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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.

In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:

🔸Weniger Geld für Unis: Student:innen protestieren
🔸Neue Regelung: Strom soll nicht mehr zu teuer werden

🔸Kaffee, Reis, Eis: In Österreich viel teurer

Damit die Informationen auch für dich nützlich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Große Uni-Proteste in ganz Österreich

Tausende Student:innen, Uni-Mitarbeiter:innen, Forscher:innen und Lehrende sind gestern und heute auf die Straße gegangen. In Wien demonstrierten am Mittwoch rund 28.000 Menschen. Auch in Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt gab es heute, Donnerstag, Proteste.

Der Grund: Die Regierung hat angekündigt, dass die Universitäten in den nächsten Jahren weniger Geld bekommen sollen.

Das Bild zeigt eine junge Frau bei einer Demonstration. Sie hält die Faust in die Luft und ruft etwas. Im Hintergrund sind weitere Demonstrierende zu sehen.
In ganz Österreich gingen Tausende Student:innen, Uni-Mitarbeiter:innen, Forscher:innen und Lehrende auf die Straße. Sie fürchten, dass die Unis in Zukunft zu wenig Geld bekommen. Foto: iStock/Giuseppe Lombardo

Das ist geplant. Das Geld für die Universitäten soll ab 2028 nicht mehr erhöht werden. Das hat die Regierung jetzt angekündigt. Doch in den letzten Jahren sind viele Dinge teurer geworden, daher können sich die Unis mit diesem Budget in Zukunft auch weniger leisten als bisher. Den Unis fehlen dadurch insgesamt 190 Millionen Euro.

Dazu kommt noch ein zweites Problem: Bisher hat der Staat den Medizin-Universitäten extra Geld für die Gehälter ihrer Ärzt:innen gegeben. 90 Millionen Euro pro Jahr. Auch dieses Geld soll jetzt wegfallen.

Was Studierende und Lehrende jetzt fürchten. Wenn weniger Geld da ist, müssen die Unis sparen. Das würde viele Dinge an den Universitäten verändern:

In Vorlesungen und Kursen wären dann viel mehr Studierende als bisher. Manche Kurse würden vielleicht ganz wegfallen.

Leute, die heute an einer Uni arbeiten, könnten ihren Job verlieren.

An den Medizin-Unis gibt es noch eine andere Sorge: Weniger Personal könnte bedeuten, dass Patient:innen nicht mehr so gut versorgt werden wie bisher.

Das sagt die zuständige Ministerin. Für die Universitäten zuständig ist Wissenschafts-Ministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ). Sie sagt: Die endgültige Entscheidung darüber, wie viel Geld die Unis bekommen, falle erst im Herbst. Sie hofft, dass das Geld für die Unis zumindest auf dem bisherigen Niveau bleibt, vielleicht sogar mit einem kleinen Plus.

Muss man bald für das Studium bezahlen? Weil den Unis Geld fehlt, wird jetzt wieder diskutiert, ob Studierende in Zukunft für ihr Studium bezahlen müssen. Die Vertretung der österreichischen Student:innen (Österreichische Hochschülerschaft, kurz ÖH) und auch die meisten Uni-Leitungen lehnen Studien-Gebühren strikt ab: Bildung müsse für alle kostenlos sein.

Strom soll nicht mehr zu teuer werden

In den letzten Jahren ist Strom in Österreich immer wieder teurer geworden. Der Grund waren Krisen in anderen Ländern. Dazu gehören zum Beispiel der Krieg in der Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten.

Viele Menschen hatten deshalb Probleme, ihre Strom-Rechnung zu bezahlen. Jetzt will die Regierung eine Strom-Preis-Bremse einführen. Sie soll verhindern, dass Strom bei einer neuen Krise plötzlich sehr teuer wird.

Das Bild zeigt eine weiße Steckdose an einer gelben Wand. Daneben hängt ein weißer Stecker, der noch nicht eingesteckt ist.
Krisen und Kriege haben Strom in den letzten Jahren immer wieder teurer gemacht. Foto: iStock/gopixa

So funktioniert die Strom-Preis-Bremse:

Die Behörde E-Control beobachtet den Strom-Markt jeden Monat. Sie schaut, wie sich die Preise entwickeln. Wenn Strom über längere Zeit immer teurer wird, soll die Strom-Preis-Bremse automatisch wirken.

Dann wird der Preis auf 10 Cent pro Kilowatt-Stunde (kWh) begrenzt. Dann müssen Kund:innen für den Strom höchstens 10 Cent pro Kilowatt-Stunde zahlen.

Die Bremse gilt aber nicht für den gesamten Strom-Verbrauch. Sie gilt nur für 2.900 Kilowatt-Stunden pro Jahr. Das ist ungefähr so viel Strom, wie ein normaler Haushalt verbraucht. Wer viel mehr Strom braucht, zahlt für den Rest den normalen Preis.

Wichtig: Auf der Strom-Rechnung stehen noch andere Kosten. Dazu gehören zum Beispiel Steuern und Geld für das Strom-Netz. Deshalb ist die Rechnung am Ende höher als nur der Strom-Preis.

