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Zwischen Brandleiche und Goodwill – Warum echte Barrierefreiheit in Deutschland ein Phantom bleibt

„Barrierefrei“ – welch verheißungsvolles Wort. Auf Prospekten glänzt es wie eine Einladung zum Paradies, in Hotelflyern thront es neben Bildern von Wellnesslandschaften und Frühstücksbuffets. Doch wer sich darauf verlässt, erlebt die Ernüchterung: Mit Glück gibt es zwei oder drei Zimmer mit einer ebenerdigen Dusche und einer Tür, die auch ein Rollstuhl bezwingen könnte. Echte Barrierefreiheit aber? Bleibt ein Phantom.

Denn wo sind die Hinweisschilder in Braille, die blinden oder sehbehinderten Menschen Orientierung geben? Wo die Rauchmelder, die blinken oder vibrieren, anstatt ihr schrilles Piepen ins Nichts zu schicken? Wo die Lichtsignalanlagen, die einem hörbehinderten Menschen signalisieren: Du bist hier sicher, auch im Ernstfall. Stattdessen: Stille. Und das nicht im poetischen, sondern im lebensgefährlichen Sinn.

Prädikat: Barrierefrei? Definitiv nicht.

Man möchte es grotesk nennen, und verzeihen Sie mir bitte den sehr zynischen Vergleich, aber diese Deutlichkeit ist nötig: Nur weil wir hörbehindert oder taub sind, eignen wir uns noch lange nicht als Brandleichen. Punkt. Das Wiesel jedenfalls meldet Protest an. Es mag vieles ertragen, aber knusprig auf dem Hotelflur enden? Nein danke.

Telespule: Technik von gestern, Zukunft von nie?

Ein weiteres Kapitel der Absurditäten: die Telespule. Ein Hilfsmittel, so altbewährt wie genial, das in vielen Ländern längst selbstverständlich ist. Nur hierzulande bleibt sie oft unsichtbar – und zwar nicht im guten Sinne. Bahnhöfe? Fehlanzeige. Kinos? Wenn überhaupt, dann ein einziger Saal. „Willst du Teilhabe, dann guck gefälligst den Film, der da läuft. Auswahl ist Luxus.“

Für Hörende bedeutet Kino Vielfalt. Für Hörbehinderte bedeutet Kino häufig: Zuteilung. Ob mir der Film gefällt oder nicht, ist zweitrangig – Hauptsache, ich sitze brav im einzigen Saal mit Telespule. Und wehe, mein Geschmack oszilliert zwischen Arthouse und Komödie – dann habe ich die Wahl zwischen Reizüberflutung und Kulturverzicht.

Das Wiesel kichert sarkastisch: „So viel Inklusion war selten. Nimm, was da ist, und sei gefälligst dankbar.“

Internationale Vergleiche: Taxi, bitte mit Telespule

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