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Kim‑Spiele

Kim‑Spiele (auch Kimspiel genannt) sind Spiele, bei denen insbesondere die Merkfähigkeit des Gedächtnisses und die Feinabstimmung der Sinnesorgane trainiert werden. Der Name geht zurück auf Rudyard Kiplings Roman “Kim” (1901), in dem ein junger Lehrling mit gezielten Wahrnehmungsübungen alle Sinne schärft. Ursprünglich für Kinder konzipiert, wird das Konzept heute altersunabhängig und als sogenanntes sinnliches Lernen in vielen Kontexten genutzt – von der Kinderstube bis zur Senioren. In der Pflege dienen Kim‑Spiele dazu, durch spielerisches Erraten (z. B. mit verbundenen Augen) die Sinne gezielt anzuregen und das Gedächtnis zu aktivieren. Dabei können die fünf klassischen Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) einzeln trainiert oder in Kombination gefördert werden. Ein zentraler Gedanke ist, dass das bewusste Wahrnehmen und Benennen von Empfindungen die geistigen Fähigkeiten verbessert – man spricht daher auch von Merk- und Wahrnehmungsspielen. Kim‑Spiele setzen keine Vorkenntnisse voraus und lassen sich leicht mit Haushaltsgegenständen oder Naturmaterialien durchführen. Dadurch sind sie für sehr unterschiedliche Leistungsniveaus einsetzbar – vom aktiven Senior bis zur demenziell Erkrankten.
(Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Zielsetzung im Betreuungsalltag

Im Alltag der stationären Altenhilfe verfolgen Kim‑Spiele mehrere Ziele. Primär dienen sie der Aktivierung verbliebener Fähigkeiten: Indem sie Sinneswahrnehmung, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit ansprechen, helfen sie, kognitive Kapazitäten zu erhalten oder zu verbessern. Durch den spielerischen Zugang wird das Gehirntraining attraktiv gestaltet: Anders als monotones Abfragen wecken Kim‑Spiele Neugier und Motivation. Gerade Menschen mit Demenz bekommen so regelmäßig Impulse, ihr Gehirn zu trainieren – die Spiele wirken wie leichter Denksport, ohne Überforderung. Wichtig ist dabei: Die Übungen orientieren sich an den Ressourcen und der Lebensgeschichte der Betreuten. Dazu gehört, Schwierigkeitsgrad, Tempo und Inhalt so zu wählen, dass Freude und Erfolgserlebnisse im Vordergrund stehen. Kim‑Spiele können also das Selbstwertgefühl stärken und ein Erfolgserlebnis vermitteln, wenn jemand beispielsweise eine Duftprobe richtig errät.

Weitere Zielsetzungen sind die Sinnesschulung und Anregung der kommunikativen Fähigkeiten. Durch Versprachlichung von Wahrgenommenem (z. B. „Das war Röstkaffee!“) werden Sprache und Wortschatz trainiert. In Gruppen fördern solche Spiele das Gemeinschaftsgefühl: Man spricht über Erlebtes (z. B. Erinnerungen an den Duft) und aktiviert biografische Erinnerungen (etwa Gerüche, die an die eigene Kindheit erinnern). Für viele Senioren sind sinnliche Impulse oft Erinnerungsanker an frühere Zeiten (z. B. das Aroma von Gebäck), sodass Kim‑Spiele auch biografieorientiert eingesetzt werden können.

Schließlich unterstützen Kim‑Spiele die alltagspraktische Milieugestaltung: Sie sorgen für abwechslungsreiche Beschäftigung und helfen, den Pflegealltag aktiv und positiv zu gestalten. Indem das Pflegepersonal gezielt sinnliche Reize plant, wird die Umgebung auf die Bedürftigen angepasst – ein Aspekt der sogenannten Milieutherapie bei Demenz.

Vor- und Nachteile

Vorteile: - Vielseitige Förderung: Kim‑Spiele sprechen alle Sinne an (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten). Sie trainieren Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Wahrnehmung und können dadurch die kognitive Aktivität erhalten.

  • Motivationssteigernd: Das spielerische Erraten macht Spaß und schafft Erfolgserlebnisse. Anders als trockenes Gedächtnistraining sind die Spiele meist stressfrei. Durch Alltagsmaterialien (Lebensmittel, Alltagsgegenstände) fühlen sich viele Senioren schnell angesprochen.

  • Anpassbar: Schwierigkeit und Dauer lassen sich flexibel anpassen – von einfachen Gerüchen für betreuungsintensive Personen bis zu komplexen Geräuschpuzzles für fitte Senioren. Auch Gruppen- oder Einzelangebote sind gleichermaßen möglich.

  • Sinneserfahrung: Für mobil Eingeschränkte oder Bettlägerige bieten Tast‑ oder Riechspiele sinnliche Erlebnisse, die im normalen Alltag manchmal zu kurz kommen. Die Spiele können zur nonverbalen Kommunikation beitragen (z. B. taube Bewohner spüren gezielt, Riechen provoziert Emotionen).

  • Geringe Kosten und Aufwand: Benötigt wird meist nur Material, das im Heim ohnehin vorhanden ist (Löffel, Tücher, Lebensmittel, Dosen, Stoffe etc.).

Nachteile: - Barrieren durch Sinnesstörungen: Bei starken Hör- oder Sehbeeinträchtigungen können manche Spiele schwierig werden. Adaptationen sind nötig (z. B. statt Hör-Kim ein zusätzliches Tast- oder Duft-Spiel anbieten).

  • Frustrationspotenzial: Wenn die Aufgabe zu schwer ist (z. B. unbekannte Duftkompositionen), kann dies Unruhe oder Enttäuschung hervorrufen. Deshalb sollten Spiele stets an Leistungsniveau und Stimmung angepasst werden.

  • Hygiene- und Sicherheitsaspekte: Vorsicht ist geboten bei Lebensmitteln (Allergien prüfen, kleine Teile meiden). Auch Geruchsquellen sollten verträglich sein (keine reizenden Substanzen). Beim Tastspiel ist darauf zu achten, dass Personen nichts verschlucken oder mit spitzen Gegenständen verletzt werden.

  • Monotonierisiko: Ohne Variation kann sich Langeweile einstellen. Regelmäßige Abwechslung bei den Materialien und Spielideen ist daher wichtig. Die Betreuenden sollten sich neue Übungen überlegen und Spiele häufig variieren.

  • Organisatorischer Aufwand: Manche Varianten (gerade bei kombinierten Sinnesübungen) erfordern Vorbereitung (Materialien sammeln, Räume herrichten). Im Pflegedienst muss dies eingeplant werden.

Variationen der Kim‑Spiele nach Sinnesbereichen

Im Folgenden sind typische Kim‑Spiele nach Sinnesgebiet gegliedert. Dabei sind jeweils mehrere konkrete Spielideen und Variationen aufgeführt. Jede Übung kann im Sitzkreis, am Tisch oder einzeln im Zimmer durchgeführt werden.

Seh‑Kim (visuelle Wahrnehmung)

Was hat sich verändert? Ein klassischer Einstieg: Eine Person verlässt kurz den Raum, während im Kreis etwas geändert wird (ein Mitspieler wechselt den Platz, jemand legt sich ein anderes Tuch über). Dann kehrt die Person zurück und versucht zu erraten, was anders ist. Diese „Ich sehe was, was du nicht siehst“-Variante schult das genaue Beobachten.

Memory‑Foto: Auf einem Tablett liegen 8–10 vertraute Gegenstände (Sehhilfen, Tassen, Obst etc.), die sich die Gruppe kurz einprägt. Danach wird das Tablett verdeckt. Nacheinander nennt jeder so viele Dinge wie möglich. Eine Fortsetzung ist, nach dem Verdecken einen Gegenstand zu entfernen – die Mitspielenden müssen das fehlende Objekt erraten.

Suchbilder und Wimmelbilder: Bilderrätsel, in denen Unterschiede erkannt oder bestimmte Motive gefunden werden, trainieren das visuelle Gedächtnis. Dazu kann man passende Suchbilder aus Büchern oder dem Internet heranziehen und gemeinsam mit Vergrößerung oder Kontrastmitteln arbeiten.

Schätz‑ und Zählaufgaben: Zum Seh-Kim gehört auch Mengen- und Rätselarbeit. Zum Beispiel können Senioren schätzen, wie viele Stapel Karten oder Glasperlen auf einem Tablett liegen, und dann nachzählen. Oder man fragt: „Wie viele Schrittchen bis zum Fenster?“ und überprüft gemeinsam. Solche Aufgaben erfordern Konzentration auf Details.

Bildbetrachtung spielerisch: Ein Bild („Ich sehe was“) beschreiben lassen, ohne es zu benennen (z. B. „etwas Rundes und Rotes“), fördert die Wahrnehmung. Umgekehrt kann eine Person ein bekanntes Bild so verändern (etwa ein Foto drehen oder bekleben), dass die anderen die Veränderungen benennen.

Hör‑Kim (auditive Wahrnehmung)

Musik‑Anspielung: Ein bekanntes Lied wird nur kurz angehört (z. B. die ersten Takte eines Volkslieds). Dann wird es gestoppt und die Senioren sollen das Lied erraten. Beim Senioren-Bingo oder Musik nachspielen, kennen sie oft viele Melodien.

Geräusche‑rätsel: Das Pflegepersonal erzeugt Geräusche mit Haushaltsgegenständen hinter einem Sichtschutz (oder in einer Kiste), z. B. Papier zerreißen, Flaschen klappern, Besteck aneinander, Buch umblättern. Die Mitspielenden hören zu und raten, welches Geräusch es war. Alternativ können Klangschalen, Rasseln, Glöckchen o. Ä. eingesetzt werden.

Hörmemory: Man steckt identische Kleinteile (z. B. Münzen, Schrauben, Büroklammern) jeweils zu zweit in verschließbare Dosen. Die Dosen werden gemischt und verteilt. Aufgabe ist es, durch Schütteln paareweise gleiche Geräusche zu erkennen und den Inhalt zu benennen.

Trommelspiel: Ein Betreuer klopft rhythmisch mit Fingern oder einem kleinen Handtrommeln auf den Tisch. Die Gruppe soll den Takt nachmachen. Dieses gemeinsame Rhythmus‑“Echo” verbindet Hör‑ mit Bewegungserfahrung.

Geräusche der Natur: Aufgenommene Tier- oder Naturgeräusche (Vogelgezwitscher, Regen) können abgespielt und erkannt werden. Oder es wird „Kuckuck“ gerufen – jeder schaut, wer antwortet. Solche Spiele kombinieren Hören mit Ratespaß.

Riech‑Kim (olfaktorische Wahrnehmung)

Lebensmittelraten: Verschiedene Lebensmittel mit deutlich unterschiedlichem Geruch werden in blickdichte Säckchen oder Beutel gegeben (z. B. Kaffee, gebrühten Tee, Käse, Banane, Vanilleschote). Die Seniorin oder der Senior riecht (bei Bedarf mit geschlossenen Augen) am Inhalt und nennt das vermutete Lebensmittel. Starke, vertraute Düfte erleichtern das Erraten.

