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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.

Neue Gesetze, überraschend schnelle Verhandlungen um höhere Löhne und ein Elch, der jetzt nicht mehr durch Österreich wandert. In dieser Woche ist wieder einiges passiert.

Damit auch du gut informiert bist, fassen wir hier die wichtigsten Nachrichten zusammen. Doch Informationen sind nur dann nützlich, wenn sie auch verstanden werden.

Deshalb gilt auch bei diesem Newsletter: Wir schreiben unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist.
Diesen Newsletter schreiben wir aber auch für alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Das sind heute unsere Themen:

🔸 Höhere Löhne: Die ersten Verhandlungen sind abgeschlossen
🔸 Strengere Regeln: Was sich jetzt für Besitzer:innen von Waffen ändert
🔸 Palästina als eigener Staat: So steht die Regierung dazu
🔸 Sommerschule: Ab 2026 für außerordentliche Schüler:innen verpflichtend

🔸 In Sicherheit: Elch Emil spaziert nicht mehr durch Österreich

Schnelle Einigung bei den Löhnen

Seit mehr als 50 Jahren wird in Österreich im Herbst über die Löhne verhandelt. Die Beschäftigten werden dabei von der Gewerkschaft vertreten. Auf der anderen Seite sitzen die Arbeitgeber:innen. Diese Gespräche heißen „Herbst-Lohnrunde“.

Das Bild zeigt eine junge Metallarbeiterin mit Schutzhelm und Schutzbrille. Sie schleift ein Metallteil mit dem Winkelschleifer; Funken sprühen in einer Werkhalle.
Die Verhandlungen um höhere Löhne im Herbst beginnen seit vielen Jahren bei der metalltechnischen Industrie. Foto: iStock / fotografixx

Erste Runde. Die ersten Gespräche finden immer mit der metalltechnischen Industrie statt. Dieser Bereich der Industrie ist wichtig für die Wirtschaft in Österreich. Rund 130.000 Menschen arbeiten direkt in diesem Bereich der Metallindustrie. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird im sogenannten Kollektiv-Vertrag festgeschrieben.

Ein Kollektiv-Vertrag (KV) ist ein Vertrag zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeber:innen. Darin steht, wie viel eine Firma ihren Beschäftigten mindestens zahlen muss. Das heißt: Keine Firma darf weniger zahlen, als im KV steht. Auch Urlaubstage, Arbeitszeiten und andere wichtige Regeln sind darin festgelegt.

Schwierige Gespräche. Diese Verhandlungen sind normalerweise schwierig und dauern oft mehrere Tage, manchmal sogar Wochen. Die Gewerkschaften wollen höhere Löhne, die Arbeitgeber bieten kleinere Erhöhungen beim Lohn an. Manchmal drohen die Gewerkschaften auch mit Streiks, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Doch heuer lief alles anders. Nach nur einem Tag waren sich beide Seiten einig.

Das Ergebnis. Ab 1. November steigen die Mindestlöhne um zwei Prozent. Viele Beschäftigte verdienen aber mehr als diese Mindestlöhne. Ihr tatsächliches Gehalt steigt um 1,41 Prozent. Das tatsächliche Gehalt ist der Betrag, der am Ende wirklich aufs Konto überwiesen wird.

Extra Geld. Außerdem bekommen alle Beschäftigten extra Geld: Im Dezember 2025 gibt es 500 Euro, im Juli 2026 noch einmal 500 Euro. Wer möchte, kann sich einen Teil dieses Geldes auch in Form von zusätzlichen freien Tagen nehmen, wenn die Firma einverstanden ist. Lehrlinge bekommen einmal 250 Euro.

Hohe Preise. Doch viel mehr werden sich die Menschen mit dieser Erhöhung des Lohnes nicht kaufen können. Denn die Preise für Mieten, Lebensmittel, Strom oder einen Friseurbesuch sind in den letzten Monaten um 2,8 Prozent gestiegen. Weil die Löhne weniger stark steigen, können sich die Beschäftigten trotz Erhöhung weniger leisten.

Krise. Dass die Gespräche heuer so schnell abgeschlossen wurden, hängt vor allem mit der Krise in der Metallindustrie zusammen. In den letzten zwei Jahren haben die Betriebe deutlich weniger hergestellt. Rund 10.000 Menschen haben dadurch ihre Arbeit in der Metallindustrie verloren, fast jede zweite Firma macht derzeit Verluste.