Automatisch. Um den Preis von 10 Cent zu bekommen, muss man kein Formular ausfüllen und keinen Antrag stellen. Wenn es eine Krise gibt, wird der günstigere Preis automatisch berechnet.

Billiger Strom auch für die Industrie. Auch große Betriebe sollen Hilfe bekommen. Für sie ist ein besonders günstiger Strom-Preis von 5 Cent pro Kilowatt-Stunde geplant. Diese Regel soll ab 2027 gelten.

Die Strom-Preis-Bremse soll im Sommer beschlossen werden. Derzeit liegt der Strom-Preis bei ungefähr 14 Cent pro Kilowatt-Stunde. Laut Plan soll die E-Control dann jeden Monat überprüfen, ob die Preise so stark gestiegen sind, dass die Bremse gebraucht wird.

Kaffee, Eis, Reis: In Österreich viel teurer

Wer in Deutschland einkauft, zahlt für viele Produkte deutlich weniger als in Österreich. Das zeigt eine neue Untersuchung der Arbeiter-Kammer (AK). Sie hat Anfang Mai 69 Marken-Produkte verglichen und kommt zu einem klaren Ergebnis: In Österreich sind Lebens-Mittel im Schnitt 26 Prozent teurer als in Deutschland.

Das Bild zeigt gut gefüllte Regale in einem Supermarkt mit vielen verschiedenen Nudel-Packungen unterschiedlicher Marken.
Die Arbeiter-Kammer hat die Preise von Marken-Produkten in Österreich und Deutschland verglichen. Das Ergebnis: In Österreich zahlt man deutlich mehr. Foto: iStock/Trots19

Das wurde verglichen. Die AK hat in österreichischen und deutschen Online-Shops die gleichen Marken-Produkte verglichen. Darunter waren Calippo-Cola-Eis von „Eskimo“, Basmati-Reis von „Ben's“, Linsen von „Bonduelle“, Kaffee-Pads von „Lavazza“ und Chips von „Lorenz“.

Das Ergebnis: Diese Produkte kosten in Österreich je nach Produkt zwischen 43 und 93 Prozent mehr als in Deutschland.
Von den 69 untersuchten Marken-Produkten waren 81 Prozent in Österreich teurer. Nur 10 Prozent waren billiger. Der Rest kostete ungefähr gleich viel.

Das Bild zeigt eine Grafik mit dem Titel "So viel teurer sind Lebens-Mittel in Österreich". In einer Tabelle sind fünf Produkte aufgelistet: Eis, Reis, Linsen, Kaffee-Pads und Chips. Daneben steht jeweils, um wie viel Prozent diese Produkte in Österreich teurer sind als in Deutschland. Die Unterschiede liegen zwischen 43 und 93 Prozent.

Auch ohne Mehrwert-Steuer. Die Preise wurden inklusive Mehrwert-Steuer verglichen. In Österreich beträgt diese 10 oder 20 Prozent, in Deutschland 7 oder 19 Prozent. Aber auch ohne Steuer sind die Produkte in Österreich noch immer rund 22 Prozent teurer.

Der "Österreich-Aufschlag". Internationale Konzerne verlangen von österreichischen Händler:innen höhere Einkaufs-Preise als von deutschen. Der Grund: Österreich ist ein kleiner Markt. Die Regierung und die AK fordern seit Jahren, dass dieser „Österreich-Aufschlag“ nicht erlaubt.

Das passiert jetzt auf EU-Ebene. Inzwischen beschäftigt sich auch die EU mit dem Thema. Am 28. Mai informiert die EU-Kommission die Mitglieds-Länder über mögliche Maßnahmen gegen diese unfairen Preis-Unterschiede.

Bis Ende des Jahres soll die Kommission dann Vorschläge machen, wie der Österreich-Aufschlag abgeschafft werden kann.

Trotzdem landen zu viele Lebens-Mittel im Müll

Obwohl Lebens-Mittel in Österreich so teuer sind, landet viel davon im Müll. Die Umwelt-Organisation WWF hat ausgerechnet: Ein durchschnittlicher Haushalt wirft pro Monat Lebens-Mittel im Wert von rund 100 Euro weg.

Das Bild zeigt verschiedene frische Obst- und Gemüse-Sorten, darunter Tomaten, Zucchini, Äpfel, Zwiebeln, Avocados, Zitronen und Paprika.
Vor allem Obst und Gemüse landen oft im Müll. Foto: iStock/Maya Shustov

Besonders oft landen Obst, Gemüse und Back-Waren im Abfall. Insgesamt werden in Österreich jedes Jahr mehr als 1,2 Millionen Tonnen Lebens-Mittel verschwendet.

Der WWF warnt: Auch das treibt die Preise weiter in die Höhe.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Ich hoffe, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Der 4. Juni 2026 ist ein Feiertag (Fronleichnam). Daher erscheint der nächste Newsletter am Donnerstag, dem 11. Juni 2026.

Bis dahin wünsche ich dir alles Gute.

Liebe Grüße

Petra