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    <title>Jan Skudlarek</title>
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    <description>Artikel zu Politik, Zeitgeschehen und Gesellschaft. Online-Talkrunden. Bücher. Podcasts.
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      <title>Jan Skudlarek</title>
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      <title><![CDATA[KI darf meine Texte lesen, aber nicht schreiben]]></title>
      <description><![CDATA[Über Künstliche Intelligenz, menschliche Kreativität und die Frage, wo beim Schreiben die Hilfe aufhört und das Schummeln anfängt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Wieder </em><a href="https://www.instagram.com/p/DfVDkuSRq0k/"><em>viel los in der Welt</em></a><em>, daher hätte der heutige Newsletter mehrere Themen haben können; ich habe mich aber dazu entschieden, an letzte Woche anzuschließen, und ein wenig über Künstliche Intelligenz nachzudenken!</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fae49873-515f-4709-9dcb-675861c7e83b/uploads/images/2nqvktt647/roboter__der_liest.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Letzte Woche veröffentliche Ana ihren lesenswerten Gastbeitrag „<a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/b946f305-5e36-4222-8467-38026d065c60">Die große Leere</a>“. Dafür nochmal einen herzlichen Dank! Diesen Artikel möchte ich zum Anlass nehmen, ein wenig selbst über Künstliche Intelligenz nachzudenken – und auch meine Sichtweise zu skizzieren, und inwiefern meine Sichtweise sich im Laufe der Zeit verändert hat.</p><p>Nachdem ich mich vor Jahren, recht früh, für die erste Version von ChatGPT registriert hatte, hielt ich die Software zunächst für eine interessante Spielerei. Ich genierte mir irgendwelche skurrilen Märchen und absurden Gedichte und betrachtete das Ganze als netten Zeitvertreib, der einem nach kurzer Aufforderung wundersame, vielleicht auch witzige Texte zusammenfrankensteint. Keine echte Literatur, eher Spaß für nebenbei.</p><p>Mein Interesse ließ allerdings recht schnell nach; und hätte man mich damals, im Winter 2022/2023 gefragt, wie viel Impact KI auf die Welt haben würde, ich hätte falsch gelegen und den Einfluss ziemlich unterschätzt. Mit der KI-Bildbearbeitung war es ähnlich. Mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DALL-E"><em>DALL</em>-<em>E mini</em></a> erhielt man vor vier Jahren – nach minutenlanger Rechenzeit – kleine, irgendwie interessante, aber auch irgendwie egale Bildchen, die sich mal mehr, mal weniger nach dem Prompt richteten, den man eingab:</p><a href="https://www.facebook.com/photo/?fbid=569678214530494&amp;set=gm.1427789284309988&amp;idorvanity=324897304599197"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fae49873-515f-4709-9dcb-675861c7e83b/uploads/images/z53pmbxeru/dall_1_eins.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Die besonders interessanten, kreativen, spannenden Prompts kamen allerdings meist ziemlich missraten heraus, was dazu führte, dass DALL-E nicht nur Bilder generierte, sondern ebenso verlässlich Enttäuschungen:</p><a href="https://amt-lab.org/reviews/2022/9/an-experiment-in-generative-ai-craiyon-formerly-dall-e-mini"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fae49873-515f-4709-9dcb-675861c7e83b/uploads/images/vvjar4pjv2/katze_geige.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Meine damalige Erfahrung: „Aha, interessant. Aber wozu soll das gut sein? Und wieso soll ich minutenlang warten auf ein paar missratene Bildchen?“</p><p><strong>Alles nur geklaut, eo, eo</strong></p><p>Mein Interesse an einer praktischen Nutzung von KI wurde spätestens dann gedämpft, als mir klar wurde, wofür einige Menschen sie in Wirklichkeit nutzen – Plagiate. Insbesondere im Akademischen stehen geschriebene Texte, vor allem von Studierenden, seit einigen Jahren schnell unter KI-Verdacht. Dieses Problem haben wir mittlerweile halbwegs unter Kontrolle, würde ich sagen. Wer viele studentische Texte liest und korrigiert, weiß, was Studierende in welchem Semester leisten können; reichen beispielsweise Erstsemester stilistisch einwandfreie Textarbeiten auf Dissertationsniveau ein, gehen beim geübten Gutachter sofort alle Alarmglocken an.</p><p>Zweitens gibt es Programme, die eine unlautere KI-Nutzung zwar nicht einwandfrei nachweisen können, aber zumindest Indizien für typische KI-Formulierungen geben können (man kann also quasi eine „Gegen-KI“ nutzen, um KI zu erkennen; man spricht auch von KI-Detektoren; auch da gibt es viele Anbieter und eine jeweils unterschiedliche Qualität).</p><p>Drittens bleibt die Möglichkeit, die man auch bei einem klassischen Plagiatsverdacht hat – man kann einfach nachfragen. Reichen Studierende Texte ein, von denen man die Vermutung hat, dass sie nicht selbst geschrieben wurden, liegt zumindest die weitere Vermutung nahe, dass der eingereichte Text nicht, oder zumindest nicht ganz, verstanden wurde. Aus diesem Grund gehen immer mehr Universitäten und Fachhochschulen – neben der Veröffentlichung von KI-Handreichungen, die Studierenden und Lehrenden eine legitime, unproblematische, wünschenswerte KI-Nutzung samt Nutzungsregeln skizzieren – dazu über, schriftliche Prüfungen durch mündliche Prüfungen zu ersetzen oder zu ergänzen. Wer beispielsweise eine Bachelorarbeit nicht „nur“ schriftlich einreichen, sondern ebenso mündlich verteidigen muss, hat wohl weit größere Befürchtungen, im Falle einer plagiatorischen KI-Nutzung derselben überführt zu werden. Weniger umständlich ausgedrückt: Hast du den Text, den du eingereicht hast, weder geschrieben noch verstanden, merken Lehrende wie ich das spätestens im mündlichen Prüfungsgespräch. Und wer erwischt wird, fällt durch.</p><p>Meine frühe KI-Meinung war also: Mit KI kann man lustigen Quatsch machen und skurrile Texte generieren (interessant). Studierende – längst nicht alle, aber einige wenige – nutzen KI als vermeintlich raffinierte Form des Plagiats (ärgerlich).</p><p>Ich selbst sah keinen Gewinn in einer eigenen regelmäßigen KI-Nutzung. Mein ChatGPT-Account verfiel in einen Winterschlaf.</p><p><strong>A Roma con l&#39;intelligenza artificiale</strong></p><p>Vor anderthalb Jahren, im Frühling 2025, war ich mit drei Freunden ein paar Tage lang in Italien; genauer gesagt in Rom! Einer von uns war eher Technik-begeistert; und ChatGPT war seinetwegen ähnlich präsent mit von der Partie wie wir, seine drei Mitreisenden. Zunächst waren wir anderen – allesamt Geisteswissenschaftler – skeptisch. Warum sollte man im Urlaub regelmäßig mit einer KI reden (ja, reden; er nutzte die Sprachsteuerung)? Der Freund, nennen wir ihn Christian, musste sich also regelmäßig dumme Sprüche anhören von uns restlichen dreien; nicht zuletzt hinterfragten wir die ethischen Negativ-Aspekte der KI. War es legitim, Rechenleistung zu nutzen (und somit irgendwelchen Datenzentren Aufträge zu geben; Datenzentren, die wiederum die Klimakrise anheizten), nur damit wir ein besseres Urlaubserlebnis hatten? Denn schnell stellte sich heraus: Das hatten wir, ein besseres Urlaubserlebnis. Christian, der sich zunächst noch viel Spott hatte anhören müssen wegen seiner vermeintlich unkritischen Techniknutzung, hatte seiner KI kurzerhand skizziert, wer wir sind (vier kulturinteressierte, kulinarisch zu begeisternde Typen mittleren Alters), wo wir sind (Rom, Italien) und hatte ChatGPT darum gebeten, uns, unseren Urlaubsort und unsere Neigungen möglichst spannend zusammenzuführen. Und tatsächlich war ich schnell beeindruckt wie uns die KI nicht nur zu den 0815-Sehenswürdigkeiten führte, sondern auch in kleinere, eher unbekannte Restaurants und Bars. Orte und Straßen, die wir sonst nicht gefunden hätten. Meine Erkenntnis: Die Software, die vor kurzem noch Quatschtexte und surreale Computerbilder generierte, taugt mittlerweile halbwegs solide als Stadtführer (oder zumindest als solider Tippgeber).</p><hr/><p>in eigener sache</p><p><em>Mein komplett neutraler Tipp: Abonniere meinen Newsletter (gratis). Wenn du Steady-Mitglied wirst, erhältst du alle meine Podcasts vorab!</em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">steady-abo</a></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>Wer jetzt denkt: „Moment, aber hat der Skudlarek nicht dieses Jahr erst einen KI-kritischen Text bei Krautreporter veröffentlicht?“, dem muss ich sagen: Ja. Stimmt. Habe ich. In meinem Text <strong>„</strong><a href="https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6422-nein-ki-muss-nicht-dein-ganzes-leben-bestimmen?shared=5dcc33cc-1d8b-4974-8ee0-ab0f97c5f6d1&amp;utm_campaign=skudlarek-social&amp;utm_medium=marketing#lesen"><strong>Nein, KI muss nicht dein ganzes Leben bestimmen</strong></a><strong>“ </strong>ging es allerdings weniger um die grundsätzliche Ablehnung Künstlicher Intelligenz als vielmehr um einen kritischen Blick auf das Marketing der KI-Firmen, welches die künstliche Intelligenz rundum als notwendigen Heilsbringer darstellt. Ebenso kritisierte ich eine mangelnde KI-Regulierung, sodass wir ohne weitere institutionelle Supervision zukünftig als Nutzer und Nutzerinnen ebenso wie als Gesellschaft dem Compliance-Gutdünken von ein paar Tech-Riesen und ihren megalomanen CEOs unterworfen sind:  </p><a href="https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6422-nein-ki-muss-nicht-dein-ganzes-leben-bestimmen?shared=5dcc33cc-1d8b-4974-8ee0-ab0f97c5f6d1&amp;utm_campaign=skudlarek-social&amp;utm_medium=marketing#lesen">https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6422-nein-ki-muss-nicht-dein-ganzes-leben-bestimmen?shared=5dcc33cc-1d8b-4974-8ee0-ab0f97c5f6d1&amp;utm_campaign=skudlarek-social&amp;utm_medium=marketing#lesen</a><p>Beides denke ich noch immer. Die Vorstellung einer KI-Allmacht ist Fiktion, die höchstens die Börsenkurse von Musk und Co hochtreiben sollen. (Elon Musk hat, das nur nebenbei bemerkt, nicht nur fast eine halbe Milliarde vergeblich <a href="https://www.forbes.com/sites/kylemullins/2026/11/04/elons-roi-458-million-didnt-buy-much-in-the-midterms/">in den Wahlkampf der Republikaner investiert</a>, sondern in den letzten Tagen, vor allem wegen des fallenden SpaceX-Kurses, jede Menge weitere <a href="https://www.forbes.com/real-time-billionaires/">Milliarden verloren</a>). Regulierung großer Tech-Firmen und ihrer Angebote ist keine Zensur, sondern elementarer Teil des demokratischen Gemeinwesens. Dass Tech-Werte nach dem politischen Kurswechsel in den USA an der Börse nachlassen, ist aus meiner Sicht deswegen weniger eine grundsätzliche Anti-KI-Trendwende und vielmehr eine temporäre Korrektur eines in Teilen überhypten, aber insgesamt zukunftsfähigen Marktes. KI-Firmen und KI-Angebote werden bleiben, auch wenn der „wilde digitale Westen” wohl langfristig merklicher reguliert werden wird.</p><a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/midterms-siege-der-demokraten-furcht-vor-ki-regulierung-laesst-us-tech-aktien-einbrechen-a-c9e7a367-2287-429f-95d3-b3651ecdbb04">https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/midterms-siege-der-demokraten-furcht-vor-ki-regulierung-laesst-us-tech-aktien-einbrechen-a-c9e7a367-2287-429f-95d3-b3651ecdbb04</a><p><strong>Wie nutzt KI mir?</strong></p><p>Mittlerweile mache ich persönlich mir wieder mehr Gedanken darüber, was KI leisten kann und was nicht – auch für mich. Zur Wahrheit gehört auch: Die Künstliche Intelligenz von vor vier Jahren, die ich noch als nette Spielerei abgetan hatte, gibt es nicht mehr. Egal ob ChatGPT, Claude, Gemini &amp; Co – die heutigen KI-Anwendungen sind um einiges leistungsstärker. Auch im Negativen: Spätestens seit diesem Sommer machen wir uns Gedanken, was künstliche Intelligenz als <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/openai-australien-regierungsportal-100.html">Hackerwerkzeug</a> leisten kann. Wobei ich mich immer noch diesem Argument anschließe:</p><a href="https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2026-10/cyberangriffe-kuenstliche-intelligenz-frankreich-supermaerkte">https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2026-10/cyberangriffe-kuenstliche-intelligenz-frankreich-supermaerkte</a><p>Es gilt die alte IT-Weisheit: Das größte Sicherheitsrisiko sitzt meistens <em>vor</em> dem Bildschirm.</p><p>Jenseits gesellschaftlicher und politischer Gründe, KI grundsätzlich nicht zu nutzen, überlege ich heutzutage sehr genau, wo sich eine KI-Nutzung für mich doch lohnen könnte. Wo es Sinn ergibt, wo sich ein KI-Einsatz rechtfertigen lässt. Die einstige Ablehnung ist einer Differenzierung gewichen; mitunter setze ich die KI-Hilfe gezielt ein. Mitunter profitiert meine Arbeit davon.</p><p>Da die Bildgenerierung heutzutage längst über das Niveau <a href="https://www.tip-berlin.de/stadtleben/dalle-mini-berlin/">frankensteiniger Bildmontagen</a> hinaus ist, nutze ich Künstliche Intelligenz beispielsweise manchmal, wenn ich ein Artikel-Coverbild für meine Steady-Artikel brauche (so auch hier, siehe oben). Warum? Weil ich für meie Artikel eher Platzhalter und Symbolbilder benötige als „echte Fotos“; weil ich Autor bin und es mir primär um den Text geht. Ohne Bild wird ein Artikel allerdings nicht von Algorithmen priorisiert, nicht in den sozialen Netzwerken angeklickt und geteilt, nicht wahrgenommen. Artikelbilder sind notwendig, ob ich will oder nicht. Gute Fotografen wollen verständlicherweise Geld für ihre Arbeit (manchen von ihnen geht es ähnlich wie Ana und sie erleben KI als Bedrohung; andere sind qua Spezialisierung weniger betroffen oder nutzen KI als Tool); Geld, das mein Steady-Account nicht abwirft. Rechtefreie Fotos wiederum, wie man sie beispielsweise auf <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> findet, sind oft nicht gut. Die Fotos selbst zu schießen ist mal, aber nicht immer eine Option. Besonders einfach ist die Situation, wenn ich über Demos schreibe, an denen ich selbst teilnehme – da mache ich die notwendigen Artikelfotos einfach selbst, und in der Regel mehr als ausreichend. Das geht jedoch längst nicht immer.</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/84e2ee89-e229-4106-92bb-1166efccbe64">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/84e2ee89-e229-4106-92bb-1166efccbe64</a><p><strong>Wofür ich KI <em>nicht</em> verwenden werde</strong></p><p>Ihr werdet nie generierte Texte „von mir“ erhalten, das als Entwarnung. Alles, was ihr lest, heute wie auch sonst, habe ich geschrieben – und nur ich. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass KI mittlerweile Teilaufgaben als Lektor sinnvoll übernehmen kann. Lädt man einen halbwegs fertigen Artikel oder ein Essay in erster Version beispielsweise in ChatGPT hinein mit der Bitte, textliche Argumentation und innere Kohärenz zu überprüfen, erhält man viel Offensichtliches und einiges Unbrauchbares, allerdings oft auch ein paar Aspekte und Ideen, die man zuvor noch nicht selbst hatte, oder nicht in der Form. Diese Anmerkungen kann man dann nutzen, um den Text umzuschreiben oder zu inhaltlich ergänzen. Beides habe ich bereits getan und beides – unter der Voraussetzung, dass man keinen (!) generierten Text übernimmt, sondern sich eine Textkritik generieren lässt, die als Anlass dient, den Text selbst (!) zu verbessern – ist aus meiner Sicht eine legitime und konstruktive Nutzung von KI. Eine Lektorats-KI als Schreibassistenz, die einem als „Erstleser“ ein paar Tipps gibt, wo man vielleicht verändern, verbessern oder nachjustieren kann – ich persönlich halte das für keine große Sache, sofern man nichts „für sich schreiben lässt“. Copy und Paste ist und bleibt verboten (und: wer seine Texte von irgendwo zusammencopypastet, verarscht nicht nur seine Leserschaft, sondern, so sehe ich es zumindest, ebenso sich selbst).</p><p>Vor allem bei Sachtexten halte ich eine ergänzende Perspektive jedoch für sinnvoll; auch weil sich der Schreibprozess fundamental unterscheidet von einem wie jenem, den Ana in ihrem Text schildert. Wer nicht Sachtexte, sondern Prosa, Reportagen, Gedichte oder Werbetexte schreibt, die viel „Herzblut“ eines Autors oder einer Autorin benötigen, kann und sollte in dieses – von anderen ethischen Bedenken mal ganz abgesehen – Herzblut <em>kein maschinelles Kunstblut</em> mischen. Geht es in einem Text jedoch um Sachfragen, um Analyse und Argumentation, so finde ich KI-Feedback zum eigenen Text keineswegs wichtig, aber durchaus möglich. Ähnlich, wie viele Autorinnen und Autoren – ich inklusive – ihre Texte oft Menschen zur Lektüre geben vor der finalen Publikation (meine wundervolle Ehefrau liest vieles von dem, was ich schreibe, vorab; auch diesen Text; ihre Anmerkungen sind mir die liebsten).</p><p>Ihr könnt euch also auch zukünftig sicher sein, dass die Texte, die ihr von mir lest, auch weiterhin wirklich von mir sind. Als Autor, auch als Sachtextautor, sollte der Mensch das letzte Wort haben. Ähnlich wie ich jedoch die Rechtschreibüberprüfung nutze, um Tippfehler zu eliminieren, halte ich es für legitim, sich vor einer Publikation auch inhaltliches KI-Feedback einzuholen. Am Schreibprozess ändert diese weitere Feedbackschleife wenig; und das Resultat ist, idealerweise, ein besserer Text.</p><p>Anas Text habe ich wiederum sehr gerne gelesen und sehr gerne veröffentlicht. Insbesondere ärgert mich, dass künstliche Intelligenz dazu geführt hat, dass sie ihre berufliche Nische und ihre Schreib-Identität durch die gesellschaftliche Ausbreitung von KI verloren hat. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass andere Autorinnen anders mit KI verfahren und dass KI-Nutzung keineswegs für alle Kreativen eine Bedrohung darstellen muss, sondern ebenso eine Bereicherung darstellen <em>kann</em>. Wie das geht und wo die Grenzen verlaufen, das muss jeder und jede Kreative selbst entscheiden – und das verhandeln wir miteinander, untereinander und als Gesellschaft. Ich selbst möchte dabei kritisch bleiben, KI-Nutzung stets auf Sinn und Notwendigkeit prüfen; aber sie dort, wo ich sie sinnvoll halte, auch reflektiert nutzen. Falls es euch beruhigt: Frankensteinige Katzenbilder generiere ich schon seit einigen Jahren nicht mehr. Aber die waren eh nie sonderlich gut.</p><p>     </p><p><em>Wie steht es bei euch? Nutzt ihr KI? Beruflich, privat? Fall nein, wieso? Falls ja: Wie nutzt ihr KI? Wofür? Habt ihr dabei Skrupel? Wie steht es um die Ethik der KI? Was sind eure moralischen Grenzen, eure moralischen Bedenken? Und: Sind die moralischen Bedenken anderer aus eurer Sicht übertrieben? Schreibt es mir gerne per Mail oder in den Sozialen Netzwerken!</em></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Trump und der Machtverlust</strong></h2><p>Natürlich ist das große Thema der Woche eigentlich die Zwischenwahlen in den USA. Die US-Politik wird mich – und uns, nehme ich an – wie immer weiterhin beschäftigen, weswegen ich jetzt erstmal hier ein paar Gedanken für euch habe:</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mzixigqf7k2p">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mzixigqf7k2p</a><a href="https://www.instagram.com/p/DfU0ezlka_p/?img_index=1">https://www.instagram.com/p/DfU0ezlka_p/?img_index=1</a><p> </p><hr/><p>in eigener sache</p><h2><strong>Gastvorlesung in Halle</strong></h2><p>Wohnt ihr in Halle oder Umgebung? Mitte November habe ich dort eine Gastvorlesung!</p><a href="https://www.instagram.com/p/DfWdJ-UjmRO/?utm_source=ig_embed">https://www.instagram.com/p/DfWdJ-UjmRO/?utm_source=ig_embed</a><a href="https://www.fes.de/veranstaltungen/veranstaltungsdetail/291960">https://www.fes.de/veranstaltungen/veranstaltungsdetail/291960</a><p> </p><p>Viele Grüße,</p><p><a href="https://www.janskudlarek.de/">Jan</a></p><p></p><p>PS: Wie üblich wäre es toll, <strong>wenn du diesen Artikel verschickst</strong> oder in den Sozialen Netzwerken teilst &lt;3</p><p>PPS: Sofern du diesen Text gelesen hast, ohne Steady-Mitglied zu sein, konntest du dies nur, weil jemand anders für dich bezahlt hat. Werde Steady-Mitglied und ermögliche mir so ein Minimalhonorar für meine Schreibarbeit! Indem du mich per <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Steady</a> – oder einmalig per <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Kaffeekasse</a> – unterstützt, ermöglichst du <strong>meine Arbeit als unabhängiger Autor</strong>! Falls du bereits Mitglied bist: Danke 🙃</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Mitglied werden</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 06 Nov 2026 10:58:57 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Die große Leere (Gastbeitrag Ana Wölfelschneider)]]></title>
      <description><![CDATA[Wie wir durch GenAI nicht nur Jobs, sondern auch Identität und Inhalt verlieren]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Der heutige Beitrag ist ein Gastbeitrag von </em><a href="https://www.instagram.com/facepalm_beach/"><em>Ana Wölfelschneider</em></a><em> – vielen Dank für deine KI-freien Gedanken, liebe Ana; und euch allen eine gute Lektüre!</em></p><hr aria-hidden="true"/><a href="https://www.instagram.com/facepalm_beach/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b946f305-5e36-4222-8467-38026d065c60/uploads/images/slc2zeig3w/Bild_Artikel.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><h2><strong>Die große Leere</strong></h2><h4><strong>Wie wir durch GenAI nicht nur Jobs, sondern auch Identität und Inhalt verlieren</strong></h4><p>Donnerstags kommt der Mann mit dem Laubbläser. Schon seit Jahren reinigt er den Bürgersteig maschinell, wo es ein Besen auch täte. Früher habe ich ihn wegen des Krachs von meinem Büro aus verflucht. Frustrierend, wegen einer Maschine nicht arbeiten zu können. Heute stehe ich hinter dem Fenster und kann auch dann nicht arbeiten, wenn der Laubbläsermann frei hat.</p><p>Denn mein Job ist weg. Wegen einer Maschine.</p><p>Oh, the Irony.</p><p>***</p><p>Fragt man mich, was ich mein Leben lang gerne gemacht und gemocht habe, dann sage ich: Geschichten, Worte und Schreiben. Einen Großteil meiner Kindheit habe ich zwischen Bucheinbänden verbracht, Gedichte geschrieben und mir Geschichten ausgedacht. Als Kind der Neunziger hatte ich außerdem Glück: Meinen ersten PC bekam ich drei Jahre vor dem Jahrtausendwechsel. Windows 95, 3D Pinball, MS Paint. Und Textverarbeitung! Das war der Anfang.<strong> </strong>Über die Jahre verbrachte ich Stunden um Stunden vor immer neuen PCs, anfangs beigefarben, später hochglanzschwarz, und schrieb: Referate, Aufsätze, Geschichten, etliche Buchanfänge, Briefe, Gedichte.</p><p>Eigentlich wollte ich nie etwas anderes machen. Doch von der Kunst kann man nicht leben, hieß es.</p><p>***</p><p>In meinen ersten Berufsjahren arbeitete ich deshalb in der Lebensmittelindustrie: Produktmanagement und Vertrieb. Die Menschen waren nett, doch die immer gleiche Arbeit, dieser vernünftige Job, laugten mich aus. Wenig später, ich war gerade Mutter geworden, wagte ich in einem „Wenn nicht jetzt, wann dann?“-Moment Kündigung und den Sprung in die Selbständigkeit als Werbetexterin und Onlineredakteurin.</p><p>Sich in der Text-Branche zu etablieren, forderte mich heraus; die Konkurrenz war schon immer groß. Nach meinem Start über Dumpingpreisbörsen und mit recht unspezifischem Profil arbeitete ich mich in die Stundensatz-Liga empor und spezialisierte mich zunehmend. Meine drei Haupt-Bereiche damals: Erklärungsbedürftiges verständlich machen, Firmenphilosophien in schöne Worte fassen und Emotionen (sowie Begehrlichkeiten) wecken.</p><p>Ich schrieb deshalb weiterhin für eine sehr breite Auswahl an großen und kleinen Kunden in vielen Branchen: Unter anderem für Weingüter, Reiseanbieter, Onlineshops, Verlage, Automobilhersteller, Bauunternehmen und Fotografen. Bis 2023 verdiente ich damit im Hauptberuf gut und Empfehlungen füllten Lücken im Kalender praktisch von selbst. Ich hatte es geschafft, die Kreative zu sein, die man gerne anrief. Manchmal war ich mir sogar sicher, richtig gut in meinem Job zu sein. Von der Kunst kann man leben; <em>I proved them wrong</em>!</p><p>Dann veränderte sich das Klima.</p><p>Schrittweise wurde mein Posteingang stiller. Auf Nachfrage hieß es nahezu überall, man müsse nun sparen, das sei alles nicht so einfach, man melde sich, wenn man mich wieder brauche. Stück für Stück riss generative KI in den kommenden Monaten und Jahren weg, was ich aufgebaut hatte und mir blieb nichts anderes, als mich in ein Angestelltenverhältnis zu retten. Als Content Marketing Managerin mit Schwerpunkt Text war ich hier weiter zuständig für Geschriebenes, nun jedoch mit zusätzlichem Fokus auf Zahlen, Daten und die Frage, welche Wörter auf Kundenwebseiten konkret dabei helfen, online sichtbar und bei Lesenden erfolgreich zu sein. Ich analysierte Suchvolumina und Links, legte lange Listen an, arbeitete Konzepte aus, recherchierte und schrieb Texte, die zu den vorab gewonnenen Erkenntnissen passten.</p><p>Bis ich an einem Donnerstag im Mai 2025 vor meinem PC saß und meine Chefin mir mitteilte, dass ich gekündigt sei. „Wir können dich nicht mehr bezahlen. Die Kunden nutzen KI.“</p><p>Draußen: der Laubbläsermann.</p><p>***</p><p>Manchmal denke ich an den, vermutlich fälschlicherweise, Kafka zugeschriebenen Spruch: <em>„Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“</em> Es wäre eine Lüge, würde ich sagen, ich hätte nicht genügend Zeit gehabt, mich auf die herannahenden Verluste vorzubereiten. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die wilde Mischung aus Trauer und Wut.</p><p>Was Kunden früher in mehreren Korrekturschleifen auseinandergenommen und bis ins kleinste Detail hätten feinschleifen lassen, wird heute als fertiges Produkt akzeptiert. Es kostet schließlich nichts. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Satisficing">Satisficing</a> nannte der Ökonom Herbert A. Simon es, wenn wir uns mit erstbesten Lösungen begnügen, weil alles andere zu viel Energie kostet.</p><p>***</p><p>Nach vielen Selbstzweifeln realisierte ich, dass ich diesen Kampf nie hatte gewinnen können. An das, was billig ist, werden vollkommen andere Ansprüche gestellt als an das, was etwas kostet. Dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – selbst wenn er Menschen frisst.</p><p>Und er frisst. Nicht mit Haut und Haar; wir Menschen, ich muss da gar nicht nur von mir sprechen, werden vielmehr ausgehöhlt. Wie die modernen Nachfolger des Ü-Eis zum Auslöffeln. Und jetzt, wo die Überraschung herausgenommen und die Füllung verspeist wurde, fühlen wir uns nur noch nach Hülle an. Beraubt. Denn das, was besonders an uns war, was uns ein Gefühl von Wert und unseren Platz in der Welt gegeben hat, galt lange als etwas, das uns keiner nehmen kann. Und doch ist es weg.</p><p>Faszinierend ist, dass das, was durch GenAI entsteht, nur durch dieses Innere entstehen kann und sich dennoch nach Hülle anfühlt. Das Sprachmodell tut so, als sei es Mensch, aber wenn wir ihm in die Augen schauen, entdecken wir dahinter dieselbe Leere, die es in uns hinterlassen hat.</p><p>KI würde jetzt wohl sagen: <em>„Es ist absolut verständlich, dass du dich so fühlst – und deine Wut, Trauer und Frustration sind völlig gerechtfertigt. Ich bin hier, wenn du einfach Dampf ablassen möchtest!“</em></p><p>***</p><p>Tatsächlich ereilt uns Menschen aktuell (noch) ein beklommenes Gefühl, wenn wir KI-generierten Content erkennen. AI gilt in vielen Kreisen inzwischen als „Anti-Werbung“, es häufen sich negative Kommentare und auch in Umfragen zeigt sich, dass generierte Inhalte Unbehagen und Ablehnung auslösen. Wir verlieren Vertrauen und schätzen unser Gegenüber anders ein. Studien haben sogar gezeigt, dass KI-Nutzung mit sozialen Kosten verbunden sein könnte. Wer erkennbar auf  KI-Tools zurückgreift, wird als fauler und weniger kompetent wahrgenommen.</p><p>Alle wissen es. Und dennoch ruft niemand an, um zu sagen: „Hey, wir brauchen euch wieder!“ Stattdessen heißt es, wir sollen die neue Technologie annehmen, sie nutzen! Aber nein. Ich bestehle meine Kollegen nicht.</p><p>***</p><p>Meine Beraterin bei der Agentur für Arbeit sagt, ich sei nicht alleine. Im Bekanntenkreis erzählt man von gesonderten Budgets für diejenigen, die wegen generativer KI ihre Arbeit verloren haben. Man ist sich einig darüber, dass das Training von Large Language Models mit unberechtigterweise verwendeter Kunst verurteilenswert ist. Doch das Mitgefühl reicht oft nicht weit genug, um die eigenen Handlungen zu beeinflussen. <em>Das mit den Kreativen ist schlimm, aber guck mal, wie ich in den Achtzigern ausgesehen hätte!</em></p><p>Und so, das weiß ich jetzt, geht es vielen Kreativen: Alle schauen uns an. Keiner sieht uns.</p><p>„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ heißt es penetrant häufig. Und ich möchte wissen, wohin gehen die, die mitgehen? Was ist das für ein Ort und wie viel Platz ist dort für Leidenschaft, Wachstumsschmerzen, Versuch und Scheitern, Ehrgeiz, Lernen, Sturheit, Kreativität? Wie viel Raum an diesem Ort ist vorgesehen für Menschlichkeit? Und warum rennt ihr alle darauf zu?</p><p>***</p><p>Ich schreibe diesen Text an einem Donnerstag. Draußen arbeitet der Laubbläsermann. Nichts hat sich verändert. Und alles.</p><p> </p><hr aria-hidden="true"/><p>Link zur Studie bzgl. Social Costs: <a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2426766122">https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2426766122</a></p><p>  </p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Ana Wölfelschneider</strong></h2><p><strong>Ana Wölfelschneider</strong> (39) ist gelernte Industriekauffrau und war langjährig freiberufliche Werbetexterin. Aktuell befindet sie sich in einer Orientierungsphase (mit unklarem Ausgang) und lernt an einer deutschen Fachhochschule Social Media Marketing.</p><p>Als ADHSlerin und Mutter einer neurodivergenten Jung-Künstlerin hält Ana kreativen (Selbst)ausdruck für unverzichtbar, wenn es um ein gutes und menschliches Leben geht. Auf <a href="https://www.instagram.com/facepalm_beach/">Instagram</a> veröffentlicht sie Content zu wechselnden Themen wie Kommunikation, Kreativität, Nerdkultur und Gesellschaft. Auf <a href="https://www.twitch.tv/facepalmbeach">Twitch</a> verbringt sie in Crafting-Streams, sowie bei Gaming- oder „Just Chatting“-Runden Zeit mit Community und Freunden.</p><p>Ana lebt vegan und sitzt derzeit im Vorstand eines <a href="https://www.selbst-kritisch-vegan.de/">Vereins</a> für die wissenschaftlich haltbare Kommunikation tierethischer Anliegen.</p><p><strong>Instagram: </strong><a href="https://www.instagram.com/facepalm_beach/"><strong>https://www.instagram.com/facepalm_beach/</strong></a></p><p><strong>Twitch: </strong><a href="https://www.twitch.tv/facepalmbeach"><strong>https://www.twitch.tv/facepalmbeach</strong></a></p><p><strong>SKV: </strong><a href="https://www.selbst-kritisch-vegan.de/"><strong>https://www.selbst-kritisch-vegan.de/</strong></a></p><p></p><p></p><p></p><p></p><hr/><p>in eigener sache</p><p>PS: Podcast verpasst? Mein Gespräch mit Ökonom Tom Krebs ist aktueller denn je in Zeiten, in denen der Audi-Chef einen Kniefall vor Trump macht und die politmedialen Kampagnen gegen Rot-Grün-Rot in Berlin weitergehen! Jetzt auf allen Podcast-Plattformen:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/908e0947-a312-4c5b-a025-ecf0dbf40833">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/908e0947-a312-4c5b-a025-ecf0dbf40833</a><p></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 30 Oct 2026 13:48:03 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Podcast #36: Kapital und Krise. Über einen Markt, der nicht regelt]]></title>
      <description><![CDATA[Ein Gespräch über Wirtschaftskrisen, über „Ludwig-Erhard-Folklore“, naive Marktgläubigkeit, das Schreckgespenst der Vergesellschaftung, das Grundgesetz und vieles mehr!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #36: Kapital und Krise. Über einen Markt, der nicht regelt. Mit Tom Krebs</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908e0947-a312-4c5b-a025-ecf0dbf40833/uploads/images/2noq3b2hg4/Folie1.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die wirtschaftliche Stimmung der letzten Jahre könnte besser gewesen sein: Wir haben es zu tun mit einem Markt, der nicht regelt, oder zumindest nicht zum Wohl aller. Die Lebenserhaltungskosten steigen, der Einkauf im Supermarkt kostet ein halbes Vermögen. Gleichzeitig werden Wohnungen knapp. Vor allem in den Großstädten sitzen Menschen in ihren teils zu kleinen, teils zu großen Wohnungen fest – die Lage scheint alternativlos. Und als wäre dies alles nicht genug, sind wir von fossiler Energie abhängig und haben mit <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/reiche-kritik-gas-enbw-lobbycontrol-wirtschaftsministerium-100.html">Katherina Reiche</a> jemanden im Wirtschaftsministerium, die nichts daran ändert – und offenbar auch nichts daran ändern will.</p><p>Um etwas Licht ins wirtschaftliche Dunkel zu bringen, habe ich den Ökonomen <a href="https://www.linkedin.com/in/tom-krebs-4160b36a/">Tom Krebs</a> als Gesprächspartner eingeladen! Ein Gespräch über Wirtschaft und Wirtschaftskrisen, über „Ludwig-Erhard-Folklore“, naive Marktgläubigkeit, das Gespenst der Vergesellschaftung, das Grundgesetz und vieles, vieles mehr. Wir besprechen, warum der neoliberale Kapitalismus am Ende ist und wie ein funktionsfähiger, gestaltender Staat aussehen müsste. Ob Philipp Amthor seinen Strandkorb wirklich hätte zurückgeben müssen – das erfahrt ihr ebenfalls! Danke, lieber <a href="https://www.oekom.de/person/tom-krebs-12711">Tom</a>!</p><p> </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908e0947-a312-4c5b-a025-ecf0dbf40833/uploads/images/nat4bvn376/116527_Krebs_Tom_%28C%29_Hannes_Woidich_cmyk_kleiner.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto: <a href="https://hanneswoidich.de/">Hannes Woidich</a></p><p><strong>Tom Krebs</strong></p><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Krebs">Tom Krebs</a> ist Professor für Makroökonomik und Leiter des Zentrums zur Transformationsforschung an der Universität Mannheim. Er forscht zu den Auswirkungen von Wirtschaftskrisen auf Wachstum, Ungleichheit und Lebensqualität. Krebs ist Mitglied der Mindestlohnkommission und war der erste Gastprofessor am Bundesfinanzministerium. Zuvor lehrte er an verschiedenen US-Universitäten und beriet den IWF, die Weltbank sowie die Federal Reserve Bank of Minneapolis. 2023 wurde er mit dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Sein Buch „Fehldiagnosen“ erschien 2024 bei Westend und sein aktuelles Buch „Kapital und Krise. Wie Deutschland aus der Wirtschaftskrise findet – und wie nicht“ erschien bei <a href="https://www.oekom.de/">Oekom</a>.</p><a href="https://www.oekom.de/buch/kapital-und-krise-9783987265297">https://www.oekom.de/buch/kapital-und-krise-9783987265297</a><hr aria-hidden="true"/><p>Apropos Wirtschaft: Wie üblich gabes diese Folge zunächst exklusiv für alle, die diesen Podcast als <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Steady-Mitglieder</a> wirtschaftlich supporten. Alle anderen mussten sich noch etwas gedulden. Wer ein Probe-Abo abschließt, hat ebenfalls keine Paywalls mehr!</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Mitglied werden</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><h3>Hier geht es zum Podcast ⬇️</h3><a href="https://janskudlarek.podigee.io/36-36-kapital-und-krise-uber-einen-markt-der-nicht-regelt">https://janskudlarek.podigee.io/36-36-kapital-und-krise-uber-einen-markt-der-nicht-regelt</a><p></p><a href="https://open.spotify.com/episode/2pRppVlmV6yyxOess6amUM?si=059891b0b7df44a6">https://open.spotify.com/episode/2pRppVlmV6yyxOess6amUM?si=059891b0b7df44a6</a><p>Apple:</p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/36-kapital-und-krise-%C3%BCber-einen-markt-der-nicht-regelt/id1732913415?i=1000797764740">https://podcasts.apple.com/us/podcast/36-kapital-und-krise-%C3%BCber-einen-markt-der-nicht-regelt/id1732913415?i=1000797764740</a><p>Viel Spaß mit dem Gespräch!</p><p>Jan</p><p></p><p>PS:</p><a href="https://bsky.app/profile/ralfraths.bsky.social/post/3myrbvs3u2c2y">https://bsky.app/profile/ralfraths.bsky.social/post/3myrbvs3u2c2y</a><p>PPS:</p><a href="https://bsky.app/profile/sarahbosetti.de/post/3myjwh47c322z">https://bsky.app/profile/sarahbosetti.de/post/3myjwh47c322z</a><p></p><p>PPPS:</p><a href="https://bsky.app/profile/zeit.de/post/3myr4za3pzw2k">https://bsky.app/profile/zeit.de/post/3myr4za3pzw2k</a><p>4PS:<br/></p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3myrus3zfas2s">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3myrus3zfas2s</a><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/908e0947-a312-4c5b-a025-ecf0dbf40833">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 22 Oct 2026 18:25:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Anstand ist Antifaschismus]]></title>
      <description><![CDATA[Respekt, Rücksicht und Anstand sind kein Luxus - sie sind wichtige Voraussetzung einer funktionierenden Gesellschaft und der politischen Kultur insgesamt. Mein Kommentar!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/6ifd77bvc4/zona_antifa.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bärbel Bas ist als SPD-Vorsitzende und als Arbeitsministerin zurückgetreten. Ihre Begründung, erstens: Ihre Stieftochter ist verstorben und sie benötige Zeit, um zu trauern. Der zweite Grund: Die forcierten politischen Angriffe auf sie durch den Koalitionspartner CDU/CSU, auch während ihrer Trauerzeit der letzten Wochen.</p><blockquote><p>„Heute endet für mich ein Kapitel, aber nicht die Geschichte. Denn was bleibt, sind nicht die Ämter, die wir getragen haben, sondern Spuren, die wir in den Herzen der Menschen hinterlassen. Heute wende ich mich mit einer sehr persönlichen Nachricht an Euch. Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Diese möchte ich mir ausreichend nehmen.</p><p>Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden.“</p></blockquote><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/baerbel-bas-ruecktritt-erklaerung-gxe">https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/baerbel-bas-ruecktritt-erklaerung-gxe</a><p>Das verweist auf ein größeres Problem: Die Gesprächskultur in Zeiten politischer Krisen, der politische Umgang miteinander insgesamt. Ein paar Gedanken also zum Rücktritt von Bärbel Bas, zum politischen Klima insgesamt – und warum Anstand meiner Meinung nach eine Form des Antifaschismus ist.</p><h2>Die Gesprächskultur ist schlecht</h2><p>Die Gesprächskultur im politischen Berlin ist oft schlecht, auch im Bundestag hagelt es Zwischenrufe und Beleidigungen. Mitglieder des Bundestages können laut Geschäftsordnung des Bundestages zur Ordnung gerufen werden, „wenn sie die Ordnung oder die Würde des Bundestages verletzen“.</p><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/btgo_2025/__36.html"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/3dpq6cgj36/ordnungsruf_paragraph.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Die allermeisten Ordnungsrufe und Beleidigungen gehen seit Jahren auf das Konto der AfD, das lässt sich gut statistisch belegen:</p><a href="https://www.rnd.de/politik/afd-im-bundestag-zahl-der-ordnungsrufe-im-bundestag-ist-rasant-gestiegen-7Y3XWYLJPZGDVJDN7IMCRJRODE.html"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/ghk4zpxoxp/ordnungsrufe_chat.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Ein Beispiel für einen Ordnungsruf, der in diesem Fall von der damaligen (März 2025) Bundestagspräsidentin Bärbel Bas an den Abgeordneten Stephan Brandner (AfD) ging, ist hier im Protokoll des Bundestages vermerkt (S. 27744):</p><a href="https://dserver.bundestag.de/btp/20/20214.pdf#P.27744"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/nfi6dqxwao/pinocchio.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Auch international ist der Tonfall rauer geworden, wesentlich verantwortlich hierfür ist das US-Präsident Donald Trump, der oft durch entmenschlichende, brutale und übergriffige Sprache auffällt:</p><a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/mar/13/trumps-racist-hate-speech-human-rights-violations-warn-un-watchdog">https://www.theguardian.com/us-news/2026/mar/13/trumps-racist-hate-speech-human-rights-violations-warn-un-watchdog</a><p>Hierzulande hat der Verfall der Gesprächskultur ganz wesentlich mit der AfD zu tun:</p><a href="https://www.linkedin.com/posts/dana-hajek-94890016b_wie-rau-geht-es-eigentlich-im-bundestag-ugcPost-7377255863943839746-tCph/">https://www.linkedin.com/posts/dana-hajek-94890016b_wie-rau-geht-es-eigentlich-im-bundestag-ugcPost-7377255863943839746-tCph/</a><h2><strong>Anstand ist Antifaschismus</strong></h2><p>Vor fast 10 Jahren veröffentlichte ich das Buch „<a href="https://www.rowohlt.de/buch/jan-skudlarek-der-aufstieg-des-mittelfingers-9783644402072">Der Aufstieg des Mittelfingers</a>“. Schon damals meine These: Anstand und Höflichkeit sind mehr als nur Kosmetik. Ein minimaler Respekt ist demokratische Voraussetzung und wichtig für das Funktionieren unserer Gesellschaft.</p><p><strong>Den Umgangston der AfD zu normalisieren heißt ihren Extremismus zu normalisieren. </strong>Extremisten selbst muss man hart angehen, vor allem hart in der Sache – das wusste schon der Philosoph Karl Popper, der mit seinem „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon">Toleranz-Paradoxon</a>“ schon vor 80 Jahren anmerkte, dass wir als offene Gesellschaft die Intoleranz selbst nicht tolerieren müssen.</p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon">https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon</a><p>Gegenüber den Intoleranten selbst intolerant zu sein gehört zur Verteidigung der Demokratie dazu:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/cbvmh754cx/toleranz-paradoxon-v0-069natu219od1.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Jedoch: Demokraten untereinander sollten – Stichwort Grundgesetz – Wert legen auf einen halbwegs würdevollen Umgang miteinander. Auch im Fall Bärbel Bas konnte einzelne CDU-Abgeordnete nicht darauf verzichten, sie selbst nach ihrem Rücktritt persönlich anzugreifen:</p><a href="https://bsky.app/profile/claasgefroi.bsky.social/post/3mxnyrfphis2n"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/hokrwgvnji/gefroi.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>In der Causa Bas hat wohl auch der Bundeskanzler selbst sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert (auch wenn Merz selbst, geradezu typisch, jegliche Kritik an seiner Person <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/baerbel-bas-ruecktritt-angriffe-cdu-friedrich-merz-gxe">zurückweist</a>):</p><a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/baerbel-bas-ruecktritt-bundesregierung-spd-nachfolger-schweitzer-li.3562098"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/64ikasj5ea/suddetusche.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/baerbel-bas-ruecktritt-bundesregierung-spd-nachfolger-schweitzer-li.3562098">https://www.sueddeutsche.de/politik/baerbel-bas-ruecktritt-bundesregierung-spd-nachfolger-schweitzer-li.3562098</a><a href="https://bsky.app/profile/markus.reuter.netzpolitik.org/post/3mxo363zp522q"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/tldnwvi3p2/empathieloses_a.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxpfisgshs2f">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxpfisgshs2f</a><p>Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass dieses Fehlverhalten <a href="https://www.merkur.de/politik/bas-angriffe-von-union-unmenschlich-brisante-sms-von-ju-chef-sickert-durch-zr-94543529.html">nicht für alle Mitglieder der CDU gilt</a>. JU-Chef Johannes Winkel hat Bärbel Bas aus Rücksicht angesichts ihres Trauerfalls sogar explizit persönlich <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/sms-von-johannes-winkel-ich-will-frau-bas-gerade-nicht-gerne-personlich-erwahnen-16160857.html">schützen wollen</a>:</p><a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101483010/baerbel-bas-cdu-mann-johannes-winkel-wollte-sie-laut-sms-schuetzen.html?utm_source=firefox-newtab-de-de">https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101483010/baerbel-bas-cdu-mann-johannes-winkel-wollte-sie-laut-sms-schuetzen.html?utm_source=firefox-newtab-de-de</a><p>Kevin Kühnert (SPD) wiederum weist in diesem Kontext darauf hin, dass die Gefährdung der Vertraulichkeit von Hintergrundgesprächen ebenso das Vertrauen im politischen Berlin – und somit die Möglichkeit, effektiv zusammenzuarbeiten – schwächt:</p><a href="https://www.instagram.com/p/DeaBCRtCGYs/?img_index=1">https://www.instagram.com/p/DeaBCRtCGYs/?img_index=1</a><p>Zurück zu Tonfall und Umgang: Heißt das im Umkehrschluss, Politiker und Politikerinnen sollten sich gegenseitig stets umschmeicheln und im Zweifel lieber künstlich freundlich sein? Höflich sein, bis sich politische Profile verwischen? Lieber das Messer hinterm Rücken als das Herz auf der Zunge?</p><p>Nein, keineswegs!</p><p>Man verstehe mich nicht falsch: CDU, SPD, Grüne und Linke dürfen, nein, sie sollen unterschiedlicher Meinung sein, sie dürfen auch direkt sein und frei heraus reden – sich gegenseitig offen verachten sollten sie hingegen nicht. Denn am Ende profitiert davon nur eine Partei, wenn sich die demokratische Mehrheit ziert, zofft und beleidigt (und sich die demokratische Mitte somit weiter spaltet): die AfD. <a href="https://taz.de/AfD-Strategiepapier/!6215437/">Eine AfD, die auf die Erosion der bürgerlichen Parteien setzt</a> und tagtäglich auf eine Schwächung, letztlich auf ein Ende der Volksparteien hinarbeitet.</p><a href="https://www.stern.de/politik/bas-ruecktritt---dann-waren-das-krokodilstraenen-bei-merz--38388266.html">https://www.stern.de/politik/bas-ruecktritt---dann-waren-das-krokodilstraenen-bei-merz--38388266.html</a><p>Das ist der zentrale Unterschied zwischen demokratischen Parteien und der rechtsextremen AfD: die Überzeugung, dass man auch trotz unterschiedlicher Meinung anständig miteinander umgehen kann, anständig miteinander umgehen sollte.</p><p>Nicht nur die Rechtsextremen verrohen den politischen Diskurs – auch die demokratischen Parteien müssen zusehen, dass sie nicht die Bedingungen ihrer Zusammenarbeit stören und langfristig zerstören. Wechselseitige Rücksichtslosigkeit darf kein Normalzustand der politischen Kultur werden. Anstand ist dabei kein Selbstzweck und kein Ausweis, dass man den zwischenmenschlichen Knigge beherrscht, sondern elementarer Bestandteil demokratischer Selbstbehauptung. Die schlechten Sitten von AfD &amp; Co <em>nicht</em> zu übernehmen und den politischen Gegner zwar als Gegner, nicht jedoch als persönlichen Feind zu sehen – das gehört zur Verteidigung der Demokratie dazu. Wer andere als Menschen mit Respekt behandelt (und auf bewusste Herabwürdigungen verzichtet), wird wahrscheinlicher selbst mit Respekt behandelt – und leistet somit seinen bzw. ihren Beitrag zum zivilen Miteinander!</p><p>Man kann es vielleicht auch so zusammenfassen:</p><p>Faschistische Systeme beruhen auf Entmenschlichung.</p><p>Demokratische Systeme beruhen auf Würde.</p><p><strong>Also: Anstand ist Antifaschismus! 🫶💪</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Um es abschließend mit Marlene Dietrich zu sagen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/uploads/images/2b6qsq2n5l/anstand_antifaschistin.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxyeu7q4lk2p"><em>Dieser Beitrag</em></a><em> erschien in gekürzter, früherer Form u.a. auf </em><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxp3nerq7s27"><em>Bluesky</em></a><em> und </em><a href="https://www.instagram.com/p/DeZxodLEXFz/?img_index=1"><em>Instagram</em></a><em>, sowohl als </em><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxoc4tkf6a2q"><em>Beitragssammlung</em></a><em> sowie als </em><a href="https://www.instagram.com/p/DeZyLkERYyK/"><em>Reel</em></a><em> (ebenso auf </em><a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DeZEdLMCo2K"><em>Threads</em></a><em> und </em><a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7515468107520385024/"><em>LinkedIn</em></a><em>). Wenn du magst, kannst du ihn auch dort einsehen und teilen! Sofern du eine oder mehrere dieser Plattformen hast, folge mir doch gerne rein, dann sehen wir uns öfter 👋 Und: Wie üblich hilft es mir ebenso, wenn ihr diesen Artikel teilt, verschickt, kommentiert!</em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">supporten</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn dich das Thema Meinungsfreiheit und Beleidigungen interessiert: Ich habe mit Jurist und Autor Ronen Steinke dazu ein Podcastgespräch geführt:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb</a><p>Um fragile Männlichkeit, Frauenhass und die Mechanismen, mit denen spezifisch Frauen zum Schweigen gebracht werden sollen, ging es in meinem Gespräch mit Ingrid Brodnig:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69</a><p></p><p>Möchtest du einen Artikel lesen, indem ich für <em>mehr</em> Ellbogen im Umgang mit Demokratiefeinden argumentiere? Das kannst du hier:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/3959a1d8-952a-4bad-b4e9-e652c2a07ce9">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/3959a1d8-952a-4bad-b4e9-e652c2a07ce9</a><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxwjbonrl22z">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxwjbonrl22z</a><p></p><p>Überaus höfliche Grüße 🙃,</p><p><a href="https://www.janskudlarek.de/">Jan</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/746d5927-0083-4974-bed2-4910766f08e1/teaser_image/1791886603?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 16 Oct 2026 10:03:19 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Links überkritisch, auf dem rechten Auge blind! (Kommentar)]]></title>
      <description><![CDATA[Nach dem Wahlsieg von Rot-Grün-Rot in Berlin erleben wir eine Kampagne gegen ein mögliches linksprogressives Bündnis. Gleichzeitig: die Kooperation der CDU & AfD. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/jybzcgw3b4/rechten_auge_blind.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es sind turbulente Zeiten. Ehrlich gesagt: Es sind schon so lange bzw. so regelmäßig turbulente Zeiten, dass ich mich blöd fühle beim Wiederholen des Satzes „Es sind turbulente Zeiten“. Sehen wir es positiv, immerhin bedeutet das: Ich habe mich noch nicht daran gewöhnt. Und ich will mich nicht daran gewöhnen. Ich werde mich nicht daran gewöhnen!</p><p>Doch der Reihe nach. Nach dem Wahlsieg von Rot-Grün-Rot in Berlin erleben wir eine einmalige <a href="https://www.instagram.com/p/Dd9WZXHxk5J/">Kampagne</a> – was ich damit meine, und was nicht, dazu unten mehr – gegen ein mögliches linksprogressives Bündnis. Zusätzlich zum Alarmismus-Overkill, mit dem die Berliner Linke, die Berliner SPD und die Berliner Grünen momentan <a href="https://www.instagram.com/p/DeQ0JppEbDF/?img_index=1">bundesweit</a> überschüttet werden, gab es dieser Tage einen weiteren Tabubruch. Mit <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101473292/bmw-zieht-angebot-zurueck-afd-landtagspraesident-braucht-neuen-dienstwagen.html">Tobias Rausch</a> (AfD) hat erstmals ein deutsches Landesparlament einen rechtsextremen Präsidenten, erstmal seit 1945, erstmals seit Hermann Göring.</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxa2egncp22r">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxa2egncp22r</a><p> </p><h2><strong>Nie wieder war gestern</strong></h2><p>Von „Democracy dies in darkness“ ist also dieser Tage wenig zu spüren. Die Demokratie wird vielmehr vor aller Augen abgewürgt. Maßgeblich die Hand am Hals der Demokratie haben einige <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/cdu-sachsen-anhalt-afd-karin-prien-parteiausschluss-tobias-rausch">Abgeordnete der CDU</a> aus Sachsen-Anhalt. Durch ihre Wahl von Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten handeln sie im <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/sachsen-anhalt-schulze-bab-100.html">direkten Widerspruch zu Noch-Ministerpräsident Sven Schulze</a>, der vor wenigen Tagen das exakte Gegenteil ankündigte; und der offenbar weniger Autorität besitzt als ein Türsteher am Tag der offenen Tür. Ebenso handeln die CDU-Abgeordneten im bewussten Widerspruch zum deutschen Bundeskanzler und Bundesvorsitzenden der CDU.  Er sagte vor einigen Jahren (neben der mittlerweile berühmten Ankündigung, die AfD „halbieren“ zu können):</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/2e62w4dpik/landesverbonde.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Davon geblieben ist nur ein mageres:</p><blockquote><p>„Wer seine Stimme der AfD gibt, der spielt das Spiel der Extremisten und zerstört Glaubwürdigkeit. Mit den Werten meiner Partei, der CDU, verträgt sich das jedenfalls nicht.“ (<a href="https://www.n-tv.de/politik/Merz-aeussert-sich-zu-AfD-Landtagspraesidenten-in-Sachsen-Anhalt-id31392663.html">NTV</a>)</p></blockquote><p>Der Politikwissenschaftler <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b">Marcel Lewandowsky</a> erklärt die „ohnehin lang brüchige“ Brandmauer somit im Tagesspiegel schlichtweg für „gescheitert“, und weist auf den Konstruktionsfehler der Brandmauer hin, dass diese niemals bruchfest definiert worden sei, beziehungsweise „dass es im engeren Sinn nie eine gemeinsame Brandmauer gab“:</p><a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/tobias-rausch-ist-erster-afd-landtagsprasident-warum-die-brandmauer-vorerst-gescheitert-ist-16137623.html">https://www.tagesspiegel.de/politik/tobias-rausch-ist-erster-afd-landtagsprasident-warum-die-brandmauer-vorerst-gescheitert-ist-16137623.html</a><p>Oder um es mit Ingmar Stadelmann zu sagen:</p><a href="https://www.threads.com/@ingmarstadelmann/post/DeMylwujqXY"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/dnc2kxc7qd/stadel2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Einige Kommentatoren bringen es auch auf die prägnante Formel: <strong>Nie wieder ist jetzt?</strong> <strong>Nie wieder war gestern!</strong></p><p>Zurück zur Kampagne gegen die Linken, die gibt es nämlich aus meiner Sicht immer noch. Auch von oberster Stelle. Während seine CDU dem organisierten Rechtsextremismus den roten Teppich ausrollt, macht Friedrich Merz was? Genau: Schweigt erst lange – und kritisiert dann die Linken.</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxc6npyvos2y"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/em22k4pdpz/merrz.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p> </p><h2><strong>Was meine ich mit „Kampagne“?</strong></h2><p>„Kampagne“ ist natürlich nicht in der verschwörungstheoretischen „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCgenpresse#Begr%C3%BCndung">Lügenpresse</a>“-Lesart gemeint – niemand diktiert in Hinterzimmern einen medienübergreifenden Frontalangriff. Der Begriff macht für mich dennoch Sinn, weil offenkundig zielhaft und kollektiv agiert wird, ohne polit-mediale Verhältnismäßigkeit. Weil hier Macht verteidigt werden soll und Ist-Zustände zementiert. Weil hier offenbar ein Zweck (Die Linke in Berlin &amp; Rot-Grün-Rot in Berlin zum Scheitern bringen) die Mittel heiligt (eine Schmutzkampagne, die gemessen an der Diffamierungsenergie an das „<a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/union-mobilisiert-mit-kampagne-gegen-heizungsgesetz-a-b72cd828-0d55-4517-9181-bc288bb20fae">Heizungsgesetz</a>“ erinnert). Bitte nicht falsch verstehen: Auch in einer pluralistischen Medienlandschaft gibt es konservative, parteinahe, z.B. CDU-freundliche Medien. Das ist an sich selbstverständlich (!) okay. Mehr noch: Eine vielfältige, politisch uneinheitliche und vielstimmige Presselandschaft ist Merkmal einer funktionierenden, lebendigen Demokratie.</p><p>Zum Problem wird es, wenn einige, tendenziell konservative bis rechtslastige Medien mit Halbwahrheiten, Alarmismus und Skandalisierung vorhandene Gefahren überproportional darstellen (bspw. Clan-Kontakte und Antisemitismus bei einzelnen Abgeordneten der Linken; ein Problem, das mittlerweile sogar von Rot-Grün-Rot per <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/berliner-vereinbarung-sondierungsgespraeche-antisemitismus-linke-gruene-spd">gemeinsamer Vereinbarung</a> angegangen wird) und gleichzeitig reale Gefahren unterproportional darstellen (beispielsweie die traurige Realität eines <a href="https://www.deutschlandfunk.de/antrag-von-afd-und-cdu-fuehrt-zu-stolpersteinverbot-in-heidenau-in-sachsen-104.html">parteiübergreifenden Antisemitismus</a>*, sowie die aktive Kooperation vermeintlich bürgerlicher Parteien mit der gesichert rechtsextremen AfD).</p><p>Problematisch wird es, wenn eine regelrechte Hexenjagd stattfindet:</p><a href="https://bsky.app/profile/recht-gegen-rechts.bsky.social/post/3mwpto5m26s2u">https://bsky.app/profile/recht-gegen-rechts.bsky.social/post/3mwpto5m26s2u</a><p> </p><p>Weitere Beispiele von Übertreibungen und Skandalisierungen zeige ich in diesem Video:</p><a href="https://www.instagram.com/p/Dd9WZXHxk5J/">https://www.instagram.com/p/Dd9WZXHxk5J/</a><p> </p><hr/><p>dein support</p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Du liest gern mit? Wenn du Artikel wie diesen ermöglichen möchtest, schließe bitte ein Steady-Abo ab. Nur euer Support lässt mich unabhängig publizieren, ganz ohne Redakteure, die mir inhaltlich hineinreden! ⬇️</mark></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans</a><p>Wer schon dabei ist: 💚 - Danke!</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Reichlich daneben</strong></h2><p>Eine Verschiebung ist auch merklich in der Wortwahl. Dass Bundesministerin Katherina Reiche für einen möglichen Regierungswechsel in Berlin den Begriff „Machtergreifung“ nutzt (und dies medial, zumindest anfangs, komplett unreflektiert übernommen wird), ist ein klares Indiz für eine Verschiebung des Sagbaren:</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mx223gwpl22b">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mx223gwpl22b</a><p>So wird das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Overton_window">Fenster des Sagbaren</a> stückweit verschoben – und der aufmerksame Beobachter merkt, dass wir, punktueller Erfolge links der Mitte zum Trotz, gesellschaftspolitisch keinen „Linksruck“ erleben, sondern einen Rechtsruck. (Ob es überhaupt so etwas gibt wie eine „politische Mitte“, oder ob es sich hierbei nicht vielmehr um ein selbstaffirmierendes Normalitätsmantra handelt, um eine perspektivische Selbstverortung – Mitte sind immer die, die sich für mittig erklären; Extremisten sind immer die anderen; man selbst repräsentiert immer „die normalen Leute“ –, das wäre vielleicht ein lohnenswertes Thema für einen weiteren Artikel).</p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Overton_window">https://en.wikipedia.org/wiki/Overton_window</a><a href="https://www.instagram.com/p/DeHlqhiiDo1/">https://www.instagram.com/p/DeHlqhiiDo1/</a><p>Gleichzeitig zur nonchalant eingestreuten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung">NS-Vokabel</a> warnt, wie könnte es anders sein, unsere deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie vor einer linken Regierung in Berlin:</p><a href="https://bsky.app/profile/melaura.bsky.social/post/3mwzytpn5ys2g">https://bsky.app/profile/melaura.bsky.social/post/3mwzytpn5ys2g</a><p>Wir lernen ein weiteres Mal heißt es: <strong>Die Würde des Investors ist unantastbar</strong>. Zumindest für Frau Reiche.</p><p>Dass man sich deswegen alles von ihr gefallen lassen muss, stimmt jedoch nicht!</p><blockquote><p>„Die Linke wirft Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) wegen eines Instagram-Videos auf der Ministeriumsseite eine Verletzung des Neutralitätsgebots vor. In dem Video behauptet Reiche etwa, die Partei lebe &quot;offen&quot; Antisemitismus.“</p></blockquote><a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/linke-katherina-reiche-eilantrag-organklage-bverfg-neutralitaet">https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/linke-katherina-reiche-eilantrag-organklage-bverfg-neutralitaet</a><p>Ich drücke der Linken – die ich übrigens nicht mal gewählt habe, das nur nebenbei – die Daumen im Vorgehen gegen diese Äußerungen von Bundesministerin Reiche, die jede Mäßigung und Mitte vermissen lassen.</p><p>Und es ist nicht nur Frau Reiche.</p><p>Die CDU ist dieser Tage im Niveaulimbo wirklich ganz weit vorne mit dabei. Die Bundestagsabgeordnete Serap Güler erklärt – aufgepasst! – die Kooperation mancher CDUler mit der AfD am Tag der Wahl des ersten rechtsextremen Landtagspräsidenten der Bundesrepublik in Sachsen-Anhalt kurzerhand zur Notwehr:</p><blockquote><p>„Ihr, Grüne, seid seit der Wahl in Berlin dabei, diesen Mist zu befördern. U.a. mit Träumereien von RRG im Bund. Wenns für euch kein Problem ist, mit Extremisten gem. Sache zu machen, dürft ihr euch über Entwicklungen wie heute nicht wundern.“ (<a href="http://x.com/">X.com</a>)</p></blockquote><p>Damit bestätigt sie die Befürchtungen vieler, dass hier per Hufeisentheorie eine weitere Zusammenarbeit der Union mit der AfD vorbereitet werden soll:</p><a href="https://bsky.app/profile/maxczollek.bsky.social/post/3mwn7f6qefk2k">https://bsky.app/profile/maxczollek.bsky.social/post/3mwn7f6qefk2k</a><p>Sehenswert hierzu auch der Kommentar von Ricarda Lang:</p><a href="https://www.instagram.com/p/DeP0FN9INQk/">https://www.instagram.com/p/DeP0FN9INQk/</a><p> </p><p>Robert Pausch wiederum kommentiert in der ZEIT treffsicher:</p><blockquote><p>„Man kann als bürgerlicher Politiker die Linke verachten, man kann sie bekämpfen. Aber sich das Hufeisen so zurechtzubiegen, dass Elif Eralp am Ende irgendwie dasselbe ist wie Hans-Thomas Tillschneider, das ist nicht nur ignorant. Es ist ein Zeichen einer tiefen intellektuellen und moralischen Krise, in die sich die Christdemokratie hineinmanövriert hat.“</p></blockquote><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/spd-bundestagsfraktion-protest-antifaschismus-afd-sachsen-anhalt?freebie=c0127e3e">https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/spd-bundestagsfraktion-protest-antifaschismus-afd-sachsen-anhalt?freebie=c0127e3e</a><p>Wer so redet, ist entweder absichtlich unehrlich oder hat die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Drinking_the_Kool-Aid">eigene Propagandapille</a> geschluckt.</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxbubnvuls2c">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mxbubnvuls2c</a><p> </p><a href="https://bsky.app/profile/did:plc:fgiv6357p42w3yl66ljv4ych/post/3mxefvxqucc2b">https://bsky.app/profile/did:plc:fgiv6357p42w3yl66ljv4ych/post/3mxefvxqucc2b</a><h2><strong>Es ist nicht alles verloren</strong></h2><p>Die gute Nachricht: Nicht alle paktieren mit den Rechtsextremen und nicht alle reden sie klein oder schön. Dass er versteht, welche im negativen Sinne historische Stunde es geschlagen hat, zeigt momentan Verteidigungsminister Boris Pistorius.</p><p>Am Tag der Wahl von Tobias Rausch (AfD) zum Landtagspräsidenten zieht er mit seiner SPD zum Berliner Bebel-Platz, dem Platz der Bücherverbrennung der Nazis, und findet die richtigen Worte (und ebenso, aber sympathisch, ein <a href="https://www.zeit.de/video/2026-10/short-pistorius-nationalhymne">paar schiefe Töne</a>):</p><p> </p><a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DeKhBRqiiO6/media"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/xpktd2cpec/desaster.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://bsky.app/profile/volksverpetzer.de/post/3mxbte4kwd227">https://bsky.app/profile/volksverpetzer.de/post/3mxbte4kwd227</a><a href="https://www.threads.com/@simboson/post/DeOizPEihPe"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/gxds4jv2lu/mehr_als_die_cdu.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><a href="https://bsky.app/profile/melaura.bsky.social/post/3mxbv7apouk2n">https://bsky.app/profile/melaura.bsky.social/post/3mxbv7apouk2n</a><p>Eine aus meiner Sicht gute Nachricht zum Schluss: Die Linke, die Grünen und die SPD lassen sich offenbar von dem ganzen Trubel, der Hetze, den schiefen Vergleichen und der rechtskonservativen Empörungswelle nicht irritieren. Sie gehen offenbar Schritt für Schritt aufeinander zu, besprechen Probleme und bauen Brücken:</p><p> </p><a href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/berlin-linke-gruene--spd-sondierungen-100.html">https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/berlin-linke-gruene--spd-sondierungen-100.html</a><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/berliner-vereinbarung-sondierungsgespraeche-antisemitismus-linke-gruene-spd">https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/berliner-vereinbarung-sondierungsgespraeche-antisemitismus-linke-gruene-spd</a><p>Alles in allem also eine anstrengende Zeit – aber eine Zeit, in der sich auch das demokratische Immunsystem aktiviert. Eine Zeit, in der es nicht nur Opportunismus und Verzweiflung gibt, sondern eben <a href="https://www.instagram.com/reels/DeLlFmGEWR4/">Mut</a>, <a href="https://bsky.app/profile/politicalbeauty.bsky.social/post/3mxgwiaefy22k">Wehrhaftigkeit</a> und <a href="https://dietz-verlag.de/isbn/9783801207076/Mut-zum-Unmut-Eine-Anleitung-zur-politischen-Widerspenstigkeit-Matthias-Meisner-Paul-Starzmann">demokratische Widerspenstigkeit</a>. Während es rechte und rechtsextreme Akteure gibt, die auf Disruption setzen und unser demokratisches System <a href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/thueringen/neuwahl-abstimmung-afd-news,landtag-588.html">absetzen wollen</a>, nehmen demokratische Akteure in Berlin ihre Aufgabe ernst und arbeiten an der Umsetzung eines demokratischen Wählerwillens. Oder, wie ich Markus Söder schrieb:</p><a href="https://www.instagram.com/p/DeQ0JppEbDF/c/17940178380368514/?img_index=1"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/sz76djdf2u/soderfoto.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p> </p><p>Viele Grüße &amp; ein schönes Wochenende,</p><p>Jan</p><p>PS: Wie immer helft ihr meinen Beiträgen, indem ihr sie postet, verschickt, oder anderen zeigt 🫶</p><p>PPS: Wer mir ein 🍻 ausgeben will, kann das <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">hier</a> ☺️</p><p></p><h2>Weiterführende Lektüre</h2><p>Weiterführende Lektüre: Es ist gerade ein spannendes SPD-Paper erschienen. 19 Seiten mit dem Thema: „<a href="https://www.spdfraktion.de/system/files/documents/position-wehrhafte-demokratie.pdf">Wehrhafte Demokratie: Unseren Rechtsstaat gegen autoritäre Angriffe wappnen</a>“.</p><p> </p><a href="https://www.spdfraktion.de/system/files/documents/position-wehrhafte-demokratie.pdf">https://www.spdfraktion.de/system/files/documents/position-wehrhafte-demokratie.pdf</a><p> </p><p>* Eine ebenfalls interessante Publikation, die sich parteiübergreifenden Formen des Antisemitismus widmet (S. 137ff.), ist folgende. Sie ist von 2017, aber nichtsdestoweniger erkenntnisreich:</p><a href="https://www.antisemitismusbeauftragter.de/SharedDocs/downloads/Webs/BAS/DE/expertenbericht-antisemitismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4">https://www.antisemitismusbeauftragter.de/SharedDocs/downloads/Webs/BAS/DE/expertenbericht-antisemitismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4</a><p></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">abo</a></p><p> </p><p> </p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/3efc0630-eb36-4d03-bb95-e8421e4fff41/uploads/images/jybzcgw3b4/rechten_auge_blind.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 09:57:27 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wir sind die Brandmauer (4): Demokratische Resilienz und…]]></title>
      <description><![CDATA[Der vierte und letzte Teil meines Artikels "Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand".]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Wir sind die Brandmauer (4): Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse (Teil 4)</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/84e2ee89-e229-4106-92bb-1166efccbe64/uploads/images/rufj7drulv/1000044648.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bevor ihr heute den vierten und letzten Teil meiner Artikelserie “Wir sind die Brandmauer” erhaltet, hier ein paar Gedanken zur medialen Kampagne, die seit der Landtagswahl in Berlin gegen die Partei Die Linke und gegen Rot-Rot-Grün in Berlin läuft und an der sich von BILD, CDU bis NIUS wirklich einige beteiligen:</p><a href="https://www.instagram.com/p/Dd9WZXHxk5J/">https://www.instagram.com/p/Dd9WZXHxk5J/</a><p></p><p>Wer kein Instagram hat, findet den Beitrag ebenso auf Bluesky (oder <a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/Dd9XnWaCsWH">Threads</a>, ebenso <a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7511464754805243904/">LinkedIn</a>):</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mwtcm2htkc2q">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mwtcm2htkc2q</a><p>Wer unseren Rückblick auf die Wahlen in Berlin, MV und Sachsen-Anhalt noch nicht gehört hat: Es war ein kurzweiliges, aber auch erkenntnisreiches Gespräch mit Maria &amp; Johannes vom lesenswerten Newsletter “<a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden/about">Wie Rechte reden</a>”.</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/57725826-b918-4317-abd9-8b0431728456">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/57725826-b918-4317-abd9-8b0431728456</a><p></p><p>Abgesehen gab es im September eine weitere große Demo für die Demokratie und gegen die AfD. Meine Eindrücke seht ihr hier (und falls ihr es noch nicht tut, folgt mir doch bitte auf <a href="https://www.instagram.com/janskudlarek/">Instagram</a>):</p><a href="https://www.instagram.com/p/DdMpBoXkRrU/?img_index=1">https://www.instagram.com/p/DdMpBoXkRrU/?img_index=1</a><p>Die Diskussion über Sinn und Zweck der Demos gibt es auch immer wieder; ich finde diesen Standpunkt sehr sympathisch, und nicht nur, weil ich mit der Urheberin dieses Beitrages verheiratet bin (aber auch):</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/84e2ee89-e229-4106-92bb-1166efccbe64/uploads/images/46nhqnvsdu/1000041788.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/84e2ee89-e229-4106-92bb-1166efccbe64/uploads/images/jwtw4nvmpe/1000041750.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>⬆️ Guter Slogan, den ich mir zur Demo-Teilnahme habe “tätowieren” lassen. Das Klebetattoo ist mittlerweile weg, die Einstellung bleibt. 💪</p><p>Und jetzt viel Spaß mit dem Artikel!</p><hr aria-hidden="true"/><p>Übrigens: Falls du mir für meine Arbeit ein Bier ausgeben willst, kannst du das <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><strong>per Kaffeekasse</strong></a> (die besonders am Wochenende auch eine Bierkasse ist). ☕🍻</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Ich habe für die Zeitschrift </em><a href="https://www.nomos.de/zeitschriften/kd/"><em>Konfliktdynamik</em></a><em> einen längeren Artikel geschrieben: &quot;</em><a href="https://www.researchgate.net/publication/408078114_Wir_sind_die_Brandmauer_Demokratische_Resilienz_und_gesellschaftlicher_Widerstand_gegen_reaktionare_Radikalisierungsprozesse"><em>Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse</em></a><em>&quot;. Es geht um Demokratie, Widerstand und die unangenehm aktuelle Frage, wie wir unsere Gesellschaft gegen Angriffe verteidigen. In den letzten Wochen habe ich die ersten drei Teile veröffentlicht, heute folgt der finale Teil 4. Die Ausgabe enthält übrigens weitere lesenswerte Beiträge von Kollegen und Kolleginnen:</em></p><a href="https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c">https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c</a><p>[…]</p><h2>Was wir als Bürger und Bürgerinnen tun können</h2><p>Kein einzelner Bürger, keine einzelne Bürgerin kann allein eine bessere Sozialpolitik im Land beschließen – das ist Sache der Politik insgesamt, und dort sieht es ja momentan nicht unbedingt nach konsensueller, lösungsorientierter Einigkeit aus. Daraus zu schließen, dass wir, die Menschen in diesem Land, die nicht zufällig im Bundestag, in Landtagen oder in der Kommunalpolitik sitzen, machtlos sind, wäre allerdings ein Fehlschluss. Der entscheidende demokratische Resilienzfaktor, mit dem eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft steht oder fällt, ist die Bevölkerung selbst – wir alle. Einer der wenigen Fälle, wo der politische Populismus gewissermaßen recht hat: Es geht ums Volk. In einem Artikel namens »Wir sind die Brandmauer« dürfen Überlegungen zur individuellen wie kollektiven bürgerlichen Selbstwirksamkeit nicht fehlen.</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/84e2ee89-e229-4106-92bb-1166efccbe64">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 02 Oct 2026 10:50:10 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Intermezzo #3: Die Wahlen im Osten. Über den Teufelskreis der…]]></title>
      <description><![CDATA[In der neuen Intermezzo-Folge meines Podcasts analysieren Maria Maria Timtschenko, Johannes Giesler und ich die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Intermezzo #3: Die Wahlen im Osten. Über den Teufelskreis der extremen Rechten, Mamdani-Effekte und die Haltbarkeit des Kanzlers. Mit Maria Timtschenko &amp; Johannes Giesler</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/57725826-b918-4317-abd9-8b0431728456/uploads/images/qawwlx736r/Folie1.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>In der neuen Intermezzo-Folge meines Podcasts analysieren Maria Timtschenko, Johannes Giesler und ich die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt - und überlegen gemeinsam, was die politischen Entwicklungen (Erfolge der AfD, aber auch der Linken) insgesamt bedeuten!</p><p>Danke für das tolle Gespräch, Maria &amp; Johannes!</p><hr aria-hidden="true"/><p>Hinter uns liegen drei Landtagswahlen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Sachsen-Anhalt vor einigen Wochen, da triumphierte die rechtsextreme AfD mit über 40%. Jetzt wählten Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Während die AfD in Mecklenburg-Vorpommern mit über 38% stärkste Partei wurde, ist die SPD mit Manuela Schwesig nur knapp dahinter – eine krasse Aufholjagd und ein sozialdemokratischer Erfolg (zur Erinnerung: bundesweit steht die SPD bei ca. 12%).</p><p>Und dann Berlin: Für die Konservativen ein Schock, die anderen sind wohl immer noch im Freudenrausch: Die Linke mit Elif Eralp auf über 25%, CDU stürzt ab. Grüne und SPD verlieren beide ein paar Prozente, sind aber dennoch zweistellig vertreten (mit 14% und 12%). Jetzt gehen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die ersten Parteien aufeinander zu. In beiden Ländern zeichnen sich Sondierungen von SPD, Linken und Grünen ab.</p><p>Wir fragen uns heute: Was bedeutet das Ganze? Wie beurteilen wir die drei Wahlen? Was bedeuten sie im Kontext aktueller Politik? Hält sich Friedrich Merz? Wie steht es um die CDU, die sich momentan zu fragen scheint: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?</p><p>Wir reden über den Teufelskreis der extremen Rechten, Mamdani-Effekte und die Haltbarkeit des Kanzlers. Es geht um die Herausforderungen des Journalismus bei der Berichterstattung über die AfD, um die Frage, ob Parteien “ihre Politik einfach nur besser erklären müssen”, und um die Wirkmacht rechter politischer Kräfte. Was Charisma und Beratungsresistenz mit politischer Führung zu tun haben, erfahrt ihr ebenfalls. Wie üblich gibts jede Menge Tipps für den persönlichen Umgang, ebenso weiterführende Lektüre und prodemokratische Analysen. Ebenfalls wie üblich: In den Shownotes findet ihr sehr viele Verweise, erwähnte Artikel und Beiträge!</p><p>Auch in turbulenten Zeiten gilt: Stabil bleiben!</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/57725826-b918-4317-abd9-8b0431728456/uploads/images/suy6juyqj7/WRR%281%29.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto: Michèl Passin</p><p>Johannes Giesler ist in Göppingen bei Stuttgart aufgewachsen. Er hat in Darmstadt Wissenschaftsjournalismus studiert und im Master New Media Journalism an der Leipzig School of Media. Außerdem war er an der Reportageschule in Reutlingen. Seit 2016 arbeitet er als freier Journalist vor allem zu wissenschaftlichen Themen.</p><p>Maria Timtschenko hat in Leipzig Soziologie, Kulturwissenschaften und Journalistik studiert und anschließend bei den Nürnberger Nachrichten volontiert. Nach einem Jahr an der Reportageschule in Reutlingen hat sie als freie Journalistin in Leipzig für überregionale Zeitungen wie &#39;Die Zeit&#39; und &#39;Die Welt&#39; geschrieben. Nach ihrer Zeit als Reiseredakteurin für &#39;DB Mobil&#39;, arbeitete sie als PR-Beraterin für eine Hamburger Agentur und ist mittlerweile in der internen Unternehmenskommunikation.</p><p>Gemeinsam haben Maria und Johannes am 9. November 2023 die erste Ausgabe des Newsletters &quot;<a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden/">Wie Rechte reden</a>&quot; veröffentlicht. Seitdem schreiben sie jede Woche eine Folge, in der sie sich ein Zitat aus der extremen Szene vorknöpfen und es mithilfe von Expert*innen auf Bedeutung, Strategie, Ideologie abklopfen.</p><h2>Es lohnt sich, Maria &amp; Johannes reinzufolgen</h2><p><strong>Steady</strong>: <a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden/posts">https://steady.page/de/wie-rechte-reden/posts</a> </p><p><strong>Instagram</strong>: <a href="https://www.instagram.com/wierechtereden/">https://www.instagram.com/wierechtereden/</a> </p><p><strong>Bluesky</strong>: <a href="https://bsky.app/profile/wierechtereden.bsky.social">https://bsky.app/profile/wierechtereden.bsky.social</a> </p><p><strong>Linkedin</strong>: <a href="https://www.linkedin.com/in/mariatimtschenko/">https://www.linkedin.com/in/mariatimtschenko/</a> </p><p><strong>Campact</strong>: <a href="https://www.campact.de/blog/author/johannes-giesler-und-maria-timtschenko/">https://www.campact.de/blog/author/johannes-giesler-und-maria-timtschenko/</a> </p><h2>Zum Podcast</h2><p>Hier gehte es zum Podcast:</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/57725826-b918-4317-abd9-8b0431728456">Auf Steady anhören</a></p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/b3-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/b3-neue-episode</a><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/intermezzo-3-die-wahlen-im-osten-mit-maria-timtschenko/id1732913415?i=1000791166104">https://podcasts.apple.com/us/podcast/intermezzo-3-die-wahlen-im-osten-mit-maria-timtschenko/id1732913415?i=1000791166104</a><a href="https://open.spotify.com/episode/28T10CsDPCgOLBR5lB5Ex5?si=44bb44c72ebe43f0">https://open.spotify.com/episode/28T10CsDPCgOLBR5lB5Ex5?si=44bb44c72ebe43f0</a><p></p><p>Der Podcast heute erscheint für alle, ohne Paywall, ohne Werbung. Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr die Folge nicht nur hört, sondern teilt. Wer unsere Arbeit supporten will, kann das hier:</p><a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/wie-rechte-reden/about#js-publication_plans</a><p>Und hier:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans</a><p>Ebenso per <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Kaffeekasse</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">supporten</a></p><p></p><p>Viele Grüße, bleibt stabil 💪</p><p>Jan</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 22 Sep 2026 20:09:27 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wir sind die Brandmauer (3): Demokratische Resilienz und…]]></title>
