Herzlich willkommen / Gerd Roth und sein Hörmobil / Belastete Jugendliche / Wieder mehr Buchfans

Gerd geht es gut. Nur heute ist ihm etwas kalt. Dick eingepackt in seiner Winterjacke steht er auf dem OBI-Parkplatz. Gerd ist 74 Jahre alt. Er könnte heute auf den Malediven sein oder in der Sauna, es etwas ruhiger angehen. Aber Gerd hat eine Mission. Und die erreicht er eben nur hier, auf diesem OBI-Parkplatz, an diesem verregneten Samstagmorgen.
Gerd - mit vollem Namen heißt er Gerhard Roth - hat Zuversicht. Er hat sogar so viel davon, dass er sie an andere weitergibt. Und das hat einen Grund. 2013 stand er noch mitten im Leben. Ein herzlicher, offener Hesse im Mittelstand. Immer unterwegs zwischen Selbstständigkeit und Fassenacht, Familie und Sport. Bis es nicht mehr weiterging. Seine genetische Schwerhörigkeit führte mit der Zeit zur faktischen Taubheit. “Ich habe die Leute einfach nicht mehr verstanden”, sagt er heute. Da war er 61 Jahre alt. Es folgten Depression, sozialer Rückzug, Burnout, Aufenthalt in der Psychatrie, Vereinsamung, Kälte. Bis sein HNO-Arzt ihm ein neues Leben schenkte - in Form eines Cochlea-Implantats, kurz CI. Die einzige Möglichkeit, wieder hören zu können. Wenige Monate später konnte Gerd die Welt um ihn wieder verstehen. Heute ist er an über 120 Tagen in ganz Deutschland unterwegs. Mit seinem “Hörmobil” erzählt er seine Geschichte. Vor allem aber möchte er andere schwerhörige Menschen dazu bringen, sich die eigene Schwäche einzugestehen, und sich auch ein CI zuzulegen. Für sich. Und für ihre Angehörigen.
Gerhard Roth hat es geschafft. Er hat zu neuer Kraft gefunden, und gibt sie nun an andere weiter. Auch mich hat er begeistert. Mit seiner inneren Wärme. Seiner Energie. Und mit seiner sprühenden Kreativität, mit der er Menschen hilft. Hier (Opens in a new window) gibt es mehr Infos zum Hörmobil.
Was Ihr da eben last, war eine gute Nachricht. Produziert von einem Menschen, der aus seinem persönlichen Loch herausgefunden hat. Ein Blick aufs Handy zeigt aber - kollektiv, als Gesellschaft, befinden wir uns gerade alle in einem Loch. Von Washington, von Moskau oder auch München prasseln schlechte Nachrichten im Minutentakt auf uns ein. Das macht etwas mit uns. Auch mit mir als jungen Menschen, mit meiner Generation. Über 70 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leiden unter psychischem Stress (Opens in a new window), Angststörungen und Depressionen haben über die Jahre zugenommen.

Ich frage mich: wie kommen wir aus dieser kollektiven schlechten Laune wieder heraus? Wie können wir wieder mehr Zuversicht in unsere Herzen, Häuser, Familien einziehen lassen? Wer kann uns dabei helfen? In diesem Newsletter möchte ich jeden Sonntag den Versuch einer Antwort geben. Ich möchte mit Menschen wie Gerd sprechen, die Zuversicht leben und mich inspirieren. Und ich will in meinem eigenen Alltag nach der Zuversicht forschen. Warum? Weil wir sie brauchen! Egal ob Wirtschaft, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Demokratie - bei allem ist Motivation die Pflichtbedingung. Nur wer etwas gerne macht, mit einem optimistischem Blick, macht es auch gut.
Mein Name ist Hendrik Heim. Ich bin junger Journalist und schreibe im Sommer mein Abitur. Mit diesem Newsletter möchte ich Euch einladen, mir auf eine kleine Reise in die Zuversicht zu folgen. Derzeit plane ich auch Live-Veranstaltungen in Wiesbaden und im Rheingau in einer “Tour der Zuversicht.” Ihr habt eine Idee, wo die Zuversicht zu Hause ist? Oder wer Lust hat, darüber zu erzählen? Dann schreibt es mir!
“Die kleine Hoffnungsmail” erreicht euch ab sofort jeden Sonntag, ab 8 Uhr. Um den Newsletter etwas zu etablieren, erscheint die nächste Ausgabe bereits nächsten Mittwoch. Empfehlt den Newsletter gerne weiter!
Good News der Woche #01
Gerade sah es noch so aus, als würden Jugendliche kaum noch lesen. Nun sorgt ausgerechnet TikTok für ein Comeback des Buchs. BookToker*innen begeistern in kurzen Videos vor allem junge Frauen für New-Adult-Romane. Und Offline-Treffen bringen Lesende persönlich zusammen. In einer immer rasanteren Welt kann man doch nur möglichst vielen Menschen wünschen, mal wieder Zeit für ein richtig gutes Buch zu haben! Die neue ARTE-Doku weiß mehr:
https://www.arte.tv/de/videos/120876-011-A/re-das-lesewunder-der-genz/ (Opens in a new window)Das kleine Happy End…
Der Journalist Constantin Schreiber ist bekannt für seine provokante Thesen, oft auch abseits des Mainstreams. Seine letzte Talkshow eröffnete er ganz simpel mit einem Klavierspiel. Der Titel: “Hatikva”- Hoffnung. So heißt die israelische Nationalhymne.
https://www.instagram.com/p/DUSIMCkCNZJ/ (Opens in a new window)Immer weiter gehen.
Euer Hendrik
(Bild: Gerd Roth)