Aromaduftbaum (Riechbaum): Kleine Gefäße (z. B. Filmdöschen oder Schraubgläser) werden mit Wattebällchen getränkt, z. B. mit ätherischen Ölen (Lavendel, Zitrone, Lavendel) oder frischen Gewürzen (Zimt, Nelke). Diese werden an einem Ast/Strauch befestigt (Deko-Idee) oder auf dem Tisch verteilt. Die Teilnehmenden dürfen an den Behältern riechen und zuordnen. Dies ist eine ruhige Variante, die die Nase schult.

Orangen‑Zitronen‑Spiel: Zwei Scheiben Zitrone und Orange (oder Gewürznelken an Zitronenscheiben) werden gemischt. Die Senioren riechen (ggf. Augen zu) und erschnuppern, ob es Orange oder Zitrone ist. Die Übung kann je nach Gruppenbedarf als einfaches „Schnupper-Test“ oder als Ratespiel auf Zeit gestaltet werden.

Blumenduft‑Geschichten: Duftende Blüten oder Kräuter (Rosen, Minze, Lavendel) werden geschlossen gezeigt und gerochen. Die Senioren beschreiben dann, was ihnen der Duft sagt oder an welche Erinnerungen er erinnert. Diese Variante richtet sich weniger auf Erraten als auf Fantasie und Biografie („Duft-Gedächtnis“).

Mehrfach-Duft: Für fitte Gruppen kann man eine Tüte mit mehreren stark riechenden Zutaten befüllen (z. B. Kaffee, Vanille, Zimt). Aufgabe ist, so viele Gerüche wie möglich darin zu erkennen. Das fördert Feinsinnigkeit, sollte aber nicht überfordern.

Schmeck‑Kim (gustatorische Wahrnehmung)

Geschmackskostprobe: Bei geschlossenem Mund erhalten die Senioren nacheinander kleine Nahrungsschnipsel (z. B. Apfelstück, Brot, ein Stück Schokolade). Sie sollen erraten, was sie gerade schmecken. Wichtig ist, Allergien zu berücksichtigen und unliebsame Geschmäcker (z. B. scharf, bitter) nur mit Zustimmung einzusetzen.

Variationen von Sorten: Verschiedene Sorten eines Lebensmittels werden probiert. Beispiele sind mehrere Apfelsorten oder verschiedene Tees. Die Senioren beschreiben Gemeinsamkeiten und Unterschiede (süß, sauer, fest, bröckelig). Hier kann auch ein Wettbewerb „Welche Sorte war das?“ eingebaut werden.

Mixgetränk erraten: Ein milder Gemüsesaft oder Wasser mit verdünntem Saft erhält eine geheimnisvolle Zutat (z. B. einen Schuss Sirup). Jeder muss abschmecken und raten, was zugegeben wurde. Dies ist jedoch nur bei körperlich einwandfreien Essverhältnissen zu empfehlen.

Schmeck‑Memory: Entsprechende Gefäße mit kleinen Bissen (eine Süßigkeit, ein Nussstück) werden so gemischt, dass zwei identische „Paare“ vorhanden sind. Die Senioren kosten reihum und suchen dann paarweise gleiche Geschmäcker (z. B. zwei gleiche Bonbons). Dabei werden Geschmack und Merkfähigkeit gleichzeitig gefördert.

Entscheidungsfragen: Einfache Denksportaufgabe kombiniert mit Geschmack: „Zitronengeschmack – süß oder sauer?“ oder Ähnliches. Diese Variante ist eher ein Ratespiel und kann mündlich durchgeführt werden, dabei werden Schmecken und Verbaldenken verknüpft.

Tast‑Kim (taktile Wahrnehmung)

Fühlkiste oder Tastbeutel: Unterschiedliche Objekte (Gegenstände aus dem Alltag oder der Natur) werden in einem Sack, einer geschlossenen Kiste oder unter ein Tuch gelegt. Mit geschlossenen Augen tastet die Person hinein und ertastet das Material. Anschließend wird geraten, um welchen Gegenstand es sich handelt (z. B. „Ich fühle weiches Fell – vielleicht ein Stofftier“). Geeignete Materialien sind weiche Stoffe, Holzklötzchen, Bürsten, Seile, Woll.

Münzen‑Kim: Ein Set unterschiedlich großer Münzen wird mit verbundenen Augen befühlt. Die Senioren sollen die Münze anhand von Größe und Prägung benennen. Dies schult Feinmotorik und Tastsinn für Strukturen (Glätte, Kanten).

Fühlmemory: Paare von Materialien (z. B. zwei gleiche Knöpfe, zwei gleiche Steinchen) werden in einem Blindband gefunden. Zu Beginn werden mögliche Gegenstände gezeigt. Dann wird ähnliches wie Hörmemory gespielt: Wenn ein Gegenstand ertastet und erkannt wurde, sucht man den zweiten.

Tastsinn‑wahrnehmungsspiele: Ein klassisches Beispiel ist das „Tastenlabyrinth“: Ein dünnes Seil oder Schnur wird quer durch den Raum gespannt, und Gegenstände hängen daran. Mit geschlossenen Augen „spürt“ man entlang der Schnur und erkennt die hängenden Objekt. Hier kann man Nüsse, Tücher, Spielzeug o. Ä. anbringen.

Fühlkiste (Kistenspiel): Eine große Kiste wird mit weichem oder losem Material gefüllt (z. B. Reis, Sand, Kirschkerne). Darin sind kleine Gegenstände versteckt (Spielzeugtiere, Formen). Die Senioren tauchen die Hand ein und fischen einen Gegenstand heraus, benennen ihn dann. Dies kombiniert Tasten mit Fingerspitzengefühl.

Personenraten: Ganz variantenreich sind Fühlspiele, bei denen man am Körper anderen Personen oder Puppen tastet (z. B. „Fühl meines Gesichtes“ oder „Zeichne mit dem Finger eine Zahl auf meinen Rücken“). Das erhöht die soziale Komponente und den Spaßfaktor.

Kombinierte Sinnesübungen

Bei kombinierten Spielen werden mehrere Sinne gleichzeitig gefordert. Beispiele sind:

Sinnesspur: Eine kleine Schatzsuche, bei der Hinweise über verschiedene Sinne gegeben werden. Etwa führt ein Duft (z. B. Parfüm oder Kaffee) zum nächsten Hinweis, der über Geräusche beschrieben wird. So verbinden sich Riechen, Hören und Verstehen.

Geruchs‑Seh‑Memory: Man legt zu jedem Duftbild (z. B. von Früchten oder Blumen) eine Duftprobe bereit. Die Teilnehmer schnuppern die Dosen und ordnen sie den Bildern zu. Dabei werden Gesichtserkennung und Geruchswahrnehmung gekoppelt.

Geschmack‑Geruchstest: Aussehen, Riechen und Schmecken kombinieren sich z. B. beim Erraten von Gewürzzutaten: Eine Zutat wird in einem durchsichtigen Behälter gezeigt (z. B. grüne Kräuter), dann darf man sie riechen und am Ende schmecken (Spice-Tasting).

Kochen oder Backen: Gemeinsames Zubereiten einer einfachen Speise (z. B. Obstsalat) spricht alle Sinne an: man sieht die Farben, riecht frisches Obst, fühlt Struktur und schmeckt das Ergebnis. Währenddessen können gezielt Riech- und Geschmacksspiele eingebaut werden (z. B. blindes Probieren einer Zutat).

Gedächtnisreise: Eine Phantom-Reise für alle Sinne: Ein Betreuer beschreibt einen Ort (z. B. „Wir gehen durch einen blühenden Garten“), während die Senioren Bildkarten ansehen (Sehen), Dufthäubchen an Blumen schnuppern (Riechen), Vogelgezwitscher hören (Hören) und schließlich eine Blüte oder ein Fruchtstück probieren (Schmecken).

Hör‑Tast-Kombination: Ein Partner flüstert ein Geräusch (z. B. durch Knistern mit Papier) und tastet gleichzeitig mit einem Gegenstand über den Rücken des anderen. Der „Hörende“ soll sowohl Klang als auch das getastete Objekt beschreiben.

Solche Übungen verbinden Sinne miteinander und fördern die Vernetzung im Gehirn. Sie eignen sich besonders für sehr fitte Gruppen oder zum Abschluss eines Aktivitätsteils, um die Sinne intensiv anzuregen.

Konkrete Umsetzung in der Praxis

Damit Kim‑Spiele in einer Wohngruppe erfolgreich sind, sollten sie sorgfältig vorbereitet und spielerisch angeleitet werden. Das Betreuungspersonal kann folgende Vorgehensweise nutzen:

Rahmenbedingungen schaffen: Vor Beginn die Gruppe informieren und das Ziel spielerisch erklären (z. B. „Wir spielen heute ein kleines Wahrnehmungsspiel“). Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre (Fenster geschlossen, lautlose Handys) und angenehme Sitzordnung im Kreis. Materialien (Tisch, Tücher, Kiste) bereitstellen, damit alle gut herankommen.

Materialien bereitlegen: Nutzen Sie einfache Hilfsmittel aus dem Alltag (Schüsseln, Dosen, Stoffe, Lebensmittelreste). Stellen Sie sicher, dass alles hygienisch und sicher ist. Zum Beispiel Papiertüten für Düfte, kleine Becher oder Gläser, Papier und Stifte für Quiz-Varianten. Achten Sie auf Verträglichkeiten (kein scharfes Essen ohne Hinweis, keine allergenen Stoffe).

Instruktion und Demonstration: Erklären Sie klar die Aufgabe und zeigen Sie ein Beispiel. Bei komplexen Spielen ist manchmal eine kurze Demonstration hilfreich (z. B. einmal vorführen, wie in einen Riechbeutel gerupft wird). Ermuntern Sie die Teilnehmenden, Fragen zu stellen. Bei Demenzkranken ist Wiederholung der Regeln wichtig. Verwenden Sie einfache Sprache und kurze Sätze.

Teilnahme anregen: Gehen Sie herum, geben Sie einzelnen Teilnehmern bei Bedarf Hilfestellung (halten Sie den Beutel näher an die Nase eines Teilnehmers heran). Loben Sie jeden Versuch. Wenn jemand eine Lösung nicht weiß, machen Sie gemeinsam weiter. Verteilen Sie Abwechseln die Rolle des „Rätselgebers“, damit alle einmal an der Reihe sind.

Varianz und Anpassung: Bieten Sie verschiedene Varianten an und wechseln Sie rechtzeitig das Spiel, damit keine Langeweile aufkommt. Beobachten Sie die Reaktion: Wenn Desinteresse oder Überforderung eintreten, wechseln Sie zu einem anderen Sinnesbereich. Für demenzkranke Personen nutzen Sie besonders bekannte Objekte (aus der Region, von früher bekannten Marken). Spielen Sie zum Beispiel Lieder von Jugendzeiten oder raten Sie Gerüche von Gerichten aus der Kindheit. So haben Demenzkranke leichter Zugang.

