Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.
In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:
🔸 Lebensmittel: Neues Gesetz gegen Mogel-Packungen
🔸 Umfrage: Jeder Fünfte hält Ohrfeigen für okay
🔸 Erste Fälle: Die Grippe-Welle könnte heuer früher beginnen
🔸 Eine Sensation: Österreich nimmt an der Fußball-WM teil
Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Gesetz soll Mogel-Packungen stoppen
Seit Monaten sind teure Lebensmittel ein großes Thema in Österreich. Immer wieder taucht dabei das Wort „Shrinkflation“ auf.

Was ist die Shrink-Flation?
Von Shrink-Flation spricht man, wenn Produkte teurer werden, obwohl in der Packung weniger Inhalt ist als früher. Ein Beispiel: Eine Packung Chips kostet weiterhin 2,50 Euro, aber statt 200 Gramm sind nur noch 175 Gramm drin. Die Packung sieht von außen oft gleich aus, nur der Inhalt ist weniger geworden. In diesem Fall spricht man auch von sogenannten „Mogel-Packungen“.
Neues Gesetz. Die Regierung will heuer dazu noch ein eigenes Gesetz beschließen. Das Gesetz sagt: Große Supermärkte und Drogerien müssen ab sofort kennzeichnen, wenn in einer Packung weniger Inhalt ist als vorher und der Preis trotzdem gleich bleibt.
60 Tage sichtbar. Diese Kennzeichnung muss 60 Tage lang sichtbar sein. Sie muss direkt am Produkt zu sehen sein oder am Regal angebracht werden.
Damit können die Leute beim Einkaufen besser erkennen, bei welchen Produkten sie für ihr Geld weniger Inhalt bekommen. Dann können sie auch selbst entscheiden, ob sie das Produkt trotzdem kaufen oder nicht.
Geldstrafen. Supermärkte, die sich nicht an das neue Gesetz halten, werden bestraft. Beim ersten Verstoß gibt es eine Beratung. Beim zweiten Mal kostet es bis zu 2.500 Euro pro Produkt. Beim dritten Mal steigt die Höchststrafe auf 15.000 Euro.
Kritik. Der Handel freut sich über das neue Gesetz natürlich nicht. Die Supermärkte sagen: Die Hersteller:innen machen die Packungen kleiner, nicht wir. Aber wir müssen jetzt die Kennzeichnung anbringen und werden bestraft. Der Handel will, dass die Hersteller:innen die Kennzeichnung direkt auf die Verpackung drucken müssen.
Lob. Organisationen, die auf der Seite der Konsument:innen stehen, finden das Gesetz gut. Denn ihre Untersuchungen zeigen, dass fast alle Produkt-Gruppen von der Shrink-Flation betroffen sind, von Chips über Gemüse-Konserven bis zu Eiscreme.
Jeder Fünfte hält Ohrfeigen für okay
Seit 1989 - also seit 35 Jahren - ist Gewalt in der Erziehung in Österreich verboten. Auch Ohrfeigen oder ein Klaps sind nicht erlaubt. Wer dagegen verstößt, kann bestraft werden. Österreich war damit das vierte Land weltweit, nach Schweden, Norwegen und Finnland, das ein solches Gesetz eingeführt hat.
Wie sehen die Menschen in Österreich heute Gewalt in der Erziehung? Die Organisation Möwe hat dazu im Oktober 2024 eine Umfrage unter 1000 Leuten durchgeführt. Möwe hilft Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen.
Die gute Nachricht: Immer weniger Kinder erleben körperliche Gewalt. Von den älteren Menschen (über 64 Jahre) sagen 46 Prozent, dass sie als Kind Ohrfeigen oder Schläge bekommen haben. Bei den jungen Menschen (14 bis 29 Jahre) sind es nur noch 10 Prozent.
Die Umfrage zeigt auch: 64 Prozent finden, dass eine Erziehung ohne Gewalt die beste Form der Erziehung ist. Allerdings sagen 20 Prozent der Befragten, dass es ohne „leichte körperliche Bestrafung“ wie eine Ohrfeige oder einen Klaps nicht geht. 14 Prozent meinen sogar, man brauche manchmal auch härtere Strafen, um Kinder zu erziehen.