      <description><![CDATA[Der dritte Teil meines Artikels: "Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse".]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Wir sind die Brandmauer (3): Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse (Teil 3)</h1><h2>Vorwort</h2><a href="https://www.instagram.com/p/Dc_14RCkT9E/?img_index=1"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7c72f9aa-91d3-4b18-a4bb-9f256818efeb/uploads/images/kjdfkuu4pk/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>(<em>Foto von der </em><a href="https://www.instagram.com/p/Dc_14RCkT9E/?img_index=1"><em>Demo am 7.9. in Berlin</em></a><em>)</em></p><p>Von turbulenten Zeiten zu sprechen, ist vermutlich noch eine Untertreibung. Momentan ist es der Stress pur, auch ich schlafe wenig und schlecht. Das Gute: In Krisenzeiten merkt man auch, wie Menschen zusammenhalten. Dass nicht alles verloren ist. Als Folge der desaströs erfolgreichen AfD in Sachsen-Anhalt tun sich immer mehr Menschen zusammen, und demonstrieren nicht nur – abermals – gegen die AfD, sondern vor allem <em>für</em> etwas. Für Mitmenschlichkeit, für Demokratie und für ein freies Leben aller nach dem Grundgesetz. Während ich jeden verstehe, der eine gewisse Demo-Skepsis oder Demo-Müdigkeit verspürt, sind diese Veralstantungen für mich jenseits reiner Gruppenaffirmationsprozesse relevant. Es geht um praktische Solidarität, um demokratische “Bandenbildung”. Es geht um uns. Um uns als Menschen, um uns als Gesellschaft. Um uns alle.</p><a href="https://www.instagram.com/p/Dc_14RCkT9E/?img_index=1"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7c72f9aa-91d3-4b18-a4bb-9f256818efeb/uploads/images/3syjf234em/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>(<em>Foto von der </em><a href="https://www.instagram.com/p/Dc_14RCkT9E/?img_index=1"><em>Demo am 7.9. in Berlin</em></a><em>)</em></p><p>Und ja, wenn man sich danach ein kleines bisschen weniger ohnmächtig, allein und hilflos fühlt, dann ist das auch nicht übel. Daher mein erster Tipp in diesen Zeiten: Tut euch mit anderen zusammen, redet, sucht euch Unterstützung. Emotional, psychisch, menschlich. Egal ob räumlich oder virtuell: Jetzt ist die Zeit, zusammenzustehen und solidarisch zu sein, insb. mit jenen, die durch die AfD-Wahlerfolge in nächster Zeit konkret bedroht sind.</p><p>Apropos Solidarität, apropos Resilienz: Schon meinen letzten Podcast gehört? Wer angesichts der Wahlergebnisse von Sachsen-Anhalt nachvollziehbarerweise gestresst ist, kann ja mal in unseren Podcast reinhören - gemeinsam mit Sozialpsychologin Pia Lamberty bespreche ich Strategien, Techniken, Methoden gegen den Stress. Die Folge <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/6f3159af-5f02-4cc6-bc43-1d4e4c6443e5"><strong>“Krisen, Konflikte, Kurbelradios – Wie wir gut durch turbulente Zeiten kommen”</strong></a> ist jetzt überall frei verfügbar⬇️</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/36-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/36-neue-episode</a><p>Bei Apple:</p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/35-krisen-konflikte-kurbelradios-wie-wir-gut-durch/id1732913415?i=1000787837278">https://podcasts.apple.com/us/podcast/35-krisen-konflikte-kurbelradios-wie-wir-gut-durch/id1732913415?i=1000787837278</a><p>Auf Spotify:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/7zVCG5Sb5hO7d4XWGmmNPb?si=ruB5cmILQq-uc6HX7nnPLw">https://open.spotify.com/episode/7zVCG5Sb5hO7d4XWGmmNPb?si=ruB5cmILQq-uc6HX7nnPLw</a><p>Falls du wissen willst, ob es Demos in deiner Nähe gibt, schau doch mal bei “<a href="https://www.demokrateam.org/">Demokrateam</a>” vorbei (auch auf <a href="https://www.instagram.com/demokrateam/?hl=de">Instagram</a>):</p><a href="https://www.demokrateam.org/aktionen/">https://www.demokrateam.org/aktionen/</a><p>Die nächste große Demo in Berlin ist die Sternendemo, am 12. September:</p><a href="https://sterndemo.de/">https://sterndemo.de/</a><p>Und, vielleicht macht auch das ja ein wenig Mut: Die AfD wird längst nicht alles umsetzen können, was sie großspurig ankündigt, (sollte es überhaupt zu einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt kommen). ⬇️</p><a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-sachsen-anhalt-migration-100.html">https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-sachsen-anhalt-migration-100.html</a><p>Interessant fand ich noch diese Gedanken von Krsto Lazarevic:</p><a href="https://www.instagram.com/p/Dc-2tXvDSvs/?img_index=1">https://www.instagram.com/p/Dc-2tXvDSvs/?img_index=1</a><p>Auch der von mir überaus geschätzte Thomas Zimmer ist in diesen Zeiten, und eigentlich immer, sehr lesenswert:</p><a href="https://steady.page/de/demokratie-americana/posts/ce7ec088-40fd-47d7-a827-6c5b963fff18">https://steady.page/de/demokratie-americana/posts/ce7ec088-40fd-47d7-a827-6c5b963fff18</a><p>Was ich sagen will: Es gibt Zeiten, in denen ein Satz wie “Wir sind die Brandmauer” eher abstrakt erscheint. Das ist momentan (für mich) nicht so. Jetzt gerade fühlt sich die rechte Bedrohungslage, aber auch die Zivilgesellschaft, das Miteinander und der gelebte Antifaschismus reichlich real an.</p><p>Viel Spaß mit Teil drei meines Artikels!</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Support </a></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Wir sind die Brandmauer (3): Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse (Teil 3)</h2><p></p><p><em>Ich habe für die Zeitschrift </em><a href="https://www.nomos.de/zeitschriften/kd/"><em>Konfliktdynamik</em></a><em> einen längeren Artikel geschrieben: &quot;</em><a href="https://www.researchgate.net/publication/408078114_Wir_sind_die_Brandmauer_Demokratische_Resilienz_und_gesellschaftlicher_Widerstand_gegen_reaktionare_Radikalisierungsprozesse"><em>Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse</em></a><em>&quot;. Es geht um Demokratie, Widerstand und die unangenehm aktuelle Frage, wie wir unsere Gesellschaft gegen Angriffe verteidigen. Neulich habe ich </em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/510a3b2e-b4ee-4b54-a1ad-9f354eb17858"><em>Teil 1</em></a><em> und </em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/69deb0d9-0448-4f46-bdb0-85f1087e837f"><em>Teil 2</em></a><em> des Artikels veröffentlicht, heute folgt Teil 3. Die Ausgabe enthält übrigens weitere lesenswerte Beiträge von Kollegen und Kolleginnen, daher empfehle ich sie euch ganz ausdrücklich in Gänze:</em></p><a href="https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c">https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c</a><hr/><p>fortsetzung</p><p>[…]</p><p>Wer ein pluralistisches Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft möchte (und ich unterstelleeinfach mal vielen von uns, dass wir das möchten), muss solche Angstnarrative nicht nur erkennen und als solche kritisieren, sondern, noch wichtiger, der muss wirkmächtige und überzeugende Narrative an dieselbe Stelle setzen. Das sogenannte Agenda Setting, also die Platzierung bestimmter politischer Themen und Schwerpunkte im öffentlichen Aufmerksamkeitsraum, muss mehr in den Fokus</p><p>des progressiven Lagers rücken. So wie Trump, die AfD und auch in Teilen eine CDU mit negativen affektiven Erzählungen arbeitet, um ihre Wählerschaft zu mobilisieren, muss das progressive Lager – und zwar egal, ob es um Migration geht, um Klima oder um Sozialpolitik – alles daransetzen, aus der Negativspirale bedrohlicher Frames und Narrative auszutreten und stattdessen konstruktive, positive und wünschenswerte Bilder einer besseren Gesellschaft zu platzieren. Ein abstraktes »Wir schaffen das!« muss ganz konkret mit Leben gefüllt werden – was wir schaffen, wie wir es schaffen und, ebenfalls nicht ganz unwichtig, was wir bereits <em>geschafft haben</em>.</p><h2>Unverdiente Ungleichheit</h2><p>Es genügt nicht, allein positive Erzählungen zu setzen. Während politische Kommunikation einen kaum zu überschätzenden Einflussfaktor auf die öffentliche Meinungsbildung darstellt, ist sie nur eine Seite der Medaille. Von einer kommunikativ-sprachlichen Ebene abgesehen ist in den letzten Jahren wirklich etwas ins Rutschen geraten, auf einer grundlegend materiellen Ebene. Die Ungleichheit hat zugenommen, national wie international. Diesen Eindruck teilen viele Deutsche. So hatten im Sommer 2025 vier von zehn Bürgerinnen und Bürgern (39 %) den Eindruck, Deutschland sei in den letzten zehn Jahren ungerechter geworden; lediglich 15 % sehen Deutschland in einem gerechteren Zustand als vor einem Jahrzehnt (und weitere 42 % sehen keine wirkliche Veränderung) (Infratest Dimap 2018). Das Aufstiegsversprechen, jahrzehntelang eine der zentralen neoliberalen Säulen Nachkriegsdeutschlands, insbesondere Westdeutschlands, scheint im Wesentlichen nicht mehr gültig. Der Neoliberalismus steckt in einer Glaubwürdigkeitskrise. Ein Blick auf die realen Verhältnisse und wir sehen wieso. Nur ein Beispiel von vielen:</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/7c72f9aa-91d3-4b18-a4bb-9f256818efeb">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 12:30:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #35: Krisen, Konflikte, Kurbelradios. Mit Pia Lamberty ]]></title>
      <description><![CDATA[Es sind turbulente Zeiten. Politische Radikalisierung, eine AfD im Aufwind und ein Kanzler, der uns mal per Stadtbild, mal per Lifestyle-Teilzeit beschimpft. Als neueste…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #35: Krisen, Konflikte, Kurbelradios – Wie wir gut durch turbulente Zeiten kommen. Mit Pia Lamberty</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6f3159af-5f02-4cc6-bc43-1d4e4c6443e5/uploads/images/2mhfww47nt/Pia_Lamberty_Banner.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es sind turbulente Zeiten. Politische Radikalisierung, eine AfD im Aufwind und ein Kanzler, der uns mal per Stadtbild, mal per Lifestyle-Teilzeit beschimpft. Als neueste Entgleisung nannte er eine Kinderärztin „<a href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-merz-nennt-aerzte-nutzniesser-bw-aerzteschaft-spricht-von-affront-des-kanzlers-100.html">Nutznießerin</a>“; woraufhin sich abertausende Gesundheitsfachkräfte fragten, wann genau sie von „systemrelevant“ zu „System-Nutznießern“ geworden sind. Und dann wären da noch die Großbaustellen Klimakrise, Nahostkonflikt und natürlich das, was Donald Trump (Stichwort Venezuela, Iran, Grönland) und Wladimir Putin (Stichwort Krieg, Sabotage, Drohungen) täglich so veranstalten.</p><p>Was braucht man in turbulenten Zeiten besonders? Was hilft uns beim Durchstehen von Krisen? Die Antwort lautet: Psychische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)">Resilienz</a>. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Koh%C3%A4renz_(Psychologie)#Sozialpsychologie">Kohärenz</a>. Wir brauchen einen belastbaren Umgang mit den Widrigkeiten der Welt. Um genau darüber zu reden, habe ich mir eine Expertin eingeladen: Sozialpsychologin Pia Lamberty!</p><p>Ein Gespräch über Krisen und wie wir mit ihnen umgehen. Wie man aus der Not eine Tugend macht – und die nötige Resilienz entwickelt, um auch zukünftige Krisen zu überstehen, sei es die <a href="https://www.instagram.com/p/DcqNoERRH7F/">Landtagswahl in Sachsen-Anhalt</a> oder noch größere Katastrophen.</p><p>Es gibt Tipps zur <a href="https://www.zeit.de/campus/2026/04/katastrophenschutz-studium-stromausfall-uni-bonn-krisenmanagement?freebie=c7cafa29">Katastrophenvorsorge</a>, zur psychischen Ersten Hilfe und ihr erfahrt, warum ihr besser nicht mit Zahnschmerzen ins Internet solltet. Es geht u.a. um radikale Freundlichkeit, um Katastrophenschutz-Leuchttürme, Grablichter und Kurbelradios. Was ich für den Ernstfall im Keller lagere, erfahrt ihr selbstverständlich auch!</p><p>Und das Beste: Trotz vieler ernster Themen wurde oft gelacht! Danke, Pia!</p><p></p><h2><strong>Pia Lamberty</strong></h2><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fpialamberty.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F11%2FA7TRLBYPQVGA3K7D4VJYTLCRZA.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=47aea10f1aa297eb18ea23acc895757b" alt=""/><p><a href="https://pialamberty.de/">Pia Lamberty</a> ist promovierte Psychologin mit Schwerpunkt Sozialpsychologie. Sie beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, wie gesellschaftliche Krisen, Desinformation und Verschwörungserzählungen das Denken, Erleben und Handeln von Menschen beeinflussen.</p><p>Ihre wissenschaftliche Laufbahn führte sie unter anderem an die Universität zu Köln, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Ben-Gurion-Universität des Negev in Israel. Ander Universität Mainz promovierte sie im Bereich Sozial-und-Rechtspsychologie über die Rolle von <a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Sachbuecher/Fake-Facts/9783404070022"><strong>Verschwörungsglauben</strong></a> im Gesundheitsbereich.</p><p>Sie ist Mitgründerin des Center für Monitoring, Analyse und Strategie (<a href="https://cemas.io/"><strong>CeMAS</strong></a>), das sich mit Verschwörungsideologien, Desinformation, Antisemitismus und Rechtsextremismus beschäftigt. Von 2021 bis 2024 war sie dort Geschäftsführerin und anschließend als Lead Psychological Analyst tätig.</p><p>Heute arbeitet Pia Lamberty an der <strong>Schnittstelle von Psychologie und Gesellschaft</strong>. Neben ihrer psychologischen Beratung bietet sie digitale Workshops, Trainings und Fachberatung für Organisationen und Teams an. Neulich erschien „<a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Sachbuecher/Der-Untergang-kann-warten/9783869951645">Der Untergang kann warten – Wie wir in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen</a>“ (2026).</p><a href="https://pialamberty.de/">https://pialamberty.de/</a><a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Sachbuecher/Der-Untergang-kann-warten/9783869951645"><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fshop.bastei-luebbe.de%2Fmedia%2F1a%2F40%2F0c%2F1761743229%2F9783869951645_ddd9161bb37dde17ab85fdc23d3db3d4_Cover.jpg%3Fw%3D1019?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=cc56cc7be55961d4b6192c129438c346" alt="Produktbild: Der Untergang kann warten (9783869951645 )"/></a><p><br/></p><hr aria-hidden="true"/><p>Da wir auch über die Wahl in Sachsen-Anhalt reden:</p><p>Ein paar Takte meinerseits zum taktischen Wählen ⬇️</p><a href="https://www.instagram.com/p/DcqNoERRH7F/">https://www.instagram.com/p/DcqNoERRH7F/</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Hier geht es zum Podcast ⬇️</h2><p>Auf Spotify:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/7zVCG5Sb5hO7d4XWGmmNPb?si=4151438d5c744466">https://open.spotify.com/episode/7zVCG5Sb5hO7d4XWGmmNPb?si=4151438d5c744466</a><p>Apple:</p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/35-krisen-konflikte-kurbelradios-wie-wir-gut-durch/id1732913415?i=1000787837278">https://podcasts.apple.com/us/podcast/35-krisen-konflikte-kurbelradios-wie-wir-gut-durch/id1732913415?i=1000787837278</a><p></p><p>Frei verfügbar:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/36-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/36-neue-episode</a><p></p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Das Gespräch gab es, wie immer, vorab für meine Steady-Supporter und Steady-Supporterinnen! </mark>Wenn du auch zukünftig zuerst reinhören willst (und meine Arbeit unterstützen), gibt es die Möglichkeit einer kostenlosen <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Probemitgliedschaft</a>. 🫶</p><p>Viele Grüße,</p><p>Jan</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">support</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/6f3159af-5f02-4cc6-bc43-1d4e4c6443e5">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 03 Sep 2026 10:56:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wir sind die Brandmauer (2): Demokratische Resilienz und…]]></title>
      <description><![CDATA[Der zweite Teil von "Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse".]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Wir sind die Brandmauer (2): Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse (Teil 2)</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/69deb0d9-0448-4f46-bdb0-85f1087e837f/uploads/images/i6w7scf7kh/wir_sind_die_brandmauer_teil_2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Ich habe für die Zeitschrift </em><a href="https://www.nomos.de/zeitschriften/kd/"><em>Konfliktdynamik</em></a><em> einen längeren Artikel geschrieben: &quot;</em><a href="https://www.researchgate.net/publication/408078114_Wir_sind_die_Brandmauer_Demokratische_Resilienz_und_gesellschaftlicher_Widerstand_gegen_reaktionare_Radikalisierungsprozesse"><em>Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse</em></a><em>&quot;. Es geht um Demokratie, Widerstand und die unangenehm aktuelle Frage, wie wir unsere Gesellschaft gegen Angriffe verteidigen. Neulich habe ich </em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/510a3b2e-b4ee-4b54-a1ad-9f354eb17858"><em>Teil 1 des Artikels</em></a><em> veröffentlicht, heute folgt Teil 2. Die Ausgabe enthält übrigens weitere lesenswerte Beiträge von Kollegen und Kolleginnen, daher empfehle ich sie euch ganz ausdrücklich in Gänze:</em></p><a href="https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c">https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c</a><hr/><p>fortsetzung</p><p>[…]</p><p>Wie also den Widerstand entfachen?</p><h2>Konstruktive Narrative anbieten</h2><p>Zunächst einmal müssen wir sehen, dass die Grundlage konfliktdynamischer Entwicklungen nur selten gewalttätige Auseinandersetzungen sind. Zumindest nicht ursprünglich. Zwar verweist schon der englische Neurologe John Hughlings Jackson (1835–1911) auf den Wert der verbalen statt der physischen Auseinandersetzung (ihm wird folgendes Zitat zugeschrieben: »Der erste Mensch, der beleidigte, anstatt seinem Gegenüber wortlos den Schädel einzuschlagen, legte damit den Grundstein der Zivilisation«), doch nach wie vor bilden sprachliche Abwertungen und Invektiven die Grundlagen für weitere Eskalation. Bevor Streit eskaliert, bevor Fäuste fliegen (oder gar: Kugeln), treten weltanschauliche Narrative miteinander in Konkurrenz. Weniger akademisch formuliert: Wir haben unterschiedliche Weltanschauungen; und aus Worten werden Taten.</p><p>In der politischen Psychologie hat sich, ebenso wie in der Sprachwissenschaft, daher mittlerweile der Fokus auf sogenannte Narrative gelegt – auf Erzählungen. Ich denke durchaus, dass der Begriff »Narrativ« mitunter inflationär benutzt wird und er seine analytische Strahlkraft anteilig einbüßt; dennoch ist der Grundgedanke weiterhin wichtig. Und dieser heißt: Wir Menschen denken in Erzählungen, in Geschichten, wir sind »<a href="https://www.ullstein.de/werke/erzaehlende-affen/taschenbuch/9783548067339">erzählende Affen</a>« (Karig, El Ouassil 2021). So ist der berühmte Blick auf ein und dasselbe Wasserglas als entweder »halb voll« oder »halb leer« nicht nur ein Blick, sondern genau genommen zwei. Der optimistische und der pessimistische. Die Wirklichkeit wird unterschiedlich sprachlich-konzeptuell gefasst und perspektivisch »geframed«, d. h. in einen sprachlichen Rahmen eingebettet. Dass es sich dabei »in Wirklichkeit« um ein- und dasselbe Glas handelt – das ist zwar richtig, aber erkenntnistheoretisch trivial. Es ist sogar üblich, dass weltanschaulich-perspektivischer Streit entbricht über ein und dasselbe physische oder ästhetische Objekt. So kann ein Betongebäude für den einen Betrachter ein »Meisterwerk des Brutalismus« sein, für die andere Betrachterin eine »Bausünde«. Helene Fischer und Andrea Berg dürften für einige Millionen Deutsche zu ihren Lieblingskünstlern zählen; für Millionen andere ist Schlagermusik grundsätzlich eine auditive Zumutung. Und an der Frage, ob es sich bei »Pizza Hawaii« um eine leckere Mahlzeit handelt oder ein kulinarisches Verbrechen (und einen Affront gegen die italienische Kultur), scheiden sich die Geister bis zur <a href="https://knowyourmeme.com/memes/pineapple-on-pizza-debate">scherzhaften Memefizierung</a>. Über die Frage, warum Geschmack uns derart emotionalisiert und wir teils erbitterte Kämpfe über vermeintlich ästhetische und weltanschauliche Nichtigkeiten ausfechten, darüber hat Kulturwissenschaftler Johannes Franzen ein lesenswertes Buch geschrieben: »<a href="https://www.fischerverlage.de/buch/johannes-franzen-wut-und-wertung-9783103976205">Wut und Wertung</a>« (2024).</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Johannes war auch bei mir im Podcast zu Gast, es war eine kurzweilige Folge mit Zombies und Lyrik und allerlei mehr:</em></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/586ad8c2-2fce-4200-ab01-d80ea9446456">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/586ad8c2-2fce-4200-ab01-d80ea9446456</a><p>Er schreibt auch einen lesenswerten Newsletter:</p><a href="https://kulturundkontroverse859.substack.com/">https://kulturundkontroverse859.substack.com/</a><hr aria-hidden="true"/><p>Nicht zuletzt zeigen die Konflikte unserer durch soziale Medien gestalteten und oft als »postfaktisch« bezeichneten Zeit, wie schwierig ein gemeinsamer, vermeintlich objektiver Bezug auf eine gegebene Wirklichkeit ist (<a href="https://www.medimops.de/jan-skudlarek-wahrheit-und-verschwoerung-wie-wir-erkennen-was-echt-und-wirklich-ist-reclam-taschenbuch-taschenbuch-M0315020626X.html">Skudlarek 2019</a>). Es liegt auf der Hand, dass wir es dennoch immer und immer wieder versuchen müssen.</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/69deb0d9-0448-4f46-bdb0-85f1087e837f">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 22 Aug 2026 08:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #34: Jasager, Neinsager und die Kunst der Kommunikation]]></title>
      <description><![CDATA[Wir leben in einer Welt der Ja-Sager. In einer Welt der Abnicker, der Mitläufer und der Opportunisten. Dabei gehört das gute alte Nein nicht nur…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #34: Jasager, Neinsager und die Kunst der Kommunikation. Mit Dana Buchzik</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/23c5f010-ec29-4bd2-908c-bd67d150e850/uploads/images/gsv4cque2x/Folie1.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto: Caroline Pitzke</p><p>Wir leben in einer Welt der Ja-Sager. In einer Welt der Abnicker, der Mitläufer und der Opportunisten. Dabei gehört das gute alte Nein nicht nur zum Leben dazu – es ist überlebenswichtig für eine Gesellschaft, die nicht alles mitmachen will. Für eine Gesellschaft, die Widerstand leisten will. Und vor allem: Für Menschen, die nicht alles mitmachen wollen.</p><p>In der heutigen Podcastfolge geht es um Zustimmung und Ablehnung, um das Wollen und das Nicht-Wollen. Dazu habe ich mir eine Expertin eingeladen. Eine Expertin für Kommunikation, für das Ja und das Nein und so ziemlich alles dazwischen: <a href="https://danabuchzik.de/">Dana Buchzik</a>! Dana hat u.a. das Buch „<a href="https://www.klett-cotta.de/produkt/dana-buchzik-the-power-of-no-9783608966404-t-8968">The Power of No: Warum wir endlich unbequem werden müssen</a>“ geschrieben und bewegt sich auch sonst, ähnlich wie ich, an der Schnittstelle von Gesellschaft, Politik, Demokratie und Kommunikation. Und genau darüber reden wir – über Sprache, Streit, über „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=GDSiGa9fw4k">Schätzchen</a>“ und Sprachpolitik. Es geht um tickende Uhren, Antinatalismus und Arthur Schopenhauers Pudel. Ihr erfahrt, wann wir zuletzt unbequem waren und wie stressige Taxifahrten verlaufen können. Es geht um Wutbürger und Neinbürger, und um die hohe Kunst des Miteinander-Redens bei gänzlicher verschiedener Meinung! Danke, Dana &lt;3</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/23c5f010-ec29-4bd2-908c-bd67d150e850/uploads/images/f3luomrlmr/Dana-Buchzik_Foto-Caroline-Pitzke.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>© Caroline Pitzke</p><p><strong>Dana Buchzik</strong></p><p><a href="https://www.instagram.com/herzkater/">Dana Buchzik</a> ist Kommunikationsberaterin und Autorin mit den Schwerpunkten Radikalisierung und Demokratieschutz. Sie entwickelt für demokratische Parteien Strategien zum Umgang mit der AfD und ihrer Gefühlsgemeinschaft und zum kommunikativen (Wieder-)Aufbau von Vertrauen. Bei <a href="https://www.instagram.com/herzkater/">Instagram</a> teilt sie mit ihrer Community wissenschaftlich fundierte Strategien gegen menschenfeindliche Parolen; 2024 wurde sie hierfür mit dem Progressive Voices Award in der Kategorie Science ausgezeichnet. 2022 erschien ihr Buch »<a href="https://www.rowohlt.de/buch/dana-buchzik-warum-wir-familie-und-freunde-an-radikale-ideologien-verlieren-und-wie-wir-sie-zurueckholen-koennen-9783499007460">Warum wir Familie und Freunde an radikale Ideologien verlieren – und wie wir sie zurückholen können</a>«; 2025 folgte »<a href="https://www.klett-cotta.de/produkt/dana-buchzik-the-power-of-no-9783608966404-t-8968">The Power of No. Warum wir endlich unbequem werden müssen</a>«.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/23c5f010-ec29-4bd2-908c-bd67d150e850/uploads/images/c35whukus4/792651802_17982315642116089_3114313754309428961_n.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/23c5f010-ec29-4bd2-908c-bd67d150e850/uploads/images/3sdxucxchi/791974242_17982315660116089_4110252266353054135_n.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Zum Gespräch geht es hier ⬇️</h2><a href="https://open.spotify.com/episode/33yfKnB9gt1eQe5PPzhncj?si=8c9b2ba1e5a94d24">https://open.spotify.com/episode/33yfKnB9gt1eQe5PPzhncj?si=8c9b2ba1e5a94d24</a><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/34-jasager-neinsager-und-die-kunst-der-kommunikation/id1732913415?i=1000783566755">https://podcasts.apple.com/us/podcast/34-jasager-neinsager-und-die-kunst-der-kommunikation/id1732913415?i=1000783566755</a><a href="https://janskudlarek.podigee.io/35-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/35-neue-episode</a><hr aria-hidden="true"/><p>Wie üblich hörten meine Abonnentinnen und Abonnenten den Podcast zuerst. Falls du noch kein Abo hast und Erstzugriff auf alle Podcasts haben willst: Es gibt die Möglichkeit eines <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">kostenlosen Probe-Abos</a>! ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans</a><p>Viele Grüße in die Runde &amp; euch allen, trotz der Temperaturen, einen möglichst kühlen Kopf 😎</p><p>Jan</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">supporten</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p>Hier ging es vorab zum Podcast:</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/23c5f010-ec29-4bd2-908c-bd67d150e850">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 15 Aug 2026 13:13:21 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wir sind die Brandmauer (1): Demokratische Resilienz und…]]></title>
      <description><![CDATA[Ich habe für die Zeitschrift Konfliktdynamik einen längeren Artikel geschrieben: "Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand".]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse (Teil 1)</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/510a3b2e-b4ee-4b54-a1ad-9f354eb17858/uploads/images/cmsr54qedn/wir_sind_die_brandmauer_teil_1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Ich habe für die Zeitschrift </em><a href="https://www.nomos.de/zeitschriften/kd/"><em>Konfliktdynamik</em></a><em> einen längeren Artikel geschrieben: &quot;</em><a href="https://www.researchgate.net/publication/408078114_Wir_sind_die_Brandmauer_Demokratische_Resilienz_und_gesellschaftlicher_Widerstand_gegen_reaktionare_Radikalisierungsprozesse"><em>Wir sind die Brandmauer: Demokratische Resilienz und gesellschaftlicher Widerstand gegen reaktionäre Radikalisierungsprozesse</em></a><em>&quot;. Es geht um Demokratie, Widerstand und die unangenehm aktuelle Frage, wie wir unsere Gesellschaft gegen Angriffe verteidigen. In den nächsten Wochen werde ich euch, meinen Newsletter-Abonennten und Newsletter-Abonenntinnen, den Artikel – mit kleineren Änderungen und Aktualisierungen – </em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/69deb0d9-0448-4f46-bdb0-85f1087e837f"><em>nach und nach mehrteilig</em></a><em> zur Verfügung stellen (und anschließend eine Paywall einfügen, damit noch jemand die Zeitschrift kauft; sie enthält übrigens viele weitere lesenswerte Beiträge von Kollegen und Kolleginnen, daher empfehle ich sie euch ganz ausdrücklich in Gänze). Viel Spaß mit dem Artikel und, wie immer, lasst mich gern in der Kommentarspalte, den Sozialen Netzwerken oder per E-Mail wissen, was ihr denkt!</em></p><a href="https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c">https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/32f40e5b-7bfc-387c-a8ce-27b72d2cd75c</a><a href="https://www.instagram.com/p/Dbaovh-DgUb/?img_index=1">https://www.instagram.com/p/Dbaovh-DgUb/?img_index=1</a><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/510a3b2e-b4ee-4b54-a1ad-9f354eb17858/uploads/images/phmvcjabgb/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Einleitung</h2><p>Viertes Quartal 2025. Neben der jahreszeitbedingten Witterung ist es vor allem die soziale Kälte, welche die Menschen im Land beschäftigt. Seit einigen Monaten ist die rechtsextreme Alternative für Deutschland laut »Sonntagsfrage« mehrerer Umfrageinstitute über längere Zeiträume stärkste Partei in der Bundesrepublik, oft knapp vor der CDU; jener CDU unter Friedrich Merz, die einst angetreten war, um die verfassungsfeindliche <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-umgang-bundesregierung-100.html">Konkurrenz zu halbieren</a>. Stattdessen schauen die Christsozialen ihrer Deklassierung recht macht- und ratlos zu. Schlimmer noch: Alle CDU-Versuche, die Narrative und Weltbilder der AfD, trotz symbolischer Abgrenzung, zu annektieren und so Wählerstimmen zurückzugewinnen, scheitern. Im Oktober 2025 sorgen zudem rassistische Äußerungen des Bundeskanzlers Friedrich Merz für Aufsehen und für wochenlangen bundesweiten Unmut. Es gäbe immer »<a href="https://junger.dbsh.de/media/public/junger-dbsh/Stellungnahmen/2025_10_31_JungerDBSH_Stadtbild_Positionierung.pdf">noch dieses Problem im Stadtbild</a>«, dem man durch Abschiebungen begegnen müsse. In ein paar Halbsätzen macht der Regierungschef über 25 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte von Mitbürgern zum Symptom (laut Statistischem Bundesamt lebten im Jahr 2025 25,8 Mio Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland, insgesamt 31,1 % der Gesamtbevölkerung).</p><a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/bevoelkerung-mit-migrationshintergrund/?global=true&amp;global-format-main=all&amp;global-year=all&amp;cc-license=all">https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/bevoelkerung-mit-migrationshintergrund/?global=true&amp;global-format-main=all&amp;global-year=all&amp;cc-license=all</a><p></p><p>Tags drauf entgegnet Friedrich Merz lapidar, auf seine Entgleisung angesprochen: Er sehe keinen Grund für eine Entschuldigung. Im Gegenteil, wenn man wissen wolle, was er mit der Stadtbild-Äußerung gemeint habe, dann »<a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-cdu-strategieklausur-100.html">fragen Sie ihre Kinder, fragen Sie ihre Töchter, fragen Sie im Freundes- und Bekanntenkreis herum</a>« (Tagesschau 20.10.2025). Die Hilfe aus der eigenen Partei lässt nicht lange auf sich warten: »Der Bundeskanzler hat doch eigentlich etwas ausgesprochen, was jeder sieht, wenn er durch Duisburg geht, aber übrigens auch, wenn er durch manche mittelgroße deutsche Stadt geht.«, verteidigt der damalige Unionsfraktionschef Jens Spahn die Stadtbildäußerung gegenüber der BILD (<a href="https://www.bild.de/politik/inland/rueckendeckung-fuer-merz-spahn-nennt-staedte-mit-problematischem-stadtbild-68f24f67af49c5007a163d66">Uhlenbroich, Windolph 2025</a>). CDU-Innenminister Dobrindt springt ihm zur Seite und nennt die Stadtbild-Debatte »totalen Unsinn«.</p><p>Zeitgleich formiert sich Protest, Demonstrationen finden statt, die Instagram-Gruppe »<a href="https://www.instagram.com/frauen.gegen.merz/">Frauen gegen Merz</a>« wächst schnell auf über 100.000 Mitglieder an; eine Petition mit dem Tenor »<a href="https://innn.it/toechter">Wir sind die Töchter und lassen uns von Ihrem Rassismus nicht einspannen, Herr Merz!</a>« hat innerhalb weniger Tage über 200.000 Unterschriften.</p><a href="https://innn.it/toechter">https://innn.it/toechter</a><p>Reaktionäre Radikalisierungsprozesse – sie finden statt, doch nicht jeder nimmt sie hin. Während es nach wie vor viele Triggerpunkte (<a href="https://www.suhrkamp.de/buch/triggerpunkte-t-9783518029848">Mau, Lux, Westheuser 2023</a>) gibt, d. h. gesellschaftliche Reizthemen, bei denen mehr Dissens herrscht als Konsens und mehr Polarisierung als Kompromissbereitschaft, bemühen sich Bürgerinnen und Bürger – sowohl im links- wie im rechtspolitischen Lager – um ein besseres Miteinander. Um ein funktionales Gesellschaftsleben, allen faktischen Konflikten zum Trotz.</p><p>Genau hierum soll es in diesem Beitrag gehen: Um Möglichkeiten des Miteinanders, um demokratische Verteidigungsmechanismen und gesellschaftliche Resilienz.</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/510a3b2e-b4ee-4b54-a1ad-9f354eb17858">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 06 Aug 2026 07:52:08 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Spahnung steigt. Über Moral in der Politik]]></title>
      <description><![CDATA[Weder der dubiose Villenkauf noch die Spendendinner, noch die Maskenaffäre konnten ihn zu Fall bringen. Lange schien es, als würden sämtliche Skandale, jede berechtigte…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d98d08c6-be87-4769-8ec8-177e43df17b3/uploads/images/utyyj3quan/jans_spahn_fallt.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Weder der dubiose <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/jens-spahn-verkauft-laut-bericht-villa-in-berlin-fuer-5-3-millionen-euro-a-176073af-e33b-4b69-a19c-f841b49623a9">Villenkauf</a> noch die <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/jens-spahn-will-namen-der-spender-nicht-nennen-4239268.html">Spendendinner</a>, noch die <a href="https://www.deutschlandfunk.de/spahn-corona-masken-beschaffung-kosten-100.html">Maskenaffäre</a> konnten ihn zu Fall bringen. Lange schien es, als würden sämtliche Skandale, jede berechtigte Kritik und jeder öffentlicher Druck einfach an Jens Spahn abprallen. Teflon-Jens – zu firm die Beschichtung, zu fest der Sattel, zu kugelsicher der Konservative. Während Politiker vergangener Jahrzehnte, zumindest zurückblickend, wegen Kleinigkeiten und Lappalien zurückgetreten sind (denken wir an die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bonusmeilen-Aff%C3%A4re">Bonusmeilen-Affäre</a> aus dem Jahre 2002; zwanzig Jahre später trat die Bundesfamilienministerin der Grünen, Anne Spiegel, zurück, weil sie schlicht <a href="https://www.tagesschau.de/ruecktritt-spiegel-analyse-101.html">zum falschen Zeitpunkt Familienurlaub</a> genommen hatte), verkörperte Jens Spahn über die letzten Jahre hinweg einen neuen Politiker-Typus. Den Politiker-Typus des trumpistischen Zeitalters, der nicht zurücktritt, sondern höchstens nach unten. Die <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/jens-spahn-dialog-netzwerk-peter-thiel-gxe">Kumpelei</a> mit Trump-Flüsterer <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/tiefenblick/peter-thiel-story-100.html">Peter Thiel</a>, die Jens Spahn ebenfalls <em>nicht</em> zu Fall brachte, passt da perfekt ins Bild.</p><a href="https://www.fr.de/politik/maskenaffaere-kreditfinanzierte-villa-heimliches-spendendinner-die-skandale-des-jens-spahn-zr-94405649.html">https://www.fr.de/politik/maskenaffaere-kreditfinanzierte-villa-heimliches-spendendinner-die-skandale-des-jens-spahn-zr-94405649.html</a><p>Vor kurzem also, zur Verwunderung <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mqtmwc4fss2s">vieler</a>, der Rücktritt. Und schon steht der Nachfolger in den Startlöchern: <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/thorsten-frei-portraet-100.html">Der neue Unions-Fraktionsvorsitzender heißt Thorsten Frei</a>.</p><p>Dass der konservative Berufskarrierist Jens Spahn nun ausgerechnet über seine Leihmutterschaftsdoppelmoral gestolpert ist, wirft Fragen auf. Politische Fragen, aber auch moralische Fragen. Was ist das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatleben? Wie groß darf der Abgrund sein zwischen dem, was man sagt und dem, was man tut? Und wie verantwortlich ist der einzelne Politiker für die systemische Enttäuschung, die ganzheitliche Abwendung, die demokratische Desillusionierung, kurz: für den Vertrauensverlust gegenüber dem demokratischen System insgesamt, der ja immer wieder beklagt wird und der zweifellos teilursächlich ist am steten Anwachsen extremistischer Ränder? Verlieren etablierte Parteien und ihre Politiker an Rückhalt, profitiert die AfD. Vertrauensverlust im Mainstream heißt für die Ränder: Vertrauensgewinn.</p><a href="https://www.tagesschau.de/tagesthemen/video-1618516.html">https://www.tagesschau.de/tagesthemen/video-1618516.html</a><p><strong>Das Private ist politisch</strong></p><p>Der Rücktritt des Unionsfraktionschef zeigt uns zunächst zweierlei. Erstens: Irgendwann ist genug einfach genug. Das berühmte redensartliche Fass, das irgendwann überläuft, läuft <em>wirklich</em> irgendwann über. Schwer ist es hingegen zu bestimmen, warum es genau dieser Skandal ist, warum es genau dieser Sachverhalt war und keiner seiner zahlreichen anderen. Warum es genau <em>dieser</em> Tropfen ist, der das Skandalfass überfüllt.</p><p>Anders als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kippelemente_im_Erdklimasystem">Kippunkte im Erdklimasystem</a> lassen sich die Kippunkte im politischen System weniger leicht erfassen, messen, bestimmen.</p><a href="https://bsky.app/profile/maxczollek.bsky.social/post/3mqy7mg7zw225">https://bsky.app/profile/maxczollek.bsky.social/post/3mqy7mg7zw225</a><p>Meine Vermutung, warum Jens Spahn ausgerechnet über die Leihmutterschaftsaffäre stolpert und über keine andere: In Krisenzeiten ist immer schwerer zu leugnen, dass das Private politisch ist. Was wir tun und was wir lassen, ist nicht irgendwie Teil eines auf magische Weise unantastbaren Bereiches, den wir, einfach indem wir ihn „Privatleben“ taufen, der Bewertung durch andere entziehen. Einerseits sind die Gestaltungsspielräume unseres Lebens zwar grundgesetzlich verankert und somit gewissermaßen politisch „heilig“. Andererseits – diese These breite ich in meinem <a href="https://www.klett-cotta.de/produkt/jan-skudlarek-wenn-jeder-an-sich-denkt-ist-nicht-an-alle-gedacht-9783608119145-t-8466">Buch zum Thema</a> ausführlich aus – existieren unsere Freiheitsräume nicht als isolierte Inseln; auch und gerade unsere individuellen Lebensgestaltungen, unsere Entscheidungen, unser Konsumvorlieben, unsere Vorstellungen vom guten Leben, unsere persönlichen Wünsche und unsere konkreten Lebensplanungen betreffen andere.</p><p>Meine Freiheit endet da, wo deine beginnt.</p><p>Jens Spahns Fall („Fall“ im doppelten Sinne) weist uns darauf hin, dass das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politik_der_ersten_Person">Private nach wie vor politisch</a> ist, vielleicht politischer als je. Vom Fleischkonsum über die Inlandsflüge bis hin zur Urlaubs- und Familienplanung – was andere tun und lassen, ist uns auch im freiheitlichen Rechtsstaat, in dem jeder auf eine Weise glücklich werden soll und darf, im besten Sinne nicht egal. Weil es <em>uns wechselseitig betrifft</em>, und sei es über Bande. Dein Handeln ist dein Handeln; es betrifft indirekt jedoch auch mich.</p><p>Während uns der <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20176/neoliberalismus/">Neoliberalismus</a> zweifellos vereinzelt und sich zunächst (!) jeder oft selbst der Nächste, ist und bleibt der Mitmensch, der Nachbar, der landesweit bekannte Politiker usw. nicht irgendjemand, sondern jemand, der bestimmten <em>sozialen, ethischen und politischen Mindestansprüchen</em> genügen muss. Jemand, dem ein wie auch immer geartetes Grundvertrauen zukommt oder zumindest: zukommen sollte. Ein moralisches Wesen wie Du und Ich.</p><p>Sei dir gern selbst der Nächste – aber zu nah darf es auch nicht sein! Wer so tut, als sei der eigene Mikrokosmos nicht nur der einzig relevante, sondern der einzig <em>existente</em> Kosmos – der fängt sich schnell Ärger ein.</p><p><strong>Moral ist eine politische Kategorie</strong></p><p>Besonders dann, wenn die private Handlung oder die private Lebensführung in diametralem Gegensatz zur öffentlichen Persona und zur öffentlich forcierten Parteipolitik steht, steigt der Rechtfertigungsdruck nachvollziehbarerweise. Wer öffentliches Wasser in privaten Wein verwandelt, gilt selbst Christdemokraten nicht als Heiligenfigur. Sondern als doppelmoralischer Egoist.</p><a href="https://rp-online.de/panorama/wissen/wissensdrang/jens-spahn-doppelmoral-vorwurf-nach-leihmutterschaft_aid-150877167">https://rp-online.de/panorama/wissen/wissensdrang/jens-spahn-doppelmoral-vorwurf-nach-leihmutterschaft_aid-150877167</a><p>Der Fall Spahn ist jedoch keineswegs singulär. Für ihre Doppelmoral legendär ist zum Beispiel auch AfD-Chefin Alice Weidel, die fernab des rassistischen, heteronormativen Ideals der germanischen Kernfamilie in einer lesbischen Beziehung mit einer nicht-weißen Ehefrau migrantischer Biografie im schweizerischen Ausland lebt.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=-zJHnyNqPCQ">https://www.youtube.com/watch?v=-zJHnyNqPCQ</a><p>Und auch CDU-Drogenbeauftragter Hendrik Streeck hat ein Kind, das wohl durch die in Deutschland verbotene Leihmutterschaft zu ihm und seinem Ehemann fand.</p><a href="https://www.fr.de/politik/nach-ruecktritt-von-spahn-wegen-leihmutterschaft-keine-konsequenzen-fuer-streeck-94407847.html">https://www.fr.de/politik/nach-ruecktritt-von-spahn-wegen-leihmutterschaft-keine-konsequenzen-fuer-streeck-94407847.html</a><p>Anders als Kollege Jens Spahn hat sich Streeck allerdings nicht lautstark gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen. So jedenfalls verteidigt ihn Regierungssprecher Stefan Kornelius. Wie überzeugend man Doppelmoral findet, wenn man sie nicht eklatant aufs Brot geschmiert bekommt wie im Fall Spahn, sondern wortlos vorgelebt (immerhin ist Streeck ebenso in der CDU und teilt offenbar insgesamt ihre Werte) – das muss jeder selbst entscheiden. Es stimmt jedoch: Nach seinen jüngsten Äußerungen würden wir es Hendrik Streeck eher verübeln, wenn der Drogenbeauftragte morgen <a href="https://www.deutschlandfunk.de/drogenbeauftragter-streeck-befuerwortet-alkoholverbot-an-bahnhoefen-100.html">besoffen am Bahnhof</a> randalierte.</p><p>Es ist nicht komplett unerhört, dass man sich an seinen Aussagen messen lässt. Im Gegenteil: Es ist normal. Ist die Spannung zwischen Wort und Tat zu eklatant, reißt das dünne Band namens Vertrauen, das uns mit all jenen verbindet, die wir nicht persönlich kennen; und deren Vertrauenswürdigkeit wir nicht <em>persönlich überprüfen</em> können. Alle jene, denen wir als Personen des öffentlichen Lebens einen gewissen Vertrauensvorschuss gewähren. Einen Vorschuss, den man, wie jeden Vorschuss, aufbrauchen kann.</p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/drogenbeauftragter-streeck-befuerwortet-alkoholverbot-an-bahnhoefen-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/drogenbeauftragter-streeck-befuerwortet-alkoholverbot-an-bahnhoefen-100.html</a><p>Wer öffentliches Wasser in privaten Wein verwandelt (sei es am Bahnhof oder anderswo), wird dadurch längst nicht zum Jesus – sondern zum Ärgernis.</p><p><strong>Politik ist moralisch, und Moral ist politisch</strong></p><p>Politik ist moralisch, und Moral ist politisch. Dies ist keine unzulässige Moralisierung politischer Entscheidungen, sondern deutet darauf hin, dass der politische Betrieb eben keine „moralfreie Zone“ ist. Dass wir von Personen des öffentlichen Lebens etwas erwarten. Während Politiker und Politikerinnen zweifelsohne – wie jeder andere Bürger und jede andere Bürgerin auch – ein Anrecht auf ein funktionales Privatleben inklusive Familienglück haben, so stößt das „Privatsache-Argument“ dort an seine Grenzen, wo es grundlegende Regeln des Anstands verletzt. Wer, wie Jens Spahn, durch Doppelmoral und private Zuwiderhandlung <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/gesundheitsminister-spahn-gegen-leihmuetter-1.4869675">gegen öffentlich vertretene Grundsätze</a> Zweifel weckt an seiner charakterlichen Eignung, leistet nicht nur der repräsentativen Demokratie einen Bärendienst, sondern sägt an seinem eigenen demokratischen Ast. Das vorgeschossene Vertrauen – es verbrennt. Kein Wunder, dass Parteikollegen über seinen Rücktritt erleichtert wirken.</p><p>Was folgt daraus? Immerhin ist niemand perfekt. Fehler passieren uns allen. Wir alle haben schon mal jemanden enttäuscht. Deswegen ist es wichtig anzumerken, dass moralische Fehlerlosigkeit <em>nicht</em> das Ziel ist. Niemand ist perfekt, weder im Privatleben noch in der Außenwirkung. Moralische Perfektion können und sollten wir daher weder von Privatmenschen noch von Menschen des öffentlichen Lebens erwarten. Was wir jedoch erwarten können: Moralische Integrität. Integrität, Konsistenz und Vertrauenswürdigkeit bedeuten im Moralischen, dass man vielleicht nicht fehlerfrei ist, aber zumindest sichtlich darum bemüht, Wort und Tat nicht zu sehr auseinanderklaffen zu lassen. Moralische Konflikte und moralische Spannungen lassen sich nicht ganz vermeiden – eklatante Doppelmoral hingegen schon.</p><p><strong>Das Gemeinwesen ist ethisch</strong></p><p>Dies zu verstehen ist der erste Schritt dafür, die ethische Dimension des Gemeinwesens wertzuschätzen. Und es vor jenen zu schützen, die durch <a href="https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Demokratie/GFF_AfD-Gutachten.pdf">rassistische Weltanschauung und extremistische Politik</a> versuchen, nicht nur unser politisches Gemeinwesen zu untergraben, sondern die Art und Weise zu zerstören, wie wir zueinander sind. Der Fall Jens Spahn sollte insofern unseren Blick darauf lenken, dass Demokratie, Rechtsstaat und die freiheitlich-demokratische Grundordnung <em>keine langweiligen politischen, institutionell außermoralischen Kategorien</em> sind, die es rein pro forma gegen Extremisten zu verteidigen gilt. Nein, im Gegenteil: Vertrauen in die Politik und in jene, welche die politischen Spielregeln machen, betrifft die zentralen Grundlagen unserer politischen wie unserer moralischen Lebensführung sowie unserer gesellschaftsethischen Sozialordnung. Die pluralistische Demokratie fußt auf einem demokratischen Grundvertrauen.</p><p>Weniger technisch formuliert: Meine Freiheit gibt es nur solange, wie es deine Freiheit gibt. Und das ist Grund genug, sie uns gegenseitig nicht nur zuzugestehen, sondern sie gegen Angriffe zu verteidigen. Dass das Private politisch ist, heißt schließlich: Wir sind einander nicht egal. Wir tragen Verantwortung füreinander. Wir schauen hin. Wir vertrauen.<br/></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>PS: Aus der Causa Spahn ist eine ethische Diskussion um die Leihmutterschaft entstanden. Juristin Frauke Brosius-Gerdorf führt in der ZEIT m.E. gute Argumente an für eine Legalisierung:</p><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/frauke-brosius-gersdorf-leihmutterschaft-jens-spahn-ruecktritt-cdu/komplettansicht">https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/frauke-brosius-gersdorf-leihmutterschaft-jens-spahn-ruecktritt-cdu/komplettansicht</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Nachwort</strong></p><p>Den Anspruch moralischer Integrität sollten wir an unser gesamtes politisches Führungspersonal anlegen, allen voran an die Chefebene, d.h. auch und insbesondere gegenüber Friedrich Merz existiert eine moralische Mindestanforderung.</p><p>Immerhin: Den Vorwurf der Doppelmoral kann man sich beim Bundeskanzler sparen. Was er sagt, meint er auch so. Und oft genug wirkt das, was er sagt und meint, wie aufrichtige, ungefilterte, <a href="https://www.spiegel.de/politik/franziska-brantner-gruenenchefin-wirft-merz-verachtung-der-deutschen-vor-a-a2f627eb-e9ec-45e5-926d-5db6773d34f7">ernst gemeinte Verachtung</a> gegenüber der deutschen Bevölkerung. Er spuckt auf uns alle.</p><p>Paschas, Stadtbild, alle arbeitsfaul und insgesamt zu viel Work-Life-Balance!? Wenn es um die Verrohung des Diskurses geht, ist einer ganz vorne mit dabei: Bundeskanzler Friedrich Merz. Gemeinsam mit <a href="https://janskudlarek.podigee.io/34-neue-episode">Ronen Steinke</a> bespreche ich in meinem Podcast u.a. warum der Diskurs nicht nur an der Basis, sondern vor allem von oben herab verroht. Darüber hinaus sprechen wir über die Grenzen der Meinungsfreiheit, über das Grobe, das Gemeine und vor allem: über die Freiheit! Die Freiheit des Wortes und auch die Freiheit der Frechheit. Ihr findet die Folge „Meinungsfreiheit, Mehrzweckeier und das Grundrecht auf Beleidigung“ als Teil meiner Gesprächsreihe „<a href="https://janskudlarek.podigee.io/">Nicht noch ein Politik-Podcast</a>“ auf allen Plattformen, die Podcasts anbieten. Hier ein Auszug:</p><a href="https://www.instagram.com/p/DbFq8NluUUv/">https://www.instagram.com/p/DbFq8NluUUv/</a><p>Zum Podcast gehts hier ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb</a><p></p><p><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du konntest diesen Text nur lesen, weil andere ihn dir per </mark></em><strong><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Crowdfunding</mark></em></strong><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> bezahlt haben! Wer meine Arbeit unterstützen will, kann dies per </mark></em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><strong><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Steady-Abo</mark></em></strong></a><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> oder per </mark></em><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><strong><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Kaffeekasse</mark></em></strong></a><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> tun. Darüber hinaus hilfst du mir sehr, wenn du diesen Artikel verschickst und in den sozialen Netzwerken teilst. An alle, die mich supporten: Danke! &lt;3</mark></em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Mitglied werden</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 25 Jul 2026 07:12:14 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Podcast #33: Meinungsfreiheit, Mehrzweckeier und freie Beleidigungen]]></title>
      <description><![CDATA[Wann wird Kritik übergriffig? Was darf man sagen und vor allem: In welchem Tonfall? Mit Jurist und Autor Ronen Steinke spreche ich über die Grenzen der Meinungsfreiheit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #33: Meinungsfreiheit, Mehrzweckeier und das Grundrecht auf Beleidigung. Mit Ronen Steinke</h1><p>Wann wird Kritik übergriffig? Was darf man sagen und vor allem: In welchem Tonfall? Mit Jurist und Autor <a href="https://bsky.app/profile/ronensteinke.bsky.social">Ronen Steinke</a> spreche ich über die Grenzen der Meinungsfreiheit, über das Grobe, das Gemeine und vor allem: über die Freiheit! Die Freiheit des Wortes und auch die Freiheit der Frechheit. Denn die ist ein Grundrecht. Es geht um Mehrzweckeier, Sprachverbote und warum es dazugehört, dass nicht alle nur freundlich Kontra geben. Wir reden über die Grenzen des Rechts, über den Umgang des Staates mit seinen Bürgerinnen und Bürgern, um Fragen der Verrohung, der Polarisierung und wie viel man aushalten muss. Es geht um juristische Ansichtssachen, um grundgesetzliche Freiheiten und problematische Eingriffe des Staates, motiviert durch ein mitunter zu feinfühlig gewordenes politisches Personal. Ronen stellt klar: „Meinungsfreiheit gilt für alle, auch für A*schlöcher!“</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb/uploads/images/lgfzesfa2a/Ronen_Steinke_%28c%29_Tobias_Kruse___Ostkreuz_WO10226.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(c) Tobias Kruse</p><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ronen_Steinke">Ronen Steinke</a>, Dr. jur., geboren 1983 in Erlangen, ist Leitender Redakteur und Kolumnist bei der <em>Süddeutschen Zeitung</em>. Er studierte Jura und Kriminologie, arbeitete in Anwaltskanzleien, einem Jugendgefängnis und beim UN-Jugoslawientribunal in Den Haag. Seine Promotion über die Entwicklung der Kriegsverbrechertribunale von Nürnberg bis Den Haag wurde von der<em> FAZ</em> als „Meisterstück“ gelobt. Seine 2013 veröffentlichte Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse, wurde mit „Der Staat gegen Fritz Bauer“ preisgekrönt verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt.</p><p>Im Berlin Verlag erschien 2017 sein hochgelobtes Buch „Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin“. 2020 folgte „Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt“, 2022 der Bestseller „Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Die neue Klassenjustiz“ und 2023 „<a href="https://www.piper.de/buecher/verfassungsschutz-isbn-978-3-492-32115-0">Verfassungsschutz. Wie der Geheimdienst Politik macht</a>“. Sein aktuelles Buch heißt „<a href="https://www.piper.de/buecher/meinungsfreiheit-isbn-978-3-8270-1534-1">Meinungsfreiheit – Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen</a>“ (Berlin Verlag).</p><a href="https://www.piper.de/buecher/meinungsfreiheit-isbn-978-3-8270-1534-1">https://www.piper.de/buecher/meinungsfreiheit-isbn-978-3-8270-1534-1</a><h3>Zur Folge gehts hier ⬇️</h3><p>Für alle, die ein Steady-Abo haben (oder ein kostenloses Probe-Abo abschließen wollen), ging es schon vorab zum Gespräch. Alle anderen haben ab jetzt Zugriff:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/0JgZQKeeBRRwHEKg9llNBA?si=68e7544a7b3f418f">https://open.spotify.com/episode/0JgZQKeeBRRwHEKg9llNBA?si=68e7544a7b3f418f</a><a href="https://janskudlarek.podigee.io/34-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/34-neue-episode</a><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/nicht-noch-ein-politik-podcast/id1732913415">https://podcasts.apple.com/us/podcast/nicht-noch-ein-politik-podcast/id1732913415</a><a href="https://www.instagram.com/p/DbFq8NluUUv/">https://www.instagram.com/p/DbFq8NluUUv/</a><p></p><p>So oder so: Viele Grüße &amp; schreibt uns gerne frech und frei, was ihr so denkt :)</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/ed8fb37a-6023-40d5-913e-170d65914ccb/uploads/images/lgfzesfa2a/Ronen_Steinke_%28c%29_Tobias_Kruse___Ostkreuz_WO10226.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 16 Jul 2026 17:35:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der (Ex-)Billionär und seine Fanboys (2)]]></title>
      <description><![CDATA[Wir zeigen euch, warum es keinen Grund gibt, Elon Musk abzufeiern – und viele dagegen. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>In Teil 1 von “</em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9"><em>Der (Ex-)Billionär und seine Fanboys</em></a><em>” haben Historiker </em><a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod"><em>Jonas Stephan</em></a><em> und ich Elon Musk etwas genauer unter die Lupe genommen. Es ging darum, wie Elon Musk sich ökonomisch aufplustert und in welcher machtpolitischen Tradition er steht. Der zweite Teil widmet sich u.a. der Frage, wie Musk-Fans das Blut an Elons Händen bewusst ignorieren und mit welchen Strategien der Milliardär sich selbst jeglicher politischer Verantwortung entziehen will, obwohl er eine glasklare Agenda verfolgt. Wir zeigen euch, warum es keinen einzigen Grund gibt, Elon Musk abzufeiern – und viele dagegen.</em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9"><em>[…]</em></a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/52l6kazkxc/i_made_this.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Schmückt sich gern mit fremden Federn: <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9">Der Tesla-Chef</a>.</p><h3><strong>Held der Arbeit</strong></h3><p>Zentrales Argument der Elon-Fans ist stets Musks angeblicher Fleiß. Für seine Fanboys, die ihn natürlich übermäßig und ungebührlich abkulten, ist Elon Musk so etwas wie der Held der Arbeit und alle anderen, insbesondere seine Kritiker, sind im Vergleich zum Tesla-Gott bloß arbeitsscheue, motivationsgestörte Hänger:</p><a href="https://www.threads.com/@niklas_schneider00/post/DZhV_ZHDLq9"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/m2y4hpqobh/elon_das_unterstutze_ich_gerne.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://www.threads.com/@bitcoin_ist_/post/DZh2_HDiAsU"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/cyn4fvgura/elon_zwangsabgabe.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://www.threads.com/@shawn__stein/post/DZiG4MHiE-X"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/robdln67ay/elon_lebensversager.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Neben der omnipräsenten Neiddebatte – Autor Roman Pletter merkt zu Recht an, dass man die spiegelverkehrte „<a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/friedrich-merz-markus-soeder-rentenreform-cdu-csu-spd">Gierdebatte</a>” viel seltener führe, auch Philosophen wie <a href="https://ipp.ht.tu-dortmund.de/institut/personen/professorinnen-und-professoren/prof-dr-christian-neuhaeuser/">Christian Neuhäuser</a> beschäftigen sich akademisch mit dem <a href="https://www.reclam.de/produktdetail/wie-reich-darf-man-sein-9783150196021">Zusammenhang zwischen Neid, Gier und Gerechtigkeit</a> – steht oft Elon Musks angebliche übermenschliche Arbeitsmoral im Fokus seiner Fans. Musk sei ein Machertyp, und sein ultrahartes Machertyp-Arbeitspensum rechtfertige seinen Wohlstand und seinen Erfolg voll und ganz. Wer das anders sieht, sei entweder Beamter, faul – oder beides. Muskianer kolportieren gerne, der Tech-Chef habe routinemäßig „100-Stundenwochen” (von 168 verfügbaren Wochenstunden, das nur nebenbei). Elons größter Fanboy, seine KI Grok, führt das irre Arbeitspensum auch regelmäßig ins Feld. Logischerweise als Argument dafür, warum Elon Musk selbst den ehemaligen Schwergewichtsboxer Mike Tyson im Wettkampf besiegen könne:</p><a href="https://www.reddit.com/r/Fauxmoi/comments/1p27tg0/elon_musks_ai_grok_claims_that_elon_is_fitter/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/qpbyyd2ozl/elon_mike_tyson.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>… oder fitter sei als Basketball-Legende <a href="https://winfuture.de/news,155097.html">LeBron James</a>:</p><a href="https://www.reddit.com/r/Fauxmoi/comments/1p27tg0/elon_musks_ai_grok_claims_that_elon_is_fitter/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/2snqtc3cij/elon_lebron_james.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Um zu erkennen, wie lächerlich diese Wettkampfprognose ist, braucht man kein <a href="https://www.reddit.com/r/pics/comments/1ft594v/elon_on_his_yacht/">Oben-ohne-Foto von Elon</a>. Offenbar ist die KI Grok gar nicht mal so intelligent, sondern in erster Linie darauf trainiert, ihrem Herrn und Meister zu gefallen. Zweifel sind auch angebracht im Hinblick auf den Wahrheitsgehalt des Musk’schen 100-Stunden-Mythos. Elons ungesunde Leidenschaft fürs Gaming ist allgemein bekannt (eine andere, die Zufuhr externer Stimulanzien betreffende, ist ein <a href="https://www.spiegel.de/ausland/elon-musk-und-die-drogen-new-york-times-spricht-von-eklatantem-konsum-er-nennt-das-luegen-a-c17a26ec-655e-4c01-9f42-f7042f6bbc58">offenes Geheimnis</a>). Jimmy Soni berichtet in seiner Kollektivbiografie „<a href="https://blogs.lse.ac.uk/lsereviewofbooks/2022/09/13/book-review-the-founders-the-story-of-paypal-and-the-entrepreneurs-who-shaped-silicon-valley-by-jimmy-soni/">The Founders</a>“, Musk habe Ende der 1990er viele Nächte durchgezockt, während seine Firma „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/X.com_(bank)">X.com</a>“ – später Erstversuch einer Online-Bank – phasenweise mit heruntergelassenen Hosen (nämlich ohne Geschäftsmodell) dastand. Und auch während seines kurzen, aber verheerenden Stunts als DOGE-Chef im letzten Jahr wollte Elon offenbar nicht auf sein Hobby verzichten. Als er ein luxuriöses Zehn-Zimmer-Apartment gleich neben dem Weißen Haus bezog, stellte er als erste Amtshandlung einen riesigen <a href="https://www.nytimes.com/2025/02/28/us/politics/musk-federal-bureaucracy-takeover.html">Gaming-Monitor</a> auf.</p><a href="https://obamawhitehouse.archives.gov/node/354981"><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fobamawhitehouse.archives.gov%2Fsites%2Fdefault%2Ffiles%2Fimage%2Ftours%2Fsecofwar1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=09afe28903d47759602395e1382100c4" alt=""/></a><p><em>Musks temporärer Winterpalast, die Secretary of War Suite im Eisenhower Executive Office Building.</em></p><p>Aber, wie im ersten Teil von <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9">Der (Ex-)Billionär und seine Fanboys</a>, so wollen wir auch hier großzügig sein. Wer noch nie eine Nacht durchgezockt hat oder anderweitig Zeit vertrödelt hat, werfe den ersten Stein. </p><p>Nehmen wir den 100-Stunden-Mythos also für bare Münze. Doch selbt wenn: Mit diesem Argument sind die Muskianer auf dem Holzweg. Wer ein derart perverses Pensum abfeiert, predigt nämlich zunächst nur eine neoliberale Arbeitsmoral und eine durch und durch libertäre Wirtschaftsideologie. Mit protestantischer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsethik">Arbeitsethik</a>, die harte Arbeit, Pflichterfüllung und Disziplin als wesentliche Bestandteile eines gottgefälligen Lebens sieht, hat das in Wirklichkeit wenig zu tun. Denn Elon Musk oder auch deutsche „Machermänner“ wie <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/mathias-doepfner-aerger-um-angebliche-afd-ansage-von-ihm-an-friedrich-merz-a-03d40b45-b11c-42c5-b45f-fd3e55036906">Matthias Döpfner</a> oder <a href="https://www.wiwo.de/politik/deutschland/arbeitsleistung-in-deutschland-so-will-friedrich-merz-sie-erhoehen/100192058.html">Friedrich Merz</a> verherrlichen durch ihre angeblich so harte Arbeit weniger den Herrgott, sondern vielmehr sich selbst. So wird die Arbeit von der göttlichen Huldigung zur reinen Ego-Nummer degradiert. Das bleibt im neoliberalen Lobgesang auf die Arbeitsmoral meist außen vor. </p><p>Was folgt also aus angeblich harter Arbeit, aus angeblich brutalen Wochenstunden? Gut absehbar ist, was <strong><em>nicht</em></strong><em> </em>daraus folgt: Dass Musk seinen <a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr/ard-radiofeature/audio-ueberreichtum-wie-vermoegensungleichheit-demokratie-angreift-100.html">Überreichtum</a> <em>aus ethisch-moralischer Sicht verdient hat</em>. Fleiß, Anstrengung und Arbeit sind für sich genommen <strong>keine </strong>ethischen Kategorien. Aus ethischer Perspektive ist wichtiger, dass aus diesem Fleiß, der Anstrengung und der Arbeit etwas moralisch Gutes entsteht. Radikal gesprochen: Die Geschichte der Welt ist voll von Diktatoren, Terroristen und Mördern, die nicht nach einer 40-Stunden-Woche die Füße hochgelegt haben. Wer viel arbeitet, ist deswegen nicht automatisch ein guter Mensch. Auch Menschen- oder Drogenhändler müssen fleißig sein, um auf ihrem (illegalen) Markt zu bestehen. Dass <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pablo_Escobar">Pablo Escobar</a> sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet hat, ändert nichts daran, dass wir sein Leben nicht an seiner außergewöhnlichen Arbeitsmoral bewerten sollten, sondern an seiner Wirkung. Und die war blutig. Die Zeitung El País schreibt in einer Rezension der Netflix-Serie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Narcos">Narcos</a>:</p><blockquote><p><em>Escobar paid his hit men around €580 for each police officer they picked off. By end of the Medellin Cartel’s reign in Colombia, 550 had met their deaths in this way. In 1991, more than 100 explosive devices went off in the city between September and December. Escobar’s legacy was a river that ran with the blood of more than</em><a href="https://elpais.com/elpais/2017/03/09/inenglish/1489064416_417180.html"><em> 5,000 victims</em></a><em> who were killed between 1989 and 1993. </em></p></blockquote><p><em>(Übers.: Escobar zahlte seinen Auftragskillern etwa 580 € für jeden Polizisten, den sie töteten. Bis zum Ende der Herrschaft des Medellín-Kartells in Kolumbien waren auf diese Weise 550 Menschen ums Leben gekommen. Im Jahr 1991 explodierten zwischen September und Dezember mehr als 100 Sprengsätze in der Stadt. Escobars Vermächtnis war ein Fluss, der vom Blut von mehr als 5.000 Opfern floss, die zwischen 1989 und 1993 getötet wurden.)   </em>  </p><a href="https://english.elpais.com/elpais/2018/08/31/inenglish/1535708632_118999.html">https://english.elpais.com/elpais/2018/08/31/inenglish/1535708632_118999.html</a><p>Wer sich jetzt empört, dass wir einen der größten Tech-Unternehmer unserer Zeit mit einem mordenden Drogenboss vergleichen, der halte inne. Auch Musk hat Blut an seinen Händen, und zwar nicht wenig. Blut, das seine Fanboy-Brigade mit allen Kräften ignoriert.</p><h3><strong>Elon Musk hat Blut an den Händen</strong></h3><p>Musk fing Anfang 2025 mit seiner <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Department_of_Government_Efficiency"><strong>Department of Government Efficiency</strong></a> (DOGE) genannten Pseudo-Behörde damit an, die US-amerikanische Regierungsarbeit nach seinem Gusto umzugestalten. Während es DOGE vordergründig um Verschlankung der Regierungsarbeit und um Kostenersparnis ging, war die tatsächliche Mission der Umbau der institutionellen Machtstrukturen gemäß <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-project-2025-umsetzung-100.html">Project 2025</a>. Die Idee: Trumps Rechtsruck (man könnte sagen: <a href="https://www.dwds.de/wb/Faschisierung"><em>Faschisierung</em></a>) US-amerikanischer Politik sollte nicht auf identitätspolitischer Ebene Halt machen, sondern sich vielmehr so tief in das Machtgewebe der USA eingraben, dass die Umgestaltung irreversibel und nachhaltig ist. Im Fadenkreuz von DOGE stand u.a. US-AID. Die US-Behörde für internationale Entwicklung (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Agency_for_International_Development">United States Agency for International Development, USAID</a>) ist seit Jahrzehnten die weltweit bedeutendste staatliche Organisation für humanitäre Hilfe. Oder besser gesagt, sie war es. Denn Elon Musk und seine Handlanger haben sie binnen Wochen zerlegt – widerrechtlich und ohne Rücksicht auf Verluste.</p><p>In einem Beitrag auf X feiert sich Musk dafür. Anstatt auf Partys zu gehen, habe man US-AID „in den Buschhacker geworfen“. Die Wortwahl offenbart nicht nur den Musk-typischen technokratischen Nihilismus, sondern auch dessen Unfähigkeit, trotz nahezu grenzenloser Macht auch nur ansatzweise lässig oder cool zu wirken (Musks Tweets sind meist <a href="https://www.threads.com/@juanch0panza_/post/DaN-hqwDg5X">das verbale Äquivalent zu Gesundheitsminister Kennedys Klimmzügen</a>).  </p><a href="https://x.com/elonmusk/status/1886307316804263979?lang=en"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/r2ozlcg2ga/elon_wood_chipper.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Was Elon Musk hier beiläufig als coole Machergeste beschreibt, die echte Machertypen auch am Wochenende vollbringen, ist in Wahrheit nichts anderes als die Einstellung zahlloser Hilfsprojekte, Impfkampagnen und internationaler Lebensmittelhilfen. Während „America First“ andernorts nicht viel mehr war als ultrarechtes Sonntagsgerede, hat das Ende der Entwicklungshilfebehörde US-AID konkrete Konsequenzen. Konkrete Konsequenzen in Form von Leid und Tod. Schätzungen gehen davon aus, dass als direkte Folge des DOGE-Attentats auf US-AID bis 2030 über 9 Millionen Menschen <a href="https://edition.cnn.com/2026/02/04/world/lancet-usaid-global-aid-cuts-intl">sterben werden</a>, darunter allein 2,5 Millionen Kinder unter 5 Jahren. </p><h3>Wer kritisiert, wird beleidigt</h3><p>Doch Elon Musk will von den Folgen seiner Kettensägenpolitik nichts wissen, im Gegenteil. Wie so oft, wenn dem Billionärboy die Wirklichkeit nicht passt, geht er in den Konfrontationsmodus:</p><a href="https://x.com/elonmusk/status/2071366974043537458"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/sdxtrs2owt/elon_cannot_cite_a_single_name.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Als er Ende Juni schrieb, man könne nicht „einen einzigen Namen nennen eines Menschen, der daran gestorben ist“ , wurde er, wenig überraschend, mit Namen, Daten und Opferzahlen überflutet. Besonders der New-York-Times-Journalist Nicholas Kristof zögerte keine Sekunde und beschrieb ein fatales Schicksal nach dem anderen:</p><a href="https://x.com/NickKristof/status/2071402050748084239"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/c5dptltsh6/elon_kristof_auflistung.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p>Konfrontiert mit dem Blut an seinen Händen, reagierte Musk erst gar nicht und anschließend, wenig überraschend, mit Wut und Beleidigungen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/mppgcsolt4/elon_kristof_beleidigungen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><a href="https://www.threads.com/@nickkristof/post/DaRD1LEkuG2?xmt=AQG0ZqizMsjl_X6syVs2AtIlJpBB7SG6WKn55Vwl5YKnLltJvq6KPx1yS85Ofwf95nnliZU&amp;slof=1"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/merwm4gewb/elon_kristof_threads_beitrag.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Im Umgang mit Kritik gleicht Elon Musk jenen, die ihn anhimmeln. Fakten ausblenden, Tatsachen leugnen, Probleme kleinreden –  und sobald Kritiker Fakten vorlegen und auf die Leichen im Keller hinweisen, wird ausgeteilt. Dieses Verhalten ist typisch für das <a href="https://www.kiwi-verlag.de/buch/marcel-lewandowsky-was-populisten-wollen-9783462006728">trumpistische Zeitalter</a>. Der Populist von heute biegt im besten Fall Halbwahrheiten zurecht, meist lügt er fröhlich vor sich hin. Sobald man ihn auf seine Lügen hinweist, rastet er aus (die eindeutig sexistische Komponente, welche diese „Verteidigungsaggression“ bei Donald Trump hat, <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/jun/12/trump-insults-female-journalists">ist nicht zu übersehen</a>). Der Tagesspiegel fasst es so zusammen: „Der Techmogul hatte sich für die Streichung von Hilfsgeldern starkgemacht. Eine Mitverantwortung für den Tod von Menschen weist Elon Musk zurück. Auf Kritik reagiert er mit Beleidigungen.“  </p><a href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/folgen-der-usaid-kurzungen-musk-bestreitet-todesfalle-und-schlagt-auf-x-um-sich-15785694.html">https://www.tagesspiegel.de/internationales/folgen-der-usaid-kurzungen-musk-bestreitet-todesfalle-und-schlagt-auf-x-um-sich-15785694.html</a><p>Und wer jetzt trotzdem dagegen hält, Millionen Tote hin oder her, immerhin hat DOGE reinen Tisch gemacht, den müssen wir enttäuschen. Schon länger pfiffen es die Spatzen von den Dächern: Musks Pseudo-Behörde war <a href="https://www.independent.co.uk/tv/news/doge-bros-federal-cuts-deficit-video-b2940506.html">nicht sonderlich effektiv</a>. Heute mehren sich die Anzeichen, dass die DOGE-Abrissorgie das US-Staatsdefizit sogar erhöht hat:</p><a href="https://www.instagram.com/p/Dad6gcxjzqK/">https://www.instagram.com/p/Dad6gcxjzqK/</a><p>DOGE war also wieder einmal eine Elon’sche Luftnummer.</p><a href="https://ragingpencils.com/2026/6-29-26-dear-mister-musk.html"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/ac5d3zxyjs/elon_trillionaire_cartoon.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><h3><strong>Es gibt keinen Grund, Elon Musk abzukulten</strong></h3><a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DZiSq63Cga7"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/fyxwnkccoq/elon_musk_enteignet_werden_take.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Nein. Unsere Takes sind u.a. </p><ol><li><p>dass massive Vermögensungleichheit und das Überreichtum einiger weniger <a href="https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/ueberreichtum-wie-vermoegensungleichheit-demokratie-angreift-feature-2026-04-10-100.html">die Demokratie schwächen</a> und</p></li><li><p>es staatliche Verantwortung ist, Gerechtigkeit auch über <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20740/steuergerechtigkeit/">Steuergerechtigkeit</a> herzustellen, sowie dass</p></li><li><p>private, <a href="https://www.zeit.de/kultur/2024-12/elon-musk-afd-wahlwerbung-techno-feudalismus">nicht gewählte Akteure</a> wie Elon Musk weit weniger Einfluss auf ein demokratisch gewähltes Gemeinwesen haben sollten und</p></li><li><p>ihre Verherrlichung – bei gleichzeitiger Ignoranz ihrer Schandtaten – uns allen schadet.</p></li></ol><p></p><p>Es gibt nicht nur keinen Grund, Elon Musk sklavisch abzukulten, im Gegenteil: Es gibt viele gute Gründe, dies nicht zu tun. Er ist ein Mann, der <a href="https://www.deutschlandfunk.de/forscher-musk-verbreitete-beitraege-britischer-rechtsextremer-millionenfach-weiter-100.html">rechtsextreme Accounts </a>promotet, selbst <a href="https://www.theguardian.com/technology/2026/feb/12/elon-musk-posts-january-white-supremacists">ultrarechte Inhalte verbreitet</a>, fragwürdige Quellen und <a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/grokipedia-test-zuverlaessigkeit-100.html">erfundene Inhalte teilt</a>, oder, schon fast vergessen, wie vor anderthalb Jahren mehrfach <a href="https://www.zeit.de/kultur/2025-01/elon-musk-hitlergruss-amtseinfuehrung-donald-trump">den Hitlergruß macht</a>. Der Guardian belegt: In letzter Zeit postete Musk <a href="https://www.theguardian.com/technology/2026/jul/04/elon-musk-uk-race-immigration-spacex-ipo">doppelt so oft rassistischen Content als über den SpaceX-Börsengang</a>. Alles in allem sehen wir einen ultrarechten Hardliner, der sein <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/75a69910-22d0-431c-9512-43390710ae09">soziales Netzwerk </a><a href="http://x.com/">X.com</a> als Verlängerung seines fragilen Egos und Instrument politischer Scharfmacherei benutzt. </p><a href="https://www.suhrkamp.de/buch/muskismus-t-9783518001318">https://www.suhrkamp.de/buch/muskismus-t-9783518001318</a><p>Dass hinter diesem Agieren kein Zufall, sondern ein Prinzip steht, arbeiten die Autoren Quinn Slobodian und Ben Tarnoff in ihrem Buch „Muskismus“ überzeugend heraus. Während der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fordism">Fordismus </a>des 20. Jahrhunderts auf sozialen Frieden durch steigende Löhne und Massenkonsum setzte, basiert der <a href="https://verfassungsblog.de/muskism/">Muskismus</a> u.a. auf einer Allianz mit extremen Rechten, Aushöhlung der Demokratie, Untergrabung staatlicher Souveränität und einer Haltung, die man auch als Tech-Feudalismus beschreiben kann. Männer wie Elon Musk und <a href="https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/tiefenblick/peter-thiel-story-100.html">Peter Thiel</a> nutzen demokratische Strukturen als Tool, um ihre eigene Wirkmacht zu vergrößern. Am Ende stehen jedoch <a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=thiel+democracy+and+freedom">antidemokratische Strukturen</a>, in denen einige wenige <a href="https://janskudlarek.podigee.io/28-neue-episode">Broligarchen</a> sich zusammenschließen, um die Gesellschaft und die Politik nach ihrem Gutdünken zu gestalten. Wir bleiben dabei: Wer das abfeiert, ist Teil des Problems.</p><a href="https://www.instagram.com/p/DZiRXmUup7C/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/tlchwftgbm/elon_was_ich_im_internet_gelernt_habe.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf/uploads/images/c7x4lxrbkf/15TBR-Trump-sign-off-czbp-jumbo.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><h2>Jonas’ Linkliste:</h2><a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod">https://linktr.ee/deutschland33_45pod</a><p></p><h2>Jans Linkliste:</h2><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek">https://wonderl.ink/@janskudlarek</a><p><a href="http://www.janskudlarek.de/">www.janskudlarek.de</a></p><p></p><h2>Support wäre hilfreich</h2><p><strong>Dir gefällt, was du liest? Dieser Artikel war ziemlich viel Arbeit. 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Schreibt es uns gern in die Kommentare, egal ob hier auf Steady, auf <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mpsttu3tkk2t">Bluesky</a>, <a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DaXhYgmCo1X">Threads</a> oder <a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7479118745030979584/">LinkedIn</a>.</p><p></p><p>Du willst öfter Artikel wie diesen lesen? ⬇️</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p>Viele Grüße,</p><p>Jonas &amp; Jan</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 15:41:58 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Der (Ex-)Billionär und seine Fanboys]]></title>
      <description><![CDATA[Im heutigen Artikel nehmen Historiker Jonas Stephan und ich Elon Musk auseinander. Ihr erfahrt u.a., wie Elon Musk sich ökonomisch aufplustert und in welcher…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Im heutigen Artikel nehmen Historiker </em><a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod"><em>Jonas Stephan</em></a><em> und ich Elon Musk auseinander. Ihr erfahrt u.a., wie Elon Musk sich ökonomisch aufplustert und in welcher machtpolitischen Tradition er steht.</em></p><p></p><p>Musk-Jünger müssen jetzt ganz, ganz stark sein: Ihr Guru kratzt noch gerade so an der Billionengrenze. Denn dem Mann, der vor wenigen Wochen durch den SpaceX-Börsegang als erster Mensch eintausend Milliarden anhäufte, schmolzen anschließend einige eben jener Milliarden dahin. Sie verbrannten – wie ein Starlink-Satellit am Ende seiner kurzen Lebensdauer. Die SpaceX-Aktie stürzte innerhalb weniger Tag<a href="https://www.n-tv.de/wirtschaft/SpaceX-Aktie-stuerzt-zweistellig-ab-id30997857.html"> zweistellig ab</a> und für Elon Musk, der circa 42 Prozent der Anteile an SpaceX hält, hieß es nun Beten und Bangen. Zeitweise war er einfach wieder nur ein stinknormaler Milliardär. Seitdem stieg die Aktie wieder, bleibt jedoch deutlich unter Ausgabeniveau. Ob Musk Billionär ist oder nicht, bleibt also ähnlich spekulativ wie die Gründe seines Erfolgs. Wo der SpaceX-Kurs auch steht, wenn ihr das lest: Thoughts and prayers! Tschakka, du schaffst es, Elon! </p><p>Das Elon’sche Vermögenswachstum über die Billionengrenze hinweg – im Deutschen, im Englischen ist er <em>the first trillionaire</em> – spaltet die Menschen in zwei. Finanziell natürlich: Ganz oben der Tesla-Chef und weit darunter wir, die Geringverdiener-Variante der Gattung <em>homo sapiens sapiens</em>. Ebenso scheiden sich die Menschen in jene, die Musks raketenhaften Aufstieg in die finanzielle Fantastilliarden-Sphäre bejubeln und in jene, welche solche Vermögenswerte einer Einzelperson nicht nur kritisieren, sondern geradezu grotesk-pervers und moralisch unanständig finden. Symptom einer zukunftsgefährdenden Schieflage unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Jonas und Jan, die Autoren dieses Beitrags, outen sich gern: Wir gehören zu letzteren.</p><p><strong>Musk-Männer und ihr Idol</strong></p><p>Die Idee, einen Text zu schreiben über die sektenhafte Euphorie und Gehässigkeit, mit der manch Gesinnungsmuskianer den reichsten Menschen der Welt abfeiert, kam mir – Jan – nach der Veröffentlichung einiger halbwegs harmloser Beiträge, welche die Musk-Megalomanie kritisierten. Interessant waren die Reaktionen! Anstatt skeptisch zu werden, wenn ein Einzelmensch die Billionengrenze knackt und gleichzeitig Milliarden anderer Menschen unterhalb der Armutsgrenze zurücklässt, stören sich einige weniger am dekadenten Vermögenswachstum, sondern <em>vielmehr an der Kritik daran</em>:</p><a href="https://bsky.app/profile/antifa96.bsky.social/post/3moa3kbqric2p"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9/uploads/images/gwlceeqmhx/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://bsky.app/profile/lightningsamurai.bsky.social/post/3mo776pjyus2o"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9/uploads/images/yvnkk7wzgq/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p><br/>Die Argumente der Muskianer gingen vor allem in drei Richtungen: Elon Musk habe ganz Großartiges erschaffen. Er habe sein Geld verdient, sei fleißig und vorbildlich. Kritik an seinem perversen Geldberg sei vor allem eines: getrieben von Neid und intellektueller Faulheit. Auch dem Guardian sind die militanten Musk-Männchen bereits aufgefallen. Vor wenigen Tagen erschien ein Artikel: <a href="https://www.theguardian.com/global/commentisfree/2026/jun/30/elon-musk-trillion-rightwing-media">Doubt that Elon Musk ‘earned’ his trillion? Rightwing media says you’re in an ‘impotent envy cult’</a> (Du hast Zweifel, dass Elon Musk seine Billion „verdient“ hat? Die rechten Medien behaupten, du seist Teil eines „kultartigen Neid-Komplexes“).</p><a href="https://www.theguardian.com/global/commentisfree/2026/jun/30/elon-musk-trillion-rightwing-media">https://www.theguardian.com/global/commentisfree/2026/jun/30/elon-musk-trillion-rightwing-media</a><p>Wie kein anderer hat der Tech-Unternehmer es geschafft, eine Armee höriger Tastaturhelden um sich zu versammeln, die bereit sind, jede kleinste seiner Entscheidungen bis aufs Blut gegen Kritik aus der Außenwelt zu verteidigen.</p><a href="https://www.threads.com/@wolleloewe/post/DZk31jtilrF"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9/uploads/images/jzkx7nj2vh/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Betrachten wir zunächst das Ökonomische. Wie steht’s um Elons angeblichen Mehrwert? Wir wollen an dieser Stelle nicht kleinlich sein und blenden daher vieles aus. Zum Beispiel seine Zeit bei <a href="https://medium.com/@tdoherty_96508/the-paypal-mafia-was-never-a-mafia-and-thats-the-point-2a9035af473f">PayPal</a>, als er der Öffentlichkeit eine Luftnummer nach der anderen ankündigte, statt das Unternehmen aus dem Würgegriff von digitalen Betrügern zu befreien. Oder die Tatsache, dass der E-Autobauer Tesla (den Musk <a href="https://www.uniladtech.com/vehicles/car-news/people-discovering-elon-musk-not-original-tesla-founder-000485-20250130">nicht gegründet hat</a>) über viele Jahre seine Gewinnmargen schön rechnete durch den <a href="https://www.auto-medienportal.net/artikel/detail/55417">Verkauf von CO2-Zertifikaten</a> an die Verbrenner-Riesen. Übergehen wollen wir hier auch das <a href="https://verfassungsblog.de/tesla-ig-metall-betriebswahlen-union-busting/">gewerkschaftsfeindliche Klima</a> in Musks Unternehmen sowie die katastrophale <a href="https://www.reuters.com/investigates/special-report/spacex-musk-safety/">Arbeitsschutzbilanz </a>des Rakenbauers SpaceX, dessen Unfallrate mancherorts über dem Sechsfachen des Branchendurchschnitts lag, inklusive hunderter nicht gemeldeter Fälle. Selbst dass viele von Elons scheinbar visionären Ankündigungen und Entscheidungen geradewegs ins Nichts führten, werden wir nicht vertiefen. Was sind schon ein paar unbrauchbare <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperloop">Hyperloop-Tunnel</a> unter Freunden. Schwamm drüber.</p><p><strong>Alles nur geklaut, eo, eo</strong></p><p>Bleibt die Frage nach dem Mehrwert. Die einfache Antwort: Ja, der ist real, nur sollte er nicht dem Mann allein zugeschrieben werden. Wie so häufig drohen Silicon-Valley-Genieästhetik und <a href="https://www.surplusmagazin.de/reel/leistungsgesellschaft-kritik-neoliberalismus-martynalinartas/">meritokratischer Selfmade-Mythos</a> eine kooperative Gruppenleistung zur Einzeltat eines Visionärs zu verklären. Wie einst bei Louis XIV (<em>l&#39;etat c&#39;est moi</em> – der Staat bin ich) heißt es bei Musk: <em>L&#39;entreprise c&#39;est moi</em> – die Firma bin ich.  </p><p>Die Wahrheit sieht anders aus. Es mag zutreffen, dass Musk durchaus ein interessierter Autodidakt ist – jedoch fernab genialer Sphären. Er ist weder ein begnadeter Ingenieur, noch ein übermächtiger Programmierer. Auch erfunden hat er bislang nichts, außer für sich das Label „Erfinder“. Nicht mal seine <a href="https://www.theguardian.com/games/2025/jan/20/elon-musk-stands-accused-of-pretending-to-be-good-at-video-games-the-irony-is-delicious">angeblichen Computerspielrekorde</a> hat er selbst produziert, sondern jemanden dafür bezahlt, in seinem Namen auf Weltranglisten-Niveau zu gamen. In Spielen wie <em>Diablo</em> oder <em>Path of Exile</em> gab Musk vor, zu den talentiertesten Spielern weltweit zu gehören, bis er schließlich in Livestreams als nicht annähernd gut genug aufflog. <a href="https://www.gamestar.de/artikel/elon-musk-gibt-account-sharing-zu,3426164.html">Gamestar</a> schreibt: „Schnell wurde den Zuschauern jedoch klar, dass weder sein Können noch sein Wissen dem entspricht, was nötig wäre, um allein einen Charakter in den globalen Top-Listen des Hardcore-Modes zu platzieren.“  </p><p>Auch im Hardcore-Mode der freien Wirtschaft liebt Musk Abkürzungen, Tricks und Schummeleien. Wir haben es hier mit einem komplexen Firmennetzwerk zu tun, von dem wenig profitabel ist – und noch viel weniger originär von Musk erschaffen. Musk ist ein Endgegner der Aneignung, der es stets schafft, fremde Gedanken als eigene auszugeben und im Handumdrehen die Ideen Dritter zum eigenen Vorteil kannibalisiert. Nimmt man seine Unternehmerbiografie kritisch unter die Lupe, dann darf man die wirtschaftliche und politische Großwetterlage nicht ausblenden, in der er operiert. </p><p>Die Elektromobilität? Vorangebracht, gewiss. Aber der Umstieg war getrieben von CO2-Regulierung, fallenden Preisen für Batterien und <a href="https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2020-02/tesla-subventionen-gruenheide-elektromobilitaet-elon-musk">öffentlichen Subventionen</a>. Besonders solide sind die Autos des Elon Musks übrigens nicht. Sie belegen im Mängel-Report des TÜV regelmäßig den <a href="https://www.adac.de/news/tuev-report-2026/">letzten Platz</a>. Kein Wunder also, dass Tesla heute weniger Stromer verkauft als der chinesische Konkurrent <a href="https://edition.cnn.com/2026/01/02/business/tesla-byd-ev">BYD</a>.</p><p>Die Frachtkosten für Orbitalflüge? Die hat SpaceX dank seiner Recycling-Raketen tatsächlich massiv <a href="https://ourworldindata.org/grapher/cost-space-launches-low-earth-orbit">gesenkt</a>. Aber auch hier hätte Elon ohne <a href="https://londoneconomics.co.uk/blog/publication/crouching-rivals-not-so-hidden-dragon-spacex-and-the-future-of-launch-competition-part-1/">Staatskohle </a>und massive Unterstützung der <a href="https://www.nasa.gov/organizations/otps/new-report-analyzes-long-history-of-nasa-support-for-commercial-space/">NASA</a> nie etwas erreicht. Anstatt diese staatliche Unterstützung zu würdigen, wird sie von Musk und seinen Fanboys totgeschwiegen:</p><p></p><a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DZsl6v_CkHu?xmt=AQG0ZgNjogdblZzQrzKUjlUSaqQcQi65sZJRIxpJxnu79mgWPLtvti7jU5x81om7kPFLETg&amp;slof=1">https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DZsl6v_CkHu?xmt=AQG0ZgNjogdblZzQrzKUjlUSaqQcQi65sZJRIxpJxnu79mgWPLtvti7jU5x81om7kPFLETg&amp;slof=1</a><p>Und die Starlink-Satelliten? Haben den Zugang zum Internet definitiv revolutioniert. Darüber hinaus sind sie einer der wenigen profitablen Zweige in Musks Portfolio. Starlink bringt Geld in das Musk-Imperium: Die Satelliten-Internetsparte generierte 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden US-Dollar, was zu einem operativen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar führte. Ein satter Ertrag also, der jedoch schnell in den defizitären Sparten des Musk-Empires versickert. Und darüber hinaus sind die Folgen der „Megakonstellationen“ im Orbit noch völlig ungeklärt. Die mittlerweile über 10.000 Satelliten haben eine extrem kurze Lebensdauer von fünf Jahren. Damit die Umlaufbahnen nicht dauerhaft vermüllen, werden alle sechs Monate hunderte der Sputnik-Enkel zu Weltraumschrott degradiert und in der Erdatmosphäre <a href="https://au.pcmag.com/networking/118589/260-starlink-satellites-burn-up-in-earths-atmosphere-as-more-head-for-fiery-ends">entsorgt</a>. Tonnen über Tonnen Altmetall in der Luft zu verbrennen, könnte der Umwelt schaden, warnen Experten. Doch die zuständige US-Behörde hat zuletzt beschlossen, Satellitenbetreiber von allen Umweltauflagen <a href="https://www.yahoo.com/news/articles/starlink-bad-environment-fcc-doesn-172822263.html">freizustellen</a>. Dass Elon Musk enge Beziehungen zu US-Präsident Trump und zum Chef der besagten Behörde unterhält, hat diese Entscheidung natürlich nicht beeinflusst. Sagen jedenfalls die Beteiligten.</p><p>Wem das zu hypothetisch ist, oder wer sagt, was geht mich die Atmosphäre an, dem möchten wir zum Abschluss dieses ersten Teils noch einen letzten Gedanken mit auf den Weg geben. Denn mit Starlink  liegt eine kritische Infrastruktur in einer einzigen, niemandem rechenschaftspflichtigen privaten Hand. Das Prinzip ist historisch nicht neu. Der Augsburger Kaufmann Jakob Fugger, der reichste Europäer seiner Zeit, finanzierte den Habsburgern 1519 die römisch-deutsche Königswahl. Die englische East India Trading Company beherrschte im 18. Jahrhundert große Teile Indiens und hatte eine eigene Armee. Cecil Rhodes und König Leopold von Belgien errichteten um 1900 riesige Privatkolonien in Afrika. Die schwarze Bevölkerung mehrte fortan den Reichtum der Eigentümer und wurde zum Dank brutal unterdrückt. Musk steht also in einer gewissen machtpolitischen Tradition. </p><p>Was neu ist an Starlink, das ist die geopolitische Dimension. Noch nie kontrollierte eine Einzelperson ein buchstäblich weltumspannendes Netz militärischer Ressourcen. Sowohl <a href="https://www.merkur.de/politik/russische-offensiven-wende-an-der-ukraine-front-starlink-ausfall-kappt-94157120.html">Russland</a> als auch die <a href="https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/starlink-wie-elon-musk-den-krieg-in-der-ukraine-veraendert">Ukraine</a> bekamen bereits die Konsequenzen dieser Machtasymmetrie zu spüren.</p><p><br/></p><p><em>Wie Musk-Fans das Blut an Elons Händen bewusst ignorieren und mit welchen Strategien der Milliardär sich selbst jeglicher politischer Verantwortung entziehen will </em>–<em> das erfahrt ihr in Teil 2 dieses Artikels. ⬇️</em></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><br/></p><p>Falls ihr den Autoren dieses Artikels beim Nachdenken über Vergangenheit und Gegenwart lauschen wollt: Wir haben letztes Jahr eine Podcastfolge aufgenommen, die den 8. Mai als Ausgangspunkt nimmt, um über Früher und Heute nachzudenken:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6</a><p><br/></p><h3>Jonas’ Linkliste:</h3><a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod">https://linktr.ee/deutschland33_45pod</a><p>Für geschichtlich Interessierte bietet sich Jonas’ Podcast zum 3. Reich an:</p><a href="https://open.spotify.com/show/5ZWRTjEhPofmksu4pk0g23?si=067286f7164b4931">https://open.spotify.com/show/5ZWRTjEhPofmksu4pk0g23?si=067286f7164b4931</a><p><br/></p><h3>Jans Linkliste:</h3><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek">https://wonderl.ink/@janskudlarek</a><p><a href="http://www.janskudlarek.de/">www.janskudlarek.de</a> </p><p><br/></p><p><strong>Dir gefällt, was du liest? 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Schreibt es uns gern in die Kommentare, egal ob hier auf Steady, auf <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mpsttu3tkk2t">Bluesky</a>, <a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DaXhYgmCo1X">Threads</a> oder <a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7479118745030979584/">LinkedIn</a>.</p><p></p><p>Viele Grüße,</p><p>Jonas &amp; Jan</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 04 Jul 2026 10:15:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Intermezzo #2: Don’t look up. Hitzewelle und keiner macht was! ]]></title>
