Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“.
Schön, dass du wieder dabei bist.
In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:
🔸 Ab Juli: Welche Lebensmittel billiger werden
🔸 Gastronomie: Großer Steuer-Betrug aufgedeckt
🔸 Toter Häftling: Warum gegen Beamte ermittelt wird
Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Diese Lebensmittel werden ab Juli billiger
In den letzten Jahren sind viele Lebensmittel deutlich teurer geworden. Die hohen Preise werden für immer mehr Menschen in Österreich zu einem Problem. Daher hat die Regierung beschlossen, die Mehrwert-Steuer auf bestimmte Grund-Nahrungsmittel zu senken.
Was ist die Mehrwert-Steuer?
Die Mehrwert-Steuer ist eine Steuer, die auf fast alle Produkte anfällt. Beim Einkaufen bezahlt man diese Steuer automatisch mit. Sie ist im Preis bereits enthalten.

Bisher lag die Mehrwert-Steuer auf Lebensmitteln bei 10 Prozent. Ab Juli sinkt sie bei bestimmten Lebensmitteln auf 4,9 Prozent.
Diese Lebensmittel werden billiger:
🥛 Milchprodukte: frische Milch, Butter, Hühnereier, Naturjoghurt
🍞 Brot und Getreide: Brot, Gebäck, Reis, Weizenmehl, Weizengrieß, Nudeln (ohne Füllung), Salz
🍎 Obst: Äpfel, Birnen, Quitten, Marillen, Kirschen, Pfirsiche, Zwetschken
🥕 Gemüse: Erdäpfel, Gurken, Bohnen, Knoblauch, Karotten, Kürbis, Paprika, Melanzani, Tomaten, Weißkraut, Salat, Karfiol, Rüben, Lauch, Knollensellerie, Spargel, Zwiebeln, Erbsen, Spinat. Das Gemüse darf auch gefroren sein.
Diese Lebensmittel werden nicht billiger:
Fleisch, Wurst und Käse werden nicht billiger.
Auch Schlagobers, Fruchtjoghurt, Bananen und andere exotische Früchte, Beeren, Pilze, Nüsse, Öle, Haferflocken, Fisch und pflanzliche Drinks aus Hafer oder Soja werden nicht billiger.
Die Zeitung „Der Standard“ zeigt in dieser Grafik (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), wie viel Geld man sich damit tatsächlich spart.

Neue Steuer auf Plastik und Pakete. Durch das Senken der Mehrwert-Steuer fehlen dem Staat 400 Millionen Euro im Jahr. Dieses Geld will sich die Regierung über neue Steuern holen. Es kommt eine Steuer auf Plastik-Produkte, die nicht wiederverwertet werden können. Und es kommt eine Steuer auf Pakete aus Ländern außerhalb der EU. Zum Beispiel aus China.
Wer spart damit Geld? Eine Untersuchung hat gezeigt: Ärmere Familien kaufen vor allem Geflügel, Eier, Faschiertes, Kartoffeln, Reis, Tiefkühlkost, Speiseöle, Süßigkeiten und Fertiggerichte.
Reichere Haushalte kaufen stattdessen mehr Wurst, Käse, Fisch, Schokolade, Beeren und Blattgemüse.
Die günstigeren Lebensmittel decken nur 36 Prozent der Ausgaben der ärmsten Familien ab. Das bedeutet: Reichere Familien profitieren mehr von der Steuersenkung.
Ein Beispiel der Statistik Austria: Eine Familie gibt monatlich 180 Euro für Lebensmittel aus. Mit der Senkung der Mehrwert-Steuer spart sie 8 Euro pro Monat. Das sind 96 Euro im Jahr.
Kritik. Viele sind mit der Liste der Lebensmittel nicht zufrieden. Sie sagen, dass viele wichtige Lebensmittel, die ärmere Familien kaufen, wie Fleisch, Käse und Öle, nicht billiger werden und diese Menschen sich dadurch weniger sparen können.
Strenge Kontrolle und Strafe. Die Supermärkte haben die Pflicht, diese Lebensmittel ab Juli billiger zu verkaufen. Das soll auch kontrolliert werden. Wenn sich Geschäfte nicht daran halten, drohen ihnen hohe Geld-Strafen.
Gastronomie: Großer Betrug aufgedeckt
Diese Woche wurde ein großer Betrug in der Gastronomie aufgedeckt. Mit Gastronomie sind alle Betriebe gemeint, die Essen und Getränke anbieten. Dazu gehören Restaurants, Cafés, Bars und Gasthäuser.
Mehrere Wirt:innen haben den Staat betrogen. Sie haben Einnahmen in ihren Lokalen nicht richtig angegeben. Dadurch mussten sie weniger Steuern zahlen.

