Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.
Ein Skandal im SOS-Kinderdorf, eine Grippe-Saison, die auch heuer kommen wird, und Drohnen-Alarm auf einigen Flughäfen: Das sind die Themen, über die viele Österreicher:innen gerade reden.
Doch Informationen sind nur dann nützlich, wenn sie auch verstanden werden.
Deshalb schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Das sind heute unsere Themen:
🔸 Gewalt gegen Kinder: Zeitung deckt Vorfälle im SOS-Kinderdorf auf.
🔸 Drohnen-Abwehr: Wie gut funktioniert das in Österreich?
🔸 Grippe-Impfung: Wer sollte sich jetzt impfen lassen?
🔸 Vignette: Ab 2027 gibt es sie nur noch digital.
Gewalt gegen Kinder im SOS-Kinderdorf aufgedeckt
Seit einigen Tagen wird über Missstände im SOS-Kinderdorf berichtet. In einigen SOS-Kinderdorf-Häusern sollen Kinder Gewalt erlebt haben. Darüber hat vor Kurzem die Wochenzeitung „Falter“ berichtet und damit diesen Skandal aufgedeckt.
Was ist das SOS-Kinderdorf? SOS-Kinderdorf ist ein Verein, der Kindern und Jugendlichen hilft, die nicht bei ihren Eltern leben können. In Österreich leben derzeit rund 1.800 Kinder und Jugendliche in SOS-Kinderdörfern oder in Wohngruppen des Vereins. Dort leben sie mit Betreuer:innen in kleinen Gruppen, ähnlich wie in Familien.
Der Verein wurde 1949 in Imst (Tirol) vom Österreicher Hermann Gmeiner gegründet. Heute gibt es SOS-Kinderdorf in vielen Ländern weltweit.

Vorfälle in Kärnten. In einer ersten Geschichte hat der „Falter“ über Vorfälle im SOS-Kinderdorf Moosburg (Kärnten) geschrieben. Dort sollen Kinder geschlagen und gebissen worden sein. Sie wurden eingesperrt und als Strafe bekamen sie kein Essen und Trinken. Außerdem sollen dort Kinder nackt fotografiert worden sein. Diese Fälle von Gewalt gegen Kinder sollen zwischen 2008 und 2020 passiert sein.
Eigene Untersuchung. Das SOS-Kinderdorf hat diese Vorfälle vor einigen Jahren selbst untersuchen lassen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden jedoch nicht öffentlich gemacht.
Auch in Tirol und Salzburg. Kurz nach dem Bericht im „Falter” wurde klar, dass es nicht nur im SOS-Kinderdorf in Kärnten Gewalt gegen Kinder gegeben hat. Auch im SOS-Kinderdorf Imst (Tirol) und in Seekirchen (Salzburg) gibt es solche Hinweise.
Hinweise melden. Nun wird eine Gruppe von Expert:innen diese Vorfälle untersuchen. Vor drei Jahren hat SOS-Kinderdorf eine anonyme Meldestelle eingerichtet. Dort können Personen einen Verdacht melden. Außerdem gibt es mehrere Stellen, an die sich auch Erwachsene wenden können, die früher in einem SOS-Kinderdorf gelebt haben.
Drohnen-Alarm: Wie gut ist Österreich vorbereitet?
In den letzten Wochen kam es auf den Flughäfen in Kopenhagen, Oslo und München immer wieder zu Problemen mit Drohnen. Woher diese kamen, ist bisher unklar. Zur Sicherheit der Fluggäste mussten viele Flüge umgeleitet werden. Dadurch kam es zu größeren Problemen im Flugverkehr.
Wie gefährlich sind Drohnen?
Drohnen bestehen aus festen Teilen. Daher können selbst kleine Drohnen großen Schaden anrichten. Sie können die Triebwerke von Flugzeugen beschädigen. Auch die Scheiben im Cockpit und die Tragflächen können kaputtgehen. Sebastian Feiner vom Pilot:innenverband Österreich sagte in einem Ö1-Interview: „Sie können so viel Schaden anrichten, dass das Flugzeug unter Umständen nicht mehr sicher in der Luft bleiben kann.“

