Zum Hauptinhalt springen

Newsletter - dein kreativer Journaling Kurs #31 unterwegs schreiben

Newsletter – dein kreativer Journaling Kurs #31

Schreiben unterwegs – in Cafés, Zügen und Parks


Einstieg: Schreiben hat keinen Ort, sondern ist eine Lebensweise

Ruckelnd setzt sich der Zug in Bewegung, erst zögerlich, dann mit einem gleichmäßiger werdenden Rhythmus, der alles ein bisschen weicher macht trotz Metall auf Schienen und der hohen Geschwindigkeit. Während irgendwo sehr altmodisch eine Zeitung raschelt und in einer anderen Ecke die Kopfhörer so wenig noise canceln, dass man leise mithören kann (Schlager?) macht die Gleichmäßigkeit der Bewegung und die fliehende Landschaft etwas mit meinen Gedanken. Auch sie beginnen zu fließen, werden langsam, aber deutlicher und formen zunehmend Sätze die raus wollen. Obwohl der Zug voll ist, fühle ich mich ganz bei mir, denn niemand weiß ja, was gerade in meinem Kopf vor sich geht. Aus dem kleinen „Schreibrucksack“ wie ich ihn nenne, hole ich mein Tagebuch und ziehe den Füller aus der Lasche. Ich muss lächeln bei dem Gedanken, dass allein der etwas unregelmäßigere Schreibfluss mich noch in vielen Jahren daran erinnern wird, dass ich auf einer Zugreise geschrieben habe, denn das sieht man meinem Schriftbild an. Und dann versinke ich mit Tinte in Papier.

Schreiben unterwegs ist kein Kompromiss oder ein „das ging heute eben nicht anders“, sondern hat seine ganz eigene Qualität. Nicht selten erlebt man durch den Ortswechsel eine andere Stimmung oder einen Perspektivwechsel, den sich „Draußen-Schreiber“ zu Nutze machen. Menschen, die auch unterwegs schreiben wirken stets so, als hätten sie das Schreiben als Bestandteil ihres Leben fest verinnerlicht. So wie man eben unterwegs auch nicht aufhört zu atmen oder zu denken. Wenn es jemals eine Art Image gab, das ich mir gerne selbst verpasst hätte, dann das einer Frau, die immer und überall ihren Füller aus der Tasche zieht, um Notizen zu machen. Obwohl mein Tagebuch schon beträchtliche Ausmaße hat, schleppe ich es oft mit mir. Es liegt auf dem Beifahrersitz, wenn ich Auto fahre, ich zücke es, wenn ich beim Arzt bin und mir Termine eintragen muss, ich nehme extra die große Handtasche mit, um es nicht Zuhause liegen lassen zu müssen.


Die besondere Energie von „draußen schreiben“

Das Schreiben im Café hat eine lange, fast schon romantische Tradition, denn große Teile der Literatur sind nicht am stillen Schreibtisch, sondern mitten im Leben entstanden. Von Ernest Hemingway weiß man, dass er in Pariser Cafés wie dem „Café de Flore“ mit Blick auf das Kommen und Gehen der Stadt geschrieben hat. Auch Jean-Paul Satre und Simone de Beauvoir machen Cafés zu ihren „erweiterten Wohnzimmern“, ebenso weiß man dies von Franz Kafka, dass er ab und zu eher unruhige Orte zum Schreiben wählte. Ein wenig liegt das nahe: Denn Kneifen und Cafés sind ein Raum für Gespräche und Austausch – warum soll nicht auch der Austausch mit sich selbst auf dem Papier in dieser Atmosphäre gut gelingen? Zudem ist man an öffentlichen Orten umgeben vom Leben selbst, was als Inspirationsquelle dienen kann: Menschen, Impressionen, Gerüche, Moden und Atmosphäre. Und nicht für für Romane, sondern auch für den inneren, schreibenden Monolog kann zwischen Stimmengewirr und Kaffeetassen eine besondere Mischung aus Nähe und Distanz zum Leben entstehen, die viele Schreibende bis heute regelmäßig suchen.

