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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.

Das sind die Themen, über die in den letzten Tagen in vielen Medien berichtet wurde:

Der bekannte Unternehmer René Benko wurde in seinem ersten Prozess schuldig gesprochen. Die Caritas warnt davor, dass vor allem Frauen von Armut betroffen sind. Und Menschen über 60 können sich ab November gegen Gürtelrose kostenlos impfen lassen.

Doch all diese Informationen sind nur dann nützlich, wenn sie auch verstanden werden. Deshalb schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Das sind heute unsere Themen:

🔸 Wofür der Unternehmer René Benko für zwei Jahre ins Gefängnis muss
🔸 Caritas warnt: Frauen rutschen schneller in Armut als Männer
🔸 Schutz vor Gürtelrose: Für Menschen ab 60 Jahren ist die Impfung gratis

René Benko zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt

Am Dienstag und Mittwoch saß der Unternehmer René Benko in Innsbruck (Tirol) vor Gericht. Vor zwei Jahren sind viele seiner Firmen aus der Signa-Gruppe pleite gegangen. Das heißt: Sie konnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen und hatten hohe Schulden.

Benko wurde nun vorgeworfen, dass er Geld absichtlich versteckt hat, statt damit Schulden zu zahlen. Das nennt man betrügerische Krida.

Geld versteckt. Wenn jemand absichtlich Geld oder teure Sachen versteckt, statt damit seine Rechnungen zu bezahlen, ist das eine Straftat. In diesem ersten Prozess wurde Benko vorgeworfen, dass er kurz vor dem Zusammenbruch seiner Firmen 300.000 Euro an Angehörige verschenkt hat. Eigentlich hätte er mit diesem Geld Rechnungen zahlen müssen. Dafür wurde er schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Freispruch. Benko wurde außerdem beschuldigt, kurz vor der Pleite seiner Firmen 360.000 Euro für ein Haus in Innsbruck bezahlt zu haben, das er nicht wirklich genutzt hat. Das konnte nicht bewiesen werden. Daher wurde Benko in diesem Punkt freigesprochen.

Urteil gilt noch nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das heißt, René Benko kann noch Beschwerde einlegen. Das hat sein Anwalt nun auch getan. Daher werden das Urteil und die Strafe jetzt von einem höheren Gericht geprüft. Erst wenn auch dieses Gericht das Urteil bestätigt, ist es rechtskräftig.

Weitere Vorwürfe. Wahrscheinlich bleibt es nicht bei diesem einen Verfahren. Es werden noch weitere Vorwürfe rund um die Signa geprüft. Erst wenn dafür genügend Beweise vorliegen, kann Anklage erhoben werden. Fachleute rechnen damit, dass es noch vor Weihnachten zu einem zweiten Prozess kommen könnte, vielleicht schon im November.

Untersuchungs-Haft. Benko sitzt seit Jänner in Wien in Untersuchungs-Haft. In Untersuchungs-Haft kommen Verdächtige, wenn befürchtet wird, dass jemand Beweise versteckt oder flieht.

Ob Benko bis zum nächsten Prozess in Innsbruck bleibt oder wieder nach Wien gebracht wird, steht noch nicht fest. Er hat mehrfach versucht, aus der Untersuchungs-Haft entlassen zu werden. Diese Anträge wurden bisher immer abgelehnt.

Die Armut von Frauen wird oft nicht gesehen

Österreich ist ein reiches Land. Trotzdem gibt es Armut. Besonders oft sind Frauen davon betroffen. Dieses Problem wird in Österreich aber häufig übersehen. Die Caritas hat jetzt dazu eine Studie machen lassen. Diese Studie zeigt vor allem, dass die Armut bei Frauen eine „versteckte Armut“ ist, sagt die Studien-Leiterin Katrin Gasior in einem Interview.

Das Bild zeigt eine Hand mit ein paar Euro-Münzen vor einer leeren Geldbörse. Im Hintergrund ist ein unscharfes Dokument.
Zu wenig eigenes Einkommen: Viele Frauen rutschen nach einer Trennung oder dem Tod des Partners in die Armut. Foto: iStock/Karl-Hendrik Tittel

Die Caritas hat nicht nur untersucht, wie viel Geld ein ganzer Haushalt hat. Sie hat auch geschaut, wie hoch das Einkommen jeder einzelnen Person im Haushalt ist.

Kein eigenes Geld. Das Ergebnis dieser Studie zeigt: Jede dritte Frau würde in Armut leben, wenn sie kein Geld vom Partner bekäme. Von außen wirkt vieles oft in Ordnung, weil die Familie insgesamt genug Geld hat. Aber das Geld kommt oft vom Partner. Der Frau selbst fehlt oft ein eigenes Einkommen.

