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„Österreich für dich“– die wichtigsten Nachrichten der Woche

Es ist Donnerstag und es gibt wieder einiges zu berichten: Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe „Österreich für dich“.

In den letzten Tagen waren unter anderem ein mögliches Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren und die Straftaten von Rechtsextremen die Themen in den Nachrichten.

Damit auch du gut informiert bleibst, fassen wir hier die wichtigsten Nachrichten zusammen. Und wir schreiben unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist.

Das sind heute unsere Themen:

👉 Neues Gesetz: Mädchen bis 14 Jahren dürfen in Schulen kein Kopftuch tragen.
👉 Anstieg: In Österreich gibt es immer mehr Straftaten von Rechtsextremen.
👉 Flughafen Wien: Wizz Air stellt alle Flüge ein.
👉 Umfrage: Sollen Geschäfte auch am Sonntag offen haben?

Kopftuch-Verbot bis 14 Jahre soll kommen

Dieses Bild zeigt zwei Mädchen, die nebeneinander im Klassenzimmer sitzen und gemeinsam in ein Heft schreiben. Eines trägt ein Kopftuch
Die Regierung will an Schulen ein Verbot für Mädchen bis 14 Jahre einführen. Foto: iStock / Ridofranz

Schon einmal hat eine Regierung in Österreich versucht, ein Kopftuchverbot für Kinder an Schulen einzuführen. Das war im Jahr 2019. Doch das höchste Gericht hat dieses Gesetz 2020 gestoppt.

Der Grund: Das Gesetz hätte nur muslimische Mädchen betroffen. In der Verfassung steht aber, dass der Staat alle Religionen gleich behandeln muss. In Österreich nennt man das „religiöse Neutralität“. Das heißt: Keine Religion darf bevorzugt oder benachteiligt werden.

Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz eines Landes. Darin stehen die Grundrechte und die Regeln, nach denen der Staat funktioniert. Neue Gesetze können vom Verfassungs-Ggerichtshof geprüft werden. Dieses Gericht schaut, ob die Gesetze mit der Verfassung übereinstimmen.

Neuer Versuch. Jetzt versucht die neue Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS wieder, ein Kopftuchverbot einzuführen. Das Verbot soll für alle Schülerinnen bis 14 Jahre in öffentlichen und in privaten Schulen gelten.

Das Kopftuch schränke Mädchen ein. Es sei ein Symbol von Unterdrückung, sagt Claudia Plakolm in einem Interview in der ORF-Sendung ZiB 2. „Das Gesetz ist notwendig, damit Mädchen gleichberechtigt aufwachsen können“, sagt Plakolm weiter. Plakolm ist als Ministerin für die Integration zuständig.

Untersuchungen zu Kopftuch-Verbot. Als Vorbild nennt die Ministerin Frankreich. Dort gibt es seit 1994 ein Kopftuchverbot in Schulen. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass muslimische Mädchen dadurch bessere Chancen auf Bildung hätten, sagt Plakolm.

ZiB-Moderator Armin Wolf weist in diesem Interview darauf hin, dass in Frankreich nicht nur das Kopftuch an Schulen verboten ist. Dort sind alle sichtbaren religiösen Symbole verboten, also auch Davidsterne oder Turbane von Sikhs.

Außerdem gebe es zu diesem Kopftuch-Verbot auch andere Untersuchungen. Diese zeigen: Seit diesem Verbot schließen weniger muslimische Mädchen die Schule ab als vorher.

Kritik am Gesetz. Auch in Österreich gibt es Zweifel. Fachleute sagen, dass auch dieses Gesetz gestoppt werden könnte. Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft kritisiert ein Kopftuch-Verbot an Schulen.

Bevor es gelten kann, wird das Gesetz sechs Wochen lang geprüft. Danach schaut auch der Verfassungs-Gerichtshof noch einmal genau hin. Dort wird entschieden, ob das Gesetz mit der Verfassung übereinstimmt. Wenn es diese Prüfungen besteht, soll es ab dem Sommersemester 2026 gelten.

So soll das Verbot durchgesetzt werden. Wenn ein Mädchen trotzdem ein Kopftuch trägt, spricht die Schule zuerst mit ihr. Danach bekommen die Eltern einen Brief. Hilft das nicht, schaltet sich die Bildungsdirektion ein. Wenn auch diese Gespräche nichts ändern, drohen Strafen zwischen 150 und 1.000 Euro.

Immer mehr rechtsextreme Straftaten


Die Zahl der rechtsextremen Straftaten ist im Jahr 2025 stark gestiegen. Das gab Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bekannt.

Als rechtsextrem bezeichnet man Menschen, die gegen Demokratie sind, andere wegen ihrer Herkunft oder Religion ablehnen und oft den Nationalsozialismus und Adolf Hitler verherrlichen.

Im ersten Halbjahr 2025 gab es 787 Straftaten. Das sind 41,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2024. 91 Prozent der Täter waren Männer.

Ein Balkendiagramm zeigt rechtsextreme Straftaten in Österreich. Im 1. Halbjahr 2024 wurden 556 Straftaten gezählt, im 1. Halbjahr 2025 waren es 787. Für das gesamte Jahr 2024 wurden 1486 Straftaten gemeldet.

