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Instagram 2026 – ein Ausblick für Publisher

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Zu Beginn des Jahres hat Instagram-Chef Adam Mosseri eine Nachricht in einer für ihn untypischen Form veröffentlicht: In einem Posting mit 20 Slides (Öffnet in neuem Fenster) (mehr ist bei Instagram nicht möglich) teilte er ausführlich seine Sicht der Dinge zum Thema KI mit – und welche Herausforderungen damit für Instagram einhergehen.

Normalerweise kommuniziert Mosseri auf Instagram in Reels und Stories, in denen er nah vor der Kamera sitzt und dabei seine Botschaften zu Instagram platziert.

Die wichtigsten Punkte seiner 20 Slides:

  • Bilder und Videos sind kein verlässlicher Beweis für Realität mehr, weil KI Authentizität beliebig reproduzierbar macht.

  • Deshalb verschiebt sich der Wert von Inhalten weg von Ästhetik hin zu Kontext, Herkunft und der Person dahinter.

  • Plattformen wie Instagram müssen künftig weniger beurteilen, was gezeigt wird, sondern stärker sichtbar machen, wer etwas zeigt und warum.

Zum Instagram-Feed sagt er:

Der klassische Instagram-Feed mit polierten, kuratierten Bildern ist faktisch vorbei. Persönliche Inhalte werden heute vor allem privat (DMs, Stories) geteilt – der öffentliche Feed ist kein Ort mehr für „echte Momente“, sondern verliert diese Funktion.

Zu Inhalten, die nur man selbst erstellen kann:

Die Messlatte verschiebt sich von „Kannst du Content produzieren?“ zu „Kannst du etwas machen, das nur du machen könntest?“.

Wertvoll sind Inhalte, deren Ursprung, Perspektive, Geschichte oder Kontext untrennbar mit der Person (oder dem Absender) verbunden sind – etwas, das KI zwar imitieren, aber nicht glaubwürdig begründen kann.

Was bedeuten diese Gedanken und Erkenntnisse für Publisher 2026 auf Instagram?

Die größte Erkenntnis für mich: Die größten Stärken von Publishern überleben viele Social-Media-Trends: einzigartige Inhalte, die teilbar und echt sind. Eine Marke, die Vertrauen und Glaubwürdigkeit hat und eine Verbindung zum Publikum.

Was nun auf Instagram wichtig werden könnte, ist also (eigentlich) Kerngeschäft von Publishern – mit einigen kleinen Anpassungen.

Meine Ableitungen für Publisher

Verlässliche Reichweiten schlagen virale Zufallstreffer.

Lieber 10 × 10.000 Menschen erreichen als 1 × 100.000 Menschen. Im Vergleich zu TikTok hat man mit Instagram nach wie vor bessere Chancen, sein Publikum konstant zu erreichen.

Menschen glauben Menschen.

Vor allem solchen, die authentisch sind und ein Fachwissen in ihrem Bereich haben. Für Publisher geht es also nicht darum, dass ein Social-Media-Redakteur ein Social-Format vor dem Green Screen macht – oder der Werkstudent das Social-Media-Gesicht der Marke ist (weil alle anderen keine Lust darauf haben).

Es ist klüger, die Kollegen vor die Kamera zu holen, die Experten in ihren Themen sind, die glaubwürdig für ein Thema stehen und eine Absenderkompetenz in ihrem Bereich haben.

Absender schlägt Format.

Ich brauche nicht das neue Social-Media-Format, das in vier sechsstündigen Workshops entwickelt wurde (und durch zwölf neue KI-Effekte glänzt), sondern einen guten Absender.

Schärfen, wen man erreichen will

Je spezifischer man ist, desto schwerer können Inhalte mit KI beliebig reproduziert werden. Das Produzieren von Inhalten ist kein Aufwand mehr. Die Einzigartigkeit sticht aber heraus.

Statische Posts im Newsfeed sind nicht der Mittelpunkt des Instagram-Universums.

Ist mein Beitrag ein Endpunkt oder ein Gesprächsauslöser? Für Letzteres hat Instagram zuletzt neue Weiterleitungsfunktionen im Feed und in den Stories eingerichtet.

Das bedeutet auch, alle Ausspielungswege zu nutzen. Ich würde auch die Broadcast-Channels bei Instagram (und Facebook) nicht außer Acht lassen.

Fun Fact: Eine Reichweitenjagd, die sich nur an den Mechanismen des Algorithmus orientiert, lässt fast alle diese Punkte außer Acht.

Sollte ich komplett auf KI-Hilfe verzichten?

Nein. KI ist für Publisher in Social Media natürlich ein Werkzeug, das viele Prozesse vereinfacht und beschleunigt und helfen kann, den größten Social-Flaschenhals – nämlich die Mangelverwaltung – zu beheben.

Ein Beispiel für eine – aus meiner Sicht – sinnvolle Verknüpfung ist auch dieser Newsletter selbst:

Ich habe mir das Statement von Mosseri mit KI übersetzen lassen. Ich habe mir auch via KI angeschaut, wie es bislang rezipiert wurde. Auch Rechtschreibfehler habe ich via KI geprüft.

Für die inhaltlichen Ableitungen bringe ich jedoch meine eigene Perspektive aus 15 Jahren operativer Social-Media-Erfahrung ein.

Wenn ich es herunterbrechen würde, wäre mein Rat: Euer wichtigstes Zeitbudget für Instagram wird das sein, wo ihr an eurer Einzigartigkeit arbeitet.

Erklärt das auch euren Chefredakteuren und Geschäftsführern, wenn die auf die Idee kommen sollten, euer Social-Zeitbudget zusammenzukürzen, „weil KI das ja jetzt alles kann”.

Schreibt mir gerne eure Gedanken dazu.

Bis bald 👋🏻
Andreas

Über mich

Ich bin gelernter Journalist und berate Unternehmen und Medienhäuser zu Social Media und digitaler Kommunikation.

Außerdem bin ich Gründer von Verliebt in Köln (Öffnet in neuem Fenster), einem der größten Kölner Lokalportale. Zusätzlich betreibe ich die hyperlokale „Niederschönhausen App (Öffnet in neuem Fenster)”.

Zuvor war ich unter anderem Direktor für Digitales Wachstum und Social Media bei BILD.

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Du kannst mir gerne auf Instagram (@anrickman (Öffnet in neuem Fenster)) oder bei Linkedin (Öffnet in neuem Fenster) folgen. Dort teile ich regelmäßig Meinungen, Gedanken und Entdeckungen aus dem Social-Media-Kontext.

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