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Frauenmonat März: Mehr als rosa Posts und Hashtags

Es ist März. Überall siehst du #WomensHistoryMonth und #InternationalWomensDay. Manche Marken posten einfach ein rosa Bild mit einem generischen Spruch. Andere machen es richtig gut und nutzen den Monat, um echte Geschichten zu erzählen. Heute zeige ich dir, wie du den Frauenmonat für deine Branche nutzen kannst – ohne alles rosa streichen zu müssen.

Der Frauenmonat ist mehr als nur Marketing

Lass uns ehrlich sein: Viele Brands nutzen den Frauenmonat als Marketing-Gelegenheit. Ein Post, ein Hashtag, fertig.

Aber: Es geht auch anders.

Du kannst den Frauenmonat nutzen, um:

  • Frauen in deiner Branche sichtbar zu machen

  • Vergessene Geschichten zu erzählen

  • Dein Team zu ehren

  • Echte Wertschätzung zu zeigen (nicht nur performative)

Der Unterschied:

Performativ = "Happy International Women's Day! 💜"
Echt = "Heute stelle ich dir Maria vor – sie backt seit 13 Jahren in unserer Bäckerei und hat diese Rezepte entwickelt."

Content-Ideen für verschiedene Branchen

Hier sind konkrete Beispiele, wie du den Frauenmonat in deiner Branche nutzen kannst, ohne dass es aufgesetzt wirkt.

Gastro & Food (Bäckereien, Cafés, Restaurants)

Idee 1: Vergessene Bäckerinnnen aus der Geschichte
Stell eine historische Frau aus deiner Branche vor, die in Vergessenheit geraten ist.

Beispiel:
"Kennst du Fannie Merritt Farmer? Sie hat 1896 das erste Kochbuch mit exakten Maßangaben veröffentlicht – auf eigene Kosten. Vorher war Kochen Intuition. 🍰"

Idee 2: Die Frauen in deinem Team
Stell die Frauen vor, die bei dir arbeiten – mit ihrer Geschichte, ihrer Expertise, ihrem Lieblingsrezept.

Beispiel-Post:
Foto von Maria (Bäckerin) mit einem Brot in der Hand.
Caption: "Das ist Maria. Sie backt seit 13 Jahren bei uns und dieses Sauerteigbrot ist ihr Rezept. Ohne sie wäre unser Laden nicht das, was er ist. Danke, Maria. 🍞"

Es ist persönlich, echt und zeigt Wertschätzung.

Apotheke & Gesundheit

Idee 1: Frauen in der Pharmaziegeschichte
Die Pharmazie hat eine lange Geschichte von Frauen, die Heilmittel entwickelt haben, aber oft im Schatten standen.

Beispiel:
"Kennst du Trota von Salerno? Sie war eine der ersten Ärztinnen und Pharmazeutinnen im 12. Jahrhundert und hat Texte über Frauengesundheit geschrieben, die heute noch relevant sind."

(Öffnet in neuem Fenster)
Zugegeben: Das schaut aus als hätte das Bild jemand auf einen Notizblock gezeichnet. Tatsächlich gehört es zu einer Buchmalerei. Klick mal auf das Bild!

Idee 2: Die Apothekerinnen in deinem Team
Stell die Frauen in deiner Apotheke vor – mit ihrer Expertise, ihrem Spezialgebiet, ihrer Mission.

Beispiel-Post:
Video von Anna (Apothekerin) beim Salbei-Tee kochen.
Caption: "Anna ist spezialisiert auf Naturheilkunde und berät täglich Menschen, die nach pflanzlichen Alternativen suchen. Ihre Empfehlung heute: Salbei-Tee bei Halsschmerzen. 🌿"

Es zeigt Expertise und macht die Person hinter dem Tresen sichtbar.

Personalvermittlung & HR

Idee 1: Frauen in Führungspositionen sichtbar machen
Zeig erfolgreiche Frauen, die du vermittelt hast (mit Erlaubnis!) oder interviewe Kundinnen über ihren Karriereweg.

Beispiel-Post:
"Vor 3 Jahren haben wir Lisa als Junior-Managerin vermittelt. Heute ist sie Head of Operations. Hier ist ihr größtes Learning: Trau dich, Nein zu sagen, auch zu guten Gelegenheiten, wenn sie nicht zu deinem Ziel passen."

Idee 2: Gender Pay Gap ansprechen
Nutze den Frauenmonat, um auf strukturelle Probleme hinzuweisen – mit guten Lösungen.

Beispiel-Post:
"Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei 18 %. Hier sind 3 Dinge, die Unternehmen tun können, um ihn zu schließen:

  1. Gehaltstransparenz

  2. Elternzeit für alle Geschlechter fördern

  3. Frauen aktiv in Führungspositionen fördern"

Es zeigt Haltung und bietet konkrete Lösungen.

Theater & Kultur

Idee 1: Regisseurinnen, Dramatikerinnen, Bühnenbildnerinnen vorstellen
Theater hat eine lange Geschichte von Frauen, die im Hintergrund gearbeitet haben, aber selten im Rampenlicht standen.

