Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.
In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:
🔸 Ukrainer:innen sind am besten integriert
🔸 Bundes-Präsident ist für eine längere Wehrpflicht
🔸 1.300 Medikamente fehlen in den Apotheken
Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Ukrainer:innen integrieren sich gut
Am 24. Februar 2022, also vor fast genau vier Jahren, hat Russland die Ukraine angegriffen. Millionen Menschen aus der Ukraine haben ihre Heimat verlassen.
Laut aktuellen Zahlen der UNO sind weltweit rund 5,9 Millionen ukrainische Staatsbürger:innen auf der Flucht.

In Österreich leben derzeit 94.108 Menschen aus der Ukraine. Mehr als 60 Prozent von ihnen sind Frauen, ein Drittel ist unter 20 Jahre alt.
Wie gut haben sich die Ukrainer:innen in Österreich integriert?
Besonders gute Integration. Dazu hat Integrations-Ministerin Claudia Bauer diese Woche eine Bilanz vorgestellt. Das Ergebnis ist positiv. Sie sagt: „Ukrainische Vertriebene sind mit Abstand die fleißigste Gruppe unter den Menschen, die neu nach Österreich gekommen sind. Sie besuchen mehr Deutsch-Kurse als alle anderen Zugewanderten." Das bestätigt auch Franz Wolf. Er ist Direktor des Österreichischen Integrations-Fonds (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (ÖIF). „Ukrainische Vertriebene nutzen die Angebote zur Integration intensiv”, sagt Wolf.
Hohes Sprach-Niveau. Ukrainer:innen erreichen damit auch ein höheres Sprach-Niveau als der Durchschnitt. Das erleichtert die Suche nach einem Job: Bereits die Hälfte aller Ukrainer:innen hat Arbeit.
Die Umfrage zeigt außerdem: Gute Deutschkenntnisse helfen nicht nur bei der Jobsuche, sondern auch dabei, sich in Österreich wohlzufühlen.
Die meisten wollen bleiben. Mehr als 60 Prozent der Ukrainer:innen sagen, dass sie langfristig nicht zurück in ihre Heimat gehen wollen.
Anerkennung von Ausbildungen. Viele Ukrainer:innen haben in ihrer Heimat einen Beruf erlernt oder studiert. Doch in Österreich ist es sehr schwierig, diese Abschlüsse offiziell anerkennen zu lassen. Die Verfahren dauern lang und sind oft kompliziert. Ministerin Bauer hat sich dafür ausgesprochen, das zu ändern: Die Verfahren sollen schneller und einfacher werden.
Familien-Beihilfe. Seit Herbst 2025 bekommen Ukrainer:innen diese Unterstützung nur noch, wenn sie arbeiten oder beim AMS als arbeitssuchend gemeldet sind. An dieser Regelung will Ministerin Bauer festhalten.
Bundes-Präsident für längere Wehrpflicht
In Österreich wird seit Wochen über den Wehrdienst diskutiert. Die Frage ist: Soll der Wehrdienst in Zukunft länger dauern? Und wer soll darüber entscheiden? Dazu gibt es gerade viele verschiedene Meinungen.
Was ist der Wehrdienst?
In Österreich müssen alle männlichen Staatsbürger mit 18 Jahren entweder zum Bundesheer oder zum Zivildienst. Diese Pflicht nennt man Wehrpflicht. Der Grundwehr-Dienst beim Bundesheer dauert derzeit sechs Monate.
Wer nicht zum Bundesheer will, kann stattdessen Zivildienst machen. Zivildiener arbeiten zum Beispiel beim Roten Kreuz, in Altersheimen oder bei der Pflege von Menschen mit Behinderung. Der Zivildienst dauert derzeit neun Monate.
Die Zukunft des Bundes-Heeres. Doch nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich die Sicherheits-Lage in Europa verändert. Deshalb wurde 2024 eine Gruppe von Fachleuten eingesetzt, die überlegen sollte: Wie soll der Wehrdienst in Zukunft aussehen?
Diese Gruppe empfiehlt: Der Grund-Wehrdienst soll wieder acht Monate dauern. Danach sollen Soldaten regelmäßig zu Übungen gehen. Auch der Zivildienst soll von neun auf zwölf Monate verlängert werden.
Das Volk fragen. Bundes-Kanzler Christian Stocker (ÖVP) hat dann überraschend angekündigt, dass alle Österreicher:innen befragt werden sollen, ob der Wehrdienst verlängert werden soll. Bei so einer Volks-Befragung können alle Bürger:innen abstimmen. Das Ergebnis ist aber nur eine Meinung. Die Politik muss sich nicht an das Ergebnis der Befragung halten.
Dieser Vorschlag kam nicht gut an. Stocker hatte ihn vorher nämlich nicht mit der SPÖ und den Neos besprochen, obwohl diese beiden Parteien gemeinsam mit der ÖVP die Regierung bilden. Das sorgte für Kritik, auch bei den Militär-Expert:innen.