Integration in den Alltag: Kim‑Spiele lassen sich häufig in bestehende Angebote integrieren, etwa in Aktivierungsrunden oder Themenkaffees. Ein „Wahrnehmungswagen“ kann mit Materialien für spontane Einsätze bestückt werden. Routinen schaffen Sicherheit: Beispielsweise kann das Riech‑Quiz fester Bestandteil eines wöchentlichen Aktivierungsprogramms sein.

Dokumentation und Erfahrungsaustausch: Notieren Sie, welche Spiele besonders gut ankommen oder als schwierig empfunden werden. Tauschen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen aus: Welche Variationen haben besonders gelacht, wer war an welchem Spiel beteiligt. Dieses Wissen hilft, das Angebot weiter zu optimieren und individuell abzustimmen.

Durch diese Praxis‑Anleitung können Kim‑Spiele flexibel in Pflegealltag implementiert werden. Die Hauptsache ist, die Betreuenden integrieren sie anregend und wertschätzend: Sie geben den betroffenen Menschen Zeit, ihre Sinne zu erleben, ohne Leistungsdruck. Mit Fingerspitzengefühl passen sie Schwierigkeitsgrade an – so bleibt die Aktivierung angenehm und bereichernd. Insgesamt tragen Kim‑Spiele dazu bei, dass Senioren ihre Umwelt wieder bewusster wahrnehmen und Freude am Tun erleben.

Kim-Spiel-Aktivierungen

Kim-Spiele (oder Kimspiel) sind aktivierende Gedächtnis- und Wahrnehmungsspiele, bei denen vor allem die Merkfähigkeit und die Feinabstimmung der Sinne geschult wird. Der Name geht auf Rudyard Kiplings Roman „Kim“ zurück, in dem Spiele aus dem Bereich der Wahrnehmung zur Ausbildung eines jungen Spions beschrieben werden. Diese Spiele gelten als Form des „sinnlichen Lernens“ und sind altersunabhängig einsetzbar. In der Seniorenbetreuung werden Kim-Aktivierungen genutzt, um kognitive Fähigkeiten anzuregen und alle Sinnesbereiche spielerisch zu trainieren. Die folgenden 50 Übungsideen sind nach Sinnesbereichen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, kombiniert) sortiert und jeweils für Gruppen- oder Einzelsettings geeignet. Sie bieten klare Zielbeschreibungen, notwendige Materialien, detaillierte Schritt-für-Schritt-Umsetzung und ein konkretes Praxisbeispiel.

Visuelle Aktivierungen (Sehsinn)

Kim-Spiele lassen sich nach Sinnesbereichen unterscheiden (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten). Visuelle Aufgaben fördern besonders die Beobachtungsgabe und das optische Gedächtnis. Die Teilnehmenden lernen, sich Bilder, Farben oder Veränderungen einzuprägen.


Seh-Kim: Veränderungen erkennen

Ziel der Aktivierung: Training der visuellen Aufmerksamkeit und des Kurzzeitgedächtnisses. Die Teilnehmenden sollen sich merken, wie ein Raum oder die Gruppensituation aussieht, und Unterschiede erkennen. Die Übung fördert zudem Konzentration und Gruppendynamik. (Geeignet für Gruppenrunden.)

Materialliste: Keine speziellen Materialien (ggf. ein Raum mit Möbeln und Gegenständen oder wenige Requisiten wie Tücher, Schals, Bilder).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Eine Person verlässt den Raum oder wendet sich ab (wird „weggeholt“).

  2. Die verbliebenen Teilnehmenden verändern etwas im Raum: Beispielsweise wechselt jemand den Sitzplatz, entfernt oder vertauscht ein Kleidungsstück, legt einen Schal ab oder platziert einen Gegenstand anders.

  3. Die Person wird zurückgerufen und muss nun beschreiben bzw. raten, welche Veränderung stattgefunden hat.

  4. Anschließend kann die Übung mit anderen Personen wiederholt werden.

Konkretes Praxisbeispiel: In einer Seniorengruppe steht eine Kanne Tee und ein paar Bücher auf dem Tisch. Die Übungsleiterin lässt Frau A. den Raum kurz verlassen. In der Zwischenzeit steckt ein anderer Bewohner das Buch unter den Tisch. Wenn Frau A. zurückkommt, soll sie sagen, was sich verändert hat (hier: ein Buch ist verschwunden). Durch einfache, bekannte Elemente bleibt die Aufgabe überschaubar.

Gedächtnis-Kim: Gegenstände merken

Ziel der Aktivierung: Förderung der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses. Die Teilnehmenden versuchen, sich Gegenstände und deren Anzahl einzuprägen. Die Übung kann sowohl einzeln als auch als Wettbewerb in der Gruppe gespielt werden.

Materialliste: Ein Tablett oder eine flache Kiste, 6–10 kleine Gegenstände aus dem Alltag (z. B. Kaffeetasse, Schlüssel, Foto, Lesezeichen, Stift, kleiner Gegenstand). (Die Gegenstände sollten gut sichtbar und ungefähr in der Größe einer Hand sein.)

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Betreuungsperson legt die ausgewählten Gegenstände auf einem Tablett aus und positioniert es vor den Teilnehmenden.

  2. Alle erhalten 30–60 Sekunden Zeit, um sich die Gegenstände gut anzusehen und zu merken. Dabei können sie notieren oder im Geiste zählen.

  3. Das Tablett wird verdeckt oder zur Seite gestellt. Dann sollen die Teilnehmenden so viele Gegenstände wie möglich aufzählen, die sie gesehen haben.

  4. Abschließend wird das Tablett erneut gezeigt und die Antworten gemeinsam kontrolliert.

Konkretes Praxisbeispiel: Bei einer Gedächtnisrunde in der Tagespflege legt die Betreuerin ein Tablett mit 8 Gegenständen (z. B. Streichholzschachtel, Tassenuntersetzer, Schlüsselbund, Würfelspiel) auf einen Tisch. Nach kurzer Betrachtungszeit wird das Tablett verdeckt. Die Teilnehmenden nennen reihum die Dinge, an die sie sich erinnern. Anschließend kann die Gruppe aufdecken und die obigen Objekte sichtbar machen (sogenannter „Gedächtnis-Kim“).

Bilder-Memory (Visuelles Memory)

Ziel der Aktivierung: Visuelles Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit für Bilder trainieren. Fördert auch Sprach- und Begriffsbildung, wenn die Bilder benannt werden.

Materialliste: Ein paar Bildpaare aus Zeitschriften oder selbstgemachte Karten (z. B. je zwei gleiche Tier- oder Obstbilder). Insgesamt 6–10 Kartenpaare.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Alle Kartenpaare werden verdeckt (Bild nach unten) auf dem Tisch verteilt.

  2. Die Teilnehmenden dürfen der Reihe nach jeweils zwei Karten aufdecken und zeigen. Stimmen die beiden Bilder überein, dürfen sie die Karten behalten (Paar gefunden); andernfalls werden sie wieder umgedreht.

  3. Die Spieler merken sich die Position und Bilder, um beim nächsten Zug Paare finden zu können.

  4. Das Spiel endet, wenn alle Paare gefunden sind. Sieger ist, wer die meisten Paare gesammelt hat.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin hat 8 Bildpaare (z. B. Äpfel, Uhren, Schmetterlinge, Sonne). Eine Vierergruppe rollt reihum mit einem Würfel; jeder aufgedeckte Wurf erlaubt zwei Karten aufzudecken. Frau B. deckt „Apfel“ und „Sonne“ auf (kein Paar), merkt sie sich und dreht sie wieder um. Später deckt ein anderer Spieler erneut den „Apfel“ auf und findet das dazu passende Bild. Gemeinsam wird gelacht und spielerisch geübt.

Farb-Memory

Ziel der Aktivierung: Visuelles Gedächtnis und Farbunterscheidung schulen. (Einfacherer Schwierigkeitsgrad als Bild-Memory.)

Materialliste: Karten mit farbigen Flächen (z. B. auf Papier gemalt oder aus buntem Karton). Mindestens zwei Karten jeder verwendeten Farbe.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Farb­kartenpaare werden gemischt und verdeckt auf den Tisch gelegt.

  2. Ähnlich wie beim Bilder-Memory darf jeder Teilnehmende reihum zwei Karten aufdecken. Stimmen die Farben überein (z. B. beide rot), wird das Paar beiseitegelegt. Stimmen sie nicht überein, werden die Karten wieder umgedreht.

  3. Die Teilnehmenden versuchen, sich Farben und Positionen einzuprägen, um später gezielt Paare zu bilden.

  4. Das Spiel endet, wenn alle Paare gefunden sind.

Konkretes Praxisbeispiel: Als Einstieg in eine Aktivierung holt die Betreuungsperson zehn Karten hervor: jeweils fünf mal Grün und fünf mal Blau. Die Karten liegen verdeckt aus. Die Senioren suchen reihum Farbpaare, wobei sie sich gemerktes Wissen nutzen. Diese Variante eignet sich gut für Gruppen mit leichten Einschränkungen, da nur zwei Farben unterschieden werden müssen.

Formen-Memory

Ziel der Aktivierung: Förderung der visuellen Merkfähigkeit für Formen und Symbole.

Materialliste: Karten mit verschiedenen geometrischen Formen oder Symbolen (je zwei gleiche Formen, z. B. Kreis, Quadrat, Dreieck, Stern). Insgesamt 6–8 Kartenpaare.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Legen Sie die Kartenpaare verdeckt (Bildseite nach unten) auf den Tisch.

  2. Die Teilnehmenden decken nacheinander zwei Karten auf. Wenn beide dasselbe Symbol zeigen, darf die Person die Karten behalten; andernfalls werden sie wieder umgedreht.

  3. Alle merken sich Lage und Symbole, um später Paare zu bilden.

  4. Am Ende gewinnt, wer die meisten Paare gesammelt hat.

Konkretes Praxisbeispiel: In einer Demenzgruppe werden Formen (Kreis, Herz, Stern, Kreuz) als Memory-Karten vorbereitet. Herr C. deckt nacheinander „Herz“ und „Kreis“ auf (kein Paar) und legt sie zurück. Später erinnert er sich an die Herz-Karte und findet das zweite Herz. Das Spiel läuft freundlich und fördert sowohl Gedächtnis als auch Feinmotorik beim Aufdecken der Karten.

Unterschiedsbild-Aufgabe

Ziel der Aktivierung: Visuelle Detailwahrnehmung und Gedächtnis fördern. Die Teilnehmenden erkennen feine Veränderungen in scheinbar gleichen Bildern.