      <description><![CDATA[Mit Autor und Filmemacher Ingwar Perowanowitsch spreche ich über den Unterschied zwischen Klima und Wetter, über die Hitzewelle, über Argumente für mehr Klimaschutz!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Intermezzo #2: Don’t look up. Hitzewelle und keiner macht was! Mit Ingwar Perowanowitsch</h1><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbe6456f-8580-4b69-8679-4e24c9d9ef9a/uploads/images/rrytql3acr/Folie1.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Meine Podcastreihe <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b">Intermezzo</a> ist ja ein Spinoff von <a href="https://janskudlarek.podigee.io/">“Nicht noch ein Politik-Podcast”</a>. Es gibt ebenfalls Gespräche zu politischen Themen, allerdings mit dem Unterschied, dass Intermezzo unregelmäßig erscheint (ab und an zwischen den regulären Episoden, daher der Titel), etwas spontaner in der Themenwahl ist, schlanker in der Produktion, gleichzeitig etwas kürzer in der Länge und vor allem: <em>ohne Werbung und ohne Paywall</em>.</p><p>Weil Deutschland – und ganz Europa – dieser Tage von einer singulären Hitzewelle erfasst wird und ihr alle im Schatten Wassermelone essen und Podcasts hören solltet, habe ich eine neue Intermezzo-Folge aufgenommen!</p><p>Mit Autor und Filmemacher Ingwar Perowanowitsch spreche ich über den Unterschied zwischen Klima und Wetter, über moralische und wirtschaftliche Argumente für mehr Klimaschutz, und darüber, warum Klimaschutz eigentlich Freiheitsschutz bedeutet. Es geht um das Klimaschutz-Urteil des Bundesverfassungsgericht, und um eine Bundesregierung, die viel zu wenig tut gegen das Extremwetter und zu wenig Gas gibt beim Ausstieg aus fossilen Energien und stattdessen, nun ja, vor allem Gas gibt (und Öl). Es scheint uns, dass Deutschland noch nicht vollständig begreift, dass der Weg zur Klimaneutralität eine notwendige Transformation der Wirtschaft darstellt – und dass der fehlende Mut und die Angst vor dem Wähler ein zentrales Motiv sind.</p><p>Ihr kriegt ein paar Tipps, wie ihr im Gespräch besser mit Klima-Verschwörungstheoretikern klarkommt; und warum ihr Desinformierte nicht gleich mit der „Faktenkeule” erschlagen solltet, das erfahrt ihr auch!</p><h3>Hier gehts zum Podcast ⬇️</h3><a href="https://janskudlarek.podigee.io/33-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/33-neue-episode</a><a href="https://open.spotify.com/episode/6XGR11D16btwe6v4SJWx1Z?si=5tNYEDKORjmeKPvOy4xpsA">https://open.spotify.com/episode/6XGR11D16btwe6v4SJWx1Z?si=5tNYEDKORjmeKPvOy4xpsA</a><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/intermezzo-2-dont-look-up-hitzewelle-und-keiner-macht/id1732913415?i=1000774173999">https://podcasts.apple.com/us/podcast/intermezzo-2-dont-look-up-hitzewelle-und-keiner-macht/id1732913415?i=1000774173999</a><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbe6456f-8580-4b69-8679-4e24c9d9ef9a/uploads/images/o25ktjvxck/grafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://bsky.app/profile/ingwarpero.bsky.social">Ingwar Perowanowitsch</a> ist Politikwissenschaftler, 31 Jahre alt, Filmemacher, Journalist zu Klima- und Verkehrspolitik. Letzte Doku: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=R5jQc1jXLAU">Cycling Cities</a> über die schönsten Fahrradstädte Europas. Lief in über 100 Kinos und wurde auf YouTube 225.000 mal gesehen. Neues Buch: <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1079068412">Cycling Cities - Die leise Revolution der Städte</a> - erscheint im September. Foto: Aline Hess</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbe6456f-8580-4b69-8679-4e24c9d9ef9a/uploads/images/ifw5zc5rgr/ingwar_pressefoto.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbe6456f-8580-4b69-8679-4e24c9d9ef9a/uploads/images/s4ozsuoufg/hottest_summer_so_far.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Weil Intermezzo komplett ohne Werbung läuft, bin ich für dieses Format auf eure Unterstüzung angewiesen. Allen Steady-Supporterinnen ist es zu verdanken, dass ich es überhaupt (!) produzieren kann (💌). Wer reinhört und Gefallen findet, kann entweder per <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Kaffeekasse</a> unterstützen oder <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">per monatlichem Abo</a>. Unter allen, die sich neu per Abo registrieren (oder eines verschenken), verschenke ich ein <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100">signiertes Buch von Max Czollek</a> ⬇️ <em>(UPDATE: Buch verschenkt)</em></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans</a><p>Alle, die sich bis Ende Juni für den Newsletter registrieren, nehmen ebenfalls an der Verlosung teil (<em>UPDATE: Verlosung vorbei</em>):</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter (gratis)</a></p><p>Apropos Max Czollek: Unser Gespräch ist ebenfalls jetzt online für alle zu hören, ihr findet es hier und auf den üblichen Plattformen! Dazu ist auch eure Meinung gefragt, und zwar auf <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mozx7h63u22s">Bluesky</a> und auf <a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DZ-B4IGCoaq">Threads</a>.</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100</a><p>Viele Grüße &amp; kommt gut durch die Hitze,</p><p>Jan</p><a href="https://bsky.app/profile/terliwetter.bsky.social/post/3mp3v267c6s2v">https://bsky.app/profile/terliwetter.bsky.social/post/3mp3v267c6s2v</a><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/cbe6456f-8580-4b69-8679-4e24c9d9ef9a/teaser_image/1782373812?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 10:52:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #32: Erinnerungskultur und gut trainierte Diskurstiere]]></title>
      <description><![CDATA[Mit Autor Max Czollek begehen wir Folge 32 meines Podcasts. Ein Gespräch über Schreibprozesse, Wolfram Weimer, halbtote Wale und performative Erinnerungspolitik!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #32: Erinnerungskultur, mediale Wale und gut trainierte Diskurstiere. Mit Max Czollek</h1><p>Mit meinem langjährigen Freund, dem Politikwissenschaftler, Autor und Aktivisten Max Czollek, begehen wir Folge 32 meines Podcasts. Keine journalistische Distanz – und gerade deshalb ein intensives Gespräch über Schreibprozesse, Wolfram Weimer, halbtote Wale und Sommerloch-Welse. Wir sprechen über autoritäre Politik, die ihre Zivilgesellschaft verdächtigt, über performative Erinnerungskultur und über David Graeber. Ihr erfahrt, was Schreiben mit Bodybuilding zu tun hat, warum Max nicht sehr beeindruckt ist, wenn Deutsche die NSDAP-Mitgliedschaft ihrer Großeltern per Datenbank recherchieren, und was ihn stört an performativen Akten des Erinnerns. Und warum wir dennoch eine Gesellschaft brauchen, die beides hat: #NieWiederIstJetzt und Mehrzweckeier, Antifa als Handarbeit jenseits von Sonntagsreden. Wir sprechen über KI-Identitätspolitik und die allgemeine germanische Wurstigkeit. Danke, Max!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/v3xuwc6vvx/1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/2rirqqxejy/6.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Verlosung: 2x “Alles auf Anfang” (signiert von Max)</h3><p>Wir verschenken zwei signierte Bücher!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/ooavzhdyle/max_mit_buch.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/33c7j4eju7/max_buch_signiert_2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/gtodjl52ne/max_buch_signiert.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So könnt ihr diese beiden signierten Bücher von Max gewinnen:</p><ul><li><p>Die Chance auf 1 Exemplar haben alle, die zum Zeitpunkt 30.06. 19 Uhr ein gültiges Steady-Abonnement (oder eines verschenkt) haben.</p></li><li><p>Die Chance auf 1 weiteres Exemplar haben alle, die sich bis zum 30.06. 19 Uhr neu für den Newsletter registrieren.</p></li></ul><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter (gratis)</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Update Juli 2026: Das Gewinnspiel ist beendet, die Bücher sind verschickt!</em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Neuerdings gibt es ein ein <strong>einmonatiges kostenloses Probe-Abo</strong> ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans</a><p></p><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/max-czollek-hadija-haruna-oelker-alles-auf-anfang-9783103976861">https://www.fischerverlage.de/buch/max-czollek-hadija-haruna-oelker-alles-auf-anfang-9783103976861</a><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/7cdlbinqto/max_bierselfie_mit_mir.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Seit 15 Jahren Freunde: Die Autoren auf diesem Bild. 🙂</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/a2rxarqoz3/max_pressefoto.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Foto © Jamila K. Grote</em></p><p><a href="https://bsky.app/profile/maxczollek.bsky.social">Max Czollek</a> ist Autor von Essays und Gedichtbänden und lebt in Berlin. Mitherausgeber von „Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart&quot;, Kurator der &quot;Coalition for a Pluralistic Public Discourse&quot; (CPPD) sowie Host mehrerer Podcasts und Gesprächsreihen. Arbeit u.a. mit dem Maxim Gorki Theater, dem Jüdische Museum Frankfurt am Main, dem Dietrich-Keuning-Haus Dortmund und dem Haus der Kulturen der Welt Berlin. Seine Essays erscheinen bei Hanser und Fischer, seine Lyrik beim Verlagshaus Berlin. Der erste Roman „<a href="https://www.klett-cotta.de/produkt/max-czollek-zweifelssohn-9783608125221-t-9625">Zweifelssohn</a>“ erscheint im Sommer 2026 beim Tropen Verlag. Man kann ihm folgen auf <a href="https://bsky.app/profile/maxczollek.bsky.social">Bluesky</a>, <a href="https://www.threads.com/@max_czollek">Threads</a> oder <a href="https://www.instagram.com/max_czollek/">Instagram</a>. Gemeinsam mit Jan hat er Ende 2024 den <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/75a69910-22d0-431c-9512-43390710ae09">eXit</a> vorangetrieben.</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/75a69910-22d0-431c-9512-43390710ae09">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/75a69910-22d0-431c-9512-43390710ae09</a><hr aria-hidden="true"/><p>Weiterer Tipp: Thomas Zimmer hat jetzt Steady auf Deutsch:</p><a href="https://steady.page/en/demokratie-americana/about?utm_source=steady_discover">https://steady.page/en/demokratie-americana/about?utm_source=steady_discover</a><p>Ihr kennt Thomas u.a. aus unserer gemeinsamen Podcastfolge im Januar.</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>In diesem lesenswerten Artikel von <a href="https://bsky.app/profile/meisnerwerk.bsky.social">Matthias Meisner</a> komme ich zu Wort:</p><a href="https://www.campact.de/blog/2026/06/riskantes-manoever-ki-auf-dem-vormarsch-in-redaktionen/">https://www.campact.de/blog/2026/06/riskantes-manoever-ki-auf-dem-vormarsch-in-redaktionen/</a><p>Und für alle, die eine (kürzere) Version meines KI-Textes wollen (die Version auf Steady, letzte Woche, ist um einen exklusiven Absatz länger):</p><a href="https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6422-nein-ki-muss-nicht-dein-ganzes-leben-bestimmen?shared=5dcc33cc-1d8b-4974-8ee0-ab0f97c5f6d1&amp;utm_campaign=skudlarek-social&amp;utm_medium=marketing#lesen">https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6422-nein-ki-muss-nicht-dein-ganzes-leben-bestimmen?shared=5dcc33cc-1d8b-4974-8ee0-ab0f97c5f6d1&amp;utm_campaign=skudlarek-social&amp;utm_medium=marketing#lesen</a><hr aria-hidden="true"/><p>Viele Grüße 👋,</p><p>Jan</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Zum Podcast</h3><p>Hier geht es zur Folge:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/2QycyqXQ2LPRRkCgG1Y6DI?si=8bdb4b9d1ca544e3">https://open.spotify.com/episode/2QycyqXQ2LPRRkCgG1Y6DI?si=8bdb4b9d1ca544e3</a><p>Ebenso auf Podigee:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/32-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/32-neue-episode</a><p>Und auf Apple Podcasts:</p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/32-erinnerungskultur-mediale-wale-und-gut-trainierte/id1732913415?i=1000773601623">https://podcasts.apple.com/us/podcast/32-erinnerungskultur-mediale-wale-und-gut-trainierte/id1732913415?i=1000773601623</a><p><strong>Bin wie immer dankbar, wenn ihr reinhört, kommentiert, teilt; lasst uns gern eure Meinung wissen!</strong></p><p></p><p>Wie üblich gab es die Folge exklusiv vorab für alle, die meine Arbeit per Steady-Abo unterstützen 💐🎁🫶:</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100/uploads/images/ooavzhdyle/max_mit_buch.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sat, 20 Jun 2026 10:49:43 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Nein, KI muss nicht dein ganzes Leben bestimmen (Kommentar)]]></title>
      <description><![CDATA[Technischer Fortschritt sei unausweichlich, so die Silicon-Valley-Erzählung. Ich denke: Nein, KI muss nicht dein ganzes Leben bestimmen! Alles andere ist KI-Propaganda.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2>Die CEOs großer Konzerne erzählen dir ein Marketing-Märchen.</h2><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0f6eecda-a1f8-4330-a602-3ffd3a334a3f/uploads/images/lc37f4g2b4/geralt-artificial-intelligence-4389372_1920.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Künstliche Intelligenz wird in Zukunft so etwas wie Strom oder Wasser sein, alle werden einen Anschluss haben und mit einem Zähler den Verbrauch messen, so zumindest behauptete es Sam Altman, der Chef von OpenAI Anfang des Jahres. Seiner Ansicht nach gilt also für Künstliche Intelligenz bald das, was der Humorist Loriot einst über seinen Mops sagte: Ein Leben ohne ist möglich, aber sinnlos.</p><p>Wer dagegen argumentiert, outet sich als Ewiggestriger, als Fortschrittsfeind und Technik-Depp. Technischer Fortschritt sei unausweichlich, so die Silicon-Valley-Erzählung. Also guckt nicht so bedröppelt! Ärmel hochkrempeln! Move fast, break things!</p><p>So sehen das vor allem die Tech-Chefs selbst. Eric Schmidt, der ehemalige CEO von Google, stand neulich vor einer Gruppe Universitätsabsolvent:innen. Als Festaktredner <a href="https://www.youtube.com/watch?v=tNH43a1EI7s">beschwor er</a>: Die jetzige KI-Transformation sei schneller, größer und folgenreicher als vorherige Fortschritte in der Technik: „Es wird jeden Menschen und jede Beziehung betreffen, die du hast“. Gloria Caulfield, Managerin einer Immobilienfirma, nannte den Aufstieg von Künstlicher Intelligenz bei ihrer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=crwbno_SSIo">Abschlussrede</a> an der University of Central Florida die „nächste industrielle Revolution“. Und Scott Borchetta, US-amerikanischer Musikproduzent und Chef der Plattenfirma Big Machine Records, <a href="https://www.theguardian.com/technology/2026/may/26/students-boo-pro-ai-graduation-speakers">sagte zu Studierenden</a>, dass das, was sie in ihrem ersten Unijahr gelernt hätten, vielleicht schon obsolet sei.</p><p>In allen drei Fällen buhten die Studierenden die Redner aus und stehen damit exemplarisch für ein generelles Unwohlsein, das viele Menschen in Bezug auf KI verspüren. Wer sich damit unwohl fühlt, ist kein Technik-Depp und auch nicht von gestern. Kritik ist sogar sehr wichtig, denn was uns die CEOs von Konzernen und KI-Firmen erzählen, sind keine seriösen Prognosen.</p><p><strong>Wir werden verarscht von KI-Märchenerzählungen</strong></p><p>Die Wahrheit ist simpler: Wir werden verarscht. Komplett verarscht. Die Vorstellung, dass KI von jetzt auf gleich die Weltherrschaft übernimmt, ist ein Marketing-Märchen. Oder, noch deutlicher: Es ist Propaganda. Die unreflektierte Integration Künstlicher Intelligenz in sämtliche Lebensbereiche ist weder notwendig noch sinnvoll.</p><p>Versteh mich nicht falsch: Ich bin kein Feind von KI, sie leistet schon heute Erstaunliches. Während du diese Zeilen hier liest, analysiert irgendwo eine Künstliche Intelligenz Röntgenbilder und erkennt selbst kleinste anatomische Strukturen oder krankhafte Veränderungen im Gewebe. KI rettet Leben. Schon jetzt, schon heute, vielerorts.</p><p>Zum differenzierten Denken gehört allerdings, dass zwei Dinge wahr sein können: KI kann in einigen Gebieten Resultate erzielen, die wichtig sind, erstaunlich und geradezu fantastisch. Gleichzeitig ist wahr, dass ChatGPT und Co längst nicht überall kompetent sind oder überhaupt auch nur ansatzweise akkurat. Solltest du beispielsweise ChatGPT als Laie zur medizinischen Diagnostik nutzen, kann es durchaus sein, dass dir die KI <a href="https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6376-das-solltest-du-wissen-wenn-du-chatgpt-wie-einen-arzt-benutzt">komplett ausgedachte Krankheiten unterjubelt</a>. Ein Large-Language-Model wird sogar, ohne mit der digitalen Wimper zu zucken, einem Amokläufer bei der Vorbereitung helfen, wie es im April vergangenen Jahres in Florida geschah.</p><a href="https://t3n.de/news/mordanklage-gegen-ki-chatgpt-1742288/">https://t3n.de/news/mordanklage-gegen-ki-chatgpt-1742288/</a><p>Im April 2025 erschoss ein Student auf dem Campus der Florida State University zwei Personen und verletzte sechs weitere. Vor der Tat informierte er sich ausführlich mithilfe von ChatGPT, beispielsweise über die passende Munition seiner Mordwaffe.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Dieser Artikel ist noch deutlich länger. Weiterlesen kannst du nur, wenn du bereits Steady-Mitglied bist. Für alle anderen folgt hier eine Paywall. Willst du Paywalls loswerden oder anderen ein Steady-Paket für meine Arbeit schenken, gibt es jetzt ein </em><a href="https://steady.page/plans/862cd549-06bb-4dfb-9adb-623b2568f5cb"><em>preisreduziertes Sommerpaket</em></a><em> – für 3€ im Monat anstatt regulär 4,90€. Allen, die schon per Steady unterstützen: Viel Spaß mit dem restlichen Artikel!</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0f6eecda-a1f8-4330-a602-3ffd3a334a3f/uploads/images/bw54pz7wzx/sommerpaket.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><a href="https://steady.page/plans/862cd549-06bb-4dfb-9adb-623b2568f5cb">https://steady.page/plans/862cd549-06bb-4dfb-9adb-623b2568f5cb</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/0f6eecda-a1f8-4330-a602-3ffd3a334a3f">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/0f6eecda-a1f8-4330-a602-3ffd3a334a3f/uploads/images/lc37f4g2b4/geralt-artificial-intelligence-4389372_1920.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sat, 13 Jun 2026 08:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Verschwörungstheorien folgen einem Drehbuch“ (Interview)]]></title>
      <description><![CDATA[Es gab viel gutes Feedback zum Gespräch mit Ingrid. Danke, dass ihr so fleißig reinghört, kommentiert und geteilt habt!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Es gab viel gutes Feedback zum <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69">Gespräch mit Ingrid</a>. Danke, dass ihr so fleißig reinghört, kommentiert und geteilt habt!</p><a href="https://bsky.app/profile/did:plc:hvhqxfgo7qiy3vtks7wzhwsg/post/3mnfqe5endc2f?ref_src=embed">https://bsky.app/profile/did:plc:hvhqxfgo7qiy3vtks7wzhwsg/post/3mnfqe5endc2f?ref_src=embed</a><p>Wer unsere Podcastfolge noch hören möchte, kann das hier:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69</a><p></p><p>Direkt zur Folge gehts u.a. <a href="https://janskudlarek.podigee.io/31-neue-episode">hier</a> und ebenso hier:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/5IlaWPNEL80YZeVdgePzGi?si=3251d484773d4998">https://open.spotify.com/episode/5IlaWPNEL80YZeVdgePzGi?si=3251d484773d4998</a><hr aria-hidden="true"/><p>Heute geht es in meinem Newsletter um eines meiner Schwerpunktthemen: Verschwörungstheorien bzw. Radikalisierung. Ich möchte dieses Interview mit euch teilen, das ich ursprünglich mit meinem Arbeitgeber geführt habe; wie viele von euch wissen, arbeite ich nicht nur als Autor &amp; Podcaster, sondern ebenso mit einer halben Stelle in der Sozialen Arbeit, wo ich mit meinen Studierenden u.a. Ethik und Politik bespreche. Sich von seiner eigenen Uni interviewen lassen ist nicht unbedingt journalistisch neutral, das stimmt; es ist aber nichtsdestoweniger, denke ich, ein gutes Gespräch geworden. Lasst mich, wie immer, gerne wissen, was ihr denkt!</p><hr aria-hidden="true"/><h2>„Verschwörungstheorien folgen einem Drehbuch“</h2><p><em>Prof. Dr. Jan Skudlarek lehrt u.a. Ethik und Sozialpolitik im Studiengang </em><a href="https://www.medicalschool-berlin.de/bachelor/soziale-arbeit/"><em>Soziale Arbeit</em></a><em>. Als Autor und Redner beschäftigt er sich intensiv mit gesellschaftsphilosophischen Themen. Im Interview spricht er über Verschwörungstheorien, über die Suche nach Wahrheit und darüber, wie Soziale Arbeit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.</em></p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.medicalschool-berlin.de%2Fassets%2Fimages%2F4%2Fmsb-jan-skudlarek-foto-max-g%25C3%25B6decke-web-7f6971dq960hrxd.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=e4820d44dd64a61b10d75b002df44ff0" alt=""/><p><strong>Herr Professor Skudlarek, in Ihrer Dissertation haben Sie untersucht, wie aus Individuen ein „Wir“ entsteht, das gemeinsam etwas beabsichtigt und handelt. Wie passt diese philosophische Sichtweise mit der Sozialen Arbeit zusammen?</strong></p><p>Die Philosophie beschäftigt sich mit abstrakten, aber ebenso mit weltlichen Problemen, etwa mit der Frage: Was ist ein gutes Leben? Wie kann es möglichst für alle gesichert werden? Auch Themen wie Solidarität und Menschenwürde gehören dazu. Grundsätzliche philosophische Fragen lauten: Was ist Glück? Was bedeutet Sinn? Was ist Wahrheit und woran machen wir Freiheit fest? Es geht um echte Probleme und reale Konflikte in unserer Welt. Exakt da findet sich die Schnittstelle zur Sozialen Arbeit. Sozialarbeit setzt an den Bedürfnissen der Menschen an, an ihren grundlegenden Rechten und unseren geteilten Vorstellungen eines gelungenen Lebens. Egal ob Arbeit mit Geflüchteten, Wohnungslosen, Drogenkranken oder Teenagern mit Problemen: Der Sozialarbeiter bzw. die Sozialarbeiterin fragt „Was ist der Konflikt und wie können wir ihn gemeinsam lösen?“</p><p><strong>Seit der Pandemie haben Verschwörungstheorien deutlich an Raum gewonnen. Woran liegt das?</strong></p><p>Menschen wollen die Welt verstehen. Das gilt auch für Verschwörungstheoretiker. Sie wollen verstehen, was da draußen vor sich geht, welche Auswirkungen politische Entscheidungen haben, was wahr und was möglicherweise bedrohend ist. Ein grundlegendes, ein legitimes Bedürfnis. Bei Menschen, die konspirative Erzählungen glauben, verirrt sich das Erkenntnisbedürfnis leider. Erkenntnis heißt für uns Menschen nicht nur faktische Informiertheit, wir sind immerhin keine Roboter. Ganz viel hat mit Gefühlen und Ängsten zu tun. Dadurch, dass unsere Welt und die Wahrheit des Einzelnen immer komplexer werden und schwerer zu durchschauen sind, erleben Narrative, die in Gut und Böse unterscheiden, immer häufiger Zuspruch. In Krisenzeiten haben es Verschwörungstheorien besonders leicht – leider.</p><p><strong>Wie entsteht eine Verschwörungstheorie?</strong></p><p>Verschwörungstheorien sind oft politisch motiviert und folgen einem klaren Drehbuch: Ausgehend von einer angeblichen Bedrohungslage wird ein Kampf analog zu David gegen Goliath skizziert. Egal ob „flache Erde“, Impfverschwörungstheorien oder rassistische Erzählungen wie die „Umvolkung“: Verschwörerische Narrative geben vor, das Böse zu erkennen und zu bekämpfen. Verschwörungstheoretiker ziehen ihren Selbstwert daraus, eine vermeintlich geheime Wahrheit zu erkennen. Oft geht es darum, eine mächtige, geheime Elite zu bekämpfen. Man selbst sieht sich als „einer der Guten“. Die Forschung zeigt: Unter anderem neigen Menschen, die sich bedroht fühlen, dazu, in die Fänge von Menschenfeinden zu geraten. Wer reale Probleme hat, ist leichter aufzuhetzen. Zu einem handfesten Problem wird Verschwörungsdenken dann, wenn die Betroffenen sich durch Feindbilder aufstacheln lassen und sich schrittweise radikalisieren. Genau das wollen radikale Gruppierungen mit ihren Verschwörungstheorien erreichen. Kommt man in einem längeren Prozess mit konspirativ-extremistischen Vorstellungen in Kontakt, heißt das Resultat bei einigen schließlich: Gewaltbereitschaft oder gar tatsächliche Gewalt. Wir sehen das Resultat u.a. in rassistischen Angriffen, in steigenden Gewaltakten gegenüber Medienvertreterinnen (wegen der „Lügenpresse“-Verschwörungstheorien) oder wenn z.B. der Virologe Christian Drosten von Verschwörungstheoretikern vor seinen Kindern auf dem Campingplatz angepöbelt und bedrängt wird.</p><p><strong>Spielen</strong> <strong>Verschwörungstheorien also insbesondere im rechten Spektrum eine Rolle?</strong></p><p>Nicht exklusiv, aber durchaus. Verschwörungstheorien sind ein narratives Vehikel für politische und nicht selten rechtsradikale und rechtsextreme Denkweisen. Insbesondere dort sind sie gleichzeitig Baustein und Instrument – mittlerweile leider bis ins konservativ-bürgerliche Milieu hinein. Ihre Verbreitung findet überwiegend online statt, die sozialen Medien spielen eine große Rolle dabei. Plattformen wie Elon Musks X sind nicht bloß ein Ort, wo Radikalisierungsnarrative toleriert werden – der Algorithmus des Betreibers pusht diese aktiv. Der Betreiber postet sie selbst. So entstehen mediale Orte, an denen kaum noch Differenzierung und Abwägung stattfindet. Laut zu sein ist attraktiv, aggressive, provokante und wütende Beiträge werden oft geteilt und damit steigt die Reichweite. Das Ergebnis sind radikalisierte Echokammern.</p><p><strong>Was kann Soziale Arbeit in diesem Umfeld bewirken?</strong></p><p>Zunächst einmal ist es wichtig, realistische Ansprüche zu haben. Soziale Arbeit ist professionalisierte Hilfe zur Selbsthilfe, sie kann aber nicht allein die Welt retten. Doch Beratung und Unterstützung auf individueller Ebene ist unglaublich viel wert; und genau diese ermöglicht unter anderem die Soziale Arbeit. Es geht darum, Menschen in ihren Bedürfnissen und Konflikten ernst zu nehmen. Speziell beim Thema Verschwörung ist <a href="https://www.veritas-berlin.de/de/online-beratung.html">Veritas</a> eine erfahrene Anlaufstelle in Berlin. Dort kann man sich im persönlichen Gespräch, aber auch anonym online beraten lassen, zum Beispiel, wenn man merkt, dass sich ein Familienmitglied radikalisiert, oder wenn im Arbeitsumfeld plötzlich dubiose Quellen und alternative Fakten geteilt werden. Veritas bildet auch Lehrkräfte und Mitarbeitende in Jugendämtern, in der Schulsozialarbeit und der Polizei weiter. Ganz zentral sind Fragen des Kindeswohls und eine fachliche wie gesellschaftliche Sensibilisierung dafür, ab wann Kinder und Jugendliche in ihrem Wohlergehen durch Radikalisierung gefährdet sind.</p><p><strong>Welchen Wert haben präventive Maßnahmen in diesem Bereich?</strong></p><p>Prävention ist beim Thema Radikalisierung immens wichtig, ebenso wie in vielen anderen Bereichen der Sozialen Arbeit. Was wir durch Soziale Arbeit nicht verhindern, kommt als Boomerang doppelt und dreifach zurück. Einsparungen in Sozialarbeit und Sozialpolitik und in öffentlicher Aufklärung führen dazu, dass gesellschaftliche Probleme sich auf lange Sicht zuspitzen. Deshalb kommt es darauf an, betroffenen Menschen möglichst früh und möglichst offen die Hand zu reichen, Fragen zu stellen und Hilfe anzubieten: im familiären Umfeld, im schulischen Umfeld, aber auch für Menschen jenseits der 60, Menschen, die arbeitslos oder in Rente sind; überall dort, wo ein Umbruch stattfindet, wo ein Rollenverlust entsteht oder ein Vakuum, wo Unsicherheiten eine Rolle spielen, egal ob im jungen oder fortgeschrittenen Alter, da sind Menschen vulnerabel. Schlimmstenfalls führt diese Vulnerabilität dazu, dass Menschen sich auf der Suche nach Halt den Falschen zuwenden – und so radikalisieren. Insofern stehen selbst hinter Radikalisierungsgeschichten oft legitime Bedürfnisse; wie das Bedürfnis, Anschluss zu finden. Teil einer Gruppe zu sein. Im Umkehrschluss ist auch Einsamkeit ein Thema der Sozialen Arbeit. Menschen sozial einzubinden und ihnen Mut zu machen bezüglich der eigenen Ressourcen und der eigenen Lebenslage – das ist eine gute Option. Und die Sozialarbeit kann das leisten.</p><p><strong>Was geben Sie Ihren Studierenden an der MSB mit auf den Weg?</strong></p><p>Soziale Konflikte und psychischer Leidensdruck führen dazu, dass professionelle Hilfe in diversen gesellschaftlichen Bereichen gebraucht wird. Darüber spreche ich mit meinen Studierenden. Sie lernen, Orte und Räume für Menschen zu schaffen. Ich vermittle ihnen aber auch: Große Probleme brauchen große Lösungen. Wir reden über gesellschaftliche Großkonflikte und begeben uns gemeinsam auf Lösungssuche. Klar ist, dass gesellschaftliche Probleme und Konflikte systemisch angegangen werden müssen – dass aber die tägliche Arbeit im Kleinen dazu beiträgt, Besserung im Großen zu erreichen. Wichtig ist es, Konflikte erstmal zu sehen. Ihre Ursachen zu verstehen. Anschließend kann man gemeinsam auf Lösungssuche gehen, mit dem Klienten oder der Klientin. Ob unsere Studierenden später im schulischen Umfeld, in der politischen Bildung, in Einrichtungen für Drogenkranke, in der Flüchtlingshilfe, in der Altenhilfe oder in einem Jugendhaus arbeiten (oder in den vielen weiteren Bereichen der Sozialen Arbeit): Das Studium an der MSB bereitet sie hervorragend darauf vor.</p><p><strong>Vielen Dank für das Gespräch, Herr Skudlarek.</strong></p><p></p><p><em>Dieses Gespräch entstand für die MSB Berlin (Medical School Berlin).</em></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 13:35:15 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #31: Feindbild Frau. Mit Ingrid Brodnig]]></title>
      <description><![CDATA[Mit Autorin Ingrid Brodnig spreche ich über männliche und weibliche Beleidigungen, über Hass im Internet und jene Hasswellen, die Frauen zum Schweigen bringen sollen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69/uploads/images/5mgymp3vcu/Folie1.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Foto: © Gianmaria Gava</em></p><p>Nachdem es letztes Mal u.a. um <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed">fragile Männlichkeit</a> ging, schließe ich direkt passend an mit dem Thema: <a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/">Feindbild Frau</a>! Mit Autorin Ingrid Brodnig, die soeben <a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/">ein Buch zum Thema</a> veröffentlicht hat, spreche ich über männliche und weibliche Beleidigungen, Hass im Internet und insbesondere jene Hasswellen, die ganz spezifisch Frauen zum Schweigen bringen sollen. Nicht selten sind die Täter Männer, weswegen wir auch männliche Privilegien und den Männerüberhang beim Online-Hass thematisieren. Wir diskutieren Misogynie als gesellschaftlichen Mechanismus, der Frauen am Platz halten soll. Es geht um Pick-Me-Girls, um „<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/ard-wehrt-sich-gegen-kritik-an-literatursendung-106.html">Geschnatter in der Damentoilette</a>“, um toxische Gerechtigkeitstheorie und Fuckability, um Ulmen und #notallmen. Ihr erfahrt meine Lieblingsszene im Film „Brügge sehen… und sterben?“ – und ebenso was uns an Elon Musk am allermeisten nervt. Tipps für mehr Sicherheit, Resilienz und persönliches Empowerment gibt es ebenfalls. Wir finden: Es sind Zeiten, in denen man sich gut und gerne als „radicalized by basic human decency“ verstehen kann. Danke für dieses entradikalisierende Gespräch, Ingrid!</p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69/uploads/images/mveszp6xj4/3_Brodnig_2026_Gianmaria_Gava.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto: © Gianmaria Gava</p><p><strong>Ingrid Brodnig </strong>ist Expertin für die gesellschaftlichen Auswirkungen von Digitalisierung und Debattenkultur. Die Autorin und Journalistin hält Vorträge und Workshops und gibt Tipps, wie man auf Phänomene wie Hassrede oder Desinformation reagieren kann. Zuletzt erschien ihre <strong>Bestseller</strong> „<a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/einspruch/">Einspruch! Fake News und Verschwörungsmythen kontern</a>“ sowie „<a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/wider-die-verrohung/">Wider die Verrohung. Über die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten</a>“. Für ihre Arbeit erhielt Ingrid Brodnig zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bruno-Kreisky-Sonderpreis für das politische Buch.</p><a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/">https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/</a><p></p><p>Ihr findet Ingrid auf <a href="https://www.instagram.com/brodnig/?hl=de">Instagram</a> und auf <a href="https://bsky.app/profile/brodnig.bsky.social">Bluesky</a>, ebenso auf <a href="https://steady.page/de/brodnig/about">Steady</a>. Ihre Homepage ist <a href="http://www.brodnig.org/">www.brodnig.org</a>, eine lesenswerte Kolumne gibts <a href="https://www.derstandard.at/diskurs/kolumnen/brodnig">im Standard</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h2><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Hier gehts zum Gespräch:</mark></strong></h2><a href="https://janskudlarek.podigee.io/31-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/31-neue-episode</a><p><strong>Wie üblich auch auf Spotify:</strong></p><a href="https://open.spotify.com/episode/5IlaWPNEL80YZeVdgePzGi?si=cb89345e19054b29">https://open.spotify.com/episode/5IlaWPNEL80YZeVdgePzGi?si=cb89345e19054b29</a><p><strong>Und auf Apple Podcasts:</strong></p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/nicht-noch-ein-politik-podcast/id1732913415">https://podcasts.apple.com/us/podcast/nicht-noch-ein-politik-podcast/id1732913415</a><hr aria-hidden="true"/><p>Falls euch das Gespräch mit Ingrid interessiert, interessieren euch vielleicht auch meine Artikel:</p><ul><li><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67">Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (Teil 1)</a></p></li><li><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/85e8b20e-0420-4d45-b6fc-7cd3d4e57b75">Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (Teil 2)</a></p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Wir freuen uns, wenn ihr unser Gespräch in den Sozialen Netzwerken teilt! Schreibt uns auch gern Kommentare, Rückmeldungen, Gedanken, Ideen, Feedback. 🙂</strong></p><p><strong>Wer Gespräche wie dieses in der Entstehung unterstützen will, kann dies per </strong><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><strong>Steady</strong></a><strong> oder per </strong><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><strong>Kaffeekasse</strong></a><strong>. Danke &lt;3</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">supporten</a></p><p>Für alle, die per Steady-Abo supporten, gab es den Podcast wie üblich vorab zu hören. ⬇️</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/41b3cfec-9852-432d-97fd-c512a7e4eb69">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 25 May 2026 14:46:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (Teil 2)]]></title>
      <description><![CDATA[Im heutigen Artikel „zoome” ich ein wenig heraus und mache mir Gedanken zu der Rolle von NGOs im Kontext digitaler Gewalt und ebenso, was wir konkret tun können, um [...]]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/85e8b20e-0420-4d45-b6fc-7cd3d4e57b75/uploads/images/4ee5h2ta7s/viarami-violence-against-women-5283608_1920.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Wie angekündigt folgt nun Teil 2 von </em>„<em>Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen</em>“<em>. Den ersten Teil der Artikel-Reihe </em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67"><em>findet ihr hier</em></a><em>.</em></p><h2>Rückblick</h2><p>Bevor es weitergeht ein kleiner Rückblick. Im vorangegangenen Artikel hat mich vor allem beschäftigt, welche Erkenntnisse wir aus der Ulmen-Debatte mitnehmen. Im Kern waren es zwei:</p><ol><li><p><strong>Starke Frauen haben es besonders schwer im Patriarchat.</strong></p></li><li><p><strong>Rechte Influencer tun alles, um Debatten zu kapern (und Opfer zu instrumentalisieren).</strong></p></li></ol><p>Im heutigen Artikel „zoome” ich ein wenig heraus und mache mir Gedanken zu der Rolle von NGOs im Kontext digitaler Gewalt und ebenso, was wir konkret tun können, um diesebezüglich die gesellschaftliche Diskussion zu verbessern. Im Anschluss gibt es also ein paar Handlungsempfehlungen und konstruktive Vorschläge.</p><p></p><h2>Update</h2><p>In der Auseinandersetzung Ulmen-Fernandes hat es einige Neuigkeiten gegeben. Vor allem ist Christian Ulmen (bzw. seine Anwälte) in der juristischen Auseinandersetzung gegen den Spiegel insofern weitgehend gescheitert, als dass der Spiegel, aus gerichtlicher Sicht, durchaus über einen großen Teil der Vorwürfe von Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes berichten durfte (eine Verdachtsberichterstattung ist laut Gericht zulässig):</p><a href="https://www.zdfheute.de/panorama/ulmen-rechtsstreit-niederlage-gericht-spiegel-collien-fernandes-100.html">https://www.zdfheute.de/panorama/ulmen-rechtsstreit-niederlage-gericht-spiegel-collien-fernandes-100.html</a><p>Ein zentraler Streitpunkt war der Vorwurf, Christian Ulmen habe Deepfake-Videos von Collien Fernandes verschickt. Dies stritt er bzw. seine Anwälte ab („Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet”):</p><a href="https://www.zdfheute.de/panorama/ulmen-fernandes-deepfake-vorwurf-reaktion-100.html">https://www.zdfheute.de/panorama/ulmen-fernandes-deepfake-vorwurf-reaktion-100.html</a><p>Das Landgericht Hamburg entschied jedoch, auch über diese Vorwürfe zu berichten sei legitim. Der Spiegel selbst schreibt: „Collien Fernandes beschuldigt Christian Ulmen, sie »<a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29">virtuell vergewaltigt</a>« zu haben. Der SPIEGEL enthüllte den Fall, Ulmen ging dagegen vor. Nun hat das Landgericht Hamburg entschieden: Über die Vorwürfe zu berichten, war rechtmäßig und angemessen.”</p><a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fall-collien-fernandes-christian-ulmen-scheitert-vor-gericht-spiegel-bericht-bleibt-praktisch-unangetastet-a-29ed994a-d092-49d5-8a9b-afe135fceeb5">https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fall-collien-fernandes-christian-ulmen-scheitert-vor-gericht-spiegel-bericht-bleibt-praktisch-unangetastet-a-29ed994a-d092-49d5-8a9b-afe135fceeb5</a><p></p><p>Ich habe zur Einordnung der Vorgänge Autorin <a href="https://kracher.press/">Veronika Kracher</a> angefragt. Sie ist Expertin für <a href="https://www.verbrecherverlag.de/shop/bitch-hunt-warum-wir-es-lieben-frauen-zu-hassen/">Antifeminismus und Internet-Hasskampagnen</a> und sieht in der Deepfake-Diskussion vor allem eine taktische Delegitimierungsstrategie:</p><blockquote><p>„Was wir gerade sowohl an der Strategie von Ulmens Anwaltsteam – das auch andere mutmaßliche Täter wie Luke Mockridge oder Till Lindemann betreut – in der von antifeministischen AkteurInnen geführten Debatte um Fernandes beobachten können, ist jenes misogyne Playbook, das Johnny Depp und sein Team 2022 im Prozess gegen Depps Ex-Frau Amber Heard etabliert haben. Dass sich Ulmens Team darauf fokussiert, dass der „Spiegel“ in seiner Berichterstattung von „Deepfakes“ geschrieben habe (damals war laut Fernandes noch nicht vollständig bekannt, dass es sich bei dem von Ulmen verschickten Materials nicht um KI generierte Deepfakes handelte, sondern u.A. um pornografische Fotos und Videos von ihr ähnelnden Frauen, von denen Ulmen behauptete es sei Fernandes) hat folgende Funktionen: erstens soll es darum gehen, den Fokus auf dieses Detail zu lenken, um die komplette Analyse des „Spiegel“, und somit die Aussagen von Fernandes zu delegitimieren: „Wenn dieses Detail nicht stimmt, kann dann der Rest stimmen?“. Die Debatte soll so von dem eigentlichen Gegenstand – Ulmens jahrelanger digitaler Ermächtigung über den Körper und die Identität seiner Ex-Frau – verschoben werden hin zu deren Glaubwürdigkeit.<br/>Diese Strategie nennt sich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DARVO">DARVO</a> - „Deny, Attack, Reverse Victim and Offender”, und ist fester Bestandteil sowohl im Repertoire von gewaltvollen Partner*innen, als auch im rechten Kulturkampf. Es geht darum, das Opfer zu diffamieren, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen und das Narrativ bestimmen zu können.”</p></blockquote><p>Indem die Aufmerksamkeit auf Nebenschauplätze gerichtet wird, soll die grundsätzliche Glaubwürdigkeit des Opfers – in diesem Fall Collien Fernandes – in Zweifel gezogen werden.</p><p>Collien Fernandes selbst wiederum berichtet von einer nicht abreißenden Welle von Hassmails, für die sie eine Teilverantwortung bei Christian Ulmen sieht. Fernandes, die momentan für „Das Traumschiff“ auf Drehreise ist, sagte <a href="https://www.stern.de/lifestyle/collien-fernandes-im-gespraech---gerade-sehe-ich-wenig-licht--37382150.html">im Stern-Interview</a> (Titel „Ich weiß nicht, ob ich einer Frau heute sagen würde: Zeig ihn an!“):</p><blockquote><p>„Ich war vor zwei Tagen mal wieder auf Facebook. Da schreiben Leute über mich, dass ich hoffentlich „den Küblböck mache“, wenn ich jetzt schon auf dem Schiff sei. Oder: „Ich hoffe, dass die da runterfällt.“ Solche Hasskommentare kamen erst, als von der Gegenseite Falschbehauptungen kolportiert wurden und Statements, die ganz bewusst missverständlich formuliert waren.”</p></blockquote><p>Gegen Vorwürfe, sie hätte Christian Ulmen nicht anzeigen sollen aus Rücksicht auf die gemeinsame Tochter, wehrt sie sich:</p><blockquote><p>„Natürlich ist es wahnsinnig schwierig, den Vater des eigenen Kindes anzuzeigen, deshalb entscheiden sich ja auch viele Frauen dagegen. Und natürlich habe ich lange darüber nachgedacht. Aber was wäre das für ein Signal an meine Tochter gewesen, hätte ich es nicht getan?”</p></blockquote><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Wer NGOs angreift, greift uns alle an</strong></h2><p>Im <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67">ersten Teil dieser Artikel-Reihe</a> haben wir gesehen, dass rechte Akteure nicht bloß Opfer angreifen, sondern ebenso jene Organisationen, die ihnen helfen. Insofern ist der NGO-Hass rechter Akteure einen weiteren Blick wert. Gerade weil er die typischen <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/ministerpraesident-guenther-setzt-sich-gerichtlich-gegen-nius-durch,guenther-286.html">Siff-Ecken des Internets</a> transzendiert und längst als <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-anfrage-organisationen-102.html">konservativer Programmpunkt</a> in der Mainstream-Politik angekommen ist. Erinnern wir uns an die Bundestagsanfrage „<a href="https://dip.bundestag.de/vorgang/politische-neutralit%C3%A4t-staatlich-gef%C3%B6rderter-organisationen/320473">Politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen</a>“ der Unionsfraktion, die vor Anfang 2025 mit 551 Fragen zu 14 NGOs gezielt deren Glaubwürdigkeit torpedieren sollte (u.a. Omas gegen Rechts, Greenpeace oder Correctiv). Oder ganz aktuell, wie Familienministerin Karin Prien (CDU) das Förderprogramm <a href="https://www.rbb-online.de/rbbkultur-magazin/archiv/20260425_1830/demokratie-leben-programm-neuausrichtung-gegen-extremismus-staerkung-vielfalt-toleranz-karin-prien-familienministerin-politik.html">„Demokratie leben“</a>, das u.a. Extremismusprävention fördert, <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/die-ankundigung-hat-mich-geschockt-einschnitte-bei-demokratie-leben--das-sagen-die-betroffenen-15405345.html">gezielt umgestalten</a> möchte (manche sagen: demolieren). Zahlreiche Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, HateAid oder die Bildungsstätte Anne Frank könnten so in Zukunft ihre Arbeit nicht wie gewohnt ausführen.</p><p>Meron Mendel, Direktor Bildungsstätte Anne Frank, sagt hierzu <a href="https://www.rbb-online.de/rbbkultur-magazin/archiv/20260425_1830/demokratie-leben-programm-neuausrichtung-gegen-extremismus-staerkung-vielfalt-toleranz-karin-prien-familienministerin-politik.html">gegenüber dem RBB</a>:</p><blockquote><p><a href="https://www.rbb-online.de/rbbkultur-magazin/archiv/20260425_1830/demokratie-leben-programm-neuausrichtung-gegen-extremismus-staerkung-vielfalt-toleranz-karin-prien-familienministerin-politik.html">„</a>Wir sehen gerade eine Kultur des Misstrauens, die geschürt wird. Es werden Überprüfungen gemacht, es werden schriftliche Bewilligungen zurückgenommen. Ich frage mich, was dahintersteckt? Ist die Zivilgesellschaft der Feind der Regierung?”</p></blockquote><p>Die Beratungsstelle und <a href="https://hateaid.org/in-eigener-sache-konstruierte-verschwoerungserzaehlungen-ueber-hateaid/">Hilfsorganisation HateAid</a> war es übrigens, die Fall Collien Fernandes half, sich gegen Beleidigungen und Bedrohungen zu wehren – und die auch mir persönlich schon in der Vergangenheit geholfen hat, z.B. durch Übernahme von juristischen Prozesskosten in Fällen von Beleidigungen und Bedrohungen. Was Kanzler Merz als „<a href="https://x.com/_FriedrichMerz/status/1884620528763146669">Werkzeug einer radikalen Minderheit</a>“ bezeichnet, sind in Wahrheit oft die Säulen der Zivilgesellschaft, welche nicht selten Artikel 1 Absatz 1 des deutschen Grundgesetzes (GG) insbesondere dort schützen, wo der Staat selbst zuständig wäre, allerdings seiner Pflicht nicht gerecht wird und geradezu versagt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“</p><p></p><p><strong>Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (3):</strong></p><p><strong>Wer NGOs angreift, greift uns alle an.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Handlungsempfehlungen und konstruktive Vorschläge</h2><p>Im Folgenden möchte ich ein paar praktische Schlüsse aus der Ulmen-Debatte ziehen und überlegen, wie wir zukünftig konstruktiver mit Fällen digitaler Gewalt umgehen können. Zusammengenommen lässt sich aus den drei Lehren (Lehre 1 und 2 <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67">im ersten Artikel</a>, Lehre 3 oben) Folgendes für die Zukunft ableiten:</p><p><strong>Begegnet Frauen wohlwollend!</strong></p><p>Erstens: Unterstützt Frauen, wenn sie von Grenzüberschreitungen berichten, und sei es zunächst ganz banal: mit Aufmerksamkeit. Egal, ob sie reich sind, Follower haben, Medienprofis sind – oder nicht. Hört ihnen zu. Begegnet ihnen wohlwollend. Unterstellt ihnen Glaubwürdigkeit. In einer Gesellschaft voller <a href="https://www.kiwi-verlag.de/buch/aladin-el-mafaalani-misstrauensgemeinschaften-9783462014570">Misstrauensgemeinschaften</a> ist Vertrauen keine Selbstverständlichkeit, aber: Die wenigsten Menschen inszenieren sich in der Öffentlichkeit als Missbrauchsopfer, nur um jemanden zu diffamieren und in der Reputation zu schaden. Die wenigen Fälle, wo dies doch so oder so ähnlich vorgefallen ist – Stichwort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kachelmann-Prozess">Kachelmann</a> – sind statistisch gesehen die Ausnahme, nicht die Regel. Jörg Kachelmann selbst <a href="https://bsky.app/profile/realkachelmann.bsky.social/post/3mhl4p24pdc2b">schreibt</a> dazu auf Bluesky:</p><blockquote><p>„Für mich ist es bestürzend, so oft meinen Namen unter Postings zu <a href="https://bsky.app/hashtag/Ulmen">#Ulmen</a> zu lesen und gegen meinen Willen als lebender Beleg dafür herzuhalten, dass es Falschbeschuldigungen gibt. Ich lehne das ab und fordere Sie dazu auf, allen Frauen mit Respekt zu begegnen, die sexualisierte und andere Gewalt anzeigen. Es ist zwar für mich einerseits positiv, dass bei vielen Menschen angekommen ist, dass ich Opfer einer Falschbeschuldigung wurde. Dass ich aber dadurch grundsätzlich und in jedem Fall zu einem argumentativen Hindernis gemacht werden soll, wenn Frauen Gewalterfahrungen anzeigen und diese unter einen Generalverdacht gestellt werden, dass es „womöglich wie beim Kachelmann&quot; war, ist abseitig und falsch. Meine Solidarität gilt immer den Opfern, wo sie auch immer sind. Was mir passiert ist, lässt sich nicht verallgemeinern. Lassen Sie mich raus.“</p></blockquote><p> </p><p><strong>Erkennt rechte Kampagnen und haltet dagegen!</strong></p><p>Zweitens: Bereitet euch auf rechte Kampagnenarbeit vor. Haltet dagegen, durchschaut sie, lasst euch nicht manipulieren von rechter Propaganda! Wird online eine Welle Hass über jemandem ausgekübelt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass dieser Hass – insbesondere bei politischen Themen wie Feminismus, Rollenbilder, Gerechtigkeit – künstlich von Akteuren der rechten Szene angestachelt und aufrechterhalten wird. Shitstorms entwickeln sich nicht „organisch“, sie werden gemacht (Stichwort „<a href="https://uebermedien.de/84671/wie-und-warum-schueren-medien-angst-vor-dem-geplanten-heizungsgesetz/">Heizungsgesetz</a>”). Wachsam zu bleiben, sich nicht emotionalisieren und manipulieren lassen, sich nicht vor den politischen Karren spannen zu lassen – das ist die Aufgabe mündiger Internetnutzer; und bei Shitstorms gegen Frauen insbesondere die Aufgabe der Männer.</p><p>Ist die rechte Kampagne als solche erkannt, benennt sie öffentlich als solche! Weist andere darauf hin, und sprecht den betroffenen öffentlich eure Solidarität aus. Jeder Ausdruck des Beistands und der Solidarität hilft; indem er andere inspiriert, sich ähnlich zu verhalten (oder zumindest die Hemmungen vergrößert, sich dem Online-Lynchmob anzuschließen).   </p><p> </p><p><strong>Unterstützt gute Politik &amp; NGOs!</strong></p><p>Drittens: Unterstützt Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in ihrer Arbeit. Engagiert euch zivilgesellschaftlich, wenn möglich. Wer sich nicht selbst engagieren kann oder möchte: Spendet Geld an Vereine und Nichtregierungsorganisationen, die eurer Meinung nach wichtige Anliegen bearbeiten. Supportet Organisationen, die Opfern helfen. Schließt euch jenen an, die das gesellschaftliche Klima nicht anheizen, sondern normalisieren wollen.</p><p>Und politisch gesehen: Stellt euch einer Politik entgegen, welche die Säulen der Zivilgesellschaft angreift und somit dem Extremismus leichtes Spiel macht. Typischerweise kommt diese Politik von der AfD (und deren Propaganda-Helfernetzwerken), <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/karin-prien-cdu-weist-kritik-an-reform-von-demokratie-leben-zurueck-a-2664bec5-6ea4-4f59-8057-a475db0ed990">immer häufiger jedoch auch von der CDU</a> (die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl spricht von einem „<a href="https://www.suhrkamp.de/buch/natascha-strobl-radikalisierter-konservatismus-t-9783518127827">Radikalisierten Konservatismus</a>“) und, besonders tragisch, <a href="https://www.stern.de/news/merz-verteidigt-streichung-von-mitteln-fuer-demokratiefoerderung-37254944.html">vom Bundeskanzler selbst</a>. Fordert ein, was euer gutes Recht ist in der Demokratie: Eine würdevolle Repräsentation durch eure Repräsentanten. Eine Politik, die sich für <em>alle</em> engagiert, nicht nur für einige wenige. Und einen Bundeskanzler, der Teil Lösung ist – und nicht Teil des Problems.</p><p></p><p></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>Ähnliches Thema, andere Richtung: Immer öfter wird KI genutzt, um Menschen per falscher Prominentenwerbung in eine Betrugsmasche zu locken. Besonders Eckart von Hirschhausen macht als Betroffener aufmerksam auf Fake-Werbung und die dahinterstehenden mafiösen Strukturen:</p><a href="https://www.zeit.de/digital/internet/2026-05/eckart-von-hirschhausen-deepfakes-ard-dokumentation?freebie=354a5809">https://www.zeit.de/digital/internet/2026-05/eckart-von-hirschhausen-deepfakes-ard-dokumentation?freebie=354a5809</a><p>Insgesamt eine m. E. sehenswerte Doku zum Deepfake-Betrug, dem immer mehr Prominente bzw. deren Fans zum Opfer fallen: „Eckart von Hirschhausen deckt die Deepfake-Mafia auf – organisierter Online-Betrug, ein globales Netz, das mit Daten und Vertrauen spielt. Mit täuschend echten KI-Videos, gezielter Datenauswertung und bedrängenden Anrufen werden Menschen manipuliert und unter Druck gesetzt. Die investigative Doku zeigt, wie skrupellos das System arbeitet, warum Täter schwer zu fassen sind, und wie persönliche Daten zum Geschäftsmodell werden. Ein eindringlicher Film über Macht, Missbrauch und Schutz im digitalen Zeitalter. Eckart von Hirschhausen deckt ein globales Netzwerk auf, das gezielt mit Ängsten, Gesundheit und Vertrauen spielt.”</p><a href="https://www.ardmediathek.de/video/hirschhausen/hirschhausen-und-die-deepfake-mafia/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNWQzZjlhZjYtNTViOS00ODIyLThlNTUtM2ZjOGQyYzRmNWNk">https://www.ardmediathek.de/video/hirschhausen/hirschhausen-und-die-deepfake-mafia/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNWQzZjlhZjYtNTViOS00ODIyLThlNTUtM2ZjOGQyYzRmNWNk</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>Falls ihr noch nicht reingehört habt, empfehle ich euch meine Podcastfolge mit Psychologin Lisa Hoffmann und Sexualpädagogin Madita Oeming:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed</a><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>Anderes Thema, aber vielleicht auch interessant: Im Podcast Haken Dran sprechen Gavin Karlmeier und ich über die <a href="https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1174610">Signal-Phishing-Angriffe</a>, über Screenshot-Ansammlungen, über Terminator und Datenschutz, Instagram und Datingapps. Danke für das kurzweilige Gespräch, Gavin! Die Folge ist als <a href="https://hakendran.podigee.io/569-screenshots-gegen-die-apokalypse-mit-jan-skudlarek"><strong>Screenshots gegen die Apokalypse</strong></a> jetzt überall zu streamen, wo es <a href="https://open.spotify.com/episode/2q1832Ll3FD1JxuiUQu8wO?si=68811c88eadb4a24"><strong>Podcasts</strong></a> gibt.</p><a href="https://hakendran.podigee.io/569-screenshots-gegen-die-apokalypse-mit-jan-skudlarek">https://hakendran.podigee.io/569-screenshots-gegen-die-apokalypse-mit-jan-skudlarek</a><p>Auch mit Video auf YouTube:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=7g95554WmEI">https://www.youtube.com/watch?v=7g95554WmEI</a><p></p><p></p><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Dir hat dieser Artikel gefallen?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Als Crowdfunding-Publikation ist mein Blog auf euren Support angewiesen, jeder Euro </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">in die Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> und jedes </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Steady-Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> zahlen mir einen kleinen Mindestlohn. Du kannst meine Arbeit komplett ohne Geld unterstützen, </mark><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">indem du diesen Artikel teilst!</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> 🫶</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/85e8b20e-0420-4d45-b6fc-7cd3d4e57b75/uploads/images/4ee5h2ta7s/viarami-violence-against-women-5283608_1920.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Tue, 12 May 2026 10:51:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Intermezzo #1: Ein Jahr Merz. 🎂 Mit Marcel Lewandowsky]]></title>
      <description><![CDATA[Mein Podcast „Nicht noch ein Politik-Podcast” erscheint, wie ihr vielleicht wisst, monatlich als Langformat. Das hat den Vorteil, dass ich mir wirklich viel Zeit für…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Intermezzo #1: Ein Jahr Merz. 🎂 Über Wehleidigkeit, Technokratie und politische Ehekrisen. Mit Marcel Lewandowsky</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b/uploads/images/n2qj7dxpho/Folie1.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mein Podcast „<a href="https://janskudlarek.podigee.io/">Nicht noch ein Politik-Podcast</a>” erscheint, wie ihr vielleicht wisst, monatlich als Langformat. Das hat den Vorteil, dass ich mir wirklich viel Zeit für meine Themen und vor allem für meine Gäste nehmen kann, meist neunzig Minuten oder mehr. Es hat allerdings den Nachteil, dass ich Monate vorausplane und viel vorbereite, oft vorab ganze Bücher lese (allen voran die meiner Gäste); und dadurch etwas weniger spontan bin und weniger in der Lage, „mal schnell etwas” aufzunehmen. Um diese Lücke zu schließen, habe ich mir das Podcast-Format „Intermezzo” ausgedacht, das ab und an ergänzend zum regulären Podcast erscheinen wird – als Kurzformat. So kann ich schnell auf das Tagesgeschehen reagieren, aktuellere Themen miteinbeziehen oder einfach mal spontan eine Sonderfolge aufnehmen!</p><p>Als Intermezzo #1 habe ich ein Gespräch mit <a href="https://regierungslehre.politik.uni-halle.de/team/lewandowsky/">Marcel Lewandowsky</a> aufgenommen, Professor für Regierungslehre und Policyforschung an der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin-Luther-Universit%C3%A4t_Halle-Wittenberg">Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg</a>. Seine Schwerpunkte sind Demokratie, Parteienforschung, Populismus und Extremismus. Zuletzt erschienen von ihm „<a href="https://www.chbeck.de/lewandowsky-globale-rechte/product/37976540">Die globale Rechte</a>“ (2025, C.H. Beck Wissen) und „<a href="https://www.kiwi-verlag.de/buch/marcel-lewandowsky-was-populisten-wollen-9783462006728">Was Populisten wollen</a>“ (2024, Kiepenheuer &amp; Witsch).</p><p><strong>Ein Jahr Merz? Zeit für ein Zwischenfazit!</strong></p><p>Gemeinsam mit Marcel blicke ich zurück auf ein Jahr Merz-Regierung – so lange haben wir schon die „neue” Regierung. Friedrich Merz (CDU) wurde am 6. Mai 2025 als neuer Bundeskanzler vereidigt, nachdem er zuvor im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler gewählt wurde.</p><p>Wir reden über eine nicht halbierte AfD, über das Fehlen „großer Würfe” und eine Bundesregierung, die von vielen als kühl, kalt und technokratisch empfunden wird. Es geht um die Ehekrise zwischen CDU und SPD, um Emotionen in der Politik und die Frage, wie wehleidig man als Regierungschef sein darf. Was das Ganze mit Vertrauen zu tun hat und was Friedrich Merz mit dem Wal verbindet, erfahrt ihr ebenfalls!</p><p>Danke für den spontanen Talk, lieber <a href="https://bsky.app/profile/mlewandowsky.bsky.social">Marcel</a>! Viel Spaß euch allen mit dem „Intermerzo”!</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">supporten</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Prof. Dr. <strong>Marcel Lewandowsky</strong> ist Politikwissenschaftler und Professor für Regierungslehre und Policyforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zuvor war er unter anderem an der University of Florida, der Universität Greifswald und der Universität der Bundeswehr Hamburg tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Demokratie, Parteien und Populismus. Zuletzt erschienen von ihm „Die globale Rechte“ (2025, C.H. Beck Wissen) und „Was Populisten wollen“ (2024, Kiepenheuer &amp; Witsch).</p><a href="https://open.spotify.com/episode/1UrrJLGCbkd1wSGiJJWoKe?si=b41953823f6b4174">https://open.spotify.com/episode/1UrrJLGCbkd1wSGiJJWoKe?si=b41953823f6b4174</a><p></p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b">Auf Steady anhören</a></p><p></p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/31-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/31-neue-episode</a><p></p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/intermezzo-1-ein-jahr-merz-mit-marcel-lewandowsky/id1732913415?i=1000766225159">https://podcasts.apple.com/us/podcast/intermezzo-1-ein-jahr-merz-mit-marcel-lewandowsky/id1732913415?i=1000766225159</a><p>Foto: Anna Kolata/Universität Halle.</p><a href="https://www.chbeck.de/lewandowsky-globale-rechte/product/37976540">https://www.chbeck.de/lewandowsky-globale-rechte/product/37976540</a><a href="https://www.threads.com/@toscha421/post/DX7JRVbDKl7"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b/uploads/images/rm6yh5rwqs/wal.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b/uploads/images/w3hd45qqyw/1000020162.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><a href="https://www.threads.com/@mondschaf23/post/DX2KhBQjRWS"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2eb0dd35-5a90-44b7-8b76-442542f3318b/uploads/images/4pvbz6mecd/Zwischenablage_05-05-2026_01.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><hr aria-hidden="true"/><p>Ich zitiere im Podcast mehrfach aus „<a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/bundesregierung-distanziert-emotionen-kalt-gefuehle?freebie=be9c08ba">Die kühlste Regierung aller Zeiten</a>”:</p><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/bundesregierung-distanziert-emotionen-kalt-gefuehle?freebie=be9c08ba">https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/bundesregierung-distanziert-emotionen-kalt-gefuehle?freebie=be9c08ba</a><hr aria-hidden="true"/><p>Schon gelesen? Mein Artikel:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67</a>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 05 May 2026 12:18:30 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (Teil 1)]]></title>
      <description><![CDATA[Ich möchte besprechen, was wir aus der Ulmen-Debatte lernen. Was wir mitnehmen. Und wie wir gestärkt, gerüstet und besser vorbereitet in ähnlich gelagerte Konflikte [...]]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67/uploads/images/h2mnznvhev/viarami-violence-against-women-5283608_1920.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der Skandal um Christian Ulmen ist in der deutschen Medienlandschaft eingeschlagen wie ein Meteorit. Was als <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29">Spiegel-Recherche</a> zu Missbrauchsvorwürfen zwischen zwei Eheleuten begann, wuchs schnell an zu einer bundesweiten Debatte über Digitale Gewalt, die tausende Menschen zu Demonstrationen auf die Straße trieb, die Bundespolitik beschäftigte und die Kommentarspalten überlaufen ließ. Während es zu früh ist, die Causa Ulmen abschließend zu resümieren und den langfristigen <em>Deep Impact</em> dieses medialen Meteoriteneinschlages einzuschätzen, lassen sich schon jetzt, knapp einen Monat später, zentrale Erkenntnisse aus der Debatte ziehen.</p><p>Ich möchte besprechen, was wir aus der Ulmen-Debatte lernen. Was wir mitnehmen. Und wie wir gestärkt, gerüstet und besser vorbereitet in ähnlich gelagerte Gesellschaftskonflikte gehen, die uns ohne Zweifel zukünftig erwarten.</p><p>Vielleicht eher, als man denkt: Anfang April wurde öffentlich, dass sexualisierte Deepfake-Inhalte einer CDU-Kollegin ohne deren Wissen <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/deepfake-video-cdu-landtagsfraktion-entlaesst-mitarbeiter,cdu-472.html">in einer CDU-Chatgruppe</a> kursierten, <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/das-deepfake-und-die-cdu-was-bisher-ueber-die-affaere-bekannt-ist,cdu-482.html">ein Mitarbeiter wurde entlassen</a>. Die berufliche Whatsapp-Gruppe hieß angeblich – aufgepasst, Premium-Humor – „<a href="https://taz.de/Deepfake-Affaere-in-der-CDU-Niedersachsen/!6169112/">MitGLIEDER</a>“ und hatte einen erigierten Elefantenpenis als Profilbild.</p><p>Weil es immer wieder ähnliche Fälle gibt, arbeitet man bundesweit sowie lokal an Möglichkeiten des besseren Umgangs; erst diese Woche hat die schwarz-grüne Regierung in Schleswig-Holstein ein Maßnahmenpaket gegen sexualisierte Gewalt, Deepfakes und Cyberstalking auf den Weg gebracht:</p><a href="https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/sexualisierte-gewalt-so-will-schleswig-holstein-frauen-schuetzen,massnahmenpaket-100.html">https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/sexualisierte-gewalt-so-will-schleswig-holstein-frauen-schuetzen,massnahmenpaket-100.html</a><p> </p><h2><strong>Starke Frauen haben es besonders schwer im Patriarchat</strong></h2><p>Bei der Analyse der Ulmen-Kontroverse sind da zunächst die zwei offensichtlichen Protagonisten: Collien Fernandes und Christian Ulmen. Da wenig bekannt ist über die Sichtweise von Christian Ulmen und er lediglich über Anwälte kommuniziert, bleibt vor allem Collien Fernandes selbst. Nach monatelanger Zusammenarbeit mit dem Spiegel trat sie an die Öffentlichkeit, um selbstbestimmt ihre Seite der Geschichte zu erzählen. Es geht um Vorwürfe des Identitätsdiebstahl, um angeblich in ihrem Namen missbräuchlich versendete Pornografie, physische sowie digitale Gewalt, Demütigung und Vertrauensbrüche; aber auch um Gesetzeslücken und die Frage nach rechtlicher sowie moralischer Verantwortung (und Strafe).</p><p>Schnell fiel auf: Die Reaktionen auf diese Enthüllungen waren unterschiedlich, meist nach Geschlecht.</p><p>Während insbesondere viele Frauen – und auch einige Männer – auf Fernandes‘ Enthüllungen mit Verständnis und Anteilnahme reagierten, war auch das Gegenteil der Fall. Ein meist männlicher Teil der medialen Öffentlichkeit reagierte mit Skepsis, „<a href="https://taz.de/Recht-gegen-Gefuehl/!6165373/">Unschuldsvermutung</a>“, Einzelfall, Stirnrunzeln. Comedian <a href="https://www.n-tv.de/leute/Oliver-Pocher-sieht-Christian-Ulmens-Karriere-am-Ende-id30491978.html">Oliver Pocher</a> sorgte sich um Christian Ulmens Karriere, Kabarettistin Monika Gruber <a href="https://www.merkur.de/bayern/heftige-kritik-gewohnt-widerwaertig-gruber-erntet-nach-posting-ueber-fernandes-94233694.html">verspottete</a> Collien Fernandes; und viele männliche Kollegen? <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/reaktionen-auf-den-fall-ulmen-das-schweigen-der-maenner-200677585.html">Schwiegen</a>. Ebenso gab es Morddrohungen, Einschüchterungen und Versuche, Collien Fernandes mitsamt ihren Anschuldigungen ebenfalls zum Schweigen zu bringen.</p><p> </p><p><strong>Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (1):</strong></p><p><strong>Starke Frauen haben es besonders schwer im Patriarchat.</strong></p><p> </p><p>In einer Welt, in der die Anliegen von Männern immer noch schwerwiegen und sie oft die treibende normative Kraft sind bei der Gestaltung der Gesellschaft, in der Männer die Spielregeln machen und aufrechterhalten, ist Gegenwind in Geschlechterfragen vorprogrammiert, sollten Frauen es wagen, zu laut Veränderung und Gerechtigkeit einzufordern. Dies gilt für alle Frauen, doch gilt es auch und insbesondere für jene Frauen, die wir als stark erleben. Wer es wagt, sich gegen patriarchale Strukturen aufzulehnen, muss mit Versuchen rechnen, niedergedrückt zu werden.</p><p>Das ist keineswegs neu.</p><p>Schon <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Natascha_Kampusch">Natascha Kampusch</a> hat damals große Teile der Öffentlichkeit gegen sich aufgebracht. Nach ihrer Flucht von ihrem Peiniger Wolfgang Přiklopil, vor fast genau 20 Jahren, sah sich die damals 18-Jährige einer teils feindseligen Öffentlichkeit ausgesetzt. Nicht, weil sie irgendetwas falsch gemacht hätte, im Gegenteil. Ihr Vergehen: Sie verhielt sich nicht so, wie man es von einem Opfer gemeinhin erwartet. Sie war nicht leise, nicht fragil; nicht sichtlich traumatisiert und den Tränen nahe. Kampusch war: Eloquent, firm, stark und trotz Entführung und jahrelanger Isolation imstande, sich selbstbewusst den Fragen von Medien und Öffentlichkeit zu stellen.</p><p>Nun ist es nicht einfach, einen Fall wie den von Collien Fernandes mit dem Fall Kampusch zu vergleichen. Kampusch wurde physisch entführt und über Jahre hinweg körperlich missbraucht; Fernandes lebte, zumindest dem Vernehmen nach, freiwillig in einer problematischen Ehe. Ebenso ist das Auftreten einer 18-Jährigen ohne Medienerfahrung ein anderes als das einer 44-Jährigen mit einem Vierteljahrhundert Erfahrung als Medienprofi. Trotzdem zeigen sich Parallelen: Beide Frauen wurden als stark wahrgenommen und stießen deswegen auf eine teilweise überkritische Öffentlichkeit. Beiden Frauen schlugen in Folge ihrer medialen Auftritte massive Wellen von Aggressionen entgegen, meist von Männern. In beiden Fällen ging es der Öffentlichkeit darum, den Frauen ihre Erfahrungen abzusprechen, sie in ihrer Glaubwürdigkeit zu delegitimieren und sie nicht nur als Mensch und in ihrer Sprecherposition, sondern ganz spezifisch als Frau, zu kritisieren.</p><p>Die Message ist klar: Wenn eine Frau ihre Rolle als fügsame, gefällige, leicht händelbare Gefährtin verlässt und zu vehement auftritt, öffentlich unbequem wird, Männer anprangert und ungeachtet patriarchaler Rollenvorstellungen für sich und andere Gerechtigkeit einfordert, dann muss sie mit Kritik, Delegitimierung, und öffentlicher Sanktion einer Teilöffentlichkeit rechnen. Diese Kritikmechanismen und Delegitimierungsstrategien sind jedoch keineswegs ein Einzelverhalten oder spontan. Vielmehr: Sie sind systemisch eingeübt, abrufbar und kollektiv gesteuert – zum Beispiel in Form antifeministischer Kampagnen.</p><p> </p><h2><strong>Rechte Influencer tun alles, um Debatten zu kapern (und Opfer zu instrumentalisieren)</strong></h2><p> </p><p>Debatten und Kontroversen finden nicht in einem luftleeren Raum statt, auch die Debatte über Digitale Gewalt nicht. Im Gegenteil: Die Vorwürfe, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann erhebt, sind nicht bloß persönlicher, sondern politischer Natur. Insofern sehen wir im Ulmen-Skandal und der Debatte um Digitale Gewalt und Opferschutz auch eine Debatte, die viel zu tun hat mit einem Rechts-Links-Kulturkampf, wie wir ihn momentan in anderen Aspekten der Gesellschaft wiederfinden – zum Beispiel in der <a href="https://www.spiegel.de/politik/wolfram-weimer-jeder-einzelne-skandal-hat-das-potenzial-zum-ruecktritt-a-90e11958-2933-4475-a0e1-72543c12e5c9">Wolfram-Weimer-Debatte</a>, dem Kulturstaatsminister unter Friedrich Merz, welcher mit dem Verfassungsschutz gegen linke Buchhandlungen agierte und eine Kontroverse produzierte nach der Absage für den Deutschen Buchhandlungspreis an drei Buchhandlungen wegen angeblicher „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“. <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/er-verstarkt-die-verwirrung-grune-werfen-weimer-mangelnde-aufklarung-wegen-abgesagtem-buchhandlungspreis-vor-15512682.html">Statt Aufklärung wird gemauert</a>.</p><p>Ebenso ist Bundeskanzler Friedrich Merz selbst zu nennen, der als zentraler Akteur an der Kulturkampffront agiert und von der <a href="https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/10/interview-soziologe-daniel-kubiak-hu-berlin-zu-merz-stadtbild.html">Stadtbild-Debatte</a> Ende 2025 bis hin zur neulichen Diskussion darüber, ob er 80% der Syrer „loswerden“ möchte (oder das doch Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa <a href="https://www.n-tv.de/politik/Syrischer-Praesident-widerspricht-Merz-bei-80-Prozent-Aussage-id30656871.html">gesagt habe</a> oder vielleicht niemand), kaum eine Gelegenheit auslässt, um sich am identitätspolitischen Kulturkampf zu beteiligen. Was wir die letzten Jahre hierzulande wahrnehmen, besonders in den Sozialen Medien, sind polarisierende Kampagnen und rechtspopulistische Versuche, mit Desinformationen die Deutungshoheit zu gewinnen – ganz nach MAGA-Vorbild aus den USA. Das Motto: <a href="https://www.zdfheute.de/politik/ausland/donald-trump-usa-praesident-kommunikation-taktik-100.html">Flood the zone with shit</a>.</p><p>Das kannte man so ähnlich schon in der Antike: <a href="https://www.duden.de/rechtschreibung/semper_aliquid_haeret">Semper aliquid haeret</a>. Es bleibt immer etwas hängen. Wer mit Dreck wirft, darf sich sicher sein, dass ein Teil davon trifft.</p><p>So verwundert es nicht, dass auch Collien Fernandes persönlich und die Ulmen-Debatte allgemein schnell den Angriffen von rechten Influencern ausgesetzt war. Viele dieser „<a href="https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/82595">Polarisierungsunternehmer</a>“, wie der Soziologe Steffen Mau sie nennt, nutzten die Ulmen-Kontroverse schnell als Vehikel für ihre eigenen, meist reaktionären, antifeministischen oder rechtsradikalen Inhalte.</p><p>Manches driftete gleich ins Verschwörungstheoretische ab:</p><a href="https://x.com/SprachPhilo/status/2034721511823593493"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67/uploads/images/m7qfafbvs6/weber_plagiatsjager.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Das muss man sich mal vorstellen: Eine Frau wehrt sich gegen jahrelangen Identitätsdiebstahl, schildert minutiös und in wesentlichen Aspekten überprüfbar glaubwürdig alle möglichen Übergriffe, Grenzüberschreitungen und Demütigungen, und andere Männer vermuten dahinter einen „Masterplan“; ein hyperfeministisches Komplott, das nicht bloß vom unschuldigen Kaffeeflirt abhalten soll (das natürlich auch), aber nein, mehr noch, dahinter verberge sich womöglich eine anti-westliche Verschwörung der Muslime, um sich im Windschatten westlich-fraglier Verunsicherung ungestört fortpflanzen zu können.</p><p>Das Opfer im Fall Ulmen, aus maskulinistischer Sicht? Nicht Collien Fernandes, sondern <em>alle Männer</em>.</p><p>Diese Inszenierung als Opfer ist zwar absurd und entbehrt jeder Logik (von der ethischen Kategorie des Anstands ganz zu schweigen), passt aber perfekt in das Selbstviktimisierungsritual, das die <a href="https://www.chbeck.de/lewandowsky-globale-rechte/product/37976540">Neue Rechte</a> tapfer eingeübt hat. Die Neue Rechte untersucht routinemäßig und grundsätzlich alles, was in der Gesellschaft vor sich geht, auf die Möglichkeit, wie man(n) es für den <a href="https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/modsupport/opferinszenierung/">eigenen Opfermythos</a> verwursten kann.</p><p>In diesen Opfer-Erzählungen steckt dann, wie Wurstbrät es nun mal an sich hat, eine wilde Mischung: Verschwörung, Antifeminismus, Rassismus. Dass Collien Fernandes‘ Schicksal in dieser Weltanschauung allein dafür dient, sich selbst genüsslich den Aluhut aufzusetzen und sich gefühlig als Opfer zu inszenieren – das ist nicht nur kein Problem, sondern bewusster Teil des Programms. Genau so geht die rechtskonspirative Instrumentalisierung, welche die eigenen regressiven Männlichkeitsbilder um jeden Preis schützen will vor fremdem Empowerment und feministischem Engagement. Im eigenen Drehbuch ist man stets der sterbende Schwan.</p><p>Und wer denkt, ich hätte an dieser Stelle absichtlich einen besonders <a href="https://x.com/SprachPhilo/status/2034721511823593493">pikanten Kommentar</a> herausgesucht, um meine These zu untermauern: Meinetwegen. Dieser wirre Gedanke – und das nebenbei: Wirre Gedanken werden nicht weniger wirr, indem man sie mit „Ich hatte gerade einen wirren Gedanken…“ einleitet – ist allerdings nur einer von vielen, von ganz, ganz vielen.</p><p>Die Kommentarspalten waren in den ersten Wochen nach dem Spiegel-Artikel, der die Debatte lostrat, voll von Männern, welche ihren antifeministischen Impulsen freien Lauf ließen. Voll von Männern, die – ganz ohne Angriff, wohlgemerkt – exakt jene Selbstverteidigung für sich beanspruchen, welche sie anderen nicht zugestehen.</p><p>Einen größeren Einfluss als anonyme Einzelstimmen haben reaktionäre Szenegrößen wie Julian „Scheidungsurkunde“ Reichelt oder Jan Fleischhauer. Letzterer spottete über „<a href="https://x.com/janfleischhauer/status/2037851267498684865">feministische Rechtspflege</a>“ der Bundesjustizministerin, während Julian Reichelt ein paar Evergreens über „<a href="https://x.com/jreichelt/status/2038259415929831931">linke Journalisten</a>“ und „Klimaaktivisten“ anstimmte (als würde Theresia Crones Klimaaktivismus nicht unmittelbar damit zusammenhängen, dass sie als öffentlich auftretende Frau sexualisiert und <a href="https://www.spiegel.de/panorama/berlin-collien-fernandes-demo-gegen-digitale-gewalt-interview-mit-organisatorin-theresia-crone-a-0434abde-39a0-48f3-a793-36d808906623">persönlich angegriffen</a> wird).</p><p>Dann sind da noch die als alternative Medien verkleideten Propagandaschleudern wie NIUS &amp; Co. NIUS <a href="https://nius.de/analyse/collien-fernandes-christian-ulmen-virtuelle-vergewaltigung-deepfakes-hateaid">schreibt</a>:</p><blockquote><p>„Die Geschichte über den Fall Ulmen/Fernandes hat alles, was eine linke Groteske braucht: eine Correctiv-Journalistin, eine Steuergeld-NGO, eine Zero-Covid-Aktivistin, eine raunende <em>Spiegel</em>-Titelstory und eine Ministerin, die die Meinungsfreiheit einschränken will.“</p></blockquote><p>Ich möchte dagegenhalten:</p><blockquote><p>Die Geschichte über den Fall Ulmen-Fernandes hat alles, was man als rechte Drecksschleuder für seine Propaganda braucht: „Lügenpresse“-Verschwörungstheorien; empowerte Frauen, die man toxisch-maskulin hassen kann; einen „echten“ Mann, der sich ohne Rücksicht auf „Wokeness“ einfach nimmt, was er will (und sei es ein gefälschte LinkedIn-Profile); die Möglichkeit, reaktionäre Ressentiments über Menschen auszukübeln, die sich für andere Geschlechterverhältnisse einsetzen; und der bodenlose, konspirativ und identitätspolitisch motivierte Hass auf demokratisch gewählte Repräsentanten sowie Nichtregierungsorganisationen, welche sich für Opferschutz, Frauenrechte, ein würdevolles Miteinander und ein Mindestmaß an Respekt engagieren.</p></blockquote><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mk7xdau5v22z">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mk7xdau5v22z</a><p>Das sind unter anderem die Gründe, warum der Fall Ulmen-Fernandes die rechte Szene so triggert. Er ist ein kunterbuntes Wünschdirwas rechter Talkingpoints und Triggerpunkte, das ganz nach dem Motto des US-Zirkuspioniers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Barnum-Effekt">P.T. Barnum</a> „a little something for everybody“ all jene einlädt, die sich eingeladen fühlen wollen. Es ist für jeden etwas dabei.</p><p><strong>Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen (2):</strong></p><p><strong>Rechte Influencer tun alles, um Debatten zu kapern (und Opfer zu instrumentalisieren).</strong></p><p></p><p> […]</p><p></p><p><em>Dies war Teil 1 von </em>„<em>Was wir aus der Ulmen-Debatte lernen</em>“<em>. Hier geht es weiter mit Lehren aus der Ulmen-Debatte und der Frage, was wir daraus für die Zukunft mitnehmen:</em></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/85e8b20e-0420-4d45-b6fc-7cd3d4e57b75">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/85e8b20e-0420-4d45-b6fc-7cd3d4e57b75</a><hr aria-hidden="true"/><p></p><p><strong><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Falls ihr möchtet und weil es mich interessiert: Ihr könnt ihr mir sehr gern folgende Fragen beantworten (im Kommentarbereich oder per E-Mail):</mark></strong></p><p>1.      Was nimmst du mit aus der bisherigen Debatte über Digitale Gewalt? Was sind deine persönlichen Erkenntnisse, Schlüsse, Eindrücke? Was hat dich überrascht, was nicht?</p><p>2.      Allgemein: Wie können wir über gesellschaftliche Reizthemen konstruktiv besprechen? Was müssen wir vermeiden, was hingegen schaffen? Siehst du eine Möglichkeit, zukünftig konstruktiv und lösungsorientiert mit ges. Reizthemen umzugehen? Und falls ja, wie?</p><p><strong>Schreibt mir gern ein paar Sätze! </strong></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>PS: Über Themen der Intimität, Sexualität und der mal mehr, mal weniger fragilen Männlichkeit habe ich mit der Sozialpsychologin Lisa Hoffmann und der Autorin und Sexualpädagogik Madita Oeming in meinem Podcast gesprochen:</p><p> </p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed</a><a href="https://www.instagram.com/p/DXhJzjfjDUX/?img_index=9"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1bf5dd0a-16a6-4da0-868c-e3b73ecb6d67/uploads/images/zeutwf2qa4/Zwischenablage_04-28-2026_03.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p><strong>Auch die Ulmen-Debatte kam explizit vor:</strong></p><a href="https://www.instagram.com/p/DXoWIJUjCc2/">https://www.instagram.com/p/DXoWIJUjCc2/</a><p><em>Sofern dir meine Arbeit gefällt, bin ich dankbar, wenn du sie unterstützt, in welcher Form auch immer – zum Beispiel, indem du diesen Artikel teilst oder verschickst.</em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">steady</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 28 Apr 2026 10:10:50 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #30: Sex, Intimität und fragile Männlichkeit]]></title>
