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Dein Klimajourno-Update

Der Header zeigt den Titel "Netzwerk Newsletter" in großen, schwarzen Buchstaben. Darunter klein: Mai 2026.

Heute schreiben dir: Jana Rogmann und Leoni Bender

Zwei Porträt-Fotos zeigen Jana Rogmann und Leoni Bender. Jana hat kurze braune Haare und trägt eine gelbe Jacke. Leoni hat braune Locken und trägt einen blauen Schal.

Liebes Netzwerk,

wird Sprit jetzt billiger? (Öffnet in neuem Fenster) Das scheint aktuell die Frage zu sein. Redaktionen zeigen Spritpreis-Kurven, die über zwei Euro steigen, begleitet von verzweifelten Verbrenner-Fahrenden und Tipps, wie Sprit gespart werden kann. In einem Instagram-Video (Öffnet in neuem Fenster) rät die Tagesschau, Preise zu vergleichen und zur passenden Uhrzeit zu tanken. Der Klimawandel bleibt meist unerwähnt. Dabei zeigen Krisen wie der Iran-Krieg, wie abhängig wir von fossilen Rohstoffen sind. Und je nachdem, mit welchen Mitteln wir in Deutschland darauf reagieren, könnten wir die Weichen für eine klimaneutrale Zukunft stellen.

Der Bundestag beschloss am 24. April als Reaktion auf die steigenden Sprit-Preise den sogenannten Tankrabatt. Auf der Website des Bundestags (Öffnet in neuem Fenster) heißt es, man gehe davon aus, dass der Verbrauch fossiler Energien dadurch vorübergehend zwar steige – sehe aber die Klimaziele bis 2030 “nicht gefährdet”. Abgesehen davon, dass die Wirkung so eines Rabatts fragwürdig ist (Öffnet in neuem Fenster), ignoriert die Bundesregierung wissenschaftliche Tatsachen: Die Folgen des Klimawandels verstärken sich mit jedem Zehntel Grad Erwärmung (Öffnet in neuem Fenster), der Verkehrssektor ist das deutsche Klima-Sorgenkind und verfehlt seine Klimaschutzziele regelmäßig (Öffnet in neuem Fenster). Diese Aspekte der “Tank-Debatte” dürfen in der medialen Berichterstattung nicht ignoriert werden. Der Klimawandel verschwindet schließlich nicht, wenn das Tanken teurer wird. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass wir als Journalist*innen die Aussagen der Bundesregierung hinterfragen und die Erderhitzung mitdenken. 

Es geht nicht darum, die Sorgen der Verbraucher*innen zu ignorieren, sondern darum, Fragen zu stellen, die über “Wird tanken wieder billiger?” hinausgehen. Einige journalistische Beiträge zeigen bereits, dass sich die Debatte auch anders führen lässt:

Apropos: In Kolumbien haben sich im April mehrere Staaten zur “Fossil Fuel Phase-Out“-Konferenz getroffen (Öffnet in neuem Fenster), um genau diese Frage in den Mittelpunkt zu stellen: wie der Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle konkret organisiert werden kann – von nationalen Ausstiegsplänen bis hin zu Finanzierungs- und Umsetzungsfragen.

🔥 Netzwerk News

🏆Deutscher Preis für Klimajournalismus: Bis 15. Mai bewerben!

Noch bis Ende kommender Woche könnt ihr hier (Öffnet in neuem Fenster) eure Beiträge für den Deutschen Preis für Klimajournalismus 2026 einreichen. In diesem Jahr vergeben wir den Hauptpreis gleich dreimal – als ersten (dotiert mit 2.000 Euro), zweiten (1.500 Euro) und dritten (1.000 Euro) Platz. Der Preis in der Kategorie “Lokal” wird auch dieses Mal mit 2.000 Euro prämiert. Außerdem vergeben wir den undotierten Ehrenpreis an einen Menschen, der sich um guten Klimajournalismus besonders verdient gemacht hat – und freuen uns über Vorschläge dafür!

👥Lust auf Austausch? Kommt zum Kollegialen Check-In am 28. Mai!

In unseren Kollegialen Check-Ins (Öffnet in neuem Fenster) ist Platz für das, was euch aktuell bewegt – von Recherche- und Arbeitsthemen über ethische Abwägungen und Karrierefragen bis hin zu dem Druck, den viele von uns in der Klimaberichterstattung erleben. Ihr könnt mit einem konkreten Anliegen kommen, euch einbringen, zuhören oder einfach erst einmal reinschnuppern. Weil sich das beim letzten Mal viele von euch gewünscht hatten, lassen wir den Zoom-Raum für einen tieferen Austausch im Anschluss einfach offen. Also, schnappt euch einen Tee oder eine Limo und kommt vorbei!