Materialliste: Zwei Bilder, die auf den ersten Blick gleich aussehen, aber kleine Unterschiede aufweisen (z. B. identische Landschaftsbilder mit je einer abweichenden Kleinigkeit). Solche Bilder gibt es oft in Zeitschriften oder als Ausmalvorlage „Suchbilder“.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie allen Teilnehmenden für 30–60 Sekunden ein Bild mit vielen Details. Lassen Sie die Gruppe gut hinsehen, zählen Sie gemeinsam gewisse Elemente (z. B. „Wieviele Blumen siehst du?“).

  2. Nehmen Sie das Bild weg und platzieren das zweite, leicht veränderte Bild auf. Die Teilnehmenden sollen nun die Unterschiede zum ersten Bild benennen (z. B. fehlen eine Blume, trägt eine Person eine Mütze statt eines Hutes).

  3. Notieren Sie jede gefundene Änderung oder sprechen Sie sie laut aus. Am Ende vergleichen Sie mit dem Originalbild, um alle Unterschiede zu erkennen.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin hat zwei Drucke eines Frühlingsbildes besorgt, bei dem auf dem zweiten Bild ein Vogelflugzeug fehlt und ein Baum mehr ist. Alle Bewohner betrachten zuerst Bild 1 in Ruhe. Dann wird Bild 2 gezeigt und nacheinander nennen sie die entdeckten Veränderungen („Da ist noch ein Vogel!“). So werden Gedächtnisleistung und Genauigkeit gefördert.

Wortbild-Erinnerung

Ziel der Aktivierung: Visuelles Gedächtnis und Sprache trainieren. Die Teilnehmenden merken sich Wörter bzw. Begriffe.

Materialliste: Karten oder Zettel mit geschriebenen einfachen Wörtern (z. B. Blume, Auto, Haus, Teller, Baum). 5–8 verschiedene Wörter.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie alle Wortkarten der Reihe nach den Teilnehmenden (z. B. legen Sie sie nacheinander auf den Tisch) und lesen Sie die Wörter laut vor.

  2. Die Teilnehmenden betrachten die Wörter für ca. 30 Sekunden, können dabei mitschreiben oder laut mitsprechen.

  3. Decken Sie die Karten ab oder entfernen Sie sie. Die Teilnehmenden sollen nun so viele Wörter wie möglich aus dem Gedächtnis nennen oder aufschreiben.

  4. Anschließend gleichen Sie die Erinnerungen mit den echten Wörtern ab, decken Sie dabei noch einmal auf.

Konkretes Praxisbeispiel: In einer Einzelbetreuung liest die Pflegekraft 6 verschiedene Küchenbegriffe vor („Tasse, Löffel, Teller…“). Nach kurzer Einprägezeit bittet sie den Bewohner, alle Begriffe zu nennen. Als Kontrolle werden die Zettel hervorgeholt. So wird das Kurzzeitgedächtnis trainiert.

Foto-Detail-Aufgabe

Ziel der Aktivierung: Visuelle Merkfähigkeit für Details in realen Szenen. Fördert Beobachtungsgabe und Sprachproduktion.

Materialliste: Ein detailreiches Foto oder Bild (z. B. ein Familienfoto, ein Marktplatz, ein Garten mit vielen Pflanzen).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie das Foto der Gruppe für etwa 1–2 Minuten. Besprechen Sie es, nennen Sie gemeinsam ablaufende Szene-Elemente („Wer steht vorne? Welche Tiere gibt es?“).

  2. Decken Sie das Foto ab oder entfernen es aus der Sichtweite.

  3. Stellen Sie gezielte Fragen zum Bild (z. B. „Wie viele Personen waren auf dem Foto? Welche Farben hatte die Jacke der Frau?“). Die Teilnehmenden antworten nach bestem Wissen.

  4. Zum Schluss zeigen Sie das Foto erneut zur Auflösung.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Gruppe betrachtet ein Foto vom letzten Gartenfest. Danach fragt die Betreuerin: „Welche Blume stand im Vordergrund?“ und „Wer trug die rote Jacke?“. Die Bewohner*innen antworten und lachen gemeinsam, wenn sich herausstellt, dass sie einige Details vergessen hatten. Das Spiel fördert aktives Erinnern und Kommunikation.

Schalen-Spiel (Shell-Game)

Ziel der Aktivierung: Visuelles Verfolgungs- und Gedächtnisspiel. Eine Münze wird unter drei umgedrehte Becher gelegt; die Teilnehmenden müssen verfolgen, unter welchem Becher sich die Münze befindet, nachdem die Becher sortiert wurden.

Materialliste: Drei undurchsichtige Becher oder Schalen und eine kleine Münze oder einen ähnlichen Gegenstand.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie allen Teilnehmenden, unter welchem der drei Becher sich die Münze befindet.

  2. Vertauschen Sie rasch die Becher (z. B. platzieren Sie sie nacheinander an neue Positionen oder tauschen Sie zwei miteinander).

  3. Nach dem Mischen wird die Gruppe gefragt: Unter welchem Becher liegt die Münze?

  4. Die Teilnehmenden sprechen oder tippen ihre Vermutungen aus. Dann heben Sie den jeweiligen Becher an, um die Antwort zu überprüfen.

Konkretes Praxisbeispiel: Bei Kaffee und Kuchen versteckt die Betreuerin die Münze unter einem von drei Kunststoffbechern. Nachdem alle Becher durcheinandergestellt wurden, ruft die Gruppe im Chor ihre Vermutungen. Das einfache Ratespiel sorgt für Spannung und Aufmerksamkeit.

Auditive Aktivierungen (Hörsinn)

Auditive Kim-Aufgaben trainieren das Gehör und die auditive Merkfähigkeit. Typische Übungen lassen Klänge oder Geräusche erkennen und merken. Dabei werden Alltagssituationen oder Instrumentenklänge eingesetzt.

Geräusche-Dosen (Hör-Kim)

Ziel der Aktivierung: Auditive Wahrnehmung schärfen und die Merkfähigkeit akustischer Reize fördern.

Materialliste: Verschiedene verschließbare Dosen oder Behälter (z. B. kleine Metall- oder Plastikdosen) und 5–8 unterschiedliche Füllgegenstände, die typische Geräusche machen (z. B. Reis, Münzen, Murmeln, Nüsse, Reis, Erbsen, Watte). Jede Dose wird mit einer bestimmten Zutat befüllt.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Füllen Sie die Dosen heimlich mit den verschiedenen Materialien und verschließen Sie sie. Nummerieren Sie die Dosen unauffällig.

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden reihum jede Dose schütteln (ohne sie zu öffnen) und nennen Sie das Geräusch, das sie hören. Die Person sagt zum Beispiel „Perlen“ oder „Reis“.

  3. Notieren Sie währenddessen das vermutete Material oder lassen Sie es aufschreiben.

  4. Zum Schluss öffnen Sie jede Dose gemeinsam und vergleichen die Vermutungen mit der tatsächlichen Füllung.

Konkretes Praxisbeispiel: In einer Kleingruppe bekommen alle nacheinander fünf Dosen. Frau D. schüttelt Dose Nummer 1 und erkennt das Klackern von Münzen. Sie sagt „Münzen“ – korrekt. So wird der akustische Scharfsinn spielerisch gefördert.

Instrumenten-Erkennung

Ziel der Aktivierung: Förderung der auditiven Wahrnehmung und des Musikgedächtnisses. Die Teilnehmenden lernen, verschiedene Instrumentalklänge zu erkennen.

Materialliste: Bilder oder Modellnachbildungen von 5–6 Musikinstrumenten (z. B. Klavier, Geige, Trommel, Gitarre, Flöte) und ein Abspielgerät mit entsprechenden Instrumenten-Soundaufnahmen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie den Teilnehmenden zuerst kurz Bilder der Instrumente und nennen Sie deren Namen.

  2. Spielen Sie verdeckt den Klang eines Instruments (Kurzaufnahme, z. B. drei Schläge auf der Trommel) ab.

  3. Bitten Sie die Teilnehmenden, das gehörte Instrument zu benennen und das Bild des vermuteten Instruments zu zeigen.

  4. Wiederholen Sie dies mit allen ausgewählten Instrumenten.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin hat Karten mit Geige, Trompete und Gitarre vorbereitet. Sie spielt zuerst einen kurzen Gitarrenakkord. Die Senioren raten „Gitarre!“ und zeigen die passende Karte. Danach folgt ein Flötenton. Dies sensibilisiert für Klangfarben und Erinnerung an bekannte Töne.

Klang-Memory (Auditive Paare)

Ziel der Aktivierung: Auditive Merkfähigkeit durch Gedächtnisspiel fördern. Ähnlich zum Memory, aber mit Geräuschen statt Bildern.

Materialliste: Ein Abspielgerät (Smartphone, Tablet, CD-Player) und 4–6 verschiedene kurze Tonaufnahmen oder Geräusche (z. B. Vogelzwitschern, Vogelgezwitscher, Autohupe, Autohupe, klatschende Hände, schnipsen, Tierlaute). Jeder Ton sollte zwei Mal vorhanden sein.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Spielen Sie alle Tonaufnahmen einmal (in beliebiger Reihenfolge) vor und lassen Sie die Teilnehmenden die Klänge grob zuordnen (z. B. „Vogel“ vs. „Auto“).

  2. Danach starten Sie ein Memory-Spiel: Spielen Sie zufällig einen Ton ab, und die Gruppe rät, um welches Geräusch es sich handelt. Dann wiederholen Sie den Ton kurz und ordnen ihn einer Kategorie zu. Dies machen Sie für beide Exemplare jeder Geräuschart.

  3. Ziel ist es, jedes Geräusch exakt zweimal zu hören und richtig zuzuordnen.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin lädt Tiergeräusche auf ihr Tablet. Sie spielt zweimal den Hundebellton. Die Gruppe muss bei der zweiten Vorstellung sagen: „Das war der Hund noch einmal!“ Die doppelte Wiederholung schult die Merkfähigkeit.

Liederraten („Ton-Kim“)

Ziel der Aktivierung: Förderung des Langzeitgedächtnisses und Hörgedächtnisses. Bekannte Melodien oder Liedanfänge raten.

Materialliste: Ein Abspielgerät und eine kleine Auswahl bekannter Lieder oder Musikstücke aus Jugend- oder Erwachsenenzeit der Teilnehmenden.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Spielen Sie den Anfang eines bekannten Liedes oder nur ein paar Takte (z. B. vertraute Volkslieder oder Schlager).

  2. Bitten Sie die Teilnehmenden, den Liedtitel oder einen markanten Text zu nennen.

  3. Nach der Auflösung wird das Lied eventuell kurz weiter abgespielt oder angestimmt.

  4. Variieren Sie die Schwierigkeit, indem Sie nur sehr kurze Ausschnitte spielen oder mehr Kontext geben.

Konkretes Praxisbeispiel: Gemeinsam wird in der Gruppe „Die Gedanken sind frei“ gesungen. Der Übungsleiter spielt zunächst nur die ersten 3 Sekunden auf dem Tonträger ab. Frau E. erkennt den Liedanfang sofort. Die Betreuerin feiert dies als Erfolgserlebnis. Dadurch wird das auditive Langzeitgedächtnis angeregt.