      <description><![CDATA[Trotz der allgemein verbreiteten Meinung, die Gesellschaft sei aufgeklärt, gibt es noch viele Tabus und Schamgefühle bezüglich Intimität und Sexualität.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #30: Sex, Intimität und fragile Männlichkeit: Wie finden wir zueinander? - mit Lisa Hoffmann &amp; Madita Oeming</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed/uploads/images/e2qwjuodd5/cover_final.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Fotos © Annkristin Beier; © Paula Winkler</em></p><p>In der 30. Ausgabe meines Politik-Podcasts wird’s intim! Mit Sozialpsychologin Lisa Hoffmann und Kulturwissenschaftlerin und Sexualpädagogin <a href="https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622">Madita Oeming</a> spreche ich über Intimität, Sexualität und Geschlechterrollen. Schnell stellen wir fest, dass es trotz der allgemein verbreiteten Meinung, die Gesellschaft sei aufgeklärt, noch viele Tabus und Schamgefühle bezüglich Intimität und Sexualität gibt. Scham, Vorurteile und Diskriminierung sind keine Seltenheit, sowohl im akademischen als auch im öffentlichen Raum. Nicht nur ist die weibliche Lust und die „weibliche Wirklichkeit“ von der Forschung chronisch untererforscht und mitunter zum vermeintlichen Nischenthema verstoßen, auch sonst haben es Frauen nicht leicht zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Slutshaming"><em>Slutshaming</em></a>, „mentalen Brillen“ voller Vorurteilen (die passive, quasi heilige Frau; der stets starke, erobernde Mann) und einer zusehends krisenhaften Männlichkeit. Wir reden über Disney-Filme, Geschlechterrollen und Orgasm Gaps; über die Beharrungskräfte männlicher und weiblicher Mindsets, <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100216352/afd-politiker-maximilian-krah-gibt-dating-tipps-erntet-spott-im-netz.html">toxische Dating-Tipps</a>, über gesellschaftliche Gleichberechtigung und die fortschreitende Radikalisierung einer jungen Generation, bei der die Sozialen Netzwerke ganze Arbeit leisten (Stichwort: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ms23FeJWvKU">Manosphere</a>). Gemeinsam erörtern wir, wie wichtig Empathie ist, ebenso Medienkompetenz – und dass sich in Erziehung, Schule und Politik wohl noch einiges ändern muss, damit die Lage nicht vollends eskaliert. Was wir aus dem Fall Ulmen-Fernandes hinsichtlich Digitaler Gewalt konstruktiv lernen können, ist ebenfalls unser Thema wie <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/NotAllMen">#notallmen</a>; und warum es weniger um Schuld geht als um Verantwortung.</p><p>Wie üblich geben euch meine Gäste viele gute, kluge, praktische Tipps – vom medialen Umgang mit Sexualthemen über die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen bis hin zu weiterführenden Studien und Lektüren. Am Ende steht die Erkenntnis, das nicht bloß „die Scham die Seiten wechseln“ muss, sondern wir alle – die Gesellschaft insgesamt – sensibler werden sollte für die Themen Sexualität, Einvernehmlichkeit, Respekt und Geschlechterkommunikation. Ganz nach dem Motto: <a href="https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622">Aufgeklärt statt aufgeregt</a>. Unser Fazit: Die Lage ist verzwickt, aber keineswegs ausweglos. Danke Lisa, danke Madita; für eure Offenheit, für eure Expertisen, für die Enttabuisierung wichtiger Themen!        </p><p><strong>Zur Feier der 30. Folge meines Podcasts erhaltet ihr das Gespräch direkt, ohne Paywall – wie immer wäre es hilfreich, wenn ihr die Podcastfolge in den Sozialen Netzwerken teilt, weiterverschickt und/oder euren Freunden davon erzählt.</strong> „Nicht noch ein Politik-Podcast” ist ein <mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Crowdfunding-Projekt</mark>; wer sicherstellen will, dass ich auch zukünftig weitererarbeiten kann, wirft ein paar Euro in die <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Kaffeekasse</a> oder schließt ein <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Steady-Abo</a> ab. An alle, die schon supporten (auf welche Weise auch immer): Danke &lt;3</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed">Auf Steady anhören</a></p><p></p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/30-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/30-neue-episode</a><p>Auf Spotify:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/1nOi1JKKfyM8HP0kWxDqsI?si=b4f3950161974425">https://open.spotify.com/episode/1nOi1JKKfyM8HP0kWxDqsI?si=b4f3950161974425</a><p>Auf Apple Podcasts:</p><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/30-sex-intimit%C3%A4t-und-fragile-m%C3%A4nnlichkeit-wie-finden/id1732913415?i=1000761775277">https://podcasts.apple.com/us/podcast/30-sex-intimit%C3%A4t-und-fragile-m%C3%A4nnlichkeit-wie-finden/id1732913415?i=1000761775277</a><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed/uploads/images/jcsclfg5ya/Madita_Oeming_%28C%29_Paula_Winkler_OSTKREUZ_005.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto: © Paula Winkler</p><p><strong>Madita Oeming</strong></p><p><a href="https://www.maditaoeming.de/"><strong>Madita Oeming</strong></a> ist Kulturwissenschaftlerin, ausgebildete Sexualpädagogin und anerkannte Expertin für digitale Sexualität. Sie bildet deutschlandweit Fach- und Lehrkräfte im Umgang mit sexuellen Medien weiter und ist eine gefragte Speakerin für Themen wie Mediensucht, Jugendmedienschutz oder digitale Gewaltprävention. An der Uni Gießen koordiniert sie derzeit ein Forschungsprojekt zu Pornokompetenzen. Wissenschaftlich hat sie international publiziert und zuletzt im Jahrbuch für Pädagogik. 2023 erschien ihr Sachbuch «Porno. Eine unverschämte Analyse». Auf dem Instagram-Kanal <a href="https://www.instagram.com/einanfang/"><em>@wissenstattscham</em></a> vermittelt sie sexuelle Medienkompetenz. Ebenso erreicht ihr sie unter <a href="https://www.instagram.com/maditaoeming/">@maditaoeming</a>.</p><p><a href="https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622"><strong>Madita Oeming (2026) </strong></a><a href="https://shop.kohlhammer.de/female-mindsets-45584.html#147=22"><strong>–</strong></a><a href="https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622"><strong> Aufgeklärt statt aufgeregt</strong></a>: Was Eltern heute brauchen, um ihre Kinder durch die digitale Pubertät zu begleiten (Rowohlt polaris)</p><a href="https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed/uploads/images/a24cpint3p/aufgeklart.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0dd24de5-b25a-4926-a81a-b2dd9e84faed/uploads/images/jn5kxufscy/lisa_pressefoto_%28Annkristin_Beier%29.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Foto: © Annkristin Beier</p><p></p><p><strong>Lisa Hoffmann</strong></p><p><strong>Dr. Lisa Hoffmann</strong> ist Dipl.-Psychologin und Wissenschaftlerin. Von 2012-2024 forschte und lehrte sie am psychologischen Institut der Universität Bonn in der Abteilung Sozial- und Rechtspsychologie. Seit August 2024 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lernbereichsleitung (Gesundheits-, Sozialwissenschaften und Psychologie) am <a href="https://www.psychologie.uni-bonn.de/de/institut/abteilungen/sozial-und-rechtspsychologie/team/lisa-hoffmann">Institut für Hebammenwissenschaft</a> der Universität Bonn. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen v.a. im Bereich Geburt, Übergang zur Elternschaft, Mindsets, Emotionen, Genderstereotype und Sexualität. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit setzt sie sich in den sozialen Medien, v.a. Instagram (unter dem Handle <a href="https://www.instagram.com/einanfang/">@einanfang</a>), für Wissenschaftskommunikation ein.</p><p><a href="https://shop.kohlhammer.de/female-mindsets-45584.html#147=22"><strong>Female Mindsets (2025) – Wie Denkmuster Weiblichkeit formen</strong></a> – über Geburt, Sexualität und die Macht der Erwartungen (Kohlhammer)</p><a href="https://www.instagram.com/p/DXwGJ9qMutB/">https://www.instagram.com/p/DXwGJ9qMutB/</a><a href="https://shop.kohlhammer.de/female-mindsets-45584.html"><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.kulturkaufhaus.de%2Fannotstream%2F2244068970747%2FCOPL%2FHoffmann-Lisa%2FFemale-Mindsets.jpg%3Fsq%3D2?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=0c5076907a256b19395ea1ba4eb025da" alt=""/></a><p></p><p>Lisa weist im Podcast auf mehrere spannende Studien hin. So zeigt „<a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/19485506211053564">The Role of Gendered Entitlement in Understanding Inequality in the Bedroom</a>”, dass sowohl Männer als auch Frauen (!) zum männlichen Anspruchsdenken auf einen Orgasmus beim Sex beitragen.</p><hr/><p>tipps &amp; weiteres</p><blockquote><p>„Niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seiner Männlichkeit verunsicherter Mann.” - Simone de Beauvoir</p></blockquote><a href="https://www.instagram.com/p/DXEw8guiMw4/">https://www.instagram.com/p/DXEw8guiMw4/</a><p></p><p><strong>Dokutipp:</strong></p><a href="https://www.zdf.de/video/dokus/zdf-info-100/looksmaxxing-junge-maenner-im-schoenheitswahn-100">https://www.zdf.de/video/dokus/zdf-info-100/looksmaxxing-junge-maenner-im-schoenheitswahn-100</a><p>Dass sie neben ihrem Aussehen eher wenig zu sagen haben und mit Kritik null umgehen können, beweisen Manfluencer regelmäßig. Der Looksmaxxer <a href="https://www.watson.ch/leben/usa/873888211-looksmaxxer-clavicular-verhaftet-das-ist-jetzt-also-dieses-neue-alpha">Clavicular</a> – übrigens zieht sich in mir alles zusammen, weil ich ernsthaft aus Wörtern wie „Looksmaxxer” und „Manfluencer” Sätze bilden muss – floh vor kurzem aus einem Interview, als es nicht mehr um sein angeblich sagenhaftes Äußeres ging, sondern um seine Beziehung zu gewaltbereiten Incels und weltbekannten Sexisten wie Andrew Tate:</p><a href="https://www.complex.com/pop-culture/a/cmplxtara-mahadevan/clavicular-exits-60-minutes-australia-interview">https://www.complex.com/pop-culture/a/cmplxtara-mahadevan/clavicular-exits-60-minutes-australia-interview</a><p></p><p><strong>Lektüre:</strong></p><p>Laurie Penny hat einen lesenswerten Artikel zum Thema im Guardian, der darauf hinweist, dass die jetzige toxisch-männliche Misere keineswegs neu ist, sondern über Jahre hinweg entstand und feministische Kritik daran im Wesentlichen ignoriert wurde („<a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/13/gamergate-andrew-tate-manosphere-feminists">Feminists began raising the alarm about the manosphere decades ago – and we were ignored</a>”):</p><a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/13/gamergate-andrew-tate-manosphere-feminists">https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/13/gamergate-andrew-tate-manosphere-feminists</a><p>Einige weitere Gedanken und Verweise zum Thema problematische Männlichkeit findet ihr in diesem Artikel von mir zum Fall Ulmen (habt ihr vielleicht schon gelesen):</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e</a><p>Im Fall Ulmen wiederum kommen immer mehr verstörende Details ans Licht, u.a. berichtet die <a href="https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-04/christian-ulmen-serie-drehbuch-the-au-pair?freebie=d13af6db">ZEIT</a>, es gebe erstaunliche Ähnlichkeiten zu den realen Vorwürfen gegen ihn – in einer unveröffentlichten Comedyserie, deren Autor Ulmen ist:</p><blockquote><p>„Der 18-jährige Lasse gesteht seiner Freundin ein Geheimnis. Er habe Bilder von ihr in Sex-Chatforen gepostet, und es habe ihn angemacht, wie andere <a href="https://www.zeit.de/thema/maenner">Männer</a> über ihren Körper schrieben und über ihre erotischen Fantasien mit ihr. Er sei in sie verliebt, beteuert er immer wieder, dann beginnt er zu weinen: Er sei wie auf einem Trip gewesen, die Kommentare der anderen Männer hätten ihn so angemacht.</p><p>Lasse ist eine Figur aus Christian Ulmens letzter Comedyserie, die der Schauspieler und Regisseur im Herbst vergangenen Jahres auf Mallorca gedreht hat. Ulmen selbst spielt darin die männliche Hauptrolle, Lasses Vater.”</p></blockquote><a href="https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-04/christian-ulmen-serie-drehbuch-the-au-pair?freebie=d13af6db">https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-04/christian-ulmen-serie-drehbuch-the-au-pair?freebie=d13af6db</a><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 16 Apr 2026 08:53:40 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Trumps TACO-Falle (Gastbeitrag Jonas Stephan)]]></title>
      <description><![CDATA[Erst die angedrohte Vernichtung, dann die plötzliche Kehrtwende. Trump ist ein Großmeister leerer Drohungen. Was das für die Weltpolitik bedeutet und woher wir es aus…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Erst die angedrohte Vernichtung, dann die plötzliche Kehrtwende. Trump ist ein Großmeister leerer Drohungen. Was das für die Weltpolitik bedeutet und woher wir es aus der Geschichte kennen, verrät uns Historiker Jonas Stephan in diesem Gastbeitrag.</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bf24cc53-e2c0-42b4-86e1-402d59f0363b/uploads/images/dy2xr5aal7/8134995f-59bb-4e78-b1bf-4e76049b07e7_2561x1440.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Geschichten, die wir uns über die Mächtigen erzählen, bestimmen, wie wir auf sie reagieren. Im Fall von US-Präsident Trump hat eine Story besonders Konjunktur: das Taco-Meme. TACO: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Trump_Always_Chickens_Out">Trump Always Chickens Out</a>. Trump kneift immer. Das Meme entstand im Mai 2025, als der US-Präsident massive Zölle ankündigte, dann ein ums andere Mal zurückruderte und die Wall Street daraus eine Handelsstrategie machte. Trump eskaliert, Trump pokert hoch, Trump zieht zurück. Rinse and Repeat. Was viele übersehen: TACO funktioniert gut als Witz, aber schlecht als politische Analyse. Im heutigen Beitrag möchte ich einen kurzen Blick darauf werfen, warum – und woher wir diese Taktik aus der Geschichte kennen.</p><p>Zunächst ein Blick auf die jüngere Geschichte. Seit dem 28. Februar führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran. Die Straße von Hormuz ist seit über fünf Wochen dicht. Der Ölpreis explodiert. Die Welt steckt (schon wieder) in einer massiven Versorgungs- und Energiekrise, vielleicht der <a href="https://www.n-tv.de/wirtschaft/DIW-Expertin-sieht-schwerste-fossile-Energiekrise-unserer-Zeit-id30689475.html">größten fossilen Energiekrise</a> jemals. Trump reagiert „erratisch”, höflich ausgedrückt. An dem einen Tag redet er vom Rückzug, am nächsten droht er, das Land in die Steinzeit zurück zu bomben. Die Ankündigung „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben.“ ist am Tag drauf wiederum Schnee von gestern, statt totaler Auslöschung gibt es eine <a href="https://www.tagesschau.de/eilmeldung/iran-trump-feuerpause-100.html">zweiwöchige Waffenruhe</a>.</p><a href="https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116363336033995961"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bf24cc53-e2c0-42b4-86e1-402d59f0363b/uploads/images/rdfloj3ggn/trump_civilization.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p> </p><p>Das Pendel schwingt wild hin und her zwischen Kriegsverbrechen und Waffenruhe. CNN-Analyst Stephen Collinson hat jüngst eine wichtige Frage in den Raum geworfen: Nicht ob Trump wieder kneift, sondern <a href="https://www.cnn.com/2026/03/24/politics/trump-iran-war-taco-straight-of-hormuz-analysis">ob er überhaupt noch kneifen <em>kann</em></a>.</p><p> </p><p><strong>Der militärische Bluff hat Tradition</strong></p><p>Als Historiker kommt mir das alles bekannt vor. 1936 marschiert die Wehrmacht ins entmilitarisierte Rheinland. Ein Triumph für das NS-Regime, der erste von vielen außenpolitischen „Erfolgen” Hitlers. Was damals die wenigsten wissen: Die Naziführung ist extrem nervös. Jahre später gibt Hitler selbst zu: „Wären die Franzosen damals ins Rheinland eingerückt, hätten wir uns mit Schimpf und Schande wieder zurückziehen müssen.“ (nach Paul Schmidt: Statist auf diplomatischer Bühne 1923–1945. Erlebnisse des Chefdolmetschers im Auswärtigen Amt mit den Staatsmännern Europas, 3. Aufl. 1964, S. 320).</p><p>Das ist ein braunes Muster. Von Anfang an geht Hitler außenpolitisch enorme Risiken ein: Austritt aus dem Völkerbund, Wiedereinführung der Wehrpflicht, Rheinlandbesetzung, Legion Condor in Spanien, Anschluss Österreichs, Sudetenkrise, Zerschlagung der Tschechoslowakei. Niemand callt Hitlers Bluff. Jedes Mal pokert die Naziführung hoch, jedes Mal steht sie am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Aber auf den Westen ist Verlass. Großbritannien und Frankreich knicken immer rechtzeitig ein. So kommt Hitler in den Ruf eines machtpolitischen Genies, obwohl er mehr als einmal kurz davor ist, zu kneifen.</p><p>Trump hat den gegenteiligen Ruf. Jeder erwartet den Rückzieher, niemand einen kohärenten Kriegsplan. Denn bei Trump gibt es nie einen. Was es gibt: ein improvisiertes Lavieren durch Krisen, die er oft genug selbst heraufbeschworen hat. Angetrieben von einer unberechenbaren Gier nach Mehr. Am Ende inszeniert er sich als der große Löser von Problemen, die es ohne ihn gar nicht gäbe. Das kennt man aus seinem Geschäftsleben, aus Gerichtsverfahren, aus seiner ersten Amtszeit. Der Mann sitzt die Konsequenzen aus, und was wie Strategie aussieht, ist meistens das Gegenteil davon.</p><p>Darin unterscheidet sich der US-Präsident vom Naziführer. Hitler hatte klare Ziele vor Augen: Vernichtung der Juden, Zerstörung des Bolschewismus, Eroberung von „Lebensraum” in Osteuropa. Als er 1939 seinen letzten Bluff versuchte, Danzig oder Krieg, versperrte diese Logik ihm den Rückzug. Und Trump? Der braucht keinen Hitler-Plan, um in eine Hitler-Falle zu laufen.</p><p> </p><p><strong>Die Welt ist längst eine andere</strong></p><p>Selbst wenn der Iran und die USA heute die Angriffe einstellen, sind die geopolitischen Fakten längst geschaffen, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9g2P0HJ2aJs">wie ich an anderer Stelle ausführe</a>. Die Welt wird für Monate, wenn nicht Jahre, mit den ökonomischen Nachbeben des Krieges leben müssen. Während die Trump’schen Drohkulissen rhetorisch kaum mehr von denen Russlands oder Nordkoreas zu unterscheiden sind, gilt China vielen Nationen mittlerweile als der verlässlichere Handelspartner. Derweil schielt dessen „Großer Vorsitzende“ Xi Jinping immer gieriger auf Taiwan. Eine stabile Weltordnung sieht anders aus. Zumal Putin seine Kriegskasse aufgefüllt hat, der Aufhebung der Sanktionen sei Dank. Und das Mullah Regime im Iran? Das wird jetzt erst recht Atomwaffen bauen. Trump hat ihnen ja gerade vor Augen geführt, dass sie dazu das geeignete Faustpfand besitzen: die Straße von Hormus.</p><p>Ob wir einen Machtmenschen fürchten oder wegen ihm die Haare raufen, hängt von der Geschichte ab, die über ihn kursiert. Und genau diese Geschichte kann uns blind machen für das, was im Hintergrund wirklich passiert.</p><p>Im europäischen Mächtepoker der 1930er Jahren gab es kein HACO, „Hitler Always Chickens Out”, weil niemand die außenpolitischen Bluffs der Nazis gecallt hat. Hitler kam mit seinem High-Risk-Game durch, und jede gewonnene Runde machte Deutschland stärker. Was wiederum dazu führte, dass die Westmächte das Risiko einer Eskalation immer höher einschätzten und Nazideutschland noch dreister wurde. Die massive Aufrüstung der Wehrmacht war dabei auch ein Faktor, zugegeben. Aber die Geschichte, die man sich über Hitlers Genie erzählte, wirkte auf die Entscheider in London und Paris mindestens ebenso stark wie die wachsende Zahl deutscher Kampfpanzer und Jagdflugzeuge.</p><p>Das Taco-Meme ist die Gegenerzählung zu Hitlers Legende. Damals unterschätzte niemand Hitler, also riskierte niemand, ihm in den Weg zu treten. Heute unterschätzt jeder Trump, also riskiert niemand, ihm früh genug Grenzen zu setzen. Auch der deutsche Bundeskanzler schwieg dazu in letzter Zeit auffällig. Donalds TACO bezahlen andere: Europäer, und vor allem die Schwellenländer, durch steigende Energie- und Lebensmittelpreise; das ukrainische Volk und die iranische Opposition durch immer neues Kriegsleid; vielleicht bald auch die Menschen in Taiwan.</p><p>Die Geschichten, die wir uns über die Mächtigen erzählen, haben immer Konsequenzen. Statt den <a href="https://www.greenpeace.de/klimaschutz/klimakrise/folgen-klimawandels">Klimawandel zu bewältigen</a> oder <a href="https://www.nasa.gov/mission/artemis-ii/">zu den Sternen zu greifen</a>, leben wir nun in einer Welt, in der Auslöschungsdrohungen zum regulären Mittel politischer Kommunikation werden; einer Welt, in der wir geopolitische Stabilität eintauschen müssen gegen den Treibsand politischer Willkür.</p><p></p><p><em>Text: Jonas Stephan; Mitarbeit: Jan Skudlarek</em></p><a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bf24cc53-e2c0-42b4-86e1-402d59f0363b/uploads/images/juftokcsbc/Portrat_April_2025.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p><strong>Jonas Stephan</strong></p><p>Jonas Stephan ist Podcaster und promovierter Historiker. In seinem Podcast „<a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod">Deutschland 33/45</a>“ präsentiert er chronologisch die Geschichte des Nationalsozialismus. Nicht als Moralpredigt, sondern als Erzählung mit echten Menschen, echten Entscheidungen und echten Konsequenzen. Denn diese Epoche ist kein abgeschlossenes Kapitel unserer Geschichte, sondern eine offene Frage an jede Generation.</p><p>Alle Infos zum Podcast und weiteren Projekten finden sich hier:</p><p><a href="https://linktr.ee/deutschland33_45pod">https://linktr.ee/deutschland33_45pod</a></p><p></p><hr/><p>weiterführendes</p><p>Vor fast genau einem Jahr sprach ich mit Jonas ebenfalls über die ganz großen Themen, über Krieg und Frieden, in meinem Podcast. Der Anlass war der 8. Mai, der auch nächsten Monat wieder bevorsteht. Die Folge „<a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6">Der 8. Mai. Historische Parallelen &amp; heutige Verantwortung</a>”, in der wir uns einige Gedanken machen über Geschichte, Gegenwart und Zukunft, ist nach wie vor – bzw. wieder mal – aktuell, und auf allen Streaming-Plattformen verfügbar:</p><p></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6</a><p></p><p>Auf Jonas’ YouTube-Kanal könnt ihr ihn nicht nur hören, sondern auch sehen. Zum Beispiel im Beitrag: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9g2P0HJ2aJs">„Trumps Iran-Krieg schwächt seine eigenen Verbündeten. Was Europa jetzt lernen muss.”</a></p><p></p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9g2P0HJ2aJs">https://www.youtube.com/watch?v=9g2P0HJ2aJs</a><p></p><p>Falls euch interessiert, wie ich mit einem Historikerkollegen von Jonas auf das erste Jahr der zweiten Amtszeit Trumps blicke, hört euch mein Gespräch mit Thomas Zimmer an, das ich im Januar geführt habe. Die Podcastfolge <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9g2P0HJ2aJs">„</a><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">Ein Jahr Trump. Ein Jahr Gewalt, Lügen &amp; Widerstand</a>” ist überall abzurufen.</p><p></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952</a><p>Abgesehen davon liefert Thomas nach wie vor sehr lesenswerte Analysen zur politischen Sachlage der USA ab, hier auf Steady:</p><a href="https://steady.page/en/democracyamericana/posts">https://steady.page/en/democracyamericana/posts</a><p></p><hr/><p>support</p><p><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Es wäre uns eine große Freude (und überdies sehr hilfreich), wenn du diesen Artikel teilst, ihn kommentierst oder an Interessierte versendest! Je mehr Reichweite, desto besser.</mark></p><p><strong>Unsere Arbeit lebt von eurer Unterstützung!</strong> Wer Jonas oder mich finanziell in der Arbeit unterstützen möchte, kann Jonas hier auf <a href="https://www.patreon.com/u45155460?utm_medium=clipboard_copy&amp;utm_source=copyLink&amp;utm_campaign=creatorshare_creator&amp;utm_content=join_link">Patreon</a> oder <a href="https://www.paypal.com/paypalme/deutschland3345?country.x=DE&amp;locale.x=de_DE">PayPal</a> supporten; und Support für meine Arbeit geht am besten über <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Steady</a> oder über die <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Kaffeekasse</a>. Danke!</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 11:01:54 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Fakes, Fakten und die Frage nach der Wahrheit]]></title>
      <description><![CDATA[Heute, am 2. April, ist Internationaler Faktencheck-Tag (International Fact-Checking Day). Einen Tag nach dem 1. April, ganz nach dem Motto: "April 1 is a day for fools.…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Fakes, Fakten und die Frage nach der Wahrheit (Internationaler Tag des Faktenchecks)</h1><p></p><p><em>Am 2. April ist </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fact-checking#International_Fact-Checking_Day"><strong><em>Internationaler Faktencheck-Tag</em></strong></a><em> (International Fact-Checking Day). Einen Tag nach dem 1. April, ganz nach dem Motto: &quot;April 1 is a day for fools. April 2 is a day for facts.&quot;</em></p><p><em>Den heutigen Artikel zum Thema Faktencheck habe ich gemeinsam mit Jenny Winkler von der </em><a href="https://www.veritas-berlin.de/de/"><em>Beratungsstelle veritas</em></a><em> verfasst.</em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Debatten von Naidoo bis Epstein, bundesweite Diskussion über Deepfakes und Digitale Gewalt (<a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e">Fernandes-Ulmen</a>), Desinformationen von der AfD bis Donald Trump, dazu noch iranische Propaganda, die im Chatfenster auf russische Propaganda trifft – dieser Tage hat es die Wahrheit mal wieder schwer. Gefühlt überall Falschinformationen, Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien. Was viele nicht wissen: Am 2. April ist der Internationale Tag des Faktenchecks. Ein idealer Zeitpunkt also, um gemeinsam mit Jenny Winkler – Projektleitung der Beratungsstelle <a href="https://www.veritas-berlin.de/">veritas</a> – in diesem gemeinsamen Artikel ein paar grundsätzliche Fragen zu adressieren. Zum Beispiel folgende:       </p><p>Sollte man im eigenen Umfeld die Rolle des Factcheckings übernehmen? Und falls ja, auf welche Weise, ohne dass die familiäre Zuneigung zerfasert oder man selbst in einen geistigen Marathon gerät? Wie wirkt faktenbasierte Intervention, wenn sie auf ein bereits ideologisch gesättigtes, emotional hoch aufgeladenes Weltbild trifft? </p><p>Fangen wir grundlegend an. Was ist die Funktion eines Faktenchecks?</p><p>Der Zweck des Faktenchecks ist profan und zugleich eminent politisch: Behauptungen, die sich im öffentlichen Raum verbreiten, auf Herkunft, Inhalt und Kontext zu prüfen und so der Verbreitung von Desinformation und Verschwörungstheorien entgegenzuwirken. In einer Medienumgebung, die Erregung belohnt und Tempo über Evidenz stellt, wirkt der Faktencheck als Bremse gegen die menschliche Lust am schnellen Urteil. Faktenchecks stärken zudem die Rechenschaftspflicht von Medienschaffenden, sind aber kein Wundermittel: Wer misstraut, hört nicht hin und integriert die Faktenchecker oft nur als weiteres Element ins festgefügte Weltbild. Nichtsdestoweniger stellen das Überprüfen, Kontextualisieren und Recherchieren von Aussagen, Behauptungen und Hypothesen wichtige Schritte menschlicher Erkenntnis dar. In wenigen Worten: Es geht um Wahrheit.</p><p> </p><p><strong>Ein faktischer Drahtseilakt</strong></p><p>Man stelle sich folgendes Menü einer konspirativ geprägten Familie vor: Morgens Schrippen und Narrative zur Neuen Weltordnung, zum Nachmittagskaffee alternativ-medizinische Heilsversprechen, am Abendbrottisch <a href="https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/reichsbuerger_web.pdf">Deutschland-GmbH</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fitzek">Peter Fitzek</a> und Bargeldabschaffung. Wer beispielsweise fürs Studium ausgezogen ist, sich etwas aufgeklärt und emanzipiert hat und nun, wissenschaftlich fortgebildet, beim monatlichen Familienbesuch in bester Absicht mit Faktenchecks reagiert, begibt sich auf eine Gratwanderung. Das Tischgespräch wird zum Drahtseilakt zwischen mühsamer Evidenzrecherche, Verweis auf die erhellende Dokumentation und auf lohnende Lektüre, Verweise auf glaubwürdige Quellen. Selbst wer sich behutsam in das Minenfeld faktischer Korrekturen begibt, landet nicht selten im unüberwindlich scheinenden Widerstand der geliebten Elternfigur. </p><p>Wer versucht, mit geliebten Menschen umzugehen, die gegenüber Fakten nicht mehr satisfaktionsfähig sind, erlebt dabei auch oft ein seltsames Ritual der Selbstverwandlung. Zuerst akribisch argumentieren, jedes Detail sezieren, alles auf seine Stichhaltigkeit prüfen. Wie wirken FFP-Masken? Was lässt sich im Fall Epstein belegen, was ist Spekulation? Was sagt das Völkerrecht zum russischen Angriffskrieg, zum US-Angriff auf den Iran? Nach unzähligen Streits dann doch lieber schweigen, innerlich kochen, das Gesagte mit sich selbst ausfechten und doch irgendwie Ruhe bewahren. Irgendwann braucht es kleine mentale Bollwerke, die verhindern, dass jede Diskussion zum persönlichen Erschöpfungskrieg wird, während man den schmalen Spalt offenhält, in dem gelegentlich ein „Vielleicht hast du recht“ oder „Ich habe überreagiert“ durchpasst. Diese Momente sind rar, aber sie verraten oft viel über das Funktionieren menschlicher Überzeugungskraft. Ebenso verraten sie viel über uns. Geht es doch im Streit über Sachthemen nicht nur allein um die Sachthemen – es geht auch um uns! Wer andere von etwas überzeugen will, will sie gleichzeitig <em>von sich</em> überzeugen.</p><p> </p><p><strong>Ordnung in einer chaotischen Welt</strong></p><p>Es ist ein psychologisches Paradox: Je mehr man argumentativ investiert, desto fester scheint sich die Überzeugung beim Gegenüber zu zementieren. Fakten werden als persönlicher Affront interpretiert, Überzeugungen verschmelzen mit der Identität, die <a href="https://www.geo.de/wissen/gesundheit/kognitive-dissonanz-warum-wir-uns-so-leicht-selbst-betruegen-30174616.html">kognitive Dissonanz</a> wird zum täglichen Begleiter. In einer sozialen Umgebung, in der Irrtum schnell als Schwäche gilt, hat dieses Verhalten eine beinahe logische Seite: Recht zu behalten fühlt sich gut an, widerlegt zu werden dagegen hat etwas Beschämendes. Vor allem dort, wo Zweifel nicht als Lernmoment, sondern als Gesichtsverlust gelesen werden. „Wie kann man bloß so einen Quatsch glauben?“. „Tut mir leid, das ist leider Bullshit!“ „Wer den Systemmedien traut, ist selbst schuld!“ „Informier‘ dich doch nächstes mal besser!“</p><p>Menschen, die im Alltag ein starkes psychologisches Bedürfnis nach Mustern, klaren Regeln und verlässlicher Ordnung verspüren, neigen eher dazu, beispielsweise an Verschwörungstheorien zu glauben. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10339-025-01326-0">Cognitive Processing</a> veröffentlicht wurde. Selbst Personen mit ausgeprägten wissenschaftlichen Denkfähigkeiten sind nicht automatisch immun. Die Vorliebe für starre Strukturen kann so stark sein, dass sie dazu führt, verschwörungstheoretische Deutungen zu akzeptieren, selbst dann, wenn die eigenen analytischen Fähigkeiten eigentlich dagegen sprechen.</p><p>Die Befunde legen nahe, dass das bloße Überprüfen von Fakten als Gegenmittel womöglich zu kurz greift. Denn <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0">Verschwörungstheorien</a> liefern nicht nur Behauptungen, sondern auch etwas äußerst Verführerisches: ein Gefühl von Ordnung in einer chaotischen Welt. Wo die Wirklichkeit widersprüchlich, komplex und unerquicklich offenbleibt, verspricht die Verschwörung eine elegante Dramaturgie mit klaren Rollen, verborgenen Plänen und einer Welt, die, bei aller Dunkelheit, wenigstens erklärbar scheint. Mit anderen Worten: Der Reiz der Verschwörungstheorie liegt weniger im Beweis als im Trost der Struktur. Und gegen diesen Trost kommt selbst das beste Faktenblatt manchmal erstaunlich schwer an. Wer beispielsweise in München nachts Angst hat auf dem Heimweg, wird sich kaum davon beruhigen lassen, dass die Gewaltkriminalität im Bundesland Bayern im Jahr 2025 mit einem Rückgang von 4,5 Prozent gesunken ist und, laut CSU-Innenminister Joachim Herrmann, <a href="https://www.stmi.bayern.de/news/detail/herrmann-stellt-kriminalstatistik-2025-vor-beste-sicherheitslage-in-bayern-seit-1978/">die seit 1978 beste Sicherheitslage</a> zu vermelden ist (abgesehen vom Pandemiejahr 2021).</p><p> </p><p><strong>Es geht (auch) um Gefühle</strong></p><p>Wer sich schon lange auf der ideologischen Brücke zwischen gesunder Skepsis und Umsturzfantasien bewegt, hat durchaus sinnvolle und gut funktionierende Denkmuster entwickelt. Man erkennt sie an jenen rhetorischen Routinen, die jede Irritation elegant neutralisieren: Wird etwa Birgit Kelles Duktus vom angeblichem „Gender-Gaga“ empirisch eingeordnet (etwa mit Verweis darauf, dass geschlechtergerechte Sprache weder staatlich verordnet noch flächendeckend verpflichtend ist), verschiebt sich die Debatte rasch von der Sach- zur Gefühlsebene. Dann geht es plötzlich nicht mehr um Linguistik oder Statistik, sondern um ein vermeintliches Gefühl von Kulturkampf. Unangenehme Zweifel werden dabei entweder wegrationalisiert oder als notwendige Erstverschlimmerung gedeutet. In solchen dichotomen Denkmustern erscheint das eigene Weltbild naturgemäß als makelloses Weiß, aufgeklärt moralisch und unangreifbar. Und wer gibt schon freiwillig die weiße Weste ab, um sich in das diffuse Grau zwischen den Positionen zu wagen? Dort, wo Verschwörungstheorien oder Desinformationen weltanschaulichen und moralischen Halt bieten, tut Differenzierung weh.</p><p>Wer das Gegenüber deradikalisieren, retten oder aus diesem Weltbild herauslösen möchte, steht zudem vor einer heiklen Versuchung: dem paternalistischen Impuls. Der Wunsch zu helfen kann schnell in eine Haltung kippen, in der man sich selbst als rationalen Rettungsanker und das Gegenüber als zu korrigierendes Projekt begreift. Wer ernsthaft einen Dialog offenhalten will, muss deshalb eine unangenehme Tugend kultivieren: das eigene Bedürfnis, Recht zu behalten, zumindest zeitweise zurückzustellen. </p><p>Faktenchecks wirken nämlich vor allem dort, wo das Weltbild noch porös ist. Wo noch differenziert wird. Wo Denkmuster Reflexion zulassen, und wo ein Rest an epistemischer Beweglichkeit vorhanden ist, vielleicht auch jene altmodische Tugend der Achtsamkeit. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Fakt als die Bereitschaft, ihn überhaupt in die eigene Deutung der Welt einzulassen. Dort, wo die psychologische Investition in eine Erzählung die Zukunft noch nicht vollständig determiniert hat, können Fakten tatsächlich noch etwas bewegen. Fest Überzeugte und Extremisten hingegen leben häufig in einer eigentümlichen Mischung aus Selbstaffirmation und Selbstaufopferung. Das eigene Weltbild wird nicht nur verteidigt, sondern als moralische Standhaftigkeit inszeniert. In dieser Logik entsteht ein Anti-Mindset: Offenheit wird zwar rhetorisch beschworen, praktisch aber nur gegenüber Informationen gewährt, die das bestehende Narrativ bestätigen. </p><p> </p><p><strong>Kein Moralisieren, kein Entlarven, keine Demütigung – besser: Augenhöhe!</strong></p><p>Wie also factcheckt man im Umfeld, ohne den Dialog sofort zu zerstören? Vielleicht so: nicht als Tribunal, sondern als Angebot. Ein gemeinsames Nachschlagen, ein zweiter Blick auf eine Quelle, die Einladung, eine Studie oder einen Artikel zusammen zu lesen. Keine Moralisierung, kein Entlarven, kein öffentliches Bloßstellen. Menschenfeindliche Aussagen müssen und sollten dabei nicht unwidersprochen bleiben, aber sie brauchen auch keine Bühne. Hilfreicher ist oft eine andere Frage: Warum ist diese Überzeugung gerade jetzt so wichtig? Welche Sorge steckt dahinter? Was macht das mit dir? Manchmal hilft es auch, einen eigenen Bezugspunkt zu nennen, also eine Begegnung, eine Erfahrung oder Beobachtung. So entsteht ein kleiner, aber feiner Empathieraum, in dem nicht sofort Positionen gegeneinanderstehen, sondern zunächst Menschen miteinander sprechen. Sorgen ernstzunehmen bedeutet dabei nicht, jede Schlussfolgerung zu teilen. Aber es hält den Gesprächskanal offen. Faktenchecks sind deshalb keine Zensur. Sie sind eher eine Form der Einordnung; ein Versuch, Kontext herzustellen in einer Welt, in der Informationen schneller zirkulieren als ihre Überprüfung. Sie nehmen dem Gegenüber nicht die Verantwortung für die eigenen Überzeugungen. Aber sie entlasten zumindest ein wenig jene, die versuchen, im Gespräch dagegenzuhalten. </p><p>Und schließlich bleibt noch etwas, das in solchen Debatten erstaunlich selten geworden ist: das eigene Beispiel. Zu sagen: Ich handle heute mit dem Wissen, das mir heute zur Verfügung steht. Erkenntnisse können sich ändern, Meinungen ebenfalls. Und ich bleibe offen dafür, mich selbst zu korrigieren, so wie ich auch bereit bin, die Entschuldigungen anderer anzunehmen. </p><p></p><p><em>Was sind eure Erfahrungen mit Faktenchecks? Recherchiert ihr den Aussagen anderer hinterher? Korrigiert ihr energisch, behutsam, oder lieber gar nicht? Wie fühlt ihr euch, wenn jemand euch korrigiert? Wie macht man es gut? Wie lieber nicht?</em></p><p><strong>Schreibt es gern in die Kommentare oder teilt eure Sicht in den Sozialen Medien!</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p><strong>Weiterführende Links:</strong></p><p></p><p>Tipps im Umgang mit Verschwö­rungs­gläubigen (Beratungsstelle veritas):</p><a href="https://www.veritas-berlin.de/de/umgang-mit-verschwoerungserzaehlungen.html">https://www.veritas-berlin.de/de/umgang-mit-verschwoerungserzaehlungen.html</a><p></p><p>Faktencheck-Tipps (Correctiv):</p><a href="https://correctiv.org/faktencheck/faktencheck-tipps/">https://correctiv.org/faktencheck/faktencheck-tipps/</a><p></p><p>Wie erkenne ich Falschmeldungen? (Correctiv):</p><a href="https://correctiv.org/faktencheck/faktencheck-tipps/2023/05/01/wie-erkenne-ich-falschmeldungen-2/">https://correctiv.org/faktencheck/faktencheck-tipps/2023/05/01/wie-erkenne-ich-falschmeldungen-2/</a><p></p><p><strong>Beratungsstelle veritas </strong></p><p>Wer selbst Probleme mit Verschwörungstheorien hat oder erlebt, dass Verschwörungsdenken persönliche Beziehungen mit Freunden oder Familie belastet, kann sich gerne bei veritas melden. <a href="https://www.veritas-berlin.de/de/">Veritas</a> ist eine Beratungsstelle für Betroffene von Verschwörungserzählungen und bietet – solltet ihr es wollen: auch gern anonym – eine kompetente Beratung, um soziale Beziehungen zu stabilisieren und Leidensdruck, wenn möglich, zu mindern. Veritas ist auch auf <a href="https://www.instagram.com/veritas.beratung/">Instagram</a>.</p><a href="https://www.instagram.com/veritas.beratung/">https://www.instagram.com/veritas.beratung/</a><p> </p><p></p><p><em>Transparenzhinweis: Ich (Jan Skudlarek) und Jenny Winkler haben bereits oft zusammengearbeitet, darüber hinaus bin ich seit 5 Jahren im wiss. Beirat der Beratungsstelle veritas, die Jenny mittlerweile leitet.</em></p><p> </p><p><strong>Jenny Winkler</strong></p><p>Jenny Winkler (M.A. Soziale Arbeit) berät bei veritas zu Verschwörungserzählungen und destruktiven Formen der Esoterik. Seit Januar 2025 leitet sie die <a href="https://www.veritas-berlin.de/">Beratungsstelle veritas</a>. Sie hat zum Ausstieg aus religiösen Bewegungen und weltanschaulichen Gruppen geforscht und absolvierte Weiterbildungen in Online-Beratung (DGOB) sowie in der Beratung zu Religions- und Weltanschauungsfragen (EZW). Derzeit bildet sie sich in systemischer Beratung und Therapie weiter. Neben ihrer Tätigkeit bei veritas ist sie freiberuflich als Lehrbeauftragte an der EH Berlin tätig und vermittelt dort Wissen zum Umgang mit Krisen, Suizidalität und digital gestützten Hilfesettings.</p><p> </p><p><strong>Jan Skudlarek</strong></p><p>Dr. Jan Skudlarek – Autor, Publizist und Sozialphilosoph. Mich interessiert das große Ganze und das kleine Komplizierte. Alles Wichtige zu mir findest du unter <a href="https://www.janskudlarek.de/">www.janskudlarek.de</a>.</p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Falls du es nicht schon tust, folge mir doch auf </mark><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Bluesky</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">, </mark><a href="https://www.instagram.com/janskudlarek/"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Instagram</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> oder </mark><a href="https://www.threads.net/@janskudlarek"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Threads</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> (aber bitte nicht auf der Straße)!</mark></p><p><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Du willst keinen Text von mir verpassen? 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Ich freue mich über jede Unterstützung!</mark></p><p></p><hr/><p>abgesehen davon</p><p>  </p><p>Schon meinen <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff"><strong>Podcast mit Janosch Dahmen</strong></a> gehört? Mit dem Arzt und Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sprach ich über ein System, das krank macht – und ein Gesundheitswesen, das Kranke zu heilen versucht. Wir reden darüber, was gut funktioniert und was weniger gut; wo Handlungsbedarf besteht und was Künstliche Intelligenz jetzt schon und in Zukunft für die Medizin – und somit schließlich für uns alle, als Patienten und Patientinnen – leisten kann. Das alles und vieles mehr erfahrt ihr in Folge 29 von „Nicht noch ein Politik-Podcast“. Die Folge heißt „Ein Patient namens Deutschland. Unser Gesundheitssystem zwischen Normalität und Notfall“ und ist auf allen üblichen Podcast-Portalen zu hören!</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff</a><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 02 Apr 2026 06:47:20 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Digitale Gewalt: Von Ulmen zu 'All Men']]></title>
      <description><![CDATA[Mitte März hat der Ulmen-Skandal die einen – zumeist Männer – ziemlich überrascht und die anderen – zumeist Frauen – weit weniger überrascht, weil sie im übergriffigen,…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Mitte März hat der Ulmen-Skandal die einen – zumeist Männer – ziemlich überrascht und die anderen – zumeist Frauen – weit weniger überrascht, weil sie im übergriffigen, missbräuchlichen und manipulativen Verhalten, das Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorwirft, keine skandalöse Einzeltat sehen, sondern eine Fortsetzung männlicher Verhaltensmuster, die in der Gesellschaft vielerorts zu finden sind. Seitdem ist eine Diskussion entstanden darüber, ob monströse Einzeltaten überhaupt noch monströse Einzeltaten sind, wenn es viele Monster gibt, viele Täter und mit ihnen viele Taten.</p><p>Im Wissen, dass schon viel Kluges gesagt und geschrieben wurde zur Causa Ulmen und im Bewusstsein, dass feministisches Empowerment und die Diskussion über Gewalt gegen Frauen grundsätzlich ohne „Erklärmänner“ und ihre Think Pieces auskommt, möchte ich mir nichtsdestoweniger ein paar Gedanken machen zur politischen, kulturellen und sozialen Tragweite dieses Missbrauchsfalls. Warum? Weil der Fall Ulmen-Fernandes mich persönlich sehr beschäftigt, seit Tagen. Weil ich nach wie vor versuche, die gesellschaftliche Bedeutung dahinter zu verstehen und einzuordnen. Weil Schreiben, als Autor, meine Art des Nachdenkens ist.  </p><p>Und damit bin ich nicht allein. Viele von uns beschäftigt die Bedeutung dieses Missbrauchsfalls, der einerseits singulär erscheint und gleichzeitig für so viele andere steht, für ähnliche oder noch schlimmere. Dies alles tue ich ohne Anspruch, die volle Trageweite des Falles Fernandes in allen Details durchschaut und verstanden zu haben (was als Außenstehender eh kaum möglich ist und für meine Argumentation auch nicht nötig); ich schreibe diesen Text lediglich in der bescheidenen Hoffnung, dass ich ein paar Gedanken ausformuliere, an die andere anschließen und die zum Weiterdenken einladen.</p><p></p><p><strong>»Du hast mich virtuell vergewaltigt«</strong></p><p>Beginnen wir mit einem Rückblick. Zu Fernandes‘ Vorwürfen, die der <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29">Spiegel</a> nach mehrmonatiger Recherche zuerst und umfassend berichtet hat, gehören: Identitätsdiebstahl, die Kontaktaufnahme zu dutzenden, wenn nicht hunderten Männern und das Versenden pornografischer Bilder und Videos in Fernandes‘ Namen, Fake-Profil-Sextalk mit ihr unbekannten Männern ebenso wie mit ihr persönlich bekannten Männern aus ihrem direkten Arbeitsumfeld, Verabredungen zum Telefonsex, vermeintlich als Collien Fernandes selbst (mit per KI verstellter Stimme), ebenso wie das Verbreiten von Pornografie in Video- und Bildform, die Collien Fernandes darstellen soll. Die Fakeprofile waren offenbar minutiös angelegt und in einigen Aspekten glaubwürdig gestaltet. Der Identitätsdiebstahl und die Kontaktaufnahme erfolgten primär über LinkedIn – und beides erfolgte über viele Jahre hinweg. Der langjährige Identitätsdiebstahl war bekannt, Collien Fernandes <a href="https://www.zdf.de/reportagen/die-spur-deepfake-pornos-collien-ulmen-fernandes-100">geht schon länger öffentlich dagegen vor</a>.</p><p>Die Wendung, die viele nun als <a href="https://www.instagram.com/p/DWRONQ9jJFA/">spektakulär</a> empfinden: Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, der Täter hinter alldem gewesen zu sein. Er habe es ihr gegenüber bereits Ende 2024 gestanden, so Fernandes. „Du hast mich virtuell vergewaltigt“ lautet der <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29">Spiegel-Artikel</a>, der ihre Sicht darlegt, und der neben faken Identitäten, digitaler Gewalt und Herabwürdigung auch körperliche Auseinandersetzungen und physische Gewalt innerhalb der mittlerweile geschiedenen Ehe schildert. Christian Ulmen wiederum veranlasst <a href="https://taz.de/Medienanwalt-Christian-Schertz-Auch-fuer-Christian-Ulmen-die-gaengige-Taktik/!6165075/">seinen Anwalt</a>, vieles abzustreiten, ohne auf Details einzugehen. Der Rechtsanwalt Christian Schertz spricht von „<a href="https://www.presseportal.de/pm/62754/6239500">unwahren Tatsachen</a>“, ebenso von „unzulässiger Verdachtsberichterstattung“. Der Spiegel und die mit der Recherche beauftragten Journalisten und Journalistinnen wiederum betonen eine saubere, kritische, und vor allem <a href="https://open.spotify.com/episode/32Z6ftAlJ5gz87tvtms2sS?si=NvL25rf4QFOX4_B_1XhTbw">tatsachenorientierte Arbeitsweise</a> mitsamt zulässiger <a href="https://www.instagram.com/p/DWRSOXRjNHU/?img_index=1">Verdachtsberichterstattung</a>. Der <a href="https://www.instagram.com/p/DWEZglKka_y/">Instagram-Beitrag</a> von Collien Fernandes, welcher ihre Perspektive zusammenfasst und eine mediale Lawine lostrat, erhielt innerhalb von weniger als einer Woche weit über achthunderttausend Likes und über vierzigtausend Kommentare.</p><p></p><p><strong>Männer, Gewalt, Verantwortung</strong></p><p>Das gesellschaftspolitische Nachbeben ist immens. Die wesentlichen Fragen, welche dieser Tage öffentlich verhandelt werden, lauten unter anderem:</p><p>1.      Wie viel „Ulmen“ steckt in „All Men“ – und umgekehrt? Wo endet individuelle Verantwortlichkeit und wo beginnt gesellschaftliche Verantwortung? Sind wir alle schuld, oder „nur“ ein Einzelner?</p><p>2.      Wie können Frauen sich wehren gegen männliche Gewalt, online wie offline? Wie können wir, als Gesellschaft, insb. Frauen besser schützen vor digitaler Gewalt, die insb. von Männern ausgeht? Wie verbessern wir die Infrastruktur diesbezüglich? Wie lässt sich feministisches Empowerment sozial, rechtlich, politisch angehen und umsetzen?</p><p>3.      Bezüglich Geschlechterrollen, Veränderungswillen und Verantwortungsdimensionen: Wie kann ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel stattfinden? Was bedeutet Verantwortung? Was ist die politische Dimension? Und wie sind die Frontverläufe der Debatte digitaler Gewalt hinsichtlich „rechts“ und „links“?</p><p>Weil alle drei Fragenkomplexe – und die dazugehörigen Antworten – zusammenhängen und sich wechselseitig bedingen, möchte ich einige ebenfalls zusammenhängende Überlegungen dazu formulieren.</p><p> </p><p><strong>Gewalt gegen Frauen auf dem Höchststand</strong></p><p>Fangen wir zunächst mit etwas Statistik an. Indem wir Daten, Fakten und – in Anspielung auf die Stilblüte des Ulmen-Anwalts Christian Schertz – „wahre Tatsachen“ in die Diskussion holen, versachlichen wir dieselbe.</p><a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e/uploads/images/ldjqy6ncxd/bka_bundeslagebild_hausliche_gewalt.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html">https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html</a><p></p><p>Das Bundeskriminalamt schreibt im November 2025:</p><blockquote><p>„Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 265.942 Menschen Opfer Häuslicher Gewalt, ein neuer Höchststand. Fast jedes fünfte in der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Delikten, die auch, aber nicht ausschließlich diesem Phänomenbereich zugerechnet werden, erfasste Opfer ist Opfer von Häuslichen Gewalt. Diese sind mit 70,4 Prozent überwiegend weiblich.“</p></blockquote><p>Ferner ergibt eine Auswertung der BKA-Daten aus dem Jahr 2024:</p><blockquote><p>„Im Jahr 2024 wurden insgesamt 171.069 Opfer von Partnerschaftsgewalt registriert. Mehr als die Hälfte der Opfer (58,1 Prozent) erlitten dabei vorsätzliche einfache Körperverletzungen, 25,6 Prozent waren von Bedrohung, Stalking und Nötigung betroffen.“</p></blockquote><a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e/uploads/images/qfyo6gwxac/BKA_kreisdiagramm.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p> </p><p>Die Daten sprechen eine deutliche Sprache. Häusliche und partnerschaftliche Gewalt sind in Deutschland keine Seltenheit, im Gegenteil. Häusliche Gewalt <a href="https://katapult-mv.de/artikel/haeusliche-gewalt-nimmt-zu-gelder-werden-gestrichen/">nimmt zu</a> und ist auf <a href="https://www.bdk.de/der-bdk/was-wir-tun/aktuelles/gewalt-gegen-frauen-auf-hoechststand-alarmierende-entwicklung-ist-ein-angriff-auf-unsere-werte-und-gesellschaft">einem Höchststand</a>, während es gleichzeitig ein immenses Dunkelfeld gibt, <a href="https://www.deutschlandfunk.de/haeusliche-gewalt-lesubia-dunkelfeldstudie-bka-dobrindt-prien-100.html">schätzungsweise 19 von 20 Fällen bleiben verborgen</a>. Schlimmer noch: es werden Gelder für Präventionsprogramme gestrichen.</p><a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-11/haushaltsausschuss-missbrauchsopfer-gelder-gestrichen">https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-11/haushaltsausschuss-missbrauchsopfer-gelder-gestrichen</a><p>Während es also strukturelle Hürden bei der Ermittlung und rechtlichen Verfolgung „klassischer Gewaltdelikte“ (vor allem) gegen Frauen gibt, zeigt sich mit dem Fall Fernandes (und aller <a href="https://www.spiegel.de/panorama/berlin-collien-fernandes-demo-gegen-digitale-gewalt-interview-mit-organisatorin-theresia-crone-a-0434abde-39a0-48f3-a793-36d808906623">verwandten Fälle</a>) eine neue Form des Gewaltdelikts – die <a href="https://hateaid.org/digitale-gewalt/">digitale und virtuelle Gewalt</a> gegenüber Frauen. Wobei „neu“ relativ ist. Bei genauer Betrachtung und weiterer Recherche zeigt sich, dass das Phänomen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deepfake-Pornografie">Deepfake-Pornografie</a> uns schon fast ein ganzes Jahrzehnt begleitet; die ersten deepfake-pornografischen Beiträge mit einer gewissen Reichweite kamen um das Jahr 2017 auf, u.a. auf der Plattform Reddit. Getan hat sich seitdem: wenig.</p><p></p><p><strong>Der jetzige Opferschutz reicht nicht, es braucht bessere Rechtsprechung</strong></p><p>Sprechen wir also jetzt – gesamtgesellschaftlich wie berufspolitisch – darüber, wie wir den Opferschutz und die Präventionsarbeit hinsichtlich digitaler Gewalt verbessern können, ist es eine „Besser spät als nie“-Diskussion. Viel wurde die letzten Tage darüber geschrieben, dass die deutsche Rechtsprechung diesbezüglich nicht ausreicht und bspw. <a href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/anzeige-von-collien-fernandes-auf-mallorca-so-schutzt-spanien-frauen-vor-gewalt-von-mannern-15382199.html">Spanien</a>, wo Fernandes ihren Ex-Mann Ulmen angezeigt hat, da beide Wohnsitze auf Mallorca haben, bezüglich <a href="https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/deepfakes-ki-strafrecht-collien-fernandes-christian-ulmen-100.html">digitaler Gewalt eine bessere, angemessenere Rechtsprechung</a> hat, die Opfer-Anliegen ernster nimmt als jene in Deutschland.  </p><p>Insofern ist es gut und wünschenswert, dass hierzulande juristisch nachgebessert wird, und es ist zu begrüßen, dass sich politisch wirklich etwas bewegt:</p><blockquote><p>„Justizministerin Hubig will mit einem neuen Gesetz gegen digitale Gewalt vorgehen. Nach Bekanntwerden des Falls Collien Fernandes gilt dabei der Ahndung pornografischer Deepfakes ein besonderes Augenmerk. Derzeit sind Erstellen und Verbreiten solcher Aufnahmen noch weitgehend straffrei.“</p></blockquote><a href="https://www.n-tv.de/politik/Fuer-Deepfakes-soll-es-kuenftig-bis-zu-zwei-Jahre-Haft-geben-id30505883.html">https://www.n-tv.de/politik/Fuer-Deepfakes-soll-es-kuenftig-bis-zu-zwei-Jahre-Haft-geben-id30505883.html</a><p>Sowohl die Regierung als auch die Opposition befassen sich momentan intensiv mit dem Thema digitaler Gewalt:</p><blockquote><p>„Die Grünen-Rechtspolitikerin Lena Gumnior hat einen Gesetzentwurf erarbeitet, der KI-gefälschte intime Aufnahmen unter Strafe stellen würde. Der Vorstoß geht über die Pläne der Bundesregierung hinaus.“</p></blockquote><a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-legen-eigenen-gesetzentwurf-zu-digitaler-gewalt-vor-a-5b1ce3b0-f01b-407a-a314-66d58e0c5cfa">https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-legen-eigenen-gesetzentwurf-zu-digitaler-gewalt-vor-a-5b1ce3b0-f01b-407a-a314-66d58e0c5cfa</a><p>Wichtig erscheint hierbei aus juristischer Sicht, dass keine Schlupflöcher entstehen, worauf auch Rechtsanwalt Chan-jo Jun hinweist:</p><a href="https://bsky.app/profile/did:plc:u2gcdwidh3z46x5a2dsl43gd/post/3mhpmxkpy722e?ref_src=embed"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e/uploads/images/nrd4jo5uvj/anwalt_jun_beitrag.jpg.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://bsky.app/profile/jun.de/post/3mhpmxkpy722e">https://bsky.app/profile/jun.de/post/3mhpmxkpy722e</a><p>Strafrechtsexpertin Anja Schmidt argumentiert:</p><blockquote><p>„Nicht nur das Verbreiten sollte unter Strafe stehen, sondern auch das Herstellen und der private Gebrauch. Und das mit einer angemessenen Strafdrohung.“</p></blockquote><a href="https://www.instagram.com/p/DWTKL0MjSe9/">https://www.instagram.com/p/DWTKL0MjSe9/</a><p>Wie auch immer genau die Regelung in Zukunft aussieht – zentral ist, dass Betroffene digitaler Gewalt sich nicht nur ernstgenommen fühlen, sondern dass ernsthaft ermittelt wird und überhaupt ernsthaft ermittelt werden kann; und dass jene, die ungefragt pornografische Inhalte von anderen erstellen oder verbreiten sich mit einer Rechtsprechung konfrontiert sehen, die sie von solchen Widerlichkeiten abhält, indem sie den Online-Missbrauch ausermittelt und angemessen bestraft.</p><p>Collien Fernandes selbst bringt die aktuelle dysfunktionale Lage im Gespräch mit der Tagesschau auf den Punkt:</p><blockquote><p>„[I]ch habe das Gefühl, dass wir hier etwas im System haben, das nicht funktioniert. Und darauf möchte ich gerne hinweisen. Da muss sich ganz dringend etwas ändern. Denn warum sollte man etwas zur Anzeige bringen, wenn am Ende nichts dabei rumkommt?“</p></blockquote><a href="https://www.tagesschau.de/inland/collien-fernandes-interview-ulmen-100.html">https://www.tagesschau.de/inland/collien-fernandes-interview-ulmen-100.html</a><p> </p><p><strong>Von „Ulmen“ zu „All Men“</strong></p><p>Während Einzeltaten in trivialer Interpretation immer die Taten Einzelner sind, finden jedoch auch Einzeltaten vor einem gesellschaftlichen, einem sozialen und einem politischen Hintergrund statt. Als einzelne Menschen sind wir logischerweise einzelne Menschen, dennoch fühlen, denken und handeln wir vor dem Hintergrund unserer politischen Rahmenbedingungen, unserer Handlungspraxen und vor dem Hintergrund dessen, was in unserer Gesellschaft als „normal“, „akzeptabel“ oder zumindest „toleriert“ gilt. Der soziologische Fachbegriff hierfür lautet <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18233/sozialisation/">Sozialisation</a>. Wir alle bestimmen mit, was in einer Gesellschaft geht und was nicht geht, indem wir es akzeptieren – oder uns aktiv bestimmten Entwicklungen entgegenstellen, sie kritisieren, sie nicht akzeptieren. Werte und Normen sind insofern nur Werte und Normen, indem wir etwas aus ihnen für unsere Lebenswirklichkeit ableiten.</p><p>Die letzten Jahre haben leider gezeigt, dass u.a. sexistische Denkweisen, Äußerungen und Haltungen wieder mehr an Konjunktur gewinnen, auch und insbesondere bei Jüngeren:</p><a href="https://www.fr.de/panorama/zurueck-in-die-50er-junge-menschen-denken-wieder-konservativ-zr-94205703.html">https://www.fr.de/panorama/zurueck-in-die-50er-junge-menschen-denken-wieder-konservativ-zr-94205703.html</a><p>Ein besonderes Problem stellt die sogenannte „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manosphere">Manosphere</a>“ dar, ein ebenfalls digitales, ultrasexistisches, antifeministisches Netzwerk (pseudo-)männlicher Influencer. Dort werden Frauen entmenschlicht, degradiert und gedemütigt – und sehr dürftige Denkweisen und Weltanschauungen verbreitet, nicht selten mit dickem Bizeps und Zigarre, und gegenüber einem meist jugendlichen Publikum als maskuliner Way of Life inszeniert. In der Manosphere werden nicht nur extremistische Ideologien verkauft, es geht auch buchstäblich um Geld: um Abos, minderwertige Fitness-Produkte und dubiose Krypto-Investments. Rechte Influencer wie Andrew Tate vergiften Köpfe und leeren Portemonnaies.</p><a href="https://taz.de/Netflix-Doku-Inside-the-Manosphere/!6163017/">https://taz.de/Netflix-Doku-Inside-the-Manosphere/!6163017/</a><p>Eltern, vor allem Eltern von Jungen, stehen heutzutage also vor der doppelten Schwierigkeit: Ihren Jungs nicht nur Werte zu vermitteln, sondern emanzipatorische Werte zu vermitteln; Werte, die Gleichberechtigung vermitteln und die somit im genauen Gegensatz stehen zu dem, was sexistische Influencer auf TikTok, Instagram, X und YouTube von sich geben.</p><hr/><p>newsletter</p><p><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Du willst keinen Text von mir verpassen? Dann registriere dich für meinen kostenlosen </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Newsletter</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">! Abgesehen davon bin ich dankbar, wenn du diesen Artikel teilst 🙏</mark></p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ich einen Ratschlag geben soll, wäre es dieser: Sprecht mit euren Jungs – und ich meine wirklich Jungs, schon im Grundschulalter – über Geschlechterverhältnisse, über Gender und Macht, über Männlichkeit und Weiblichkeit und alles dazwischen. Hört ihnen zu, fragt sie (vorsichtig), was sie bewegt, was sie denken, was sie fühlen und – sollten sie bereits ein Smartphone besitzen – was sie so online konsumieren. Für alle, die dabei Hilfe benötigen: Zum Thema digitale Aufklärung hat <a href="https://www.instagram.com/maditaoeming/">Madita Oeming</a> gerade ein interessantes Buch veröffentlicht.</p><a href="https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622">https://www.rowohlt.de/buch/madita-oeming-madita-oeming-aufgeklaert-statt-aufgeregt-9783499016622</a><p></p><p><strong>Die Verantwortung muss die Seiten wechseln!</strong></p><p>Ein Satz, der dieser Tage immer wieder zu Recht zitiert wird, lautet: „Die Scham muss die Seite wechseln“. Der ikonische Satz von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gis%C3%A8le_Pelicot">Gisele Pélicot</a> (ursprünglich geht das Zitat zurück auf die Anwältin und Frauenrechtlerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prozess_um_Massenvergewaltigungen_von_Gis%C3%A8le_Pelicot#Rezeption_und_gesellschaftliche_Reaktionen">Gisèle Halimi</a>), die zum Vorbild im Kampf gegen sexualisierte Gewalt und zum Symbol für weibliches Empowerment wurde, ist auch dieser Tage so gültig wie immer.</p><p>Er wird präzisiert und weitergedacht: „Nicht nur die Scham muss die Seite wechseln, sondern die Angst muss die Seite wechseln, die Konsequenzen müssen die Seite wechseln und die Ressourcen“, sagt beispielsweise Autorin Düzen Tekkal, die gemeinsam mit Ricarda Lang und vielen weiteren prominenten Frauen einen <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/zehn-punkte-plan-sexualisierte-gewalt-deepfake-praevention-fernandes-100.html">Forderungskatalog gegen sexualisierte digitale Gewalt</a> aufgestellt hat. Der darin enthaltene Zehn-Punkte-Plan verdient Aufmerksamkeit und Umsetzung, bitte schaut ihn euch an:</p><a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/zehn-punkte-plan-sexualisierte-gewalt-deepfake-praevention-fernandes-100.html">https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/zehn-punkte-plan-sexualisierte-gewalt-deepfake-praevention-fernandes-100.html</a><p>Und wir Männer? Wir Männer müssen herausfinden aus dem Luxus des Schockiertseins. Schock und Empörung sind verständliche erste Reaktionen auf solche Fälle wie den Fall Ulmen-Fernandes – wenn es jedoch dabei bleibt, ist niemandem geholfen. Wir Männer sollten nachvollziehen, warum Frauen im Zeitalter von Epstein, Sean Combs, Pelicot usw. eben <em>nicht</em> sonderlich überrascht sind, wenn ein weiterer monströser Fall ans Licht kommt. Wir Männer sollten Frauen zuhören, wenn sie ihre Erlebnisse schildern. Wir Männer sollten uns solidarisch zeigen, wo es nur geht. Wir Männer sollten Frauen als Expertinnen in eigener Sache anerkennen und ihnen Gehör schenken und eine Bühne geben, wo es möglich ist. Wir Männer sollten andere Männer darin unterstützen, nicht-sexistische Formen von Männlichkeit für sich zu suchen, zu finden und zu leben. Und wir Männer sollten andere Männer zur Rechenschaft ziehen, wo ihr Verhalten – digital oder offline – Frauen bedrängt, beleidigt, missachtet oder sie missbraucht.</p><p>Und auf politischer Ebene: Wir Männer sollten fordern, dass unser Bundeskanzler sich <a href="https://www.instagram.com/p/DWQ98zFguBB/?img_index=1">positioniert</a> (jenseits <a href="https://www.instagram.com/reels/DWT_IznFCDk/">rechtspopulistischer Plattitüden</a>). Wir Männer sollten uns Politikern entgegenstellen, die Opferschutz <a href="https://www.instagram.com/p/DWN7nxFjBMx/">abschaffen oder als „links“ framen</a> wollen. Wir Männer sollten unser Kreuz bei Parteien machen, die die Belange von Mädchen und Frauen ernstnehmen, und nicht bei jenen Parteien, die sie bevormunden, ihre Probleme kleinreden oder, wie im Fall der AfD, Gewalt gegen Frauen in ihrem Sinne instrumentalisieren.</p><a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/verschwoerungstheorien-fernandes-ulmen-li.3457076?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/kultur/verschwoerungstheorien-fernandes-ulmen-li.3457076?reduced=true</a><p> </p><p>Gesellschaftlicher Wandel ist ein langsamer Prozess, ein gemeinsamer Prozess. Der Fall Fernandes-Ulmen hat seine Berechtigung als öffentliche Diskussion und als demokratischer Aushandlungsprozess. Weil er über den individuellen Fall hinausweist. Weil er wichtig ist. Weil er uns alle betrifft.</p><p>Das letzte Wort gebe ich dementsprechend <a href="https://www.tagesschau.de/inland/collien-fernandes-interview-ulmen-100.html">Collien Fernandes</a> selbst (die gerade <a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-03/collien-fernandes-christian-ulmen-morddrohungen">wegen Morddrohungen</a> eine Demoteilnahme absagen musste):</p><blockquote><p>„Ich äußere mich nicht erst jetzt zu diesem Sachverhalt, sondern bereits seit Jahren. Und dass ich mittlerweile weiß, wer der Täter ist, soll daran nichts ändern. Mir ist einfach wichtig, darauf hinzuweisen, welche gesetzlichen Schutzlücken es gibt. Ich habe selbst Erfahrungen damit gemacht, dass wenn man das Thema zur Anzeige bringt, diese Anzeige nicht weiter verfolgt wird, das ganze Thema relativ schnell fallen gelassen wird. Also ich habe selbst Erfahrungen mit dem Justizversagen gemacht.“</p></blockquote><a href="https://www.tagesschau.de/inland/collien-fernandes-interview-ulmen-100.html">https://www.tagesschau.de/inland/collien-fernandes-interview-ulmen-100.html</a><p></p><hr/><p>weiterführendes</p><p><strong>Hilfs- und Präventionsangebote</strong></p><ul><li><p>Das <a href="https://www.hilfetelefon.de/">Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“</a> bietet Frauen rund um die Uhr kostenlose und anonyme Beratung in 19 Sprachen an. Telefon: 116 016</p></li><li><p>Gewaltbetroffene Männer erhalten Beratung unter 0800 1239900 oder per Sofortchat unter <a href="http://www.maennerhilfetelefon.de/">www.maennerhilfetelefon.de</a></p></li><li><p>Die App des Vereins <a href="https://www.gewaltfrei-in-die-zukunft.de/">„Gewaltfrei in die Zukunft e.V.“ </a>bietet von häuslicher Gewalt betroffenen Personen einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen und Unterstützungsangeboten und soll als Brücke in das bestehende Hilfenetzwerk dienen.</p></li><li><p>Weißer Ring e.V. Schnelle und direkte Hilfe für Opfer von Kriminalität. Sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Fragen der Opferhilfe und des Opferschutzes. <a href="https://www.weisser-ring.de/">Onlineberatung</a> oder per Telefon: 116 006</p></li><li><p>Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer&quot;: 116 111</p></li><li><p>Hilfetelefon bei sexualisierter Gewalt: 0800 22 55 530</p></li><li><p>Telefonseelsorge: 0800 1110111 oder 0800 1110222</p></li><li><p><a href="https://www.polizei-beratung.de/">Polizeiliche Kriminalprävention </a>der Länder und des Bundes (ProPK) oder bei <a href="https://www.bka.de/www.polizeif%C3%BCrdich.de">Polizei für Dich</a></p></li><li><p><a href="https://hateaid.org/">HateAid</a> ist eine gemeinnützige Organisation, die Menschen schützt und unterstützt, die von digitaler Gewalt wie Hassrede, Morddrohungen oder Mobbing im Internet betroffen sind.</p></li></ul><p>Diese Liste übernehme ich von der <a href="https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html">BKA-Webseite</a> und habe sie etwas erweitert.</p><p></p><p></p><p><strong>Dokutipps:</strong></p><p>Louis Theroux: Inside the Manosphere:</p><a href="https://www.zeit.de/feuilleton/film/2026-03/louis-theroux-inside-the-manosphere-netflix-dokumentation-maenner">https://www.zeit.de/feuilleton/film/2026-03/louis-theroux-inside-the-manosphere-netflix-dokumentation-maenner</a><p>Die ZDF-Reportagen „Deepfake-Pornos: Digitaler Missbrauch” von Collien Fernandes selbst:</p><a href="https://www.zdf.de/reportagen/die-spur-deepfake-pornos-collien-ulmen-fernandes-100">https://www.zdf.de/reportagen/die-spur-deepfake-pornos-collien-ulmen-fernandes-100</a><p></p><p><strong>Buchempfehlungen</strong></p><p>Ingrid Brodnig - Feindbild Frau (2026)</p><a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/">https://www.brandstaetterverlag.com/buch/feindbild-frau/</a><p></p><p>Veronika Kracher - Bitch Hunt. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen (2026)</p><a href="https://www.verbrecherverlag.de/shop/bitch-hunt-warum-wir-es-lieben-frauen-zu-hassen/">https://www.verbrecherverlag.de/shop/bitch-hunt-warum-wir-es-lieben-frauen-zu-hassen/</a><p></p><p>Tobias Ginsburg – Die letzten Männer des Westens (2021)</p><a href="https://www.rowohlt.de/buch/tobias-ginsburg-die-letzten-maenner-des-westens-9783499003530">https://www.rowohlt.de/buch/tobias-ginsburg-die-letzten-maenner-des-westens-9783499003530</a><p></p><p>Ute Frevert – Die Politik der Demütigung (2017)</p><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/ute-frevert-die-politik-der-demuetigung-9783103972221">https://www.fischerverlage.de/buch/ute-frevert-die-politik-der-demuetigung-9783103972221</a><p></p><p><strong>Weiterführende Artikel und Links:</strong></p><p><a href="https://weact.campact.de/petitions/in-solidaritat-mit-collien-fernandes-10-forderungen-an-die-bundesregierung">In Solidarität mit Collien Fernandes: 10 Forderungen an die Bundesregierung</a></p><a href="https://weact.campact.de/petitions/in-solidaritat-mit-collien-fernandes-10-forderungen-an-die-bundesregierung">https://weact.campact.de/petitions/in-solidaritat-mit-collien-fernandes-10-forderungen-an-die-bundesregierung</a><p>“Wir müssen was tun. Um unsere Solidarität zu zeigen. Und um dazu beizutragen, dass sich in Deutschland ordentlich was ändert. Über’s Wochenende haben wir mobilisiert.<br/><br/>Wir sind nun über 250 (!!!) Frauen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Wir sind entsetzt über die abscheuliche Gewalt, die Collien Fernandes öffentlich gemacht hat. Wir stehen in Solidarität an ihrer Seite und bewundern ihren Mut. <br/><br/>Die Straflosigkeit männlicher Gewalt muss endlich ein Ende haben. Wir fordern von der Bundesregierung Schutz vor männlicher Gewalt und digitaler sexualisierter Gewalt. <br/><br/><strong>Initiatorinnen:</strong><br/>Kristina Lunz<br/>Ricarda Lang<br/>Düzen Tekkal”</p><a href="https://hateaid.org/deepfakes/">https://hateaid.org/deepfakes/</a><p></p><a href="https://www.watson.de/leben/analyse/683376931-fall-collien-fernandes-neue-form-von-gewalt-betrifft-frauen-massiv?utm_source=firefox-newtab-de-de">https://www.watson.de/leben/analyse/683376931-fall-collien-fernandes-neue-form-von-gewalt-betrifft-frauen-massiv?utm_source=firefox-newtab-de-de</a><a href="https://www.sueddeutsche.de/medien/andrew-tate-digitale-gewalt-manosphere-netflix-li.3450346?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/medien/andrew-tate-digitale-gewalt-manosphere-netflix-li.3450346?reduced=true</a><p></p><p>PS: Wer einen Einblick in die bizarre Welt der Antifeministen haben möchte, <a href="https://www.threads.com/@alluring/post/DWStOmTjYNQ">hier ein Kurzausschnitt</a>. Inhalt: Der fragil-maskuline Anti-Feminist Andrew Tate sitzt allein auf einer Yacht und „argumentiert“, wer nicht, wie er, „hypermaskulin“ und einsam auf einer Yacht in Hong Kong dahinvegetiere (und sattdessen Serien wie „Buffy“ schaue), sei schwul. Nicht weniger bizarr und unfreiwillig komisch – der Ex-Kampfsportler Tate, wie er ausführt, er sei ultramännlich <a href="https://www.threads.com/@alexandbooks_/post/DUbVRaRgPjA">und lese folglich keine Bücher</a>. Leser interessierten sich ja für alberne Dinge wie „Piraten auf Booten“, so Tate (das sagt er wirklich). Solche Auftritte erinnern mich mich an das, was Historiker Thomas Zimmer im <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">Podcastgespräch mit mir</a> über Donald Trump sagte. Solche Männer können „lächerlich und gefährlich zugleich“ sein, sagte Zimmer. Es schließt sich nicht aus. Dass die hypersexistischen Influencer aus der Manosphere wie <a href="https://www.sueddeutsche.de/medien/andrew-tate-digitale-gewalt-manosphere-netflix-li.3450346?reduced=true">Andrew Tate</a>, <a href="https://thetab.com/2026/03/18/um-since-the-louis-theroux-doc-sneako-has-completely-gone-back-on-his-controversial-views">Sneako</a>, <a href="https://variety.com/2026/tv/global/piers-morgan-walks-out-interview-manosphere-doc-hstikkytokky-1236693145/">HStikkytokky</a> usw. fragile Witzfiguren und Männlichkeitskarikaturen sind (wie man gut in der Doku von Louis Theroux „<a href="https://www.netflix.com/de/title/81920687">Inside the Manosphere</a>“ sieht), macht sie leider nicht ungefährlich. Sie sind insb. für Kinder, Jugendliche und junge Männer ein Einflussfaktor.</p><p>PPS: Dieser Beitrag ist, in Auszügen, auch auf Instagram, wo ihr ihn kommentieren oder teilen könnt!</p><a href="https://www.instagram.com/p/DWWfqzzjDJ6/?img_index=1">https://www.instagram.com/p/DWWfqzzjDJ6/?img_index=1</a><p>PPPS: Schon meinen <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff"><strong>Podcast mit Janosch Dahmen</strong></a> gehört?</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff</a><hr/><p>support</p><p><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Dieser Artikel war eine mehrtägige Arbeit. Du konntest ihn allein deswegen lesen, weil du entweder ein Abo hast – oder weil andere meine Arbeit auch für dich </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">crowdfunden</mark></strong></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">. Ich möchte solche Artikel in Zukunft weiter schreiben können – hierfür brauche ich eure Unterstützung! Du kannst mir ein paar Euro in die </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Kaffeekasse</mark></strong></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit"> werfen, oder, noch besser: registriere dir </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">ein Steady-Abo</mark></strong></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">. So garantierst du mir ein kleines Honorar und Sicherheit beim Schreiben. Wer schon mit einem Steady-Abo dabei ist: Danke! Ohne euch geht es nicht! 🙏</mark></p><p><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Es wäre toll, wenn du diesen Artikel teilst </mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">🙃</mark></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 26 Mar 2026 08:21:22 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #29: Ein Patient namens Deutschland - mit Janosch Dahmen (MdB)]]></title>
      <description><![CDATA[Mit dem Bundestagsabgeordneten, Notfallmediziner und Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (Bündnis 90/Die Grünen) rede ich in meiner aktuellen Podcastfolge über einen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Ein Patient namens Deutschland. Unser Gesundheitssystem zwischen Normalität und Notfall – mit Janosch Dahmen</h1><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff/uploads/images/c6labytdcf/Podcast__29_Template.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mit dem Bundestagsabgeordneten, Notfallmediziner und Gesundheitspolitiker <a href="https://www.gruene-bundestag.de/abgeordnete/details/dr-janosch-dahmen/">Janosch Dahmen</a> (Bündnis 90/Die Grünen) rede ich in meiner aktuellen Podcastfolge über einen Patienten namens Deutschland. Wir besprechen bröckelnde Gewissheiten, neue Herausforderungen und technische Umbrüche. Neben den Problemen des deutschen Gesundheitssystems geht es um die Monopolisierung durch Tech-Konzerne und die wachsende Bedeutung von KI in der Medizin. Wir erörtern die Notwendigkeit radikaler Reformen im Gesundheitswesen bei gleichzeitiger Plattformregulierung; und nehmen ebenso die vielen Vorteile und Chancen ins Auge, die uns Künstliche Intelligenz in den nächsten Jahren bereitstellen wird und jetzt schon bereitstellt. Es geht um per KI-Unterstützung vom Krebs geheilte Hunde, um <a href="https://futurism.com/artificial-intelligence/philosopher-ai-consciousness-startled-ai-email">KI-Agenten auf Selbstfindungsreise</a>, um medizinische Versorgungslücken, um Warteschlangenmedizin und um den oft dubiosen Einfluss von <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/3cbf026c-6adc-4d42-add3-e82929beee54">Big Tech</a> auf das deutsche Gesundheitssystem. Wir reden darüber, wie Populisten echte Probleme maximieren und künstlich ausschlachten, teils mithilfe großer Medienhäuser (looking at you, <a href="https://www.ardmediathek.de/video/zapp/springer-chef-doepfner-heikle-naehe-zu-musk-zuckerberg-und-co/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS85NmZmMTBkYS00ODI0LTQ4OTUtYTc3Yy00NzNkOWVkNzlhYmE">Springer</a>!) – und natürlich auch darüber, wie ihr euch angesichts aktueller Entwicklungen und technischer Revolutionen selbstwirksam behaupten könnt. Tipps und Empfehlungen zum Weiterdenken erhaltet ihr, wie üblich, ebenfalls. Danke für diese Sprechstunde, lieber Herr Doktor Dahmen!</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff/uploads/images/duncm4ubxz/Janosch_Dahmen_21.WP.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dr. <a href="https://janoschdahmenmdb.de/ueber-mich">Janosch Dahmen</a>: Geboren am 6. September 1981 in Berlin, verheiratet, 3 Kinder. 1988 bis 2001 Schulbildung; 2001 bis 2002 Zivildienst; 2002 bis 2004 Studium der Politikwissenschaft in Innsbruck und Berlin; 2004 bis 2010 Studium der Humanmedizin in Witten/Herdecke, Beirut und San Diego, 2011 Staatsexamen und Promotion; 2011 bis 2018 Facharztweiterbildung zum Unfallchirurgen und Spezialisierung zum Notfallmediziner am BG Klinikum Duisburg, im Anschluss Tätigkeit als Ärztlicher Leiter des Luftrettungszentrum CHRISTOPH 9; seit 2018 Medizinaldirektor und Oberarzt in der Ärztlichen Leitung des Rettungsdienst Berlin für die Berliner Feuerwehr.</p><p>Seit 1998 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen; 2009 bis 2014 Mitglied im Rat der Stadt Witten in Nordrhein-Westfalen; 2010 bis 2018 Mitglied im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen in NRW; seit 2020 <a href="https://janoschdahmenmdb.de/ueber-mich">Mitglied des Deutschen Bundestags</a> über die Bundestagswahlliste von Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff/uploads/images/zdoftrcjoc/1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff/uploads/images/zn3ueytb3l/3.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Hier geht es zum Podcast:</mark></p><a href="https://open.spotify.com/episode/42lXAFg1NRZZGuyyBzkGml?si=bc70d8b195954a53">https://open.spotify.com/episode/42lXAFg1NRZZGuyyBzkGml?si=bc70d8b195954a53</a><p>Ebenso auf Podigee &amp; allen anderen <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/nicht-noch-ein-politik-podcast/id1732913415">üblichen Plattformen</a>:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/29-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/29-neue-episode</a><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Podcastfolge war, wie immer, zunächst exklusiv für meine Steady-Mitglieder vorab verfügbar </mark>– mit einer Steady-Mitgliedschaft ermöglichst du nicht nur meine Arbeit, sondern hast zudem stets Erstzugriff auf alle Podcasts!</p><p></p><p><strong>PS: Es wäre mir ein Fest, wenn ihr diesen Beitrag teilt! 🙏</strong></p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/10a71265-b42a-4954-a3ec-869c0c7ca7ff/teaser_image/1775655746?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 20 Mar 2026 09:32:40 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[„Zusammenhaltestelle” (Gastbeitrag Sebastian 23)]]></title>
      <description><![CDATA[Was macht ein Gespräch zu einem guten Gespräch? Wenn ich Talkshows schaue, fühle ich mich manchmal, als würde mir jemand einen Bernhardiner mit einer Feder im Haar als…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Was macht ein Gespräch zu einem guten Gespräch? Wenn ich Talkshows schaue, fühle ich mich manchmal, als würde mir jemand einen Bernhardiner mit einer Feder im Haar als Huhn verkaufen wollen. In Talkshows gibt es kaum Gespräche, die diesen Namen verdient haben, beim besten Willen nicht. Da herrscht das gegenseitige Monologisieren, gewürzt mit permanenten Unterbrechungen, Themensprüngen, Verwechslung von Meinungen und Fakten, <em>false balancing</em> und ungeprüften Falschaussagen. Am Ende schneiden die Gäste dann ihre Antworten zu passenden Schnipseln auf „Social Media“, verzerren dabei den „Gesprächsverlauf“ und reißen Aussagen aus dem Kontext. Ehe man auf diesem Weg ein konstruktives Gespräch führt, legt der Bernhardiner ein Ei. Eine derart schlechte Karikatur von „Gesprächen“ wird uns nun aber allabendlich als politische Debatte verkauft. Im schlimmsten Fall sehen das die Zuschauenden nicht nur als Vorbild für angemessenes Kommunikationsverhalten, sondern verwechseln das Einschalten einer Talkshow mit politischer Beteiligung. Das ist natürlich beides eine Täuschung. Das merken wir spätestens daran, dass wir in einem echten Gespräch mit Talkshowmethoden keinen Austausch erreichen, sondern am Ende beide frustriert, irritiert und ratlos sind. Nehmen wir also erstmal den Druck raus, finden einen anderen Ort und eine andere Gesprächstradition.</p><p>Der Palaverbaum bietet sich da an. Dabei handelt es sich um eine in zahlreichen Ländern in West- und Zentralafrika übliche Tradition: Eine Dorfgemeinschaft versammelt sich unter einem markanten Baum, oft ein Baobab, Feigen-, Mango- oder Irokobaum. Dort treffen die Dorfbewohner gemeinsame Entscheidungen oder schlichten Streitigkeiten. Es ist aber vor allem auch ein Ort, an dem sie Geschichten austauschen, sich erzählen, was so passiert ist und wie es den Menschen geht. Es ist ein Freiraum, in dem sie sich durch Sprache verbinden, auf vielen Ebenen und ohne Druck oder ein anderes Ziel. Es geht nicht mal primär um den Austausch von Informationen, sondern um das Leben als soziale Wesen.</p><p>Eigentlich erstaunlich, dass wir in Mitteleuropa und generell in den westlichen Ländern inzwischen davon ausgehen, dass unsere Communities ohne solche Schnittstellen und gemeinsame Check-Ins funktionieren könnten, oder? Das war auch nicht immer so, denn auch bei uns traf man sich früher regelmäßig als Dorfgemeinschaft. Schon bei den Germanen tagte man bei einem „Thing“ und auch das fand oft unter einem Baum statt. Am häufigsten war es eine Linde – die Tradition, sich dort auszutauschen, die Gemeinschaft zu stärken, aber auch Recht zu sprechen oder zu vollstrecken, gibt es schon lange nicht mehr. Aber die Gerichtslinden, die man durchaus als Vorläufer heutiger demokratischer Institutionen wie Gerichten und Parlamenten betrachten kann, stehen in vielen Städten noch. In Göttingen zum Beispiel steht die Gerichtslinde seit über 400 Jahren, ich habe sie neulich besucht, ein beeindruckender Baum mit einem offenem Stamm. Leider hat inzwischen jemand eine vierspurige Straße direkt daneben gebaut. Die Linde und ich verurteilen das, ganz demokratisch. Wie soll man denn da in Ruhe palavern? Dabei hilft uns nicht nur das Erzählen, sondern auch das Zuhören: „Der Zuhörer ist ein Resonanzraum, in dem der Andere sich freiredet. So kann das Zuhören heilend sein“, schreibt Byung-Chul Han. Dadurch können wir der „Individualisierung des Leidens“ entgegenwirken und am Leben der Anderen teilnehmen, ich würde sagen: Zusammen leben. Hier liegt die politische Dimension des Zuhörens, denn Empfänglichkeit ist die Voraussetzung zur Erreichbarkeit. Und Erreichbarkeit braucht jede Verbindung. Nehmen wir uns an.</p><p>Wenn wir unser Wissen als statisch betrachten, wirkt Kritik schnell feindselig und wir vergeben die Chance, in einem Gespräch etwas zu lernen. Dabei hat schon Epikur erkannt: „Bei einem argumentationsfreudigen Streitgespräch erreicht der Unterlegene mehr, insofern er etwas dazulernt.“ Unrecht zu haben und das zu erkennen, ist trotzdem nichts, nach dem wir streben. Wir halten gern an Altem fest, weil es uns Sicherheit verspricht. Psychologen nennen das Status-Quo-Bias. Doch dass statisches Denken in einer sich schnell ändernden Welt keine idealen Ergebnisse produziert, sollte allen klar sein. Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner hat ausgearbeitet, wie dann noch der Impact Bias dazu kommt, der uns die Folgen einer kommenden Situation besonders dann überschätzen lässt, wenn wir sie als negativ betrachten. Noch eine Prise Verlustaversion dazu und fertig ist die komplette geistige Unbeweglichkeit. Dabei wissen wir aus der Forschung, dass Neuroplastizität in jeder Lebensphase gegeben ist – das ist akademisches Deutsch für: Wir lernen immer dazu, vom ersten bis zum letzten Moment unseres Lebens. Auch, wenn man es manchen Menschen nicht sofort anmerkt.</p><p></p><p><em>Textausschnitt aus:</em></p><p><a href="https://www.droemer-knaur.de/buch/sebastian-23-zusammenhaltestelle-9783963403675">„Zusammenhaltestelle“</a> – Sebastian 23, bene Verlag, 2026</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9f401602-d58b-4946-b633-9ba5e03a1e41/uploads/images/wbqkn7eida/PortraitSeb23.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Foto: Martin Steffen</em></p><p><a href="https://sebastian23.org/">Sebastian 23</a> ist ein Autor, Bühnenmensch und Aktivist aus Bochum. Vor 25 Jahren begann er, auf Poetry Slams aufzutreten und hat die deutschsprachige Szene mitgeprägt. Nach und nach nahm er Elemente aus Kabarett, Comedy und Liedermacher mit auf und veröffentlichte seit 2008 insgesamt 15 Bücher, darunter den Spiegelbestseller „Hinfallen ist wie Anlehnen, nur später“. Nebenher schreibt er auch für andere – so sind Songtexte von ihm z.B. auf Alben von Clueso und Deichkind zu finden. Im März 2026 startete er gemeinsam mit Marc-Uwe Kling, Sarah Bosetti und hunderten anderen Menschen das Internetformat „<a href="https://www.funfacts.de/">Fun Facts</a>“. Gelegentlich hat Sebastian 23 auch schon mal einen Preis gewonnen, zuletzt den „Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für Aufrechte Literatur 2023 “ und den „Deutschen Kabarettpreis 2024“.</p><p>All diese Dinge wissen allerdings nicht so viele Menschen – die meisten Leute kennen ihn nur als „<a href="https://www.instagram.com/mondschaf23/">mondschaf23</a>“. Unter diesem Namen veröffentlich er seit 2021 täglich Beiträge auf Social Media und erreicht so Hunderttausende. Irgendwie ironisch, oder?</p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/9f401602-d58b-4946-b633-9ba5e03a1e41/uploads/images/wbqkn7eida/PortraitSeb23.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sat, 14 Mar 2026 11:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Nein, Xavier Naidoo hatte nicht recht! ]]></title>