Meinung des Bundes-Präsidenten. Der Ober-Befehlshaber des Bundesheeres ist der Bundes-Präsident Alexander Van der Bellen. Nun hat auch Van der Bellen etwas zum Thema Wehrpflicht gesagt. Er unterstützt die Empfehlung der Fachleute: Der Wehrdienst soll länger werden. Und die regelmäßigen Übungen sollen wieder Pflicht werden. Zur Frage der Volks-Befragung sagte er nichts.
Entscheidung bis zum Sommer. Die drei Regierungs-Parteien haben diese Woche über den Wehrdienst gesprochen, eine Volks-Befragung war dabei kein Thema. Bis zum Sommer 2026 soll entschieden werden, ob der Wehrdienst verlängert werden soll. Und wenn ja, wie lange der Wehrdienst dauern soll.
In Apotheken fehlen viele Medikamente
In Österreich fehlen derzeit viele Medikamente. Das betrifft insgesamt 1.300 verschiedene Produkte. Vor allem Medikamente für Patient:innen mit Diabetes gibt es momentan zu wenig. Auch Augentropfen mit Antibiotika können derzeit nicht geliefert werden. Und auch den Impfstoff gegen die Gürtelrose gibt es momentan nicht.

Seit November 2025 ist die Impfung gegen Gürtelrose für Personen ab 60 Jahren gratis. Diese Impfung braucht zwei Dosen. Diese sollten im Abstand von zwei bis sechs Monaten gegeben werden. Viele Patient:innen haben die erste Dosis bereits bekommen.
Was ist Gürtelrose?
Gürtelrose ist eine Krankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Am Anfang brennt, sticht oder kribbelt eine bestimmte Hautstelle. Kurz danach entsteht dort ein roter Ausschlag mit kleinen Bläschen, meistens nur auf einer Körperseite, oft an der Brust, am Rücken oder am Bauch.
Der Ausschlag verläuft wie ein Streifen, daher kommt auch der Name Gürtelrose. In schweren Fällen kann die Krankheit auch Augen oder Ohren betreffen. In Österreich erkranken jedes Jahr 30.000 bis 40.000 Menschen daran.
Die Gründe. Grund dafür, dass es derzeit von manchen Medikamenten zu wenig gibt, sind Probleme bei der Lieferung. Die meisten Medikamente werden in Asien hergestellt. Europa ist deshalb abhängig von diesen Lieferungen. Außerdem stellen oft nur noch wenige Firmen einen bestimmten Wirkstoff her. Wenn ein Hersteller Probleme hat, fehlt das Medikament dann schnell überall.
Nachschub Anfang Mai. Das Gesundheits-Ministerium beruhigt: Das Impf-Programm zur Gürtelrose läuft bis 2028. Bis dahin ist der Impfstoff kostenlos. Anfang Mai soll eine größere Menge des Impfstoffes geliefert werden.
Bei allen anderen Medikamenten gilt: Wenn ein bestimmtes Produkt gerade nicht lieferbar ist, gibt es meistens ein anderes Medikament mit dem gleichen Wirkstoff. Damit können alle Patient:innen versorgt werden.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
26. Februar 2026.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“