Alltagsgeräusche erkennen

Ziel der Aktivierung: Auditive Differenzierung von vertrauten Geräuschen und Förderung des Erinnerungsvermögens.

Materialliste: Abspielgerät mit Aufnahmen von typischen Alltagsgeräuschen (z. B. Teekannenpfeifen, Telefonläuten, Tütenrascheln, Wassersprudler, Küchenmixer, Klavierspielen).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Spielen Sie nacheinander verschiedene Alltagsgeräusche ab.

  2. Nach jedem Geräusch sollen die Teilnehmenden spontan benennen, woran sie denken (z. B. „Teekanne“, „Kaffeemaschine“).

  3. Gehen Sie gezielt auf das Geräusch ein und erzählen Sie kurz Anekdoten dazu (z. B. „Wann hast du zuletzt Tee gekocht?“).

  4. Nach der Runde besprechen Sie, welche Geräusche richtig erraten wurden und was sie bedeuten.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Gruppe hört den Sound einer altmodischen Schreibmaschine. Herr F. sagt „Das war doch die Schreibmaschine, damit haben wir früher Briefe geschrieben.“ Das gemeinsame Erinnern an Vergangenes weckt Emotionen und trainiert das auditive Gedächtnis.

Echo-Klangfolge

Ziel der Aktivierung: Auditive Merkfähigkeit und Rhythmusgefühl fördern. Teilnehmer müssen eine abwechselnd gesprochene oder geklatschte Tonfolge wiederholen.

Materialliste: Keine speziellen Materialien (nur Hände oder ein kleines Schlaginstrument wie eine Klangschale).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Übungsleiterin spricht oder klatscht eine kurze Rhythmusfolge (z. B. zweimal Klatsch, einmal Pause, einmal Klatsch).

  2. Die erste Person versucht, diese Abfolge nachzumachen (echo-artig).

  3. Dann erweitert die Übungsleiterin die Folge (z. B. drei Klatscher, Pause, zwei Klatscher), und die nächste Person wiederholt.

  4. Reihum wird die Kette verlängert. Wem ein Fehler passiert, scheidet aus oder beginnt ggf. einen neuen Rhythmus.

Konkretes Praxisbeispiel: Im Sitzkreis klatscht die Betreuerin: „Klatsch, Klatsch, – Klatsch!“ Frau G. wiederholt korrekt. Dann klatscht die Gruppe: „Klatsch, Klatsch, Klatsch – Klatsch!“, und Herr H. wiederholt. Dieses Spiel lockert auf und trainiert Hör- und Gedächtnisleistung.

Wort-Erzähl-Staffel (Sprech-Kim)

Ziel der Aktivierung: Auditive Merkfähigkeit und Sprachproduktion fördern. Die Gruppe erinnert sich an vorher Gesagtes.

Materialliste: Keine (evtl. ein Ball oder Gegenstand zum Weitergeben).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Übungsleiterin beginnt, indem sie leise eine kurze Aussage oder einen Satz sagt (z. B. „Das Haus am See“).

  2. Die erste Person wiederholt diese Aussage, fügt aber ein neues Wort oder eine neue Information hinzu (z. B. „Das kleine Haus am See“).

  3. Die nächste Person wiederholt die gesamte neue Aussage und ergänzt weitere Informationen.

  4. So geht es weiter reihum, bis ein Teilnehmender die Aussage nicht mehr vollständig wiedergeben kann.

Konkretes Praxisbeispiel: Frau I. sagt: „Die Katze schläft“. Herr J. wiederholt: „Die graue Katze schläft“. Als Nächstes sagt jemand: „Die graue Katze schläft in der Sonne“. Dieses Spiel erfordert genaues Zuhören und Gedächtnis und macht den Teilnehmenden Spaß.

Riech-Aktivierungen (Geruchssinn)

Riech-Kim-Übungen schulen den Geruchssinn und das Erinnerungsvermögen. Sie können auch gezielt zur Stimulation von Aromawahrnehmung und Gefühlsaktivierung eingesetzt werden. Da der Geruchssinn oft früh im Alter nachlässt, sind deutliche und bekannte Düfte hilfreich.

Riech-Kim mit Lebensmitteln

Ziel der Aktivierung: Geruchswahrnehmung und Gedächtnis trainieren. Die Teilnehmenden erraten Nahrungsmittel ausschließlich nach ihrem Duft.

Materialliste: Mehrere (5–8) kleine Papiertüten oder Becher mit starken Düften: z. B. Kaffeepulver, geräucherte Wurst, Käse, Vanilleschote, scharfes Gewürz, Zimtstange, frische Kräuter, Kräutertee usw.. Gläser für Pasten oder Honig können in Tüten gesteckt werden. Ggf. ein dünnes Tuch zum Abdecken.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Füllen Sie jedes Nahrungsmittel oder Gewürz in eine eigene Papiertüte bzw. ein kleines Glas (gedeckt) und schließen die Beutel oberhalb (z. B. mit Gummi). Bei leicht flüchtigen Düften (wie Kaffee) hilft eine beschriftete Tüte.

  2. Setzen Sie die Teilnehmenden im Kreis um einen Tisch. Verteilen Sie nacheinander jeweils eine Tüte im Uhrzeigersinn.

  3. Jeder riecht verdeckt an der Tüte und nennt, was er riecht. Die Augen können geschlossen oder mit einem Tuch verbunden werden.

  4. Nachdem alle an einer Tüte gerochen haben, wird diese zur Seite gelegt und die nächste verteit.

  5. Am Ende nennen alle zusammen die richtig erratenen Lebensmittel und vergleichen mit den Lösungen.

Konkretes Praxisbeispiel: In einer Gruppe hält die Betreuerin eine Papiertüte mit gemahlenem Kaffee. Alle Senioren schließen die Augen und „schnuppern“ reihum. Herr K. atmet tief ein und ruft „Kaffee!“. Später riecht Frau L. noch einmal und bestätigt die Lösung. So wird der Geruchssinn spielerisch geweckt.

Riech-Kim mit Flüssigkeiten und ätherischen Ölen

Ziel der Aktivierung: Geruchssinn aktivieren mit bekannten Duftstoffen. Besonders geeignet, um auch flüssige oder duftende Reinigungsmittel und Öle zu erkunden.

Materialliste: Kleine Einmachgläser mit Schraubdeckel. Verschiedene Flüssigkeiten mit intensivem Geruch (z. B. Essig, Spülmittel, Waschmittel, Düfte wie Orangenöl, Pfefferminzöl, Zitronenöl). Wattebausche für ätherische Öle. Alufolie zum Abdunkeln der Gläser. Evtl. Handbohrer, um Löcher in Deckel zu machen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Füllen Sie jede Flüssigkeit (Essig, Parfüm, Getränke, Öle) in ein Glas, nur wenig Volumen (ca. 1 cm hoch). Tropfen Sie ätherische Öle auf Watte und legen Sie sie in andere Gläser. Verschließen Sie die Gläser und wickeln Alufolie darum oder stellen Sie sie in abgetrennte Beutel, sodass man nicht sieht, was drin ist.

  2. Bohrlöcher in die Deckel helfen, den Duft zu verteilen.

  3. Geben Sie das erste Glas mit Deckel reihum. Jeder riecht daran und nennt, was er wahrnimmt (z. B. „Zitrone?“).

  4. Haben alle gerochen, wird der Inhalt aufgelöst und das nächste Glas im Uhrzeigersinn verteilt.

  5. Besonders bei stark riechenden Flüssigkeiten (z. B. Essig) mahnen Sie zu vorsichtigem Riechen.

Konkretes Praxisbeispiel: Vier Flaschen stehen in der Mitte des Kreises, gefüllt mit Zitronen- und Orangenöl, Essig und Bier. Die Gruppe schließt die Augen. Frau M. atmet ausgiebig an der ersten Flasche und sagt „Zitrone“. Die Betreuerin lobt die Entdeckung. Danach geht es mit dem nächsten Glas weiter. Dieses Duft-Kim-Quiz macht allen Spaß und animiert zum Beschreiben von Eindrücken.

Duft-Memory (Geruchspaare)

Ziel der Aktivierung: Geruchsgedächtnis und Konzentration. Die Teilnehmenden müssen Duftpaaren matchen.

Materialliste: Mehrere gleiche Duftquellen jeweils doppelt, z. B. zwei kleine Bienenwachstörtchen, zwei Orangenschalen, zwei Stück Vanillestangen usw. Insgesamt 4–6 Doppelpaar-Aufbauten. Kleine Dosen oder Tüten zur Lagerung.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Bereiten Sie jeweils zwei gleiche Düfte vor und verpacken Sie sie getrennt (z. B. je zwei Tüten mit Vanille).

  2. Mischen Sie die Behälter verdeckt und reichen Sie reihum einen Duft zur Erkennung. Nennen Sie reihum Ihre Vermutung.

  3. Jeder Teilnehmende notiert sich (oder sagt) das genannte Aroma.

  4. Haben alle einmal gerochen, wird überprüft, welche Doppelpaarungen richtig erkannt wurden.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin versteckt zweimal je einen Zimtstängel, zweimal Orangenöl, zweimal Rosmarin. Im Kreis riecht jeder nacheinander an einer Tüte. Herr N. erkennt den Zimt und nennt ihn. Am Ende deckt man die Gegenstände auf und bestätigt die richtig gefundenen Paare. Dadurch trainieren alle den Geruchssinn und den Vergleich von Düften.

Gewürz-Ratespiel

Ziel der Aktivierung: Geruchserkennung von Gewürzen und Kräutern. Sinnesanregung und Wortfindung.

Materialliste: Kleine Gewürzgläschen oder -tüten mit zum Beispiel Zimt, Nelken, Pfeffer, Paprika, Estragon, Kaffee. Nicht scharfe Gewürze (wegen Verträglichkeit). Augentuch oder Serviette zum Verbinden der Augen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Verteilen Sie die Gewürze nacheinander in kleinen Schälchen oder Tütchen.

  2. Die Teilnehmenden werden abwechselnd gebeten, zu riechen und den Gewürz­namen zu nennen.

  3. Augen können verbunden werden, um das Riechen zu fokussieren.

  4. Am Ende wird gemeinsam aufgelöst, welche Gewürze richtig erkannt wurden.

Konkretes Praxisbeispiel: In der Gruppe werden drei Gewürze getestet: Zimt, Pfeffer und Vanillezucker. Herr O. schließt die Augen, riecht an Zimt und sagt „Weihnachtssorte“. Er wird gelobt und erinnert sich an Weihnachtsgebäck. So verbindet das Geruchserkennen alte Erinnerungen und bringt Gespräch in Gang.

Blumen- und Kräuterduft-Erkennung

Ziel der Aktivierung: Naturverbundenheit wecken und Geruchsgedächtnis aktivieren.