      <description><![CDATA[„Menschenhändler? Sexuelle Ausbeutung? Perverse Superreiche und ihre teuflischen Machenschaften? Steht doch alles in den Epstein-Files! Xavier Naidoo hatte recht!"]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p></p><p>„Menschenhändler? Sexuelle Ausbeutung? Perverse Superreiche und ihre teuflischen Machenschaften? Steht doch alles in den Epstein-Files! Xavier Naidoo hatte recht! Immer mehr Verschwörungserzählungen werden wahr!!!“</p><p>So oder so ähnlich liest man es momentan häufig. Die Telegram-Fraktion ist seit dem Epstein-Skandal in „Wir haben es euch doch gesagt“-Stimmung.</p><p>Warum das konspirative „I told you so!“ nicht zutrifft, warum Xavier Naidoo &amp; Co nicht recht hatten und warum Verschwörungserzählungen auch nach der Veröffentlichung immer weiterer Epstein-Dokumente eine denkbar schlechte Methode der Weltbeschreibung und der Erkenntnis sind, darum geht es im heutigen Artikel.</p><p> </p><h2><strong>Eckstein, Eckstein</strong></h2><p>Zunächst einmal fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Es gibt Verschwörungen. Dass sich eine Gruppe von Menschen zusammentut, im Geheimen agiert und mit mal mehr, mal weniger aktiver Geheimhaltung und Täuschung ihren Zielen nachgeht (meist den menschlichen, allzu menschlichen Zielen, also Geld, Macht, Einfluss), das kommt durchaus vor. Denken wir an den sogenannten „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasskandal">Abgasskandal</a>“. Spätestens im Jahr 2015 wurde bekannt, dass einige Autohersteller (u.a. VW) gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte für Autoabgase durch illegale Manipulation umgingen. Und spätestens seit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Snowden">Edward Snowden</a> wissen wir, dass mächtige Geheimdienste im Namen ihrer Regierung – im Fall Snowden der USA – sehr skrupellos, geradezu wahllos sind in ihrer Überwachung, und dass weder Bürgerrechte noch Datenschutz sie in irgendeiner Weise stoppen oder sie hindern an ihrer mitunter eindeutig verfassungswidrigen Arbeit. Und wer daran zweifelt, dass sich Wladimir Putin, und mit ihm der Putinismus, stets nur mit lauteren, legalen, transparenten Methoden Macht und Einfluss sichern, der zweifelt zu Recht. Nicht alles liegt offen zutage, manches geschieht im Verborgenen.</p><p>Jetzt also Epstein. Und <a href="https://www.derstandard.de/story/2000117602804/warumxavier-naidoo-staendig-von-adrenochrom-redet">Xavier Naidoo</a>. Der Schmusesänger der 90er und frühen 2000er, der in der Corona-Pandemie über Jahre hinweg <a href="https://cemas.io/blog/naidoo-telegram/">menschenfeindliche Erzählungen auf Telegram</a> postete. <a href="https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/xavier-naidoos-antisemitische-aussagen-haken-dran/">Knallharten Antisemitismus</a>, widerwärtiges Zeug.</p><a href="https://cemas.io/blog/naidoo-telegram/">https://cemas.io/blog/naidoo-telegram/</a><p> </p><p>Es gab <a href="https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/xavier-naidoo-analysiert/">miserablen Impfgegner-Rap</a>. Und Geschwafel über Adrenochrom, angebliche satanische Blutrituale. Verstört <a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;hs=XTnU&amp;sca_esv=f2b549a54f9ad480&amp;sxsrf=ANbL-n6uNXzmfO7fG3YNxAKrGRKxRoE0Vw:1772693516468&amp;udm=2&amp;fbs=ADc_l-YGrpJMQtvjQ6h14rj-dfIrbPkd_Upq68wJVnEIgo2Pwxu679PACFfTKv4n_1_FsyWcmsJ_9bzoaht0GJmpTAK6EUhXKyXhB5BaMxx7N7PXnjT6vetkPdmJCHpPkOvZ-28oQ58--U1IOS8BFzW_Bar3fApOnlzuOI_bzr8pFbD32ZIfD0Rdg4B4GNAP-tMHdDrDvR42&amp;q=xavier+naidoo+oh+gott+meme&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiQ0-D6lYiTAxUfQ_EDHVBZKDEQtKgLegQIExAB&amp;biw=1760&amp;bih=868&amp;dpr=1.09">vor der Kamera geheult</a> wurde auch mal. Dann erschien 2022 ein vermeintliches <a href="https://www.spiegel.de/kultur/xavier-naidoo-veroeffentlicht-entschuldigungs-video-bei-youtube-a-96e1d37f-813e-4fde-abb4-28b1137d866e">Entschuldigungsvideo</a> von Naidoo auf YouTube. „Ich habe erkannt, auf welchen Irrwegen ich mich teilweise befunden habe“, sagte Naidoo unter anderem. Viele, ich inklusive, zweifelten damals am plötzlichen Gesinnungswandel und sagten: Abwarten. Distanzierung ist kein einmaliges Sorry-Video, Distanzierung und Entradikalisierung sind lange, oft kräftezehrende Prozesse, die einiges an Willen und Anstrengung voraussetzen.</p><h2><strong>Naidoo wieder im Schwurbelmodus</strong></h2><p>Nun haben wir abgewartet und es stellt sich heraus: Die Entschuldigung des Showman Naidoo war nur Show.</p><p>Die Tagesschau spricht von einer „<a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/naidoo-epstein-100.html">Kehrtwende von der Kehrtwende</a>“. Die Konspirationskanone ist zurück! Und zwar volle Kanne:</p><blockquote><p>„Wir reden hier von Menschenfressern. Wir reden nicht von normalem Sextrafficking und jungen Frauen. Die fressen unsere Babys”, sagte der Sänger Xavier Naidoo in die Mikrofone der Journalisten und Streamer - offenbar in Anspielung auf die Epstein-Affäre. Auch die deutschen Politiker und die Justiz seien in Pädophilenringen verstrickt, glaubt Naidoo: „Bis mir was anderes bewiesen wird, muss ich leider davon ausgehen.””</p></blockquote><a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/naidoo-epstein-100.html">https://www.tagesschau.de/faktenfinder/naidoo-epstein-100.html</a><p>Der 54-jährige Musiker ist wieder vollends im Schwurbelmodus. Und wieder zurück <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/musik-konzert-comeback-wie-umgehen-mit-xavier-naidoo-15051301.html">auf den Bühnen</a>, wieder zurück auf den <a href="https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/xavier-naidoo-irritiert-mit-aussagen-ueber-menschenfresser-100.html">Aluhut-Demos</a>.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c6aa55a4-fd54-45b5-b5dd-bec97fa9ffbe/uploads/images/jg37c7afrz/kaufland_kein_land.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Das hat Naidoo nicht gesagt, das ist Satire – gewundert hätte es allerdings niemanden. Auch Parodien seiner Verschwörungstheorien und </em><a href="https://www.google.com/search?q=xavier+naidoo+oh+gott+meme&amp;client=firefox-b-d&amp;hs=OTnU&amp;sca_esv=e44a3b63b1b18493&amp;biw=1760&amp;bih=868&amp;sxsrf=ANbL-n5XXUsDj7yrJPvdlg-6zBOtF62Jyg%3A1772692966559&amp;ei=5iWpaYvrId-Nxc8Po4PVoQY&amp;udm=2&amp;oq=xavier+naidoo+oh+go&amp;gs_lp=Egxnd3Mtd2l6LXNlcnAiE3hhdmllciBuYWlkb28gb2ggZ28qAggAMhAQIxjwBRiABBgnGMkCGIoFMgUQABiABDIGEAAYFhgeSJQlUJ4EWOsccAJ4AZABAJgBnQGgAfUMqgEEMTYuNLgBA8gBAPgBAZgCFaAC2A3CAgoQIxiABBgnGIoFwgIEECMYJ8ICDhAuGIAEGLEDGNEDGMcBwgIREC4YgAQYsQMY0QMYgwEYxwHCAgsQABiABBixAxiDAcICDRAuGIAEGLEDGEMYigXCAg4QLhiABBjHARiOBRivAcICChAAGIAEGBQYhwLCAggQLhiABBixA8ICChAuGIAEGEMYigXCAgoQABiABBhDGIoFwgIFEC4YgATCAg0QLhiABBjRAxjHARgKwgINEC4YgAQYsQMYFBiHApgDAIgGAZIHBDE3LjSgB7SKA7IHBDE2LjS4B9QNwgcGMC4xLjIwyAdPgAgA&amp;sclient=gws-wiz-serp"><em>Memes dazu</em></a><em> gibt es seit Jahren.</em></p><hr aria-hidden="true"/><p> </p><p></p><h2><strong>Nein, Xavier Naidoo hatte nicht recht</strong></h2><p>Hatten Naidoo &amp; Co also auf irgendeine Weise recht? Diese Frage beschäftigt nicht nur mich, sondern momentan viele. Die kurze Antwort lautet schlicht: „Nein“. Naidoo &amp; Co hatten nicht recht.</p><p>Die interessantere Antwort ist etwas länger.</p><p>Ich schließe mich der Psychologin und Verschwörungstheorie-Expertin <a href="https://cemas.io/team/lea-fruehwirth/">Lea Frühwirth</a> an, die <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/expertin-im-interview-zu-epstein-files-hatten-die-verschwoerungserzaehler-recht-200572187.html?campID=SCL-EAu2500004577&amp;utm_campaign=feed&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=later-linkinbio">im Gespräch mit der FAZ</a> sagt:</p><blockquote><p><strong>„Frau Frühwirth, Sie sind Psychologin und Senior Researcherin beim gemeinnützigen Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), in dem sich Fachleute für Verschwörungserzählungen organisiert haben. Gibt es aus Ihrer Sicht eine Verschwörungserzählung, die durch die Epstein-Files belegt wurde?</strong><br/></p><p>Pauschal würde ich sagen: Nein. Grundsätzlich gibt es ein verschwörungsideologisches Milieu, in dem schon lange das allgemeine Narrativ kursiert, dass es mächtige Kreise gibt, die im Verborgenen Kinder missbrauchen, vielleicht auch töten oder sogar essen. Da gibt es jetzt Überschneidungen. Das Problem ist: Wenn so etwas herauskommt wie im Fall Epstein, das wirklich passiert und belegt ist, reagiert dieses Milieu mit Behauptungen wie: „Wir haben es euch schon immer gesagt.“ Und daraus wird dann abgeleitet, dass sie mit allem recht hatten, was sie behauptet haben. Wenn das jetzt öffentlich verfängt, wird man diesem Milieu künftig mehr Gehör schenken, weil man glaubt: Na ja, da hatten sie jetzt irgendwie mal recht. Das heißt aber nicht, dass sie mit allem recht haben, ganz im Gegenteil. In diesem Milieu geht es weniger um Belege und Fakten, sondern darum, dass man aufgrund eines Gerüchts oder eines Bauchgefühls Annahmen trifft, von denen man dann völlig überzeugt ist. Und dann sucht man sich dazu passende Informationsschnipsel.“</p></blockquote><p> </p><hr/><p>veranstaltung</p><p>Am 10.3. habe ich eine Veranstaltung in Hanau! Thema ist: <strong>„</strong>Wie finden wir zusammen im Zeitalter politischer Polarisierung?”</p><p>Ich bedanke mich vielmals für die Einladung der Kathinka-Platzhoff-Stiftung und hoffe, ihr kommt vorbei!</p><a href="https://www.kp-stiftung.de/was-wir-tun/bildungsangebot-fuer-alle-generationen/familienakademie/veranstaltungen#/de/classes/view/64"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c6aa55a4-fd54-45b5-b5dd-bec97fa9ffbe/uploads/images/7bzw4gytf2/kathinka.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://www.kp-stiftung.de/was-wir-tun/bildungsangebot-fuer-alle-generationen/familienakademie/veranstaltungen#/de/classes/view/64">https://www.kp-stiftung.de/was-wir-tun/bildungsangebot-fuer-alle-generationen/familienakademie/veranstaltungen#/de/classes/view/64</a><hr/><p>werbung ende</p><p> </p><p><a href="https://www.instagram.com/leafruehwirth/">Lea Frühwirth</a> zeigt uns hier mehrere Gründe auf, angesichts des konspirativen „Told you so“-Arguments skeptisch zu sein.</p><p>Verschwörungsnarrative funktionieren grundsätzlich anders als wissenschaftliche Erzählungen und empirisch fundierte Beschreibungen der Welt. Wo der Wissenschaftler oder die Wissenschaftlerin Hypothesen bildet und diese, je nach den Methoden der eigenen Fachdisziplin, verifiziert oder falsifiziert (oder zumindest genau erörtert, was für sie spricht und was dagegen), so neigen Verschwörungstheoretiker zu einer sehr einseitigen Betrachtung der Wirklichkeit. Ihre Konklusion steht nämlich zu Beginn der „Untersuchung“ fest (die ich hier deshalb bewusst in Anführungszeichen schreibe, weil es keine echte Untersuchung ist, sondern eine Pseudo-Untersuchung). Und diese Konklusion lautet immer: „Wir werden getäuscht. Wir werden belogen. Mächtige Eliten kontrollieren das Geschehen.“</p><p> </p><h2><strong>Der Zweifel läuft Amok</strong></h2><p>Das ist das verschwörungstheoretische Einmaleins.</p><p>Wenn in einem Fall wie im Fall Epstein herauskommt, dass mächtige Eliten – und zu solchen zählen wir Milliardäre, <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/epstein-akten-ploetzlich-offline-110847705.html">aktive</a> oder <a href="https://www.n-tv.de/politik/Bill-Clinton-verteidigt-Trump-im-Fall-Epstein-id30425008.html">ehemalige</a> Präsidenten oder <a href="https://www.t-online.de/unterhaltung/royals/id_101155418/andrew-mountbatten-windsor-ex-prinz-verliert-weiteren-wohnsitz.html">ehemalige Prinzen</a> allemal – sich wirklich massiv falsch verhalten, Straftaten begehen, Menschen missbrauchen, dann empört uns das komplett zu Recht.</p><p><strong>Die Verschwörungstheorie als vermeintliche Erkenntnismethode wird dadurch jedoch kein Stück legitimiert.</strong></p><p>Die Verschwörungstheorie nimmt stets nur zur Kenntnis, was sie bestätigt (siehe „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler">Bestätigungsfehler</a>“). Das konspirative Denken <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petitio_Principii">nimmt das als Grundvoraussetzung, was es eigentlich beweisen will</a> („Wir werden getäuscht“). Darin liegt ein wesentlicher logischer Fehlschluss. In der Naidoo-Logik wird alles, was ins eigene Weltbild passt, zum eingezahlten Punkt auf dem eigenen Recht-Gehabt-Konto – und alles, was dagegenspricht, wird flächendeckend ignoriert. Weder sind Verschwörungstheoretiker ernstzunehmende Diskurspartner, noch ist ihre Erkenntnismethode der Wirklichkeitsbeschreibung angemessen. Sie beginnt und endet in einem gefühligen Subjektivismus, der wissenschaftliche Fakten großzügig ausblendet zugunsten der eigenen vermeintlichen Rechthaberei (dass diese verschwörungstheoretische Pseudo-Rechthaberei selbst dann nicht aufgegeben wird, wenn alle wissenschaftliche Empirie gegen sie spricht, sehen wir an Erzählungen wie der Flachen Erde oder der <a href="https://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Other/klimageschichte.pdf">Klimawandelleugnung</a>). Wen es weiterführend interessiert: Diese Argumente führe ich aus in meinem Buch <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783150206263/Skudlarek-Jan/Wahrheit-und-Verschw%C3%B6rung"><strong>Wahrheit und Verschwörung –  </strong>Wie wir erkennen, was echt und wirklich ist</a>.</p><p>Gesunde Skepsis richtet sich faktisch an der Wirklichkeit aus und erkennt fachliche und wissenschaftliche Expertisen sowie Autoritäten an. Ganz nach dem Motto: Du kannst deine eigene Meinung haben, nicht aber deine eigenen Fakten.</p><p>Der Verschwörungstheoretiker hingegen behauptet einfach, was er will; der verschwörungstheoretische Zweifel läuft Amok, oft im Dienst der eigenen Selbstüberhöhung und der individuellen Selbstversicherung. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ lautet das Motto der konspirativ Verblendeten. In meinem Buch nenne ich das <a href="https://blog.gwup.net/2019/04/29/verschwoerungstheorien-toxischer-vs-gesunder-zweifel/">„toxischer Zweifel“</a>. Der toxische Zweifel produziert nicht Erkenntnis, sondern <a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10158215165375986&amp;set=a.641367741358846&amp;id=100064568778740">Unsinn</a>.</p><p>Interessanter als das, was Verschwörungstheoretiker so sagen, ist <em>warum</em> sie es sagen. Die Bedürfnisse, Wünsche, nicht zuletzt Ängste dahinter. Das sieht auch Lea Frühwirth im <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/expertin-im-interview-zu-epstein-files-hatten-die-verschwoerungserzaehler-recht-200572187.html?campID=SCL-EAu2500004577&amp;utm_campaign=feed&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=later-linkinbio">FAZ-Interview</a> ähnlich:</p><blockquote><p>„Der Glaube an Verschwörungserzählungen hat psychologische Gründe, die sehr menschlich und nachvollziehbar sind – gerade in einer Pandemiephase. Es gab eine kollektive Verunsicherung, man konnte dem nicht entkommen. Verschwörungserzählungen bieten Dinge, die Menschen brauchen: soziale Anbindung an eine Gruppe, Selbstwerterhöhung, eine Ordnung der Welt in Strukturen, die sich wieder bewältigbar anfühlen – in einer Zeit, in der wir alle überfordert waren.“</p></blockquote><p>Es ist daher nicht verwunderlich, dass jemand wie Xavier Naidoo, der sein Leben lang viel Applaus für sein künstlerisches Schaffen geholt hat, ebenso den Applaus von hunderttausend Mitgliedern einer Telegram-Gruppe mitnimmt. Wahr macht das den dort verbreiteten Unsinn, den Hass und die Vorurteile deswegen nicht. Im Gegenteil: Die Verschwörungstheorie bleibt ein durchweg defizitäres Erkenntnisinstrument, das vor allem der eigenen Selbstaufwertung gilt. Der Verschwörungstheoretiker will klug, clever und die Dinge durchschauend wirken (auch beim <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/318704/die-psychologie-des-verschwoerungsglaubens/">Blick in den Spiegel</a>). Auf der Strecke bleibt dabei meist: Die Wahrheit.</p><p>Für Lea Frühwirth ist die Wahrheitssuche auch eine Frage <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/expertin-im-interview-zu-epstein-files-hatten-die-verschwoerungserzaehler-recht-200572187.html?campID=SCL-EAu2500004577&amp;utm_campaign=feed&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=later-linkinbio">konstruktiver Zielrichtung</a>:</p><blockquote><p>„<strong>Aber wo kann man die Grenze zur Verschwörungstheorie ziehen? Wenn zum Beispiel jemand sagt: Ich bin überzeugt, dass Jeffrey Epstein umgebracht wurde und sich nicht das Leben genommen hat, ist das nicht belegt, aber doch auch nicht völlig abwegig.</strong><br/></p><p>Es ist die Frage, was Sie mit dem Begriff „Verschwörungserzählung“ assoziieren. Das Beispiel ist zunächst einmal eine klassische Verschwörungserzählung, weil behauptet wird: Eine mächtige Gruppe tut im Verborgenen böse Dinge. Das ist grundsätzlich möglich. Es gibt Verschwörungen, es gab Verschwörungen. Und dort, wo Unrecht geschieht – wie im Fall Epstein – muss das aufgeklärt werden. Der Unterschied ist: Wie gehe ich damit um? Bin ich getrieben von dem Wunsch, möglichst nah an die Fakten zu kommen, um den Sachverhalt zu klären? Und bin ich bereit, meine Ansicht zu verändern, wenn sich neue Hinweise ergeben? Oder bin ich aus irgendeinem Grund überzeugt, dass „da etwas ist“, und es muss jetzt auch so sein? Kognitiv neigen wir dazu, nur die Informationen wahrzunehmen, die uns bestätigen – auch weil es den Selbstwert schützt. Es ist unangenehm, zu merken: Ich habe mich verrannt, da ist vielleicht nichts. Entscheidend ist also: Führt meine Herangehensweise zu einer produktiven Auseinandersetzung, die am Ende zu Erkenntnissen führt – oder nicht?”</p></blockquote><p>Die Naidoos dieser Welt und jene, die sie beklatschen, sagen uns mit ihren konspirativen Aussagen mehr über sich als über die Welt. Sie haben sich verrannt – und sind gleichzeitig nicht willens (oder fähig), dies anzuerkennen. Ihre Erkenntnismethode hat erkennbare Defizite. Ihr Wahrheitsbegriff ist schwach, ihre <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie">Erkenntnistheorie</a> hat Löcher.</p><p>Die Tatsache, dass auch eine kaputte Uhr zweimal am Tag die richtige Uhrzeit anzeigt, ändert nichts daran, dass sie vor allem eines ist: kaputt.</p><p></p><p><em>Viele Grüße,</em></p><p><em>Jan</em></p><p> </p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">supporten</a></p><p></p><h2><strong>Weiterführende Links:</strong></h2><p> </p><p>1.</p><p>Das <a href="https://cemas.io/">CeMAS</a> (Center für Monitoring, Analyse und Strategie) bietet einen guten, kritischen Blick auf die Szene der Verschwörungsideologen:</p><blockquote><p>„CeMAS bündelt als gemeinnützige Organisation interdisziplinäre Expertise zu Themen wie Verschwörungs­ideologien, Antisemitismus und Rechtsextremismus.<br/></p><p>Durch systematisches Online-Monitoring und moderne Studiendesigns analysiert CeMAS aktuelle Entwicklungen, um daraus innovative Strategien abzuleiten.“</p></blockquote><a href="https://cemas.io/">https://cemas.io/</a><p> </p><p>2.</p><p>„Durch die Epstein-Akten haben Verschwörungserzähler Konjunktur. Expertin Lea Frühwirth erklärt im Interview, was deren Ansichten von gesunder Skepsis unterscheidet – und warum jeder leicht getäuscht werden kann.“</p><p>Hier geht es zum ganzen Interview mit <a href="https://www.instagram.com/leafruehwirth/">Lea Frühwirth</a>:</p><a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/expertin-im-interview-zu-epstein-files-hatten-die-verschwoerungserzaehler-recht-200572187.html?campID=SCL-EAu2500004577&amp;utm_campaign=feed&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=later-linkinbio">https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/expertin-im-interview-zu-epstein-files-hatten-die-verschwoerungserzaehler-recht-200572187.html?campID=SCL-EAu2500004577&amp;utm_campaign=feed&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=later-linkinbio</a><p> </p><p>3.</p><p>Autorin und Publizistin <a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7434919442788286465/?commentUrn=urn%3Ali%3Acomment%3A(activity%3A7434919442788286465%2C7434948391249489922)&amp;dashCommentUrn=urn%3Ali%3Afsd_comment%3A(7434948391249489922%2Curn%3Ali%3Aactivity%3A7434919442788286465)">Katharina Nocun</a> beschäftigt sich ebenfalls mit Verschwörungserzählungen und mit der Frage, warum Naidoo <em>nicht</em> recht hatte (wer das Vertrauen in die Urteilskraft seiner Mitmenschen verlieren möchte, liest die Kommentare unter dem YouTube-Video):</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=XCoSmxWTO7w">https://www.youtube.com/watch?v=XCoSmxWTO7w</a><p> </p><p>4.</p><p>Ebenfalls lesenswert: Die Artikel „Niemand schuldet Xavier Naidoo eine Entschuldigung“</p><a href="https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/niemand-schuldet-xavier-naidoo-eine-entschuldigung-159769/">https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/niemand-schuldet-xavier-naidoo-eine-entschuldigung-159769/</a><p>Und: „Epstein-Files: Warum Xavier Naidoo nicht &quot;mit allem recht hatte&quot;“</p><a href="https://www.zdfheute.de/politik/epstein-files-xavier-naidoo-verschwoerungsideologie-kannibalismus-faktencheck-100.html">https://www.zdfheute.de/politik/epstein-files-xavier-naidoo-verschwoerungsideologie-kannibalismus-faktencheck-100.html</a><p> </p><p>5.</p><p>Wer unter Konflikten mit Menschen leidet, die Verschwörungstheorien anhängen und/oder sich anderweitig weltanschaulich radikalisieren, kann sich an die Beratungsstelle <a href="https://www.veritas-berlin.de/">Veritas</a> wenden (zur Transparenz: ich bin Mitglied im wiss. Beirat von Veritas):</p><a href="https://www.veritas-berlin.de/de/">https://www.veritas-berlin.de/de/</a><p> </p><p>6.</p><p>Auch ich beschäftige mich nicht erst seit gestern mit dem Thema Verschwörungstheorien. Ihr findet zwei Podcastfolgen, einmal mit der Beratungsstelle <a href="https://janskudlarek.podigee.io/12-new-episode">Veritas</a> und einmal mit Kulturwissenschaftler <a href="https://janskudlarek.podigee.io/26-neue-episode">Michael Butter</a> auf <a href="https://janskudlarek.podigee.io/">Podigee</a> und allen möglichen Plattformen. Ebenso schrieb ich schon Beginn der neuen Amtszeit von Trump über Gesundheitsminister <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c919838a-67f3-4f82-9e88-c163373ac19f">Robert Kennedy Jr</a>. Mein <a href="https://www.medimops.de/jan-skudlarek-wahrheit-und-verschwoerung-wie-wir-erkennen-was-echt-und-wirklich-ist-reclam-taschenbuch-taschenbuch-M0315020626X.html">Buch zum Thema</a> gibt es selbstverständlich auch (auf Steady auch signiert).</p><p> </p><p>7.</p><p>Ich war bei Christopher Braucks zu Gast, in seinem durch und durch empfehlenswerten Podcast <a href="http://ausrede-podcast.de/"><strong>&quot;Natürliche Ausrede&quot;</strong></a>. <a href="http://ausrede-podcast.de/na276_skudlarek/">Danke für die <strong>kurzweilige Zeit</strong></a>, lieber Chris!</p><a href="http://ausrede-podcast.de/na276_skudlarek/">http://ausrede-podcast.de/na276_skudlarek/</a><p>Es wurde ein Gespräch über spanische Rentnerinseln, den Vertrauensverlust in Institutionen und die Aushöhlungen von Institutionen durch autoritäre Akteure, über Steuerflucht nach und kriegsbedingte Flucht aus Dubai, über Peter Thiel, Niccolò Machiavelli, Hasskommentare und Konfliktminimierung, über Voyeurismus, Freiheitsbegriffe und die Frage, was wir von der Politik erwarten (können). Natürlich auch auf <a href="https://open.spotify.com/episode/4nzF4pboxFnXW4kFQXTaZg?si=3f74bffeaf7847c2"><strong>Spotify</strong></a> &amp; Co!</p><a href="https://open.spotify.com/episode/4nzF4pboxFnXW4kFQXTaZg">https://open.spotify.com/episode/4nzF4pboxFnXW4kFQXTaZg</a><p>Da Chris regelmäßig grandiose Gäste hat und ein kluger, kurzweiliger Gesprächspartner ist, rate ich dazu, dem Podcast auf der Plattform deiner Wahl reinzufolgen (<a href="https://www.instagram.com/podcast_na/">Instagram </a>gibts auch)!</p><p>Darüber hinaus leben unsere Podcasts von eurem Support, in welcher Form auch immer. Daher auch den Podcast von Chris teilen, empfehlen, kritisieren, oder vielleicht sogar auf Steady supporten:</p><a href="https://steady.page/de/napodcast/about">https://steady.page/de/napodcast/about</a><p></p><p>8.</p><p>Über Kunst, Künstler und was passiert, wenn ehemalige Helden auf Abwege geraten oder sich radikalisieren (und ob die Trennung zwischen Künstler und Werk jemals wirklich gelingt), das war letztes Jahr Thema zwischen mir und Kulturwissenschaftler Johannes Franzen:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/64f5da1b-fa7c-4267-a30f-837640d362e0">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/64f5da1b-fa7c-4267-a30f-837640d362e0</a><p>9.</p><p>Der Tagesspiegel hat ein Interview zum Thema:</p><p>„Der Missbrauch war real, die Täter sind bekannt, und trotzdem hat der Epstein-Skandal den Glauben an Verschwörungstheorien gestärkt. Was kann man dagegen tun? Ein Gespräch mit Kognitionsforscher Stephan Lewandowsky.”</p><a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/die-machtigen-um-epstein-hatten-verschworungstheoretiker-doch-ein-bisschen-recht-15315020.html?utm_source=push">https://www.tagesspiegel.de/wissen/die-machtigen-um-epstein-hatten-verschworungstheoretiker-doch-ein-bisschen-recht-15315020.html?utm_source=push</a><hr/><p>unterstützen</p><p><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Du willst sichergehen, dass ich mir immer ausreichend </mark><a href="https://www.instagram.com/p/DU5_0HjjIfG/"><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Chips leisten</mark></a><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit"> kann?</mark> <mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Dass mein Adrenochrom-Kühlschrank immer prall gefüllt ist?</mark> Dann wirf mir ein paar Euro in die <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Chipskasse</a>, oder, noch besser: registriere dir <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">ein Steady-Abo</a>. Wer schon mit einem Steady-Abo dabei ist: Danke! Ihr macht es möglich! Mit euch würde ich die Mondlandung fälschen! &lt;3</p><p></p><p><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">PS: Dir gefällt dieser </mark><strong><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Artikel</mark></strong><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">? Es wäre herzallerliebst, wenn du ihn verschickst, kommentierst und/oder </mark><strong><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">in den Sozialen Medien teilst</mark></strong><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">!</mark></p><p></p><hr/><p>zeichen überall:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c6aa55a4-fd54-45b5-b5dd-bec97fa9ffbe/uploads/images/ltoebfvkix/Baby_Dampfgarer.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p> </p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 07 Mar 2026 11:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weniger Untergang, mehr Mut!]]></title>
      <description><![CDATA[Populistische Politik bremst den Klimaschutz zunehmend aus. Ein paar Gedanken, wie wir mit demokratischer Resilienz dagegenhalten können. Anfang 2026: Pünktlich zum…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fdf10954-6186-43ef-a30f-4f2f456dbbd2/uploads/images/nl6nooncwi/colin00b-light-2156209_1920.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Populistische Politik bremst den Klimaschutz zunehmend aus. Ein paar Gedanken, wie wir mit demokratischer Resilienz dagegenhalten können.</em></p><p></p><p>Anfang 2026: Pünktlich zum einjährigen Jubiläum seiner zweiten Amtszeit treten die USA unter Donald Trump aus 66 internationalen Organisationen aus – darunter auch der Weltklimarat IPCC. Zudem will die Regierung das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) aufkündigen. Donald Trump bleibt sich treu: Statt wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen seine Entscheidungen erneut vor allem Verschwörungserzählungen und Desinformationen. Den Klimawandel bezeichnet er weiterhin als «Schwindel».</p><p>Auch global ist die Lage kaum besser, die Klimakrise wird immer drängender. Auf der UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém im November 2025 zeigte sich jedoch weniger internationale Problemlösungskompetenz in Sachen Klima als vielmehr die Einflussnahme der Fossilindustrie. So endete der Klimagipfel mit einem Minimalkonsens, etwas Höflichkeitsprosa – und nationalistischen Untertönen. Bundeskanzler Friedrich Merz konnte es sich zudem nicht verkneifen, zum Abschluss noch Land und Leute zu beleidigen: «Ich habe einige Journalisten […] gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben.» </p><p>Gerade beim Umgang der Merz-Regierung mit Klimathemen zeichnet sich eine schleichende Abkehr von den Klimazielen ab: Die CDU kopiert schlicht den Trumpismus aus Übersee, wohl in der fehlgeleiteten Hoffnung, durch nationalistisches Gepolter und rechtskonservative Identitätspolitik die rechtsextreme Konkurrenz klein­zuhalten. Das Gegenteil ist der Fall: Studien belegen, dass die AfD gerade deswegen zulegen kann, weil die CDU sie in Tonlage und Themensetzung kopiert, einschließlich des Klima-Bashings. Mitzündeln ist nun mal keine geeignete Brandschutzmaßnahme.</p><h2>Was tun? Wie gegenhalten? </h2><p>Einfache Lösungen gibt es nicht, schon gar nicht gegen den Rechtspopulismus. Doch eines ist klar: Wir brauchen Ideen und Strategien für einen erfolgreichen demokratischen Widerstand. Dazu müssen wir Nicht-Populist:innen zuallererst ein konstruktives Gegen-Wir bilden. Ein Wir, das hält; ein Wir, das trägt. Verbunden nicht durch Feindbilder oder die Willkür der Herkunft, sondern durch den gemeinsamen Glauben an eine bessere Zukunft – ökologisch und sozial.</p><p>Ich möchte in diesem Beitrag ein paar Anstöße dazu geben, wie wir die gesellschaftlichen Großbaustellen Verteidigung der Demokratie, Erhalt unserer Lebensgrundlagen, Verringerung der politischen Polarisierung – im Kleinen angehen können. Wie wir unsere Gesellschaft resilienter machen gegen autoritäre Versuchungen und gezielte Desinformation. Meine Leitidee: Weniger Untergang, mehr Mut, mehr Vernetzung! Dazu gehört, sich nicht anstecken zu lassen von vorherrschenden Angstszenarien und bürgerlich-gruseliger Bedrohungslogik.</p><p>Wenn regressive Kräfte von Donald Trump («Make America Great Again») bis Friedrich Merz («Probleme im Stadtbild») uns weismachen wollen, dass in einem verklärten Früher alles besser war und heutzutage alles bergab geht, liegt es an uns Progressiven, diese Verfallsnarrative zurückzuweisen. Erstens, weil sie nicht stimmen, und zweitens, weil sie schädlich sind. Der Soziologe Zygmunt Bauman bezeichnet solche Untergangserzählungen und idealisierten Vergangenheiten, in denen «noch alles gut war», als «Retrotopien». Sie machen das Gestern zum Sehnsuchtsort. Doch in Wahrheit hat die «Früher war alles besser»-Fraktion vor allem eines zu bieten: Verklärung. Wer eine bessere Zukunft will, sollte die Finger von Nostalgiefiktionen lassen.</p><h2>Konstruktiv gegen Angstnarrative</h2><p>Statt die Vergangenheit zu romantisieren, hilft ein unverstellter Blick in die Geschichte. Die Historiker Philipp Ruch und Thomas Weber unternehmen ihn in ihrem Sammelband «Wenn das Gestern anklopft. Weimar und die Wiederkehr der Geschichte». Ihr Befund: Schon vor einem Jahrhundert erlebte man in Europa nicht nur Krisen, sondern auch die Tendenz, diese – ähnlich wie heute – großzureden und künstlich anzuheizen. Ganz nach der historisch bewährten Benzin-ins-Feuer-Logik.</p><p>Vor solcherlei Krisengezündel warnt der Historiker James McSpadden im selben Band: Liberale Demokraten von heute, so seine Mahnung, sollten sich davor hüten, zu schnell die Sprache der politischen Krise zu übernehmen, um nicht selbst zur Verstärkung jener Krisenwahrnehmung beizutragen, die Populismus und Extremismus weiter anfachen könnte. Anstatt sich also in stereotype Debatten hineinziehen zu lassen und sich an Krisenerzählungen abzuarbeiten, muss es heißen: Dagegenhalten! Anstatt regressiv-reaktionäre Deutungen mit «Ja, schon, aber …»-Einwänden indirekt zu bestätigen (wie es auch demokratische Parteien im Rahmen der unsäglichen «Stadtbild-Debatte» taten), braucht es eigene, progressive, konstruktive Erzählungen. Erzählungen, die Mut machen.</p><p>Nun hat es das progressiv-utopische Denken allerdings schwerer als das regressiv-dystopische. Denn die Rechtsextremen müssen lediglich gebetsmühlenartig behaupten, die Lage sei untragbar – und allein durch ihre nationalistische Politik zu verbessern. Progressive Kräfte hingegen müssen sich am Anspruch messen lassen, die Welt jenseits populistischer Leerversprechen tatsächlich zum Besseren zu verändern. Dafür braucht es greifbare, anschlussfähige Vorhaben, die diesen Anspruch sichtbar machen: gerechte Vermögensverteilung, einen Mietendeckel, besseren öffentlichen Nahverkehr, neue Chancen durch konsequenten Klimaschutz.</p><p>Wenn Law-and-Order-Politiker:innen versuchen, Migration als Angstthema zu instrumentalisieren, sollten wir uns ihrer durchschaubaren Polemik verweigern – und stattdessen aktiv dagegenhalten: mit eigenen Entwürfen einer pluralistischen Gesellschaft sowie mit konkreten Beispielen, wie Integration gelingt und Vielfalt Demokratien resilienter macht. Wir müssen – und können – belegen, wie wir alle ganz konkret von Vielfalt, Integration und diversen Lebensentwürfen profitieren.</p><h2>Es gibt sie, die guten Beispiele</h2><p>Dass ein positiv fundierter, linkspolitischer Wahlkampf von Erfolg gekrönt sein kann, sah man kürzlich in New York. Der neue Bürgermeister Zohran Mamdani führte die New Yorker Demokraten zum Wahlsieg, indem er den Bürger:innen konkret und an ihrer Lebenswelt ausgerichtet darlegte, wie sich ihr Leben verbessern soll: Mieten runter, alle Stadtbusse und Kinderbetreuung bis fünf Jahre kostenlos – finanziert durch zusätzliche Steuern für Einkommen ab einer Million US-Dollar. Regressive Erzählungen appellieren an Ängste, progressive Erzählungen sollten Mut machen. Und das ganz konkret: Statt zum Beispiel das 9-Euro-Ticket als einmalige verkehrspolitische Anomalie abzutun, ist es die Aufgabe der Linksprogressiven, es kompromisslos zurückzufordern.</p><p>Hier lohnt der Blick über den nationalen Tellerrand – anderswo wird geklotzt und nicht gekleckert. Paris hat unter Bürgermeisterin Anne Hidalgo eine nachahmenswerte verkehrspolitische Wende vollzogen: Aus einem grauen Autogroßstadtmoloch wurde eine grüne, in weiten Teilen verkehrsberuhigte Metropole mit besserer Luft, weniger Autos, mehr Fahrrädern – und spürbar höherer Lebensqualität. Das hat nichts mit «Ökodiktatur» zu tun, sondern entkräftet rechte Schreckensszenarien durch konkrete Verbesserungen. So gelingt alltagspolitische Beweisführung: Ökosozialer Wandel ist möglich – mit Weltverbesserung statt Untergang. Kurz: Gute Politik flieht nicht ins Gestern, sie macht Lust auf morgen. </p><h2>Mut zur Veränderung, auch digital </h2><p>Der Weg in dieses Morgen führt über Technik von heute. Veränderung beginnt in den Köpfen – und verbreitet sich im Netz. Das Internet ist längst das wichtigste Vehikel politischer Gestaltung. Um unsere Demokratie gegen autoritäre und rechtsextreme Einflüsse zu rüsten, muss das linksprogressive Lager verstehen, was MAGA oder AfD längst verinnerlicht haben: Ohne Netz geht nichts!</p><p>Während Wahlplakate und Haustürkampagnen – wie bei Mamdanis New Yorker Wahlsieg mit Tausenden Freiwilligen – weiterhin wichtig sind, ist und bleibt das Internet der primäre Schauplatz politischer und gesellschaft­licher Auseinandersetzung. Ob Bluesky, TikTok, LinkedIn, Mastodon, Facebook oder Instagram: Die freiheitlich-demokratische Grundordnung wird auch und vor allem im Netz verteidigt. Wahlen gewinnt nur, wer die Scheu vor der Öffentlichkeit ablegt und eintaucht in den digitalen Diskurs.</p><p>Wie entscheidend soziale Netzwerke und Kommentarspalten mittlerweile sind, zeigte – neben erfolgreichen Instagram-Kampagnen wie «Frauen gegen Merz», der Organisation von millionenfach besuchten Brandmauer-Demos und ebenso oft unterzeichneten Petitionen zum AfD Verbotsantrag – Ende 2025 der Widerstand gegen die AfD-Nähe des Verbands der Familienunternehmer. Dieser Lobbyverband, der nur rund 0,2 Prozent der familiengeführten Betriebe in Deutschland vertritt, erklärte die Brandmauer zur AfD für passé. Doch der demokratische Widerstand im Netz wuchs so rasch, dass der Verband eilig umschwenkte. Fazit: Digitaler Widerstand wirkt!</p><h2>Grundrechte auch im Internet verteidigen</h2><p>All jene, die tagelang Druck in den sozialen Netzwerken aufbauten und aufrechterhielten, die bei den einzelnen Unternehmen im Verband per E-Mail protestierten, die eine Drogeriekette für den schnellen Verbandsaustritt lobten und die andere für die laschen Ausflüchte kritisierten – sie alle haben ein Stück demokratischen Boden verteidigt.</p><p>Unsere Grundrechte, bürgerlich-demokratischen Freiheiten und Menschenwürde werden wir im 21. Jahrhundert auch im Internet verteidigen müssen – so viel steht fest. Die progressiven Erzählungen – das Anstiften zu einer besseren Welt, die ökosozial gerechter, inklusiver und gemeinwohlschaffender ist – müssen heute auch dort stattfinden. Politische Arbeit wird weiterhin auf den Straßen, in Verbänden, Genossenschaften und Vereinen, in Wohnzimmern, WGs und an Küchentischen stattfinden – aber eben parallel dazu auch im Netz.</p><h2>Daher: Vernetzt euch! </h2><p>Sucht eine Online-Plattform eurer Wahl – oder mehrere – und werdet aktiv. Nehmt am Diskurs teil, setzt eigene Schwerpunkte, leistet Gegenrede, wo nötig. Vor allem: Sucht und schmiedet Bündnisse! Denn eine gemeinsame und zielgerichtete digitale Präsenz ist das stärkste Mittel politischer Wirksamkeit.</p><p>Wichtig dabei ist: Dranbleiben! Dabei wünsche ich uns allen ein gutes Durchhaltevermögen, Mut und Zuversicht. Punktuelle Erfolge wie die online erstrittene AfD-Distanzierung des Unternehmerverbands sind zu feiern. Doch grundlegende Veränderungsprozesse dauern. Gesellschaftspolitischer Wandel – ob Demokratieverteidigung oder beim Klimaschutz – ist kein Spaziergang, sondern ein langer, oft mühsamer Marsch. Zukunft braucht Mut und Ausdauer. Also lasst uns gemeinsam die politische Fitness und die progressive Puste trainieren!</p><p></p><p><em>Dieser Text erschien als Gastkommentar im </em><a href="https://www.ews-schoenau.de/energiewende-magazin/"><em>Energiewende-Magazin</em></a><em> meines Sponsors, der </em><a href="https://www.ews-schoenau.de/"><em>EWS Schönau</em></a><em>.</em></p><a href="https://www.ews-schoenau.de/energiewende-magazin/zugespitzt/weniger-untergang-mehr-mut/">https://www.ews-schoenau.de/energiewende-magazin/zugespitzt/weniger-untergang-mehr-mut/</a><p></p><p><strong>PS: Schon mein Gespräch mit Tech-Expertin Aya Jaff gehört?</strong> Auch dort geht es um Resilienz, um konstruktives Dagegenhalten und um demokratischen Widerstand gegen autoritäre Tendenzen:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/28-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/28-neue-episode</a><p></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/3cbf026c-6adc-4d42-add3-e82929beee54">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/3cbf026c-6adc-4d42-add3-e82929beee54</a>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 28 Feb 2026 11:45:51 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #28: Milliardäre, Macht und Monopole. Die Gefahr der…]]></title>
      <description><![CDATA[Vom jungen Tech-Talent zur Tech-Kritikerin – Aya Jaff kennt die Szene von innen und außen, wurde von Insiderin zur Aussteigerin. Im Gespräch mit mir erfahren wir ihre…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #28: Milliardäre, Macht und Monopole. Die Gefahr der Broligarchie – mit Aya Jaff</h1><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cbf026c-6adc-4d42-add3-e82929beee54/uploads/images/q3ra4zf56b/Podcast__28_template.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Vom jungen Tech-Talent zur Tech-Kritikerin – Aya Jaff kennt die Szene von innen und außen, wurde von der Insiderin zur Aussteigerin. Im Gespräch mit mir erfahren wir ihre „Villain Origin Story“, von der programmierenden Teenagerin, die Gründer und Startup-Größen als Vorbilder begreift und gar als Poster aufhängt, über ihre schrittweise Desillusionierung über die Realitäten im Tech-Milieu bis zum Ausstieg aus der Welt des Risikokapitals, der Inkubatoren und der endlosen Skalierung. Anlass des Gesprächs ist Ayas Buch „<a href="https://www.ullstein.de/werke/aya-jaff-broligarchie/hardcover/9783430212120">Broligarchie: Die Machtspiele der Tech-Elite und wie sie Fortschritt verhindern</a>“. Es ist ein Buch über Machtkonzentration und Monopole – und ein Buch darüber, wie einzelne Egos, meist Männer-Egos, mit ihrer cyberlibertären Ego-Tour die Gesellschaft nachhaltig beschädigen. Aya und ich reden über KI, über soziale Netzwerke und Digitale Infrastruktur; über die gefährliche Vormachtstellung von Firmen und darüber, warum CEOs nicht automatisch die besseren Politiker sind und schwarze Zahlen nicht gleichbedeutend mit Gemeinwohl. Ihr erfahrt, was „Souveränitätswashing“ ist. Es geht um Neoliberalismus, um amerikanische Psychos und die kaltblütige Welt des Kapitalismus. Apropos Blut: Ihr erfahrt, warum man in der Tech-Szene nicht mal davor zurückschreckt, sich buchstäblich die Hände blutig zu machen (oder andere, meist sehr junge Menschen, dazu zu zwingen). Aya erzählt uns, inwiefern der Tech-Nachwuchs teils wirklich „über Leichen gehen“ muss. Abschließend besprechen wir Möglichkeiten der Broligarchie zu entfliehen und erörtern, wie man trotz Sozialer Netzwerke und selbst angesichts der allgemeinen Elon-Muskisierung des Internets die Hoffnung auf digitale Souveränität nicht aufgeben sollte. Danke für das vielseitige Gespräch, liebe Aya!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cbf026c-6adc-4d42-add3-e82929beee54/uploads/images/5de3r3g4pn/AYA-NYC-9591-PRINT.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://www.instagram.com/ayajaff/"><strong>Aya Jaff</strong></a>, 1995 im kurdischen Teil des Iraks geboren, brachte sich früh das Programmieren bei und arbeitete schnell in der Welt der Start-ups – als Gründerin, Teilnehmerin namhafter Inkubatoren und mit Zusagen von Investoren für eigene Ideen. Diese Arbeit beendete <a href="https://www.ayajaff.com/">Jaff</a>, als klar wurde, wie sehr sie Teil derselben Wachstumsmaschine würden, die sie heute kritisiert. Als Autorin des Bestsellers <em>Moneymakers</em> (2020) schrieb sie über die Finanz- und Techwelt. Heute stellt sie größere Fragen: Wer profitiert von Fortschritt, und wie können Wirtschaft und Innovation gerechter werden? Sie war Host der ARD-Sendung »How to get rich, Aya?«, wurde in die Forbes 30 under 30 aufgenommen.</p><p>Ihr aktuelles Buch heißt „<a href="https://www.ullstein.de/werke/aya-jaff-broligarchie/hardcover/9783430212120">Broligarchie – Die Machtspiele der Tech-Elite und wie sie Fortschritt verhindern</a>” und ist eine Abrechnung mit der Tech-Welt und ihrer dominanten Kultur. Es entlarvt die »Techbro«-Mentalität – eine Mischung aus Machtstreben, toxischer Selbstüberschätzung und der Illusion, Fortschritt exklusiv für wenige schaffen zu können. Menschen wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg wollen die Welt nicht retten – sie wollen sie besitzen.</p><a href="https://www.ullstein.de/werke/aya-jaff-broligarchie/hardcover/9783430212120">https://www.ullstein.de/werke/aya-jaff-broligarchie/hardcover/9783430212120</a><h2>Hier geht es zum Gespräch „<a href="https://janskudlarek.podigee.io/28-neue-episode"><strong>Milliardäre, Macht und Monopole. Die Gefahr der Broligarchie</strong></a>&quot; ⬇️</h2><a href="https://janskudlarek.podigee.io/28-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/28-neue-episode</a><p>Auch auf Spotify &amp; Co:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/5sP4vdlnSbnLhCxmvYn9PR?si=7cdb45396b264fd5">https://open.spotify.com/episode/5sP4vdlnSbnLhCxmvYn9PR?si=7cdb45396b264fd5</a><p>Danke, viel Spaß &amp; viele Grüße 🙂</p><p>Jan</p><p></p><p>PS: Ich freue mich, wenn ihr mein Gespräch mit Aya verschickt, kommentiert, oder in den Sozialen Netzwerken teilt 🙏</p><p></p><p><em>Das Podcast-Gespräch gab es, wie üblich, zunächst exklusiv für alle Steady-Supporter, die meinen Podcast in seiner Entstehung ermöglichen. </em>🔊</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/3cbf026c-6adc-4d42-add3-e82929beee54">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 19 Feb 2026 10:50:44 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[„Mein Schatz“: Besitz und Eigentum im Zeitalter der Grönlandisierung]]></title>
      <description><![CDATA[Den Wunsch, Dinge zu besitzen, kennen wir alle. Jeder von uns hat sozusagen sein eigenes Grönland. Etwas, das er erobern will. Eine Sehnsucht, die tief sticht. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p> </p><p>Weltweit besitzen viereinhalb bis fünf Milliarden Menschen ein Smartphone. Ähnlich viele Menschen, schätzungsweise vier Milliarden, besitzen eine Wohnung oder ein Haus. Dünner wird die Luft bei Privatflugzeugen. Es gibt knapp über 22.000 davon auf der Welt, davon eine dreistellige Zahl in Deutschland. Unser Kanzler, Friedrich „<a href="https://www.tagesschau.de/kultur/debatte-leistungsappelle-100.html">Arbeitet doch mal alle ein bisschen mehr</a>“ Merz, gehört zu den 0,0003% der Weltbevölkerung.</p><p>Doch selbst, wer viel besitzt, kann unter dem leiden, was er nicht besitzt. Donald Trump zum Beispiel. Der Milliardär und US-Präsident hat fast alles, besitzt allerdings vor allem eines nicht: <a href="https://www.spiegel.de/ausland/frankreich-emmanuel-macron-erwartet-neue-spannungen-mit-donald-trump-europa-muss-groenland-moment-nutzen-a-36645fb7-2a23-47c7-b456-1918a5fb2b23">Grönland</a>. Das schmerzt ihn nicht nur, er wütet: „Gebt mir Grönland, oder ich werde es mir nehmen!“. Dass <a href="https://www.n-tv.de/politik/Trump-droht-Kanada-mit-Blockade-einer-Grenzbruecke-id30344681.html">Kanada</a> kein Teil der USA ist, bewegt ihn ebenso. Putin wiederum will die <a href="https://www.lpb-bw.de/ukrainekonflikt">Ukraine</a>, unbedingt. Er opfert dafür seit Jahren Ruf, Wirtschaft, Menschenleben.</p><p>Wir erleben momentan, wie infantil und irrational der moderne Besitztrieb geworden ist. Geopolitisch gesehen, aber auch im Zivilen. Ein neues Zeitalter des Habenwollens ist angebrochen.</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/ac7bebaa-7371-4be9-9eba-aa2c7b233f95">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 10 Feb 2026 11:23:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Achtarmig keinen reinorgeln]]></title>
      <description><![CDATA[April is the cruelest month. April ist der grausamste Monat, jedenfalls wenn es nach dem Dichter und Literaturnobelpreisträger T. S. Eliot…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>April is the cruelest month</em>. April ist der grausamste Monat, jedenfalls wenn es nach dem Dichter und Literaturnobelpreisträger <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/The_Waste_Land">T. S. Eliot</a> geht. Das stimmt natürlich nicht wörtlich – der grausamste Monat ist, das haben die letzten Wochen gezeigt, der Januar. Nicht nur, weil ich ihn komplett nüchtern erlebt habe – sondern wegen der Weltpolitik (ICE, <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25">Venezuela</a>, <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">ein Jahr Trump</a>). Diese nüchtern ertragen zu müssen, macht es nicht unbedingt einfacher.</p><p> </p><p><strong>Achtarmig in die Rüstung</strong></p><p>Ich habe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dry_January">Dry January</a> gemacht. Heißt in diesem Fall: Zu Jahresbeginn keinen Alkohol, vier Wochen lang. Vom Ersten bis zum Ersten. Vier Wochen komplett ohne das Glas zu heben. Sich vier Wochen lang keinen hinter die Binde kippen. Einen Monat lang keinen zwitschern, keine Drinks reinorgeln und sich nicht mal ansatzweise die Lampe begießen. Von Anfang bis Ende Januar; ganz ohne sich achtarmig einen in die Rüstung zu römern.</p><p>Das Deutsche kennt derart viele – überwiegend sehr scherzhaft gemeinte – Ausdrücke für Alkoholtrinken, dass synonyme Alkohol-Redewendungen wohl ein eigener linguistischer Artikel wären. Wer einen sehr charismatischen Außenblick auf unsere sprachliche Trinkkultur werfen will, kann dies tun, u.a. auf Instagram mit Sammy von „<a href="https://www.instagram.com/germanwithsammy/">German with Sammy</a>“. Sammy ist eine charmante, sprachaffine US-Amerikanerin, die es aus irgendeinem Grund auf sich genommen hat, deutsch als Fremdsprache nahezu perfekt zu erlernen. Vor fast einer halben Million Follower erklärt sie regelmäßig die Eigenheiten und Feinheiten der deutschen Sprache; auch ihr Video zu <a href="https://www.instagram.com/reels/DQ-c1eUjvfA/">den verschiedenen deutschen Redewendungen für „exzessives Trinken“</a> ist sehr kurzweilig, gerade weil es eine Fremdsprachenperspektive einnimmt. Das Video war derart beliebt (und unsere Muttersprache ist so versoffen), dass Sammy dank ihrer Follower schnell circa Drölfzillionen weitere Möglichkeiten lernte, um auf Deutsch über das Tief-ins-Glas-Schauen zu reden, und schnell <a href="https://www.instagram.com/p/DRLKc3djlO2/">ein zweites Video aufnahm</a> (welches ähnlich unterhaltsam ist).</p><p> </p><p><strong>Da scheiden sich die Geister</strong></p><p>Und jetzt dürfte es schon so weit sein: Wir haben den Punkt erreicht, an dem dieser Text die Geister scheidet. Die einen werden die siebenhundert verschiedenen Redewendungen für Alkoholkonsum lustig finden. Vielleicht sind euch ja beim Lesen weitere eigene Ausdrücke und Redenwendungen eingefallen, wie du und deine Freunde reden, wenn ihr euch mal wieder richtig schön die Festplatte formatiert. Womöglich gehörst du zu jenen, die vier Wochen Alkoholabstinenz ganz schön lang finden; für die das Feierabendbier dazugehört; und du bist froh, angesichts der Weltlage – und auch sonst – darauf verzichtet zu haben (quasi Verzicht auf den Verzicht, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ouroboros">angenehm zirkulär</a>).</p><p>Oder ihr gehört zum anderen Teil des Publikums. Jenen, die Alkoholkonsum nichts Lustiges abgewinnen können. Die keine guten Erfahrungen mit dem Alkohol oder mit trinkenden Personen gemacht haben, sei es persönlich oder familiär. Jene, die weder Feierabendbier mögen noch Sektfrühstück.</p><p>Aus dem <a href="https://datenportal.bundesdrogenbeauftragter.de/alkohol">Datenportal des Bundesdrogenbeauftragten</a> entnehme ich:</p><blockquote><p>„Deutschland ist im internationalen Vergleich ein Hochkonsumland. 87,0 % aller Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren haben in den letzten 12 Monaten bei mindestens einer Gelegenheit Alkohol konsumiert, 74,3 % in den vergangenen 30 Tagen. Weitere 15,3 % der Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren weisen einen riskanten Alkoholkonsum auf – hochgerechnet knapp 7 Millionen Personen. Zudem betreibt circa jeder vierte Erwachsene episodisches Rauschtrinken.“</p></blockquote><p> </p><p><strong>Ein Vierteljahrhundert lecker Bierchen</strong></p><p>Während der Alkoholkonsum insb. unter Jugendlichen und jungen Menschen eher rückläufig ist (für 2024 wurde sogar, eine eindeutig gute Nachricht, ein <a href="https://www.zdfheute.de/panorama/alkohol-jugendliche-vergiftungen-tiefstand-statistik-100.html">Tiefstand für jugendliche Alkoholvergiftungen</a> gemeldet), haben immer noch Millionen einen riskanten oder problematischen Alkoholkonsum. Das hängt auch mit der <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18233/sozialisation/">Sozialisation</a> zusammen, sprich: wie man aufwächst. Ich persönlich gehöre noch zu einer in den 1980ern geborenen Generation, die verglichen mit heute eher früh und vergleichsweise viel getrunken hat. Meine ersten Erfahrungen mit Alkohol hatte ich mit dreizehn, regelmäßig wurde es mit vierzehn. Somit kann ich auf über ein Vierteljahrhundert des Biertrinkens zurückblicken (der <a href="https://brauer-bund.de/">Deutsche Brauer-Bund</a> hat es bisher offenkundig übersehen, mir eine Urkunde oder Freibier zu schicken; kein Problem, ich bin nach wie vor offen für beides).</p><p>Meine ersten Alkoholerfahrungen hatte ich – dies mag einige überraschen, andere hingegen nicht, weil es bei ihnen genau so war – in Anwesenheit meiner Eltern. Kein Saufgelage, natürlich, sondern durchaus dezent: Einen ganz kleinen Schluck Wein beim Essen. Mal anstoßen dürfen.</p><p> </p><p><strong>Besser Chardonnay als Shotgun</strong></p><p>Für Menschen aus manch anderen Ländern unvorstellbar (und da müssen wir gar nicht erst die USA hinzunehmen, wo man vielerorts als Teenager leichter <a href="https://everytownresearch.org/rankings/law/minimum-age-to-purchase/">legal an eine Shotgun</a> kommt als legal an ein Glas Chardonnay): In Deutschland ist der Konsum von Bier, Wein oder Sekt für 14-Jährige unter bestimmten Bedingungen erlaubt, seit 1952. <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/juschg/__9.html">Paragraf 9 des Jugendschutzgesetzes (JuSchG)</a> besagt:</p><blockquote><p>„(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen</p><p></p><p>1. Bier, Wein, weinähnliche Getränke oder Schaumwein oder Mischungen von Bier, Wein, weinähnlichen Getränken oder Schaumwein mit nichtalkoholischen Getränken an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren,</p><p></p><p>2. andere alkoholische Getränke oder Lebensmittel, die andere alkoholische Getränke in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.</p><p></p><p>(2) Absatz 1 Nummer 1 gilt nicht, wenn Jugendliche von einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden.“</p></blockquote><p>Relevant ist hier Absatz 2. Wenn Mama und Papa – die, statistisch gesehen, entweder wahrscheinlich selbst Alkohol trinken oder mal in ihrem Leben Alkohol konsumiert haben, alles andere ist die Ausnahme – dir also mit vierzehn beim Abendessen ein kleines Glas Wein oder Bier einschenken, dann sagt der deutsche Gesetzgeber ganz offiziell: Prösterchen!</p><a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/begleitetes-trinken-alkohol-jugendschutz-gesetz-100.html">https://www1.wdr.de/nachrichten/begleitetes-trinken-alkohol-jugendschutz-gesetz-100.html</a><p> </p><p><strong>Begleitet einen reinorgeln</strong></p><p>Das Ganze heißt „begleitetes Trinken“ und steht, aus nachvollziehbaren Gründen, regelmäßig in der Kritik. Erstens weil es die gesunde Menge Alkohol schlichtweg nicht gibt. Selbst das berühmte eine Glas Rotwein täglich, das lange der mediterranen Diät als Lifehack und Erfolgsrezept zugeschrieben wurde, ist kein Wundermittel und nicht supergut fürs Herz oder dergleichen. Wobei, auch das mag überraschen: Die Forschung ist sich uneins.</p><a href="https://www.rnd.de/wissen/neue-studiendaten-ist-ein-glas-wein-am-tag-doch-gesund-5IULW5O5LBGWFOTDCNMENBNYRY.html">https://www.rnd.de/wissen/neue-studiendaten-ist-ein-glas-wein-am-tag-doch-gesund-5IULW5O5LBGWFOTDCNMENBNYRY.html</a><p>Einheit besteht hingegen sichtlich der negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums. Er schadet, erst recht, wenn er <a href="https://www.zeit.de/gesundheit/2025-07/begleitetes-trinken-bayern-abschaffen-alkohol-eltern">jung beginnt</a>. Im Artikel <a href="https://www.zeit.de/gesundheit/2025-07/begleitetes-trinken-bayern-abschaffen-alkohol-eltern">„Genug g&#39;suffa“</a> schreibt Jan Schwenkenbecher:</p><blockquote><p>„Die Forschung ist hier erstaunlich eindeutig: Durch begleitetes Trinken lernen Kinder keinen vernünftigen Umgang mit Alkohol, es ist damit ihrer Gesundheit auch nicht zuträglich.“</p></blockquote><a href="https://www.zeit.de/gesundheit/2025-07/begleitetes-trinken-bayern-abschaffen-alkohol-eltern">https://www.zeit.de/gesundheit/2025-07/begleitetes-trinken-bayern-abschaffen-alkohol-eltern</a><p>Zweitens: Wer früh erlernt (und sei es im Beisein der eigenen Erzeuger), dass Alkoholkonsum eine entspannende bis berauschende Wirkung hat, der trinkt später nicht moderater oder verantwortungsvoller, sondern: eher mehr. Wie so oft im Pädagogischen überschätzen Erwachsene auch in diesem Fall ihre vorbildliche Einflusswirkung. Und wer sagt überhaupt, dass die Eltern, um die es geht, verantwortlich trinken; dies ist, wie beschrieben, millionenfach nicht der Fall. Es ist also nicht so, dass durch die schlichte Anwesenheit und durch den strengen Blick von Mama und Papa der Alkohol vom gefährlichen Rauschmittel plötzlich zum ungefährlichen Genussmittel wird. Schon für Jugendliche gilt, was für alle gilt, die Alkohol konsumieren: Er ist sowohl Rauschmittel als auch Genussmittel; zumindest die ersten paar Gläser. Richtig gesund ist er nie, und irgendwann wird er gefährlich. Die Menge macht das Gift.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Falls dir gefällt, was du liest: Alle meine Artikel gibts per Newsletter</em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Ich jedenfalls habe, von kürzeren, maximal ein paar Wochen langen Abstinenzen abgesehen, seit meinen Teenagerzeiten immer mal wieder getrunken. Nie über längere Zeiten außergewöhnlich exzessiv; nie so, dass es mir bei meinen Aufgaben groß im Weg gestanden hätte. Aber durchaus so, dass ich weder als Teenager noch als Student noch als Schriftsteller in Berlin sonderlich viele Partys nüchtern erlebt habe. Hey, ich habe sogar schon <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/boys-at-the-bechereck-3560986.html">Interviews in Kneipen gegeben</a> (an dieser Stelle ganz herzliche Grüße an Katy Derbyshire)!</p><p> </p><p><strong>January is the driest month</strong></p><p>Seit ein paar Jahren mache ich nichtsdestoweniger Dry January und, was soll ich sagen: Es tut mir gut! Nach dem Dezember, der traditionell bei mir, wie vermutlich bei vielen von uns, ein arbeitsreicher Monat ist, wo man, schon am Ende mit der eigenen Jahresbatterie, noch alles wegarbeitet, was liegengeblieben ist. Zusätzlich gibt es überall Glühwein und Weihnachtsfeiern und gefühlt nur drei Stunden Sonnenlicht am Tag (falls überhaupt). Dann sind da noch Weihnachten und Silvester. Und die allgemeine Jahresmüdigkeit. Alles mögliche Gründe, um den dunklen Dezember nicht durchweg nüchtern erleben zu wollen, jedenfalls in der Freizeit. Cheers!</p><p>Da klingt ein anschließender Verzicht nach einer guten Idee.</p><p>Das sieht auch die Medizin so: „Von einem Alkoholverzicht - Stichwort <em>Dry January</em> - profitieren viele Organe: vor allem Leber, Herz und Haut. Abstinenz hilft beim Abnehmen und verbessert den Schlaf.“</p><a href="https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Alkoholverzicht-Wie-schnell-erholen-sich-Leber-Herz-und-Magen,alkohol522.html">https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Alkoholverzicht-Wie-schnell-erholen-sich-Leber-Herz-und-Magen,alkohol522.html</a><p>Wenn ich sage, dass der Alkoholverzicht im Januar mir eher guttut, stellt sich natürlich die Frage, warum ich dann nicht dabeibleibe. Warum ich nicht einfach komplett aufhöre zu trinken. Schließlich braucht man keine Gesundheitstrends aus England, um gesund zu leben, oder?</p><p>Die Antwort ist, wie unser gesellschaftlicher Alkoholkonsum selbst, kompliziert.</p><p>Der Alkoholverzicht tut mir nämlich nicht nur und durchweg gut. Klar, es ist großartig, morgens nicht verkatert zu sein (und sei es leicht verkatert). Ich kann mich besser konzentrieren, Texte wie diesen hier, mit weit über eintausend Wörtern, schreibe ich merklich müheloser, schneller und ideenreicher runter. Die Arbeit läuft besser, wenn Alkohol nicht den Körper sabotiert.</p><p>Allerdings fehlt auch die positive Sabotage, wenn man so will.</p><p>Das Feierabendbier nach einem langen Arbeitstag. Der Wein, mit dem man auf der Wohnungseinweihung eines guten Freundes in der Küche herumsteht. Am Wochenende der Longdrink oder das Herrengedeck in der Bar; der halbe Liter Pils am Billardtisch. Der schwere, mallorquinische Rotwein zu den Tapas. Der teure Überseerum als besonderer Genuss am Freitagabend. Der kretische Raki, den meine Frau und ich aus dem Urlaub schätzen und, mal mit ein wenig Fernweh, zu Hause in Berlin trinken.</p><p>Anders gesagt: Alkoholverzicht macht meine Arbeitstage besser und mich als Produzent produktiver. Allerdings lautet mein Lebensmotto nicht <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RUdyqJuJOAs">„Ja, dann wird wieder in die Hände gespuckt / Wir steigern das Bruttosozialprodukt“</a>. Ich mag Kneipenabende, ich mag Partys, Billardrunden und Kinogänge. Und so ganz und komplett ohne Alkohol empfinde ich, langfristig, vieles davon als weniger entspannt.</p><p> </p><p><strong>Inkludieren Ja, bemitleiden Nein</strong></p><p>Komplett unentspannt wird es, wenn man nicht nur der Einzige ist, der nicht trinkt, sondern alle anderen einen dafür noch bemitleiden. Das war neulich so bei einem Quizabend mit meinen besten Freunden. Wir waren zu viert, zwei Männer, zwei Frauen. Ihnen fiel öfter auf, dass ich nicht trinke, als mir. Und sie wurden auch nicht müde, das anzumerken. „Das ist jetzt sicher schwer für dich!“, „Stark sein!“, zwinker, zwinker. Wenn ich müde im Raum herumschaute, wurde vermutet, ich hätte Liebeskummer wegen Bier. Dabei stimmte das gar nicht. Es war bereits die dritte Woche meines Alkoholverzichts und ich hatte mich arrangiert mit der Tatsache, dass meine Freunde allesamt Prosecco und Bier tranken, ich aber einen trüben, zuckerfreien Energydrink (immerhin, um nicht ganz ausgeschlossen zu werden, aus einem Weinglas; bei anderer Gelegenheit und in anderer Runde, bekam ich, als alle eine Runde Jägermeister aufs Haus tranken, einen solidarischen Schluck Cola ins Pinnchenglas, farblich auf die Schnelle kaum zu unterscheiden vom Kräuterschnaps; ich fühlte mich optisch und zeremoniell inkludiert). Beim Quizabend haben mir Hinweise auf meine leidvolle Abstinenz und wie schlimm das sein muss (obwohl es das gar nicht war) jedenfalls nicht sehr geholfen; und auch keine gut gemeinten Ratschläge, dass ich die längste Abstinenz meines Jahres doch vielleicht verlängern soll. Konstruktiver Vorschlag, aber bedingt glaubwürdig, wenn ihn Menschen beim dritten Glas Wein aussprechen. Mein Tipp also: Nicht-Trinker inkludieren ja, bemitleiden nein. Ungefragte Ratschläge: Schwierig.</p><p>Lange Rede, kurzer Sinn: Ich trinke jetzt seit fast vier Wochen weder Bier, Wein noch Schnaps. Es funktioniert prima. Es tut mir in vieler Hinsicht gut. Allerdings fehlt mir auch etwas Genuss und Lebensqualität. Dinge, die ich eigentlich wertschätze, fallen weg. Der Alkoholverzicht hat seinen medizinischen Sinn, seine soziale Berechtigung – und insgesamt ist es wichtig, dass Konsum kein Automatismus wird (egal welcher). Durch aktiven, bewussten Verzicht wird man sich gewahr, wie aktiver, bewusster Konsum funktioniert. Das schärft den Blick und durchbricht etablierte Konsummuster. Man bemerkt, wann man normalerweise konsumiert; und idealerweise auch warum. Das ist, neben dem offenkundigen medizinischen Nutzen, mein persönliches Fazit nach längerem Verzicht. Dass es gut ist, automatisierte Verhaltensweisen zu hinterfragen und etablierte Konsummuster zu (unter-)brechen.</p><p>Trotzdem kann ich mir keinen dauerhaften Verzicht vorstellen. Als jemand, der in Deutschland (hallo Bier) und einige Jahre lang in Spanien aufgewachsen ist (hallo Wein), wertschätze ich es doch zu sehr, mir ab und an einen Drink zu gönnen. Alkoholverzicht macht meine (Arbeits-)Tage besser, meine Abende und Wochenenden jedoch langweiliger. Am Sonntag ist also Fastenbrechen bei einem Sektbrunch – und ich freu mich drauf!</p><p>Nichtsdestoweniger möchte ich jeden und jede einladen, auch längere Abstinenzphasen für sich auszuprobieren. Zu schauen, was das mit einem macht. Aber: Übertreiben sollte man es aber auch nicht; weder mit dem Konsum, noch mit der Abstinenz. Schlussendlich hat man nicht nur eine Verantwortung gegenüber der eigenen Lebensfreude, sondern auch der lokalen Gastronomie (Stichwort Bruttosozialprodukt):</p><a href="https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/kneipensterben-gaststaette-dehoga-corona-buerokratie-102.html">https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/kneipensterben-gaststaette-dehoga-corona-buerokratie-102.html</a><p>Falls sich jetzt die Dauer-Abstinenzler empören: Erstens ist das nicht ganz ernst gemeint und zweitens denke ich nicht in Umkehrschlüssen. Ich weiß, dass kompletter Alkoholverzicht für Millionen Menschen – sowohl jene, die als Suchterkrankte trocken geworden sind als auch jene, die nicht angefangen haben – die absolut richtige Entscheidung ist, ohne Abstriche in Sachen Lebensqualität. Eine Leistung, auf die man stolz sein darf – Punkt!</p><p>Ebenso leuchtet es mir ein, dass vielen Menschen ein Eckkneipen- oder ein Clubbesuch mehr Spaß macht mit einem Bier, einem Vino oder einem Moscow Mule. Oder allen dreien!</p><p>Insofern: Passt auf euch auf. Und macht es so, wie es euch persönlich taugt. Hauptsache, ihr habt eine gute Zeit!</p><p> </p><p>Viele Grüße &amp; Prost,</p><p>Jan </p><p> </p><p>PS: Nüchtern aufgenommen, lief dennoch sehr flüssig: Das Gespräch zwischen mir und Thomas Zimmer (Lustige Anekdote: <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0e970a15-3217-494a-8c5a-4e2c8fdb59e3">in der ersten Podcastfolge mit Thomas</a>, von 2024, sagt Thomas an einer Stelle für den Hörer unvermittelt „Prost!“, weil ich damals mein Weinglas „Auf dein Wohl“-mäßig in die Kamera hielt):</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952</a><p> </p><p>PPS: Der damalige Premierminister von Großbritannien, Winston Churchill, hatte 1932 zu Zeiten der US-amerikanischen Alkoholprohibition ein Attest seines Arztes dabei. Es erlaubte ihm, das lokale Alkoholverbot elegant auszudribbeln. Alkohol sei für Churchill „zu Mahlzeiten erforderlich“, schrieb sein Arzt (oder ließ Churchill seinen Arzt schreiben). Menge nach oben offen, natürlich:</p><a href="https://www.instagram.com/p/DTK_sxdDS1x/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d68d96dd-975c-4a30-a43e-62e4a23cc05b/uploads/images/j7yzicermo/churchill2.jpg.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p> </p><p>PPPS: Kurt Tucholsky schrieb den doch sehr schönen Satz: »Schade, dass man einen Wein nicht streicheln kann« </p><p>PPPPS: Dir hat der Artikel gefallen? Die <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Kaffeekasse</a> ist heute natürlich eine <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">Bierkasse</a>. Du kannst gerne dazuschreiben, ob ich mir reguläres oder alkoholfreies Bier kaufen soll (und falls ja, welches)! 😀 🍺 🍻</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d68d96dd-975c-4a30-a43e-62e4a23cc05b/uploads/images/zaioy6fd3k/75_years.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/d68d96dd-975c-4a30-a43e-62e4a23cc05b/teaser_image/1769759520?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 08:30:28 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Podcast #27: Ein Jahr Trump. Ein Jahr Gewalt, Lügen & Widerstand ]]></title>
      <description><![CDATA[Thomas Zimmer und ich reden u.a. über Propaganda, Lügen, und darüber, warum man MAGA-Erzählungen nicht glauben darf. Wie man dagegenhält. Wie man klar im Kopf bleibt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #27: Ein Jahr Trump. Ein Jahr Gewalt, Lügen &amp; Widerstand - mit Thomas Zimmer</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952/uploads/images/knv3avh5dv/Podcast__27.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Thomas Zimmer ist nicht nur Historiker und USA-Experte, sondern obendrein ein hervorragender, kurzweiliger Gesprächspartner. Grund genug, ihn erneut einzuladen. Wir sprachen schon damals, wenige Tage nach der Wiederwahl über <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0e970a15-3217-494a-8c5a-4e2c8fdb59e3">„Trumps Angriff auf die Demokratie“</a> – und nun ist der US-Präsident ein Jahr im Amt. Und mit ihm eine Regierung, deren oberste Prinzipien lauten: Propaganda, Einschüchterung und Gewalt. Es gab und gibt also viel zu besprechen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952/uploads/images/wuw63hd4am/1000008756.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wir reden über Thomas‘ Umzug von Washington zurück nach Deutschland und welche Rolle die politische Bedrohungslage dabei spielte. Wir reden darüber, wie sich amerikanische Hassmails und deutsche Hassmails unterscheiden (Thomas kennt beide). Gemeinsam erörtern wir, wie MAGA sich eine toxisch-maskuline Selbsterzählung erschafft; eine paradoxe Selbsterzählung, in der (rechte) Männer angeblich Opfer seien (von böser linksgrünwoker Politik) und gleichzeitig Herrscher (über Frauen, über Migranten, überhaupt: über Schwächere bzw. alle, die als nicht zugehörig gedacht werden). Wir reden über Propaganda, Lügen, und darüber, warum man MAGA-Erzählungen nicht glauben darf. Wie man dagegenhält. Wie man klar im Kopf bleibt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952/uploads/images/gcovup5qux/1000008765.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es braucht Widerstand! Die positive Nachricht: den gibt es auch. Ein Jahr Trump heißt auch ein Jahr Gegendruck, von den riesigen „No Kings“-Protesten über viele weitere kleinere Demos, die andauernd im Land stattfinden, bis hin zu <a href="https://www.threads.com/@amay.a100/post/DTiJ_x5DQm9">politischem Protest</a> und zivilem Ungehorsam im Alltag. Wir sprechen über die grausame Ermordung der 37-jährigen, unbewaffneten Mutter <a href="https://taz.de/Nach-Toetung-einer-Aktivistin/!6144887/">Renée Nicole Good</a>. Es geht um die Abrissbirne, mit der Trump täglich die US-amerikanische Demokratie demoliert. Wir fragen uns, wohin die USA steuern im Jahr 2026; und wir suchen, trotz aller Grausamkeiten und Brutalitäten und Lügen, nach etwas Licht im Dunkeln. Es geht um Antifaschismus, um Herrschaftsvisionen, und darum, was man angesichts der ganz realen Bedrohung durch den Rechtsextremismus tun kann – auch hierzulande, gegen die AfD. Abschließend geben wir euch jede Menge Tipps für eine weitere Lektüre, für weiteres Nachdenken. Danke für das informative Gespräch, lieber Thomas! Viel gelernt!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952/uploads/images/3pbvw25eub/1000008757.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>Wie nehmt ihr diese Zeit wahr, politisch? Wohin steuern die USA eurer Meinung nach? Wie steht es um die Demokratie „hüben wie drüben”?</p><p>Und ganz praktisch: Habt ihr Ideen für den Widerstand? Tipps für andere? Wie findet ihr, angesichts der Weltlage, aus der Ohnmacht heraus? Was können wir tun? Was tust du?</p><p><strong>Schreibt es mir gerne, entweder als Kommentar auf Steady, als Reply auf </strong><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social"><strong>Bluesky</strong></a><strong> oder ganz klassisch per </strong><a href="mailto:skudlarekjan@gmail.com"><strong>E-Mail</strong></a><strong>.</strong></p><p></p><p><strong>Das Gespräch könnt ihr ab sofort z.B. auf Spotify streamen:</strong></p><a href="https://open.spotify.com/episode/1K2lVxb01pCYgetfdDNuo7?si=7dd8bc576b6444d7">https://open.spotify.com/episode/1K2lVxb01pCYgetfdDNuo7?si=7dd8bc576b6444d7</a><p>Auch auf Podigee und weiteren Plattformen findet ihr uns:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/27-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/27-neue-episode</a><p>Viel Spaß mit der Podcastfolge,</p><p>Jan</p><p></p><p><em>Thomas Zimmer ist Historiker und arbeitet in Hamburg als freier Autor und Publizist zur Geschichte und Gesellschaft der USA. Sein Interesse gilt insbesondere den jüngeren Entwicklungen im Konservatismus und dem Aufstieg der radikalen Rechten. Vor seiner Rückkehr nach Deutschland im Sommer 2025 lehrte er jahrelang als Professor für Internationale Geschichte an der Georgetown Universität in Washington, D. C.</em></p><a href="https://bsky.app/profile/thomaszimmer.bsky.social"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952/uploads/images/qhrb7pa5ud/Zimmer_Portrait.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p>Thomas’ sehr lesenswerter Newsletter:</p><a href="https://steady.page/en/democracyamericana/posts">https://steady.page/en/democracyamericana/posts</a><p>Sehr aktuell und auch Thema im Podcast: Die Ermordung von Renée Good. ⬇️</p><a href="https://steady.page/en/democracyamericana/posts/4b2f8d7a-55ba-4a6b-a523-1a1ee780fd69">https://steady.page/en/democracyamericana/posts/4b2f8d7a-55ba-4a6b-a523-1a1ee780fd69</a><p>Thomas hat auch einen <a href="https://bsky.app/profile/thomaszimmer.bsky.social">Bluesky-Account</a>, dem man folgen sollte, um auf dem Laufenden zu bleiben ⬇️</p><a href="https://bsky.app/profile/thomaszimmer.bsky.social">https://bsky.app/profile/thomaszimmer.bsky.social</a><p></p><p>Diese Folge gab es, wie üblich, zuerst exklusiv zu streamen für alle, die Steady-Mitglied sind und diesen Podcast somit in seiner Entstehung unterstützen. Wenn auch du alle Folgen zuerst hören willst und zugleich meine Arbeit unterstützen: Ein <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Monatsabo</a> kostet weniger als ein Döner und ist jederzeit kündbar und meine Dankbarkeit ist euch sicher!</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans</a><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">abo</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><strong>Für alle, die bereits ein Abo haben, ging es hier vorab zum Podcast:</strong></p><p></p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 15 Jan 2026 17:43:34 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Donnie und der Dammbruch (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[„Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“ lautet ein berühmter Satz des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard. Was für jeden und jede von uns…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>„Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“ lautet ein berühmter Satz des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard. Was für jeden und jede von uns persönlich gilt, gilt auch für die Weltpolitik. Manche Ereignisse geschehen schnell und ihre Tragweite wird, falls überhaupt, nur rückwirkend klar. Was Nicolás Maduro dachte, als er von einer Spezialeinheit der <a href="https://www.n-tv.de/politik/Delta-Force-diese-Spezialeinheit-nahm-Maduro-fest-id30199505.html">Delta Force</a> festgenommen und verschleppt wurde, ist unbekannt – ebenso wie das, was er nun, rückwirkend, darüber denkt oder denken wird. Politisch relevanter – und für uns alle interessanter – als die Gedanken eines entführten Diktators ist das politische Nachbeben, das die Entführung des venezolanischen Staatsoberhauptes verursacht. Während die vollständigen Folgen und Implikationen der Causa Trump-Maduro wenige Tage danach höchstens ansatzweise absehbar sind, lohnt es sich dennoch, die Ereignisse des 3. Januar 2026 rückwirkend zu besprechen und, idealerweise, besser zu verstehen.</p><p>Fangen wir mit dem Unbestreitbaren an. Die USA haben Venezuela aus der Luft heraus angegriffen, strategische Ziele bombardiert und den venezolanischen Machthaber mit Hilfe von Elitesoldaten aus seinem Präsidentschaftspalast heraus nach New York entführt, <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/nicolas-maduro-gericht-usa-rechtmaessigkeit-justiz/komplettansicht">wo ihn nun seinen Prozess erwartet</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/ym5u5ko3pj/bafkreiepzqfucmjkwjrwp4ixvcjibk6ud47fyls7nf4yyqrsyngukjtlna.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Ein politisches Perpetuum mobile?</em></p><p></p><p>Wahrscheinlicher als seine baldige, natürlich scherzhaft gemeinte Abschiebung durch ICE, ist ein langer Prozess, der von Trumps Verwicklungen in den <a href="https://www.n-tv.de/politik/US-Regierung-muss-noch-zwei-Millionen-Epstein-Akten-veroeffentlichen-id30208070.html">Epstein-Skandal ablenken</a> soll:</p><a href="https://www.threads.com/@adahnnn/post/DTC93enFPau"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/25cj2ltuqp/Screenshot_2026-01-05_122653.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p><strong>Ein machtpolitischer Präzedenzfall</strong></p><p>Nicht alle stehen dem <a href="https://www.instagram.com/p/DTDIihQDDgC/?img_index=1">forcierten Regimewechsel</a> kritisch gegenüber. Eine Position, die ich über die letzten Tage immer wieder lese, lässt sich in etwa wie folgt zusammenfassen: „Was regt ihr euch so auf? Ist es nicht gut, dass ein brutaler Diktator, der Wahlen niedergeschlagen und sein Volk unterdrückt hat, weg ist? Warum weint ihr einem Mann nach, den fast niemand vermissen wird? Hat Trump der Welt durch die Entführung und Verhaftung Maduros nicht einen Gefallen getan?“</p><p>Zunächst lautet die wichtigste Antwort auf diese Frage: Die erste und nicht selten einzige Person, der Trump freiwillig einen Gefallen tut, ist er selbst. So ist es auch bei der Maduro-Absetzung. Trump geht es nicht um Maduro, es geht ihm nicht um Venezuela und auch nicht um – so das bis zum Erbrechen wiederholte, vorgeschobene Scheinargument der US-Regierung – den „<a href="https://www.theguardian.com/world/2026/jan/04/trump-new-focus-venezuelan-oil-war-on-drugs">Krieg gegen die Drogen</a>“. Es gibt X andere Länder, die bei einem effektiven Krieg gegen Drogenkartelle vor Venezuela in der Zielscheibe stehen müssten, allen voran Kolumbien und Mexiko (was nicht heißt, dass Trump sich nicht nun ermuntert fühlt, weitere Länder anzugreifen; doch dazu unten mehr; und nebenbei: den berühmten Darknet-Drogen-Kingpin <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/49117c49-7de9-42ae-be85-c6c3cc33351d">Ross Ulbricht</a>, der jahrelang den Online-Drogenhandel „Silk Road” betrieb, hat Donald Trump Anfang 2025 aus lebenslanger Haft <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/web/ross-ulbricht-gruender-der-drogenboerse-silk-road-dankt-trump-fuer-zweite-chance-a-4079ced2-2e0d-4822-9518-18624dc8f30e">begnadigt</a>, um bei seinen libertären Bitcoinkumpeln, die Ulbricht lieben, Eindruck zu schinden).</p><p>Bestsellerautor Stephen King lenkt unseren Blick darauf, worum es eigentlich geht:</p><a href="https://www.threads.com/@stephenking/post/DTDr6S8EdID"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/syfmgskmui/king_dope.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p>Man darf nicht vergessen: Trump geht es um Trump, dann geht es ihm nochmal um Trump, dann geht es ihm um seine Kinder und das Vermögen seiner Familie. Erst im Anschluss geht es ihm um die USA – vor allem um die USA als sein Publikum und sein Herrschaftsvolk, das seinen orangenen Regenten untertänig zu beklatschen hat (ähnlich wie zu seiner Zeit als Boss-Karikatur bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_G8KxF1FTGo">The Apprentice</a>). Während es nicht falsch sein mag, dass mitunter Benefits abfallen und Vorteile abstrahlen auf umstehende Nutznießer (und wer weiß, vielleicht hat die Absetzung Maduros auch einige positive Effekte für Venezuela; es ist zu früh, um dergleichen abzusehen), so darf ein möglicher Sekundärprofit für Dritte niemals davon ablenken, dass das Trumps eigentliches Primärziel stets der Ausbau seiner eigenen Macht und die Vergrößerung seines persönlichen Reichtums ist. Erst kommt die <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/trump-kernenergie-ki-reichtum-100.html">Vermehrung seines persönlichen Vermögens</a> und des Vermögens <a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/donald-trump-so-viel-reicher-sind-die-soehne-des-us-praesidenten-geworden-a-95b06244-2fb0-4c9e-87ea-19562bf34bde">seiner Familie</a>, dann kommt lange nichts. Es geht Trump also um Geld; und, an zweiter Stelle, um den Einfluss der USA – siehe die sogenannte <a href="https://www.deutschlandfunk.de/was-steckt-hinter-der-donroe-doktrin-von-us-praesident-trump-100.html">„Donroe Doktrin“</a> als trumpistische Aktualisierung der historischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Monroe-Doktrin">Monroe-Doktrin</a> von 1823, welche US-amerikanische Hegemonie absichern und gleichermaßen Gewaltakte legitimieren soll. Man kann Trump vieles vorwerfen: <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mbk45vpg7c2q">Heimlichkeit</a> gehört nicht dazu.</p><p>Der Sturz von Maduro stellt insofern einen gefährlichen, machtpolitischen <a href="https://www.br.de/nachrichten/meldung/guterrres-aeussert-sich-beunruhigt-ueber-us-intervention,300794ef3">Präzedenzfall</a> dar, als dass er einige rote Linien überschreitet. Trump zeigt der Welt, dass er durchaus bereit ist, für den Ausbau seiner Macht <em>militärische</em> Mittel zu nutzen. In diesem Punkt gleicht Trump – man muss es so drastisch sagen – Wladimir Putin. Während Putin einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine führt, der viele hunderttausende Menschenleben gekostet hat und weiterhin Tausende kostet, steht der US-Amerikanische Präsident dem russischen Diktator allein im Ausmaß seiner Grenzüberschreitungen nach, nicht aber in der Qualität. Beide sind bereit, das Territorium, die Souveränität und das Wohlergehen anderer Staaten bewusst und aus persönlichem Machtkalkül heraus zu verletzen; und dabei nicht nur ausländische <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/">Souveränitätsrechte</a> mit Füßen zu treten, sondern auch ausländische Staatsbürger aus opportunistischen sowie aus machtpolitischen Gründen zu töten (wie Trump es seit Monaten mit den angeblichen venezolanischen Drogenbooten tat, wobei sogar gezielt Überlebende in Seenot, von denen fraglos keinerlei Gefahr für die USA ausging oder jemals logischerweise ausgehen kann, <a href="https://www.spiegel.de/ausland/usa-sollen-laut-medien-gezielt-ueberlebende-von-drogenboot-in-der-karibik-getoetet-haben-a-16a9794f-be1a-4d03-aeb0-e644d60264fc">getötet wurden</a>). Dass Trumps Handeln in Venezuela ein <a href="https://www.instagram.com/p/DTI0r8HAOSY/?img_index=1">radikaler Verstoß gegen das Völkerrecht</a> ist und eine juristische Bewertung keineswegs „rechtlich <a href="https://x.com/bundeskanzler/status/2007525279686865124">komplex</a>“ (wie der Bundeskanzler verlauten ließ), ist <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-voelkerrecht-100.html">mühelos ersichtlich</a>.