Aus der Serie: Das Fitness-Studio und ich. Wie ich die passenden Geräte suche, fast von einer beladenen Hantelstange erschlagen werde und auf gar keinen Fall auf die Sauna verzichte.

Vergangene Woche wollte ich im Fitness-Studio dieses Treppengerät nutzen. Das ist so ein Gerät, auf dem drei oder vier Stufen unaufhörlich abwärts gleiten und man dadurch Minutenlang Treppensteigen kann. Ich mag das, weil ich dabei so schön ins Schwitzen komme. Allerdings scheiterte ich beinahe am Einstieg. Aus irgendeinem Grund ist die unterste Stufe immer so halb eingefahren. Man muss sie also überspringen, wenn man das Gerät erklimmen möchte. Das ist so am Morgen nach dem Beachvolleyball-Training doch etwas beschwerlich.
Die Treppe ist defekt
Ich hievte mich auf die zweite Stufe, dann stieg ich bis zum Bildschirm hinauf: „Defekt“ stand da. Nein. Wieder runter. Ich wuchtete mich aufs Nachbargerät. Nun war es schon wieder eine Weile her, dass ich den Stairmaster benutzt hatte (habe gerade nachgeschaut, wie das heißt). Ich hatte mal wieder das Gefühl, das gesamte Studio beobachtet mich, während ich ahnungslos an den Knöpfen herumdrückte. Aber, haha, es gelang. Nach 20 Minuten hüpfte ich hinunter, holte ein Desinfektionstuch, hüpfte wieder hinauf. Ah. Wieder das falsches Gerät genommen. Auf dem hatte ich gar nicht trainiert. Wieder runter. Das richtige wieder rauf, putzen. Puh. Reicht, oder?
„Nein, Ninja. Du wolltest dich doch mal überwinden und den Seilzug suchen, damit du deine Schulterübungen machen kannst“, hörte ich eine innere Stimme. Seufz. Stimmt. Ich stürzte mich ins Getümmel. Lauter schnaufende Typen hingen an Geräten. Es gibt so zwei Arten von Seilzug. Bei manchen kann man das Teil, an dem man zieht auf die Mitte der Stange einstellen, bei anderen gibt es nur am unteren Ende die Möglichkeit, das passend Endteil mit einem Karabiner zu befestigen. Ich inspizierte einen Seilzug, um herauszufinden, ob es der Passende war.
Der Seilzug ist besetzt
„Ähem“, sagte ein Typ hinter mir. Ich drehte mich um. Er zeigte auf das Gerät. „Da bin ich gerade.“ Genervt drehte ich mich weg. Genau von so einer Begegnung hatte der Comedian Till Reiners kürzlich in seinem Podcast Talk ohne Gast (Öffnet in neuem Fenster) gesprochen. Er habe dem „Schicki-Micki-Studio”, in dem die Geräte immer besetzt seinen, nun den Rücken gekehrt und und sei ins „Assi-Studio“ zurückgekehrt (seine Wortwahl) . Dort seien die Geräte nicht so voll und die Leute machen einfach Sport und keine Modenschau, meinte er. Ich habe heute festgestellt: Er hat Recht. Heute war ich nämlich mal wieder bei meinem alten Mc Fit. Mensch, war das schön. John Reed ist aber näher und vor einer Woche war ich eben dort.
Es stellte sich dann heraus, dass der besetzte Seilzug eh der falsche war. Ich fand noch das richtige Exemplar. Es war frei und ich kurz happy – bis ein Typ direkt neben mir an die zweite Stange ging und anfing, unter lautem Stöhnen das maximale Gewicht mit seinen Armen über den Zug zu reißen. Ich schmunzelte, während ich langsam zehn Kilogramm hin und her bewegte, um meine Schultermuskulatur zu stabilisieren.

Sling-Training am Limit
Besonders spannend ist in meinem Studio auch die Anordnung des Sling-Trainers. Viele kennen das als TRX. Das sind diese Bänder, die man über eine Stange hängt und in denen man dann schwingend Übungen machen kann. In meinem Studio ist das so angeordnet wie ein quadratisches Klettergerüst, an dem es fünf Stationen gibt. Außen sind jeweils gegenüber Stützen für Langhanteln angebracht. In der Mitte hängt der Sling. Der Abstand zueinander ist aber sehr gering, beziehungsweise nicht existent. Wenn ich also auf dem Boden liege oder sagen wir 20 Zentimeter über dem Boden mit meinen Unterarmen oder Füßen in den Schlingen hänge, kann es gut sein, dass sowohl links als auch rechts neben mir jemand die Stange mit jeweils 50 Kilogramm schweren Hantelscheiben behängt. Dies schweben dann zu beiden Seiten direkt über meinem Kopf. Jedes Mal hoffe ich, dass die Trainierenden sich nicht übernehmen und die Stange samt Scheiben krachend zu Boden gehen lassen.

Nach dieser Nahtoderfahrung wollte ich mich mit einer Sauna-Session belohnen, als mir auffiel: Ich habe ja nur das kleine Fitness-Handtuch dabei. Und das ist wirklich klein. Inzwischen weiß ich wie klein, nämlich so, dass ich, wenn ich es ganz ausgestreckt auf die Saunabank lege und mich ganz an den äußeren Rand setze, gerade so meine Füße am andere Ende abstellen kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren oder mir den Hintern zu verbrennen.