Arbeit, für die es keinen Lohn gibt. In vielen Familien verdient also eine Person den Großteil des Geldes. Viele Mütter arbeiten in Teilzeit, weil sie sich um die Kinder kümmern. Gleichzeitig erledigen sie den Haushalt und pflegen Angehörige. Und für die Betreuung der Kinder, Haushalt und Pflege gibt es keine Bezahlung.

Wenn das Einkommen wegfällt. Die Lage wird für Frauen kritisch, wenn es zu einer Trennung kommt oder Gewalt in der Beziehung herrscht. Auch wenn der Partner stirbt oder nicht mehr arbeiten kann, geraten viele in Not. Dann rutschen Frauen oft plötzlich in die Armut. Von einem Tag auf den anderen fehlt das Geld. Damit werden Miete, Energie und Alltag zum Problem.

Kinder erhöhen das Risiko. Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler erklärt: „Mit jedem Kind steigt das Risiko für Frauen, in Armut zu leben. Bei Männern ist es anders: Bei ihnen sinkt das Risiko mit jedem Kind.“

Faire Aufteilung. Die Caritas fordert eine faire Verteilung der Arbeit: Beide Eltern sollen sich um die Kinder, den Haushalt und die Pflege von Angehörigen kümmern. Außerdem braucht es mehr Plätze in Kindergärten und in der Pflege. Die Jobs in diesen Bereichen müssen besser bezahlt werden, denn dort arbeiten vor allem Frauen.

Das Ziel. Frauen brauchen mehr eigenes Einkommen. Nur so können sie sich schützen, und nur so sinkt das Risiko der „versteckten Armut“.

Impfung gegen Gürtelrose ab November gratis

In Österreich können sich ab November alle Menschen ab 60 Jahren gratis gegen Gürtelrose impfen lassen.

Was ist die Gürtelrose?
Die Gürtelrose ist eine Erkrankung von Haut und Nerven, die sehr schmerzhaft ist. Ausgelöst wird sie vom gleichen Virus wie die Windpocken. Viele hatten als Kind Windpocken. Das Virus bleibt im Körper und „schläft“ in den Nerven. Später kann es wieder „aufwachen“.

Das passiert vor allem, wenn die Abwehr-Kräfte des Körpers schwächer sind. Zum Beispiel bei älteren Menschen. Oder wenn man viel Stress hat, krank ist oder bestimmte Medikamente nimmt.

Wie erkennt man eine Gürtelrose?
Zuerst brennt, sticht oder kribbelt eine bestimmte Stelle. Kurz danach entsteht dort ein roter Ausschlag mit kleinen Bläschen. Meistens aber nur auf einer Körperseite, oft an der Brust, am Rücken oder am Bauch.

Der Ausschlag verläuft wie ein Streifen. Daher kommt auch der Name Gürtelrose. Die Haut ist an dieser Stelle sehr empfindlich. Schon Kleidung kann wehtun. Oft fühlt man sich auch besonders müde, hat Kopfweh oder Fieber.

Das Bild zeigt eine Ärztin. Sie spritzt einem älteren Mann in den Oberarm. Beide sitzen in einer Arztpraxis.
Gürtelrose kann jeden treffen. Etwa jede dritte Person bekommt sie im Laufe des Lebens. Foto: iStock/monkeybusinessimages

Wer kann die Gürtelrose bekommen?
Gürtelrose kann jeden treffen. Etwa jede dritte Person bekommt sie im Laufe des Lebens. Ab 50 steigt das Risiko. Auch Menschen mit chronischen Krankheiten haben ein höheres Risiko.

Wichtig ist, dass man sich schnell behandeln lässt. Sobald sich die ersten Symptome zeigen, sollte man sofort zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Es gibt Medikamente gegen die Schmerzen. Diese Medikamente wirken jedoch nur, wenn sie früh genug eingenommen werden.

Es gibt aber auch eine Schutz-Impfung gegen Gürtelrose. Diese Impfung ist ab November für alle Menschen ab 60 Jahren kostenlos.

Ebenfalls kostenlos ist die Impfung gegen Pneumokokken für alle ab 60 Jahren. Diese Bakterien können eine schwere Lungenentzündung auslösen.

Mehr Informationen zu diesen Impfungen gibt es hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Beide Impfungen bekommt man bei der Hausärztin oder dem Hausarzt.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, 23. Oktober 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra und Michi
Team „Österreich für dich“