Was passiert bei Gefahr?
Wichtig ist, dass Drohnen früh entdeckt werden. Der Flughafen Wien-Schwechat hat dafür ein System, das Drohnen erkennt. Wird eine Drohne entdeckt, meldet der Flughafen den Vorfall an die Behörden. Flugzeuge werden umgeleitet, damit sie Abstand zu den Drohnen haben.
Was macht die Behörde?
Das Innen-Ministerium und das Verteidigungs-Ministerium können eingreifen, um gefährliche Drohnen zu stoppen. Spezielle Abwehr-Systeme sind bestellt, aber noch nicht geliefert. Zur Abwehr können auch bestimmte Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt werden .
Im Programm der Regierung steht außerdem: In Österreich muss es eine moderne und wirksame Abwehr von Drohnen geben. Das sei besonders wichtig, um Flughäfen und andere wichtige Einrichtungen zu schützen.
Kostenlos: Grippe-Impfung ist gestartet
Meistens beginnt die Grippe-Saison rund um Weihnachten. Doch die Ärzt:innen raten, sich jetzt schon impfen zu lassen. Denn die Impfung braucht einige Wochen, bis sie wirkt. Deshalb ist es wichtig, sich schon im Herbst gegen die Grippe (= Influenza) impfen zu lassen.
In Österreich sterben jedes Jahr 2.000 bis 4.000 Menschen im Zusammenhang mit der Grippe. Dennoch wird die Grippe nach wie vor unterschätzt. Im letzten Jahr haben sich nur wenige Menschen gegen die Grippe impfen lassen.

Wie gut schützt die Impfung?
Die Impfung schützt zu etwa 60 Prozent. Das heißt: Auch wenn man geimpft ist, kann man sich anstecken. Doch die Chance, krank zu werden, ist viel kleiner als ohne Impfung. Wenn man sich ansteckt, obwohl man geimpft ist, verläuft die Grippe in den meisten Fällen auch nicht so schlimm, sagen Expert:innen.
Wer sollte sich impfen lassen?
Die Grippe ist vor allem für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel mit Asthma oder einer Herzschwäche gefährlich.
Ärzt:innen raten diesen Personen zur Impfung:
Menschen ab 60 Jahren
Menschen mit chronischen Krankheiten (zum Beispiel Diabetes, Herz-Krankheiten oder Lungen-Krankheiten)
Menschen mit starkem Übergewicht
Menschen mit einem schwachen Immunsystem
Menschen, die im Gesundheitsbereich oder in der Pflege arbeiten
Schwangere Frauen und Frauen, die in der Grippe-Saison schwanger werden wollen
Mütter, die ihr Kind stillen
Kinder ab 6 Monaten
Wo kann ich mich impfen lassen?
Man kann sich bei allen Ärzt:innen impfen lassen, nicht nur bei Hausärzt:innen.
Eine Liste der Impfstellen in deinem Bundesland und mehr Informationen gibt es hier:
Österreichische Gesundheitskasse (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Wenn du in Wien lebst, findest du auch beim Impfservice (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)der Stadt Wien wichtige Informationen dazu.
Woran erkenne ich die echte Grippe?
Das sind die typischen Anzeichen einer echten Grippe:
plötzlich hohes Fieber (über 38,5 Grad)
Muskelschmerzen
Kopfschmerzen
starker Husten
Erschöpfung/große Müdigkeit
Was mache ich, wenn ich mich mit der Grippe angesteckt habe?
Wichtig ist, dass man so schnell wie möglich zu einer Hausärztin oder einem Hausarzt geht. Denn es gibt spezielle Medikamente gegen die echte Grippe. Diese Medikamente wirken am besten, wenn man sie in den ersten zwei Tagen nach den ersten Anzeichen nimmt. Ob diese Medikamente sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Vignette in Österreich: Ab 2027 nur noch digital
Wer in Österreich auf Autobahnen und Schnellstraßen fährt, braucht dafür eine Vignette. Bisher gab es diese Vignette zum Aufkleben auf die Windschutz-Scheibe.
Seit einigen Jahren gibt es die Vignette auch digital. Bei der digitalen Vignette werden das Kennzeichen und die Gültigkeit elektronisch gespeichert. Schon jetzt werden mehr als 75 Prozent der Vignetten digital gekauft.
Ab dem Jahr 2027 wird es die Vignette nur noch digital geben. Nur für 2026 kann man noch eine Klebe-Vignette kaufen. Sie kostet 106,80 Euro. Das ist um 2,9 Prozent mehr als letztes Jahr.
Die digitale Vignette kann man auch ohne eigenen Computer oder Internet bekommen. Man erhält sie in Trafiken, an Tankstellen, an Mautstellen oder beim ARBÖ und beim ÖAMTC . Die digitale Vignette gilt sofort nach der Bezahlung.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
Wie immer interessiert uns auch dieses Mal deine Meinung.
Danke für dein Feedback.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag, 16. Oktober 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“