Gofigramm

Am vergangenen Montag hast Du kein GOFIZINE von mir erhalten. Ich habe mit einer Erkältung flachgelegen und mich entschieden, nicht zu arbeiten und lieber einen Krimi zu lesen. Ich muss mich schließlich selbst an das halten, was ich predige:
In der letzten Ausgabe "Kontrollierte Eskalation" habe ich geschrieben, dass immer dann, wenn mein Bedürfnis nach Eskalation zu groß wird, der Zeitpunkt gekommen ist, die bestehenden Ordnungen zu prüfen, die ich für mich als verbindlich betrachte. Zum Beispiel: Sollte ich wirklich arbeiten, wenn ich krank bin? Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich das nicht tun sollte. Und ich habe mich darauf verlassen, dass Du das verstehen wirst. Danke dafür!
Dabei gehören Härten und Ausnahmesituationen natürlich zum Leben dazu. Zum Glück. Ohne sie hätte ich als Künstler kaum Material, mit dem ich arbeiten kann. Etwas ganz Ähnliches hat neulich auch der renommierte amerikanische Kunstkritiker Jerry Saltz gesagt, der für das New York Magazine arbeitet. Das amerikanische Nachrichtenmagazin 60 Minutes hat ihn gefragt, ob ihm das Aufkommen von KI eigentlich Sorgen bereitet, gerade auch im Hinblick auf KI-generierte Kunstwerke. Dies ist seine Antwort:
https://www.instagram.com/p/DVHOE6yEWZI/ (Öffnet in neuem Fenster)JS: Im Moment scheint KI ein Durchschnitt von Durchschnitten zu sein, die mit weiteren algorithmisch generierten Durchschnitten trainiert werden. Anstatt besser zu werden, wird sie also immer umfassender und durchschnittlicher. [...] Ich möchte, dass der Algorithmus den Tod erfährt. Ich möchte, dass der Algorithmus das Gefühl kennt, einen zu dicken Hals oder eine schlechte Frisur zu haben oder zu klein oder zu laut zu sein. Ich möchte den Algorithmus trainieren, Sinnlichkeit zu erfahren, weil es ohne Sex und Tod nun einmal keine Kunst geben kann.
60M: Ist es ethisch vertretbar, Werke auf der Grundlage der Werke anderer Künstler zu schaffen?
JS: In der Kunst gibt es keine Gesetze. Tut mir leid. So sehr wir auch versucht haben, sie zu reglementieren, es gelingt nicht. Und jeder Künstler ist ein Schamane, ein Pirat am Rande des Dorfes. Jeder hat seine eigene Vorstellung davon, was er tun wird. Man gibt ihm ein Werkzeug, er wird es benutzen und sich alles nehmen, was er kriegen kann. Alle Kunst entsteht aus anderer Kunst, und Künstler werden andere Kunst benutzen, um ihre eigene Kunst zu schaffen.
(JS: Right now, AI seems to be an average of averages that are being trained on further algorithmically generated averages. So rather than becoming better, it's becoming vaster and more average. [...] I want the algorithm to experience death. I want the algorithm to know the feeling of feeling like you have a fat neck or bad hair or that you're too short or too loud. I want to train the algorithm to experience carnality, insofar as without sex and death, there is no art.
60M: Is it ethical to create work based on other artists' work?
JS: There are no laws in art. I'm sorry. As much as we tried to legislate it, you can't. And every artist is a shaman pirate living on the edge of the village. They have their own idea of what they're going to do. You give them a tool, they're going to use it, and they're going to take anything they can. All art comes from other art, and they're going to use other art to make this art.
Das Interview habe ich bei Instagram gefunden. Die Übersetzung stammt von Googles KI.)
Ohne Sex und Tod keine Kunst. Aber natürlich auch nicht ohne Liebe, ohne Glauben, ohne Hingabe an andere, ohne den Genuss von Schönheit und Harmonie. Oder das Erleiden von Krankheit.
Inspiration findet sich eben nicht im betulichen Durchschnitt, in dem die Amplitude im gleichbleibenden Rhythmus vor sich hinpuckert. Es sind die Grenzerfahrungen, die uns nicht nur inspirieren, sondern auch zum Handeln motivieren. Die KI kann das (noch) nicht. Sie kann nur kopieren. Wir aber können uns andere zum Vorbild nehmen und dann unser Eigenes daraus machen. Selbst, wenn unsere Lebensumstände nicht mehr erlauben sollten, als eine kleine Frage zu formulieren: Wie geht es dir heute?
Ich wünsche Dir eine tolle Woche. Bis nächsten Montag!
Dein Gofi
Danke für Dein Interesse! Ich bin Gofi, Künstler, lebe in Marburg und engagiere mich für den Erhalt von Kunst, Kreativität, Gemeinschaft und einer menschenfreundlichen Spiritualität. Das GOFIZINE veröffentliche ich bewusst kostenlos für alle, weil ich möchte, dass jede/r Zugang zu guten Inhalten hat, unabhängig von Einkommen und finanziellen Möglichkeiten. Wenn Du mir bei meiner Arbeit helfen möchtest, bin ich Dir sehr dankbar.
Podcast
Kunst & Theologie: Warum das Leben nicht Malen nach Zahlen ist (m. Jason Liesendahl)