Wann und wo? Donnerstag, 28. Mai, 18.00–19.30 Uhr, via Zoom (Öffnet in neuem Fenster)

Meeting-ID: 673 1083 4795
Kenncode: 391941

Wir möchten einen sicheren Raum bieten, in dem ihr Emotionen sortieren, Unterstützung erfahren und euch untereinander austauschen könnt. Eine Übersicht mit Angeboten rund um (Klima-)Journalismus und (Klima-)Emotionen findet ihr hier (Öffnet in neuem Fenster) weiter unten auf der Seite.

🔎Recherche-Stipendien wirken: Veröffentlichungen zu Aalen und Big Oil

In den vergangenen Tagen wurden gleich mehrere Recherchen veröffentlicht, die mit Recherche-Stipendien gefördert wurden: Mit Unterstützung des Netzwerk Klimajournalismus Österreich hat sich Céline Weimar-Dittmar die Frage angeschaut, warum in Europa Aal weiter auf der Speisekarte steht, obwohl der Europäische Aal vom Aussterben bedroht ist und die Bestände seit 1980 um über 90 Prozent eingebrochen sind. Die Reportage “Europäischer Aal: Zu lecker, um ihn zu schützen? (Öffnet in neuem Fenster)” hört ihr bei Deutschlandfunk Kultur. 

Zusammen mit Philipp Lemmerich und Alexandre Nhampossa ist Céline, gefördert vom Netzwerk Klimajournalismus Deutschland und dem Netzwerk Recherche, außerdem der Frage nachgegangen, wie ernst es der Öl- und Gasmulti TotalEnergies mit der Energiewende meint. Denn der Konzern ist mittlerweile zum größten Spieler im deutschen Offshore-Windmarkt aufgestiegen. In Mosambik treibt er zeitgleich ein Gasprojekt voran, das von Gewalt und Vertreibung begleitet ist. Veröffentlicht wurde das Feature “TotalEnergies und die Energiewende: Doppeltes Spiel (Öffnet in neuem Fenster)” beim Deutschlandfunk.

🎬Volles Haus bei den 5vor12 Klima-Briefings live

Wir haben zum ersten Mal das 5vor12 Klima-Briefing in Wien und Berlin auf die Bühne gebracht und mit Kolleg*innen und der interessierten Öffentlichkeit diskutiert. Kriegen wir noch die Kurve? Unsere Learnings zum neuen Forschungsfeld “Climate Overshoot” lest ihr hier (Öffnet in neuem Fenster) im Newsletter von 5vor12.

Es sind zwei Bilder zu sehen, jeweils mit einer Menschenmenge, die auf Stühlen sitzend an der Veranstaltung teilnimmt. Auf dem zweiten Bild sind die Speaker*innen auch zu sehen.

🚒 Neues vom brandmelder

Auf dem Bild ist ein schwarzer Hintergrund mit einer grafischen, sehr minimalistischen Version eines brennenden Hauses, in orange.

brandmelder ist ein Projekt des Netzwerk Klimajournalismus Deutschland. Er beobachtet die Klimaberichterstattung in deutschen Medien, ordnet sie ein und macht wiederkehrende Muster sichtbar.

Alle Text des brandmelders findet ihr hier (Öffnet in neuem Fenster), den Newsletter des Projekts könnt ihr hier (Öffnet in neuem Fenster) abonnieren. 📩

💡 Klimajournalismus: Unsere Empfehlungen

In unserem Netzwerk-Slack sammeln wir aktuelle Recherchen und Empfehlungen aller Mitglieder. Einmal im Monat stellen wir hier im Newsletter eine Auswahl vor, gemeinsam mit persönlichen Fundstücken.

Deutsche Welle: Schmuggel von Klimagasen in die EU

Kältemittel sind sehr starke Treibhausgase und teilweise tausendfach klimaschädlicher als CO₂. Daher reduziert die EU ihren Verkauf drastisch, bis 2050 sollen die sogenannten F-Gase komplett verboten werden. Trotzdem können die Gase per Klick zu einem günstigen Preis gekauft werden. Dahinter steckt organisierte Umweltkriminalität, die ähnlich lukrativ wie Kokain sein soll. In einer investigativen Recherche für “Planet A (Öffnet in neuem Fenster)” geht Reporter Tim Schauenberg dem Kältemittel-Schmuggel nach. 

