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Iran: warum jetzt?

Monkey Monday #46

Foto: William Rudolph

Der militärische Angriff Israels und der USA auf den Iran hatte sich abgezeichnet. Zu klar hatte die Führung des Mullah-Regimes in den wochenlangen Verhandlungen erkennen lassen, dass sie zwar bereit war, über die Frage von Atomwaffen zu reden, nicht aber, sich von den USA zu einem Verzicht auf konventionelle Langstreckenwaffen und die Unterstützung regionaler Milizen, allen voran Hamas, Hisbollah und Huthi, zwingen zu lassen. US-Präsident Trump äußerte sich noch am 22. Februar, so sein Emissär Witkoff, erstaunt darüber, dass der Iran angesichts der gewaltigen US-Militärpräsenz in der Region, der umfangreichsten seit 2003, nicht längst kapituliert hatte. Da nun weiter bei den Gesprächen nur die üblichen Positionen herauskamen, war zunehmend mit dem Schlag zu rechnen gewesen.

Überraschend war allenfalls, wie deutlich sich Trump zum Regimewechsel als Kriegsziel äußerte. In seinem achtminütigen Statement zum Angriff stimmte er die amerikanische Nation auf Opfer und einen möglicherweise länger anhaltenden Konflikt ein. Diese Einschätzung könnte nun schon nach der ersten Angriffswelle relativiert werden, denn eines der Hauptziele des Luftschlages, die '“Enthauptung” des iranischen Regimes, gelang überraschend unproblematisch. Der geistliche Führer des Mullah-Regimes, Ayatollah Ali Chamenei, wurde ebenso bereits am Samstagmorgen getötet wie ein erheblicher Teil des militärischen Spitzenpersonals, darunter der Kommandeur der Revolutionsgarden Mohammed Pakpour und Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, sowie andere wichtige Symbolfiguren wie der frühere Präsident Ahmadinedschad. Zwar war die Antwort des schwer getroffenen Iran heftig und ebenfalls überraschend erfolgreich (es gelang etwa, trotz Luftabwehr in Bahrein und den Vereinigten Arabischen Emiraten Luxushotels in Manama und Dubai zu treffen), aber insgesamt war die erste Welle der Luftangriffe extrem effektiv.

Warum aber gerade jetzt? Hatte nicht Trump noch im vergangenen Juni, im Anschluss an die Zerstörung unterirdischer iranischer Atomanlagen behauptet, das Nuklearprogramm sei vollständig eliminiert? Nur um genau diese angebliche Bedrohung nun als Hauptgrund für den Militärschlag anzuführen, der für ihn ein erhebliches auch innenpolitisches Risiko darstellt? In diesem Monkey Monday soll dieser Frage nachgegangen werden - nicht ohne Grund. Denn die Antwort könnte helfen einzuschätzen, ob dieser Konflikt vermutlich lange dauern wird und auf welche Folgen für Wirtschaft und Kapitalmärkte wir uns dementsprechend einstellen sollten.

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