Kunst hat irgendwas mit Spiritualität zu tun. Das empfinden ganz schön viele Menschen so, ob sie nun religiös sind oder nicht. Das aber zu erklären, ist ein wenig komplizierter. Die christliche Theologie hat dazu bereits mehrere Anläufe unternommen. Einer, der uns besonders gut gefällt, stammt aus der Prozesstheologie. Für die ist Jason Liesendahl Experte, der sie in seinem Buch "Gott kann auch nicht alles" erläutert und ihre Stärken und Schwächen darstellt. Jason ist diesmal zu Gast und diskutiert mit uns darüber, was wir von der Kunst über Gott und das göttliche Handeln in der Welt lernen können, aber auch, was das Nachdenken über Gott der Kunst bringen kann. Wir sprechen u. a. darüber, warum Romanfiguren ein Eigenleben haben, wie Kunst Schönheit aus dem Chaos entstehen lässt, warum das Leben kein Malen nach Zahlen ist, wie lang Gottes Atem ist und ob die Zukunft offen oder vorherbestimmt ist.
https://youtu.be/CNguGfISfSA (Öffnet in neuem Fenster)
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News
Die Griechenlandreise findet bald statt. Es gibt noch einige wenige Plätze!

Vom 17.-24. Mai werden wir den Spuren von Saulus von Tarsos a. k. a. Paulus in Griechenland folgen. Er lebte zu einer Zeit, in der sich umwälzende Veränderungen bereits abzeichneten. Davon ging er ganz fest aus, dass noch zu seinen Lebzeiten Ereignisse stattfinden würden, die die ganze Welt erschüttern würden. Angetrieben von seinem Glauben an Jesus, brach er deshalb in die Welt auf, um Gemeinschaften zu gründen, die sich darauf vorbereiten und die Lehre von Jesus in ihr gemeinschaftliches Leben implementieren sollten.
Unsere Reise wird uns an die Orte führen, an denen Paulus europäischen Boden betrat.
Einen Einblick in das Programm erhältst Du hier: Programm_Die_Griechenlandreise (Öffnet in neuem Fenster)
Mehr Informationen zu Chavaja – Bildungs- und Begegnungsreisen erfahrt Ihr hier: https://www.chavaja.de/ (Öffnet in neuem Fenster)
Falls Du dabei sein möchtest, dann melde Dich schnell an. Es gibt nur noch wenige Plätze.
Sei bei der HossaCon dabei!
Die Hossa-Community kommt zusammen. Dieses Mal aber nicht regional begrenzt, sondern es sind ALLE herzlich eingeladen. Sei mit dabei, wenn wir uns zum ersten Mal in unserer Geschichte zu einem großen Hossa Get Together versammeln.
Wir wollen Euch sehen, Euch in den Arm nehmen, mit Euch reden und diskutieren, gemeinsam nachdenken, am Lagerfeuer sitzen, Gottesdienst feiern, Kunst genießen und voneinander lernen.
Die HOSSA CON findet statt vom 27.-29. März 2026 in der EC Tagungsstätte Altenau. Was genau Dich an diesem Wochenende erwarten wird, erfährst Du von uns in den nächsten Wochen.
Save the date. Wir freuen uns auf Dich!
Du kannst Dich direkt auf der Seite der EC Tagungsstätte anmelden.
https://www.ec-altenau.de/veranstaltungen/veranstaltungen-details/veranstaltungen_3 (Öffnet in neuem Fenster)Ab 25 Jahre: 199 €
14-25 Jahre: 169 €
6-13 Jahre: 99 €
1-5 Jahre: 69 €
Unter 1 Jahr: frei
Übernachtung im Mehrbettzimmer
Vollverpflegung in Buffetform
Teilnahme an allen Veranstaltungen
Kurtaxe
Bettwäsche bitte selbst mitbringen, kann vor Ort gegen Gebühr geliehen werden
Danke für Dein Interesse! Wenn Du mir bei meiner Arbeit helfen möchtest, kannst Du das zum Beispiel hier.