Die Fremdheit der anderen Menschen und die Auseinandersetzung mit anderen Leben kann als Katalysator für neue Gedanken dienen. Ich habe mich beispielsweise oft Morgens in Café gesetzt, in denen sich Cliquen aus Senioren trafen. Ob nun ihre Gespräche um Krankheiten, Lästereien oder „die gute alte Zeit“, die nicht wieder kommen wird, kreisten: oft machte das etwas mit mir. Dabei sind es oft Mikro-Beobachtungen wie Gesten, Gesprächsfetzen, Details, die etwas mit einem machen – und sei es nur ganz unterbewusst. „Ich möchte keine dieser Partnerschaften führen, in denen man sich nach vielen Jahren im Restaurant gegenüber sitzt, ohne sich etwas zu sagen zu haben“ steht in einem meiner Tagebücher und ich vermute, dass ich ein konkretes Beispiel vor Augen gehabt habe – vielleicht am Nachbartisch.
Es kann sein, dass es dir schwer fällt, dich an öffentlichen Orten inmitten von Stimmen und Gemurmel zu konzentrieren. Ich muss sagen, dass absurderweise bei mir das Gegenteil der Fall ist: Das Gewusel um mich herum steigert meine Konzentration eher – aber ich gehöre auch zu den Menschen, die früher bei laufendem Radio oder der Geräuschkulisse vom Fernseher fokussierter Hausaufgaben machen konnten. Doch mehr zu dem Thema Ablenkung später.
Es kann sein, dass unterschiedliche Orte dich in ganz unterschiedliche Schreibstimmung versetzen und da ist es unbedingt wertvoll zu schauen, wie welche Orte auf dich oder deine Stimmung wirken. Cafés sind oft warm, sozial und flüchtig bis gemütlich vom Setting her. Züge vermitteln eine rhythmische, fließende und stärker introspektive Stimmung, weil dort die meisten Menschen tendenziell mit sich selbst beschäftigt sind. Parks oder Orte in der Natur sind dem gegenüber weit, sinnlich, entschleunigt und verbinden eher mit dem „großen Ganzen“. Manchmal schreibt es sich am Besten in einer Umgebung, die uns vertraut ist, aber auch das bewusste Aufsuchen von fremden Orten kann etwas in uns zum Schwingen bringen. Hier lohnt sich ganz einfach: testen.

Die innere Haltung: Zwischen Offenheit und Schutz

Schreiben, zumal das Führen eines Tagebuchs, ist erstmal etwas recht Intimes: ich bringe sehr private Gedanken zu Papier: Emotionen, Gedanken, Zweifel, Schilderungen, die ich niemals mit jemandem teilen würde. Unterwegs zu schreiben hinterlässt oft ein zwiespältiges Gefühl: Man ist nicht allein, nicht nur bei sich und doch vielleicht in einer eher ablenkenden Umgebung durch den Prozess des Schreibens mehr bei sich selbst als sonst, wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt. Die Welt dringt ungefragt ein und nimmt teil an einem sehr privaten Moment durch Stimmen, Bewegungen und vielleicht auch Blicke. Man muss das nicht alles ausblenden, aber sich vielleicht doch fragen, wie man sich zu diesem „Außen“ verhält: Wie viel lasse ich rein? Wie viel halte ich draußen? Wie kann ich mich inspirieren lassen, ohne vereinnahmt zu werden?

Für mich war ein wichtiger innerer Schritt, um mich beim Schreiben in der Öffentlichkeit wohl zu fühlen: mir innerlich die Erlaubnis zu geben: Ich darf hier schreiben! Je mehr auch das Schreiben in der Öffentlichkeit zur Routine wurde, desto mehr wurde das Schreiben an sich ein Teil meines Selbstbewusstseins: Hatte ich schon häufiger in Cafés gesessen und bei einer Tasse Kaffee Tagebuch geschrieben, war es vor einigen Jahren eine besondere Challenge für mich: das erste Mal am Abend alleine essen zu gehen. Zunächst war ich unsicher: Würde das komisch wirken? Eine Frau alleine zwischen all den Pärchen und Familien, die ausging, aber keine Begleitung hatte? Ich nahm mein Tagebuch mit und fühlte mich, während ich schreibend auf meiner Essen wartete, deutlich weniger deplatziert als wenn ich einfach nur vor mich hingeschaut oder verlegen ins Handy gestarrt hätte. „Ich darf hier schreiben“ war mein „Ich bin ich Begleitung hier“.

Wie man in der Öffentlichkeit mit Ablenkung umgeht, kann sehr individuell sein. Mir hilft Stimmengewirr eher beim Konzentrieren und ich genieße die Ablenkung manchmal auch: Ich schreibe ein paar Sätze, dann lasse ich meinen Blick wieder schweifen, dann vertiefe ich mich wieder. Manchmal stören mich jedoch auch die Gespräche am Nachbartisch, dann habe ich gerne meine Kopfhörer dabei, um durch Musik meinen „für mich sein“ Schutzraum zu verstärken. Vielleicht merkst du, dass du ganz gerne öffentlich schreibst, aber das nie so konzentriert und „im Flow“ ist wie an deinem eigenen Schreibtisch. Das ist vollkommen okay, wenn du dir die Erlaubnis dazu gibst. Nicht der Ort entscheidet darüber, wie deine Journaling-Session ausfällt, sondern wie du dich in ihm verortest.

