tägliches Posten.
Handgemachte Produkte, kleine Manufakturen, Etsy-Shops: Pinterest gehört zu den günstigsten Werbekanälen für den Einzelhandel, mit Klickpreisen zwischen 10 und 40 Cent, deutlich günstiger als Google oder Meta Ads.
Reise, Food, Rezepte: Der Klassiker – aber nach wie vor zuverlässig, weil Menschen aktiv nach Reisezielen oder Rezepten suchen, nicht nur zufällig daran vorbeiscrollen.

Weniger sinnvoll: B2B-Dienstleistungen ohne visuellen Bezug, sehr lokale Geschäfte ohne Online-Shop, alles, was von schnellem Trendbezug lebt statt von Langzeitsuche.
Was Pinterest kostet
Organische Reichweite ist kostenlos, dauert aber einige Wochen, bis erste Pins gefunden werden. Wer bewerben möchte, kann schon mit 5 Euro pro Tag sinnvoll arbeiten, realistische Einstiegsbudgets liegen bei 50 bis 150 Euro pro Monat.
Wichtiger als die Menge ist Konsistenz: lieber weniger Pins, aber regelmäßig über Monate, als kurze Aktivitätsphasen mit anschließender Pause. Zwei bis drei neue Pins pro Woche sind ein solider Rhythmus – machbar auch neben dem eigentlichen Geschäft, weil der Aufwand pro Pin eher gering ist.
Meine aktuelle Einordnung
Pinterest wird nichts über Nacht verändern. Es ist kein Kanal für schnelle Reichweite oder virale Momente. Aber genau das ist seine Stärke: Du arbeitest einmal, die Plattform arbeitet danach für dich weiter.
Für Branchen, die mit visuellen Produkten arbeiten und deren Kundschaft aktiv plant statt impulsiv kauft, ist Pinterest ein Kanal, der sich über Monate auszahlt – während Instagram-Posts längst vergessen sind.
(Öffnet in neuem Fenster)Ich richte Pinterest-Accounts ein – von der ersten Pinnwand bis zur Strategie, die zu deinem Business passt. Eine Sammlung, die für dich arbeitet.
Schreib mir gern. (Öffnet in neuem Fenster) 📮
❓ Brauche ich für Pinterest komplett neue Inhalte?
Nein. Bestehende Blogartikel, Produktfotos oder Angebote können als neue Pins aufbereitet werden – das zählt für Pinterest bereits als frischer Content.
❓ Wie schnell sehe ich erste Ergebnisse?
Organisch dauert es einige Wochen, bis erste Pins gefunden werden. Mit kleinem Werbebudget (ab 5 Euro täglich) geht es schneller, aber auch hier ist Pinterest eher ein Langzeitkanal als ein Quick-Win.
❓ Muss ich für Pinterest extra Designs erstellen?
Im Idealfall ja – vertikale Formate mit Text-Overlay performen deutlich besser als einfach hochkant zugeschnittene Fotos. Tools wie Canva haben dafür fertige Pinterest-Vorlagen.
Du hast eine Frage, auf die ich in einem der nächsten Newsletter eingehen soll? Dann schreib mir gern! (Fußballregeln erklärt Google jedoch besser als ich)

Ein Schrank voller gesammelter Schätze: Muscheln, Münzen, Korallen, kleine Kunstwerke, naturwissenschaftliche Kuriositäten – alles sorgfältig aufbewahrt, sortiert, ausgestellt. Nicht zum sofortigen Gebrauch, sondern zum späteren Betrachten, Studieren, sich inspirieren lassen.
Eine Wunderkammer war im 17. Jahrhundert genau das, was ein Pinterest-Board heute ist: ein Ort, an dem man Dinge sammelt, die einen faszinieren, ohne sofort zu wissen, wozu. Man pinnt die Muschel, weil man sie schön findet. Man hebt das Cocktailkleid auf, weil es interessant aussieht. Erst später, manchmal Jahre später, wird daraus eine Idee, ein Projekt, eine (Kauf-) Entscheidung.
Übrigens: Wunderkammern waren Vorläufer der modernen Museen – wohlhabende Sammler im 16. und 17. Jahrhundert horteten alles, was sie für besonders, selten oder wundersam hielten, oft ohne System, nur nach Faszination sortiert. Domenico Remps (Öffnet in neuem Fenster) hat mit diesem Bild sogar eine Illusion gemalt: Die gemalte Schranktür steht halb offen, einige „Objekte" scheinen aus dem Bild herauszufallen – ein Trompe-l'œil (Öffnet in neuem Fenster), das den Betrachter glauben lässt, er könnte hineingreifen.
Wer schreibt dir hier eigentlich?
Ich bin Kathleen, und ich ordne nicht nur meine eigene Sammlung, sondern helfe auch dabei, deine aufzubauen, ob das jetzt ein Pinterest-Account ist oder einfach der Überblick, was auf Social Media gerade wirklich zählt. :)
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