Beispiel:
"Kennst du Aphra Behn? Sie war die erste professionelle Dramaturgin Englands im 17. Jahrhundert und schrieb Stücke, die heute noch gespielt werden. Aber ihr Name? Kaum bekannt."

Idee 2: Die Frauen hinter den Kulissen
Zeig die Frauen, die das Theater am Laufen halten: Bühnenbildnerinnen, Kostümbildnerinnen, Regieassistentinnen.

Beispiel-Post:
Foto von Manuela (Bühnenbildnerin) vor einer Kulisse.
Caption: "Manuela baut die Welten, in denen unsere Schauspieler:innen spielen. Ohne sie hätten wir gar keine Bühne. 🎭"

So werden die unsichtbaren Heldinnen sichtbar.

Was du vermeiden solltest

Performative Posts ohne Substanz
"Happy Women's Day! 💜" – ohne weitere Aktion oder Kontext.

Nur Frauen als Deko zeigen
Fotos von Frauen, aber ohne ihre Namen, ihre Geschichten, ihre Expertise.

Nur im März über Frauen sprechen
Wenn du Frauen nur im März erwähnst, wirkt es wie Marketing. Besser: Mach es das ganze Jahr über. Aber natürlich auch ganz ausgewogen mit deinen männlichen Kollegen :) Menschen interessieren sich für Menschen.

Klischees bedienen
"Frauen können auch…" – nein. Frauen können. Punkt.

Tolle Beispiele aus der Praxis

Patagonia (Öffnet in neuem Fenster) nutzt Instagram, um Aktivistinnen, aber auch Mitarbeiterinnen vorzustellen – Frauen, die sich für Umweltschutz einsetzen, Frauen, die ihre Kreativität einbringen. Keine generischen Posts, sondern echte Geschichten mit Impact.

Adobe (Öffnet in neuem Fenster) stellt immer mal wieder kreative Köpfe vor – mit ihrer Arbeit, ihrer Geschichte, ihrem Werdegang. Das Ergebnis: Eine ganze Community von inspirierten Frauen.

nachgefragt

❓ Muss ich als Mann auch über den Frauenmonat posten?
Es wäre auf jeden Fall toll! Wenn du Frauen in deinem Team hast, wenn du in einer Branche arbeitest, wo Frauen unterrepräsentiert sind, oder wenn du einfach Wertschätzung zeigen willst. Wichtig: Mach es authentisch. Kein "Ich als Mann sage euch Frauen…", sondern: "Hier ist, was ich von den Frauen in meinem Team gelernt habe."

❓ Was, wenn ich keine Frauen im Team habe?
Dann kannst du trotzdem historische Frauen aus deiner Branche vorstellen. Oder du sprichst über strukturelle Gründe, warum das so ist – und was du ändern willst.

❓ Wirkt es nicht aufgesetzt, wenn ich nur im März über Frauen spreche?
Ja, manchmal schon. Deshalb: Mach es das ganze Jahr über. Der Frauenmonat kann der Startpunkt sein, aber nicht der Endpunkt.

Du hast eine Frage, auf die ich in einem der nächsten Newsletter eingehen soll? Dann schreib mir gern!

Artemisia Gentileschi, Judith enthauptet Holofernes, 1620 (Uffizien, Florenz)

Artemisia Gentileschi (Öffnet in neuem Fenster) war eine der wenigen Malerinnen des Barock, die als Künstlerin anerkannt wurde, aber ihr Weg war brutal. Sie wurde misshandelt, vor Gericht gestellt, gefoltert, um ihre Aussage zu "testen" und dann malte sie dieses Bild: Judith, die den Tyrannen Holofernes enthauptet. Blutig & brutal.

Lange wurde das Bild als "zu gewalttätig für eine Frau" abgetan. Heute gilt es als Meisterwerk und Statement: Frauen dürfen wütend sein. Frauen dürfen Macht haben. Frauen dürfen Geschichten erzählen, die unbequem sind.

Der Frauenmonat ist nicht nur dafür da, nett zu sein. Er ist auch dafür da, unbequeme Wahrheiten zu erzählen.

Wer schreibt dir hier eigentlich?

Ich bin Kathleen. Kunsthistorikerin. Und ich weiß, dass viele Frauen in der Kunstgeschichte unsichtbar gemacht wurden, weil sie Frauen waren.

Artemisia Gentileschi hat sich durchgekämpft. Und dann hat sie Bilder gemalt, die nicht vergessen werden konnten. Der Frauenmonat ist deine Chance, Geschichten zu erzählen, die sonst unsichtbar bleiben.

(Öffnet in neuem Fenster)
Dr. Kathleen Löwe, fotografiert von Bonnie Bartusch

Ich begleite Menschen aus ganz unterschiedlichen Branchen dabei, sich auf Social Media zu zeigen – klar, klug und mit Charakter. Und manchmal bedeutet das: Geschichten zu erzählen, die unbequem sind. Aber genau die müssen erzählt werden.

Dieser Newsletter ist dein Werkzeug. Nutze ihn, um Sichtbarkeit zu schaffen – nicht nur für dich, sondern für die Frauen um dich herum.

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