Praktisch vorbereitet sein: Die Kunst des „ready to write“

Ich mag das öffentliche Schreiben oder generell das Schreiben so gerne, dass ich mittlerweile tatsächlich meistens „ready to write“ bin. Dabei ist diese grundlegende Bereitschaft nur zum Teil eine Frage der Vorbereitung und der Ausrüstung – vielmehr ist „ready to write“ eine innere Haltung und dann hilft es, die Hürden möglichst gering zu halten. Ich besitze zwei Taschen, in die mein Journal hineinpasst, in meiner kleinen Handtasche habe ich Standard nebst meinem Lippenpflegestift ein kleines DinA6 Notizbuch und einen Kugelschreiber. Dieses Schreibequipment ist irgendein Werbegeschenk – denn, was sich inmitten von Krümeln und Kassenbons in meiner Tasche sein eher selten genutztes Dasein fristet, muss jetzt keinen speziellen ästhetischen Ansprüchen genügen. „Sauberes Schriftbild“ ist mir wichtig, denn selbst bei kleinen Notizen stören mich schmierende Stifte so extrem, dass ich meist sofort mit dem Schreiben aufhöre.

Wer sich „unterwegs schreiben“ zur Gewohnheit machen möchte, dem sei gesagt, dass Minimalismus hier der Schlüssel ist: kleines Notizbuch mit Stift oder eine Notizen-App auf dem Handy reichen als Setup, um sofort starten zu können. Und dann: Nutze die Zeit, wie sie kommt. Zehn Minuten im Zug, fünf Minuten im Café, bevor jemand dazu stößt, der kurze Moment auf der Parkbank. Man muss keinen perfekten Block für lange Schreibsessions finden, hier muss nicht dein nächster Roman erscheinen, du kannst auch einfach einen Moment lang schreibend sammeln: Gedanken, Sätze, Fragmente. Vielleicht sitzt du im Restaurant und wartest auf deine Begleitung und beobachtest, wie am Nebentisch ein älterer Herr, offensichtlich allein, aber in bestem Sonntagsanzug mit Hosenträgern und Krawatte sein Essen zelebriert. Warum nicht die Paar Minuten nutzen, um das Notizheft zu zücken und 10 Dinge zu notieren, die du im Alter gerne tun würdest. Oder schreibe ein paar Sätze zum Thema „Weil ich es mir wert bin“ oder „Was Kleidung über unsere innere Haltung aussagen kann“.

„Ready to write“ ist am Ende eine Entscheidung: nicht erst dann zu schreiben, wenn alles stimmt, sondern dann, wenn etwas in dir auftaucht, was festgehalten werden möchte. Und das tut es. Überall.

Netiquette im Café (und allgemein im öffentlichen Raum)


Ich möchte nicht verschweigen, dass ich auch schon blöde Begegnungen in Cafés hatte. Einmal wurde ich von einem Mann am Nachbartisch angesprochen, der meinen Laptop offensichtlich als Einladung sah, um ein Gespräch zu beginnen. Hier kann ein höfliches „Es mag nicht danach aussehen, aber ich arbeite hier!“ angebracht sein. Und, ja, Tagebuch schreiben ist innere Arbeit und letztlich geht das den Störenfried vom Nachbartisch auch gar nichts an. Auch hier können Kopfhörer helfen, um qua Körperhaltung zu unterstreichen: Nein, ich möchte NICHTE gestört werden.