Saarbrücker Zeitung: Vater der Energiewende kritisiert Katherina Reiche

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) leitete im Jahr 2000 die Energiewende ein. Einer der Urheber des Gesetzes war Hans-Josef Fell, 15 Jahre lang Grünen-Abgeordneter im Bundestag. Reporterin Aline Pabst hat ihn interviewt, sein Fazit: “Katherina Reiche will ausschließlich den Erneuerbaren schaden (Öffnet in neuem Fenster)”. Fell spricht darüber, was nötig ist für eine schnelle Energiewende und wie Reiche schon 2012 beeinflusst habe, wie sich die Erneuerbaren entwickeln. Ein spannendes Gespräch über die damaligen Gegner*innen des EEG, die fossile Wirtschaft und seine Meinung zur aktuellen Politik.

ARD Klima Update: Klimafreundlich fliegen? 

Kondensstreifen sollen mindestens genauso schädlich sein wie Kerosin. Das zeigt eine neue Analyse der Umweltschutzorganisation Transport & Environment. Reporterin Judith Kösters hat mit einem Piloten gesprochen, der Umwege fliegt, um Kondensstreifen zu vermeiden. Die Folge “Kondensstreifen: Umweg fliegen, Klima schützen (Öffnet in neuem Fenster)” geht der Frage nach, was das fürs Klima bringt.

Doktor Whatson: Wie sieht der Worst Case aus? 

4 Grad Erwärmung. Was wie ein Horrorszenario klingt, ist laut IPCC wahrscheinlich, wenn die globale Politik nicht zusammenarbeitet. Doch wie sieht die Erde dann aus? Was sind mögliche Konflikte und Szenarien? Doktor Whatson betrachtet den Worst Case und zeigt, “worauf wir vorbereitet sein sollten (Öffnet in neuem Fenster)”. Und warum alles irgendwie Mögliche getan werden sollte, um das zu verhindern.

Kinofilm: Das Gewicht der Welt 

Welche Verantwortung tragen Wissenschaftler*innen, wenn die Ergebnisse ihrer Forschung alarmierend sind und dennoch nicht durchdringen? “Das Gewicht der Welt (Öffnet in neuem Fenster)” erzählt sachlich und überraschend ruhig von einer sich rasant verändernden Welt und der Suche dreier Forschender danach, wie ihre Rolle darin aussieht. Die Dokumentation macht die Hoffnung und die Zweifel, die Selbstkritik und den Mut der Glaziologin Maria, des Chemikers Sebastian und der Molekularbiologin Nana sichtbar, die unterschiedliche Wege gehen, sich aber alle drei über ihre Labore und die herkömmliche Jobbeschreibung hinaus engagieren. Ab 7. Mai im Kino, mit Kinotour der Protagonist*innen und des Filmemachers in vielen deutschen Städten.

🗓️ Wichtige Termine diesen Monat

Was passiert im Mai rund um Klima, Umwelt und Energie? Wir empfehlen spannende Termine für die Berichterstattung. Ihr habt Tipps? Schreibt uns unter netzwerk@klimajournalismus.de (Öffnet in neuem Fenster).

📢 Jobs, Stipendien und Ressourcen

  • Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) sucht zum 1. Juni eine*n Referent*in für den Klima-Kommunikations-Kongress 2027. Bewerbungen sind bis zum 10. Mai per E-Mail an bewerbungen@klima-konsortium.de (Öffnet in neuem Fenster) möglich. Weitere Infos zur Stelle gibt es hier. (Öffnet in neuem Fenster)

  • Um europäische Journalist*innen bei der Berichterstattung über die Klimakrise, politische Polarisierung, Kriege und Flucht mental zu unterstützen und eine Auszeit zu schaffen, veranstaltet das Global Center for Journalism and Trauma (GCJT) ein viertägiges Retreat in Griechenland, das den Schwerpunkt auf den Umgang mit Trauma und den Aufbau von Resilienz legt. Bewerbungen sind noch bis zum 11. Mai hier (Öffnet in neuem Fenster) möglich, das Retreat findet vom 14. bis 18. Oktober statt. 16 Journalist*innen werden ausgewählt. 

  • Der Deutsche Preis für Klimajournalismus 2026 würdigt herausragende Recherchen rund um Ursachen, Verantwortliche und Folgen der Klimakrise – und stärkt so den Journalismus, den wir jetzt brauchen. Bis zum 15. Mai können hier (Öffnet in neuem Fenster) noch Beiträge eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am 24. September beim Extremwetterkongress in Hamburg statt.