Formen von Gewalt. Während die körperliche Gewalt weniger wird, nimmt aber die psychische und digitale Gewalt zu.
Wenn Eltern mit ihrem Kind tagelang nicht reden oder sagen: „Dann hab ich dich nicht mehr lieb“, um es zu bestrafen, ist das psychische Gewalt. Ein Drittel der Befragten sieht das aber nicht als eine Form von Gewalt.
Ähnlich ist das mit digitaler Gewalt. Wenn Eltern ihr Kind stundenlang allein mit Handy oder Tablet lassen, kann das Kind auf Inhalte stoßen, die ihm schaden. Das ist eine Art der Vernachlässigung und damit auch eine Form von Gewalt. Doch viele Menschen sind sich auch dessen nicht bewusst.
Mehr Informationen. „35 Jahre nach der Einführung eines Verbots von Gewalt in der Erziehung hätten wir gehofft, dass weniger Menschen Gewalt in der Erziehung für notwendig halten“, sagt Hedwig Wölfl. Sie ist Psychologin und Geschäftsführerin von Möwe.
Hilfe für Eltern. Wölfl fordert: Es braucht mehr Informationen für die Menschen. Alle müssen verstehen, was Gewalt ist und dass sie Kindern schadet. Eine Möglichkeit wären Beratungs-Gespräche für Eltern. Zum Beispiel schon während der Schwangerschaft und wenn das Baby da ist. In diesen Gesprächen könnten Fachleute den Eltern helfen und zeigen, wie gute Erziehung ohne Gewalt funktioniert.
Grippe-Welle könnte heuer früher kommen
Die Grippe-Welle dürfte heuer früher kommen als in den letzten Jahren. Und sie könnte auch stärker ausfallen als in den letzten Jahren, sagen Expert:innen.
Früher Start. In Großbritannien gibt es jetzt schon viele Grippe-Fälle. Fachleute sehen jetzt ähnliche Zeichen auch in Österreich. Auch hier haben jetzt schon immer mehr Menschen eine echte Grippe und nicht nur eine Erkältung.

Monika Redlberger-Fritz ist Virologin, also Expertin für Viren. Sie rechnet heuer mit einer starken Grippe-Welle, die früher als in den letzten Jahren beginnt.
In den letzten Jahren gab es die meisten Grippe-Fälle vor allem in den Weihnachtsferien. Doch heuer breitet sich das Virus schon jetzt aus, wenn Schulen und Universitäten noch offen sind. Kinder stecken sich leicht an. Sie bringen das Virus nach Hause und stecken dort andere Menschen an.
Die typischen Symptome einer Grippe sind: plötzlich hohes Fieber, starker Husten, Kopfschmerzen und Schmerzen in Armen und Beinen.
Wie gut schützt die Impfung? Der Grippe-Impfstoff passt heuer nicht ganz genau zum Virus. Darum kann es öfter passieren, dass Menschen trotz Impfung krank werden. Fachleute nennen das Impf-Durchbruch.
Wichtig ist aber: Die Impfung kann weiter gut davor schützen, sehr schwer krank zu werden. Sie kann helfen, einen Aufenthalt im Spital zu vermeiden. Wer sich also vor einem schweren Verlauf schützen will, sollte sich jetzt impfen lassen. Die Grippe-Impfung ist kostenlos.
Wer soll sich impfen lassen? Besonders wichtig ist die Impfung für ältere Menschen und für Menschen, die schon lange krank sind, zum Beispiel mit Herz, Lunge oder Zuckerkrankheit. Schwangere sollten sich ebenfalls impfen lassen.
Auch Menschen mit vielen Kontakten sollen sich impfen lassen. Gemeint sind damit zum Beispiel Menschen, die in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen oder Kindergärten arbeiten. Auch für Kinder kann die Impfung sinnvoll sein, vor allem wenn sie mit Großeltern oder kranken Menschen zusammenwohnen.
Wer unsicher ist, kann mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.
Auf der Webseite gesundheit.gv.at (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gibt es eine Liste mit Beratungs- und Impf-Stellen in allen Bundesländern.
Österreich fährt zur Fußball-WM
Zum Schluss noch eine gute Nachricht – zumindest für alle Fans der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Am Dienstagabend ging für österreichische Fußball-Fans ein Traum in Erfüllung, auf den sie seit 28 Jahren warten mussten: Österreichs Fußball-Mannschaft darf an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Damit ist Österreich zum ersten Mal seit 1998 wieder bei einer WM dabei.
Das entscheidende Spiel fand am Dienstagabend im Ernst-Happel-Stadion in Wien statt. Österreich spielte gegen Bosnien-Herzegowina 1:1 unentschieden. Für Österreich reichte dieses Unentschieden, um direkt zur WM fahren zu dürfen.
Spannendes Match. Das Spiel war sehr spannend: Bosnien ging schon in der 12. Minute in Führung. Lange Zeit sah es so aus, als würde Österreich verlieren.
Doch in der 77. Minute kam der rettende Moment: Michael Gregoritsch erzielte das entscheidende Tor. Damit war klar: Österreich fährt zur WM. Damit ist dem Team eine echte Sensation gelungen.
Auslosung. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt. Am 5. Dezember findet in Washington D.C. die Auslosung statt. Dort wird entschieden, gegen welche Mannschaften Österreich in der Vor-Runde spielen wird.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
27. November 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“