Ein anderes Mal saß ich etwa 2,5 Stunden Vormittags in einem Café mit meinem Laptop als Schreibutensil, da war für längere Zeit eine Gruppe von vier Seniorinnen meine Schreibumgebung. Ich schrieb, sie sprachen – doch ganz plötzlich sagte eine der Namen wie aus dem Nichts „Was für eine Unsitte, dass mittlerweile so viele Menschen mit Laptop und Handy hier sitzen. Haben die kein Zuhause? Das ist immer noch ein Café – dass da der Besitzer gar nichts sagt!“ Zugegeben: das war unangenehm, dennoch zog ich mir den sprichwörtlichen Schuh nicht an, denn ich war ebenso Gast in jenem Café wie die lästernden Rentnerinnen, denn ich hatte schon mehrfach Kaffee nachbestellt und benahm mich eben nicht wie zuhause oder gar die Besitzerin des Raums, sondern wie ein Gast. Es gehört für mich zur Netiquette dazu, dass ich, wenn ich ein Café als Schreibort nutze, etwas verzehre und zwar auch der Dauer meines Aufenthalts angemessen. Es kann von Cafébesitzern schon als störend wahrgenommen werden, wenn ein Besucher einen Kaffee zu 2,50€ bestellt, aber dann Stunden lang einen Platz belegt. Ich achte daher darauf, dass ich, wenn ich lange zu Gast bin, mehrfach etwas bestelle und nicht etwas zu Stoßzeiten lange einen Platz blockiere. Ich achte darauf, dass immer noch Plätze für neu ankommende Gäste frei sind. Und es versteht sich vermutlich von selbst, aber es ist eben auch wichtig, dass im öffentlichen Raum keine sensiblen Inhalten etwas diktiert werden, um sie von einer KI verschriftlichen zu lassen. Achte darauf, dass deine Musik, ggf. Videos oder deine Tastatur nicht als zu laut wahrgenommen werden. Ich versuche stets, möglichst unaufdringlich und unsichtbar zu bleiben und mich auch arbeitend oder schreibend in das Gesamtsetting einzufügen statt mich zu inszenieren.

Schreiben in Bewegung: Der Zug als Denkraum

Mal abgesehen davon, ob man wegen des Mangels an Pünktlichkeit oder der doch sehr hohen Preise ein gutes oder gespaltenes Verhältnis zur Deutschen Bahn hat, der Zug kann ein wunderbarer Schreibort sein, wenn man sich auf Flair und Setting einlassen kann. Wie eingangs beschrieben kann der Rhythmus der Fahrt und die Tatsache, dass ein Zug als Transportmittel immer gewissermaßen ein „Übergangsort“ ist, ihn zu einem ausgezeichneten Ort für Gedanken machen. Ich habe bereits zweimal in meinem Leben lange Bahnreisen zum Verarbeiten von Liebeskummer genutzt. Dabei hatte ich mir vorgenommen: auf der Hinreise werde ich meinem Kummer Raum geben, auf der Rückreise (nach meiner Auszeit) soll meine innere Ausrichtung wieder auf die Zukunft gerichtet sein. Sobald sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, passierte etwas Merkwürdiges: Ich musste nichts mehr tun, um voranzukommen, kein Lenken, kein Entscheiden, kein Eingreifen. Es gab in meiner äußeren Welt nichts zu tun, ich wurde bewegt und während der Körper nichts zu tun hatte, bekam meine Seele stets Raum, um zu arbeiten. Der Blick aus dem Fenster ist wie eine Art Meditation und in dem Maße, wie man seinen Blick schweifen lassen kann und „auf der Reise“ ist, kann man auch seine Gedanken reisen lassen. Übergangsräume fördern sehr oft unsere Selbstreflexion, an anderen Orten neigen wir dazu, neuen Gedanken Raum zu geben, ich habe immer schon den Zug als Ort für gute Vorsätze und Neuausrichtungen wahrgenommen, aber auch als Ort für die Flüchtigkeit Stilmittel: Auf Reisen dürften Skizzen statt fertiger Texte entstehen, vielleicht fühlst du dich inspiriert zu zeichnen und eine Weile Doodles in dein Journal zu Zeichnen oder Listen anzufertigen mit Ideen für die Zukunft.

Schreiben im Park: Weite, Sinne, Langsamkeit

In der Natur zu schreiben ist gegenüber Cafés und Zügen wieder ein ganz anderes Setting: Die Natur wird beim Schreiben oft zum Co-Autor, weil Lichtverhältnisse (Sonnenauf- und -untergang, Licht, das durch die Blätter der Bäume fällt), Geräusche (Wind, Vögel) oft sehr direkt auf unser Gemüt einwirken und etwas mit unserer Stimmung machen. Natur entschleunigt, lenkt nicht so sehr ab wie die Öffentlichkeit unter Menschen und harmonisiert unser Inneres eher. Wer in der Natur schreibt, erlebt in der Regel ein Setting mit wenig Ablenkung, in dem längere Texte, ruhigere Gedanken und eine optimistische Grundstimmung den Schreibprozess beschreiben.