  • Die National Geographic Society fördert gemeinsam mit der Unternehmens-Initiative The Climate Pledge lösungsorientierte Beiträge über den Umgang von Menschen mit der Klimakrise. Eingereicht werden können Konzepte für Texte, Fotografien, Filme und multimediales Storytelling. Die Projekte werden über einen Zeitraum von zwei Jahren mit bis zu 100.000 US-Dollar gefördert. Bewerbungen sind hier (Öffnet in neuem Fenster) möglich, Einsendungsschluss ist der 25. Mai.

  • Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) bietet gemeinsam mit dem Pressenetzwerk für Jugendthemen (PNJ) fünf jungen Journalist*innen zwischen 18 und 27 Jahren die Teilnahme an einem Medienworkshop im Rahmen der UN-Klimakonferenz (COP31) im November 2026 in Antalya an. Nähere Informationen gibt es hier (Öffnet in neuem Fenster). Bewerbungsschluss ist der 7. Juni.

  • Bei der ARD-ZDF-Medienakademie in Hannover findet am 22. Juni das Seminar “Konstruktiv über die Klimakrise berichten (Öffnet in neuem Fenster)” mit Sara Schurmann statt. Im Herbst, am 10. und 11. September, gibt sie erneut das 2-tägige Seminar “Grundlagenwissen zur Klimaberichterstattung (Öffnet in neuem Fenster)”. 

  • Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) zeichnet mit dem Robert-Mayer-Preis Beiträge aus Print, Online, Hörfunk und Fernsehen aus, die sich mit aktuellen Herausforderungen und Innovationen im Bereich Energie auseinandersetzen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird im Frühjahr 2027 verliehen. Bewerbungen sind bis zum 15. August möglich, weitere Informationen gibt es hier (Öffnet in neuem Fenster).

  • Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) sucht Autor*innen für ihren wöchentlichen Newsletter. Gesucht werden sowohl Pauschalist*innen mit einer festen Anzahl von ca. drei Texten im Monat (550€/Monat) als auch Personen für unregelmäßige Beiträge (200€/Beitrag). Themen sind laut DGS alles rund um Sonnenenergie sowie die Energiewende im Strom- und Wärmesektor. Kontakt ist Wencke Bagger (bagger@dgs.de (Öffnet in neuem Fenster)).

  • Das Global Investigative Journalism Network hat mit der GIJN-Academy (Öffnet in neuem Fenster) eine Plattform für investigativen Journalismus ins Leben gerufen. Ziel ist die Unterstützung, der Austausch und die Vernetzung von Journalist*innen etwa über Masterclasses, Webinare, Handreichungen und Online-Trainings.

  • Laufend: Das Recherche-Collectiv Bellingcat fördert investigative Recherchen im Bereich Wildtiere und Umwelt (Öffnet in neuem Fenster), die Open-Source Methoden beinhalten.  

  • Laufend: Mit dem Work/Environment Reporting Grant unterstützt das Pulitzer Center journalistische Berichterstattung über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Bereich Arbeit und die Arbeitenden selbst. Besonderer Fokus liegt auf folgenden Schlüsselregionen: Südostasien, Europa, Afrika und Südamerika. Hier geht’s zur Bewerbung (Öffnet in neuem Fenster).  

Wir wünschen euch einen schönen Mai, mit seinen vielen langen Wochenenden! 🌸

Jana, Josephine, Linda, Sara & Leoni

P.S.: Kennst du die Arbeit unserer Kolleg*innen in Österreich? Der Newsletter des Netzwerk Klimajournalismus (Öffnet in neuem Fenster) Österreich informiert jeden Monat über Termine, Stipendien, Ressourcen und Klimajournalismus, der aufgefallen ist. Wir sind Fan. 

P.P.S.: Das Meme des Monats Mai haben wir dieses Mal bei Roman Abel (Öffnet in neuem Fenster) entdeckt. Zwei Monate Tankrabatt kosten den Bund in etwa so viel wie das Deutschlandticket für ein ganzes Jahr. Die Logik dahinter hätten wir auch nicht treffender zusammenfassen können:

Auf dem Bild sieht man ein Meme des Rappers Drake, der "Kosten für öffentliche Verkehrsmittel senken" ablehnt und stattdessen angetan ist von "Subventionen für fossile Energieträger erhöhen".