Materialliste: Frische oder getrocknete Blumen/Kräuter (Lavendel, Minze, Rose, Kamille) in verschlossenen Dosen oder Glasgefäßen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Stellen Sie verschiedene Pflanzendüfte bereit und lassen die Teilnehmenden einmal an jedem Gefäß riechen.

  2. Die Gruppe ordnet die Gerüche den entsprechenden Pflanzen zu.

  3. Sprechen Sie über Herkunft und Nutzen der Düfte (z. B. Lavendel: beruhigend).

Konkretes Praxisbeispiel: Zwei Schalen stehen bereit: eine mit frischer Minze, eine mit Lavendelblüten. Jeder atmet nacheinander tief ein und sagt, was er riecht. Die Übungsleiterin fragt: „Wofür kennt ihr Minze?“ Die Teilnehmenden erzählen von Tee, Gewürzen und Pflegemitteln – eine gute Mischung aus Erlebnis und Gedächtnisleistung.

Kombinierte Duftsinn-Aufgabe (Geruch und Bild)

Ziel der Aktivierung: Verknüpfung von Geruchswahrnehmung mit visuellen Informationen. Fördert Multisensorik und Gedächtnis.

Materialliste: Duftproben (z. B. Kaffee, Zitrone, Zimt) und Karten oder Bilder, die zu den Düften passen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Legen Sie Duftproben in Behälter bereit. Zeigen Sie vorab Bilder, die den Düften entsprechen.

  2. Nun riechen die Teilnehmenden verdeckt an einer Probe und benennen gleichzeitig das Bild, das ihrer Meinung nach dazu passt.

  3. Klären Sie gemeinsam, ob die Zuordnung stimmt.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Gruppe kennt das Bild eines Apfels und von Zimtstangen. Wird an Zimt gerochen, sagt Frau P. „Zimt!“ und zeigt das richtige Bild. Danach probieren alle auch umgekehrt: Sie sehen ein Vanillebild und riechen Vanilleöl. Diese Sinneskombination vertieft die Erinnerung.

Gustatorische Aktivierungen (Geschmackssinn)

Schmeck-Kim-Aufgaben fördern den Geschmackssinn. Auch wenn bei Senioren oft Vorsicht geboten ist, können einfache Geschmackstests (Süß/Sauer/Salzig) oder bekannte Früchte eingesetzt werden. Immer in kleinen Mengen und je nach Verträglichkeit.


Mund-Kim: Essen erraten

Ziel der Aktivierung: Geschmackssinn und Merkfähigkeit trainieren. Unter verbundenen Augen sollen die Teilnehmenden essbare Proben schmecken und benennen.

Materialliste: Kleine, mundgerechte Proben von Lebensmitteln (z. B. Apfelstücke, Brotkrümel, roh geschnittene Möhren, Käsewürfel, Schokolade, Kekse). Augenbinden oder Handtuch zum Verbinden der Augen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Augen der Testperson werden verbunden. Die Betreuerin reicht nacheinander kleine Kostproben.

  2. Jeder Kost wird einzeln probiert. Die Person sagt, was sie schmeckt (z. B. „Banane“, „Käse“).

  3. Als Unterstützung dürfen die Teilnehmenden notieren oder sich austauschen.

  4. Zum Schluss werden die Ergebnisse offenbart und besprochen.

Konkretes Praxisbeispiel: Bei einem Single-Angebot wird Frau Q. blind verköstigt. Die Betreuerin gibt ihr ein kleines Stück Apfel. Nach kurzem Kauen ruft Frau Q.: „Das ist Apfel – schön frisch!“ Danach folgt ein Stück Käse, das sie ebenfalls erkennt. So macht „Mund-Kim“ Freude und weckt Erinnerungen an Geschmackserlebnisse.

Geschmacksmemory (Süß/Sauer/Salzig)

Ziel der Aktivierung: Geschmackserkennung und Erinnerung an Geschmackspaare.

Materialliste: Kleine Schälchen mit einer süßen (z. B. Zuckerwasser), einer salzigen (etwas Salzlösung oder eine sehr leichte Brühe), einer sauren Flüssigkeit (z. B. Zitronensaft verdünnt). Jede Geschmacksrichtung jeweils doppelt.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Flüssigkeiten werden in undurchsichtigen Bechern verdeckt verteilt, jeder Geschmack zwei Mal.

  2. Die Teilnehmenden nehmen nacheinander einen Schluck (oder löffelweise Kostprobe) und nennen den wahrgenommenen Geschmack.

  3. Nach allen Verkostungen wird überprüft, ob die Paare („zwei mal süß“ etc.) erkannt wurden.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin serviert kleine Schlücke: einmal gesüßtes Wasser, einmal leichte Gemüsebrühe. Die Senioren stellen fest, dass zwei Proben süß und zwei herzhaft sind. So üben sie den Unterschied von süß und salzig/umami und spielen den klassischen „Schmeck-Kim“ nach.

Gewürz-Schmeck-Spiel

Ziel der Aktivierung: Erkennung verschiedener Geschmäcker und Stärkung der Geschmackserinnerung.

Materialliste: Kleiner Teller mit jeweils einer Portion Zucker, Salz und Zitronensaft (jeweils mit Wasser leicht verdünnt), eventuell eine kleine Menge bittere Probe (z. B. etwas Grapefruitsaft), an einem sicheren Ort.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Jede Probegeschmacksrichtung wird nacheinander mit einem Teelöffel gereicht.

  2. Die Teilnehmenden schmecken und nennen, ob es süß, salzig, sauer oder bitter ist.

  3. Danach werden die korrekten Geschmacksrichtungen besprochen.

Konkretes Praxisbeispiel: Herr R. probiert zuerst den Zuckerwürfel und sagt „das ist süß“. Im nächsten Schritt erkennt er die Zitronensäure als sauer. Beim leichten Salztest amüsiert er sich über sein Gesicht bei der ersten Salzprobe – ein kleiner Spaß im Aktivierungskontext.

Getränke-Ratespiel

Ziel der Aktivierung: Geschmack und Erinnerung an bekannte Getränke.

Materialliste: Zwei verschiedene alkoholfreie Getränke (z. B. Apfelsaft, Kräutertee, Wasser mit Fruchtgeschmack) in unbeschrifteten Tassen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Augen der Teilnehmenden werden verbunden. Nacheinander erhalten sie zum Probieren einen Schluck des ersten Getränks.

  2. Die Person nennt das Getränk, das sie vermutet (z. B. „Apfelsaft?“).

  3. Dann wird das zweite Getränk gereicht. Wieder wird geraten.

  4. Zum Schluss wird aufgedeckt, um welche Getränke es sich gehandelt hat.

Konkretes Praxisbeispiel: Frau S. kostet zunächst Apfelsaft: „Hmmm, das fühlt sich süß-saftig an – Apfelsaft?“ Dann trinkt sie eine Tasse Kräutertee: „Rieche ich Minze?“. Nach Aufdecken werden die Begriffe Apfelsaft und Pfefferminztee bestätigt. Das Quiz animiert und macht Spaß.

Schmeck-Quiz (Kräuter und Saucen)

Ziel der Aktivierung: Unterscheiden von Würz- und Kräuteraromen. Fördert Konzentration.

Materialliste: Kleine Proben oder Töpfchen mit Kräutern oder Saucen (ein Teelöffel Joghurt mit Kräutern, Senf, Honig) sowie etwas Brot zum Neutralisieren.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Teilnehmende erhalten nacheinander mit Löffelchen kleine Portionen.

  2. Sie schmecken die Probe und nennen das Element (z. B. „Rosmarinjoghurt“, „Honig“, „Senf“).

  3. Zwischen den Proben Brot essen, um die Geschmacksnerven zu neutralisieren.

Konkretes Praxisbeispiel: Bei einem Genussnachmittag erhält jeder zuerst einen Klecks Kräuterquark und spuckt oder schluckt nach dem Raten. Herr T. sagt schnell „Quark mit Kräutern“, dabei wird noch über Lieblingsgerichte gesprochen. Danach gibt es Senf: Sofort kennt ihn jeder. So wird das Schmecken abwechslungsreich gestaltet.

Taktil-haptische Aktivierungen (Tastsinn)

Taktile Kim-Übungen aktivieren den Tastsinn. Die Teilnehmenden ertasten Gegenstände oder Texturen im Verborgenen und fördern so die Feinmotorik und sensorische Wahrnehmung.

Fühlbeutel-Spiel (Tast-Kim)

Ziel der Aktivierung: Taktiles Gedächtnis und Fühlen fördern. Die Teilnehmenden ertasten Gegenstände in einer Tasche, ohne hinzusehen.

Materialliste: Ein blickdichter Stoffbeutel oder undurchsichtige Box. Verschiedene kleine Alltagsgegenstände (z. B. Schlüssel, Schraube, Münze, Wattebausch, Korken, Stressball) in den Beutel legen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Füllen Sie den Beutel mit 5–8 unterschiedlich strukturierten Gegenständen. Mischen Sie sie gut durch.

  2. Nacheinander greifen die Teilnehmenden verdeckt in den Beutel und ertasten einen Gegenstand.

  3. Die Person beschreibt oder errät, was es sein könnte (z. B. „glatt, rund, aus Metall“).

  4. Nach allen Versuchen werden die Gegenstände gezeigt und die Antworten verglichen.

Konkretes Praxisbeispiel: In der Sitzecke steckt Frau U. ihre Hand in den „mysteriösen“ Beutel. Sie spürt etwas Hartes, Klebriges („Ist das Kaugummi?“). Der Betreuer zückt dann einen originalen Wattebausch: „Das war Watte!“ – alle schmunzeln. Solche Fühlübungen lockern auf und schärfen den Tastsinn.


Fühlbox mit Alltagsmaterialien

Ziel der Aktivierung: Unterschiedliche Materialstrukturen ertasten (rau/glatt, hart/weich).

Materialliste: Kiste mit mehreren Schlitzen oder kleine Säckchen. Materialien wie Stoffstück (Samt, Wolle), Holzstück, Küchenrolle, Schwamm, Folie, Filz.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Legen Sie verschiedene Materialien in mehrere Fächer einer Kiste oder in Säckchen.

  2. Die Teilnehmenden greifen mit einer Hand hinein und fühlen jeweils ein Material.

  3. Sie nennen die Eigenschaften („weich, kratzig“) oder erraten, was es ist.

  4. Abschließend prüfen Sie, ob die Beschreibungen stimmen, indem Sie die Materialien zeigen.

Konkretes Praxisbeispiel: Herr V. fühlt an einem Stoff und sagt sofort: „Kuschelige Wolle!“ Die Gruppe nickt, und dann wird die Wollmütze herausgeholt. So entstehen Gespräche über Kleidung und Jahreszeiten.

Fühlmemory mit Oberflächen

Ziel der Aktivierung: Gedächtnis für Oberflächenstrukturen. Passt gedankliche Bilder (glatt, rau) zusammen.