Hass und Hetze. Von diesen Straftaten richteten sich 21 gegen Jüd:innen. Das nennt man antisemitisch. Dabei beleidigen oder bedrohen Rechtsextreme diese Menschen, oder malen Hakenkreuze an Wände. In elf Fällen wurden Muslim:innen von Rechtsextremen beschimpft, bedroht oder geschlagen.

Viel mehr Anzeigen als im letzten Jahr gab es auch nach dem Verbotsgesetz. Dieses Gesetz verbietet Symbole und Gesten aus der Nazi-Zeit. Dazu gehören zum Beispiel der Hitlergruß oder das Hakenkreuz.

In Wien gab es die meisten rechtsextremen Straftaten: 236 Fälle. Dahinter liegen Oberösterreich mit 171 und Niederösterreich mit 103 Fällen. Viele Taten passierten auch im Internet.

Einsatz der Polizei. Diese Woche gab es in fünf Bundesländern eine große Polizei-Aktion gegen Rechtsextreme. An 25 Orten durchsuchte die Polizei Häuser und Wohnungen. Auch in Wien im zweiten Bezirk gab es eine Razzia. Dort wohnt Österreichs bekanntester Neonazi Gottfried Küssel.

Küssel ist einer der bekanntesten Neonazis in Österreich. Er war schon öfter im Gefängnis, weil er Nazi-Ideen oder Symbole unterstützt oder Nazi-Propaganda verbreitet hat.

Bei diesen Hausdurchsuchungen fanden die Beamten Waffen, Munition, Datenträger und Material mit Nazi-Propaganda. Insgesamt stehen 17 Personen unter Verdacht, gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben.

Gegen Rechtsextremismus. Die Regierung will stärker gegen Rechtsextremismus vorgehen. An Schulen und in Jugendzentren soll es Workshops zu Demokratie und Menschenrechten geben. Kinder und Jugendliche sollen lernen, wie Rechtsextreme im Internet vorgehen, und wissen, wo sie Hilfe bekommen.

Außerdem will die Regierung mehr Unterstützung für Opfer anbieten und klare Regeln gegen Hass im Internet schaffen. Auch Menschen, die rechtsextreme Gruppen verlassen wollen, sollen Hilfe erhalten.

Wizz Air stellt Flüge ab Wien ein

Das Foto zeigt eine Maschine der Fluglinie Wizz Air auf einer Startbahn. Diese Fluglinie wird ab März 2026 nicht mehr vom Flughafen abfliegen oder dort landen.
Wizz Air verlässt den Flughafen Wien-Schwechat: Ab 2026 starten keine Maschinen mehr von dort. Foto: Piotr Bozyk / Wikimedia Commons

Schlechte Nachrichten gibt es für alle, die gerne mit Wizz Air fliegen. Die Billigfluglinie aus Ungarn wird in Zukunft nicht mehr vom Flughafen Wien-Schwechat starten.

Schon ab Oktober werden weniger Wizz-Air-Maschinen in Wien starten. Die Flüge der Wizz-Air nach Bilbao und London-Gatwick werden gestrichen. Im März 2026 werden dann auch die restlichen Strecken eingestellt.

Als Grund dafür gibt die Fluglinie die Kosten an: Wien sei zu teuer. Die Gebühren am Flughafen und die Steuern seien hoch, auch die Abfertigung koste zu viel.

Für die Passagiere gibt es aber Alternativen. Wizz Air bietet Flüge von Bratislava und Budapest an. Wer schon ein Ticket ab Wien gebucht hat, wird direkt informiert. Kund:innen bekommen ihr Geld zurück oder können kostenlos auf andere Flüge von Wizz Air umbuchen.

Nur wenige wollen am Sonntag offene Geschäfte

Die Mehrheit der Österreicher:innen möchte nicht, dass Geschäfte am Sonntag offen haben. Das zeigt eine Umfrage, die vor Kurzem gemacht wurde.

Sechs von zehn Menschen sagen, dass sie sonntags nicht einkaufen gehen wollen. Nur 15 Prozent würden gerne regelmäßig am Sonntag einkaufen.

Besonders junge Menschen unter 30 finden die Idee gut. Auch viele Menschen, die einen Beruf haben, würden am Sonntag gerne einkaufen gehen. Menschen über 50 und Menschen ohne Arbeit wünschen sich das nicht.

Auch längere Öffnungszeiten unter der Woche sind nicht sehr beliebt. Fast die Hälfte ist dagegen, dass Geschäfte nach 18 oder 20 Uhr offen haben. Nur junge Menschen und Menschen in Wien sind eher dafür.

Und das ist die Umfrage im Detail:

Ein Kreisdiagramm zeigt die Antworten auf die Frage, ob Menschen in Österreich gerne am Sonntag einkaufen würden. 60 % sagen Nein, 25 % sagen Ja, manchmal, und 15 % sagen Ja, oft.Ein Kreisdiagramm zeigt die Meinungen zur Sonntagsöffnung von Geschäften in Österreich. 51 % finden das nicht notwendig. 19 % wollen sie nur in Tourismusregionen. 13 % nur für Lebensmittelgeschäfte. 17 % wünschen sich Sonntagsöffnung für alle Geschäfte.Ein Kreisdiagramm zeigt die Meinungen zu längeren Öffnungszeiten unter der Woche in Österreich. 45 % finden das nicht notwendig. 30 % sagen, es passt so wie es ist. 25 % würden längere Öffnungszeiten gut finden

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, den 18. September 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra und Michi
Team „Österreich für dich“