So funktionierte der Betrug. Die Wirt:innen, die das gemacht haben, verwendeten alle ein spezielles Computer-Programm. Wenn ein Gast mit Bargeld bezahlt hat und keine Rechnung wollte, konnten sie mit diesem Programm die Zahlung einfach aus der Kasse löschen. Das Finanzamt hat dann nur einen Teil der Einnahmen gesehen. Die Wirt:innen mussten dadurch weniger Steuern zahlen.
Was ist die Registrierkassen-Pflicht?
Seit 2016 gibt es in Österreich die Registrierkassen-Pflicht. Das bedeutet: Betriebe müssen alle Einnahmen in einer Registrierkasse speichern. Diese Kassen dürfen nicht verändert werden. Das soll genau solchen Betrug verhindern. Die Regel gilt für Betriebe ab 15.000 Euro Jahres-Einnahmen.
Lokale durchsucht. Die Beamten der Steuerfahndung haben in den letzten Wochen mehr als 50 Betriebe durchsucht. Die meisten davon liegen in Wien und Niederösterreich. Es gibt aber auch betroffene Lokale in Oberösterreich, im Burgenland und in der Steiermark.
Insgesamt ermittelt die Polizei gegen rund 20 Personen. Darunter sind auch bekannte Gastronomen. Einige von ihnen betreiben mehrere Lokale.
Millionen-Schaden. Der Betrug lief über mehrere Jahre. Der Schaden für den Staat liegt bei mindestens fünf Millionen Euro. Vermutlich ist er sogar noch höher.
Weitere Ermittlungen. Der Hauptverantwortliche ist der Mann, der das Computer-Programm entwickelt hat. Die Polizei hat ihn verhaftet. Er hat gestanden und der Polizei genau erklärt, wie sein System funktioniert hat. Inzwischen ist er wieder frei.
Das Finanz-Ministerium rechnet damit, dass noch weitere Fälle aufgedeckt werden.
Toter Häftling: Ermittlungen gegen Beamte
Auch der Tod eines Häftlings in Niederösterreich ist seit einigen Tagen ein großes Thema in den Medien. Die Wochenzeitung „Falter“ hat diesen Fall untersucht und zuerst darüber berichtet. Dabei geht es um schwere Vorwürfe gegen Beamte, die im Gefängnis Hirtenberg arbeiten.
Was ist passiert? Am 3. Dezember 2025 sollte dort ein Häftling in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Mann war psychisch krank und brauchte dringend Hilfe. Laut dem Justiz-Ministerium, das für Gefängnisse zuständig ist, hat sich der Häftling heftig gewehrt. Dabei wurden er und mehrere Beamte verletzt. Der Mann wurde schließlich ins Krankenhaus gebracht. Dort starb er noch am selben Tag.
Schwere Verletzungen. Die Wochenzeitung „Falter“ hat den Fall genau untersucht. Die Zeitung fand heraus: Der Häftling war „akut psychotisch“. Das bedeutet: Er war schwer psychisch krank und konnte nicht richtig denken. Auch der Bericht der Gerichts-Medizin wurde gelesen.
Die Gerichts-Medizin hat den Körper des Toten untersucht. Sie fand viele schwere Verletzungen. Zum Beispiel mehrere Brüche am Schädel und viele gebrochene Rippen. Der „Falter“ meint, dass die Beamten auf den Mann eingeschlagen haben könnten, als seine Hände auf dem Rücken gefesselt waren.
Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen zwölf Beamte. Der Verdacht: Die Beamten könnten durch ihr Handeln den Tod des Häftlings verursacht haben. Das wäre fahrlässige Tötung.
Das Justiz-Ministerium lässt den Fall prüfen. Es soll nun untersucht werden, woran der Mann tatsächlich gestorben ist.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
5. Februar 2026.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“