Materialliste: Je zwei gleiche Karten mit benannter Oberfläche (z. B. „samtig“, „rau“, „glatt“, „pelzig“). Alternativ reale Musterstücke (Sandpapier, Samt).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Mischen Sie die Kartenpaare verdeckt oder stellen Sie die Muster verdeckt auf.

  2. Die Teilnehmenden ertasten reihum zwei verdeckte Karten/Fächer. Stimmen die Oberflächenbezeichnungen überein, dürfen sie das Paar behalten.

  3. Ziel ist es, so viele Paare wie möglich zu finden, indem man sich ertastete Eindrücke merkt.

Konkretes Praxisbeispiel: Zwei Karten sind mit „seidenweich“ beschriftet, zwei mit „rauh“. Herr W. ertastet „rauh“ und merkt sich die Position. Später kehrt er zurück und findet auch den zweiten rauhen Zettel. Dies schult die taktile Erinnerung.

Temperatursinn-Übung

Ziel der Aktivierung: Empfindung von Temperaturunterschieden. Sanfte Stimulation für den Tastsinn.

Materialliste: Zwei Wärmflaschen (eine mit warmem, eine mit kaltem Wasser gefüllt, nicht zu heiß/zu kalt). Handtuch oder Stoff zum Hüllen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Geben Sie den Teilnehmenden nacheinander eine Wärmflasche in die Hand (mit Stoff umwickelt), ohne ihnen vorher zu sagen, ob sie warm oder kalt ist.

  2. Die Person hält die Flasche und sagt „warm“ oder „kalt“.

  3. Danach tauschen Sie um oder holen eine andere Flasche hervor.

  4. Varianten: Man kann auch mit kaltem Waschlappen vs. warmem Tuch arbeiten.

Konkretes Praxisbeispiel: In einer Aktivierungsrunde fühlt Frau X. an einer Wärmflasche und sagt überrascht: „Spür mal, wie warm das ist!“ – die Gruppe nickt. Anschließend wird eine kalte Wärmflasche gereicht, die von einem Tuch umhüllt ist. Die Teilnehmenden spüren den Unterschied und sprechen darüber („Das erinnert mich an eine kalte Zentraltasche!“).

Tast-Texturen-Raten

Ziel der Aktivierung: Ertasten verschiedener Materialbeschaffenheiten (z. B. grob/glatt, weich/steif).

Materialliste: Verschiedene Textilien und Oberflächen: Sandpapier, Seide oder Satin, Baumwollstoff, Plüsch, Holzklötzchen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Bereiten Sie mehrere kleine Probeblöcke oder -stücke mit unterschiedlichen Oberflächen vor.

  2. Nacheinander ertasten die Teilnehmenden verdeckt (mit geschlossenen Augen) die Materialien.

  3. Sie beschreiben die Empfindung („rau“, „seidig“) und versuchen, das Material zu benennen.

  4. Die Gruppe überprüft gemeinsam, ob die Vermutungen stimmen.

Konkretes Praxisbeispiel: Herr Y. berührt zunächst ein Stück Stoff und meint „Das ist zart und glatt – vielleicht Seide?“. Tatsächlich ist es Satin. Im nächsten Durchgang fühlt Frau Z. an Sandpapier und ruft „Körnig!“. Durch das Ertasten werden verschiedene Sinneseindrücke erlebt.

Form-Erkennen im Ton

Ziel der Aktivierung: Feinmotorik und Tastsinn verbinden. Blind Formen fühlen.

Materialliste: Ein Stück weiches Ton (Modelliermasse) und kleine Modellierwerkzeuge. Unterlage.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Eine Person formt im Verborgenen eine einfache Form (z. B. einen Würfel) aus Ton und lässt die anderen ein genaues Abbild ertasten.

  2. Die anderen fühlen blind am Ton und beschreiben die Form.

  3. Danach legen alle gemeinsam den Ton auf, und die tatsächliche Form wird verglichen.

Konkretes Praxisbeispiel: In der Einzelbetreuung formt die Betreuerin heimlich ein einfaches Herz aus Ton. Danach dürfen die Finger von Herrn X. ertasten. Er stellt fest: „Es ist rund unten und spitz oben – ein Herz?“ Die Auflösung bestätigt es und sorgt für Stolz beim richtigen Raten.

Tast-Ordnungsspiel

Ziel der Aktivierung: Objekte nach Tastsinn sortieren. (z. B. hart/weich, groß/klein).

Materialliste: Zwei Sammlungssätze von Gegenständen (z. B. großer und kleiner Stein, weiches Tuch und festes Tuch, glatter Glasstein und rauer Tannenzapfen).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Legen Sie alle Gegenstände verdeckt (eventuell in Taschen) auf den Tisch.

  2. Nacheinander werden zwei Objekte ertastet. Die Person ordnet sie nach einer Eigenschaft (z. B. „Das ist hart, das ist weich“).

  3. Wiederholen Sie dies für alle Gegenstände.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Gruppe hat Materialien wie rohen Kartoffeln (fest) und geschälten Kartoffeln (weich) verdeckt. Frau A. ertastet beides und sagt: „Der eine fühlt sich hart an, der andere ganz weich – eine ist gekochter Kartoffelbrei!“ So lernen die Bewohner, Temperatur und Konsistenz wahrzunehmen (gekocht vs. roh).

Kombinierte Sinne

Diese Übungen verbinden mehrere Sinne und fördern integratives Erleben. Sie können etwa Sehen mit Hören oder Riechen kombinieren.

Geruch & Geschmack kombinieren (Aromen zuordnen)

Ziel der Aktivierung: Verknüpfung von Geruchs- und Geschmackserinnerungen. Die Teilnehmenden erleben denselben Stoff einmal riechen, einmal schmecken.

Materialliste: Lebensmittel oder Getränke, die sowohl gut riechbar als auch schmeckbar sind (z. B. Apfel, Zitronenscheiben, Kräutertee). Jeweils eine Kostprobe und eine Duftprobe.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Lassen Sie die Teilnehmenden an einer Probe riechen und deren Duft benennen.

  2. Danach kosten alle eine kleine Menge derselben Substanz.

  3. Besprechen Sie, ob Geruch und Geschmack übereinstimmen und was sie daran gefällt.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Gruppe riecht am frischen Apfel: „Der riecht süßfruchtig!“. Dann kostet jeder ein Apfelstück. Die Senioren genießen den Geschmack und vergleichen diesen mit der zuvor eingeprägten Duftinformation.

Hören & Sehen (Klang-Bild-Zuordnung)

Ziel der Aktivierung: Kombination aus auditiver und visueller Wahrnehmung. Geräusche werden mit Bildern verknüpft.

Materialliste: Abspielgerät mit Geräuschen und dazugehörige Bilder (z. B. Vogelgesang und Foto eines Vogels, Autohupen und Bild eines Autos, Flötenton und Bild einer Flöte).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie ein Bild und bitten Sie die Teilnehmenden, das Objekt zu benennen.

  2. Spielen Sie dann einen passenden Ton ab (z. B. Vogelgezwitscher).

  3. Die Gruppe soll bestätigen, ob das Geräusch zum Bild passt oder welches Objekt es auslöst.

Konkretes Praxisbeispiel: Bild der Kirchturmuhr wird gezeigt und benannt. Dann ertönt das Gegensignal der Turmuhr (DONG). Alle nicken – das Geräusch stimmte. Diese Verknüpfung stärkt das Zuordnen von Hören und Sehen.

Riechen & Fühlen (Frucht in Tasche)

Ziel der Aktivierung: Kombination von Geruchs- und Tastsinn. Die Teilnehmenden riechen und ertasten gleichzeitig.

Materialliste: Obst oder Gemüse, jeweils in kleine Beutel oder Säckchen gesteckt (z. B. eine Mandarine, eine Gurke, Trauben). Die Bag ist luftig genug, um an Duft zu gelangen.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Geben Sie jedem Teilnehmenden verdeckte Beutel mit einem Lebensmittel.

  2. Die Person riecht daran und fühlt (ohne zu sehen) Form und Textur.

  3. Dann nennt sie, um welches Lebensmittel es sich handelt.

  4. Gemeinsame Auflösung durch Herausnehmen und Anschauen.

Konkretes Praxisbeispiel: Herr U. riecht an einem Beutel und spürt kleine runde Gegenstände. Er sagt: „Trauben!“ – korrekt. Die Mischung aus Haptik (smooth, rund) und Geruch (frisch) hilft beim Erkennen.

Hören & Fühlen (Geräusch & Gewicht)

Ziel der Aktivierung: Kombination aus Tasten und Hören. Gegenstände werden gefühlt und dann mit einem Geräusch verbunden.

Materialliste: Zwei Behälter mit demselben Inhalt (z. B. Reis). Einen Behälter füllen Sie mit Holz-, den anderen mit Metallkugeln. Beide machen ein Geräusch, wenn man sie schüttelt.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Lassen Sie die Teilnehmenden nacheinander an Behälter 1 schütteln und fühlen, wie er sich anfühlt.

  2. Dasselbe mit Behälter 2.

  3. Nun spielen Sie einen Klick- oder Schüttelton ab, und die Gruppe soll erraten, ob er von Behälter 1 oder 2 stammt (Holz- oder Metallkugeln).

  4. Nach der Auflösung können die Gegenstände angeschaut und verglichen werden.

Konkretes Praxisbeispiel: Zwei Dosen fühlen sich ähnlich voll an, ein Raunen ertönt: „Ist das Metall?“ Die Senioren lernen, Geräusch und Gewicht gemeinsam zu beurteilen.

Geschmack & Geräusch (Knackgeräusch)

Ziel der Aktivierung: Verbindung von Schmecken und Hören. Zum Beispiel knackende Lebensmittel probieren.

Materialliste: Verschiedene knackige Kostproben (z. B. gebrannte Mandeln, Kartoffelchips, Karottensticks).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Reichen Sie einen zuerst unhörbaren kleinen Bissen (z. B. ein weiches Bonbon). Die Teilnehmer sagen, was sie schmecken.

  2. Geben Sie dann ein knackiges Stück (z. B. Kartoffelchip). Die Gruppe achtet jetzt auf den Klang des Kauens.

  3. Vergleichen Sie, wie das Geräusch das Geschmackserlebnis beeinflusst („Das knackt!“).

Konkretes Praxisbeispiel: Frau V. beißt in einen Chip und bemerkt das laute Knacken. Sie lacht und sagt: „Das ist ein Chips – ich höre es knistern im Mund!“. So werden Gleichzeitigkeit der Sinneseindrücke bewusst gemacht.

All-in-One-Sinnesschatzsuche

Ziel der Aktivierung: Integration mehrerer Sinne gleichzeitig. Eine Schatzsuche mit Hinweisen durch Sehen, Hören und Riechen.