</p><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-voelkerrecht-100.html">https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-voelkerrecht-100.html</a><p><strong>Die Erosion des Vertrauens</strong></p><p>Gegen ein „Auge zudrücken“ im Fall Maduro sprechen, neben juristischen und völkerrechtlichen Einwänden, ebenso handlungstheoretische und ethische Gründe. Wer beim venezolanischen Diktatoren-Kidnapping eine Ausnahme macht, gerät schnell in Universalisierbarkeitsprobleme. Denn gute ethische Handlungen können sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass man sie verallgemeinern kann.</p><p>Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ">Kategorische Imperativ</a> von Immanuel Kant (1724-1804) beruht bekanntermaßen auf einigen Grundsätzen, ein zentraler davon ist die Frage nach Universalisierbarkeit. Lassen sich die Maximen, die hinter einer Handlung stehen, widerspruchsfrei universalisieren? Ethische Handlungen sollen gemäß der Kantschen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=6DtchCPwpHI">Pflichtethik</a> dann als gut und richtig gelten, wenn sie sich als allgemeingültiges Gesetz denken lassen. Eine berühmte Formel hierfür <a href="https://www.projekt-gutenberg.org/kant/sitte/chap003.html">lautet</a>:</p><blockquote><p>„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“</p></blockquote><p>Eine Maxime ist, im Bereich des Ethischen, eine subjektive Handlungsregel. Auf den vorliegenden Maduro-Fall angewendet würde dies konkret Folgendes bedeuten. Wir haben eine Maxime (sprich: die hinter einer Handlung liegende Grundidee, welche sie motiviert), zum Beispiel:</p><blockquote><p>„Gefällt mir, einem mächtigen Staatsoberhaupt, die Politik und der Einfluss eines anderen Staatsoberhauptes <em>nicht</em>, dann schicke ich nachts eine Spezialeinheit in seinen Präsidentschaftspalast, verschleppe meinen Widersacher und inhaftiere ihn; zusätzlich lasse ich im Land meiner Gegner einen Nachfolger installieren, der mir weniger Probleme macht (und alternativ wieder gestürzt wird).“</p></blockquote><p>Lässt sich hieraus ein allgemeines Gesetz des politischen Miteinanders ableiten? Wohl kaum. Der Universalisierungskonflikt liegt auf der Hand. Moralische Handlungsbedingungen sollten für alle unter gleichen Bedingungen auch gleich gelten. Der Präsident der USA sollte sich an gleiche oder ähnliche Regeln halten wie andere Staatsoberhäupter. Würde jeder Kanzler oder Präsident, ab Tag eins seiner Amtsausübung, die Entführung und Verhaftung fremder Staatsoberhäupter als legitime, politisch wie moralisch in seiner Macht stehende Amtshandlung ansehen, wären vertrauensvolle internationale Beziehungen undenkbar (und die Staatsoberhäupter von den fast zweihundert Ländern der Erde hätten noch weit größere Schlafprobleme als eh schon).</p><p>Die Idee, die Souveränität anderer Staaten und ihrer Führungspersönlichkeiten zu respektieren ist mehr als nur irgendein diplomatischer Knigge – sie ist die funktionale Grundlage internationaler Friedensbeziehungen. Nähme ein Staat sich heraus, völkerrechtliche Tabus je nach Machtinteresse und je nach Gutdünken zu brechen und internationale Verträge, Normen und Standards nach Interessenlage und je nach Tagesform mal zu ehren, mal zu missachten, käme es zu einer kompletten, globalen Erosion zwischenstaatlichen Vertrauens. In dem sehr lesenswerten Essay <a href="https://www.currentaffairs.org/news/the-coup-in-venezuela-is-an-assault-on-the-whole-world">„The Coup In Venezuela Is An Assault on the Whole World“</a> für <a href="https://www.currentaffairs.org/news">Current Affairs</a> schreiben Alex Skopic &amp; Nathan J. Robinson über die Logik und die Folgen solcher Grenzüberschreitungen:</p><blockquote><p>„In other words, no country is actually sovereign. Nations get to keep their governments only as long as the U.S. says so. Under those circumstances, it’s difficult to see why any country would trust the United States to negotiate with it in good faith, or to honor any agreement it makes.“ <br/>(„Mit anderen Worten: Kein Land ist tatsächlich souverän. Nationen dürfen ihre Regierungen nur so lange behalten, wie die USA dies zulassen. Unter diesen Umständen ist es schwer nachvollziehbar, warum ein Land darauf vertrauen sollte, dass die Vereinigten Staaten in gutem Glauben mit ihm verhandeln oder getroffene Vereinbarungen einhalten.“)</p></blockquote><p>Ich teile ihre Schlussfolgerungen. Im Essay schreiben sie ferner: „Donald Trumps Sturz von Nicolás Maduro schafft einen schrecklichen Präzedenzfall, der die internationale Souveränität erheblich untergräbt.“ Ähnlich sieht es Politikwissenschaftler <a href="https://bsky.app/profile/mlewandowsky.bsky.social/post/3mbjeb3ulbc2r">Marcel Lewandowsky</a>:</p><blockquote><p>„Ein Urteil über den US-Angriff auf Venezuela kann man nicht vom Maduro-Regime her denken, sondern nur auf Grundlage des Völkerrechts. Nimmt man die Frage als Grundlage, ob eine Diktatur den Sturz „verdient“ habe oder nicht, steht die Tür zur internationalen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anomie">Anomie</a> noch weiter auf als ohnehin schon.“</p></blockquote><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Recherche &amp; Verfassen dieses Textes haben zwei Arbeitstage gedauert; du kannst meine Arbeit durch ein </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit"> unterstützen oder durch meine </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">! Danke!</mark></p><hr aria-hidden="true"/><p>Den Denkfehler, Maduro als „Bad Guy“ quasi für vogelfrei zu erklären, macht hingegen CDU-Politiker Jens Spahn:</p><a href="https://x.com/jensspahn/status/2007884053467341308"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/bxvipd6t52/spahn.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p>Wer so argumentiert, öffnet Tür und Tor für alle, die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-sicherheitsgarantien-102.html"><em>uns</em> für die „Bad Guys“ halten</a>.</p><p>Zur Grundsatzfrage, woher Moral ihre bindende Kraft nimmt und ob und warum wir uns an moralische Normen halten sollten, schrieb mein alter Ethikprofessor Kurt Bayertz schon vor einigen Jahren ein überaus lesenswertes Buch; es trägt den programmatischen Titel „<a href="https://www.chbeck.de/bayertz-ueberhaupt-moralisch-sein/product/13749765">Warum überhaupt moralisch sein?</a>“.</p><p></p><p><strong>Ein Damm, der bricht</strong></p><p>Nüchtern gesehen haben wir es hier mit einem ernsthaften politischen Dammbruch zu tun (es gab politische Entführungen bereits im 20. Jahrhundert; allerdings unterscheidet sich bspw. die <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/330724/beginn-des-eichmann-prozesses/">Entführung Adolf Eichmanns</a> im Jahr 1960 qualitativ von der Maduros, da Eichmann ohne jede Zweifel eine Hauptfigur des vielleicht größten Menschheitsverbrechens war; auch der <a href="https://www.derstandard.de/story/3000000302757/before-nicolas-maduro-there-was-manuel-noriega">Fall von Manuel Noriega</a> von 1989 unterscheidet sich in wesentlichen Details). Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dammbruchargument">Dammbruchargument</a>, auch Argument der schiefen Ebene genannt, bezeichnet in der Philosophie ein Türöffnerargument – und hat, um <a href="https://www.spektrum.de/lexikon/philosophie/slippery-slope-argument/1888">Metzler</a> zu zitieren, „einen Proponenten davon zu überzeugen, dass der Vollzug einer Handlung oder Praxis einen ersten Schritt auf einer »schiefen Ebene« bedeute, der unweigerlich weitere Schritte nach sich ziehen werde.“</p><p>Vorab: Natürlich ist Folgendes russische Propaganda. Dennoch: Es ist jener Dammbruch, den Dmitri Medwedew – ehemaliger Präsident Russlands und jetziger Gefolgsmann Wladimir Putins – aufgreift, wenn er die <a href="https://www.spiegel.de/ausland/russland-dmitrij-medwedew-kann-sich-entfuehrung-von-kanzler-merz-vorstellen-a-f6b58b88-3af7-411c-96da-1ae179b43d7b">Entführung von Friedrich Merz</a> in den Raum stellt.</p><a href="https://www.spiegel.de/ausland/russland-dmitrij-medwedew-kann-sich-entfuehrung-von-kanzler-merz-vorstellen-a-f6b58b88-3af7-411c-96da-1ae179b43d7b">https://www.spiegel.de/ausland/russland-dmitrij-medwedew-kann-sich-entfuehrung-von-kanzler-merz-vorstellen-a-f6b58b88-3af7-411c-96da-1ae179b43d7b</a><p>Propaganda hin oder her: Man muss in aller Ernsthaftigkeit die Frage aufwerfen, warum und mit welcher Legitimität – jedenfalls in dieser Logik – die USA ihre Gegenspieler entführen dürfen, nicht aber beispielsweise Russland oder China oder Frankreich oder Nordzypern.</p><p>Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj scherzte direkt im Anschluss an die Verschleppung Maduros: Wenn das möglich sei, dann wüssten die USA ja, was jetzt als nächstes zu tun sein („If you can do that with dictators, then the United States knows what to do next“) – eine Anspielung auf eine mögliche Entführung Putins.</p><a href="https://apnews.com/video/zelenskyy-on-maduro-if-you-can-do-that-with-dictators-then-the-united-states-knows-what-to-do-next-012d9f33c0114a118f79c582bb0961a9">https://apnews.com/video/zelenskyy-on-maduro-if-you-can-do-that-with-dictators-then-the-united-states-knows-what-to-do-next-012d9f33c0114a118f79c582bb0961a9</a><p>Den besten Kommentar zur möglichen Merz-Entführung hatte der Satiriker <a href="https://www.instagram.com/p/DTGRVVnDPO6/">Cornelius Oettle</a>, der in Anspielung auf den ersten Tweet der Bundesregierung lakonisch feststellte:</p><a href="https://bsky.app/profile/cwmo.bsky.social/post/3mbmikvefgk2q"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/uhjlphsx2b/oettle.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p><strong>Don’t let him do it</strong></p><p>Man mag solche Gedankenspiele und solche Scherze geschmacklos finden (die Bundesregierung versicherte übrigens, Kanzler Merz sei <a href="https://www.spiegel.de/politik/dmitrij-medwedew-bundesregierung-reagiert-scharf-auf-spruch-ueber-entfuehrung-von-friedrich-merz-a-489484c6-85d9-4db0-9784-5124a17f83ee">„gut und sicher geschützt“</a>): Nichtsdestoweniger verdeutlichen sie das Terrain, in das man sich begibt, wenn man den USA unter Donald Trump dergleichen durchgehen lässt. Apropos durchgehen lassen: Autor <a href="https://beimwort.substack.com/p/wenn-ein-tyrann-einen-tyrannen-entfuhrt">Jonas Schaible</a> erinnert uns daran, dass „They let you do it“ das zentrale Trumpsche Leitprinzip und Lebensmotto ist, privat wie politisch:</p><blockquote><p>„Trump hat einst einen Satz gesagt, der dann an die Öffentlichkeit kam, im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump_Access_Hollywood_tape"><em>Access Hollywood Tape</em></a>, er prahlte damit, Frauen “<em>by the pussy</em>” zu grabschen, und: “<em>When you’re a star, they let you do it.</em>” Wenn du ein Star bist, lassen sie es dich machen.</p><p>Der erste Teil verrät fast alles über Trump, was man wissen muss. Der zweite Teil scheint mir dennoch der eigentliche Schlüssel zu sein. “<em>They let you do it</em>” ist Trumps Lebenserfahrung, und ich glaube, sie ist auch sein Leitprinzip.</p><p>Er wird tun, was man ihn tun lässt, konsequent weitere Grenzen überschreiten, bis man ihn nicht mehr lässt. Bisher haben ihn fast immer alle gelassen.“</p></blockquote><p>Wer auf <a href="https://www.instagram.com/p/DTF2rJnDWld/">Dreistigkeit</a>, Grenzverletzung und <a href="https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/artikel-detailansicht/39836-durchtriebene-verfuehrer.html">Machiavellismus</a> mit Nachsicht und <a href="https://taz.de/EU-reagiert-auf-US-Angriff-in-Venezuela/!6142769/">Beschwichtigung</a> reagiert, muss sich nicht wundern, wenn er auch zukünftig den Kürzeren zieht. Wer schweigt, wenn Großmächte die Welt unter sich aufteilen, wird aufgeteilt. Dieser Tage macht nicht ohne Grund diese scherzhafte, zugleich ernste Weltkarte die Runde:</p><a href="https://www.threads.com/@davidbrianholt/post/DTEXcfaliGj/media"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/3v3xc5cmy5/weltkarte.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p><strong>Die nächsten Gegner sind wir</strong></p><p>Ohne Grenzen, die andere ihnen aufzeigen, lernen Männer wie Trump oder Putin, <a href="https://x.com/TrumpFile/status/2007580924469526693">dass es keine Grenzen gibt</a> – und wir anderen, die noch an Grenzen glauben (seien es Landesgrenzen, politische Grenzen oder moralische), stehen dumm da. Denn es sind unsere Grenzen, die verletzt werden. Es ist unsere Vulnerabilität, die ohne Gegenwehr steigt.</p><p>Kein Wunder, dass Trump direkt weiteren Ländern droht:</p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/usa-donald-trump-venezuela-kolumbien-kuba-groenland-iran-gxe">https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/usa-donald-trump-venezuela-kolumbien-kuba-groenland-iran-gxe</a><p>Wer ist als nächstes dran? <a href="https://www.spiegel.de/ausland/venezuela-donald-trump-droht-kolumbien-kuba-beklagt-32-tote-in-caracas-a-0b05487e-2eb7-467f-83c7-80efdd850ec1">Kolumbien</a>? <a href="https://www.merkur.de/politik/nach-venezuela-ist-jetzt-auch-mexiko-in-gefahr-torpediert-trump-mega-event-2026-zr-94110409.html">Mexiko</a>? <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/groenland-usa-daenemark-donald-trump-mette-frederiksen?utm_source=firefox-newtab-de-de">Grönland</a>? Wer weiß. Fest steht: Fernab von einmaligen Ausrutschern hat ein Machtmensch wie Donald Trump eines längst universalisiert – seine eigene Rücksichtlosigkeit. Es liegt an der internationalen Gemeinschaft, den weltpolitischen Damm, den Donald Trump aufzubrechen versucht, so gut es geht zu reparieren. Es liegt an allen demokratischen Regierungen dieser Welt, machiavellistischen Machtpolitikern wie Trump und Putin zu zeigen: Bis hier hin – und nicht weiter! Es liegt an uns, der Zivilgesellschaft und allen politisch aufmerksamen Menschen, diesbezüglich nicht zu schweigen. Das Motto muss lauten: Don’t let him do it!</p><p>Auf dem Spiel stehen nicht irgendwelche staubigen Rechtsbücher oder irgendwelche verzichtbaren Verträge, sondern unsere Freiheit selbst. Unser rechtsstaatlicher <em>way of life</em>. <a href="https://beimwort.substack.com/p/wenn-ein-tyrann-einen-tyrannen-entfuhrt">Jonas Schaible</a> erinnert uns: Die nächsten Gegner, sind – vielleicht nicht militärisch, aber politisch – möglicherweise wir:</p><blockquote><p>„Viele mögen denken: Uns doch egal, wenn die USA ihre Gegner angreifen. Sie haben nicht verstanden: Wer in Europa nicht von der extremen Rechten regiert wird, gehört dazu.“</p></blockquote><p>Um es abschließend mit dem Juristen <a href="https://bsky.app/profile/roughjustice.bsky.social/post/3mboku4hmnk2m">Christoph Nebgen</a> zu sagen:</p><blockquote><p>„Der Rechtsstaat ist ein zivilisatorischer Gewinn, keine Bürde. Nur Recht und Gesetz gewähren Sicherheit und Freiheit. Der Verlust der Rechtsstaatlichkeit wirft die Gesellschaft zurück in den Feudalismus. Das so genannte Recht des Stärkeren ist kein Recht, sondern die Abwesenheit jeglichen Rechts.“</p></blockquote><hr aria-hidden="true"/><p></p><p></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/xlpgga26hn/affleck_meme.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Übrigens: Ein Jahr Trump. Ein Jahr Gewalt, Lügen &amp; Widerstand. <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952"><strong>Mit Historiker und USA-Experte Thomas Zimmer</strong></a> rede ich darüber, wie Trump die US-amerikanische Demokratie demoliert. Ebenso gehts um Demos, um Antifaschismus und um die tägliche Verteidigung der Freiheit – auch hierzulande, gegen die AfD! <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Mein Podcast zum Thema!</mark></a></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/f7d76a75-b070-45c1-a3b1-ac4108296952</a><p></p><p>PS: Es darf nicht vergessen werden, warum dies alles passiert. Wegen Öl! Wegen fossilen Rohstoffen!</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mblmx2la6s22"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/oc73rlgajf/fossil.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p>Als weiterführende Lektüre empfehle ich hierzu die Bücher „<a href="https://www.piper.de/buecher/die-milliarden-lobby-isbn-978-3-492-07331-8">Die Milliarden-Lobby</a>“ und vor allem „<a href="https://www.oekom.de/buch/die-sicherheitsluege-9783987261978">Die Sicherheitslüge</a>. Wie Europa sich mit Waffen schützen will – aber mit Öl &amp; Gas erpressbar macht. Eine Streitschrift“ – beides großartig recherchiert und lesenswert durchdacht von <a href="https://www.oekom.de/person/susanne-goetze-57">Susanne Götze</a> &amp; <a href="https://www.oekom.de/person/annika-joeres-12269">Annika Joeres</a></p><p>PPS: Mit Annika Joeres sprach ich auch in meinem Podcast: &quot;Mein Haus, mein Auto, meine Lobby – Warum wir fossile Energie endlich überwinden müssen&quot;</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac</a><p>PPPS: Ursprünglich wollte ich noch einen Abschnitt über Sprecherposition und „<a href="https://www.instagram.com/reels/DP_5irxDAfJ/">Venezuela-splaining</a>“ schreiben. Dieser Abschnitt hat es aus Platzgründen nicht mehr hineingeschafft. Dennoch, ganz kurz: Nicht wenige Venezolaner freuen sich über den „Abschied“ Maduros. Ist es legitim, ihnen diese Freude von außen madig zu machen? Wer darf sich prioritär zum Venezuela-Coup äußern? Nur jene, die es direkt betrifft? Oder wir alle?  An dieser Stelle vielleicht so viel: Selbstverständlich sollte man jenen Venezolanern und Venezolanerinnen, die sich über den forcierten Regimewechsel freuen und deshalb neue Hoffnung schöpfen, nicht aus der Ferne, schlimmstenfalls noch von oben herab, Venezuela erklären (oder ihre Freude absprechen). Nichtsdestoweniger habe ich oben viele Argumente aufgeführt, warum das „Das geht doch lediglich Venezuela etwas an“-Argument etwas kurzsichtig ist. Weltpolitik betrifft nun mal die Welt. Die Dammbruchgefahr der Maduro-Entführung und die völkerrechtlichen Implikationen machen dieses Ereignis zu einem historischen Ereignis globaler Tragweite, das weit über venezolanische Ländergrenzen und über ein nationales, lateinamerikanisches Schicksal hinausweist. Insofern sollte jeder sich äußern dürfen, denn es betrifft uns alle (das schließt einen respektvollen Umgang mit jenen, die es unmittelbar und lokal betrifft, keineswegs aus, im Gegenteil).</p><a href="https://www.threads.com/@markshrime/post/DTFuhDAjiEh"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/caf990b5-ef45-4bb6-bad1-6a62ec060e25/uploads/images/fmg7tht52p/venezualan.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p><p><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Ich würde mich freuen, wenn du diesen Artikel teilst!</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Mitglied werden</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 07 Jan 2026 09:27:20 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Jahresrückblick 2025 (+ Ausblick '26)]]></title>
      <description><![CDATA[Jahresrückblicke sind immer so eine Sache. Erstens ist das Kalendarium ein sehr willkürlicher Punkt für ein Resümee – anstatt Ende Dezember kann man genau so gut Ende…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p> </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72e5db0c-9efa-4d8b-835f-b5a1be69964d/uploads/images/l77jrgt7mu/fck_afd.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Jahresrückblicke sind immer so eine Sache. Erstens ist das Kalendarium ein sehr willkürlicher Punkt für ein Resümee – anstatt Ende Dezember kann man genau so gut Ende März oder Mitte Juni oder jeden zweiten Dienstagnachmittag oder zu buchstäblich jedem Moment kurz innehalten und zusammenfassend zurückblicken (oder planend voraus). Zweitens bieten Jahresrückblicke auf das laufende Jahr weniger Überraschungen als historische Rückblicke auf vergangene Jahre, die schon länger, und mit etwas Abstand, hinter uns liegen. Jeder, der nicht unter Amnesie leidet oder seine Umwelt aktiv verdrängt (wofür ich angesichts der allgemeinen Lage der Dinge wirklich vollstes Verständnis habe), hat eine zumindest grobe Ahnung, was zwischen Januar und Dezember des aktiven Jahres passiert ist, weil, nun ja, es ja erst neulich passierte.</p><p>Andererseits hat sich das Jahr 2025 gezogen wie zwei. Erst neulich wurde ich von <a href="https://www.felix-bloch-erben.de/de/fbe/verlag/autor_innen/38520">einem Freund</a> entgeistert angeschaut, als ich „bei der Bundestagswahl dieses Jahr“ sagte – er war sich sicher, dass die Bundestagswahl unmöglich „dieses Jahr“ gewesen sein konnte. So zäh zieht sich die Zeit, so langsam vergeht die Welt. Während vieles gefühlt zu schnell geht, hat man zeitgleich den Eindruck, dass sich Deutschland in Murmeltiertag-ähnlicher Bräsigkeit bewegt; wo es Mut und eine Politik der großen Schritte bräuchte (Klimakrise, Energiewende, Verkehrswende), wird oft ganz kleinteilig und übervorsichtig herumbürokratisiert, für den politisch interessierten Bürger mit viel Déjà-vu (selbst winzige, unzureichende Teile einer größeren Problemlösung werden zäh und geradezu unerbittlich ausverhandelt; da hat sich wenig geändert seit der Ampel-Regierung). Und immerzu strombergt Bundeskanzler Friedrich Merz irgendwo als Störfaktor im Stadtbild, und vielen von uns auch: im Weltbild. Jedenfalls schließe ich mich der doch sehr willkürlichen Tradition des an­nu­ellen Rückblicks und Ausblicks an – und wenn du bis hier gelesen hast, bist du eh schon halbwegs mittendrin.</p><p>Zunächst einmal hoffe ich, dass du, solltest du es feiern, ein schönes Weihnachtsfest hattest (oder zumindest kein fürchterliches). Mein Weihnachten war durchaus schön, selbst wenn ich jeweils am 23., am 25. und am 27. stundenlang reisen musste, quer durch Deutschland mit so ziemlich allen Verkehrsmitteln von Auto über Bus bis Bahn. Abgesehen von Flugzeug und Zeppelin war so gefühlt ziemlich jedes Verkehrsmittel dabei, um mich erst von Berlin nach Mecklenburg-Vorpommern, dann von Mecklenburg-Vorpommern nach NRW und schließlich von NRW zurück nach Berlin zu bringen, denn über diese Orte hinweg verteilen sich die Menschen, die ich weihnachtlich sehen will und die mich weihnachtlich sehen wollen.</p><p>Schöner als das Reisen war daher die Zeit dazwischen, die Zeit mit der Familie beziehungsweise den Familien, im Plural. Sehr gutes Essen, bei dem ich mal passiver Genießer, mal aktiver Koch war; ausreichend, aber nicht zu viel Bier und Wein und Schnaps; und allem voran die Freude, die man anderen macht durch Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten. Und, keineswegs selbstverständlich: Oft genug war ich erfolgreich darin, provokante Pointen und Kommentare zu unterdrücken und meine politische Meinung, die in meinem Kopf natürlich die mit Abstand schlüssigste ist, anteilig für mich zu behalten; und diese, wenn überhaupt, etwas rücksichtsvoll und möglichst mitmenschkompatibel kundzutun. Ich hoffe also, ihr hattet ein paar ruhige Tage und, idealerweise, habt ihr sie immer noch. Ehrlich gesagt gefällt mir diese Zeit zwischen den Jahren recht gut, weil das Tageslicht <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwende">wieder zunimmt</a> und ich gut genährt und weitgehend verpflichtungslos die letzten Stunden des Jahres verlebe.</p><p>Apropos Politik. Friedrich Merz hat uns dieses Jahr u.a. durch die <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/e82651fd-a2dc-4703-a526-405083f6e043">wochenlange Stadtbilddebatte</a> abermals gezeigt, dass er sich <a href="https://www.linkedin.com/posts/dr-marcel-lewandowsky-2815291b6_ich-war-fassungslos-nrw-innenminister-activity-7409177175158910978-3fNW/?originalSubdomain=de">entgegen jeder wissenschaftlichen Evidenz</a> nicht zu schade ist, seine CDU zum AfD-Steigbügelhalter zu verzwergen. Die Tatsache, dass Konservative, die in Bedrängnis geraten, sich schnell als „<a href="https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/julia-kloeckner-cdu-instagram-post-afd-wahlkampf-100.html">Rechtsradikale light</a>“ inszenieren und „die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nehmen“ für einige Teile der CDU bedeutet, so zu klingen und zu handeln wie die AfD, ist keine neue, aber eine zentrale Erkenntnis dieses Jahres. Gewinnt die AfD in Umfragen ein paar Prozente hinzu, wird die konservativ-bürgerliche Mitte schnell zum politischen Chamäleon – und man fragt sich, wann sich <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/political-science-research-and-methods/article/does-accommodation-work-mainstream-party-strategies-and-the-success-of-radical-right-parties/5C3476FCD26B188C7399ADD920D71770">die Erkenntnis</a> endlich im Konrad-Adenauer-Haus niederschlägt, dass man Rechtsextreme niemals rechts überholen können wird, sondern dass man durch <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/afd-cdu-csu-migration-plan-weidel-uebernommen-100.html">Übernahme von AfD-Sprache und AfD-Programmatik</a> höchstens das eigene konservativ-bürgerliche Profil <a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/reul-cdu-afd-100.html">zerstört</a> und die Fundamente der deutschen Demokratie stückweit erodiert (und, oft übersehen und besonders ärgerlich: die AfD, über Bande und aus der Opposition, kann ihre rechtsextreme Politik und Weltanschauung umsetzen ohne überhaupt jemals selbst zu regieren). <a href="https://www.zeit.de/kultur/2025-12/brandmauer-afd-juli-zeh-cdu-wahl-2026?freebie=4459e8ea">Brandmauer geht anders</a>.</p><a href="https://www.zeit.de/kultur/2025-12/brandmauer-afd-juli-zeh-cdu-wahl-2026?freebie=4459e8ea">https://www.zeit.de/kultur/2025-12/brandmauer-afd-juli-zeh-cdu-wahl-2026?freebie=4459e8ea</a><p>Schaut man auf die Aufregung, den Spott und den Hass, welcher dem <a href="https://www.instagram.com/p/DSFqzDmCKpc/?img_index=1">Walter-Lübcke-Denkmal</a> von CDU-Seite entgegenkam, darf man durchaus feststellen: Es sieht nicht gut aus.</p><p>Die Beißreflexe der Merz-CDU gegen alle, die eine <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/30138347-dc64-45fa-a47f-96324f068be6">Brandmauer gegen Rechtsextremismus</a>, Rassismus und AfD einfordern, sind stärker als der politische Drang der CDU, wieder eine etwas weltoffene, bürgerliche Partei zu sein. Eine Partei, in der Grundgesetz Artikel 1 Absatz 1 eins nicht nur uneingeschränkt gilt, sondern als politisch-normativer Leitpunkt dient: „Die <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-in-einfacher-sprache/249974/menschenwuerde-wuerde/">Würde des Menschen</a> ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“</p><p>Wer jetzt mit den Augen rollt und – ich denke übrigens nicht, dass politischer Zynismus und politischer Nihilismus großartig helfen, im Gegenteil, sie nerven; ich habe nichtsdestoweniger etwas Verständnis für beides – denkt „So war die CDU doch nie!“, den möchte ich nicht nur erinnern, dass Walter Lübcke wegen ebenjener Menschenfreundlichkeit von Stephan Ernst, <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/stephan-ernst-mutmasslicher-luebcke-moerder-war-bei-afd-aktiv-a-474826c9-5fc3-4fd8-a992-7ab9d7904d74">einem AfD-nahen Terroristen</a>, ermordet wurde. Dass er ermordet wurde, weil Menschenrechte und Menschenwürde für ihn keine hohlen Phrasen waren, sondern Grundidee einer guten, offenen, lebenswerten Gesellschaft.</p><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/zentrum-fuer-politische-schoenheit-luebcke-statue-als-mahnmal-fuer-die-brandmauer-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/zentrum-fuer-politische-schoenheit-luebcke-statue-als-mahnmal-fuer-die-brandmauer-100.html</a><p>Und egal, was man von „Angie“ denkt; es wäre schön, wenn politische Führungsfiguren statt Stadtbilderquatsch oder <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-aussagen-belem-kritik-100.html">Brasilienbeleidigungen</a> etwas mehr Merkelsche „Wir schaffen das!“-Mentalität verbreiteten. Denn was bleibt uns anderes übrig als die Vorstellung, die Hoffnung und gleichsam die Absicht, die großen Herausforderungen unserer Zeit irgendwie zu schaffen? Von der Verteidigung der Demokratie, der Bewahrung unserer Lebensgrundlagen und geopolitischen Bemühungen um Frieden und Wohlstand bis hin zu allerlei anderen Herausforderungen – es gibt viele, gefühlt zu viele politische Großbaustellen, die einen langen Atem benötigen, und die man nur bewältigen kann, sofern man an ihre Bewältigung glaubt.</p><p>Das Gegenteil ist toxisch. Wenn unsere politischen Führungsfiguren, auch jene Führungsfiguren bürgerlicher Parteien, andauernd den Eindruck vermitteln, alles sei fürchterlich und Deutschland ginge alsbald vor die Hunde, dann brauchen wir uns wirklich nicht wundern, wenn die rechtsextremen „Ausländer raus!“-Apokalyptiker von der AfD Stimmen hinzugewinnen, selbst wenn sie wenig bieten außer Menschenhass, Verschwörungstheorien und Untergangsstimmung.</p><p>Ich habe den Eindruck, dass die positiven Seiten zu oft untergehen. Permanente Negativität hat natürlich auch ein immenses Radikalisierungspotenzial. Das sieht auch der Ex-Rechtsextremist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Schlaffer">Philip Schlaffer</a> so, der mittlerweile als Szene-Aussteiger <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101041418/war-bekannter-neo-nazi-ex-rechtsextremist-philip-schlaffer-schlaegt-alarm.html?utm_source=firefox-newtab-de-de">wichtige Aufklärungsarbeit betreibt</a>: „Nicht alles in Deutschland und Europa ist kaputt. Wir müssen uns wieder auf unsere Stärken und das Positive konzentrieren. Wir dürfen jungen Leuten nicht nur mit Angst begegnen, dass die Welt untergeht, dass KI, Arbeit, Geld und alles kaputt ist. Wir müssen auch das Positive zeigen und jungen Menschen Chancen mitgeben.“</p><p>Für das nächste Jahr erhoffe ich mir also etwas weniger „Alles läuft beschissen“-Mentalität und mehr politischen Zweckoptimismus und organisatorische Tatkraft. Natürlich: Vieles läuft nicht gut und das große Ganze lässt sich nur schwer beeinflussen. Ich und du werden das Land nicht retten; und Deutschland nicht die Welt. Nichtsdestoweniger können wir alle etwas tun; das Leben gestalten, im Kleinen zum Besseren wenden. Indem wir anderen Gutes tun (ganz konkret wurde vor Kurzem und unglaublicherweise ein Kältebus der Berliner Stadtmission, der bei Minusgraden obdachlosen Menschen hilft, <a href="https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/12/berlin-brandstiftung-stadtmission-kaeltebus-.html">von jemandem abgefackelt</a>; die Berliner Stadtmission <a href="https://www.berliner-stadtmission.de/kaeltebus">hofft nun auf Spenden</a>, um schnell wieder voll <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3mb2sk6okbc26">einsatzfähig</a> zu sein). Indem wir dort selbstwirksam sind, wo wir es können. Egal ob Ehrenamt, Parteibeitritt, Demobesuch, Online-Aktivismus oder Zuhören, Einfühlung und Perspektivwechsel im Familien- oder Freundeskreis. Da sein für andere. In Zeiten, in denen vieles nicht gut läuft, liegt es an uns, mitzugestalten.</p><p>Ebenso nicht vergessen: Da sein für dich selbst. Pausen nehmen, Kräfte sammeln, auf sich selbst achten – alles wichtig.</p><p>Wer aber komplett kapituliert und sein Recht auf politische Mitwirkung und gesellschaftliche Gestaltung freiwillig aufgibt, trägt direkt zum Niedergang bei, durch Unterlassung. Letztlich sind Gemeinwohl und Gesellschaft kollektive Projekte, die nur durch uns alle am Laufen gehalten werden können. Nicht ohne Grund bemühe ich in meinem Buch „Wenn jeder an sich denkt, ist nicht an alle gedacht“ öfter die Metapher von der planetarischen <a href="https://www.klett-cotta.de/produkt/jan-skudlarek-wenn-jeder-an-sich-denkt-ist-nicht-an-alle-gedacht-9783608501780-t-8369">Wohngemeinschaft</a>. Es läuft nicht alles rund; wenn jedoch alle etwas anpacken, dann wirds.</p><p>Es stimmt allerdings: Rosig ist die Lage wirklich nicht, auch international nicht. <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101058928/telefonat-mit-kindern-zu-weihnachten-trump-luegt-fuenfjaehrigen-ueber-wahl-an.html?utm_source=firefox-newtab-de-de">Donald Trump</a> ist seit einem Jahr zurück im Amt und lässt Friedrich Merz im Vergleich geradezu vernünftig wirken. Weder Nahost- noch Ukraine-Konflikt werden sich auf die Schnelle lösen lassen (auch wenn Trump es weiterhin aus Ego-Gründen versuchen wird). Und angesichts multipler internationaler Krisen und globaler Brandherde gerät die eigentliche Primärkrise, der <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac">Klimawandel</a>, immer weiter in den Hintergrund. Unsere Aufgabe für 2026 wird es sein, diese multiplen Spannungen nicht nur weiter auszuhalten, sondern dort, wo wir können, entgegenzuwirken. Individuelles wie gesellschaftliches Multitasking, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhower-Prinzip">halbwegs sinnvoll priorisiert</a>. Ausgerichtet auf das übergeordnete Ziel eines möglichst guten, möglichst würdigen Lebens für möglichst viele.</p><p>Gesellschaftlich heißt das auch – Abhängigkeiten verringern, wo es geht; und wo es sein muss. Weniger Abhängigkeit vor allem von den USA. Während ich diese Zeilen unterwegs in mein Handy tippe, döst ein junger Soldat auf den Plätzen gegenüber. Früher fand ich den Anblick von Menschen in Militäruniform in der Öffentlichkeit immer merkwürdig; und ich rätselte angesichts ihrer Motivation, sich zur Bundeswehr zu melden. Heute ist das anders. Wir müssen als Deutschland und als Europa verteidigungsfähig werden gegen die russische Gefahr. Auf Trump und die Vereinigten Staaten, die kürzlich erst in ihrem Sicherheitspapier erklärten, Europa zu MAGA-isieren und nationalistische Parteien unterstützen zu wollen, ist kein Verlass mehr. Nicht ohne Grund ist von einem „<a href="https://www.deutschlandfunk.de/usa-sicherheitsstrategie-europa-eu-nato-russland-100.html">Scheidungspapier</a>“ die Rede. Die Antwort auf die US-amerikanische Abkehr kann nur lauten: eigene Stärke, eigene Autonomie, europäische Unabhängigkeit. Ich persönlich bin dankbar für jede und jeden, der oder die dabei mithilft, egal ob im Militärischen oder im Zivilen. Gemeinwohl ist ein Muskel, den man trainieren muss; und besonders im Militärischen gilt das Prinzip <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Preparedness_paradox">„Vorsicht ist besser als Nachsicht“</a>. In Zeiten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Putinismus">Putinismus</a> muss Pazifismus eben auch präventive Aufrüstung bedeuten. Nicht, weil wir wollen, sondern weil Putin uns zwingt (und die USA ebenso, durch ihre historische Abkehr von Europa).</p><p>Insofern, um selbst nicht nur der Nörgeldeutsche zu sein: Ich finde die jetzige Sicherheitspolitik von CDU und SPD nicht durchweg gelungen, aber auch nicht durchweg schlecht. Wir leben in Zeiten, in denen eine funktionale, demokratische Verteidigungsarmee nicht weniger ist als eine kollektive Lebensversicherung. Dass dies nicht alle so sehen und Verteidigungsdebatten sowohl ethische Dilemmata wie auch Generationskonflikte beinhalten, ist mir durchaus klar; doch wir schulden es einander, auch diese schwierigen Themen mit ins Jahr ’26 zu nehmen und sie halbwegs kühlen Kopfes zu besprechen.</p><p>Zu guter Letzt mein persönliches Fazit von 2025: Es hat überwiegend Spaß gemacht! Auch wenn ich so viel gearbeitet habe wie selten und Freizeit oft ein Fremdwort war und ich trotz der vielen Arbeit unterm Strich nicht reich werde: Ich bin recht glücklich damit, wie es insgesamt läuft. <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social">Bluesky</a> hat sich als gute Twitter-Alternative etabliert, ich habe dort mehr Reichweite als jemals. Auch auf <a href="https://www.instagram.com/janskudlarek/">Instagram</a> und <a href="https://www.threads.com/@janskudlarek">Threads</a> bin ich fast täglich aktiv; nicht weil das alles so tolle Plattformen sind mit so sympathischen Milliardären wie <a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/mark-zuckerberg-und-maga-wie-donald-trump-den-meta-chef-veraendert-a-e8200fe6-073d-485c-872a-85a0322dc582">Mark Zuckerberg</a>, sondern weil ich dort viele von euch täglich mit meiner Arbeit erreiche. Weil ich so viele lustige Instagram-Stories teilen kann. Weil so viele von euch mir regelmäßig schreiben über alle möglichen Kanäle. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die Community, die sich hier aufgebaut hat; auch und vor allem über <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/30138347-dc64-45fa-a47f-96324f068be6">Steady</a>. Das gibt mir viel zurück, auch jenseits der Likes. Das zeigt mir, dass ich nicht in einen Abgrund hineindenke und -schreibe, sondern dass meine Worte wirklich Menschen erreichen. Auch wenn ich nicht immer auf alle Nachrichten und Kommentare ausreichend antworten kann: Ihr schreibt mir Gedanken, ihr gebt mir Feedback, ihr teilt eure Eindrücke und Sichtweisen mit mir; und die sozialen Netzwerke sind, trotz ihres zu Recht kritischen Rufes, oft genug ziemlich sozial.</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/episodes">https://janskudlarek.podigee.io/episodes</a><p>Ich hoffe mir für 2026 also, dass dies so ähnlich weitergeht; dass ihr weiterhin <a href="https://janskudlarek.podigee.io/episodes">meine Podcasts</a> hört und meine Artikel teilt. Dass ihr mir folgt auf der jeweiligen Plattform eurer Wahl (ich habe tatsächlich mittlerweile sogar <a href="https://www.linkedin.com/in/dr-jan-skudlarek-008a50a7/">LinkedIN</a> 😄). Vor allem natürlich: Ich hoffe, dass ihr weiterhin meine Bücher lest und zu meinen Veranstaltungen erscheint, dass ihr mich für Lesungen anfragt und für Reden und für Podien! Das macht Spaß, das kann ich gut, das mache ich gerne. Übrigens: Ein neues Buch ist definitiv in der Mache; dauert aber, wie alles im Leben, etwas länger als geplant.</p><p>Vor allem: Nicht alles ist Arbeit. Die schönste Nachricht dieses Jahres: Ich habe geheiratet! Meine Frau sitzt gerade neben mir im Zug, wir sind unterwegs zurück nach Berlin; und gleich zeige ich ihr diesen Artikel und sie wird diese Zeilen lesen und lächeln. Mit ihr verbringe ich schon viele Jahre und logischerweise auch die nächsten Tage. In diesem Sinne hoffe ich, dass auch ihr das neue Jahr mit Menschen begeht, die euch etwas bedeuten; dass jene Menschen euch weiterhin begleiten, die euch wichtig sind und denen ihr wichtig seid; und ebenso, dass ihr neue Menschen kennenlernt. Eigentlich sind ziemlich viele Menschen ziemlich cool; man muss nur die richtigen für sich finden (und die falschen meiden oder loswerden). So. Mit diesem semi-tiefgründigen Sozialkitsch verabschiede ich mich für heute.</p><p>Danke, guten Rutsch und bis bald</p><p>Jan</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72e5db0c-9efa-4d8b-835f-b5a1be69964d/uploads/images/m6cl5pcwcg/jan_auf_treppe.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>PS: Falls es bei euch zum Weihnachtsfest oder zum Jahreswechsel konspirativ wurde, findet ihr in meiner letzten Podcastfolge einige Tipps zum Umgang mit Verschwörungstheorien ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0</a><p>Wer direkte Beratung und Hilfe benötigt, findet diese bei der Beratungsstelle Veritas:</p><a href="https://www.veritas-berlin.de/">https://www.veritas-berlin.de/</a><p>PPS: Wer vom Weihnachtsmann mit Reichtümern und Überfluss gesegnet wurde und sich zum Jahreswechsel karitativ fühlt, kann (neben erwähntem <a href="https://www.berliner-stadtmission.de/kaeltebus">Kältebus</a>) auch mir <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">sehr gern einen Kaffee spendieren</a>; davon trinke ich nämlich beim Schreiben dieser Artikel den einen oder anderen 🙃</p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 29 Dec 2025 08:30:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #26: Verschwörungstheorien am Weihnachtstisch (mit Michael…]]></title>
      <description><![CDATA[Meine kleine Podcast-Weihnachtstradition geht in die zweite Runde: Zur Weihnachtszeit geht’s um Verschwörungstheorien! Das war letzten Dezember so, das ist diesen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #26: Verschwörungstheorien am Weihnachtstisch (mit Michael Butter)</h1><p>Meine kleine Podcast-Weihnachtstradition geht in die zweite Runde: Zur Weihnachtszeit geht’s um Verschwörungstheorien! Das war letzten Dezember so, das ist diesen Dezember so. <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/338f5cf4-51c6-4c7d-92e3-d6eb7bda3e7e">Letztes Mal</a> habe ich mit Jenny und Tobias von der <a href="https://www.veritas-berlin.de/de/">Beratungsstelle Veritas</a> gesprochen. Diesmal habe ich den Kulturwissenschaftler <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/englisches-seminar/sections/american-studies/staff/prof-dr-michael-butter/#c2317872">Michael Butter</a> zu Gast. Michael ist Amerikanist, leitet Forschungsprojekte und schreibt Bücher zum Thema Verschwörungsdenken. Er ist einer <em>der</em> Experten hierzulande in diesem Bereich. Wir reden logischerweise über Verschwörungstheorien – und warum man diese konspirativen Gedankengebilde wirklich so nennen darf.</p><p>Michaels soeben bei Suhrkamp erschienenes Buch heißt „<a href="https://www.suhrkamp.de/buch/michael-butter-die-alarmierten-t-9783518029923">Die Alarmierten. Was Verschwörungstheorien anrichten</a>“ und beschäftigt sich nicht nur mit dem Verschwörungsdenken selbst – es geht ebenso auf die Metaebene: Wie wir über VT reden, wie der Diskurs verläuft, und wo er schief ist. Im Podcast besprechen wir, warum Menschen an konspirative Komplotte glauben wollen, welche Bedürfnisse dahinterstehen und inwiefern diese Bedürfnisse teils legitim sind. Wir erörtern Wirkweise und Funktion des verschwörungstheoretischen Denkens, von eher harmlosen Spinnereien bis hin zum politischen Extremismus. Von der Flachen Erde bis zum Rechtsextremismus – das volle Programm!</p><p>Und weil Weihnachten ist: Natürlich erfahrt ihr, was ihr tun könnt, wenn Onkel Rüdiger am Weihnachtstisch – oder zur Silvesterfeier, oder wann auch immer – seine absurden Telegram-Erkenntnisse auftischt. Wir reden über Xavier Naidoo, über Akte X und über Impfgegner-Rap. Ihr erfahrt, wie ihr mit möglichst wenig Streit und ohne neue graue Haare durch die Feiertage kommt; und warum ihr euch nicht mit Astronauten anlegen solltet!</p><p>Wie immer gab es die Episode zuerst exklusiv vorab für alle, die eine Steady-Mitgliedschaft haben und den Podcast somit in seiner Entstehung unterstützen. Mittlerweile findet ihr das Gespräch auf Spotify:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/3XsvZiwMEBUZbDAA3oRQ5N?si=b240fd9dc1fb415e">https://open.spotify.com/episode/3XsvZiwMEBUZbDAA3oRQ5N?si=b240fd9dc1fb415e</a><p>Und vielen anderen Podcast-Anbietern:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/26-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/26-neue-episode</a><p>Michael sagt allerlei kluge Dinge, die mir persönlich und euch bestimmt ebenfalls helfen, das Thema Verschwörungstheorien besser zu verstehen (und ggf. etwas mehr zu differenzieren):</p><blockquote><p>„In Deutschland möchte man oft nicht von ‚Verschwörungstheorien‘ sprechen – sondern von ‚Verschwörungserzählungen‘, von ‚Verschwörungsideologien‘ oder gar von ‚Verschwörungsmythen‘. Es gibt ein terminologisches Abgrenzungsbedürfnis. Man möchte der anderen, der irrationalen, der potenziell gefährlichen Seite nicht einmal zuerkennen, dass die auch Theorien haben. Oft wird ein bestimmter Theoriebegriff hochgehalten, der in der Wissenschaft selbst nicht sehr verbreitet ist.“ </p><p></p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Das kritisiere ich. Ich komme zum Ergebnis, dass ‚Verschwörungstheorien‘ der beste und angemessenste Begriff ist. International und in der Forschung ist der Begriff übrigens komplett unumstritten!“</p></blockquote><blockquote><p></p><p></p><p>„Verschwörungstheorien sind oft Symptome für große gesellschaftliche Herausforderungen – Herausforderungen, denen wir uns eigentlich stellen sollten. VT entstehen im Kontext sozialer Ungleichheit. Sie entstehen, wenn Menschen sich abgehängt fühlen. Verschwörungstheorien entstehen, wenn Menschen den Eindruck haben ‚Dieses Land geht vor die Hunde‘, weil z.B. die Züge nicht mehr fahren, weil es keinen Kinderarzt mehr gibt, weil es an Kindergärten mangelt usw.“</p><p></p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Auch am Weihnachtstisch würde ich raten, entspannt mit Verschwörungstheorien umzugehen – differenziert damit umzugehen. Was ebenfalls hilft: Feste Räume schaffen. Dass man zum Beispiel einen Spaziergang lang über ein Thema spricht und wenn wir zu Hause ankommen, ist das Thema vorbei.“</p><p></p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Ganz wichtig: Wirklich Hinhören! Was haben die Leute denn zu sagen? Ist das überhaupt problematisch oder extremistisch? Oder in Anführungsstrichen ‚nur‘ verschwörungstheoretisch?“<br/></p></blockquote><p></p><p>Enjoy &amp; Frohes Fest!</p><p>Jan</p><p></p><p>PS: Wer noch Weihnachtsgeschenke braucht oder sich selbst eines machen will (oder alternativ und sehr gerne: mir): Bei mir auf Steady gibt’s noch ein, zwei <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/d75c77e4-23c0-46bb-a4fd-e7b41f7ab4ef">zeitlich begrenzte, preisreduzierte Angebote</a>! Weihnachtliche Euronen <a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214">in die Kaffeekasse</a> helfen mir bei der Podcastproduktion (und Kaffee kaufe ich mir davon auch ☕).</p><p>PPS: Im Podcast spreche ich mit Michael darüber, dass nicht alle Verschwörungstheorien demokratiefeindlich, extremistisch und gefährlich sind. Dass einige VT allerdings durchaus eine gefährliche Radikalisierungsfunktion haben, <a href="https://www.ardaudiothek.de/sendung/hateland/urn:ard:show:7ae4f72cbe4a75e2/">sieht man jedoch regelmäßig</a>.</p><p>PPS: Fetter Dank gilt allen, die unser Gespräch in den sozialen Netzwerken teilen!</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0/uploads/images/qqbifivjhm/Michael_Butter_Uni_Tubingen__Berthold_Steinhilber.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Michael Butter</strong> ist Professor für amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen und ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er hat in Freiburg, Norwich und Yale Anglistik, Germanistik und Geschichte studiert, in Bonn promoviert und in Freiburg habilitiert. Zu seinen Veröffentlichungen gehört <em>„</em><a href="https://www.suhrkamp.de/buch/michael-butter-nichts-ist-wie-es-scheint-t-9783518073605"><em>Nichts ist, wie es scheint“: Über Verschwörungstheorien</em></a> (Berlin: Suhrkamp, 2018), eine allgemeine Einführung ins Thema, die in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Von 2020 bis 2025 leitete er ein vom Europäischen Forschungsrat gefördertes Projekt zum Zusammenhang von Populismus und Verschwörungstheorien.</p><p>Foto: <a href="https://bertholdsteinhilber.com/"><em>Berthold Steinhilber</em></a></p><p><em>Unter allen, die unsere Podcastfolge in den Sozialen Netzwerken teilen (idealerweise so, dass ich es mitbekomme), verlose ich ein Exemplar von Michaels Buch “Die Alarmierten”! Update 5.1.25 - Verlosung geschlossen, Gewinner benachrichtigt!</em></p><p></p><p>Für alle Steady-Mitglieder geht es hier vorab zum Podcast ⬇️</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 18 Dec 2025 15:16:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[X ist eine Nazikneipe: Löscht Twitter!]]></title>
      <description><![CDATA[Wer Anstand hat, muss X endlich verlassen Vor etwa einem Jahr verließ ich – gemeinsam mit Max Czollek und mit vielen weiteren – die Onlineplattform X (zu besseren…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56e12398-16ad-4256-9307-999827e2ae54/uploads/images/eblsqx63nh/guy-2617266_960_720.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Wer Anstand hat, muss X endlich verlassen</h3><p>Ende 2024 verließ ich – gemeinsam mit <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100">Max Czollek</a> und mit vielen weiteren – die Onlineplattform X (zu besseren Zeiten: das soziale Netzwerk Twitter). Die Aktion damals hieß <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/75a69910-22d0-431c-9512-43390710ae09">#eXit</a>. Wir schrieben in unserem <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/75a69910-22d0-431c-9512-43390710ae09">offenen Abschiedsbrief</a> u.a.:</p><blockquote><p>„Seit der Übernahme durch Elon Musk ist Twitter kein Ort mehr für freie und faire Meinungsäußerung und einen offenen Austausch. Schlimmer noch, Twitter ist ein Ort der Zensur, des Rassismus, Antisemitismus und des rechten Agendasettings geworden. Die Abschaffung von Moderationsmechanismen und die gezielte Verstärkung extremistischer Inhalte untergraben die Grundprinzipien einer deliberativen Plattform und machen X zu einem Werkzeug der Polarisierung, der Manipulation​​​ und der Menschenfeindlichkeit.“</p></blockquote><p>Alles daran stimmt nach wie vor. Soweit ich das mitbekomme, stimmt es nicht nur nach wie vor, sondern mehr denn je. Und obwohl ich seitdem zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran hatte, ob es die richtige Entscheidung war, Elon Musks Saftladen zu verlassen, macht es uns der weltbekannteste Ketaminkonsument dieser Tage besonders leicht, mit Genugtuung zurückzublicken auf unseren kollektiven <a href="https://www.hessenschau.de/panorama/aktion-exit-wieso-immer-mehr-x-nutzer-ihren-account-loeschen-v1,twitter-exit-100.html">eXitus</a>.</p><p>X ist seit der Übernahme durch den <a href="https://www.derstandard.de/story/2000140322984/let-that-sink-in-musk-erschien-vor-uebernahme-im-twitter">krampfhaft unlustigsten CEO aller Zeiten</a> eine international radikalisierende Hassmaschine geworden; eine Hassmaschine, die Desinformationen, Verschwörungstheorienen und Menschenfeindlichkeit zu einer unappetitlichen, braunen, mit käuflichen Accounthäkchen garnierten Suppe verrührt. Unter anderem letzteres <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-x-strafe-100.html">kritisierte nun die EU-Kommission</a>:</p><blockquote><p>„Die EU verhängt gegen Elon Musks Online-Plattform X wegen Transparenzmängeln eine Millionenstrafe. Die US-Firma müsse 120 Millionen Euro zahlen, unter anderem wegen einer irreführenden Authentifizierung von Nutzerkonten durch den weißen Verifizierungshaken auf blauem Grund, wie die zuständige EU-Kommission mitteilte. Menschen könnten glauben, dass hinter den Konten mit den Häkchen echte, verifizierte Nutzer stehen - doch das sei nicht zwingend der Fall. </p><p></p><p>Die EU wirft dem Twitter-Nachfolger auch vor, Forschern Daten vorzuenthalten und geschaltete Werbung nicht transparent zu dokumentieren. Die Strafe setzt sich demnach aus drei Teilen zusammen: 45 Millionen Euro für die Verifizierungshäkchen, 40 Millionen Euro für den fehlenden Datenzugang für die Wissenschaft und 35 Millionen Euro für fehlende Transparenz bei Werbung.“</p></blockquote><p>Seitdem dreht die rechte Szene auf. Wegen einer verhältnismäßig lächerlichen Geldstrafe von 120 Millionen Euro – Elon Musk besitzt <a href="https://www.forbes.com/sites/zacharyfolk/2026/10/13/elon-musk-no-longer-a-trillionaire-after-spacex-stock-slides-tuesday/">zeitweise ein Vermögen von über einer Billion Dollar</a> (1000 Milliarden) und verdient als Einzelperson (!) <a href="https://finance.yahoo.com/news/good-elon-musk-set-more-231639095.html?guccounter=1">jährlich mehr Geld als alle 1.4 Millionen US-amerikanischen Grundschullehrer und Grundschullehrerinnen ZUSAMMENGENOMMEN</a> – wurde im X-versum ein Anti-EU-Shitstorm losgetreten, bei dem auch höchste US-Regierungsvertreter nur zu gerne mitmachen. Kein Wunder, denn rechte Digitalpropaganda und libertärer Tech-Imperialismus sind fester Bestand der „Make America Great Again“-DNS. Ebenso und nicht ganz unwichtig: Im Dezember 2025 hat die Trump-Regierung <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/us-sicherheitsdoktrin-james-david-vance-europa-demokratie-politische-mitte-spaltung?freebie=aaddb4d0">eine Nationale Sicherheitsdoktorin</a> veröffentlicht, die sich liest wie ein langes Mobbingpapier gegen Europa und insgesamt gegen alle, die bei Trumps hässlichem Ultranationalismus nicht mitmachen (unnötig zu erwähnen, dass die <a href="https://afdbundestag.de/neue-us-sicherheitsstrategie-muss-weckruf-fuer-deutschland-sein/">AfD jubelt</a>).</p><p>So schreibt der US-Außenminister, Marco Rubio, von einer <a href="https://www.watson.ch/international/usa/987709792-rubio-strafe-fuer-x-ist-angriff-auf-amerikanisches-volk">„Strafe für das amerikanische Volk“</a>:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56e12398-16ad-4256-9307-999827e2ae54/uploads/images/pw6si5mprm/Screenshot_2025-12-09_092318.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>US-Vizepräsident JD. Vance verbreitet, immerhin sehr X-typisch, inhaltliche Desinformation, indem er fälschlicherweise behauptet, es würde bei der EU-Strafe primär um Meinungsfreiheit und Zensur gehen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56e12398-16ad-4256-9307-999827e2ae54/uploads/images/7r2564fkc7/Screenshot_2025-12-09_094235.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Selbst wenn man die Doppelmoral ausklammert, dass derselbe JD Vance erst im September dazu aufrief, Charlie-Kirk-Kritiker ihrer Meinung wegen <a href="https://www.bbc.com/news/articles/cn0r5y33pj5o">bei ihren Arbeitgebern zu verpfeifen</a> (und tatsächlich wurden deswegen so viele Menschen gefeuert, degradiert oder abgemahnt, dass es dazu einen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Reprisals_against_commentators_on_the_Charlie_Kirk_assassination">eigenen Wikipedia-Artikel</a> gibt) – hier wird eine Drohkulisse aufgebaut, die eher an <a href="https://www.economist.com/leaders/2025/02/27/donald-trump-has-begun-a-mafia-like-struggle-for-global-power">Mafiataktiken</a> erinnert als an internationale Diplomatie.</p><p>Auch Trump selbst hat sich mittlerweile geäußert: Europa müsse <a href="https://www.spiegel.de/ausland/trump-teilt-gegen-europa-aus-sehr-schlecht-sehr-schlecht-fuer-die-menschen-a-d0c56965-e691-4c84-ada5-b7ce62901c91">„sehr vorsichtig sein“</a>, mahnte der orangefarbene Pate. Interessante Erkenntnis bei der Recherche dieses Artikels: Anfang des Jahres 2025 ist ein Buch erschienen, das die <a href="https://www.theguardian.com/books/2025/jan/13/mafia-donald-trump-presidents-mob-wiseguys-white-house-book">tatsächlichen Mafiakontakte</a> einiger US-Präsidenten, inklusive Trump, unter die Lupe nimmt; es stammt von Eric Dezenhall und heißt „Wiseguys and the White House: Gangsters, Presidents, and the Deals They Made“. Trumps Äußerungen nannte der <a href="https://www.instagram.com/p/DSCTq5kiK4u/">SPIEGEL</a> treffend eine „weitgehend unfokussierte Wutrede“. Also quasi <em>business as usual</em>.</p><p>Bei den Reaktionen auf die Strafe von 120 Millionen Euro darf natürlich der wohl erfolgreichste Steuervermeider der Welt nicht fehlen. Für Elon Musk sind jene, die ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_digitale_Dienste">Minimum an Grundregeln für das digitale Miteinander</a> einfordern, natürlich, was sonst, Nazis:</p><a href="https://x.com/elonmusk/status/1997533799748608099"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56e12398-16ad-4256-9307-999827e2ae54/uploads/images/t2uhft3abq/Zwischenablage_12-09-2025_01.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Starke Worte von jemandem, der selbst wiederholt den <a href="https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/elon-musk-und-der-hitlergruss-die-strategie-des-metapolitschen-tabubruchs-132379/">Hitlergruß</a> gemacht hat. Starke Worte von jemandem, dessen eigene KI <a href="https://taz.de/Wegen-Holocaust-Leugnung/!6131762/">die Existenz des Holocausts leugnete</a> und <a href="https://www.deutschlandfunk.de/grok-empfiehlt-hitler-gegen-angeblichen-hass-von-juden-auf-weisse-musk-konzern-kuendigt-konsequenzen-100.html">Hitler lobte</a>. Starke Worte von jemandem, der von einer Kindheit im Südafrika der Apartheid <a href="https://taz.de/Elon-Musk-und-Apartheid/!6061718/">profitierte</a> und auch nach wie vor <a href="https://jacobin.de/artikel/elon-musk-tesla-suedafrika-apartheid-rassismus-xenophobie-anc-ramaphosa">in seiner alten Heimat Rassismus schürt</a>. Ein Nazivergleich von einem Tech-Milliardär, der eine gesichert rechtsextreme Partei in Deutschland <a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/musk-weidel-102.html">hofiert</a> und ebenso die rechtsextremen Bewegungen anderer Länder gezielt fördert (z.B. <a href="https://news.sky.com/story/the-x-effect-how-elon-musk-is-boosting-the-british-right-13464487">Großbritannien</a>). Wie immer also: Viel Ego, viel Hass, wenig Inhalt. </p><p></p><p><strong>Löscht X, besser spät als nie!</strong></p><p>Der zentrale Punkt: Demokratische Stimmen, demokratische Institutionen und demokratische Parteien haben auf X nichts und wieder nichts zu gewinnen, im Gegenteil. Wer jetzt noch auf X postet, der gibt einer extremistischen Plattform Relevanz! Wer jetzt noch auf X postet, generiert Traffic für einen megalomanen Tech-Bro, der dem Feudalismus und dem Geldadel nähersteht als der liberalen Demokratie (ich empfehle <a href="https://www.zeit.de/kultur/2024-12/elon-musk-afd-wahlwerbung-techno-feudalismus">diesen Essay</a> von Georg Diez).</p><p>Man muss es so drastisch sagen: X ist eine Nazikneipe. Wer auch nur einen Funken Anstand hat, muss X endlich verlassen!</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3m7dv4noelc2a">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3m7dv4noelc2a</a><p>Autor <a href="https://bsky.app/profile/thereallorenzmeyer.bsky.social/post/3m7dnjlkrhs2q">Lorenz Meyer</a> fragt zu Recht, wie lange offizielle Stellen da noch mitmachen wollen:</p><blockquote><p>„Liebe Europäische Kommission, liebes EU-Parlament: Wie lange wollt ihr noch Content für einen Kanal liefern, dessen Eigentümer euch auflösen will und der eure Reichweite drosselt? Dieser Ort ist eine Jauchegrube. Raus da! Geht lieber dahin, wo Demokratie kein Hassobjekt ist.“</p></blockquote><p>Ebenso hat <a href="https://bsky.app/profile/amreibahr.bsky.social/post/3m7hxqvk7fs2y">Amrei Bahr</a> recht, wenn sie schreibt:</p><blockquote><p>Demokrat_innen auf X sind der Sauerstoff, der das Feuer aus Hass, Hetze, Fake News &amp; Verschwörungsschrott auf X lodern lässt. Demokratiefeind_innen brauchen sie als Zielscheibe, um sich dran abzuarbeiten, &amp; zur Legitimierung der Plattform. I said it before, I‘ll say it again: Los, raus da! <a href="https://bsky.app/hashtag/eXit">#eXit</a></p></blockquote><p>Sofern sie noch auf X aktiv sind, schreibt euren Politikern und Politikerinnen! Schreibt den Parteien, die ihr wählt! Schickt E-Mails, schickt Briefe. Schreibt die Kommentarspalten voll und füllt die E-Mail-Postfächer. Schreibt ihnen sachlich, höflich, aber entschieden. Jeder muss verstehen: Wer heute noch X nutzt, macht sich zum Komplizen!</p><blockquote><p>&quot;Wenn Regierung und Behörden sich an Plattformen binden, die Hass, Desinformation und intransparente Algorithmen dulden oder fördern, stärken sie Strukturen, die demokratische Öffentlichkeit beschädigen.&quot;</p></blockquote><p><strong>Eine Petition, welche die Bundesregierung endlich runter von X holen möchte, findet ihr hier</strong> ⬇️</p><a href="https://weact.campact.de/petitions/keine-macht-fur-oligarchen-bundesregierung-endlich-runter-von-x">https://weact.campact.de/petitions/keine-macht-fur-oligarchen-bundesregierung-endlich-runter-von-x</a><p>Die sozialen Kosten, sich heute noch auf der Radikalisierungsplattform X herumzutreiben, müssen merklich sein. Die Relevanz, die ultrafragile Ultranationalisten bei unserer digitalen Kommunikation haben, muss weniger werden. Natürlich –  auch die anderen Plattformen sind nicht perfekt und ein Mark Zuckerberg hat in etwa so viel <a href="https://www.reddit.com/r/technology/comments/1n9xfyc/metas_zuckerberg_caught_in_revealing_hot_mic/">Rückgrat wie eine Qualle</a>. Nichtsdestoweniger ist X vor allen anderen sozialen Netzwerken eine besonders gemeinwohlschädliche, demokratiezersetzende Einöde, die täglich <a href="https://www.fes.de/mitte-studie">Gift in die Adern unserer Demokratien</a> pumpt. Das muss aufhören – und zwar sehr bald!  </p><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Mit meinem Mit-Initiator Max Czollek habe ich einen Podcast aufgenommen: Ihr findet ihn hier!</mark> ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/81d1d6f2-68d5-4053-a8cd-5a5f6bdac100</a><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>An dieser Stelle, abschließend, noch ein paar Stimmen jener, die, wie ich, Twitter ebenfalls verlassen haben. Danke an alle, die mir ihre Meinungen, Erfahrungen und Erinnerungen geschrieben haben!</p><blockquote><p>„War etwa 12 Jahre lang auf Twitter, gut 10 davon sehr gerne. Irgendwann letztes Jahr war dann Schluss. Habe die ganzen Bots, Russentrolle und MAGA-Clowns nicht mehr ertragen. Es wurde einfach immer toxischer.“ (<a href="https://bsky.app/profile/michaelfessler.bsky.social/post/3m7dwfamwhk2w">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Ich war von 2012-2023 auf Twitter aktiv. Der letzte Tropfen war der Tweet gegen die Seenotrettung, den M geteilt hat. Das war Ende September &#39;23.“ (<a href="https://bsky.app/profile/sloanea5.bsky.social/post/3m7hacsijgk2v">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Ich war einige Jahre bei Twitter und fands toll. So viel Interessantes, Kluges, Spannendes, Schlimmes (in Echtzeit, wie den Kapitolsturm), aber auch Witziges. Dann kam Musk, eine Zeit lang hatte ich noch Hoffnung, trotz aller negativer Anzeichen. Schluss war für mich bei seiner 1. Wahlempfehlung für die AfD. Alles gelöscht, Rückkehr ausgeschlossen.“ (<a href="https://www.threads.com/@childlessdogmum/post/DR9FarujEI4">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Als der Vogel auf meinem Handy durch ein X ersetzt wurde war für mich Schluß.“ (<a href="https://bsky.app/profile/hufen.xyz/post/3m7g755zlrc22">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Ich war 6 Jahre auf Twitter. Hatte 17000 Follower. Der Austausch dort hat mir über eine sehr schwierige Trennung hinweggeholfen. Ich habe dort wahnsinnig wertvolle Menschen kennengelernt. 2023, nachdem aus Twitter X geworden war, und Musk sich immer mehr als Nazi outete, war Schluss.“ (<a href="https://bsky.app/profile/flamingoberlin.bsky.social/post/3m7furh34tc2e">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich Anfang 20 bei Twitter angefangen. In der Pandemie war das ein wirklich gutes Meinungs-/Informationsmedium. Vor einem Jahr bin ich zunächst einige Zeit zweigleisig gefahren und hab dann irgendwann um den Jahreswechsel Anfang 2024 den Schlussstrich gezogen.“ (<a href="https://bsky.app/profile/waldorfcharles.bsky.social/post/3m7fn577lgc27">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Mir hat der Austausch über den aktiven Account so sehr durch die Pandemie geholfen &amp; über mehrere schwere Ereignisse und Phasen der Zeit, aber vor allem waren das eben die Menschen, nicht die Plattform, und auch wenn ich traurig um die bin, die dort geblieben sind, sind andere Teile meines Lebens 🥰“ (<a href="https://bsky.app/profile/curioussoul.bsky.social/post/3m7hrptrcic2p">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Ich bin vor ca. 12 Jahren bei Twitter eingestiegen. Wollte mich eigentlich nur ein bisschen mit Fußball, Medien und Nachrichten beschäftigen. Dann kam PEGIDA. Das hat mich in ganz andere Richtung getrieben. Insgesamt sage ich, hat Twitter mich zu einem besseren Menschen gemacht. Jetzt ist es tot.“ (<a href="https://bsky.app/profile/dietherast.bsky.social/post/3m7fijhmhu22b">Quelle</a>)</p></blockquote><blockquote><p></p><p>„Ich war dort 10 Jahre, hatte über 15.000 Follower und hab humoristisch über mein Leben, Politik und meinen Beruf geschrieben. Hatte viele tolle Kontakte, sogar Freunde gefunden. Aber ich unterstütze keine Faschisten. Mein Account liegt seit etwa 2 Jahren mehr oder weniger still. Hier ist es besser.“ (<a href="https://bsky.app/profile/19insomnia82.bsky.social/post/3m7hsenvhoc22">Quelle</a>)</p></blockquote><p> </p><p>Viele weitere Stimmen zu persönlichen #eXits und den jeweiligen Beweggründen gibt’s hier:</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3m7dvxerbuc2a">https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social/post/3m7dvxerbuc2a</a><p></p><p></p><p></p><p></p><p>Viele Grüße,</p><p>Jan (folgt mir gern auf <a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social">Bluesky</a>, <a href="https://www.instagram.com/janskudlarek/">Instagram</a> oder <a href="https://www.threads.com/@janskudlarek">Threads</a>)</p><p> </p><p>PS: Wer die im Wesentlichen antidemokratische Tech-Bro-Mentalität besser verstehen will, dem sei die Podcastreihe „Tech Bro Topia“ ebenso empfohlen wie der Podcast „Die Peter Thiel Story“:</p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/tech-bro-topia-f1-mit-der-roten-pille-zur-macht-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/tech-bro-topia-f1-mit-der-roten-pille-zur-macht-100.html</a><a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:c7f36eed0a7fa50e/">https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:c7f36eed0a7fa50e/</a><p> </p><p>PPS: Der Historiker Jonas Stephan, <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6">den ihr schon aus meinem Podcast kennt</a>, und ich haben uns zusammengetan und zwei längere Artikel zu Elon Musk und seinen dubiosen Machenschaften geschrieben:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/87b7ad20-9260-4ae5-86bc-c296aad701e9</a><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/345b9ceb-7aa5-46f4-a8e0-d0985d5d86bf</a><p>PPPS: Wie eine rechtsextreme Machtergreifung in Deutschland aussehen könnte (und was wir gegen die AfD tun können), bespreche ich mit Jurist &amp; Autor Bijan Moini in meinem Podcast:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/7f66891d-d578-45ea-9b36-6c23883ac9d0">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/7f66891d-d578-45ea-9b36-6c23883ac9d0</a><p> </p><p>Guter Vorschlag ⬇️</p><a href="https://www.threads.com/@janskudlarek/post/DR9JuQ0CjCu"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56e12398-16ad-4256-9307-999827e2ae54/uploads/images/uyd3c7f3vl/589888161_17931781974116089_7210275454102060053_n.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p><br/>TLDR:</p><a href="https://bsky.app/profile/janskudlarek.bsky.social"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/56e12398-16ad-4256-9307-999827e2ae54/uploads/images/tumvu5pypj/Zwischenablage_12-09-2025_01asdasd.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Bis hier gelesen?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;"> Yeah! Ich hoffe, der Artikel hat dir zugesagt – es wäre hilfreich, wenn du den Beitrag in den </mark><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">sozialen Netzwerken</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;"> teilst (oder anderen schickst). </mark><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Willst du sichergehen, dass ich auch in Zukunft unabhängig publizieren kann?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;"> Dann unterstütze meine Arbeit durch ein </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Steady-Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;"> (oder durch ein paar Euronen in die </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">). </mark><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Nur so werde ich langfristig weitermachen können</mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">. Falls du schon ein Abo hast: Danke, du ermöglichst meine Arbeit &lt;3</mark></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 09 Dec 2025 12:26:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Weihnachtsangebot: vergünstigte Mitgliedschaft 🎁 + Interview]]></title>
      <description><![CDATA[Heute ist Nikolaus, noch wenige Wochen bis Weihnachten. Weihnachten gibts nur einmal im Jahr. Doch was gibt es das ganze Jahr über? Ganz genau: Meine Steady-Artikel und…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d75c77e4-23c0-46bb-a4fd-e7b41f7ab4ef/uploads/images/nvkjyjddgf/hoho_meme.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bald ist es so weit: Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Weihnachten gibts nur einmal im Jahr. Doch was gibt es das ganze Jahr über? Ganz genau: Meine Steady-Artikel und Podcasts!</p><p>Damit das auch 2026 so bleibt, bin ich auf eure Unterstützung angewiesen!</p><p>Grundsätzlich ist mein Steady kostenlos und frei zugänglich. Allerdings ist das Schreiben der Essays und Artikel viel Arbeit, ebenso das Recherchieren, das Aufnehmen, das Produzieren und das Bewerben der Podcasts. Möglich ist dies alles nur, weil einige von euch unabhängigen Journalismus unterstützen. Weil viele von euch meinen Content mögen. Weil einige von euch <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Steady-Mitglieder</a> sind!</p><ul><li><p><strong>Was machst du überhaupt?</strong> Ich schreibe gesellschaftliche Essays, politische Kommentare und führe jeden Monat längere Podcastgespräche zu Themen, die viele von uns bewegen. Das Ganze verorte ich irgendwo zwischen politischer Bildungsarbeit, faktenbasiertem Meinungsjournalismus und künstlerischer Unterhaltung. Und manchmal, eigentlich sogar regelmäßig, beleidige ich Leute wie Donald Trump, Elon Musk oder Markus Söder 🙃</p></li><li><p><strong>Warum brauchst du meine Kohle? Hast du keinen Job? </strong>Schreiben und Podcasts sind mein Job. Und ja, ich habe auch eine halbe Stelle an einer Uni, wie einige von euch wissen. Aber die andere Hälfte meiner beruflichen und meiner wirtschaftlichen Existenz ist Autor, Kommentator, Podcaster. Meine halbe Arbeitswoche fließt da rein und es macht meist auch irre viel Spaß! Gut bezahlt ist es allerdings nicht. Auftritte, Workshops und Reden (für die ihr mich übrigens jederzeit gerne anschreiben dürft) sind weitaus besser bezahlt. Anders gesagt: Ohne eure Unterstützung kann ich das Steady-Projekt nicht – oder jedenfalls nicht regelmäßig – weiterführen, weil ich anderweitig Kohle verdienen muss.</p></li><li><p><strong>Was willst du nun von mir?</strong> Nicht viel. Aber schau doch bitte mal bei meinen <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Steady-Angeboten</a> vorbei. Als Crowdfunding-Autor hängt meine Arbeit davon ab, dass hier und da ein paar Euro im Hut landen, metaphorisch gesprochen. Zur Weihnachtszeit habt ihr jetzt die Chance auf eine limitierte, vergünstigte Mitgliedschaft als Weihnachtsangebot! Als Steady-Mitglied hast du auch Vorteile; zum Beispiel hörst du alle meine Podcasts exklusiv zuerst; ebenso gibts Bücher von mir, die ich signiert verschicke!</p><p></p></li></ul><p><strong>Apropos Bücher: Unter allen, die ab jetzt bis Jahresende 2025 per Steady-Jahresabo neu hinzukommen oder ihre Steady-Mitgliedschaften ab jetzt bis Jahresende 2025 verlängern, verlose ich signierte Bücher (auch zu den Paketen, die sonst </strong>„<strong>nur” Artikel enthalten)</strong> – signierte Bücher von mir und einige signierte Bücher von hochkarätigen Kollegen und Kolleginnen. Das ist das Gute am Schriftstellerleben; man lernt ziemlich coole Leute kennen, die ebenfalls schreiben.</p><p>Also. Wer sein Steady-Jahrespaket verlängert oder neu hinzukommt, hat eine Chance auf:</p><ul><li><p><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/marko-dinic-buch-der-gesichter-9783552075771-t-5698">Marko Dinić - Buch der Gesichter</a> (Roman) (signiert) (<em>Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025)</em></p></li><li><p><a href="https://www.penguin.de/buecher/judith-werner-besser-gruebeln/buch/9783466373437">Judith Werner - Besser grübeln</a> (signiert)</p></li><li><p><a href="https://www.klett-cotta.de/produkt/jan-skudlarek-wenn-jeder-an-sich-denkt-ist-nicht-an-alle-gedacht-9783608501780-t-8369">Jan Skudlarek - Wenn jeder an sich denkt, ist nicht an alle gedacht</a> (signiert) (alternativ ein anderes Buch von mir) (2x)</p></li></ul><p><em>UPDATE Januar 2026 - Verlosung beendet. </em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/gift_plans"><strong>Es gibt alle Pakete auch als Geschenkangebot (wer ein Steady-Abo verschenkt, nimmt auch an der Verlosung teil)!</strong></a></p><p>Wie üblich gilt mein tiefer Dank all jenen, die schon bei Steady dabei sind und mir einen kleinen Stundenlohn zahlen. Ihr machts möglich! 💗</p><p>Danke für eure Aufmerksamkeit &amp; euch eine schöne Vorweihnachtszeit!</p><p><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek">Jan</a></p><p></p><p>PS: Schon in den Podcast mit mir und Bijan reingehört? Der ist jetzt überall frei verfügbar 🔊</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/7f66891d-d578-45ea-9b36-6c23883ac9d0">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/7f66891d-d578-45ea-9b36-6c23883ac9d0</a><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Abo</a></p><p></p><p>PPS: Falls du dich fragst, wie du mit Verschwörungstheorien umgehen sollst, sei es am Weihnachtstisch oder auch sonst: Der Experte Michael Butter und ich haben uns länger darüber unterhalten ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/55864342-cd8f-4083-96e6-2b163ed9c9f0</a><p></p><p>Damit das keine reine Werbemail ist, hier noch ein Interview, das ich neulich gegeben habe ⬇️</p><hr/><p>Brücken bauen</p><h2>Brücken bauen in der WG: Gedanken zum Beziehungsstatus von Wir und Ich</h2><p><strong>Wenn der Begriff Freiheit ins Feld geführt wird, um individuelle Interessen gegen das Gemeinwohl auszuspielen, läuft etwas fundamental schief, findet der Autor und Philosoph Jan Skudlarek. Er plädiert für ein Wir, das persönliche Autonomie und gesellschaftliche Verantwortung zusammendenkt.</strong></p><p>● Von Gero Günther, 10.11.2025 (Lesezeit: 5 Minuten)</p><p></p><p><em>In Ihrem Buch „Wenn jeder an sich denkt, ist nicht an alle gedacht“ beschreiben Sie die Gefahren, die aus einem – wie Sie es nennen – „autonomistischen Denken“ erwachsen. Was meinen Sie damit?</em></p><p>Wir leben in Zeiten, in denen man uns ständig erzählt, dass wir unseres eigenen Glückes Schmied sind und dass es nur um einen selbst geht. Auch unser Kanzler Friedrich Merz bedient sich bekanntlich sehr gern dieses neoliberalen Narrativs. Das Motto lautet: Ich, ich, ich. Wer so argumentiert, blendet die sozialen Gegebenheiten, die Wir-Haftigkeit des Menschen aus. Die Eingebundenheit in Strukturen und die damit einhergehende Verantwortung werden zu oft außer Acht gelassen. So wird rücksichtsloser Egoismus salonfähig gemacht. Langfristig bedeutet das auch: Entsolidarisierung.</p><blockquote><p>„Die nationalistische Argumentation schmeichelt dem kleinbürgerlichen Egoismus.“</p></blockquote><p><em>Wiegt die Verantwortung der globalen Perspektive zu schwer?</em></p><p>Mitunter ja. Während die nationalistische Argumentation dem kleinbürgerlichen Egoismus schmeichelt, sprechen linke und grüne Parteien von einer Verantwortung für den Planeten und das Wohlergehen zukünftiger Generationen. Die Konservativen machen es sich hingegen leicht und betreiben eine massive Rückabwicklung, sie suchen die Flucht nach hinten. Die Grenzen werden dichtgemacht, die Brücken hochgezogen. Deutschland kümmert sich erstmal nur um sich selbst. Das ist Renationalisierung, Vergangenheitspolitik. Wenn Merz davon spricht, dass Migrant*innen ein Problem im Stadtbild darstellten, bedient das Vorurteile, reaktionäre Angstgefühle und rassistische Sehnsüchte. Es geht um die vermeintlich „gute alte Zeit“, um eine Retrotopie.</p><p><em>Im Umkehrschluss verstehen viele Menschen Verantwortung für das Allgemeinwohl als unzumutbare Einschränkung ihrer Freiheit.</em></p><p>Ja. Ein Zeichen dafür ist, dass Freiheit oft zu individualistisch verstanden wird und man ohne Rücksicht auf Verluste auf seine vermeintlichen Rechte beharrt. Und nicht nur das: Menschen, die sich um das Klima sorgen, werden als Moralisten diskreditiert. Man wirft „Gutmenschen“ vor, über andere bestimmen und ihre Freiheit einschränken zu wollen. Das ist natürlich Heuchelei, vor allem wenn manche Konservative gleichzeitig Absurditäten durchsetzen wollen, wie das Verbot der Bezeichnung von Veggieprodukte als „Steak“ und „Wurst“. Moral und Ethik sollten aber nicht als etwas Nerviges gesehen werden. Es geht in der Ethik doch darum herauszufinden, wonach wir unser soziales Leben ausrichten wollen. Was das gute Leben ausmacht, was wünschenswert und nachahmenswert ist – für alle. Moral ist kein Schimpfwort, sondern die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.</p><blockquote><p>„Moral ist kein Schimpfwort, sondern die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.“</p></blockquote><p><em>Ethik und Moral schreiben sich ja eigentlich auch der Konservativismus und Liberalismus auf die Fahnen.</em></p><p>Eigentlich. Doch der Rückzug auf die eigenen egoistischen Interessen wird von Leuten wie Markus Söder als Freiheit verkauft. Ich nenne das „Freiheitspopulismus“. Eine Methode, die die Verantwortung für die Gemeinschaft leugnet. Ist doch latte, ob man einen Langstreckenflug bucht oder mit dem Zug fährt. Wir haben ja eh keinen Einfluss auf die globale Entwicklung, behaupten die Freiheitspopulisten. Was stimmt: Dass man eine Teil-Verantwortung für das Wohlergehen anderer, für den Umgang mit den begrenzten Ressourcen und die Erwärmung des Planeten hat, ist ein durchaus stressiger Gedanke. Wer jedoch Rücksichtnahme auf zukünftige Generationen als persönliche Einschränkung empfindet, reagiert nicht selten mit Trotz. Die Psychologie spricht da von Reaktanz. So werden der Konsum von Fleisch und Wurst und das Heizen mit Gas schnell zum Freiheitskampf. Das ist total absurd. Aber vermutlich haben wir die Bockigkeit der Menschen unterschätzt. Und die Mobilisierungskräfte der fossilen Industrien,…</p><p><em>… die die Transformationsmüdigkeit aktiv schüren.</em></p><p>Ganz genau! Dahinter stehen handfeste politische und wirtschaftliche Interessen, unter anderem von Öl- und Gasfirmen, Stadtwerken und Autobauern und allen, die finanziell vom Ist-Zustand profitieren. Dass über Heizungen mit so viel Zorn gesprochen wird, ist kein Zufall. Die Bildzeitung hat eine Kampagne gegen das „Heizungsgesetz“ gefahren. Wir sollten diesen gezielten Agitationen aus dem unternehmerisch-medialen Komplex eine progressive Politik entgegensetzen, die nicht nur wirksam, sondern auch sexy ist. Die Bürger*innen müssen spüren, dass die Transformation etwas Positives ist und eine höhere Lebensqualität bietet. Nehmen wir ein Beispiel wie Paris, wo die Luft durch die grüne Politik der Bürgermeisterin Anne Hidalgo in kurzer Zeit besser und die Stadt viel grüner geworden ist. Davon profitieren alle. Allerdings muss das auch ankommen in der Gedanken- und Gefühlswelt der Leute.</p><blockquote><p>„Die spalterische Rhetorik – Links gegen Rechts oder Stadt gegen Land – ist verlockend, aber unproduktiv.“</p></blockquote><p><em>Was können wir noch tun, um dieser Transformationsmüdigkeit entgegenzuwirken?</em></p><p>Wir sollten Brücken bauen. Auch sprachliche Brücken – und etwa mit Konservativen über die Bewahrung der Schöpfung sprechen. Wir schützen ja nicht abstrakt irgendein Klima, sondern unsere wirkliche Welt. Die spalterische Rhetorik – Links gegen Rechts oder Stadt gegen Land – ist verlockend, aber unproduktiv. Kulturkampf polarisiert nur und lenkt ab von den wichtigen Themen und Problemen. Insbesondere in den sozialen Netzwerken müssen wir aufpassen, uns nicht sinnlos aneinander abzuarbeiten und uns im Freund-Feind-Schema zu verlieren. In dieser entkörperten Kommunikation vergreift man sich besonders leicht im Ton. Und klar, auch ich bin nicht immer nachsichtig im Netz. Man muss sich auch nicht alles gefallen lassen. Doch wo die Polarisierung zunimmt, ist langfristig das Gemeinwohl in Gefahr.</p><p><em>Ihr Buch trägt den Untertitel „Streitschrift für ein neues Wir“. Wie soll dieses neue Wir aussehen?</em></p><p>Ich bemühe in dem Zusammenhang gerne die Metapher der Wohngemeinschaft. Es gibt die Erde als gemeinsames planetarisches Haus, aber das soziale Miteinander erleben wir meist im Kleinen, in unserem Kiez. Wie geht’s meinem Nachbarn? Wie steht’s um meine Straße? Wie ist die Luftqualität? Gibt es einen Park? Oder nur Parkplätze? Im Lokalen müssen wir Lösungen über die Parteigrenzen und Weltanschauungen hinweg finden. Mit einem größtmöglichen Pragmatismus. In diesem Zusammenhang ist es gut, dass wir derzeit von ehemaligen CSU-Parteichefs wie Horst Seehofer vermehrt Kritik an der Söder’schen Linie hören, die im Wesentlichen aus substanzlosem Grünen-Bashing besteht. Es ist gut, dass es auch bei den Konservativen viele Menschen gibt, die die Brücken zu den Grünen auf keinen Fall abbrechen wollen. Was mit einer Demokratie ohne überparteilichen Dialog passiert, sehen wir momentan in den U.S.A. Man sollte unter Demokraten halbwegs respektvoll miteinander umgehen – trotz aller Differenzen.</p><p></p><p>Das Interview ist zuerst erschienen auf dem <a href="https://gruenblog.com/bruecken-bauen-in-der-wg/">grünblog</a>:</p><a href="https://gruenblog.com/bruecken-bauen-in-der-wg/">https://gruenblog.com/bruecken-bauen-in-der-wg/</a><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 06 Dec 2025 09:00:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #25: Grundrechte, Gedankenspiele & demokratische Dystopie]]></title>
