Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.
In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:
🔸 In Österreich gibt es weniger Korruption
🔸 Frauen verdienen noch immer weniger als Männer
🔸 Heuer gibt es besonders viele Nebel-Tage
Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Korruption in Österreich geht zurück
Die Korruption in Österreich ist weniger geworden. Das zeigt der aktuelle Bericht der Organisation Transparency International (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Diese Organisation untersucht jedes Jahr, wie korrupt Länder sind.

Was ist Korruption?
Korruption bedeutet: Menschen nutzen ihre Macht aus, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Zum Beispiel: Ein:e Politiker:in gibt einem Unternehmen einen wichtigen Auftrag. Dafür bekommt der oder die Politiker:in von diesem Unternehmen Geld oder andere Geschenke. Korruption ist verboten, weil dabei nicht die beste Lösung für alle gewählt wird, sondern nur für einzelne Personen.
Österreich verbessert sich leicht. Im Jahr 2024 hatte Österreich 67 Punkte erreicht und lag auf Platz 25. Das war der schlechteste Wert seit vielen Jahren.
Im Jahr 2025 hat sich Österreich verbessert: Österreich erreicht jetzt 69 Punkte und liegt auf Platz 21 von 182 Ländern weltweit.
Diese Grafik zeigt, wie sich Österreich im Bereich der Korruption seit 2012 entwickelt hat:

Die Grafik zeigt: Im Jahr 2019 hatte Österreich mit 77 Punkten den besten Wert. Danach ging es bergab. Der Tiefpunkt war 2024 mit nur 67 Punkten. Jetzt gibt es wieder eine leichte Verbesserung.
Warum es besser wurde. Es gibt mehrere Gründe für die Verbesserung. Bettina Knötzl ist die Chefin von Transparency International in Österreich. Sie sagt: Ein Grund ist das neue Informations-Freiheitsgesetz.
Dieses Gesetz gibt es seit 2025. Dadurch können Bürger:innen jetzt Dokumente von Behörden anfordern. Sie haben das Recht, in Akten von Ämtern einzusehen. Früher war vieles geheim.
Auch andere Dinge haben geholfen:
• Es gab mehr Gerichts-Verfahren gegen korrupte Politiker:innen.
• Menschen, die Korruption melden, müssen weniger Angst haben, ihren Job zu verlieren.
• Die Staats-Anwaltschaft kann freier ermitteln, ohne dass die Politik Einfluss nimmt.
Noch viel zu tun. Knötzl warnt aber auch: Die Verbesserung ist noch nicht stabil. Insgesamt zeigt sich: Von 2019 bis heute ist Österreich in dieser Rang-Liste neun Plätze nach unten gerutscht. Das bedeutet: Die Korruption ist über die Jahre mehr geworden. Korruption ist in Österreich weiterhin ein großes Problem.
Ein besonderes Problem ist der Posten-Schacher. Posten-Schacher bedeutet: Politiker:innen geben einander wichtige Jobs und Vorteile. Zum Beispiel: Ein:e Politiker:in gibt einem Freund oder einer Freundin einen gut bezahlten Job in einem staatlichen Unternehmen. Das passiert in Österreich leider noch immer.
Österreich im internationalen Vergleich. Wie steht Österreich im Vergleich zu anderen Ländern da? Das zeigt diese Grafik:

Dänemark ist zum achten Mal in Folge das Land mit der geringsten Korruption. Es erreicht 89 Punkte. Auch Finnland (88 Punkte) und Singapur (84 Punkte) schneiden sehr gut ab.
Am schlechtesten schneiden Somalia und Südsudan ab. Dort ist Korruption ein sehr großes Problem.
Weltweites Problem. Nicht nur in Österreich, auch weltweit gibt es Probleme mit Korruption. Der Durchschnitt aller Länder liegt bei nur 42 Punkten. Das ist der schlechteste Wert seit über zehn Jahren.
Transparency International sagt: In vielen Ländern wird die Korruption mehr. Ein Grund sind Populist:innen und extreme Parteien, die stärker werden. Vor zehn Jahren gab es noch zwölf Länder mit sehr guten Werten (über 80 Punkte). Heute sind es nur noch fünf.
Noch immer verdienen Frauen weniger
Wenn Männer und Frauen die gleiche Arbeit erledigen, heißt das nicht automatisch, dass sie auch das Gleiche verdienen. Ganz im Gegenteil sogar: Noch immer ist der Unterschied zwischen den Gehältern groß. Auf dieses Problem macht jedes Jahr der Equal Pay Day (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)aufmerksam. Heuer war dieser Tag am 11. Februar.