Draußen in der Natur gibt es eher praktische Herausforderungen zu bewältigen: Mich hat am Schreiben unter freiem Himmel stets gestört, dass man in der Regel keine für das Schreiben dienliche, bequeme Körperhaltung einnehmen kann und dass es keine gute Schreibunterlage gibt, wenn man spontan unterwegs ist. Deswegen mag ich das Schreiben im eigenen Garten, mag es, mich im Sommer für meine Journaling-Session raus zu setzen, aber habe oft wenig Muße gefunden auf Picknickdecken oder Parkbänken.
Was sich sehr gut anbietet, ist meiner Meinung nach das Schreiben mit einem Spaziergang zu kombinieren, denn auf diese Weise lassen sich Gedanken sammeln und anschließend festhalten. Und wen die Mücken und die fehlende Schreibunterlage stören, der kann sich ja auch entsprechend kurz fassen. Wie immer gilt: Man muss es ausprobieren.

Schreiben unterwegs – kleine Aufgaben für dich


1. Vorbereitet sein: Wie könntest du dich in Sachen Material vorbereiten, um stets gewappnet zu sein, wenn dich unterwegs spontan das Bedürfnis zu schreiben überkommt? Hast du ein kleines Notizbüchlein in deiner Handtasche, im Auto oder eine Notizen-App auf deinem Handy?

2. Welchen Schreibort empfindest du als inspirierend und kannst dir sein Surrounding als Unterstützung für deine Schreibprozesse vorstellen? Verlege doch eine Journalingzeit in der kommenden Woche an einen anderen Ort als dein Zuhause.

3. Ein anderer Ort muss nicht immer „weit weg“ von Zuhause oder besonders extravagant sein. Du kannst das Schreiben an anderen Orten auch für dich testen und nutzen, indem du verschiedene Räume und Plätze in deinem Zuhause mal als Schreibort nutzt.

Was unterwegs schwierig sein kann


Und zu guter Letzt möchte ich auch hier wieder auf ein paar Einwände und Schwierigkeiten eingehen, die einem beim Schreiben unterwegs begegnen können, und wie man sich denen stellen kann, wenn man denn möchte. Möglicherweise denkst du „Ich kann mich hier nicht konzentrieren“ Sollte das der Fall sein, kannst du einfach klein anfangen und deine Erwartungen senken. Lass die Atmosphäre auf dich wirken, hab nicht die Erwartung, dass die Sätze fließen wie immer, sondern schreibe einfach ein paar Zeilen und schaue, was sich anders anfühlt als sonst. Sollte es dich beunruhigen, dass du beobachtet werden könntest, versuche mit deinem Fokus bei dir zu bleiben und dir die Gedanken anderer Menschen möglichst freundlich und wohlwollend zu denken. Was würdest du denken, wenn du jemanden im Café sitzen und schreiben siehst? Vermutlich so etwas wie „Ach, wie schön, jemand ohne Handy mit Sinn fürs Kreative – was der wohl schreibt?“ Wenn das Unbehagen zu groß ist, erlaube dir eine kurze Schreibzeit und verbuche es als Erfahrung. Vielleicht wird es dir beim nächsten Mal schon leichter fallen.

Vielleicht empfindest du die allgemeine Unruhe doch weniger als Inspiration, sondern als störend. In diesem Fall könnten eine ruhigere Ecke, ein anderes Café oder doch Kopfhörer die Lösung für dich sein. Manchmal kann es auch helfen, Geräusche oder vermeintliche Störungen bewusst zu integrieren. Die Menschen, die am Nachbartisch laut reden: resonieren ihre Themen in dir? Die Jugendlichen, die im Gespräch den Blick nicht von ihrem Handybildschirm abwenden: Was macht das mit dir im Hinblick auf dein eigenes Handynutzungsverhalten? Falls du abgelenkt bist, schreibe auf, was deine Aufmerksamkeit fesselt und notieren 2, 3 Gedanken dazu.

Schreiben als Teil des Lebens

Wer sich auch das Schreiben an anderen Orten zu eigen macht, der wird mehr und mehr das Journaling nicht mehr nur als Termin wahrnehmen, sondern als Bestandteil des eigenen Lebens. Schreiben unterwegs verschränkt Leben und Schreiben noch stärker miteinander, was ein großer Gewinn sein kann, wenn man andere Orte als Inspiration und nicht als Belastung für den eigenen Schreibflow erlebt.

Wenn dir meine Arbeit gefällt, vielleicht magst du auch meine wöchentlich erscheinende Kolumne “Wort zum Montag” mit bereits über 300 Texten und Audio von mir:

https://steady.page/de/feelslikesina/about (Öffnet in neuem Fenster)

Alles Liebe!

Sina

 

 

Kategorie Journaling Kurs

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von Wort zum Montag - die Kolumne. und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden