Jammern bringt nichts
Auch mit Behinderung gilt: „Es ist, wie es ist...“

Warum Akzeptanz ein Schlüssel zur Selbstbestimmung sein kann
„Jammern bringt nichts...“ Dieser Satz wirkt auf den ersten Blick nüchtern. Vielleicht sogar hart.
Doch für viele Menschen mit Behinderung steht er sinnbildlich für einen Wendepunkt, für den Moment, an dem es nicht mehr um das „Warum? Warum ich?“ geht, sondern um das „Was jetzt?“.
Als mein Körper infolge einer seltenen Autoimmunerkrankung dauerhaft und ziemlich stark eingeschränkt wurde, begann eine innere Fragestunde. Ich fragte mich: Hätte ich es verhindern können? Hätte ich früher reagieren, anders leben, besser auf Warnsignale achten sollen?
Diese Fragen mögen nachvollziehbar sein…doch sie bringen keine Lösung. Sie halten uns in der Vergangenheit fest, in einem Zustand zwischen Schuldgefühlen und Ohnmacht.
Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben beginnt dort, wo man aufhört, rückwärts zu denken... und beginnt, nach vorn zu gestalten.
Heute lebe ich mit dem Rollstuhl. Nicht, weil ich aufgegeben habe…sondern weil mein Leben eine neue Richtung genommen hat und ich diese Richtung angenommen habe. Zähneknirschende Rückfälle nicht ausgeschlossen.
Selbstbestimmung bedeutet für mich nicht, alles im Griff zu haben. Sondern Verantwortung zu übernehmen …für das, was ich beeinflussen kann.
Für meine Haltung. Für meinen Alltag. Für den Umgang mit Barrieren – den sichtbaren wie den unsichtbaren.
Der Rollstuhl ist für mich kein Symbol des Scheiterns oder Aufgebens, sondern ein Werkzeug, das mir Teilhabe ermöglicht. Ich sehe ihn nicht als Ende eines sinnerfüllten Lebens... sondern als Anfang eines anderen,Weges.

Ein Leben mit Behinderung ist nicht automatisch ein Leben mit weniger Perspektiven. Es ist anders... und verdient Sichtbarkeit, Unterstützung und Anerkennung . Auch auf struktureller Ebene.
Was zählt, ist nicht, ob wir gehen, rollen oder getragen werden... sondern dass wir unseren Weg finden. Und dranbleiben.
Mit Haltung. Mit Mut. Und mit dem klaren Gefühl: Da geht noch was.