Was bedeutet der Equal Pay Day?
Ein Mann und eine Frau machen genau die gleiche Arbeit. Beide arbeiten das ganze Jahr 2025. Am 31. Dezember 2025 hat der Mann sein Jahres-Gehalt verdient. Die Frau muss aber noch bis zum 11. Februar 2026 weiterarbeiten, um das gleiche Geld zu verdienen wie der Mann.
Anders gesagt: Vom 1. Jänner bis zum 11. Februar arbeiten Frauen praktisch ohne Bezahlung. Nur Männer bekommen in dieser Zeit Geld für ihre Arbeit.
Großer Unterschied. Frauen verdienen in Österreich 11,5 Prozent weniger als Männer. Das bedeutet: Männer verdienen im Durchschnitt 58.000 Euro im Jahr. Frauen verdienen nur 51.000 Euro im Jahr.
Der Unterschied ist in den letzten Jahren zwar kleiner geworden, aber es geht nur sehr langsam. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, verdienen Männer und Frauen erst im Jahr 2043 gleich viel, sagen Expert:innen.
In manchen Bundesländern ist der Unterschied besonders groß. In Vorarlberg verdienen Frauen 20,1 Prozent weniger als Männer. In Wien ist der Unterschied am kleinsten: Hier verdienen Frauen 4,2 Prozent weniger.
Das Problem. Die Gehälter sind in Österreich geheim. Niemand weiß, wie viel die Kollegen und Kolleginnen verdienen.
Ein Beispiel: Maria und Thomas arbeiten in der gleichen Firma. Sie machen die gleiche Arbeit. Aber niemand weiß, wie viel der oder die andere verdient. Vielleicht verdient Thomas mehr als Maria. Aber Maria weiß das nicht. Sie kann also nicht fragen: Warum verdiene ich weniger?
Studien zeigen: Wenn alle wissen, wer wie viel verdient, werden die Unterschiede kleiner. Offene Gehälter helfen also dabei, dass Männer und Frauen gleich viel verdienen.
Karenz, Teilzeit und Branchen. Dass Frauen weniger als Männer verdienen, hat viele Gründe. Frauen arbeiten öfter in Berufen, die schlechter bezahlt werden. Zum Beispiel im Verkauf oder in der Pflege. Wenn Frauen Kinder bekommen, arbeiten sie oft nur noch Teilzeit. Väter arbeiten meistens weiterhin Vollzeit.
Viele Väter gehen auch nicht in Karenz. Die Kinderbetreuung bleibt bei den Müttern. In manchen Regionen gibt es außerdem zu wenige Kindergärten und Ganztagsschulen. Dann können Mütter gar nicht Vollzeit arbeiten.
Winter: Viel Nebel und graue Tage
Auch das Wetter war in den letzten Tagen ein Thema in den Medien. Vor allem der Nebel. Denn dieser Winter ist besonders grau. Vor allem in Wien gab es heuer ungewöhnlich viele Nebel-Tage. Die Wetter-Expert:innen sagen: So wenig Sonne wie heuer gab es seit 30 Jahren nicht mehr.

Warum es so nebelig ist. Der Grund dafür sind sogenannte Inversions-Tage. Das bedeutet: Warme Luft liegt über kalter Luft. Dadurch entsteht eine dicke Nebeldecke. Diese Nebeldecke lässt die Sonne nicht durch.
Besonders betroffen sind der Osten und Süden Österreichs. In Wien, Klagenfurt und im nördlichen Burgenland gab es seit Anfang Dezember extrem wenige Sonnenstunden.
Ganz anders ist es im Westen: In Vorarlberg, Tirol und Salzburg gab es viel mehr Sonne als sonst.
Was der Nebel mit uns macht. Wenn es so lange keine Sonne gibt, wirkt sich das negativ auf die Stimmung aus. Das spüren inzwischen viele Menschen. Barbara Haid vom Bundes-Verband für Psycho-Therapie sagt: Wenn es über Wochen hinweg grau ist, verändert das unseren Schlaf und unsere Stimmung. „Das Wetter allein macht uns nicht depressiv. Aber es kann die Stimmung verschlechtern“, sagt Haid.
Was man dagegen tun kann. Die Expertin rät: Auch wenn der Himmel grau ist, sollte man täglich an die frische Luft gehen und sich bewegen. Bewegung tut dem Körper immer gut. Auch Tageslicht-Lampen und Kerzen können helfen. Wichtig ist auch die Ernährung: Frisches Obst und Gemüse sorgen dafür, dass wir uns besser fühlen.
Die Wetter-Aussichten. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Ende Februar soll es besser werden. Die Tage werden länger. Dann ändert sich auch das Wetter. Die Sonne wird sich wieder öfter blicken lassen. Doch bis dahin heißt es: Noch etwas Geduld haben.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
19. Februar 2026.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“