Nächste Runde. In den nächsten Wochen werden auch in vielen anderen Branchen die Löhne verhandelt. Die Gewerkschaften im Handel und in den Dienstleistungen sagen aber jetzt schon: Sie wollen mehr Lohn, weil die Gehälter in diesen beiden Bereichen niedriger sind als in der Metall-Industrie.

Neu verhandelt werden jetzt aber auch die Gehälter der Beamt:innen, obwohl in diesem Bereich die Erhöhung für 2026 schon festgelegt war.

Beamt:innen sind Leute, die für den Staat arbeiten, zum Beispiel Polizist:innen, Lehrer:innen an öffentlichen Schulen und Mitarbeiter:innen in Ämtern.

 Strengere Regeln für den Besitz von Waffen beschlossen

In den letzten Jahren wurde in Österreich immer wieder über ein strengeres Waffen-Gesetz diskutiert. Doch passiert ist bis jetzt nichts. Das änderte sich mit dem Amoklauf an einer Grazer Schule Anfang Juni.

Amoklauf in Graz. Ein ehemaliger Schüler war damals in seine alte Schule gegangen. Der 21-jährige Mann erschoss neun Schüler:innen und eine Lehrerin. Elf weitere Menschen wurden verletzt. Danach nahm er sich das Leben.

Nach dieser furchtbaren Tat hat das Parlament nun ein strengeres Waffen-Gesetz beschlossen. ÖVP, SPÖ, NEOS und die Grünen stimmten dafür. Nur die FPÖ war dagegen.

Ab sofort gelten diese Regeln für alle, die eine Waffe kaufen und besitzen wollen:

Höheres Mindestalter: Wer sich eine Pistole oder einen Revolver kaufen will, muss mindestens 25 Jahre alt sein. Bisher durfte man sich ab 21 Jahren eine kaufen.

Für Gewehre und Flinten steigt das Mindestalter von 18 auf 21 Jahre. Diese Waffen werden vor allem bei der Jagd oder von Sportschütz:innen verwendet.

Mehr Papiere nötig: Für Gewehre und Flinten braucht man jetzt auch eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass. Das war bis jetzt nicht nötig.

Längere Wartezeit: Die sogenannte Abkühlphase wird verlängert. Das bedeutet: Wer eine Waffe kauft, muss künftig rund einen Monat warten, bis er sie bekommt.

Mehr Kontrollen durch Psycholog:innen: Bis jetzt mussten alle, die eine Waffe kaufen wollten, ein Gutachten machen lassen.

Ein Gutachten ist ein offizielles Dokument von Psycholog:innen. Darin steht, ob eine Person seelisch gesund genug ist, um eine Waffe zu besitzen.

Ab jetzt muss man sich nach fünf Jahren wieder ein neues Gutachten holen. Danach werden alle Waffenbesitzer:innen regelmäßig überprüft. Neu ist auch, dass Waffenbesitzer:innen verpflichtet sind, mit Fachleuten zu reden.

Behörden arbeiten mehr zusammen. Um die Kontrollen zu verbessern, sollen die Behörden ab jetzt mehr Informationen austauschen. Auch die Ärzte, die junge Männer beim Bundesheer untersuchen, sollen anderen Behörden melden, wenn jemand nicht geeignet ist, eine Waffe zu besitzen.

Kritik von der FPÖ. Mit diesem Gesetz will die Politik erreichen, dass es schwerer wird, legal an eine Waffe zu kommen. Die FPÖ findet das nicht richtig.

Das Gesetz zeige nur, dass der Staat seinen Bürger:innen gegenüber misstrauisch sei, sagt die FPÖ. Das eigentliche Problem sei, dass viele Menschen illegal eine Waffe besitzen würden. Dieses Problem werde mit dem neuen Gesetz aber nicht gelöst, so die FPÖ.

 Wie Österreich zu einem eigenen Staat Palästina steht

In den letzten Tagen haben mehrere Länder verkündet, Palästina als eigenen Staat anzuerkennen. Dazu gehören Frankreich, Großbritannien, Portugal, Kanada und Australien.

Diese Staaten unterstützen damit eine sogenannte Zwei-Staaten-Lösung. Das bedeutet: Israel und Palästina sollen zwei unabhängige Staaten sein, die nebeneinander in Frieden leben.