Materialliste: Verschiedene Requisiten: z. B. Bilder, Duftspender, kleine Klangkörper. Ein vorbereiteter Parcours im Raum.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Verstecken Sie in einem Raum oder Garten mehrere Gegenstände. Jeder Hinweis dort ist mit einem Sinn verbunden (z. B. Bild am Baum, Duftkissen am nächsten Versteck, Klangquelle beim Schatz).

  2. Lesen Sie den ersten Hinweis vor: „Folge dem Bild mit Apfel“. Die Teilnehmenden suchen das Bild.

  3. Dort finden sie beispielsweise einen Duftöl-Spender, der nach Zimt riecht, und den nächsten Hinweis enthält („Rieche den Weihnachtsduft und finde die nächste Spur“).

  4. An jedem Punkt wird sowohl etwas gehört, gerochen als auch gesehen. Am Ende gibt es einen kleinen Preis (z. B. ein selbstgebackener Keks, der alle Sinne anspricht).

Konkretes Praxisbeispiel: Im Wintergarten hängt ein Bild von Kaffeebohnen. Die Gruppe folgt dem Hinweis und findet daneben eine Kerze mit Kaffeegeruch. Durch Riechen kommen sie zum nächsten Hinweis am Radio („Höre das Weihnachtslied“). Diese Schnitzeljagd beansprucht alle Sinne und weckt Neugier und Bewegung.

Bild & Duft-Matching

Ziel der Aktivierung: Verknüpfung visueller und olfaktorischer Reize.

Materialliste: Abbildungen von Gewürzen oder Kräutern (z. B. Pfeffer, Basilikum) und passende Duftproben (z. B. getrocknete Kräuter in verschlossenen Tütchen).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Legen Sie die Bilder verdeckt auf den Tisch. Geben Sie jeder Person abwechselnd einen Duftprobe zum Riechen.

  2. Die Person nennt, welches Foto (nach Duft) zu diesem Geruch gehört (z. B. Duft von Basilikum zum Bild mit Basilikum).

  3. Auflösung: Bilder hochklappen und vergleichen.

Konkretes Praxisbeispiel: Frau W. riecht an einem Kräuterglas und sagt: „Das muss Basilikum sein“. Sie zeigt auf das passende Bild – richtig. Diese Übung fördert Assoziation zwischen Sehen und Riechen.

Musik und Bewegung (Rhythmus-Erinnerung)

Ziel der Aktivierung: Förderung von Gehör, Bewegung und Gedächtnis. Die Gruppe folgt Rhythmen mit Klatschen oder Instrumenten.

Materialliste: Rhythmusinstrument (z. B. Trommel) oder ohne, nur Hände. Musikstück mit klarem Rhythmus.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Spielen Sie einen klaren Rhythmus oder klatschen Sie einen einfachen Takt vor.

  2. Die Teilnehmenden wiederholen den Rhythmus nach (zunächst leise sprechend, dann klatschend).

  3. Erhöhen Sie die Schwierigkeit, indem Sie den Takt verändern oder einen Trommelschlag hinzufügen.

Konkretes Praxisbeispiel: Die Betreuerin klatscht „Ta-Ta-Ta-TAA“. Herr Z. und die Gruppe wiederholen korrekt. Beim nächsten Takt fügen sie dann selbst einen Kreuztakt hinzu. Dies schult Rhythmus und Gedächtnis.

Geräusche-Sinnesquiz (Mehrere Sinne)

Ziel der Aktivierung: Alltagsgegenstände durch Einsatz verschiedener Sinne identifizieren.

Materialliste: Ein Behälter mit einem Gegenstand, der geklopft oder geschüttelt wird (Hör-Sinn) und zugleich ertastet wird (Tast-Sinn). Zum Beispiel eine gefüllte Teedose.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Geben Sie einem Teilnehmenden eine große Dose: er hört an seinem Ohr das Klopfen von innen und gleichzeitig ertastet er mit der anderen Hand das Äußere.

  2. Die Person nennt, was sie vermutet (z. B. „Kekse?“).

  3. Zeigen Sie den Inhalt zur Kontrolle.

Konkretes Praxisbeispiel: Herr P. hört lautes Rascheln und fühlt einen leichten Druck an den Fingern. Er vermutet „Knäckebrot“. Die Dose enthielt tatsächlich getrocknete Brotchips. So wird die Sinneswahrnehmung verstärkt.

Sinnesschatz (Geruch, Geschmack, Sehen)

Ziel der Aktivierung: Kombination aus Riechen, Schmecken und Sehen. Beispielsweise Erraten von Lebensmitteln durch mehrere Sinne.

Materialliste: Ein mit Stoff abgedeckter Korb mit Obst oder kleinen Snacks.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Ein Bewohner ertastet einen Apfel im Korb, riecht daran und probiert ein kleines Stück.

  2. Er beschreibt seine Eindrücke (saftig, süß, rund).

  3. Die Gruppe diskutiert, welches Lebensmittel das sein könnte.

  4. Schließlich wird das Obst aus dem Korb genommen.

Konkretes Praxisbeispiel: Beim „Sinnesschatz“ legt Frau Q. eine Hand in den Korb. Sie riecht „frisch“, fühlt eine glatte, feste Kugel. Beim Probieren sagt sie: „Apfel!“. Alle freuen sich über die gelungene Gesamt-Wahrnehmung.

Erinnerungs-Kim (Bilder und Geräusche)

Ziel der Aktivierung: Verknüpfen eines Bildes mit einem dazugehörigen Geräusch.

Materialliste: Bildkarten, die einen Gegenstand oder eine Aktion zeigen, und Tonaufnahmen (z. B. ein Foto von einem Auto plus Motorgeräusch, Boot plus Wellenrauschen).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Zeigen Sie zuerst ein Bild und besprechen es.

  2. Spielen Sie dann ein Geräusch ab, das zu einem anderen ausliegenden Bild passt.

  3. Die Teilnehmenden müssen erraten, welches Bild zum Ton gehört.

Konkretes Praxisbeispiel: Ein Bild zeigt einen trillerpfeife. Die Übungsleiterin spielt das Geräusch einer Trillerpfeife. Die Gruppe tippt schnell auf das passende Bild. Dieses Kombinationsspiel schult Mehrfachwahrnehmung.

Duft-Bilder-Matching

Ziel der Aktivierung: Zuordnen von Düften zu Bildern aus der Natur oder dem Alltag.

Materialliste: Duftproben (z. B. Zimt, Melone) und Bildkarten mit der Duftquelle (Zimtstangen, Melone).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Riechen Sie gemeinsam an einer Probe (z. B. Melonenduft).

  2. Lassen Sie die Teilnehmenden das passende Bild auslegen.

  3. Auflösung: Bild und Geruch vergleichen.

Konkretes Praxisbeispiel: Es duftet nach Vanille. Die Gruppe wählt unter mehreren Karten die Vanilleschote aus. Dies verbindet visuelle und olfaktorische Erinnerung.

Geräusche-Bilder-Memory

Ziel der Aktivierung: Paare aus Geräusch und Bild finden.

Materialliste: Karten mit Geräusch-Symbolen (z. B. kleines Lautsprecher-Symbol) und entsprechenden Bilderkarten. Zwei Sets, je Geräusch-Bild-Paar.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Mischen Sie gemischte Karten verdeckt auf dem Tisch.

  2. Die Teilnehmenden decken nacheinander zwei Karten auf – ein Geräuschsymbol und ein Bild. Passt es zusammen (z. B. Lautsprecher und Akkordeon-Bild), darf die Person das Paar behalten.

  3. Ziel: Alle passenden Paare finden.

Konkretes Praxisbeispiel: Ein Spieler deckt Lautsprecher und Vogelbild auf – das ist ein Fehlgriff, da es nicht zusammengehört. Später findet Herr A. lautsprecher und Akkordeon – richtiges Paar. Dieses Memory-Quiz verbindet Sehen mit akustischem Konzept.

Multisensorisches Wortspiel

Ziel der Aktivierung: Wortschatz zu den Sinnen aktivieren. Beispiel: „Was riecht süß?“ – „Vanille“. (Befasst sich mit sprachlichen Begriffen für Geräusche, Gerüche, Oberflächen etc.)

Materialliste: Eine Liste oder Bildkarten mit Sinnenbegriffe (optional). Keine.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Gruppenleiterin stellt nacheinander Fragen wie: „Was macht ein Bäh der Lokomotive?“ oder „Was riecht blumig?“.

  2. Die Teilnehmenden antworten (z. B. „Dampf“ bzw. „Rose“).

  3. Je nach Können werden die Aufgaben erschwert oder erleichtert (Silben vorgeben, etc.).

Konkretes Praxisbeispiel: Die Gruppe löst gemeinsam ein „Sinnesquiz“ – alle hören zu und rufen Begriffe. Dieses Spiel aktiviert Denken und Sprechen in Verbindung mit Sinneseindrücken.

Erinnerungskorb (Alle Sinne)

Ziel der Aktivierung: Ganzheitliche Sinnesaktivierung mit realen Objekten.

Materialliste: Ein Korb mit vielseitigen Gegenständen: Duftblumen, bunte Tücher, klingelnde Figuren, weiche Stofftiere, essbare Proben.

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Jeder Teilnehmende zieht einen Gegenstand blind aus dem Korb und beschreibt Farbe, Form, Geruch oder Klang.

  2. Andere erraten, um welches Objekt es sich handelt.

  3. Anschließend zeigen Sie gemeinsam den Gegenstand und benennen ihn.

Konkretes Praxisbeispiel: Herr B. fischt eine weiche Stoffrose. Er riecht dran (dünn parfümiert), fühlt das Samttuch und sagt: „Eine Plüschblume“. Alle sehen, dass er recht hat. Dieses Spiel kombiniert Fühlen, Sehen und Riechen spielerisch.

Fühl-, Geruchs- und Hörreise

Ziel der Aktivierung: Mehrfachsinne ansprechen (Tast-, Geruchs- und Hörsinn). Die Teilnehmenden reisen gedanklich durch verschiedene Umgebungen.

Materialliste: Für jede Sinneserfahrung ein Requisit: z. B. ein Muschelhorn (Meeresrauschen – Hören), Sand in der Hand (Tasten), Duftöl „Salzwasser“ (Geruch).

Detaillierte Umsetzung (Schritt für Schritt):

  1. Die Betreuende erzählt eine kurze Geschichte (z. B. „Wir sind am Strand“). Gleichzeitig spielt sie Meeresrauschen ab und verteilt Sand zum Fühlen.

  2. Danach riechen alle eine Duftprobe, die an das Meer erinnert.

  3. Abschließend sprechen die Teilnehmenden über das Erlebte („Wie fühlte sich der Sand an?“, „Riecht es wie Urlaub?“).

Konkretes Praxisbeispiel: In der Gruppe läuft leise Meeresbrandung. Jeder knetet und riecht Salzsand zwischen den Fingern. Die Atmosphäre vermittelt Urlaubsgefühl, und die Senioren berichten von eigenen Strandbesuchen. Diese Fantasiereise stimuliert alle Sinne auf einmal.

Sujet Gedächtnis & Erzählen

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