      <description><![CDATA[Zur Novemberfolge von „Nicht noch ein Politik-Podcast” habe ich Bijan Moini getroffen. Bijan ist nicht nur promovierter Jurist und Bürgerrechtler, sondern auch…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #25: Grundrechte, Gedankenspiele &amp; demokratische Dystopie – mit Bijan Moini</h1><p>Zur Novemberfolge von „Nicht noch ein Politik-Podcast” habe ich <a href="https://bijanmoini.de/">Bijan Moini</a> getroffen. Bijan ist nicht nur promovierter Jurist und Bürgerrechtler, sondern auch Romanautor. Weil ihm die anstrengende Wirklichkeit nicht anstrengend genug ist, hat er mit „<a href="https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/dystopischer-roman-2033-wenn-rechtsextremisten-regieren,moini-100.html">2033</a>“ einen Roman geschrieben, in dem die politische Realität noch anstrengender ist als bei uns! Das Szenario: Eine rechtsextreme Partei gewinnt im Jahr 2033 die Bundestagswahl. Diese rechtsextreme Partei – im Roman heißt sie AUFSTAND – kippt das politische System, die Demokratie ist in Gefahr. Der Plot: Ein Bombenanschlag auf die AUFSTAND-Partei stärkt ihre Opfererzählung und verhilft ihr so an die Macht. Der Verlag schreibt:</p><blockquote><p>Die rechtsextreme Partei AUFSTAND stellt die Bundeskanzlerin. Als die junge Anwältin Marie Wigand ihrer Chefin bei einem neuen Strafprozess assistieren soll, ahnt sie noch nichts von seinem historischen Ausmaß. Die Generalsekretärin der einzigen Oppositionspartei REFORM wird angeklagt, hinter einem <strong>Bombenanschlag</strong> auf die Parteizentrale des AUFSTANDs zu stecken. Doch schnell stellt sich heraus, dass es nicht allein um Schuld oder Unschuld geht: Sollte die Politikerin verurteilt werden, droht ein Verbot ihrer Partei – und der Weg für den AUFSTAND wäre frei, das <strong>Grundgesetz</strong> <strong>abzuschaffen</strong>. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, und Marie findet sich in einem Kampf zwischen David und Goliath wieder, in dem es auch für sie selbst immer gefährlicher wird ...</p></blockquote><p>Mir gefällt Bijans Roman ausgesprochen gut. Das Buch ist ein spannend komponierter Politthriller, der Wirklichkeit und Möglichkeit auf eine Weise vermischt, dass man Gänsehaut bekommt (einmal nenne ich den Text sogar – auch ich darf mal in die Formulierungsgrabbelkiste greifen – den „Roman der Stunde“). Ein Gedankenexperiment, das viele Parallelen zur Gegenwart hat. Insofern sprechen wir im Podcast darüber, was mich an Bijans dystopischem Polit-Thriller fasziniert. Wir erfahren, warum Bijan gern über Zukunft nachdenkt, und wie Grundrechte, Demokratie und Extremismus zusammenhängen. Natürlich reden wir über die AfD, über Erik Ahrens, über „trampelhafte Merzäußerungen“, deutsche Erinnerungsarbeit und darüber, wie die AfD es schafft, Unzufriedenheit zu kapitalisieren. Ein paar Tipps zur Rettung der Demokratie könnt ihr selbstverständlich auch abgreifen (Spoiler: Widerstand ist möglich, aber kein Selbstläufer). Danke für die fesselnde Geschichte, lieber Bijan – und ebenso danke für das Gespräch!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7f66891d-d578-45ea-9b36-6c23883ac9d0/uploads/images/wnalucv7vm/bijan_moini_portrat.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>© Simon Detel, Deutschlandradio</em></p><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bijan_Moini"><strong>Bijan Moini</strong></a><strong> </strong>wurde 1984 geboren und studierte Jura und Politikwissenschaften in München und Paris. Anschließend wurde er zum Dr. iur. promoviert mit einer Arbeit zur Zulässigkeit eines Internetprangers für Sexualstraftäter, betreut vom ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier. <br/>Nach dem Referendariat in Berlin und Hong Kong arbeitete er drei Jahre als Rechtsanwalt in einer Berliner Wirtschaftskanzlei. Dort baute <a href="https://bsky.app/profile/bijanmoini.de">Moini</a> die asylrechtliche Pro-bono-Praxis der Kanzlei mit auf. Seit Mai 2017 unterstützte er die <a href="https://freiheitsrechte.org/">Gesellschaft für Freiheitsrechte</a> (GFF) ehrenamtlich. Seit März 2018 ist er bei ihr angestellt als Syndikusrechtsanwalt und seit dem Herbst 2021 leitet er das wachsende Legal Team der GFF. 2019 erschien der preisgekrönte Roman »Der Würfel« im Atrium Verlag. Soeben erschien „2033“, ebenfalls bei Atrium. Er stand bereits mehrfach vor dem Bundesverfassungsgericht und erarbeitet seit dem Frühjahr 2025 federführend ein großes <a href="https://freiheitsrechte.org/themen/demokratie/afd-gutachten">Gutachten zur AfD</a>.</p><p>»Bijan Moinis neuen Roman sollten Sie lesen. Danach wird die Welt für Sie eine andere sein.« - Ferdinand von Schirach</p><p>Folgt Bijan gerne <a href="https://bsky.app/profile/bijanmoini.de">auf Bluesky</a>!</p><a href="https://www.w1-verlage.de/atrium-verlag/2033">https://www.w1-verlage.de/atrium-verlag/2033</a><hr/><p>weihnachtsangebot</p><h3><strong>In eigener Sache</strong></h3><p><strong>Unter allen, die dieses Jahr per Steady-Jahresabo neu hinzukommen oder ihre Steady-Mitgliedschaften ab jetzt bis Jahresende verlängern, verlose ich signierte Bücher</strong> – signierte Bücher von mir und einige signierte Bücher von hochkarätigen Kollegen und Kolleginnen.</p><p>Wer verlängert oder neu hinzukommt, hat eine Chance auf:</p><ul><li><p>Marko Dinić - Buch der Gesichter (Roman) (signiert)</p></li><li><p>Judith Werner - Besser grübeln (signiert)</p></li><li><p>Jan Skudlarek - Wenn jeder an sich denkt, ist nicht an alle gedacht (signiert) (alternativ ein anderes Buch von mir) (2x)</p><p></p></li></ul><p><strong>Es lohnt sich also in den nächsten Wochen besonders, ein Steady-Abo abzuschließen oder zu verlängern.</strong> Du unterstützt damit nicht nur unabhängigen Journalismus, sondern hast Erstzugriff auf meine Podcasts und nimmst an einem Büchergewinnspiel teil!</p><p>Da es bald weihnachtet: <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/gift_plans"><strong>Es gibt alle Pakete auch als Geschenkangebot zum Verschenken (wer ein Steady-Abo verschenkt, nimmt auch an der Verlosung teil)!</strong></a></p><p>PS: Wer meinen Text zur Geschichte verpasst hat, den gibts hier:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/6c2bcfe1-264f-4db1-b04f-6f06e450e1cd">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/6c2bcfe1-264f-4db1-b04f-6f06e450e1cd</a><p>PPS: Im Gespräch mit Maria Popov bin ich <a href="https://www.instagram.com/p/DRAVw-TDFvL/">auf Instagram</a></p><a href="https://www.instagram.com/p/DRAVw-TDFvL/">https://www.instagram.com/p/DRAVw-TDFvL/</a><hr/><p>Podcast</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter </a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">Abo</a></p><p>Hier gehts zum Gespräch:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/24jMtPYw4y6kojCGlYiZnc?si=7da9ea266d294749">https://open.spotify.com/episode/24jMtPYw4y6kojCGlYiZnc?si=7da9ea266d294749</a><p>Ebenso auf Podigee und allen anderen üblichen Playern:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/25-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/25-neue-episode</a><p>Das Gespräch war, wie üblich, zuerst exklusiv verfügbar für alle, die per Steady supporten - danke für eure Unterstützung des Podcasts!</p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Unter allen, die sich von Podcastfolgenrelease bis zum 15.12.25 für meinen </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Newsletter </mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">registrieren, verlose ich ein signiertes Exemplar von &quot;2033&quot;!</mark><em> (Update: Verlosung beendet, Gewinner benachrichtigt)</em></p><p></p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/7f66891d-d578-45ea-9b36-6c23883ac9d0">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 28 Nov 2025 18:23:18 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Auf der richtigen Seite der Geschichte (Replik)]]></title>
      <description><![CDATA[Ein einziger Mann hebt nicht den Arm. Um ihn herum eine begeisterte Menge, allesamt versammelt zum Stapellauf des Marineschulschiffs „Horst Wessel“. Es ist der 13. Juni…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ein einziger Mann hebt nicht den Arm. Um ihn herum eine begeisterte Menge, allesamt versammelt zum Stapellauf des Marineschulschiffs „Horst Wessel“. Es ist der 13. Juni 1936 und jeder, von hunderten Menschen fast ausnahmslos jeder, zeigt den Hitlergruß; nur ein einziger Mann nicht. Er steht da – verschränkte Arme, skeptischer Blick. Weder die Gegenwart von SA und SS, noch die Anwesenheit von Adolf Hitler persönlich, kann ihn zum „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hitlergru%C3%9F">deutschen Gruß</a>“ motivieren. Sein Argwohn ist spürbar. Wir schauen heute auf dieses Foto und denken: Respekt!</p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/August_Landmesser"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6c2bcfe1-264f-4db1-b04f-6f06e450e1cd/uploads/images/3dn6g5oc2b/August-Landmesser-Almanya-1936.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p>Wer dieser Mann ist, ist nicht abschließend geklärt:</p><blockquote><p>„Irene Eckler meinte ihren Vater <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/August_Landmesser">August Landmesser</a> zu erkennen, der seine jüdische Verlobte Irma Eckler wegen der Nürnberger Rassengesetze von 1935 nicht heiraten durfte. Die Töchter Ingrid und Irene kamen außerehelich zur Welt. August Landmesser wurde 1938 denunziert, wegen „Rassenschande“ zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und dann als Soldat an die Front geschickt, wo er seit 1944 als verschollen galt. Irma Eckler wurde 1938 ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und 1942 ermordet. Aber auch eine andere Hamburger Familie glaubte, in dem Mann mit den verschränkten Armen ihren Verwandten <a href="http://www.wegert-familie.de/home/Deutsch.html">Gustav Wegert</a> identifizieren zu können, der nachweislich als Schlosser bei Blohm &amp; Voss gearbeitet hatte und als gläubiger Christ aus religiöser Überzeugung den Hitler-Gruß verweigerte.“ <br/>(<a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/bpb_NS%20I_barrierefrei.pdf">Informationen zur politischen Bildung Nr. 314/2012; S. 4</a>).</p></blockquote><p>Selbst wenn sich die Identität dieses Mannes zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend klären lässt, steht dennoch eines fest – er stand auf der richtigen Seite der Geschichte. Die Naziverbrechen gelten als die größten Verbrechen der Geschichte; und wer sich dem Hitlerfaschismus früh in den Weg stellte, gilt heute nicht ohne Grund als wegweisend. Manche würden sagen: Er gilt als Held.</p><p><strong>Die Geschichte und ihre Seiten</strong></p><p>Vor wenigen Tagen ist in der taz ein „Essay über moralische Bequemlichkeit“ erschienen. Der Autor Matthias Kalle schreibt in seinem Text <a href="https://taz.de/Essay-ueber-moralische-Bequemlichkeit/!6123476/">„Auf der richtigen Seite der Geschichte wird es voll“</a> über Geschichte und Moral und die aus seiner Sicht inflationäre Tendenz, sich selbst – oder Leute, die man gut findet – „auf der richtigen Seite der Geschichte“ zu verorten. Tatsächlich werde ich in dem Text kurz erwähnt (auch wenn ich in einer frühen Textfassung lustigerweise zunächst – danke für die Korrektur, liebe taz – „<a href="https://taz.de/korrekturen-und-klarstellungen/!6123580/">Jan Skudlack</a>“ hieß). Der Autor schreibt:</p><blockquote><p>„In jedem Fall ist es auf der richtigen Seite seit einiger Zeit ziemlich voll: Der <a href="https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/die-neue-weltordnung-des-xi-jinping,UvvR63a">chinesische Staatspräsident Xi Jinping erkannte im Frühjahr</a> seine Verbündeten auf der richtigen Seite der Geschichte; Spaniens Premierminister <a href="https://www.deutschlandfunk.de/spanien-verkuendet-waffenembargo-gegen-israel-luftraum-wird-gesperrt-100.html">Pedro Sánchez nannte den Wunsch nach diesem Ort</a> als Grund dafür, dass er ein Waffenembargo gegen Israel forderte; der Philosoph Jan Skudlarek stellte 2023 fest: „Robert Habeck stand auf der richtigen Seite der Geschichte.““</p></blockquote><p>Den Text von Matthias Kalle habe ich mit Interesse gelesen; und schnell kam mir die Idee einer Replik – weil ich den Eindruck habe, dass Matthias Kalle das „XY steht auf der richtigen Seite der Geschichte“-Argument fundamental missversteht (oder zumindest eine Sichtweise darauf vertritt, die ich für wenig überzeugend halte).</p><p>Kalle schreibt auch einiges, dem ich zustimme, z.B.</p><blockquote><p>„Das Dumme ist nur, dass die Geschichte ja voll ist mit Menschen, die sich schon mal auf der richtigen Seite sahen und dann durch die Geschichte selbst eines Besseren belehrt wurden: Im 11. Jahrhundert zogen Kreuzritter los in der Annahme, sie kämpften im Auftrag Gottes und seien das Werkzeug der Geschichte; im 16. Jahrhundert hielten spanische Konquistadoren die Christianisierung Lateinamerikas für Zivilisation, nicht für Eroberung; im 19. Jahrhundert glaubten Kolonialmächte, sie trügen „Fortschritt und Licht“ in die Welt – und exportierten Gewalt, Rassismus und Ausbeutung; im 20. Jahrhundert waren Bolschewiki, Faschisten und Neoliberale auf ihre je eigene Weise überzeugt, Geschichte zu vollstrecken.“</p></blockquote><p>Sein Hauptargument ist, dass Geschichte keinen Plan habe:</p><blockquote><p>Geschichte hat keinen Sinn und keinen Plan. Und Foucault zerschlägt die klassische Geschichtsvorstellung als kontinuierlichen Prozess oder Fortschritt. Geschichte ist für ihn kein Strom, sondern ein Netz aus Diskursen, Machtverhältnissen und Brüchen. Es gibt kein Ziel, keinen Fortschritt, keine Moral – nur Macht und Diskurs. Spätestens da hätte man sich darauf einigen können, dass Geschichte keinen Sinn hat. Blöd halt nur, dass der Mensch ohne Sinn nicht leben will.</p></blockquote><p>Aus der Planlosigkeit der Geschichte heraus und angesichts des allgemeinen Chaos in der Welt erscheint Kalle das „Richtige Seite der Geschichte“-Argument wenig sinnvoll:</p><blockquote><p>„Wer behauptet, den Sinn der Geschichte zu kennen, leitet daraus politische Notwendigkeit ab. Und dadurch entsteht die Legitimation, zu steuern, zu disziplinieren, zu sanktionieren. Dabei sollten man doch genau dieser Gewissheit misstrauen, denn die Berufung auf den Sinn der Geschichte ist selbst eine Form von Herrschaft.“</p></blockquote><p>An dieser Stelle möchte ich zugleich anknüpfen und entschieden widersprechen. Natürlich ist die Geschichte (!) voll von Menschen, die sich auf der richtigen Seite der Geschichte glaubten und sich damit irrten! Von Kreuzrittern bis zu Kolonialisten – die Vergangenheit ist voll von Menschen, die zu ihrer Zeit der irrigen Ansicht waren, der Menschheit durch ihre Grausamkeit und Unterdrückung Gutes zu tun. Dies gilt in Teilen selbst für die größten Verbrecher und ihre Anhänger – jene, die neben August Landmesser / Gustav Wegert den Hitlergruß zeigen, werden vermutlich ihn, den Verweigerer, für einen Mensch auf Abwegen gehalten haben („Warum zeigt er nicht den Gruß?“). Während man nicht der Gefahr erliegen sollte, Überzeugungstäter und Extremisten in Diktaturen kleinzureden (nicht jeder war „Mitläufer“ oder gar „im Widerstand“), stimmt dennoch: Die wenigsten Menschen, die in einer politischen Bewegung, einer Partei oder gar einer Armee aktiv sind, denken von sich selbst „Wir sind die Bösen!“ oder „In den Geschichtsbüchern werden wir als die Verbrecher erscheinen.“ Im Gegenteil, das eigene Team ist quasi automatisch als gut und redlich gesetzt. Die eigene Gruppe zu hinterfragen kostet nicht bloß Energie, sondern kratzt am Selbstbild.</p><p>Die britische Sketch-Comedy-Fernsehserie des Duos Mitchell and Webb hat einen Comedy-Sketch, in dem die Zweifel, auf der richtigen Seite zu stehen, herrlich amüsant dargestellt werden. Im Sketch „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=h242eDB84zY">Are We the Baddies?</a>” kommt ein deutscher SS-Soldat während des Zweiten Weltkriegs nach einem genaueren Blick auf seine Totenkopfmütze ins Grübeln, ob er nicht vielleicht, nur ganz vielleicht, doch auf der Seite „der Bösen“ (the Baddies) kämpft:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=h242eDB84zY">https://www.youtube.com/watch?v=h242eDB84zY</a><p><strong>Nur die Wurst hat zwei</strong></p><p>Die Möglichkeit, zu irren besteht nicht nur für Einzelmenschen und ihre Handlungen – sie besteht auch für die Wissenschaft und all jene, die versuchen, das größere Ganze zu sehen. So war es der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, der – zugegebenermaßen am Anfang seiner eigenen akademischen Geschichte, Fukuyama war zur Publikation seines berühmten Artikels <a href="https://www.democraziapura.it/wp-content/uploads/2015/01/1989-Fukuyama.pdf">„The End of History“</a> (1989) keine dreißig – angesichts des Zusammenbruchs der Sowjetunion und des Ende des Kalten Krieges gleichsam das Ende der Geschichte selbst verkündete (und den globalen Sieg der liberalen Demokratie als Staatsform gleich mit). Fukuyama schrieb:</p><blockquote><p>„What we may be witnessing is not just the end of the Cold War, or the passing of a particular period of postwar history, but the end of history as such: that is, the end point of mankind&#39;s ideological evolution and the universalization of Western liberal democracy as the final form of human government.“</p></blockquote><p><strong>Es geht um Moral!</strong></p><p>Hat Matthias Kalle also recht? Sollten wir uns die Rede von der „Richtigen Seite der Geschichte“ besser verkneifen? Haben jene, die so über sich oder, vielleicht bescheidener, über andere sprechen, unseren Spott verdient? Ist diese Redeweise bestenfalls ein Akt der Geschichtsvergessenheit? Und schlimmstenfalls ein Akt der Selbstüberhöhung?</p><p>Ich denke: Nein.</p><p>Natürlich hat die Geschichte und die Geschichtsschreibung keine Seiten wie eine Münze oder ein Fußballspiel (wobei es selbst bei sozialen Handlungen wie einem Fußballspiel und anderen Mannschaftssportarten keineswegs immer klar ist, wer „die gute/bessere Mannschaft“ war; Bewertungen diesbezüglich gehen massiv auseinander, je nachdem welcher Fankurve man angehört). Gemeint ist auch nicht, dass der Weltlauf auf ein finales, mehr oder weniger planhaftes Ziel hinstrebt (das wäre eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Determinismus#Geschichtsdeterminismus">deterministische Sichtweise</a> auf die Historie, die wenig Raum lässt für Willensfreiheit, <a href="https://www.philomag.de/lexikon/kontingenz">Kontingenz</a> und Chaos).</p><p>Sinn macht die Redeweise von den „Seiten“ der Geschichte dann – und ich möchte sagen vor allem dann – wenn wir sie als eine <em>moralische</em> begreifen. Wenn Kalle behauptet „Ich wusste aber auch nicht, dass die Geschichte überhaupt eine richtige und eine falsche Seite hat“, begeht er einen Kategorienfehler. Die getroffene Seiten-Aussage ist nicht primär eine historische, sondern eine primär moralische.</p><p>Der Fokus des „Auf der richtigen Seite der Geschichte“-Arguments liegt somit, sprachlogisch gesehen, nicht auf dem Term „Seite“, sondern auf „richtig“. Es geht erst um Ethik <em>und dann</em> um Historie.</p><p>Als ich zum Beispiel vor über zwei Jahren in einem Interview sagte <a href="https://archive.ph/cLGDg">„Habeck stand auf der richtigen Seite der Geschichte“</a>, habe ich mich damit weniger als Hobbyhistoriker oder Zukunftsprognostiker betätigt, sondern vielmehr meine ethische Sichtweise dargelegt. Der Kontext war u.a. die Energiekrise zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die damit verbundene Frage, ob es seitens deutscher Politik clever oder vermessen sei, deutschen Bürgerinnen und Bürgern einen verantwortlichen Umgang mit Energie-Ressourcen nahezulegen (denken wir zurück an Wolfgang Kubickis berühmt-peinliche „Ich schaue nicht auf die Uhr, wenn ich in der Dusche stehe. <a href="https://chrismon.de/artikel/54213/philosoph-und-autor-jan-skudlarek-ueber-trotz-der-politik-bei-trump-und-der-afd">Ich dusche so lange, bis ich fertig bin</a>“-Aussage). Ich war und bin der Meinung: Natürlich ist es richtig, Ressourcen zu sparen. Verantwortlicher Umgang mit knappen Gütern ergibt nicht nur aus ethischer Sicht Sinn (alle sollen genug erhalten; die Verteilung soll bitte halbwegs gerecht sein), sondern auch aus organisatorischer (werden Ressourcen verschwendet, sind sie schlicht futsch – und können zukünftig nicht mehr genutzt werden). Deswegen sagte ich: „Robert Habeck steht auf der richtigen Seite der Geschichte“ im Sinne von „Robert Habeck hat recht“. Übrigens: Dass ein <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/be623274-1cfd-4382-a10b-c01604fe04e7">Robert Habeck</a> mit großen Teilen seiner Politik recht hatte, und zwar schon vor Jahren, das sieht mittlerweile offenbar auch ein Bundeskanzler Friedrich Merz so; immerhin kopiert seine Regierung die Habeckschen Ideen ja sehr fleißig (Stichwort <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/industriestrompreis-deutschlandfonds-schuldenbremse-merz-macht-habecks-wunsche-wahr-14851016.html">Industriestrompreis, Deutschlandfonds, Schuldenbremse</a>).</p><p>Zurück zu Kalle. An einem Punkt in seinem Essay kommt Kalle der Wahrheit kurzzeitig sehr nah, indem er schreibt: „Aber Geschichte urteilt nicht – Menschen urteilen.“ Da kann man ihm nur zurufen: Ja, ja und nochmal ja! Die Rede über die Seiten der Geschichte ist weniger eine Rede über irgendeine Historizität als vielmehr eine Rede von Menschen über andere Menschen! Es geht um die moralische Bewertung von Handlungen und gesellschaftlichen Ereignissen. Wer anderen also das Gütesiegel „auf der richtigen Seite der Geschichte“ zuschreibt, nimmt nicht die Perspektive zukünftiger Historiker und Historikerinnen ein – sondern die ganz reguläre Perspektive eines gegenwärtigen Menschen, der auf seine Gegenwart blickt (und die Zukunft bestenfalls verantwortungsvoll mitdenkt). </p><p><strong>Natürlich kann man irren</strong></p><p>Bei diesem Moral-von-der-Geschichte-Streit gilt, was immer gilt: Die Möglichkeit, sich zu irren, spricht nicht grundsätzlich gegen eine Annahme. Die Male, wo du mit einem Regenschirm unterwegs warst und es dann doch nicht geregnet hat, sprechen nicht gegen die Annahme, dass es klug ist, sich auf das Wetter einzustellen. Wer mit der Absicht in Urlaub fährt, sich zu entspannen, wird rückwirkend wohl kaum die Idee, in Urlaub zu fahren, als Fehler bezeichnen, selbst wenn der Urlaub punktuell stressig wurde (und nicht ausreichend entspannend). Und, um selbst in einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsphilosophie">geschichtsmetaphysischen</a> Text ein wenig romantisch zu werden: Ein gebrochenes Herz spricht nicht grundsätzlich dagegen, sich zu verlieben (auch wenn es sich in der ersten Zeit des Liebeskummers so anfühlen mag). Wir irren uns andauernd. Bei unserem Blick in die Zukunft – und auch sonst. So weit, so normal.    </p><p>Dass die Geschichte voll ist von Menschen, die sich für die moralisch Guten hielten und die im Urteil der Nachwelt als die moralisch Ambivalenten, als die Schlechten oder gar als die eindeutigen Verbrecher dastehen, überzeugt also nicht, das Geschichtsargument zu verwerfen. Irren ist menschlich, vor allem beim Blick auf die Gegenwart; und ganz bestimmt beim Blick in die Zukunft.</p><p><strong>Verantwortung für die Zukunft</strong></p><p>Zu guter Letzt lässt sich das „XY steht auf der richtigen Seite der Geschichte“-Argument als <a href="https://www.suhrkamp.de/buch/hans-jonas-das-prinzip-verantwortung-t-9783518429549">Verantwortungsargument</a> lesen. Der Sprecher bzw. die Sprecherin betont damit die eigene oder fremde Verantwortung für eine gute, lebenswerte Zukunft. Im historischen Verantwortungsargument zeigt sich die Hoffnung, von zukünftigen Menschen rückblickend positiv beurteilt zu werden – als ein Mensch, der die Welt eher verbessert als verschlechtert hat. Als jemand, der beim größten Unrecht nicht mitgemacht hat, wie Herr Landmesser / Wegert. Ob sich diese Hoffnung rückwirkend erfüllt, steht gegenwärtig in den Sternen. Eine legitime Hoffnung ist es – und bleibt es. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6c2bcfe1-264f-4db1-b04f-6f06e450e1cd/uploads/images/see6huubex/landmesser.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>Dass du bis hier gelesen hast, ist ein gutes Zeichen – danke für dein Interesse! Wenn du meine Arbeit an Artikeln wie diesen ermöglichen willst, hast du jetzt die Chance, zu vorweihnachtlichen Konditionen Steady-Mitglied zu werden. Das Paket „<a href="https://steady.page/de/plans/5542f75e-3f1f-48ac-9412-b0bff0fe048a">Artikel &amp; Podcasts</a>” kostet für kurze Zeit 3,90 € pro Monat (statt regulär 4,90 €) und „<a href="https://steady.page/de/plans/f4a1049a-c786-4883-ae30-4fb41c8d9848">Artikel &amp; Podcasts &amp; Buch”</a> kostet kurzzeitig nur 5,50 € (statt regulär 6,90 €). Hier habt ihr die <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans">Pakete im Überblick</a>.</p><p>Und: <strong>Unter allen, die dieses Jahr per Jahresabo neu hinzukommen oder ihre Steady-Mitgliedschaften ab jetzt bis Jahresende verlängern, verlose ich signierte Bücher</strong> – signierte Bücher von mir und einige signierte Bücher von hochkarätigen Kollegen und Kolleginnen (welche genau, lasse ich euch demnächst in einer separaten Mail wissen; nur so viel schon jetzt: das wird gut 🔥). <strong>Es lohnt sich also in den nächsten Wochen besonders, ein Steady-Abo abzuschließen oder zu verlängern.</strong> Du unterstützt damit nicht nur unabhängigen Journalismus, sondern hast Erstzugriff auf meine Podcasts und nimmst an einem Büchergewinnspiel teil! Was will man mehr?! ;)</p><p>Da es bald weihnachtet: <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/gift_plans"><strong>Es gibt alle Pakete auch als Geschenkangebot zum Verschenken!</strong></a></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/gift_plans">https://steady.page/de/janskudlarek/gift_plans</a><p>An alle, die schon supporten: Danke! Ihr macht es möglich! 💚</p><p>PS: Wie immer gilt mein Dank ebenso all jenen, die diesen Artikel kommentieren, verschicken, liken, teilen 💻</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter (gratis)</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 19 Nov 2025 16:29:41 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[New York, Rio, Gelsenkirchen – Was wir von Zohran Mamdani lernen]]></title>
      <description><![CDATA[Der Sieg von Zohran Mamdani war vielleicht kein Überraschungssieg, er fühlte sich dennoch an wie ein Rausch. Ein Rausch, der sich erst langsam legt: Auch eine Woche nach…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/83fecfb6-8017-45a8-aee3-86b43aeddc4c/uploads/images/cmf2qqeb7p/broadway-4746384_960_720.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der Sieg von Zohran Mamdani war vielleicht kein Überraschungssieg, er fühlte sich dennoch an wie ein Rausch. Ein Rausch, der sich erst langsam legt: Auch eine Woche nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgermeisterwahl_in_New_York_City_2025">Bürgermeisterwahl in New York</a> ist die Freude im progressiven Lager weiterhin ungebrochen. Noch nie hatte eine lokale Wahl so eine immense politische Strahlkraft, nicht nur über die Stadtgrenzen New Yorks, sondern über die US-amerikanischen Landesgrenzen hinaus. In Zeiten des globalen Rechtsrucks wirkt es in der Tat wie ein Wunder, dass ein in den 1990er Jahren geborener Migrant die vielleicht berühmteste Stadt der Welt für sich gewinnt, mit einem dezidiert <a href="https://www.fr.de/politik/trump-gegner-mamdani-hat-nach-der-wahl-plan-fuer-new-york-mit-kostenlosen-bussen-und-kitas-zr-94024557.html">linksprogressivem Programm</a> (Nahverkehr gratis, Kitas kostenlos, Mietendeckel – das alles finanziert durch höhere Steuern für Unternehmen und Reiche). Nachdem sich nun die erste Aufregung gelegt hat, möchte ich mir anschauen, was in New York passiert ist und was wir daraus lernen können.  </p><p>Zohran Mamdanis Sieg ist zunächst ebenso eine Niederlage, und zwar für Donald Trump. Zwar ist die Welt entgegen republikanischer Befürchtung nach dem Linksruck in NYC <a href="https://www.instagram.com/reel/DQuvEq8Dyuy/">nicht untergegangen</a>, dennoch: Der orange geschminkte Autokrat im Weißen Haus, der die US-amerikanische Demokratie seit Jahresbeginn durch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bdFV3CWaYTw">Gleichschaltung und Gewalt</a> radikal demontiert, steht für das genaue Gegenteil Mamdanis. Trumps Amerika, das heißt christlicher Ultranationalismus statt <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17871/multikulturalismus/">Multikulturalismus</a>, Politik für Superreiche statt Politik für einfache Bürger und Bürgerinnen, das Recht des Stärkeren statt Solidarität, <a href="https://taz.de/Trumps-Steuer--und-Ausgabengesetz-/!6094903/">Umverteilung von unten nach oben</a>, <a href="https://www.instagram.com/p/DQzxZkREcBW/">Meerestierbuffets</a> für das reichste Prozent während gleichzeitig in Deutschland stationierte US-Soldaten, zeitweise shutdown-bedingt ohne Sold, <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_100987958/us-shutdown-armee-schickte-soldaten-zur-tafel-in-deutschland.html">die Tafel besuchen</a> sollen. Die New Yorker Bürgermeisterwahl gibt insofern progressiven Kräften weltweit die Hoffnung zurück, dass Politik auch in Krisenzeiten nicht automatisch den Autokraten und Antidemokraten in die Hände fallen muss. Es geht auch anders – ob in New York, Rio oder Gelsenkirchen.</p><p>Was heißt das für uns?</p><p><strong>Lust auf Zukunft</strong></p><p>Ich denke, wir sollten vor allem drei Dinge aus Zohran Mamdanis New Yorker Erfolg lernen. Erstens: Zur Zukunft gehört der Mut zur Veränderung. Während Friedrich Merz und Teile seiner CDU mit ihrer „Probleme-im-Stadtbild“-Debatte den Eindruck erwecken, sie würden am liebsten in eine Zeitmaschine steigen und in jene Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts zurückreisen, in denen die Bundesrepublik vornehmlich nicht-migrantisch, weiß und christlich war, verkörpert der Aufstieg von Zohran Mamdani das exakte Gegenteil: Lust auf Zukunft, Mut zur Veränderung. Ein Gesellschaftsbild, das nicht am Bestehenden klammert (oder die Vergangenheit vergöttert), sondern das Mögliche möchte. Eben das, wofür wir Politiker und Politikerinnen eigentlich wählen – nämlich um die Gegenwart zu verbessern im Sinne einer Zukunft, in der idealerweise alle einen Platz haben (und nicht nur Reiche, Weiße, Christen etc.) und in der es sich zu leben lohnt (und in der man es sich zu leben leisten kann). Das Motto lautet: Utopie statt <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/zygmunt-bauman-retrotopia-zurueck-ans-stammesfeuer-100.html">Retrotopie</a>. Ein gemeinsamer Weg ins Morgen.</p><p>Der englische Politiker Harold MacMillan soll mal gesagt haben:</p><blockquote><p>Die Vergangenheit ist ein Sprungbrett, kein Sofa. <br/>(„The past must be a springboard, not a sofa”).</p></blockquote><p>Damit verbunden ist gleichwohl das Aufstiegsversprechen, dass man auch als Mensch mit Migrationsgeschichte beruflich einiges werden kann. Anstatt migrantische Menschen zum Stadtbildproblem zu deklarieren, strahlt die New-York-Wahl aus: Egal, wo du oder deine Eltern herkommen, auch du kannst Bürgermeister werden! Auch du kannst einen vermeintlich übermächtigen Präsidenten herausfordern! Auch du kannst Menschen <a href="https://www.surplusmagazin.de/mamdanis-wahl-antifaschistische-wirtschaftspolitik/">für dich gewinnen!</a> Die Botschaft: Veränderung ist möglich. Du musst nur mitmachen wollen. Und wie wir sehen, wollen das einige.</p><p>Anhand der politischen Veränderungsbereitschaft werden sich die Streitfragen der Zukunft entscheiden. Oder, wie Robert Pausch auf ZEIT schreibt: „Die neuen Lager sind nicht links und rechts, sondern: Mut und Angst“.</p><a href="https://www.zeit.de/politik/2025-11/rechtsruck-parteien-afd-angst-demokratie-zohran-mamdani/komplettansicht">https://www.zeit.de/politik/2025-11/rechtsruck-parteien-afd-angst-demokratie-zohran-mamdani/komplettansicht</a><p><strong>Der Laden muss laufen</strong></p><p>Zweitens zeigt der Mamdani-Sieg in New York: Wer gewählt werden will, muss den Menschen zeigen, wie er ihr Leben <em>konkret</em> verbessert. Viele der New Yorker Verbesserungsvorschläge lassen sich direkt oder indirekt auf Deutschland übertragen. Auch in Deutschland sind es u.a. eine marode Infrastruktur (Bus und Bahn, die teuer sind, nicht oder zu spät kommen) und Wohnungsnot, die Menschen in die Arme der Rechtspopulisten treiben. Auch in Berlin <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-september-102.html">frisst die reine Existenz</a> das Portemonnaie auf. Wer den Eindruck hat, dass der Laden nicht mehr läuft, elementare Grundbedürfnisse ignoriert werden und die gesellschaftliche Lage sich von Monat zu Monat eher verschlechtert anstatt verbessert, ist ein gefundenes Fressen für <a href="https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/steinmeier-demokratie-bedrohung-100.html">Extremisten</a> und ihre <a href="https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/549324/rechtsextreme-strategien-in-den-sozialen-medien/">Sündenbockrhetorik</a>. Statt sich also in identitätspolitischen Debatten zu verrennen (auch die Stadtbilddebatte war vor allem <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/e82651fd-a2dc-4703-a526-405083f6e043">konservative Identitätspolitik</a> und <a href="https://www.instagram.com/p/DQox5FGjDQQ/?img_index=1">populistisches Ablenkungsmanöver</a>), muss eine erfolgreiche, zukunftsfähige Politik jene Gerechtigkeitskonflikte adressieren, die sich im Alltag der Menschen zeigen. Und das sind Lebenserhaltungskosten, Bus und Bahn, mieten und wohnen. Niedrigschwellige Teilhabe und flächendeckende Selbstverwirklichung für möglichst viele von uns, nicht, wie bisher zu oft, Exklusivpolitik für <a href="https://www.instagram.com/p/DIvNg7wMzgT/?img_index=1">möglichst wenige</a>. </p><p><strong>Mehr Rückgrat, weniger Opportunismus</strong></p><p>Der dritte Schluss aus Mamdanis Wahlerfolg: Authentizität. Wer Menschen für sich gewinnen will, braucht nicht nur eine klare Botschaft; diese klare Botschaft – z.B. Mieten runter, Vermögenssteuer rauf – muss obendrein authentisch verkörpert werden, und zwar über einen längeren Zeitraum. Viele Bürger, ich inklusive, sind Politiker satt, die ihre politischen Botschaften schneller wechseln als ihre Socken. Ein Beispiel hierfür wäre Markus Söder, der mal <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/baeume-umarmen-reicht-nicht-symbolpolitik-im-bayerischen-100.html">Bäume umarmt</a>, dann wieder die <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/csu-grummeln-ueber-soeders-gruenen-bashing,Uz1bv8m">Grünen verteufelt</a>; der früher das <a href="https://www.spiegel.de/spiegel/vorab/a-469671.html">Verbrenner-Aus forderte</a> und nun <a href="https://www.zeit.de/news/2025-10/07/soeder-fordert-klares-aus-fuer-das-verbrenner-aus">das Gegenteil</a> (dasselbe mit dem <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/atomkraftdebatte-der-geschmeidige-markus-soeder-18821759.html">Atomausstieg</a>). Fabian Köster von der heute-show hat Söder selbst auf schonungslose Weise <a href="https://www.instagram.com/reel/DNVLjrgMGtP/?hl=de">mit seiner eigenen Widersprüchlichkeit konfrontiert</a>:</p><a href="https://www.zdf.de/play/shows/heute-show-104/heute-show-extra-vom-8-august-2025-100">https://www.zdf.de/play/shows/heute-show-104/heute-show-extra-vom-8-august-2025-100</a><p>Und, na klar: Auch auf progressiver Seite gab und gibt es politischen Opportunismus. So verweist Robert Pausch <a href="https://www.zeit.de/politik/2025-11/rechtsruck-parteien-afd-angst-demokratie-zohran-mamdani/komplettansicht">in seinem Artikel</a> darauf, wie Kamala Harris, vor lauter Torschlusspanik und nervösem Blick auf ihre Umfragewerte, noch eben schnell irgendwas mit Kryptowährungen und Marihuana versprach, um Wähler zu gewinnen. Funktioniert hat das natürlich nicht, weil es nicht wirklich glaubwürdig wirkte:</p><blockquote><p>„<em>In outreach to Black men, Harris to vow to legalize weed, protect crypto&quot;</em>, <a href="https://www.npr.org/2024/10/13/nx-s1-5151968/harris-weed-crypto">titelten daraufhin amerikanische News-Webseiten wie <em>NPR</em>.</a> „Um Schwarze Männer zu erreichen, verspricht Harris, Gras zu legalisieren und Kryptowährungen zu schützen.&quot; Ja, so stand das da ernsthaft, in nüchtern-nachrichtlicher Sprache. Das alles war allerdings kein Fiebertraum, sondern echte Politik. Beziehungsweise: ängstlicher Opportunismus im Endstadium.</p></blockquote><hr/><p>Fazit</p><p>Für die deutschen Landtagswahlen 2026 – und für die politische Kultur hierzulande insgesamt – wäre es aus meiner Sicht wünschenswert, dass auch deutsche Politikerinnen und Politiker sich an diesen drei Leitprinzipien orientieren.</p><p>Politik muss, will sie erfolgreich sein:</p><ol><li><p>Lust auf Zukunft machen</p></li><li><p>Alltagsprobleme konkret lösen</p></li><li><p>Prinzipien vertreten jenseits von Umfragewerten</p></li></ol><p>Bewegt sich die Berufspolitik mehr in diese Richtung, agiert sie glaubwürdiger, weckt zugleich Hoffnung und macht Lust auf die Zukunft; und die repräsentative Demokratie gewinnt idealerweise Stück für Stück Vertrauen zurück und Resilienz hinzu. So, und vermutlich nur so, lassen sich die Rechtspopulisten, die Extremisten und die Antidemokraten in Wahlen besiegen (egal ob Trump oder AfD). Wer Prinzipien hat und Probleme löst, nimmt den Populisten ihre Grundlage. Oder, um es negativ <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-09/christian-lueth-afd-alexander-gauland-menschenfeindlichkeit-migration">zu sagen</a>: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD”. </p><hr/><p>Meinung</p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Wie seht ihr das? Was haltet ihr von Zohran Mamdani? Ganz allgemein: Was denkt ihr, wie progressive Kräfte in Zukunft Wahlen gewinnen können? Wie können wir Probleme lösen UND zugleich die Gesellschaft resistent und resilient machen gegen Angriffe von innen und außen? Schreibt es mir gern in die Kommentare, meldet euch bei mir per E-Mail oder kommentiert es auf Bluesky oder Threads. Ich bin, wie immer, gespannt auf eure Meinungen!</mark></p><hr/><p>Tipps</p><p> </p><p><strong>Zum Abschluss noch ein paar Lektüre- und Hörtipps:</strong></p><p>Tipp 1: Wer sich fragt, was wir aus der Stadtbilddebatte lernen sollten, dem sei nochmal meine Analyse mit den Kolleginnen von <a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden/about">Wie Rechte reden</a> ans Herz gelegt ⬇️</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/e82651fd-a2dc-4703-a526-405083f6e043">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/e82651fd-a2dc-4703-a526-405083f6e043</a><p> </p><p>Tipp 2: Darum, dass das Bedürfnis, aus der Geschichte zu lernen, nicht naiv ist, sondern, im Gegenteil, überlebenswichtig, geht es im neuen Sammelband der Historiker Philipp Ruch &amp; Thomas Weber ⬇️</p><a href="https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/93888-wenn-das-gestern-anklopft-klappenbroschur/">https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/93888-wenn-das-gestern-anklopft-klappenbroschur/</a><p>Tipp 3: Wer dafür gerade auf Buchlänge keine Zeit hat, dem sei dieser Podcast empfohlen, wo Philipp Ruch und Jonas Stephan über den Aufstieg der Nazis reden und besprechen, was wir daraus lernen können ⬇️</p><a href="https://open.spotify.com/episode/1osIXdcc1lmscFCIigeNbk?si=98b6b9eaa7f3497c">https://open.spotify.com/episode/1osIXdcc1lmscFCIigeNbk?si=98b6b9eaa7f3497c</a><p>Tipp 4: Jonas Stephan dürften einige von euch schon kennen, er war zum 1. Mai <a href="https://janskudlarek.podigee.io/">bei mir im Podcast</a> zu Gast und es wurde ein gutes Gespräch (ebenfalls mit vielen Ratschlägen und Ideen, die auch ein halbes Jahr später noch aktuell sind):</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/2323e6cf-9bee-491a-9239-9fae136897d6</a><p></p><p>Tipp 5: Um die spannende Frage, ob Wandel Populismus fördert, geht es in dieser Folge von Lage der Nation ⬇️</p><a href="https://open.spotify.com/episode/31LJ2H8qCCysY1Az2vb0cM?si=d450c0fe6e4c4e3d">https://open.spotify.com/episode/31LJ2H8qCCysY1Az2vb0cM?si=d450c0fe6e4c4e3d</a><p> </p><p>Viele Grüße,</p><p>Jan</p><p></p><p><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Du konntest diesen Artikel lesen, weil Du Mitglied bist – oder weil jemand anderes ihn für dich bezahlt hat. Recherche, Schreiben und Lektorat nehmen für einen solchen Artikel durchaus mal einen ganzen Arbeitstag in Anspruch. Falls dir gefällt, was ich hier mache und du zukünftig unabhängige Texte von mir lesen willst – dann werde bitte Steady-Mitglied. 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      <pubDate>Tue, 11 Nov 2025 14:51:10 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wie Friedrich Merz die Grundlage für autoritäre Politik legt]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo, heute gibt’s eine besondere Newsletter-Ausgabe. Ich habe gemeinsam mit Maria Timtschenko und Johannes Giesler die Stadtbild-Debatte analysiert – in Form eines…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Hi,</p><p>heute gibt’s eine besondere Newsletter-Ausgabe. Ich habe gemeinsam mit <strong>Maria Timtschenko </strong>und <strong>Johannes Giesler</strong> die Stadtbild-Debatte analysiert – in Form eines Briefwechsels! Johannes und Maria sind echte Kenner des politischen Tagesgeschäfts und verfassen mit &quot;<a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden">Wie Rechte reden</a>” einen der für mich besten Newsletter im politischen Bereich:</p><a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden">https://steady.page/de/wie-rechte-reden</a><p>Daher wurde es höchste Zeit für eine weitere Zusammenarbeit! Falls ihr es nicht schon tut, folgt den beiden auf LinkedIn (<a href="https://www.linkedin.com/in/mariatimtschenko/">Marias Kanal</a>), <a href="https://www.instagram.com/wierechtereden/">Instagram </a>und <a href="https://bsky.app/profile/wierechtereden.bsky.social">Bluesky</a> rein!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e82651fd-a2dc-4703-a526-405083f6e043/uploads/images/mt2sq5z4r3/jan_und_wie_rechte_reden.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr/><p>Newsletter</p><h3>Wie Friedrich Merz die Grundlage für autoritäre Politik legt</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/ljm4ugcfdb/Jan.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Moin Johannes &amp; Maria,</p><p>in den letzten Wochen haben wir alle auf Social Media viel über die „Stadtbild”-Debatte gelesen. Ich habe mal versucht, gedanklich einen Schritt zurückzutreten und mich zu fragen, ob das Thema uns derart beschäftigen sollte, worum es dabei eigentlich geht und was das größere Ganze ist. Hier ein Versuch, den ersten Teil meiner Frage zu beantworten: </p><p>Wenn dein Bundeskanzler Millionen Mitbürger:innen allein durch Hautfarbe und Existenz zum Problem erklärt, anstatt über die echten Probleme zu reden (Armut, Obdachlosigkeit, Wohnungen usw.), dann MUSS uns das beschäftigen.</p><p>Nehmen wir nicht nur Rassismus achselzuckend hin, sondern akzeptieren zugleich, dass der Bundeskanzler und seine regierende Partei die eigentlichen Probleme im Land gar nicht erst sehen und verstehen (von lösen ist da noch gar keine Rede), kann man das Projekt Demokratie gleich in die Tonne kloppen. Was meint ihr? War die Empörung der letzten Wochen übertrieben?</p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/2oqpbou4kj/6.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Moin Jan, </p><p>danke für die Frage - hier antwortet dir Maria. Klare Antwort auf deine Frage: Auf jeden Fall müssen wir darüber reden. <em>Nicht-Reagieren</em> oder <em>Nicht-Berichten</em> kann sinnvoll sein, wenn eine Aussage vor allem provozieren will. Bei der Stadtbild-Aussage ist das für mich anders. Hier hätte Schweigen zur Normalisierung von Rassismus geführt. Die Empörung ist sicher nicht übertrieben. </p><p>Aber…</p><p>Gleichzeitig habe ich Angst, dass wir wieder in dieselbe Falle tappen (als Zivilgesellschaft, die sich auf Social Media echauffiert und als Journalist:innen für die solche Aussagen bislang immer gefundenes Fressen waren), in die wir nun schon seit Jahren mit der AfD tappen. Und diese Falle ist: Wir geben der Union sehr viel Aufmerksamkeit für ihre Provokation. Und mit dieser Provokation schaffen sie die Grundlagenarbeit für ihre autoritäre Politik. </p><p>Die Neue Rechte bedient sich schon lange dieses Vorgehens. Durch gezielte Grenzüberschreitungen sollen neue Denk- und Sprachgewohnheiten etabliert und normalisiert werden - das Unsagbare wird sagbar gemacht: Der neurechte Ideologe Götz Kubitschek hat mal gesagt:</p><blockquote><p>„Die Sprache erweitert sich um neue Begriffe, das Argumentationsrepertoire um neue Verknüpfungen, die Wahrnehmung um neue Benennungsmöglichkeiten.”</p></blockquote><p><strong>Meine These: Die vermeintliche Entgleisung von Friedrich Merz, die er auch Tage später noch einmal bestärkt hat, ist Kalkül. Und als solches müssen wir es benennen und einordnen. </strong></p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/y37chvoiwd/Jan.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auch ich sehe eher gezieltes Agenda-Setting als einen wie auch immer gearteten Ausrutscher. Vor allem im Kontext vorheriger Äußerungen von Friedrich Merz, denken wir an die „<a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-01/friedrich-merz-cdu-chef-silvesterkrawalle-integration">kleinen Paschas</a>” oder an die <a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/merz-asylbewerber-zahnarzt-100.html">Märchen</a> über „zu viele Flüchtlinge beim Zahnarzt, die den Deutschen die Termine wegnehmen”.</p><p>In der CDU gibt offenbar die Absicht, rechtskonservative oder rassistische Erzählungen weiter salonfähig zu machen - in der Stadtbild-Debatte ist es vor allem die Erzählung „fremdländische Männer bedrohen unsere (vor allem weibliche) Sicherheit in deutschen Innenstädten”. Dass es sich dabei um den recht durchschaubaren, und vor allem misogynen Versuch handelt, “Frauen für Rassismus zu instrumentalisieren”, wie die Autorin <a href="https://bsky.app/profile/teresabuecker.bsky.social/post/3m3mger77mc2x">Teresa Bücker</a> es schon zu Beginn der Stadtbild-Debatte zu recht nannte, liegt auf der Hand (<em>mehr über den so genannten </em>„<em>Femonationalismus” </em><a href="https://www.academia.edu/9662817/Die_politische_%C3%96konomie_des_Femonationalismus"><em>liest du hier</em></a>).</p><p>Dass es reine Instrumentalisierung ist, zeigt, worum es in der Stadtbild-Debatte gerade <em>nicht </em>geht. Und zwar um das Wohl von Frauen. Parallel zur Merzschen Stadtbild-Debatte schreibt der <a href="https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/10/gewaltschutz-frauen-berlin-kuerzungen.html">RBB</a>:</p><p>„<em>Fast 43.000 Frauen sind 2024 allein in Berlin Opfer gewalttätiger Übergriffe geworden - deutlich mehr als im Jahr davor. Der Senat plant dennoch, beim Gewaltschutz zu sparen.”</em></p><p>Ginge es der CDU wirklich um das Wohl von Frauen, würden sie nicht im Opferschutz und in der Gewaltprävention Gelder streichen. Beratungsstellen und Sozialarbeit leisten unendlich mehr für städtische Sicherheit als der drölfzehnte Rassismusdiskurs. Doch die CDU hat offenbar andere Prioritäten.</p><p>Die Metafrage ist also: Wie sollen wir reagieren, wenn Politiker:innen gezielt Empörungs- und Aufmerksamkeitsstrategien nutzt, um diskriminierende Inhalte im öffentlichen Bewusstsein zu platzieren? </p><p></p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/gvnpbh6k5v/4.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hi, Johannes hier! </p><p>Ich mache deine Frage für mich etwas konkreter: Wer reagiert wie? Fangen wir mit der demokratischen Zivilgesellschaft an: Hier finde ich Empörung richtig! Wir brauchen eine schnelle und laute Reaktion, die Rassismus benennt, Grenzen zieht und mobilisiert. Die Empörung über Merz hat Zehntausende auf die Straße gebracht - das finde ich aus mehreren Gründen wichtig:</p><ol><li><p>Die Demonstrationen gegen die AfD nach der <a href="https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/">Geheimplan-Recherche</a> haben gezeigt: <a href="https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/studie-massenproteste-schwaechen-afd/">Protest wirkt</a>. In Umfragen ist die AfD danach eingebrochen.</p></li><li><p>Gemeinsam demonstrieren gibt Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit - man ist nicht allein mit der Empörung und will gemeinsam etwas tun.</p></li><li><p>Es hält die Aufmerksamkeit hoch. Wenn man Empörung „nur” ins Netz schreit, stumpft man ab, weil direkt der nächste Aufreger in der Timeline auftaucht.</p></li></ol><p>Die zweite Gruppe, auf die ich eingehen möchte, sind die demokratischen Medienschaffenden. Hier halte ich es für wichtig, die Strategie hinter solchen Aussagen zu zeigen. Merz hat sich absichtlich uneindeutig ausgedrückt und damit eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hundepfeifen-Politik">Dogwhistle</a> gespielt, die im extrem rechten Lager gehört werden sollte. Das machen Unionspolitiker:innen immer wieder,<a href="https://taz.de/Julia-Kloeckner-loescht-AfD-Post/!6061161/"> weil sie so AfD-Wähler:innen gewinnen wollen</a>.</p><p>Die absichtliche Uneindeutigkeit nutzen sie später, um zu erklären, sie seien falsch verstanden worden. Damit machen sie sich zum Opfer und erklären alle, die sich empören, zu Täter:innen. Das hat Jens Spahn gerade getan, als er die Schuld für die Aufregung im „<a href="https://www.tagesschau.de/inland/bericht-aus-berlin-merz-stadtbild-spahn-100.html">linken Empörungszirkus</a>“ verortete und damit Merz’ Rassismus normalisierte. </p><p><strong>Uneindeutigkeit, Opfererzählung, Gegenangriff</strong>. Das ist nicht neu, macht die AfD seit Jahren so.</p><p>Wichtig ist deshalb, dass wir Medienschaffende uns nie die Deutungshoheit nehmen lassen, wie es gerade bei <a href="http://tagesschau.de/">tagesschau.de</a> passiert ist. Dort wurde ein Text zum Interview mit Spahn mit diesem Zitat von ihm überschrieben:</p><blockquote><p>„Der Bundeskanzler spricht aus, was die Mehrheit denkt”.</p></blockquote><p>Nein, das stimmt erstens nicht - zudem ist es eine Kopie des AfD-Populismus, sich als Volkes Stimme gegen eine vermeintliche linksliberale Elite zu inszenieren („Wir sagen, was die Mehrheit denkt”) - und zweitens gehört so eine Verlautbarung nie in die Überschrift.  </p><p>Jan, meine Frage an dich lautet jetzt (wir wollen ja versuchen, uns dem großen Ganzen zu nähern): Warum will die Union, wie du schreibst, rechtskonservative oder rassistische Erzählungen salonfähig machen? </p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/d3xicm5qoa/Jan.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Gute Fragen, aber keine einfachen. Versuchen wir es der Reihe nach und zunächst einfach. Die naheliegende, aber etwas schlichte Antwort lautet: Es gibt innerhalb der CDU nicht wenige, die für Überfremdungsnarrative und sonstige rassistische Erzählungen offen sind, weil sie exakt so denken - zumindest legen das einige ihrer Aussagen nahe. </p><p>Wir würden dann quasi eine unverblümte Ehrlichkeit der politischen Kommunikation unterstellen. Diese Ehrlichkeit gibt es zwar mitunter in der politischen Kommunikation; und zweifelsohne versammelt die CDU auch Rechtskonservative mit einem ausgrenzenden Weltbild; nichtsdestoweniger scheint mir die „Die sind halt Rassisten!”-Erklärung etwas zu kurz zu greifen. Sie vernachlässigt die langfristige Strategie einer CDU unter Friedrich Merz, die sich bewusst von der Merkel-CDU abgrenzen will. </p><p>Wie deutlich diese Abgrenzung ist, sehen wir, indem wir uns anschauen, wie Bundeskanzlerin Merkel acht Jahre zuvor auf das Überfremdungsnarrativ reagierte - grundlegend anders als Friedrich Merz. <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-stadtbild-migration-100.html">Im Jahr 2017 klang der damalige AfD-Chef Jörg Meuthen nämlich wie Friedrich Merz heute</a>:</p><blockquote><p>„Ich sehe zum Teil in den Innenstädten, in denen ich mich bewege, nur noch vereinzelt Deutsche. Das kann nicht Ziel unserer Politik sein.”</p></blockquote><p><a href="https://www.facebook.com/derspiegel/posts/angela-merkel-antwortet-auf-die-aussage-von-afd-chef-j%C3%B6rg-meuthen-er-sehe-auf-de/10155981252194869/">Die damalige Bundeskanzlerin reagierte so pragmatisch wie bürgersolidarisch</a>:</p><blockquote><p>„Ich kann auf der Straße Menschen mit Migrationshintergrund, die deutsche Staatsbürger sind, und solche, die die nicht haben, nicht unterscheiden.”</p></blockquote><p>Die CDU unter Merz hat das Meuthen-Narrativ heutzutage 1:1 übernommen, um - da stimme ich dir absolut zu - so AfD-Wähler zurück ins CDU-Lager zu manövrieren. Dies ist insofern kurios, als dass die politikwissenschaftliche Forschung mehrfach nachgewiesen hat, dass die „<a href="https://www.fr.de/politik/ihr-annaehert-populismusforscher-man-schwaecht-die-afd-nicht-wenn-man-sich-93577158.html">Rückgewinnung durch Kopie</a>”-Strategie nicht funktioniert.</p><p>Wenn die CDU also die AfD in Inhalt, Ton und Stil kopiert, profitiert davon einzig und allein die AfD. Wer rechtsnationalistisch-rassistische Politik will, wählt das Original.</p><p>Die Selbstverzwergung zur AfD-Kopie zeigt jedoch, dass wir es hier mit einem Konservatismus zu tun haben, der von substanziell anderer Beschaffenheit ist als der CDU-Konservatismus unter Angela Merkel - die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl spricht in diesem Kontext von einem „Radikalisierten Konservatismus” (<a href="https://www.suhrkamp.de/buch/natascha-strobl-radikalisierter-konservatismus-t-9783518127827">2021</a>).</p><p>Anstatt also schlicht „Das sind halt Rassisten!” zu sagen, lohnt es sich, den Blick auf die strategische Absicht hinter dieser Neuausrichtung zu lenken. Eine Neuausrichtung, die signalisieren soll: Wir machen Politik für Hardliner…</p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/q7z3wfpffx/4.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>… das nehme ich auf und möchte einen Schritt weitergehen. Ich glaube ebenfalls, dass Teile der Union dem radikalisierten Konservatismus verfallen sind - und dieser, wie Natascha Strobl zeigt, hat einen starken Hang zum Autoritarismus. </p><p>Was ich meine: Führende Unionspolitiker:innen bereiten autoritäre Strukturen vor, das hat Maria ja oben schon angedeutet. Sie wollen eine verschärfte Law-&amp;-Order-Politik, bauen Überwachung aus, <a href="https://www.tagesschau.de/inland/dobrindt-einsatz-palantir-100.html">wollen dafür Palantir bundesweit einsetzen</a>, ignorieren Gerichtsurteile und setzen <a href="https://verfassungsblog.de/zuruckweisungen-gericht-migration-asyl/">europarechtswidrige Zurückweisungen an der deutschen Grenze um</a> - kurz: Sie wollen einen Staat mit weniger Datenschutz, weniger Privatsphäre, weniger demokratischer Kontrolle. </p><p>Um das zu legitimieren, brauchen sie Krisenerzählungen. Dann erscheint Härte als alternativlos - und plötzlich werden Eingriffe normalisiert, die gestern noch heikel waren. Das haben sie schon zu Beginn der Legislatur gemacht, um die deutschen Grenzen „zu schließen”. Da sprachen sie von einer angeblichen Notlage, die sie bislang nicht nachweisen konnten. </p><p>Ähnlich ordne ich auch die „Stadtbild”-Aussage ein: Merz - und Jens Spahn mit seiner Ergänzung - zeichnen Bilder von krisenhaften, außer Kontrolle geratenen Zuständen, von unsicheren Hauptbahnhöfe, Verwahrlosung, Stadtteilen, in die sich „Frauen, Schwule, Juden” nicht mehr trauen würden, sprechen über “Clan-Kriminalität”. </p><p>Der gemeinsame Nenner in diesen Erzählungen ist Migration.</p><p>Wie weit das führen kann, hat Spiegel-Journalist Jonas Schaible <a href="https://beimwort.substack.com/p/mit-dem-blick-aufs-stadtbild-kommt">in einem sehr lesenswerten Text erklärt</a>. Er stellt darin zunächst fest, dass Demokratien zwar darüber entscheiden könnten, wer neu ins Land komme - sie müssten aber mit den Menschen leben, die längst hier seien. </p><p>Und Deutschland ist Einwanderungsland - rund 25 Millionen Menschen haben eine Migrationsgeschichte; sie sind Teil des Stadtbilds. Wenn Merz diese Vielfalt pauschal kriminalisiert und als Antwort großangelegte Rückführungen oder Abschiebungen ins Spiel bringt, dann ist das Schaible zufolge kein demokratischer Politikvorschlag mehr. </p><p>Zumindest, wenn man in diesen Aussage das Ziel eines „anderen”, eines „homogeneren” Stadtbildes hört. Das aber ließe sich nur erzwingen - und zwar „mit autoritären Mitteln, mit schrankenloser Willkür und unvorstellbarer Gewalt”, so Schaible.</p><p>Und hier schließt sich die Argumentation: Wenn Merz mit seiner Aussage das Stadtbild zum Problem macht, wie es heute in Deutschland normal ist, zu dem Menschen gehören, die „anders aussehen oder heißen oder sprechen als jene, deren Urgroßeltern schon vor Ort lebten”, dann behauptet Merz ein Problem, das demokratische Politik nicht lösen kann - sondern nur autoritäre.</p><p>Und das finde ich wirklich gefährlich. Ich denke, dir geht es da ähnlich, Jan. Bleibt noch die Frage, was ziehen wir jetzt aus dem Ganzen? </p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/igazs3ceto/Jan.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich bin zwar strikt dagegen, der Politik (Vorsicht: ein vager Begriff) als Ganzes oder den Eliten (ein ebenso sehr vager Begriff) einen Hang zur Täuschung zu unterstellen - so argumentieren Populisten und Verschwörungstheoretiker. Nichtsdestoweniger sollten wir aus der Stadtbild-Debatte die Erkenntnis ziehen, dass es sich durchaus lohnt, vielleicht vordergründig einleuchtende, sehr laut vorgetragene politische Aussagen nicht nur auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen, sondern ebenso auf ihre strategische Funktion. </p><p>Ich empfehle deshalb, sich folgende Fragen zu stellen, wenn wieder ein Thema hochkocht:</p><ul><li><p>Versucht man gerade, mich zu manipulieren? </p></li><li><p>Präsentiert man mir Halbwahrheiten und Vorurteile? </p></li><li><p>Zielt die Debatte auf Lösungen, oder allein auf Wut? Soll sie Feindbilder aufbauen? Ist sie konstruktiv oder destruktiv? Will man nur laut auf den Tisch hauen, in einem Akt politischer Selbstvergewisserung? </p></li></ul><p>Ich denke: Vorsicht gehört zur politischen Klugheit. Ich meine die Vorsicht, sich nicht strategisch täuschen zu lassen, selbst vom eigenen Bundeskanzler nicht.</p><p>In der Stadtbild-Debatte wurde versucht, uns rechtskonservative Überfremdungsvorurteile und Unsicherheitsbauchgefühle als Fakten unterzujubeln. Um diese Stereotype im öffentlichen Bewusstsein zu zementieren, wurde die Sicherheit von Frauen vorgeschoben. Daher war es folgerichtig, dass zusätzlich zu einer Sicherheitsdebatte über die Verhältnisse auf unseren Straßen auch eine Rassismus- und Sexismusdebatte über Merz und seine CDU geführt wurde. </p><p>Die Philosophin <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/cee8e9f5-afce-47f3-9e46-e9a889ae9000">Judith Werner</a> stellt bezüglich des Merzschen Töchter-Arguments fest:</p><blockquote><p>„Das ‘Fragt eure Töchter’-Argument von Friedrich Merz tut so, als wäre es feministisch, ist in Wahrheit aber misogyn. Er macht sich keine Sorgen um die Sicherheit von Frauen. Gemeint sind erstens ‘weiße Töchter’, nicht migrantische; zweitens hat die Frau bei Merz ihre Relevanz in Bezug zum Mann, als Ehefrau, Tochter, Mutter usw. - erst in dieser Rolle werden sie dann für Merz schützenswert.” </p></blockquote><p>Als Bürgerinnen und Bürger sollten wir deshalb skeptisch werden, wenn performative Aspekte eine Debatte dominieren und es mehr um „Performanzpolitik” zu gehen scheint als um Sachpolitik.</p><p>Interessant ist deshalb, genau zu beobachten, was bei Versachlichungsversuchen in den vergangenen Tagen passiert ist. Beim Versuch, in der sowohl als unterkomplex, als rassistisch und ebenso als sexistisch empfundene Stadtbild-Debatte die tatsächlichen gesellschaftlichen Schieflagen zu adressieren (Obachlosigkeit, Armut, Drogenkonsum, herkunftsübergreifende männliche Aggression, ein vor allem männliches Anspruchsdenken gegenüber Frauen und primär maskuline Kriminalität), kam von den Initiatoren der Debatte schnell Ablehnung und Abwinken.</p><p>So wurden beispielsweise die <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/stadtbild-merz-spd-gipfel-100.html">konstruktiven Vorschläge der SPD</a> von Unionsseite fix abgelehnt. Die Sozialdemokraten schrieben in ihrem Acht-Punkte-Papier:</p><blockquote><p>„Schwierigkeiten im Stadtbild haben vielfältige Ursachen: soziale Missstände, Wohnungsnot, Verwahrlosung öffentlicher Räume, fehlende soziale Infrastruktur und unzureichende Prävention.”</p></blockquote><p>Die Weigerung seitens der CDU, die Ursachen der tatsächlich existierenden Probleme lösungsorientiert zu diskutieren, deutet darauf hin: Es ging der CDU nie um echte Probleme und um ihre Lösung. </p><p><strong>Es ging der CDU vor allem um die CDU. </strong></p><p>Wie seht ihr das, Maria und Johannes? Noch letzte Worte, Tipps oder Vorschläge? </p><hr/><p>Zusammenfassung</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2db383ab-973f-4c72-afca-a6b41c0cc929/uploads/images/pekekod7bu/6.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Alles davon, zuerst eine <strong>Zusammenfassung</strong>:</p><ul><li><p>Die „Stadtbild”-Debatte verschiebt den politischen Diskurs nach rechts, indem Migration und Vielfalt als „Problem” markiert werden.</p></li><li><p>Extrem rechte und rechtskonservative Akteur:innen nutzen Grenzüberschreitungen, um das Sagbare zu verschieben. Aus Menschen wird „Stadtbild”, aus Vielfalt „Unordnung”.</p></li><li><p>Merz’ Äußerungen sind Teil einer bewussten Kommunikationsstrategie: <em>Provokation → Empörung → Opfererzählung → Verschiebung der Grenzen.</em></p></li><li><p>Teile der Union folgen einem radikalisierten Konservatismus, der auf Kontrolle, Überwachung und Ausgrenzung setzt - und Krisen nutzt, um härtere Maßnahmen als „alternativlos” zu verkaufen.</p></li><li><p>Der Bezug auf „unsichere Innenstädte” und „Töchter” nutzt Angst und Misogynie, um Rassismus zu legitimieren, statt tatsächlichen Opferschutz oder Prävention zu stärken.</p></li><li><p>Eine Demokratie kann entscheiden, wer neu ins Land kommt - sie muss aber mit den Menschen leben, die längst hier sind. Wer ein „anderes Stadtbild” erzwingen will, kann das nur mit autoritären Mitteln tun.</p></li></ul><p><strong>Was also tun?</strong></p><ul><li><p>Auf die Straße gehen, laut widersprechen, Haltung zeigen.</p></li><li><p>Rassismus benennen, echte Problemlösungen von der Politik einfordern. Nutzt beispielsweise den <a href="https://franzivonkempis.substack.com/p/dein-ki-brief-generator-gegen-die">Briefgenerator</a> von <em>Franzi von Kempis</em> oder schreibt direkt (einen ECHTEN Brief, der lässt sich nicht wegklicken) an Landtags- und Bundestagsabgeordnete und fordert eine lösungsorientierte Politik ein. </p></li><li><p>Unterstützt Integrationsprojekte und / oder Frauenhäuser: Schützt, was die rechtsdrehende Union kaputt machen will. Informiert euch über Gewaltprävention, sprecht mit Sozialarbeiter:innen, bietet konkrete Hilfe an - vom Ehrenamt bis Geld.</p></li></ul><ul><li><p>Für Medienschaffende gilt: Zeigt, wie Provokation, Empörung und Opfererzählung zusammenspielen. Keine Zeile, schon gar keine Überschrift, für rechte oder populistische Frames („Mehrheit denkt…”). Fakten vor Aufmerksamkeit: Kein Platz für ungeprüfte Verlautbarungen oder kalkulierte Uneindeutigkeit.</p></li></ul><p><strong>→ Als letzten Schluss sollten wir aus der Stadtbild-Debatte ziehen, dass rechtspopulistische Ablenkungsversuche und nationalistisches Gepolter vielleicht unsere Geduld auf die Probe stellen; vom langfristigen Ziel eines guten gesellschaftlichen Miteinanders abbringen, werden sie uns jedoch nicht.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Dir hat die Ausgabe gefallen? Dann abonniere doch ebenfalls den </mark></strong><a href="https://steady.page/de/wie-rechte-reden"><strong><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">kostenlosen Newsletter</mark></strong></a><strong><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit"> von Maria &amp; Johannes. In Kombination mit meinen eigenen Artikeln seid ihr so bestens informiert über politische Entwicklungen und gesellschaftlich relevante Themen!</mark></strong></p><p></p><p>Falls ihr es nicht schon tut, folgt den beiden auf LinkedIn (<a href="https://www.linkedin.com/in/mariatimtschenko/">Marias Kanal</a>), <a href="https://www.instagram.com/wierechtereden/">Instagram </a>und <a href="https://bsky.app/profile/wierechtereden.bsky.social">Bluesky</a> rein!</p><p></p><p>Und wer nix von mir verpassen will (die <a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek">üblichen Plattformen</a> habe ich natürlich auch):</p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p><strong>PS:</strong> <strong>An alle Journalist:innen in Leipzig und Umgebung: Maria &amp; Johannes halten am 15. November einen Workshop für den DJV Sachsen zum journalistischen Umgang mit der AfD. Zur Anmeldung gehts hier - es sind nur 20 Plätze verfügbar:</strong></p><p></p><a href="https://www.djv-sachsen.de/blog-detail/workshopafd/">https://www.djv-sachsen.de/blog-detail/workshopafd/</a><p></p><p>PPS: Schon meine Podcastfolge mit Judith Werner gehört?</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/cee8e9f5-afce-47f3-9e46-e9a889ae9000">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/cee8e9f5-afce-47f3-9e46-e9a889ae9000</a><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du magst meine Artikel?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Wunderbar! Es wäre großartig, wenn du den Artikel in den </mark><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">sozialen Netzwerken</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> teilst. </mark><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du willst, dass ich auch in Zukunft unabhängig publizieren kann?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Dann unterstütze meine Arbeit bitte durch ein </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Steady-Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> (oder wirf ein paar Euro in die </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">). Falls du schon ein Abo hast: Danke, du ermöglichst meine Arbeit &lt;3</mark></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 31 Oct 2025 06:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #24: Über Grübelei, ausgedachte Dörfer und das faktische…]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn eine Philosophin und ein Philosoph sich unterhalten, befürchtet man das Schlimmste. Luftiges Gelaber, immer um den heißen Brei herum, mit einem Fuß im…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #24: Über Grübelei, ausgedachte Dörfer und das faktische Stadtbild</h1><p></p><p>Wenn eine Philosophin und ein Philosoph sich unterhalten, befürchtet man das Schlimmste. Luftiges Gelaber, immer um den heißen Brei herum, mit einem Fuß im Elfenbeinturm?! Fehlanzeige! Das Gespräch mit Philosophiekollegin Judith Werner wurde kurzweilig und locker – und das, obwohl wir uns selbstredend in geistige Höhen vorwagen und über das Grübeln nachdenken und, vice versa, über das Denken nachgrübeln. Judith hat nämlich <a href="https://www.penguin.de/buecher/judith-werner-besser-gruebeln/buch/9783466373437">ein tolles Buch über das Zu-Viel-Denken geschrieben</a>, über das Overthinking, über Gedankenschleifen und Gehirnfolter; und darüber, wie wir <em>besser denken</em> können. Was mir an Judiths Text gefällt ist, dass ihr Buch beim Thema <em>Overthinking</em> im besten philosophischen Sinne nach links und rechts schaut; und dabei jede Menge philosophische und politische Erkenntnisse bietet.</p><p>Natürlich denken wir im Podcast nicht nur über das Denken nach, sondern auch über die Gesellschaft und über gute Politik. Ihr erfahrt, wie ich mich versehentlich mit den Amazon-Ultras der „Romantasy“-Fraktion angelegt habe, ebenso was uns an Buchmessen stört. Wir erfahren, ob Judith angesichts der Weltlage gut schläft, es geht um den Wunsch nach Eskapismus, um Marie-Antoinette und adeligen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Cottagecore">Cottagecore</a>; es geht um sehnlichst ersehnte Brandmauern und misogyn-rassistische Probleme im Bundeskanzleramt (respektive im Bundeskanzlerkopf); und um die ewige Frage, ob Männer nicht vielleicht zu emotional für Politik sind. Last but not least erfahrt ihr bei uns und wirklich nur bei uns, wie Sokrates sich mit Friedrich Merz über das Stadtbild unterhalten würde. Viel Spaß mit dem Gespräch &amp; tausend Dank, liebe Judith! Wie immer sind wir dankbar über Rückmeldungen, Kommentare und Feedback – und falls euch gefällt, was ihr hört, dann teilt das Gespräch &lt;3</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cee8e9f5-afce-47f3-9e46-e9a889ae9000/uploads/images/n72o6qkbek/werner-judith-presse_1.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>© Alex Urban</p><p>Dr. <a href="https://www.judith-werner.de/">Judith Werner</a> ist Publizistin und Philosophin. Sie kennt sich aus mit Denken, Überdenken, Gedankenschleifen und allem, was sonst noch so in einem kritischen Kopf passiert. Als freie Journalistin, Content Creator und nicht zuletzt auch ganz privat beschäftigt sie sich mit dem Thema Overthinking. Sie schreibt u. a. Für die Süddeutschen Zeitung, der Jüdische Allgemeinen und das Missy Magazine. In ihrem Buch »<a href="https://www.judith-werner.de/danke-nicht-gut/">Danke, nicht gut</a>« erklärt sie, wie man gelassen durch Krisen kommt – ganz ohne toxische Positivität. Dass dabei neben klugen Gedanken auch so etwas wie Wolle und Stricknadeln gute Tools sein können, zeigt sie als Co-Autorin des Spiegel-Bestsellers »<a href="https://www.judith-werner.de/389-2/">Knit is for Power</a>«. Judith Werner lebt mit ihren Gedanken, ihrem Mann, ihrer Tochter sowie Hund und Katze in Bonn. Ihr könnt ihr z.B. auf <a href="https://www.instagram.com/judithsphilosophy/">Instagram</a> folgen.</p><p></p><p></p><a href="https://www.penguin.de/buecher/judith-werner-besser-gruebeln/buch/9783466373437">https://www.penguin.de/buecher/judith-werner-besser-gruebeln/buch/9783466373437</a><p></p><p>Wie immer gab es das Gespräch zunächst exklusiv für alle, die meine Arbeit mit ein paar Euronen supporten. Alle anderen mussten sich etwas gedulden, jetzt ist die Podcastfolge auf allen Plattformen. <strong>Fun Fact: Für den Preis einer </strong><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><strong>großen Pommes</strong></a><strong> hast du Zugriff auf alle Podcasts vorab</strong> – und vor allem ermöglichst du meine <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts">Artikel &amp; Podcastgespräche</a>. Danke also an alle, die schon dabei sind! Und jetzt euch Mitgliedern viel Spaß mit dem Podcast!</p><p>Hier gehts zum Gespräch:</p><a href="https://janskudlarek.podigee.io/24-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/24-neue-episode</a><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">support</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter (gratis)</a></p><p>Ebenso findet ihr uns auf Spotify:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/4CsLE49GseY0AiGJNrJ59o?si=4735f7bd5fa84f3e">https://open.spotify.com/episode/4CsLE49GseY0AiGJNrJ59o?si=4735f7bd5fa84f3e</a><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/cee8e9f5-afce-47f3-9e46-e9a889ae9000">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 23 Oct 2025 19:23:56 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Rage Against The Machine – Wut und Unmut als Potenzial]]></title>
      <description><![CDATA[Die Wut hat keinen guten Ruf. Wer schnell tobt, wer wütet, wer ausrastet, gilt als undiszipliniert und unberechenbar – eventuell sogar als gefährlich. Nicht nur…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die Wut hat keinen guten Ruf. Wer schnell tobt, wer wütet, wer ausrastet, gilt als undiszipliniert und unberechenbar – eventuell sogar als gefährlich. Nicht nur Nahestehende leiden unter einer wütenden Stimmung, sondern oft auch man selbst. Insbesondere unterdrückte Wut kann immense Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Um die Oberberg Klinik, eine Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, zu zitieren:  </p><blockquote><p>„Auf lange Sicht machen unterdrückte Gefühle krank. Das Immunsystem wird schwächer und wir werden anfälliger für Infekte. Darüber hinaus können unterdrückte Gefühle körperliche Stressreaktionen aller Art auslösen: erhöhter Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen, Nierenschäden, Magenprobleme. Auf psychischer Ebene können Erkrankungen wie <a href="https://www.oberbergkliniken.de/krankheitsbilder/depression">Depressionen</a>, <a href="https://www.oberbergkliniken.de/krankheitsbilder/angststoerung">Angstzustände</a> oder <a href="https://www.oberbergkliniken.de/krankheitsbilder/abhaengigkeitserkrankungen">Suchterscheinungen</a> resultieren.“</p></blockquote><a href="https://www.oberbergkliniken.de/artikel/die-macht-von-unterdrueckten-gefuehlen-wie-sich-innere-wut-auf-die-psychische-gesundheit-auswirken-kann">https://www.oberbergkliniken.de/artikel/die-macht-von-unterdrueckten-gefuehlen-wie-sich-innere-wut-auf-die-psychische-gesundheit-auswirken-kann</a><p>Gleichzeitig kommen wir nicht durch die Welt, ohne uns ab und an etwas zu ärgern – und manchmal sehr. Der emotionale Zugriff auf die Welt ist ein <a href="https://www.suhrkamp.de/buch/philosophie-der-gefuehle-t-9783518295076">philosophisch reichhaltiges Thema</a>, sowohl als soziale Außenwelt als auch als eigenes psychisches Erleben, d.h. als individuelle Innenwelt.</p><p>Da mich das große Ganze bekanntlich ebenso interessiert wie das kleine Komplizierte, habe ich die Anfrage vom Deutschlandradio Kultur schnell zugesagt, im Rahmen des Formats „<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-gespraech-100.html">Im Gespräch</a>“ an einer Sendung mit dem Titel „<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-gespraech-maechtige-gefuehle-wie-umgehen-mit-wut-100.html">Die Macht der Wut und was aus ihr erwachsen kann</a>“ teilzunehmen. Die Idee: Moderatorin Gisela Steinhauer spricht zunächst mit mir und „<a href="https://www.wut-coaches.de/">Wutcoach</a>“ Merlin Faude, während wir anschließend anrufende Hörerinnen und Hörer zuschalten.</p><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-gespraech-maechtige-gefuehle-wie-umgehen-mit-wut-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-gespraech-maechtige-gefuehle-wie-umgehen-mit-wut-100.html</a><p>Während des Gesprächs habe ich zunächst klargestellt, dass auch ich schlechte Laune durchaus aus der Praxis kenne – und zu jenen gehöre, die schnell „<a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hangry-hunger-macht-wuetend-jetzt-wissenschaftlich-erwiesen-a-4cc22ca1-fb86-4963-8705-cb897cac479f">hangry</a>“ werden:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=C4fcCOuhfYE">https://www.youtube.com/watch?v=C4fcCOuhfYE</a><p>Dass ich damit keineswegs allein bin und die hungerbedingte schlechte Laune ein Massenphänomen ist, sieht man allein daran, dass, wenn man den Begriff „hangry“ googelt (es ist ein Kofferwort auf „hungry“ und „angry“), man auf eigens eingerichtete Krankenkassen-Webseiten stößt, die diesen kulinarischen Wuttypus eigens thematisieren (sowohl die Seite der <a href="https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/warum-fuehlen-sich-manche-menschen-hangry/">AOK</a> als auch die Seite der <a href="https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/leben/ernaehrung/hangry-1136746">Barmer</a> ist durchaus informativ). Warum manche von uns besonders gereizt reagieren, sobald sich eine Mahlzeit nach hinten verschiebt (oder ausbleibt), weiß die Wissenschaft übrigens nicht definitiv. Sehr wahrscheinlich hat es aber mit dem Blutzuckerspiegel zu tun, und einige von uns können besser damit umgehen als andere, wenn dieser sinkt. Ebenso werden, wie so oft, die Gene eine wichtige, aber nicht ganz durchschaubare Rolle spielen.</p><p><strong>Einschreiten, wo es nötig ist</strong></p><p>Interessanter als der individuelle Wutstoffwechsel ist – zumindest für mich als Sozialphilosoph – der gesellschaftliche Wutpegel, der sich hierzulande wohl kaum mit Unterernährung erklären lassen dürfte. Wer in den sozialen Netzwerken (oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln) unterwegs ist, findet früher oder später Menschen, die einander anpampen, grob angehen oder beleidigen, und zwar unabhängig von der letzten Mahlzeit. Dass es Courage erfordert, zwischenmenschliche Übergriffe zu thematisieren und jene, die anderen unnötig das Leben schwer machen, in ihrem Verhalten zu korrigieren, hat während der <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-gespraech-maechtige-gefuehle-wie-umgehen-mit-wut-100.html">Deutschlandfunk-Aufzeichnung</a> der Anruf einer engagierten Krankenschwester gezeigt. Sie erzählte davon, wie manche Patienten ihre schlechte Laune am Personal auslassen, andere sogar im wahrsten Sinne übergriffig werden – und wie sie es sich zur Gewohnheit gemacht hat, dann <em>nicht</em> zu schweigen, sondern stattdessen einzugreifen, Übeltäter zu ermahnen und freundlich, aber bestimmt auf zwischenmenschliche Anstandsregeln zu verweisen. Das war einer der Momente in dem Gespräch, die mich besonders beeindruckt haben; weil es einen Unterschied macht, nicht nur wie wir miteinander umgehen, sondern ebenso, welchen Umgang wir anderen durchgehen lassen und wo wir schweigen, obwohl wir etwas sagen könnten oder sollten.</p><p>In die Radio-Talkshow eingeladen wurde ich übrigens, weil von mir dazu bereits ein Essay im Tagesspiegel erschienen war, im Rahmen der <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c3f4dc1b-34fc-4a81-aa1d-ac66da17942d">Bauernproteste im Winter 2024</a>:</p><blockquote><p>„Homo erectus, Homo sapiens, Homo furiosus. Wir haben offenbar permanent eine problematische Evolutionsstufe erreicht: den Wutbürger. Eine Kulturgeschichte des aufgebrachten Mitmenschen.“</p></blockquote><a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/von-forken-und-fackeln-eine-kleine-geschichte-des-wutburgertums-11016949.html">https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/von-forken-und-fackeln-eine-kleine-geschichte-des-wutburgertums-11016949.html</a><p>Ebenso habe ich mich damals länger mit Christiane Florin über Wut als politische Triebfeder unterhalten:</p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/ich-wuete-also-bin-ich-jan-skudlarek-ueber-furor-als-gefahr-fuer-die-demokratie-dlf-3d161bb1-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/ich-wuete-also-bin-ich-jan-skudlarek-ueber-furor-als-gefahr-fuer-die-demokratie-dlf-3d161bb1-100.html</a><p><strong>„Ich bin eure Vergeltung“</strong></p><p>Wie wichtig Wut und Aggression auf einem politischen Makro-Level sind, sieht man immer wieder im Rechtspopulismus, allen voran bei Donald Trump, der nicht nur permanent missmutig und wütend wirkt (zuletzt wohl, weil er trotz lächerlicher Bitten den Friedensnobelpreis <a href="https://www.threads.com/@cagovernor/post/DPpONZtElPk">nicht erhalten hat</a>), sondern ebenso seine letztlich erfolgreiche Kampagne zur Wiederwahl auf dem Vergeltungsgedanken aufgebaut hat.</p><a href="https://www.theguardian.com/us-news/2023/mar/05/i-am-your-retribution-trump-rules-supreme-at-cpac-as-he-relaunches-bid-for-white-house">https://www.theguardian.com/us-news/2023/mar/05/i-am-your-retribution-trump-rules-supreme-at-cpac-as-he-relaunches-bid-for-white-house</a><blockquote><p>„In 2016, I declared: I am your voice. Today, I add: I am your warrior. I am your justice. And for those who have been wronged and betrayed: I am your retribution.“</p><p>– Donald Trump (2023)</p></blockquote><p>Dass Vergeltungs- und Wutpolitik auf gesellschaftlicher Ebene ähnlich gesundheitsschädlich sind wie auf individueller, sehen wir momentan in den USA, die sich wegen Trumps massiven autokratischen Angriffen auf die Demokratie in einer weiteren Polarisierungsphase befinden. Dass man Wut nicht zwangsweise mit Wut begegnen muss, sieht man wiederum am „<a href="https://www.spiegel.de/ausland/portland-kreative-kostuemproteste-gegen-trumps-einwanderungspolitik-a-8524c13c-cac1-4b4f-8572-11127d8ef0c7">Portland-Frosch</a>“. Trotz Trumps Versuchen, mit hypermilitarisierter Abschiebe-Polizei ICE und einer als Machtgebärde eingesetzten Nationalgarde, die Zivilbevölkerung zu Gewalt zu provozieren (welche die Regierung dann wiederum niederschlägt, als zirkulärer Akt der Selbstlegitimation; der Karikaturist Adam Thompson zeichnete deswegen für den New Yorker die Karikatur „<a href="https://www.instagram.com/p/DPeRCC4D4zk/">Operation Circular Reasoning</a>”), haben sich einige Demonstranten dazu entschieden, der trumpistischen Militär- und Polizeigewalt im pazifistischen Froschkostüm zu begegnen:</p><a href="https://politik.watson.de/politik/usa/258440919-usa-trump-proteste-in-portland-gehen-mit-wilden-kostuemen-viral">https://politik.watson.de/politik/usa/258440919-usa-trump-proteste-in-portland-gehen-mit-wilden-kostuemen-viral</a><a href="https://www.instagram.com/p/DPxMOWRAcf_/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cc7c4394-897e-4de7-865a-8fcc2c5d5d78/uploads/images/z6kdqpc54p/ice_frog.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Mittlerweile gibt es sogar ein neues Antifa-Logo:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cc7c4394-897e-4de7-865a-8fcc2c5d5d78/uploads/images/wwbzkjy4uh/amphifa.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Vor allem wurde der Portland-Frosch bereits biblisch vorhergesagt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cc7c4394-897e-4de7-865a-8fcc2c5d5d78/uploads/images/474xwse2t6/frog.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Im Ernst: Die Demo-Kostümierung ist ein schönes Beispiel dafür, dass man nicht auf jede Provokation reagieren muss, und stattdessen auf eine absurde politische Wirklichkeit ebenso absurd, aber wirkungsvoll antworten kann.</p><p>Überhaupt muss Wut nicht immer destruktiv sein. Es geht auch konstruktiv. In einem weiteren Interview, das ich neulich gegeben habe, sage ich zum gesellschaftlich-emotionalen Miteinander (bzw. Gegeneinander):</p><blockquote><p>„Wut oder Empörung müssen nicht automatisch schlecht sein. Man kann sich auch für die gute Sache empören, man kann für soziale Gerechtigkeit sein und das energisch tun, es laut tun.“</p></blockquote><a href="https://youtu.be/6kFPkgMuAnk?t=637">https://youtu.be/6kFPkgMuAnk?t=637</a><p> </p><p><strong>Unmut kann Motivation sein</strong></p><p>Dass ich auch mit dieser Haltung nicht allein bin, zeigt die frisch erschienene Publikation „Mut zum Unmut“ von Paul Starzmann und Matthias Meisner:</p><a href="https://dietz-verlag.de/isbn/9783801207076/Mut-zum-Unmut-Eine-Anleitung-zur-politischen-Widerspenstigkeit-Matthias-Meisner-Paul-Starzmann">https://dietz-verlag.de/isbn/9783801207076/Mut-zum-Unmut-Eine-Anleitung-zur-politischen-Widerspenstigkeit-Matthias-Meisner-Paul-Starzmann</a><p>Wer seinen Unmut nutzt, um daraus nicht Aggression entstehen zu lassen, sondern konstruktive politische Veränderung, hat nicht nur einen vorbildlichen Umgang gefunden mit seinem psychischen Innenleben, sondern eine Triebfeder, die durch und durch konstruktiv sein kann. Starzmann und Meisner beschreiben in ihrem Buch viele Fälle – von Graffiti über Protestbewegungen bis zu politischen Karrieren – in denen Menschen unbequem und widerspenstig waren oder sind; und gleichzeitig zielstrebig, motiviert und veränderungswillig. Das Buch zeigt auf, wie Unmut zu Selbstwirksamkeit führen kann und, idealerweise, auch zu veränderten Bedingungen und einer besseren Gesellschaft. Mein Aufruf an euch, an uns, an mich ist also letztlich: Es ist normal, wenn wir mal wütend sind (oder auch mal „<a href="https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/muetend-erklaert-von-annette-klosa-kueckelhaus-100.html">mütend</a>“), doch langfristig sollten wir eine ohnmächtige Wut überwinden zugunsten einer konstruktiven, selbstwirksamen Widerspenstigkeit. Mut zum Unmut! Denn an Energie mangelt es uns nicht, weder individuell noch gesellschaftlich. Die Frage ist, wie so oft, wie wir sie einsetzen.  </p><p></p><p><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Bis hier gelesen?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit"> Yeah! Ich hoffe, der Artikel hat dir zugesagt – es wäre hilfreich, wenn du den Beitrag in den </mark><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">sozialen Netzwerken</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit"> teilst (oder anderen schickst). </mark><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Willst du sichergehen, dass ich auch in Zukunft unabhängig publizieren kann?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit"> Dann unterstütze meine Arbeit durch ein </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Steady-Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit"> (oder durch ein paar Euronen in die </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">). </mark><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Nur so werde ich langfristig weitermachen können</mark></strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">. Falls du schon ein Abo hast: Danke, du ermöglichst meine Arbeit &lt;3</mark></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about">abo (support)</a></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/newsletter/sign_up">Newsletter (gratis)</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 14 Oct 2025 09:19:35 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Radikal? Immer nur die anderen! (Essay) (2)]]></title>