Diese Bild zeigt den Saal der Plenarsaal der Vereinten Nationen in New York mit der österreichischen Delegation: Bundeskanzler Christian Stocker, Bundespräsident Alexander van der Bellen und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger
Bundeskanzler Christian Stocker (Mitte), Bundespräsident Alexander van der Bellen (links) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (rechts) nehmen derzeit an der UN-Generaldebatte in New York teil. Foto: BKA/Christopher Dunker

Wie steht die österreichische Regierung dazu? Auch Österreich unterstützt die Idee einer Zwei-Staaten-Lösung. Das hat die Regierung in einer UNO-Erklärung bestätigt. Aber: Einen eigenen Staat Palästina will Österreich jetzt noch nicht anerkennen.

Nicht in Sicht. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sagt dazu: „Wir glauben, dass es zuerst eine politische Lösung braucht.“ Palästina als eigenen Staat anzuerkennen sei „der nächste Schritt“. Aber diesen Schritt könne man nur setzen, wenn eine echte Zwei-Staaten-Lösung in Sicht sei.

Doch derzeit ist eine Zwei-Staaten-Lösung noch nicht in Sicht. Daher sei es „kein richtiges Zeichen“, Palästina als eigenen Staat jetzt schon anzuerkennen, sagt Stocker dazu.

Zu früh. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sieht das ähnlich. Sie sagt: „Die Anerkennung eines Staats, von dem aktuell nicht einmal gesagt werden kann, wie das Staatsgebiet ausschaut, hat zwar Symbolkraft, aber für mich ist das zu früh.“

Das bedeutet: Es ist noch nicht klar, welche Gebiete zu einem palästinensischen Staat gehören würden.

 Für wen die Sommerschule ab 2026 verpflichtend ist

Ab Sommer 2026 müssen Schülerinnen und Schüler mit Problemen in der Unterrichtssprache Deutsch in den letzten zwei Ferienwochen die Sommerschule besuchen. Das hat die Regierung in dieser Woche beschlossen.

Pflicht ist die Sommerschule für „außerordentliche Schülerinnen und Schüler“. Das sind Kinder, die noch nicht genug Deutsch können, um dem Unterricht gut zu folgen. Heuer haben davon 7.800 Kinder die Sommerschule freiwillig besucht.

Mit dieser Pflicht werden nächsten Sommer deutlich mehr Kinder die Sommerschule besuchen. Diese neue Regelung betrifft in ganz Österreich rund 49.000 Kinder.

Strafen. Wer trotz dieser Pflicht nicht kommt, verletzt die Schulpflicht. Dafür können Eltern mit bis zu 1.000 Euro bestraft werden.

Wie bisher können auch andere Kinder die Sommerschule freiwillig nutzen. Dort können sie Stoff der letzten Klasse noch einmal wiederholen. Aber auch Kinder mit besonderen Talenten werden in der Sommerschule gefördert.

Ausbauen will die Regierung auch die Betreuung von Schüler:innen am Nachmittag sowie Ganztagsschulen.

 Elch „Emil“ ist jetzt im Böhmerwald

Elch „Emil" wandert nicht mehr durch Österreich, sondern ist jetzt im Böhmerwald. Das ist ein großes Waldgebiet an der Grenze zu Tschechien und Deutschland.

Zufällig ist „Emil" dort aber nicht gelandet. Am Montag hielt sich das Tier in Sattledt in Oberösterreich nahe einer Autobahn auf. Damit keine Unfälle passieren und um ihn in ein sicheres Gebiet zu bringen, haben Experten:innen „Emil" betäubt und in den Böhmerwald gebracht.

„Emil" trägt jetzt einen Sender am Geweih, damit Expert:innen sehen können, wo er ist und was er macht. Die Beobachtungen zeigen, dass „Emil" alles gut überstanden hat.

„Es geht ihm gut, es ist kühler, er ist auch tagsüber mehr unterwegs und läuft jeden Tag viele Kilometer in die richtige Richtung“, sagt Claudia Bieber. Sie ist Expertin für Wildtiere an der Vetmeduni Wien. Der Sender funktioniert 30 Tage lang, dann ist die Batterie leer.

Vielleicht findet „Emil" im Böhmerwald eine Elchkuh. Die Chance ist groß, denn in dieser Gegend leben auch andere Elche.

Das waren die wichtigsten Nachrichten in dieser Woche. Wir hoffen, das auch für dich etwas dabei war, dass dich interessiert hat.

Uns interessiert wie immer, was du über diesen Newsletter denkst. Und ob es vielleicht Themen gibt, über die du hier gerne etwas lesen würdest.

Danke für dein Feedback.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, 2. Oktober 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra und Michi
Team „Österreich für dich“