      <description><![CDATA[Du liest Teil 2 meines Essays „Radikal? Immer nur die anderen!”. Teil 1 findest du hier. Im zweiten Teil geht es um gefühlte Wahrheiten besprechen, um Populismus ...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/77f0ea26-6158-4129-a7f7-9f784c13aa65/uploads/images/ztsyym57jb/city-1651993_960_720.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Du liest Teil 2 meines Essays „Radikal? Immer nur die anderen!”. Teil 1 </em><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/bf8f5db7-0094-4d0b-8867-58775472e0cd"><em>findest du hier</em></a><em>. Im zweiten Teil gehts um </em><a href="https://www.reclam.de/produktdetail/wahrheit-und-verschwoerung-9783150206263"><em>gefühlte Wahrheiten</em></a><em>, um Populismus, um Radikalismus und Extremismus; und wie man dergleichen voneinander trennt. Darüber hinaus gebe ich euch Kriterien an die Hand, wie ihr menschenfeindliche Weltbilder erkennt; und somit auch jene, die sie verharmlosen.</em></p><p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/bf8f5db7-0094-4d0b-8867-58775472e0cd">[…]</a></p><p><strong>Radikal? Immer nur die anderen</strong></p><p>In Wahrheit haben sich Teile des bürgerlichen Milieus in einem langjährigen Prozess von freiheitlich-demokratischen Idealen abgewandt. Eine „<a href="https://www.reclam.de/produktdetail/der-aufstieg-der-rechten-in-krisenzeiten-die-regression-der-mitte-9783150114698">Regression der Mitte</a>“ (Daniel Mullis) ist erkennbar, d.h. eine Rückabwicklung progressiver Ideale wie Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit; eine Rückabwicklung, die man im Zweifelsfall selbst gar nicht explizit bemerkt (oder schlimm findet). Man ist sich selbst ein blinder Fleck, die eigene Radikalisierung bleibt unterbelichtet. Radikal sind immer nur die anderen – man selbst sieht sich als Dreh- und Angelpunkt jedweder Normalität. Selbst dann, wenn man nach einem starken Führer verlangt (wie laut <a href="https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/autoritarismus-studie-rechtsextreme-einstellungen-im-westen-auf-dem-vormarsch-127730/">Leipziger Autoritarismus-Studie</a> fast jeder zehnte Deutsche). Die Zahl politisch motivierter Straftaten ist in Deutschland im Jahr 2024, trotz milieuübergreifender subjektiv empfundener Bürgerlichkeit, massiv gestiegen – besonders stark war der <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/562453/politisch-motivierte-kriminalitaet/">Anstieg bei rechtsmotivierten Taten</a> (47,8%). Stolze 84% der AfD-Wähler stimmten jedoch zur Bundestagwahl der Aussage zu, ihre Partei „steht in der <a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/umfrage-afd.shtml">politischen Mitte</a> und nicht rechts“. Radikal? Immer nur die anderen.</p><p><strong> </strong></p><p><strong>Gefühlte Wahrheiten sind keine</strong></p><p>Wie finden wir heraus aus dieser politischen Blindheit, individuell wie gesellschaftlich? Was bedeuten Radikalisierung und Extremismus noch – wenn wir sie nicht erkennen? Wie ist es möglich, die eigene politische Verortung angemessen einzuschätzen? Sie von einer „gefühlten Wahrheit“ zu justieren hin zu einer halbwegs korrekten Selbsteinschätzung?</p><p>Ich möchte zunächst auf ein breiteres Problem verweisen: Die Erosion gemeinsamer Wahrheitsgrundlagen – und der damit verbundene Aufstieg „<a href="https://www.reclam.de/produktdetail/wahrheit-und-verschwoerung-9783150206263">gefühlter Wahrheiten</a>“. Es ist nämlich keineswegs so, als bestünde jenseits spektakulärer politischer Mordfälle Einigkeit hinsichtlich der korrekten Beschreibung der Wirklichkeit. Wir haben erst wenige Jahre eine Pandemie hinter uns, deren Ursprung die meisten von uns in China, nicht wenige von uns jedoch in der Schreibtischschublade von Bill Gates verorten. In Florida und anderswo wird die <a href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/trieft-vor-sklaverei-florida-will-impfpflicht-kippen--auch-fur-schulkinder-14276756.html">Impfpflicht abgeschafft</a>, was – auch dies eigentlich eine unkontrovers-nüchterne Beschreibung der Realität – zu erheblichem menschlichen Schaden, zu vermeidbarem Leid und Tod führen wird. Und dann wären da noch, quasi als Gallionsfigur irriger Weltbeschreibung, jene Absolventen der YouTube-Universität zu nennen, die sich nach einem „Studium“ („Ich denke noch selbst“) im Hauptfach Trivialskepsis plötzlich auf einer flachen Erde wiederfinden anstatt, wie die meisten von uns, auf einer Kugel (wobei die tatsächliche Erdfigur wohl eher einer Kartoffel ähnelt als einer mathematisch perfekten Kugel).</p><p>Die Schwierigkeit, sich trotz eindeutiger Faktenlage auf eine gemeinsame Beschreibung der Wirklichkeit zu einigen, ist also das größere Problem; und vor diesem größeren Problem bestehen jene Schwierigkeiten der richtigen Einordnung politischer Ereignisse sowie eigener und fremder politischer Einstellungen. Die Maßstäbe objektiver Bewertung scheinen uns im postfaktischen Zeitalter abhandengekommen zu sein. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als sie mühevoll wieder zurechtzurücken.</p><p><strong> </strong></p><p><strong>Konservativ, radikal, extrem: Begriffsarbeit ist notwendig</strong></p><p>Ein erster Schritt zu gemeinsamen Bewertungsmaßstäben: Begriffe klären. Begriffsarbeit klingt langweilig, ist aber das A und O eines gemeinsamen Wirklichkeitszugriffs. Bevor wir uns darüber streiten können, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist, muss erstmal Einigkeit darüber bestehen, was ein „Glas“ ist und was „halb“ und „voll“ in diesem Kontext bedeuten sollen.</p><p>Auf das Politische übertragen: Was heißt „konservativ“ überhaupt? Was versteht die Forschung unter „rechtsradikal“, was unter „rechtsextrem“?</p><p>Der Politikwissenschaftler <a href="https://regierungslehre.politik.uni-halle.de/team/lewandowsky/">Marcel Lewandowsky</a>, Professor für Regierungslehre und Policyforschung an der Universität Halle-Wittenberg, schreibt auf Anfrage:</p><blockquote><p>„Konservatismus ist zunächst eine politische Mentalität, die einige ideologische Bestandteile hat, u.a. Familie, Tradition und Religion. Gesellschaftlichen Fortschrittsbewegungen steht der Konservatismus mäßigend, moderierend und skeptisch gegenüber, ohne zwingend fortschrittsfeindlich zu sein. Konservative fragen sich (und andere), ob gesellschaftlicher Fortschritt und soziale Veränderungen nicht zu schnell ablaufen und ob es überhaupt in die richtige Richtung geht. In Zeiten gesellschaftspolitischer Umbrüche kann sich der Konservatismus durchaus radikalisieren, was wir etwa in den USA sehen; dort wird das Bestehende quasi als natürliche Ordnung überhöht und gegen alle Fortschrittsbewegungen radikal verteidigt.“</p></blockquote><p>Jenseits des Konservatismus lägen weitere Formen des politisch Rechten, so Lewandowsky. Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus</p><blockquote><p>„unterscheiden sich grundsätzlich darin, dass der Radikalismus in seiner Konsequenz bestimmten Grundsätzen der Demokratie widerspricht und der Extremismus sie abschaffen will. Extremistische Ideologien fördern Gewalt, da sie zu ihrer Vorstellung zum politischen Kampf gehört. Rechtsradikale Bewegungen wollen eine autoritäre Politik, inklusive ethnischen und kulturellen Ungleichheitsvorstellungen, innerhalb der Demokratie durchsetzen. Rechtsextreme Ideologien, wie etwa der klassische Faschismus, wollen die Demokratie vollständig ersetzen durch einen autoritären Führerstaat. Das genuin Rechte an solchen Politiken ist die Idee fundamentaler menschlicher Ungleichheit, einer natürlichen Hierarchie und die damit verbundene Abwertung ganzer Menschengruppen.“</p></blockquote><p>Als abschließende Begriffsgröße sei zudem der Populismus zu erwähnen, d.h.</p><blockquote><p>„die Vorstellung eines wahren Volkes, einer schweigenden Mehrheit, die gesellschaftliche Tugenden wie Fleiß, Vernunft, Disziplin usw. auf sich vereine. Dieses Volk wird in der populistischen Vorstellungswelt als Gegenentwurf zu vermeintlich korrupten, egoistischen Eliten gedacht. Hieraus resultieren – egal ob im Linkspopulismus oder im Rechtspopulismus – normative Einstellungen darüber, wie Demokratie zu sein habe. Parteien wie der AfD geht es darum, politischen Eliten die Macht zu entreißen und sie einem vermeintlich ‚wahren‘ Volk zurückzugeben.“ </p></blockquote><p>Hier grenzt ebenso der Begriff der politischen „Mitte“ an. Der Begriff „Mitte“ ist, verglichen mit „Konservatismus“, „Rechtsradikalismus“ und „Rechtsextremismus“, nochmal besonders schwammig. Er ist, um Daniel Mullis zu zitieren, ein „soziologischer, politischer und identitätsstiftender Ort zugleich“ und geht mit „zutiefst normativen Vorstellungen einher, insofern sie [die Mitte] als Garantin für Normalität und Stabilität steht“ (<a href="https://www.reclam.de/produktdetail/der-aufstieg-der-rechten-in-krisenzeiten-die-regression-der-mitte-9783150114698">Mullis, 2024, S. 23</a>) Der Humangeograph Mullis schreibt weiter: „Milieubestimmend ist die zumindest nach außen zur Schau gestellte Ablehnung von Extremismus und die Skepsis gegenüber politischen Experimenten.“ (Mullis, 2024, S. 23-24). Wer mittig ist, hat für Extreme nichts übrig – zumindest laut Selbstauskunft.</p><p>Dass die Selbstwahrnehmung nicht unbedingt mit der Faktenlage übereinstimmt, weiß auch Publizistin und Radikalisierungsexpertin <a href="https://bsky.app/profile/kattascha.bsky.social">Katharina Nocun</a>. Zur allmählichen Radikalisierung schreibt sie auf Anfrage:</p><blockquote><p>„Stark radikalisierte Online-Milieus können dazu beitragen, dass sich der Referenzwert dessen, was ein Mensch für „normal“ oder „sozial akzeptiert“ hält, deutlich verschiebt. Wer sich in einem Umfeld bewegt, wo menschenverachtende Aussagen zur Tagesordnung gehören, findet das bei sich selbst irgendwann auch nicht mehr problematisch. Mehr noch, solche Gruppen können sich geradezu hochschaukeln – verstärkt durch die Dynamiken sozialer Netzwerke, die besonders drastische und hochemotionale Aussagen mit Reichweite belohnen. Hinzu kommt, dass viele rechtsextreme Parteien behaupten, für eine „schweigende Mehrheit“ zu sprechen, wahlweise auch den „gesunden Menschenverstand“. Allein das zu hinterfragen wird schnell zum vermeintlichen „Angriff auf die Meinungsfreiheit“ umgedeutet. Das ist natürlich bequemer, als sich auf der Sachebene mit Kritik zu befassen.“</p></blockquote><p> </p><p><strong>Erkenne die anderen, erkenne dich selbst</strong></p><p>Um einen Ausweg aus den Wirrungen der politischen Selbst- und Fremdbeschreibung zu finden, schlage ich zur Orientierung vor allem drei Themenkomplexe vor. Diese Themenkomplexe bieten jeweils einige Kontrollfragen zur politischen Verortung (für sich <em>und</em> andere). Diese Kontrollfragen unterteilen sich in einen ethischen, einen politischen und einen erkenntnistheoretisch-argumentativen Themenkomplex. Abgerundet wird das Ganze mit zwei Bitten zur Vorsicht.</p><p>Blickt man auf politische Aussagen, politische Akteure oder gesellschaftspolitische Gedankengebäude, sollte man folgende Fragen bedenken:</p><p> </p><p>1.      <strong>Ethisch</strong>: Welches Menschenbild wird vertreten? Finden die Ideale der „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit,_Gleichheit,_Br%C3%BCderlichkeit#:~:text=Die%20Parole%20Freiheit%2C%20Gleichheit%2C%20Br%C3%BCderlichkeit,Losungen%20der%20Franz%C3%B6sischen%20Revolution%201789.">Liberté, Égalité, Fraternité</a>“ Anwendung? Wie steht es um die Garantie der Menschenwürde und die Umsetzung der Menschenrechte als politisches Anliegen? Werden Menschenrechte oder Menschenwürde nicht oder nur selektiv geachtet, liegt das Gegenteil vor, nämlich eine <a href="https://www.slu-boell.de/sites/default/files/2016-04-ideologien_der_ungleichwertigkeit.pdf">Ideologie der Ungleichwertigkeit</a>. Ideologien der Ungleichwertigkeit sind solche, die sozialen Gruppen – bspw. Frauen, Homosexuelle, Flüchtlinge, Menschen anderer Religionen usw. – explizit und per se abwerten (ggf. als <a href="https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/214192/gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit/">gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit</a>). Sodann ist man mindestens radikal, vielleicht aber extrem. Wer, wie Charlie Kirk, ganze Menschengruppen als minderwertig beschreibt, kann nicht für sich beanspruchen, irgendwo in der politischen Mitte zu stehen, sondern steht faktisch am Außenrand. Und natürlich sind solche politischen Einstellungen, um einem Jens Spahn ganz explizit zu widersprechen, moralisch gesehen „weniger legitim“. Sie sind weniger legitim, indem sie wichtigen Grundprinzipien des zivilisierten Miteinanders widersprechen.</p><p>2.      <strong>Politisch</strong>: Wie stehe ich zu Gewalt? Billige ich sie? Halte ich politische Gewalt für ein Mittel der Konfliktlösung? Sind mir meine politischen Überzeugungen so wichtig, dass ich Gewalt als Mittel ihrer Umsetzung herbeiführe, legitimiere oder begrüße? Wer Gewalt als legitimes Mittel politischer Konfliktlösung sieht, hat mit bürgerlichen Idealen so wenig zu tun wie Flacherdler mit der tatsächlichen Erdform.</p><p>3.      <strong>Erkenntnistheoretisch/Argumentativ</strong>: Gibt es etwas, das mein Gegenüber sagen könnte, um mich meine Meinung überdenken zu lassen? Habe ich möglicherweise einen wichtigen Punkt übersehen? Könnte es ein externes Argument oder eine externe Sichtweise geben, die mich gegebenenfalls zum Umdenken anregt? Ist die Antwort hierauf „Nein“, können wir die Diskussion auch lassen. Wer es kategorisch ausschließt, die eigene Sichtweise zu überdenken, wer sich durchweg im Recht meint und wer den eigenen Kopf für den Hort unumstößlicher Wahrheit hält, ist zumindest ein Fundamentalist. Wohin Fundamentalismus führt und welche Irrwege er geht, sehen wir momentan in den USA und ebenso bei den Wahlerfolgen der AfD.</p><p>4.      <strong>Vorsicht vor dem „Normalitätsargument“. </strong>Wenn „normal“ synonym mit „erwünscht“ verwendet wird, haben wir ein Problem. Das <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/afd-parteitag-in-dresden-normal-sein-wollen-und-trotzdem-100.html">exklusive Normalitätsargument</a>, das andere von der eigenen Lebensweise ausschließen oder andere Lebensweisen als minderwertig brandmarken soll, ist bei Weitem nicht so stark, wie seine Vertreter meinen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Normalitätsvorstellungen unterscheiden sich nicht nur zwischen Kulturen (unterschiedlichen Ländern beispielsweise), sondern auch innerhalb verschiedener Milieus im selben Land (Arbeiter/Akademiker, Urbane vs. Landbevölkerung) und schließlich verändert sich Normalität über die Zeit hinweg. Es gab in Deutschland eine Zeit, da galt es als geradezu <a href="https://www.n-tv.de/panorama/Frau-in-Hose-sorgte-fuer-Bundestagseklat-article22100970.html">skandalös (und unweiblich), wenn eine Frau eine Hose trug</a> (statt einen Rock). Diese fundamental andere Normalitätsvorstellung hinsichtlich weiblicher Kleidung war erst vor wenigen Jahrzehnten, nun ja, normal. Wer also aus seinen gegenwärtigen lokalen Normalitätsvorstellungen einen Normalitätsuniversalismus ableitet, irrt.    </p><p>5.      <strong>Vorsicht vor Verschwörungserzählungen.</strong> Gemäß Katharina Nocun und Pia Lamberty kann man <a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Sachbuecher/Fake-Facts/9783404070022">Verschwörungserzählungen</a> wie folgt definieren: „Eine Verschwörungserzählung ist eine Annahme darüber, dass als mächtig wahrgenommene Einzelpersonen oder eine Gruppe von Menschen wichtige Ereignisse in der Welt beeinflussen und damit der Bevölkerung gezielt schaden, während sie diese über ihre Ziele im Dunkeln lassen.“ Verschwörungserzählungen gehen also über eine empirisch-legitime Gesellschaftskritik insofern hinaus, als dass sie abgleiten ins Spekulative und ins Fantastische. Vor allem aber: nicht selten gleiten sie ab ins Menschenfeindliche. Wie wir bei Lewandowsky gesehen haben, arbeiten Populismus, aber auch Radikalismus und Extremismus mit konspirativen Denkweisen. Wer wie Charlie Kirk oder die AfD von einem geheimen „Großen Austausch“ fabuliert oder von einer „Umvolkung“, der verlässt das Terrain gesicherter Erkenntnis zugunsten konspirativer, meist menschenfeindlicher Ideologie (und ja, abermals der Anti-Spahn; <em>das ist keine legitime Meinung mehr</em>). Wer redlich argumentiert, achtet also darauf, dass die eigenen Aussagen und Weltbilder von der Wirklichkeit – bestenfalls auch von der Wissenschaft – gedeckt sind.</p><p><strong> </strong></p><p><strong>Damit es besser wird, müssen <em>wir</em> besser werden</strong></p><p>Ob wir es wollen, oder nicht: Die einzige Möglichkeit, die politische Polarisierung zu überwinden, ist, miteinander zu reden. Und zwar milieuübergreifend, parteiübergreifend, gruppenübergreifend. Wir müssen unsere unterschiedlichen Sichtweisen auf die gesellschaftliche Realität abgleichen, indem wir miteinander ins Gespräch kommen. Aber nicht so, wie Kirk es tat. Charlie Kirk wollte verdrehen, missverstehen, und um jeden Preis seine Propagandapunkte durchziehen, auf Kosten von Ehrlichkeit und Redlichkeit. In der Rhetorik nennt man das „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rabulistik">Rabulistik</a>“. Der Philosoph Arthur Schopenhauer schrieb mit „<a href="https://www.projekt-gutenberg.org/schopenh/eristik/index.html">Die Kunst, Recht zu behalten</a>“ eine rabulistische Anleitung ganz im rhetorischen Sinne Kirks, weil auch Schopenhauer zu Unwahrheiten, Grobheiten und Gemeinheiten rät. Schon 1832 <a href="https://www.projekt-gutenberg.org/schopenh/eristik/erist38.html">schrieb er</a>, was wir auch heutzutage allzu häufig sehen in Pseudo-Debatten und YouTube-Videos:</p><blockquote><p>„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob. Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man da verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgendwie angreift.“</p></blockquote><p>Wenig hilfreich ist es auch, Kirks Ermordung als Auftakt einer Gewaltspirale zu beschwören, wie WELT-Wutbürger Ulf Poschardt <a href="https://www.welt.de/debatte/plus68c2ae9c7ecf6b1bfe3e19a1/charlie-kirk-eine-tat-die-den-liberal-demokratischen-westen-veraendern-koennte.html">es tut</a> (nicht nur, weil faktisch mehr als fraglich ist, ob und inwiefern der Schütze, Tyler Robinson, überhaupt als politisch links gilt):</p><blockquote><p>„Diejenigen, die glauben, mit dem gewaltsamen Tod von Kirk seien die Nicht-Linken einzuschüchtern, irren sich. Die klügeren unter den amerikanischen Kommentatoren – weder Demokraten noch Republikaner – ahnen es: In ein paar Jahren werden Linke Kirk vermissen. Denn die nächste Generation der Nicht-Linken wird kaum vergessen, wie brutal Linke mit ihnen umgegangen sind.“</p></blockquote><p>Die Linken werden Kirk vermissen? Wohl kaum. Selbst wenn sich die US-amerikanische Gesellschaft und vor allem die US-amerikanische Regierung weiter radikalisieren sollten (und momentan sieht alles danach aus, als würde das Trump-Lager den Kirk-Mordfall zu ihrem Reichstagsbrand machen), wird sich die linkspolitische Sehnsucht nach dem Hassredner Kirk (und seinesgleichen) in Grenzen halten. Die Vorstellung, dass noch schlimmere Hassredner folgen könnten, ändert daran null. Übrigens: Wie wenig Springer-Ulle auf die Meinungsfreiheit anderer – zum Beispiel von <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/hasskampagne-gegen-moderatorin-die-angriffe-auf-dunja-hayali-haben-system-14349200.html">Dunja Hayali</a> – gibt, sah man gut im <a href="https://www.instagram.com/p/DPVnffLjOip/">Dialog mit Melanie Amann</a>. Im Gesprächsformat „High Noon” konnte Amann ihn mühelos als das demaskieren, was er ist: ein <a href="https://www.instagram.com/reel/DPWaxrjD6Yb/">Pseudoliberaler, der extreme Einstellungen flächendeckend übersieht</a>; gegenteiligen Meinungen gegenüber „fucking intolerant”.</p><p>Insgesamt wäre es hilfreich, einen Gang runterzuschalten. Wer Wahrheit will und politische Verständigung, der muss die Axt vergraben lassen. Der muss auf andere zugehen. Ohne Messer hinter dem Rücken, wohlwollend und offen. Ohne Täuschungs- und Verdrehungsabsichten. Ohne Schuldzuweisungen. Ohne Ankündigung einer Gewaltspirale. Ohne die absichtliche Vergrößerung politischer Gräben.</p><p>Ebenso der falsche Weg: Begriffe abzuschaffen, Trennlinien aufzuweichen und die Kritik an politischen Extremposition allgemein als „illegitim“ brandmarken zu wollen. Genau das tat CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn bei Caren Miosga. Genau das tut ein Ulf Poschardt. Wer sich auf dem Boden des Grundgesetztes sieht (und seine Grundwerte der Gleichheit und Freiheit anerkennt und verteidigen will), der muss die Brandmauer zum Rechtsextremismus aufrechthalten. Nicht jene, die Konflikte benennen, zerstören die Gesellschaft; die offen-pluralistische Gesellschaft wird angegriffen von jenen, die unseren gesellschaftlichen Fortschritt rückabwickeln wollen (Stichwort: Regression der Mitte).</p><p>Über rechtslastige Versuche, Kritikern den Mund zu verbieten, spottet Autorin <a href="https://bsky.app/profile/katjaberlin.bsky.social/post/3lzftpntwo22g">Katja Berlin</a> auf Bluesky:</p><blockquote><p>„Er war ein sexistischer, rassistischer Rechtsextremer oder sagt man das heute nicht mehr aus Rücksicht auf die Gefühle anderer sexistischer, rassistischer Rechtsextremen?“</p></blockquote><p>Abschließend können wir tugendethisch argumentieren: Damit die politische Lage – und der politische Diskurs zwischen Rechts und Links – besser wird, müssen <em>wir</em> besser werden. Dazu gehört, Dinge beim Namen zu nennen; dazu gehört, Extremismus und Menschenfeindlichkeit <em>explizitnicht</em> zu normalisieren und kleinzureden, sondern zu bekämpfen. Aber: Mit Worten und mit <a href="https://www.volksverpetzer.de/analyse/20-lektionen-snyder-demokratie/">politisch-institutionellem Widerstand</a>. Jedenfalls: Nicht mit Gewalt. In diesem Sinne wäre auch ein verbales abrüsten hilfreich. Erst, wenn der wechselseitige Zerstörungswille abnimmt, gibt es Hoffnung auf ein konstruktives Gespräch. Und erst, wenn das Gegeneinander etwas nachlässt, hat das Miteinander eine Chance.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du magst meine Artikel?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Wunderbar! Es wäre großartig, wenn du den Artikel in den </mark><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">sozialen Netzwerken</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> teilst. </mark><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du willst, dass ich auch in Zukunft unabhängig publizieren kann?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Dann unterstütze meine Arbeit durch ein </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Steady-Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> (oder durch die </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">). 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      <pubDate>Sat, 04 Oct 2025 13:05:50 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Radikal? Immer nur die anderen! (Essay) (1)]]></title>
      <description><![CDATA[Die Debatte über Charlie Kirk hat gezeigt, wie tief rechtes Gedankengut in der Gesellschaft verankert ist. Wie erfolgreich es normalisiert wurde. Das Verrückte: Vielen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bf8f5db7-0094-4d0b-8867-58775472e0cd/uploads/images/g7ritmetlu/34d511c9-6cc8-4359-b03a-daa84091dffc.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Die Debatte über Charlie Kirk hat gezeigt, wie tief rechtes Gedankengut in der Gesellschaft verankert ist. Wie erfolgreich es normalisiert wurde. Das Verrückte: Vielen ist nicht Kirk und seine Gedankenwelt unwillkommen, sondern die Kritik daran. In meinem Essay „</em><strong><em>Radikal? Immer nur die anderen!”</em></strong><em> nehme ich den Mordfall Kirk als Anlass, um darüber nachzudenken, wie falsch wir über Radikalismus und Extremismus reden. Warum wir immer nur die anderen radikal finden, uns selbst aber normal. Und wie wir radikale und extremistische Weltbilder besser erkennen als das, was sie sind: unter uns. Und vor allem: gefährlich.</em></p><p>Charlie Kirk ist tot, darüber ist man sich einig. Über vieles Weitere ist nach dem Mordfall Kirk allerdings ein Kampf entbrannt – ein Kampf um Deutungshoheit, ein Kampf um politische Verortung, ein Kampf um Normalität. Dieser Kampf beinhaltet ebenso einen Streit über Begriffe. Darüber, was „konservativ“, „rechtsradikal“ oder „rechtsextrem“ bedeuten. So stand der Tagesspiegel beim Publikum in der Kritik, Charlie Kirk als „rechtskonservativ“ <a href="https://www.instagram.com/p/DOncG2EjAZU/?img_index=1">verharmlost</a> zu haben. Der SPIEGEL wiederum sah sich veranlasst, ihre Wortwahl „<a href="https://www.spiegel.de/ausland/charlie-kirk-darum-bezeichnet-der-spiegel-charlie-kirk-als-rechtsextrem-a-cc098321-8292-40e8-825e-20ed89a7df40">rechtsextrem</a>“ ausführlich zu begründen.</p><p>Dies verweist auf ein größeres Problem politischer Verortung (eigener und fremder): Es herrscht keine Einigkeit darüber, wer als gemäßigte Stimme gilt und wer als radikal. Die richtige Wortwahl für die großen Umbrüche unserer Zeit: flächendeckend umstritten.</p><p>Eine sachgemäß-nüchterne politische Einordnung der Causa Kirk ist offenbar schwierig; erschwert wird der Diskurs von der Tatsache, dass nicht wenige Kommentatoren die vorliegenden Fakten aktiv bekämpfen oder zumindest so gut es geht die Augen vor ihnen verschließen. Die Kommentarspalten und Kolumnen sind dieser Tage voll von Menschen, die sich und ihre politische Einstellung für richtig, maßvoll und normal halten; die sich selbst „mittig“ beschreiben und als „bürgerlich“, jedenfalls als durch und durch nicht-extremistisch; und die gleichzeitig zur Verteidigung eines Mannes ansetzen, der Schwarze nachgewiesenermaßen für minderwertig hielt, Gleichstellungsprogramme jeglicher Art ablehnte, Frauen zurück an den Herd wünschte, die LGBT-Community entmenschlichte. Charlie Kirk war ein Mann, der sich nicht von einem <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2025/sep/11/charlie-kirk-quotes-beliefs">schwarzen Flugzeugpiloten</a> fliegen lassen wollte; ein Mann, der nach eigener Aussage ein <a href="https://ca.news.yahoo.com/fact-check-charlie-kirk-once-235100404.html?guccounter=1">zehnjähriges Mädchen</a>, selbst wenn sie seine Tochter wäre, nach einer Vergewaltigung am Schwangerschaftsabbruch hindern würde. Ein Mann, der sich begeisterte für die Idee öffentlicher, <a href="https://ca.news.yahoo.com/charlie-kirk-actually-said-whether-213400821.html">firmengesponsorter Exekutionen mit TV-Übertragung</a> („You could have like &#39;Brought to you by Coca Cola&#39; and no, I&#39;m not kidding. By the way, I would totally tune in to see some pedo get their head chopped off. Convicted by a jury of their peers. I&#39;m talking about a real thing.“; „It should be public, it should be quick, it should be televised.“) – und der die Verschwörungserzählung vom <a href="https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/549525/die-erzaehlung-vom-grossen-austausch/">Großen Austausch</a> nachdrücklich verbreitete. Kirk war ein Aktivist, der im Rahmen seiner jahrelangen Propagandatour in Podcasts und auf Podien brav jeden neurechten Talking Point durchdeklinierte und bei seinen als Debatte getarnten Auftritten rhetorisch trickste, täuschte und gewohnheitsmäßig log. All dies mit dem Ziel, einen verurteilten Straftäter, nämlich Donald Trump, bei einem jungen, rechten Publikum salonfähig zu machen. Sein ebenso erkennbares Ziel war es, alle Gemäßigten und alle Linken, die ihm bei seinen Pseudo-Debatten kritisch entgegentraten, größtmöglich vor seinem Internetpublikum zu blamieren; und sie als radikalisierte, woke Spinner zu präsentieren. Aufrichtiger Dialog? Fehlanzeige!</p><p>Somit erstaunt nicht nur die schiere Zahl jener, die momentan einen nachweislich rückwärtsgewandten, rassistischen Sexisten nach seinem Tod abfeiern und ihn posthum zum Helden der Meinungsfreiheit hochleben lassen – mindestens ebenso befremdet die Selbstverständlichkeit, mit der sie es tun. Und vor allem: Das Selbstverständnis.</p><p><strong>Radikale, Extremisten und Verrückte? Immer nur die anderen!</strong></p><p>So verklärt der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petromaskulinit%C3%A4t">petromaskuline</a> WELT-Herausgeber <a href="https://www.welt.de/debatte/plus68c2ae9c7ecf6b1bfe3e19a1/charlie-kirk-eine-tat-die-den-liberal-demokratischen-westen-veraendern-koennte.html">Ulf Poschardt</a> Kirk als „Idealist, […] der kluge Vertreter des einfachen Mannes von der Straße“, und betrauert, dass „der letzte rechte Republikaner erschossen wurde, der noch ernsthaft daran geglaubt hat, dass ein Dialog mit der radikalisierten Linken überhaupt möglich sei“. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach bezeichnete Kirk in einem mittlerweile <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-caroline-bosbach-entfernt-umstrittenen-post-ueber-charlie-kirk-a-b6d9d030-b657-48aa-95b4-589d90175854">gelöschten Post</a> als „Kämpfer für westliche Werte“ und schwärmte „Kaum jemand stand so für freie Debatte wie er“. Die libertäre Luftpumpe Anna Schneider wiederum steht ganz in der Tradition Kirks, indem sie einerseits sich und die Kirk-Fankurve moralisch reinwäscht (und als Stimme der Vernunft präsentiert), während sie andererseits die Kritiker des rechtsradikalen Denkens rhetorisch dämonisiert: „Was für Grüne Extremismus ist, ist für andere Normalität“, heißt ihre dazugehörige Persilscheinkolumne. Das Ziel: Kirk zu entnazifizieren und, im selben Abwasch, neurechtes Denken zu normalisieren. Die wahren Bösewichte: Die Grünen!</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fmedia1.tenor.com%2Fm%2FuBTr2_PE4sQAAAAd%2Fdie-gr%25C3%25BCnen.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=674490f4b606ce2c96eea806b7781c1d" alt="a close up of a man in a suit and tie talking into a microphone ."/><p>Das Motto all dieser Kommentatoren: „Radikale, Extremisten und Verrückte? Das sind immer nur die anderen! Aber doch nicht WIR! Und doch nicht UNSER CHARLIE!? 🥹“</p><p>Als ich in einer öffentlichen Kommentarspalte auf die extremen, menschenfeindlichen Ansichten Kirks verwies, entgegnete mir ein junger Mann, Studentenalter, lässiges Profilfoto: „Charlie Kirk war gut, aber zu gemäßigt. Leute wie du sind extrem“.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bf8f5db7-0094-4d0b-8867-58775472e0cd/uploads/images/y34kwx6flc/leute_wie_du.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Was wir hier erleben, ist kein ganz neues, aber ein zunehmendes Phänomen, das über den Fall Kirk hinausweist. Wer auf den Extremismus eines offensichtlich extremistischen Hassredners hinweist, bekommt von seinen Fans einfach die Uno-Retour-Karte gelegt. „Extremismus?! VON WEGEN! DU BIST HIER DER EXTREMIST!!!“. Ein Indiz dafür, wie sehr harte antifeministische und allgemein menschenfeindliche Positionen in den letzten Jahren durch MAGA und AfD normalisiert wurden. In anderen Worten: wie erfolgreich das Normalisierungsprojekt von Kirk und Konsorten war und weiterhin ist. US-Vizepräsident JD Vance <a href="https://www.whitehouse.gov/articles/2025/09/vp-vance-administration-leaders-honor-charlie-kirks-enduring-legacy/">wird nicht müde zu betonen</a>, er wäre ohne die Beihilfe von Kirk nicht im Amt; „If it weren’t for Charlie Kirk, I would not be the Vice President of the United States.”. Jene Bewegung, die die Wissenschaft auch als <a href="https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500801/neue-rechte/">Neue Rechte</a> bezeichnet, will die politische Kultur und den politischen Zeitgeist ändern, um anschließend die Politik selbst zu verändern. Momentan zirkuliert hierfür das politische Modewort <a href="https://taz.de/Trendwort-Vibe-Shift/!6102620/">vibe shift</a>. Der <a href="https://www.youtube.com/shorts/1ihrwvvfobw">rechtsextreme Ziegenhirt</a> und Verleger Götz Kubitschek brachte das Kernanliegen der Neuen Rechten bereits 2006, vor fast zwanzig Jahren, auf den Punkt:</p><blockquote><p>„Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform, nicht ein Mitreden, sondern eine andere Sprache, nicht der Stehplatz im Salon, sondern die <a href="https://dprg.de/singlenews/uid-965159/das-ende-der-party/">Beendigung der Party</a>“.</p></blockquote><p>Angesichts dieser bekannten, keineswegs geheimen Agenda argumentiert beispielsweise ein Jens Spahn in genau die falsche Richtung. Bei <a href="https://bsky.app/profile/gabielenadohm.bsky.social/post/3lzersy4xos2l">Caren Miosga</a> sagte der Ex-Gesundheitsminister (CDU) in Bezug auf die Gedankenwelt Charlie Kirks:</p><blockquote><p>„Das sind vielleicht Meinungen, die Sie nicht mögen. Das sind zum Teil sehr konservative, zum Teil sehr liberale Positionen. Anders, als viele es auch hier bei den Zuschauern sehen. Aber deswegen sind sie doch nicht weniger legitim. Wir müssen aufpassen, dass wir andere Meinungen nicht immer zu extremistischen erklären.“</p></blockquote><p>Das Projekt, den Mainstream mit Narrativen von Rechtsaußen zu unterwandern läuft also schon länger – und offenbar so erfolgreich, dass in weiten Teilen der Gesellschaft und des Feuilletons, selbst in der deutschen Spitzenpolitik, nicht mehr extrem rechte Aussagen und Weltbilder aufhorchen lassen, sondern die Kritik daran. Wenn Jens Spahn sich mehr am Extremismusvorwurf stört als an der Gedankenwelt Kirks, sagt das mehr über Jens Spahn aus als über Charlie Kirk.</p><p>Denken wir darüber hinaus an die aus dem Lager der Neuen Rechten orchestrierte Kampagne, um Journalistin <a href="https://www.radioeins.de/programm/sendungen/modo1619/_/dunja-hayali-legt-nach-wiederholten-anfeindungen-social-media-pa.html">Dunja Hayali</a> zum Schweigen zu bringen. Ihr Vergehen? Sie hatte objektiv berichtet. Am Ende stand eine <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/hetze-und-politischer-druck-zdf-fernsehrat-verurteilt-anfeindungen-gegen-journalisten-thevessen-und-hayali-14358191.html">Schlammlawine des Hasses</a>.</p><p>Genau so gehen auf der „Party“ namens freiheitlich-demokratische Grundordnung, die Götz Kubitschek und Konsorten beenden wollen, nach und nach die Lichter aus. Wird freie Berichterstattung sabotiert, haben die Extremisten freie Hand. Kein Stehplatz im Salon, sondern die Beendigung der Party.</p><p> </p><p><strong>Man muss beides falsch finden: Charlie Kirks Denken <em>und</em> seine Ermordung</strong></p><p>Und erneut, bevor Missverständnisse aufkommen: Die Person Charlie Kirk ihrem Wesen und ihrem Wirken nach zu kritisieren und deutliche Worte zu finden für das, was er erwiesenermaßen und nachlesbar war (nämlich frauenfeindlich, weltanschaulich radikalisiert und gegen die Gleichheit aller Menschen), ist etwas anderes, als seine <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/b2c90b60-e078-42f7-b8c2-cc9e55f9f108">Ermordung gutzuheißen</a>.</p><p>Ich gehe weiter und sage: Man kann und <em>sollte</em> den Verstorbenen sogar kritisieren – der kontraproduktiven Faustregel „Über die Toten nur Gutes“ (de mortuis nihil nisi bene) entgegen – und <em>sollte</em> selbst nach seinem Ableben auf seinen schädlichen politischen Einfluss hinweisen; ein Einfluss, der einen massiven Beitrag dazu geleistet hat, gesellschaftliche und bürgerrechtliche Fortschritte in den USA rückabzuwickeln. Diese Kritik muss allerdings ohne ein Feiern, Genießen oder Gutheißen seiner Ermordung daherkommen.</p><p>Jene, die seine Ermordung feiern, können jedenfalls nicht mehr für sich behaupten, für eine universelle Menschenwürde einzustehen und für die moralische Äquivalenz menschlichen Lebens. Wer „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ für einen wichtigen und richtigen Satz hält, kann diesbezüglich nicht selektiv vorgehen.</p><p>Der afro-amerikanische Pastor Howard-John Wesley sagte in einer Rede, aus der ein vielbeachteter <a href="https://www.instagram.com/p/DOmYt0QESKu/">Instagram-Mitschnitt</a> wurde:</p><blockquote><p>„Wie du stirbst, macht nicht wieder gut, wie du gelebt hast. Du wirst nicht zum Helden in deinem Tod, wenn du in deinem Leben eine Waffe des Feindes bist.“</p></blockquote><p>Die Tatsache, dass Charlie Kirk auf eine grausame Weise gestorben ist, kann in keiner Weise wettmachen, dass er zu Lebzeiten grausame, geradezu verachtenswerte Dinge gesagt hat. Dass so viele Mitbürger, hierzulande wie in den USA, mit dieser Unterscheidung Schwierigkeiten haben, deutet auf ein tieferlegendes Problem: So nannte Präsident Trump Kirk jüngst zunächst einen <a href="https://www.reuters.com/business/media-telecom/kimmel-said-horrible-thing-about-charlie-kirk-trump-says-2025-09-18/">„great gentleman“</a> und unterstrich wenige Tage später, bei einer <a href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/trump-nennt-charlie-kirk-einen-martyrer--witwe-erika-vergibt-dem-morder-14364596.html">als Trauerfeier getarnten Politveranstaltung</a>, seinen „<a href="https://www.theguardian.com/us-news/2025/sep/22/first-thing-trump-says-he-hates-his-opponents-at-charlie-kirk-memorial-attended-by-tens-of-thousands">Hass auf seine politischen Gegner</a>“.</p><p>Das Problem: Die Weigerung, Rassismus und Extremismus dort anzuerkennen und zu benennen, wo wir er sich offen zeigt, hat Konjunktur. Wer AfD wählt, sieht im Spiegel in den seltensten Fällen einen Antidemokraten, einen Rechtsextremen oder einen Verschwörungstheoretiker. Weidel-Fan oder nicht: Man sieht „einen ganz normalen Menschen“, man ist wie selbstverständlich Teil der „bürgerlichen Mitte“.</p><p>Dies ist ein Trugschluss – wie ich zeigen werde. […]</p><p><em>Die zweite Hälfte meines Essays „</em><strong><em>Radikal? Immer nur die anderen!” </em></strong><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/77f0ea26-6158-4129-a7f7-9f784c13aa65"><strong><em>gibt es hier</em></strong></a><strong><em>. </em></strong><em>Ich bespreche </em><a href="https://www.reclam.de/produktdetail/wahrheit-und-verschwoerung-9783150206263"><em>gefühlte Wahrheiten</em></a><em>, „Populismus”, „Radikalismus” und „Extremismus”; und gebe euch Kriterien an die Hand geben, wie ihr menschenfeindliche Weltbilder erkennt; und somit auch jene, die sie verharmlosen.</em></p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/77f0ea26-6158-4129-a7f7-9f784c13aa65">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/77f0ea26-6158-4129-a7f7-9f784c13aa65</a><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du hast bis hier gelesen?</mark></strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Wunderbar! Ich hoffe, der Text hat dir gefallen – es wäre großartig, wenn du den Artikel in den </mark><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">sozialen Netzwerken</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> teilst. Du willst sichergehen, dass ich auch in Zukunft unabhängig publizieren kann? Dann unterstütze meine Arbeit durch ein </mark><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Steady-Abo</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> (oder durch die </mark><a href="https://www.paypal.com/paypalme/JanSkudlarek214"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Kaffeekasse</mark></a><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">). 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Falls ihr noch nicht reingehört habt:</p><p>Podcast #23: Mein Haus, mein Auto, meine Lobby – Warum wir fossile Energie endlich überwinden müssen – mit Annika Joeres</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac</a><p>Jetzt überall frei zu hören, auch auf <a href="https://open.spotify.com/episode/4ABd7B6NWrqxMM44KYWNfF?si=_U-1_byRTPWsLB8DGcOODg">Spotify</a> &amp; Co.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Antiintellektualismus </h3><p>Ich habe mit Sophia &amp; <a href="https://www.instagram.com/tommy_krappweis/">Tommy Krappweis</a>, mit Alexander Waschkau und <a href="https://www.instagram.com/herzkater/">Dana Buchzik</a> über Antiintellektualismus gesprochen - darüber, wie es kommt, dass Bildung und Wissenschaft oft angegriffen werden und jeder Depp meint, alles besser zu wissen. <strong>Als </strong><a href="https://open.spotify.com/episode/5t8jZv6Bs9ftLARIZO2kfU?si=f7a92fa67a1843c6"><strong>Podcast</strong></a><strong> und auf </strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=m-ZO3us9_yo"><strong>YouTube</strong></a><strong>!</strong><br/></p><a href="https://open.spotify.com/episode/7wIVL0vmZaq9ALM9fCdGnT?si=W24FNUytRnSB1fpywHx4hA">https://open.spotify.com/episode/7wIVL0vmZaq9ALM9fCdGnT?si=W24FNUytRnSB1fpywHx4hA</a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=m-ZO3us9_yo">https://www.youtube.com/watch?v=m-ZO3us9_yo</a><hr aria-hidden="true"/><h3>Live in München</h3><p>Am 16.10.25 <a href="https://t.rausgegangen.de/tickets/gemeinsam-diskutieren-eine-paneldiskussion-zu-gemeinschaft">bin ich in München</a> und freue mich auf spannende Gespräche zum Thema Gemeinschaft(-en)!<br/> </p><p>&quot;Der Auftakt des Themenwochenendes steht ganz im Zeichen des Begriffs selbst. Drei Expert:innen aus ganz unterschiedlichen Feldern und Hintergründen beleuchten den Gemeinschafts-Begriff und diskutieren Fragen wie: Was macht Gemeinschaft/en eigentlich aus? Wie funktionieren Gemeinschaft/en in verschiedenen Teilen der Welt? Und wie steht es um unsere Gemeinschaft/en in Deutschland – im Großen wie im Kleinen? Von Ostasien bis zur Online-Community, von Individualismus bis Instagram kann das Spektrum der untersuchten Gemeinschaften an diesem ersten Abend reichen.<br/></p><p><strong>Mit: </strong><a href="https://www.janskudlarek.de/"><strong>Jan Skudlarek</strong></a><strong> (Philosoph &amp; Autor), </strong><a href="https://www.uni-heidelberg.de/politikwissenschaften/personal/croissant/croissant.html"><strong>Aurel Croissant</strong></a><strong> (Politikwissenschaftler) und </strong><a href="https://maedelsdielesen.de/helen"><strong>Helen Daughtrey</strong></a><strong> (Gründerin der Online-Community „Mädels, die lesen.“)</strong>&quot; <br/><br/>Mehr Infos <a href="https://rausgegangen.de/events/themenwochenende-gemeinschaften-2/">gibts hier</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Thomas Zimmer jetzt auf Steady!</h3><p>Thomas Zimmer ist Historiker und einer der aus meiner Sicht lesenswertesten Kommentatoren des politischen Zeitgeistes. Einige von euch werden sich an Thomas erinnern, denn er war bei mir im Podcast:</p><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0e970a15-3217-494a-8c5a-4e2c8fdb59e3">https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0e970a15-3217-494a-8c5a-4e2c8fdb59e3</a><p>Thomas ist neu auf Steady und hofft auf eure Unterstützung. Die Lage ist ähnlich wie bei mir: es gibt jede Menge guten Content, aber den Content gibt es langfristig nur, wenn ein paar Menschen das finanziell ermöglichen. Nicht zuletzt deshalb, weil Thomas seine Uni-Karriere aufgibt, aus den USA nach Deutschland gezogen ist und hier einen Neustart als Publizist wagt. Meinen Support hat er, ich habe schon viel von ihm gelernt. Schaut doch mal bei ihm rein und holt euch den Newsletter - der ist kostenlos, aber keinesfalls umsonst (denn man lernt wirklich viel)! ⬇️</p><a href="https://steady.page/en/democracyamericana/posts/ab02af47-9e87-4143-ba51-afa2d1804c1c">https://steady.page/en/democracyamericana/posts/ab02af47-9e87-4143-ba51-afa2d1804c1c</a><p></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 26 Sep 2025 08:06:52 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #23: Mein Haus, mein Auto, meine Lobby – Warum wir fossile…]]></title>
      <description><![CDATA[Der Herbst naht mit großen Schritten. Das „schöne Wetter“ – darf man das in Zeiten der Klimakrise überhaupt noch sagen? – neigt sich dem Ende zu, die Heizungssaison…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Podcast #23: Mein Haus, mein Auto, meine Lobby – Warum wir fossile Energie endlich überwinden müssen – mit Annika Joeres</h1><p>Der Herbst naht mit großen Schritten. Das „schöne Wetter“ – darf man das in Zeiten der Klimakrise überhaupt noch sagen? – neigt sich dem Ende zu, die Heizungssaison beginnt früher oder später. Zeit also, um über Energiepolitik zu sprechen! In der Septemberfolge von <a href="https://janskudlarek.podigee.io/">„Nicht noch ein Politik-Podcast“</a> habe ich mit <a href="https://bsky.app/profile/annikajoeres.bsky.social">Annika Joeres</a> gesprochen. Annika ist Senior Reporterin für die Investigativredaktion <a href="http://correctiv.org/">correctiv.org</a> und Frankreichkorrespondentin für <a href="https://www.zeit.de/autoren/J/Annika_Joeres">DIE ZEIT</a>. Mit Susanne Götze hat sie inzwischen fünf Bücher geschrieben - nach der „<a href="https://www.piper.de/buecher/die-milliarden-lobby-isbn-978-3-492-07331-8">Milliardenlobby</a> – Wer uns von Öl und Gas abhängig macht“ folgt eine kurze Streitschrift im Oktober: &quot;<a href="https://www.oekom.de/buch/die-sicherheitsluege-9783987261978">Die Sicherheitslüge</a> - wie Europa sich mit Waffen schützen will - aber mit Öl und Gas erpressbar macht.&quot; Logischerweise sprach ich mit Annika also über Energiepolitik, Lobbyismus und Klima. Wir besprechen den Zusammenhang zwischen Energiepolitik und nationaler Sicherheit, und fragen uns, wie es sein kann, dass Deutschland in Zeiten fossil geförderter russischer Angriffskriege lieber auf Vergangenheitspolitik (und <a href="https://www.friedrich-merz.de/">Vergangenheitspolitiker</a>) setzt, anstatt den Energiewende-Turbo einzuschalten. Wir reden über die erfolgreiche Kampagne der <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/bundeskabinett/katherina-reiche-2342740">fossilen Industrie</a> und der BILD gegen das „Heizungsgesetz“ und die Grünen; und über irrationale Angst, die Grünen oder sonstige Klimaschützer würden einem höchstselbst die Heizung herausreißen und durch eine Wärmepumpe zwangsersetzen. Und was ihr tun könnt, um euch energiepolitisch besser aufzustellen und etwas gegen die Klimakrise zu tun, erfahrt ihr selbstredend auch!  Vielen lieben Dank für das gute Gespräch, liebe <a href="https://www.instagram.com/annika_joeres/">Annika</a> – es war mir ein Spätsommerfest!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac/uploads/images/it4s4uhc4j/1000129751.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac/uploads/images/4tsvxvv5k2/1000129764.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><a href="https://janskudlarek.podigee.io/23-neue-episode">https://janskudlarek.podigee.io/23-neue-episode</a><p>Das Gespräch ist auch auf Spotify:</p><a href="https://open.spotify.com/episode/4ABd7B6NWrqxMM44KYWNfF?si=7c702bdb5efd4326">https://open.spotify.com/episode/4ABd7B6NWrqxMM44KYWNfF?si=7c702bdb5efd4326</a><p>Viele Grüße &amp; euch ein schönes Wochenende,</p><p><a href="https://wonderl.ink/@janskudlarek">Jan</a></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac/uploads/images/exknvsoi5s/Annika_Joeres_6.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Annika Joeres, fotografiert von Rebecca Marshall</p><p></p><p>Wie immer gab es das Gespräch zunächst exklusiv für alle, die meine Arbeit mit ein paar Euronen supporten. <strong>Fun Fact: Für den Preis einer </strong><a href="https://steady.page/de/janskudlarek/about#js-publication_plans"><strong>großen Pommes</strong></a><strong> hast du Zugriff auf alle Podcasts vorab</strong> – und vor allem ermöglichst du meine <a href="https://steady.page/de/janskudlarek/posts">Artikel &amp; Podcastgespräche</a>. Danke also an alle, die schon dabei sind! Und jetzt viel Spaß mit dem Podcast!</p><p><a href="https://steady.page/a1238830-8aac-490d-816f-8cacc3246fc2/posts/c95fcb94-389a-47c7-9cf6-1aad98d26cac">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 19 Sep 2025 15:14:38 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Empathie mit den Empathielosen? (Die Ermordung von Charlie Kirk)]]></title>
      <description><![CDATA[Charlie Kirk ist tot. Der 31-jährige MAGA-Influencer wurde bei einem Auftritt im Rahmen der „The American Comeback Tour“ an der Utah Valley University in Orem, Utah, …]]></description>
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      <pubDate>Thu, 11 Sep 2025 17:04:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Nachdenken übers Grübeln (Gastbeitrag Judith Werner)]]></title>
      <description><![CDATA[Über das Denken nachzudenken, ist nicht nur das Geschäft der Philosophie, sondern ganz normal, für buchstäblich alle von uns. Manchmal jedoch wird das Denken zum Grübeln.]]></description>
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      <pubDate>Fri, 05 Sep 2025 11:58:09 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Phantomschmerz Habeck - Von doppelten Standards & einem, der bleibt]]></title>
      <description><![CDATA[Nun ist es so weit. Nach reiflicher Überlegung und entgegen der Bitte hunderttausender Mitbürger zu bleiben, zieht sich Robert Habeck aus der aktiven deutschen Politik…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 28 Aug 2025 15:41:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ihr lasst doch nichts heil an unserer Kindheit” - Über Kunst, Welt…]]></title>
      <description><![CDATA[Vor Kurzem erschien meine Podcastfolge mit Kultur- und Literaturwissenschaftler Johannes Franzen: Fast zwei Stunden lang sprachen wir über die Rolle der Kunst!]]></description>
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      <pubDate>Fri, 22 Aug 2025 10:45:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #22: Über Zombies, Lyrik und unsere Hassliebe zur Kunst ]]></title>
      <description><![CDATA[Schon mal wütend aus dem Kino gelaufen? Ein Buch, das dir empfohlen wurde, war stinklangweilig? Und wieso haben alle – außer dir – einen so miserablen Musikgeschmack?]]></description>
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      <pubDate>Fri, 15 Aug 2025 11:47:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Verschwörung frisst ihre Kinder]]></title>
      <description><![CDATA[Seit Wochen setzt ein Thema US-Präsidenten Donald Trump unter Druck wie kein anderes: Der Fall Jeffrey Epstein. Man kann, komplett ohne konspirative Untertöne, sagen: …]]></description>
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      <pubDate>Wed, 06 Aug 2025 10:41:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[2 Jahre Steady 🎉]]></title>
      <description><![CDATA[Freunde, die Zeit fliegt! Genau vor zwei Jahren hatte ich die Idee, zusätzlich zum regulären Buch-Release einen Blog und Newsletter aufzubauen, der regelmäßig neuen…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 27 Jul 2025 08:15:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Mär von der Neutralität (Der Fall Brosius-Gersdorf)]]></title>
      <description><![CDATA[Eine unwahrscheinliche Kandidatin lässt momentan den Blutdruck der Nation anziehen: Frauke Brosius-Gersdorf. Top-Juristin, anerkannte Wissenschaftlerin und, wenn es nach…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 16 Jul 2025 10:03:38 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Neues vom Welsuntergang]]></title>
      <description><![CDATA[Während die Welle von Wels-Memes mittlerweile gebrochen ist und und langsam zurück ins Meer rollt, beziehungsweise, na ja, zurück in den See, waren die letzten Tage…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 10 Jul 2025 10:26:59 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #21: Scham. Ein unverschämtes Gespräch über mächtige Gefühle]]></title>
      <description><![CDATA[Scham ist ein Gefühl, die wir alle kennen – und nicht sonderlich mögen. Die wenigsten von uns schämen sich gerne, in der Regel vermeiden wir peinliche Situationen und…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 02 Jul 2025 08:34:29 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Qual der Zahl – Über Protest, Journalismus und gefühlte Teilnehmer]]></title>
      <description><![CDATA[Bevor es mit dem heutigen Text losgeht: Am Dienstag, den 24.6. veranstalte ich gemeinsam mit Matthias Kreienbrink eine Online-Veranstaltung (um 18:00). Kommt gerne rum!…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 23 Jun 2025 15:36:51 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Einladung: Talkrunde mit Matthias Kreienbrink (24.6.)]]></title>
      <description><![CDATA[Scham – wenige Gefühle sind menschlicher. Matthias Kreienbrink hat ein sehr lesenswertes Buch geschrieben über dieses machtvolle Gefühl, das wir alle gut kennen. ]]></description>
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      <pubDate>Mon, 16 Jun 2025 15:03:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Dämonisierung der Polizei bringt nichts / + Nachtrag 9.6.25]]></title>
      <description><![CDATA[Rechtsextreme Chatgruppen, exzessive Gewalt, AfD-Sympathien: Man kann Probleme bei den Ordnungskräften sehen. Dagegen helfen aber andere Dinge als freche Pullis.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 09 Jun 2025 14:58:18 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #20: Klima, Energie, Fortschritt: Wie gelingt Transformation?]]></title>
      <description><![CDATA[Trump in den USA, neue Regierung in Deutschland. Keine einfache Lage hinsichtlich Energiewende, Klimaschutz, Verkehrswende – es gab schon bessere Zeiten für…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 01 Jun 2025 11:59:09 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Trump, Quimby und die Korruption]]></title>
      <description><![CDATA[In einer klassischen Szene der Simpsons erhält der notorisch korrupte Bürgermeister Quimby ein Bestechungsgeld von der Mafia. Er bedankt sich höflich und verweist einzig…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 20 May 2025 11:08:08 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #19: Der 8. Mai. Historische Parallelen, heutige Verantwortung]]></title>
      <description><![CDATA[„Ohne den 8. Mai gäbe es keine Bundesrepublik, kein Grundgesetz – ohne 8. Mai würden wir heute nicht in der liberalsten, demokratischsten Inkarnation des deutschen…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 07 May 2025 07:21:44 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Chaos, Lügen, demokratischer Verfall - 100 Tage Trump]]></title>
      <description><![CDATA[Donald Trump ist 100 Tage im Amt – mit ihm regieren Chaos, Lügen und Verfall. Während nicht wenige Beobachter die USA am Rande der Autokratie sehen, tut Donald Trump…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 30 Apr 2025 06:54:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #18: Linksgrüne Grabenkämpfe, rechte Märchen und Ehrlichkeit]]></title>
      <description><![CDATA[Im Wahlkampf hat es einige Angriffe und Verwerfungen im progressiven Lager gegeben, manche Konflikte bestehen fort. Mit Jamila Schäfer (MdB) spreche ich daher in dieser…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 19 Apr 2025 08:53:25 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ellbogen raus gegen Trump & Co.! ]]></title>
      <description><![CDATA[Der Philosophie wird oft vorgeworfen, sie sei zu theoretisch und verkopft. Gute Nachrichten für ihre Verteidiger: Die Philosophie, speziell die Ethik, hat aktuell sehr…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 10 Apr 2025 10:35:45 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Leben & Sterben” (Gastbeitrag Alena Buyx)]]></title>
      <description><![CDATA[Eine Krise ist, von der Wortherkunft her, eine entscheidende Wendung - ein Wendepunkt. Und so ist die Einsicht, dass in jeder Krise auch eine Chance liegt, [...]]]></description>
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      <pubDate>Thu, 27 Mar 2025 11:18:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #17: Gegen das Klima der Gewalt - Aktivismus jenseits von…]]></title>
      <description><![CDATA[Am Anfang stand ein ACAB, am Ende eine Freundschaft. Die Bundespolizistin Chiara und die Klimaaktivistin Hannah – der Wille zu einer besseren Gesellschaft hat sie…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 14 Mar 2025 12:14:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Russland gewinnt den Kalten Krieg]]></title>
      <description><![CDATA[Es ist viel los momentan, mal wieder. Die Zeit rast im zweiten Trumpzeitalter; Präsident Selenskyj wird angeschrien im Oval Office, Behörden werden aufgelöst, staatliche…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 07 Mar 2025 10:55:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #16: Wahlkampf, Wirklichkeit & wie man den Mut nicht verliert]]></title>
      <description><![CDATA[Es war ein hitziger, ein harter, manchmal auch ein frustrierender Wahlkampf. Die gute Nachricht: Jetzt ist er vorbei! Und was vorbei ist, kann in der Vergangenheitsform…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 28 Feb 2025 17:28:21 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kleine Anfrage, große Frechheit]]></title>
      <description><![CDATA[Seit Tagen beschäftigt eine kleine Anfrage der Union die Öffentlichkeit. Unter dem Vorwand, nach Finanzierungen und Neutralität von Nichtregierungsorganisationen zu…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 28 Feb 2025 16:40:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Rechte Einstellungen in der Arztpraxis – ein Erfahrungsbericht]]></title>
      <description><![CDATA[Der Umgang mit extremen politischen Einstellungen betrifft alle Bereiche der Gesellschaft, beruflich wie privat. Als heutigen Gastautor habe ich Malte Hofbauer gebeten,…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 17 Feb 2025 16:32:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #15: Populismus, Polizeiarbeit & Präventionspolitik - mit…]]></title>
      <description><![CDATA[Innere Sicherheit, Polizeiarbeit und Verteidigung sind keine rein konservativen Themen, im Gegenteil – es braucht diesbezüglich progressive, zukunftsfähige Perspektiven.…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 08 Feb 2025 14:59:40 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Das ÖRR-Dilemma]]></title>
      <description><![CDATA[Weidel war zu Gast bei Miosga. Und es lief so, wie man es sich vorstellt. Alice Weidel bringt die Weidel-Show, inklusive Desinformation, Wut und Verachtung für alles,…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 03 Feb 2025 08:43:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer CDU wählt, kriegt die AfD (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[Mit „Paradigmenwechsel“ beschreibt die Wissenschaft eine grundsätzliche Änderung der Sichtweise, eine umfassende Neuausrichtung einer Theorie hinsichtlich Ansatz,…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 31 Jan 2025 14:53:44 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #14: Müssen wir für Deutschland kämpfen? ]]></title>
      <description><![CDATA[Im Januar habe ich einen Live-Podcast aufgezeichnet! Meine Gäste waren Simon David Dressler und Ole Nymoen, beides Vertreter einer jüngeren Generation und beide mit…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 27 Jan 2025 11:54:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Seidenstraße in die Freiheit – Die Begnadigung von Ross Ulbricht]]></title>
      <description><![CDATA[Wie schnell die Zeit vergeht, hängt von der Geschwindigkeit ab. Das lehrt uns die Physik. Diese Woche ist eine neue Zeitrechnung angebrochen, bedingt durch die…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 22 Jan 2025 19:27:35 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #13: Die Anti-AfD-Demos 2024. Zwischen Hoffnung & Enttäuschung]]></title>
      <description><![CDATA[Ein Jahr ist es her, dass Millionen Menschen bei den Demonstrationen für die Demokratie und gegen den Rechtsextremismus auf die Straße gingen. Robin Alef war einer der…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 12 Jan 2025 15:12:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Fakt euch ins Knie – Gegen die Trumpisierung der Sozialen Medien]]></title>
      <description><![CDATA[Noch bevor Donald Trump Amt ist, kann er einen weiteren Erfolg für sich verbuchen: Die Trumpisierung der Sozialen Medien. Was mit der Übernahme von Twitter (jetzt „X“)…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 09 Jan 2025 13:09:56 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auf wessen Konto wir einzahlen]]></title>
      <description><![CDATA[Heute, am 9.1.25, treffen sich Alice Weidel und Elon Musk, um online, auf der Propagandamaschine X, vor Publikum über das zu reden, was sie verbindet: Hass auf…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 09 Jan 2025 11:29:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Moingiorno '25]]></title>
      <description><![CDATA[Frohes Neues! Sagt man das noch am vierten? Jedenfalls: Wieder ein Jahr überstanden. Wieder ein Jahr, an dem nicht alles schlecht war, und längst nicht alles gut. Und…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 04 Jan 2025 10:56:02 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Noch kein Weihnachtsgeschenk?]]></title>
      <description><![CDATA[Weihnachten steht vor der Tür – und die Welt teilt sich auf in jene, die seit Wochen alle Geschenke beisammen haben und jene, die ihr Organisationstalent auf die letzten…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 23 Dec 2024 11:26:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #12: Verschwörungserzählungen am Weihnachtstisch ]]></title>
      <description><![CDATA[Weihnachten – die Zeit der Geschenke, des Zusammenseins und des guten Essens! Zumindest idealerweise. Weihnachten ist nämlich ebenso die Zeit der politischen Gespräche...]]></description>
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      <pubDate>Sat, 21 Dec 2024 09:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[#eXit – Rückblick und Reaktionen]]></title>
      <description><![CDATA[Anfang Dezember haben Max Czollek und ich mit über 60 Gleichgesinnten den Dienst quittiert, jedenfalls den Kurznachrichtendienst formerly known as Twitter. Nach dem…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 14 Dec 2024 10:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #11: #eXit, Extremismus & Neues aus dem Elfenbeinturm ]]></title>
      <description><![CDATA[In meiner aktuellen Podcastfolge habe ich Marcel Lewandowsky gesprochen. Marcel kann nicht nur eindringlich gucken und nachdenklich seine tätowierten Arme verschränken …]]></description>
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      <pubDate>Sun, 08 Dec 2024 16:29:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[#eXit von Twitter]]></title>
      <description><![CDATA[Getreu dem Motto “Besser spät als nie!” haben Max Czollek und ich einen kollektiven Twitter-Exit organisiert (#eXit) . Gemeinsam geht es sich leichter. Und ja,…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 02 Dec 2024 09:39:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Krankheitsminister Kennedy]]></title>
      <description><![CDATA[Der Schock der ersten Tage ist verstoffwechselt, der Trump-Sieg mittlerweile Bestandteil einer politischen Lebenswirklichkeit, mit der wir uns alle arrangieren müssen.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 25 Nov 2024 15:14:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #10: Trumps Angriff auf die Demokratie - mit Thomas Zimmer]]></title>
      <description><![CDATA[Einige Tage hatten wir Zeit, um uns in der neuen Wirklichkeit einzufinden: Trump hat gesiegt, der neue Präsident wird der alte. Mit ihm kehrt all das zurück, was wir…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 10 Nov 2024 15:12:41 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Deutschlands frechster Arbeitsloser]]></title>
      <description><![CDATA[Mit der Sanktionierung von Totalverweigerern ist das ja so eine Sache. Einerseits gibt es sie kaum, andererseits nehmen sie einen unverhältnismäßig großen Teil der…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 08 Nov 2024 10:09:15 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gegen die Vergottschalkung: Jung bleiben in einer alternden Welt (1)]]></title>
      <description><![CDATA[Seit Wochen tingelt Thomas Gottschalk durch die Presse und sagt altersstarr in jedes Mikrofon – und es werden ihm natürlich alle, wirklich ausnahmslos alle Mikrofone…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 02 Nov 2024 10:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Jetzt bin ich politisch” - Was euch politisiert hat!]]></title>
      <description><![CDATA[Mein Artikel zur Politisierung hat für viel Resonanz gesorgt. Eure Rückmeldungen haben mir nicht nur gezeigt, dass meine These stimmt: Politik ist überall. ]]></description>
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      <pubDate>Fri, 25 Oct 2024 12:12:08 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #9: Debattenkultur zwischen Desinformation & Differenzierung]]></title>
      <description><![CDATA[Egal ob Deutschland, Österreich oder USA - es geht heiß her im politischen Wettkampf! ]]></description>
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      <pubDate>Thu, 17 Oct 2024 12:02:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Bildung für ein gutes Leben” (Gastbeitrag Bob Blume)]]></title>
      <description><![CDATA[Bildung ist bekanntlich das A und O. Und der erste, aber keineswegs einzige Ort für Bildung ist die Schule. Soeben ist das Sachbuch “Warum noch lernen? Wie Schule in…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 14 Oct 2024 14:30:19 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ich bin nicht so politisch“ – Warum alles politisch ist (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[In den USA gilt „No politics, no religion“ als Leitformel für einen möglichst spaßigen, maximal harmlosen Abend unter Leuten – Politik und Religion gelte es zu…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 05 Oct 2024 09:41:33 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #8: Künstliche Intelligenz, Feminismus & die Frage nach der…]]></title>
      <description><![CDATA[Mein Podcast ist zurück aus der Sommerpause! Und zwar mit einem der Themen unserer Zeit: Künstliche Intelligenz. Meine Gesprächspartnerin ist Alexandra Wudel von FemAI.]]></description>
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      <pubDate>Thu, 26 Sep 2024 08:54:25 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Öffentlich-rechter Rundfunk? (Kleine Medienkritik)]]></title>
      <description><![CDATA[Sahra Wagenknecht bei Miosga (ARD), Tino Chrupalla bei Lanz (ZDF), Beatrix von Storch bei „Hart, aber fair“ (ARD). Kaum eine Woche vergeht, ohne dass jene, die die Axt…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 12 Sep 2024 08:09:50 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Rettung der Demokratie & andere Kleinigkeiten]]></title>
      <description><![CDATA[Während ich in meiner wohlverdienten Sommerpause bin und mir vermutlich jetzt gerade in diesem Moment an der französischen Atlantikküste einen trockenen Weißwein in die…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 31 Aug 2024 10:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zeit für die ruhige Kugel, Sisyphos (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[Für viele ist das Glück untrennbar mit dem Eigentum verbunden, mit dem Anhäufen von Gütern. Auch führende Volksparteien machen Politik nach dem Motto: „Haste was, biste…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 19 Aug 2024 10:29:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[“Wie die Sprache uns prägt” (Gastbeitrag Natalya Nepomnyashcha)]]></title>
      <description><![CDATA[Soziale Mobilität, d.h. die Bewegung zwischen soziökonomischen Schichten, ist nach wie vor ein wichtiges Thema - in Deutschland vor allem deshalb, weil diese Mobilität…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 09 Aug 2024 10:01:28 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Signierte Bücher & Abos zum halben Preis]]></title>
      <description><![CDATA[In eigener Sache: Nur noch sehr kurze Zeit gibt es signierte Bücher und Steady-Abos stark preisreduziert! Anlässlich meines Steady-Geburtstags mache ich…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 06 Aug 2024 14:55:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Happy Birthday to me - 1 Jahr Steady!]]></title>
      <description><![CDATA[Wie die Zeit vergeht! Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ich meinen ersten Steady-Beitrag schrieb – und seitdem ist jede Menge passiert.]]></description>
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      <pubDate>Wed, 31 Jul 2024 09:40:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #7: Klimakrise, Korallen & Kapitalismuskritik - mit Ingwar…]]></title>
      <description><![CDATA[Mit Ingwar Perowanowitsch habe ich mich über Klimakrise, Korallen und Kapitalismuskritik unterhalten. Zwischen individueller Konsumentscheidung und…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 24 Jul 2024 11:11:35 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Alles beim Alten (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[Nach dem Attentat auf Donald Trump ist die Altersfrage vorerst in den Hintergrund gerückt. Allerdings ändert ein überlebtes Attentat nichts an der Tatsache: Beide…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 13:51:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Einladung: Talkrunde mit Ingwar Perowanowitsch (15.7.)]]></title>
      <description><![CDATA[Die Klimakrise macht keine Pause - und weil nach dem letzten Podcast immer vor dem nächsten Podcast ist, rede ich bald schon mit meinem nächsten hervorragenden Gast:…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 08 Jul 2024 13:02:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #6: Witze, Weltrettung und warum alles mit allem…]]></title>
      <description><![CDATA[Sebastian 23 ist Autor, Aktivist, professioneller Witzbold und vollberuflicher Weltverbesserer. Deshalb spreche ich mit ihm in der neuen Folge…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 04 Jul 2024 11:54:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Pöbelei, PR & Performance (Analyse Fernsehduell Biden-Trump)]]></title>
      <description><![CDATA[Das Fernsehduell Biden vs. Trump war ein Fiasko. Dass es turbulent zugeht, war erwartet worden. Allerdings ist Joe Biden…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 28 Jun 2024 12:16:35 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auch eine kaputte Uhr]]></title>
      <description><![CDATA[Ende Juni, fast dreißig Grad, Summer in the City. Das Europawahl-Erdbeben scheint, mitsamt kleinerer Nachbeben, mittlerweile gesellschaftlich verstoffwechselt. Und so…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 26 Jun 2024 17:43:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die unvereinigten Staaten von Europa]]></title>
      <description><![CDATA[„Das kann doch nicht wahr sein?“ „Wie kann man nur so wählen?!!!!“ „Vielleicht muss man nur die Problemlage besser erklären?“ „Die Klimaziele sind nicht mehr zu…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 16 Jun 2024 09:08:59 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #5: Hundepfeifen, Dorfbums & rechte Rhetorik - mit Maria &…]]></title>
      <description><![CDATA[Número cinco meines Podcasts ist online! Mit meinen hochkarätigen Kolleginnen Maria & Johannes von Wie Rechte reden, rede ich - wie könnte es anders sein - über rechte…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 08 Jun 2024 13:48:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[“Die da oben machen sowieso, was sie wollen” (Gastbeitrag Marcel…]]></title>
      <description><![CDATA[Die Europawahl steht an und ein Thema bleibt ungebrochen aktuell: Rechtspopulismus. National wie international stellt der politische Populismus ein Problem dar für die…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 02 Jun 2024 09:54:27 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Podcast #4: Schampus, Schickeria & falsche Narrative - mit Martyna…]]></title>
      <description><![CDATA[Während Syltbonzen momentan alles tun, um den Ruf der Reichsten noch ein wenig zu verschlechtern, war dieser, Hand aufs Herz, schon vorher nicht sonderlich gut. Im…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 24 May 2024 18:55:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Einladung: Wie Rechte reden (Talkrunde mit Maria & Johannes)]]></title>
      <description><![CDATA[Mit Rechten zu reden - ein recht sinnloses Unterfangen. Auch in der hundertsten Talkshow hat sich niemand “entzaubert”; und von einer Bühne, auf der rechte Politik…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 19 May 2024 07:38:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Apokalypse später]]></title>
      <description><![CDATA[Liest man die Nachrichten der letzten Tage und Wochen, könnte man auf den ersten Blick meinen, die AfD habe zumindest mit einer Sache recht: Es geht bergab mit…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 15 May 2024 14:08:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie der Freiheitspopulismus uns allen schadet (2)]]></title>
      <description><![CDATA[Freiheit ist dieser Tage wieder in aller Munde. Die einen propagieren das Märchen bedrohter Freiheit. Die anderen geben sich als selbsterklärte Anpeitscher der deutschen…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 30 Apr 2024 10:35:50 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Podcast #3: Bildung, TikTok & virale Explosionen - mit Bob Blume]]></title>
      <description><![CDATA[Wir erfahren, wann Bob in den Lautsprechermodus schaltet, warum auch schlechte Netzwerke Gutes bewirken und wieso TikTok aus seiner Sicht die Viralität neu erfunden hat.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 22 Apr 2024 19:25:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Pandemie – längst Geschichte?]]></title>
      <description><![CDATA[Die Pandemie liegt hinter uns – und begleitet uns noch immer. Vor Kurzem ist neuer Streit entstanden durch die Veröffentlichung der RKI-Protokolle; ein Streit über…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 12 Apr 2024 10:41:10 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Podcast #2 : Schreiben, Schwarzenegger und die Lust, die Welt brennen…]]></title>
      <description><![CDATA[Es ist so weit. Die neue Podcastfolge ist fertig! Diesmal habe ich meine hochgeschätzte Kollegin Katharina Nocun getroffen. Wir sprechen u.a. über die Schriftstellerei,…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 05 Apr 2024 17:33:04 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Freiheit, Gleichheit, Vielfalt (11.4. Veranstaltung in Dresden)]]></title>
      <description><![CDATA[“An drei Terminen im April des Superwahljahrs 2024 laden wir ein, miteinander und kreativ über drei Grundpfeiler von Demokratie nachzudenken: Freiheit, Vielfalt und…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 05 Apr 2024 09:07:53 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Am 1. April ist Lügen erlaubt: Aber getäuscht werden wir ständig]]></title>
      <description><![CDATA[Dieser Tag kommt mit einem Warnhinweis: der erste April. Doch die Frage, wem wir vertrauen und wem nicht, ist unabhängig vom Kalender. Wir sollten sie uns öfter stellen.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 01 Apr 2024 08:37:38 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wie der Freiheitspopulismus uns allen schadet]]></title>
      <description><![CDATA[Freiheit – kaum ein Thema ist dankbarer. Von Trump über Aiwanger bis Söder: Wer Stimmen braucht, inszeniert sich als Freiheitskämpfer™ und wettert gegen die vermeintlich…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 20 Mar 2024 08:39:03 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Der Tonfall mit Demokratiefeinden muss rauer werden! (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[Von „Remigriert euch ins Knie“ bis „EkelhAfD“ – die Demos gegen Rechtsextreme finden eindeutige Worte. Und das ist vollkommen okay. Niemand muss immer höflich sein!]]></description>
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      <pubDate>Mon, 11 Mar 2024 10:00:15 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[3 Bücher, die dir dabei helfen, die Gesellschaft zu verstehen]]></title>
      <description><![CDATA[Keine Sorge – es ist nicht 2012, ich bin nicht Buzzfeed und Listenartikel werden die Ausnahme bleiben. Trotzdem möchte ich euch heute drei Bücher empfehlen, die mir…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 03 Mar 2024 08:08:03 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Nicht noch ein Politik-Podcast]]></title>
      <description><![CDATA[Weil ich viel rede folgt jetzt die nächste natürliche Entwicklung: Ich habe einen Podcast. Er heißt “Nicht noch ein Politik-Podcast” und wird ab jetzt monatlich…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 25 Feb 2024 13:06:02 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Und täglich grüßt das Content-Tier]]></title>
      <description><![CDATA[Seit wenigen Tagen sorgt eine Nachricht für Furore: Instagram und Threads sollen unpolitischer werden. Um dies zu erreichen, werde man zeitnah am Algorithmus drehen. Das…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 14 Feb 2024 17:30:59 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ihr seid nicht das Volk]]></title>
      <description><![CDATA[Ich werfe einen optimistischen Blick auf das gesellschaftsverändernde Potenzial der Demos gegen Rechts (Tagesspiegel, 1.2.24)]]></description>
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      <pubDate>Mon, 05 Feb 2024 11:41:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Die Macht des Trotzes: Nutzt es der AfD, wenn man gegen sie…]]></title>
      <description><![CDATA[„Ihr werdet uns nur noch stärker machen!“, triumphiert die AfD angesichts der aktuellen Demonstrationen. Höchste Zeit, diese Argumentation unter die Lupe zu nehmen. ]]></description>
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      <pubDate>Wed, 31 Jan 2024 16:22:54 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Einladung: Klima, Protest und Demokratie (Talkrunde mit Robin Alef)]]></title>
      <description><![CDATA[Im Februar veranstalte ich wieder eine Online-Talkrunde. Der nächste Termin ist am Sonntag, den 11.2. um 18:00. Mein Gast ist Robin Alef. Robin ist bei Fridays for…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 28 Jan 2024 10:56:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Remigriert euch ins Knie!”]]></title>
      <description><![CDATA[Berlin, Hamburg, Frankfurt, Münster. Ebenso Braunschweig, Nürnberg, Heidelberg, Stuttgart, München – auch allerlei kleinere Orte versammeln sich dieser Tage. Die…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 24 Jan 2024 13:31:52 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Die Brandmauer sind wir]]></title>
      <description><![CDATA[Am Wochenende 25.000 in Berlin, gestern 30.000 in Köln - und tausende anderswo. Es gibt Dutzende Demos in den nächsten Wochen. Immer mehr Menschen gehen auf die Straße…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 17 Jan 2024 08:19:24 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Von Forken und Fackeln: Stinksauer und stolz drauf (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[Homo erectus, Homo sapiens, Homo furiosus. Wir haben offenbar eine neue, problematische Evolutionsstufe erreicht: den Wutbürger. Kulturgeschichte des aufgebrachten…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 08 Jan 2024 16:03:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sex, Glück & Talk’n’Roll (Einladung zur Talkrunde mit Catrin…]]></title>
      <description><![CDATA[Am Sonntag, den 14.1., lade ich Journalistin und Autorin Catrin Altzschner in meine Online-Talkrunde ein. Catrin schreibt und spricht viel über die wichtigen Dinge des…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 04 Jan 2024 12:33:56 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Danke für 2023!]]></title>
      <description><![CDATA[Ihr Lieben, Zum Jahresende möchte ich mich von Herzen bei euch bedanken! Danke für euer Interesse an meinen Artikeln! Auch 2024 habe ich einiges auf Steady vor. Ihr…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 30 Dec 2023 13:36:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Von Weihnachtsbaum & Leidkultur]]></title>
      <description><![CDATA[Weihnachten ist passé, hinter uns liegen Tage der Besinnung oder Tage des Streits, eventuell sogar beides. Mein Abgesang auf ein Fest, das man feiert, wie es fällt (oder…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 27 Dec 2023 11:45:33 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Macht kaputt, was euch kaputt macht]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn einer die FDP nicht leiden kann, dann FDP-Mitglieder. Diesen Eindruck wird man dieser Tage jedenfalls nicht los. Erst war da neulich der Brandbrief einiger…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 19 Dec 2023 10:57:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Buch-Gewinnspiel]]></title>
      <description><![CDATA[Mein Steady-Freund #DerApotheker und ich machen ein kleines Buch-Gewinnspiel. Falls ihr ihn noch nicht kennt: #DerApotheker ist - wenig überraschend - Apotheker und…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 15 Dec 2023 08:56:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Krieg der Sterne – über rechte Identitätspolitik]]></title>
      <description><![CDATA[Gendern ist dieser Tage wieder ein Thema. Als Feindbild, natürlich. Ein Genderverbot – wie auch immer dies durchgesetzt werden soll – treibt Politiker wie Markus Söder…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 14 Dec 2023 12:28:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Einladung: Was Populisten wollen (Talkrunde mit Marcel Lewandowsky)…]]></title>
      <description><![CDATA[Die AfD bei um die zwanzig Prozent, in den Niederlanden siegt Islamhasser Geert Wilders, die Schweiz rückt nach rechts, in Italien regiert Giorgia Meloni – und so…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 05 Dec 2023 09:42:47 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Die Vergottschalkung der Gesellschaft - Grantelnde Greise gegen den…]]></title>
      <description><![CDATA[Wenige Tage ist es nun her, dass Thomas Gottschalk ins Off gebaggert wurde. Jetzt steht der, in dessen letzter „Wetten, dass“-Sendung acht Schweizer einen voll besetzten…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 02 Dec 2023 09:32:33 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Die Ampel auf dünnem Eis]]></title>
      <description><![CDATA[Wir wurden gewarnt. Anders kann man es nicht sagen. Vor über zwei Jahren, als die neu gewählte Ampel gerade ihre Farben sortierte, warnten zwei…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 23 Nov 2023 15:01:44 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ich schreie, also bin ich (Essay)]]></title>
      <description><![CDATA[Die Welt bricht um – und das tut weh. Wir müssen lernen, gesellschaftliche Unsicherheit auszuhalten. Und die Chancen erkennen, die darin liegen. Ein Essay. Anfang des…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 19 Nov 2023 10:13:06 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Progressiver Populismus auf TikTok (Simon David im Interview)]]></title>
      <description><![CDATA[Simon David Dressler ist politischer Influencer auf Tiktok. Seine Videos sind kurzweilig, kritisch und es mangelt keineswegs an Punchlines. Also habe ich Simon in eine…]]></description>
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      <pubDate>Sat, 11 Nov 2023 10:40:31 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Schlaflied Freiheit!]]></title>
      <description><![CDATA[Bei den Liberalen rumort es. Eine FDP-Splittergruppe hat sich, um ihren Unmut zu verbalisieren, eines eigentlich schönen Genres bedient - des Brandbriefes. Ein…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 31 Oct 2023 19:13:17 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Das neue Hufeisen]]></title>
      <description><![CDATA[26 Jahre nach Tic Tac Toe nun die nächste epische, historische Trennung. Sahra Wagenknecht hat die Linke verlassen. Während Lee, Jazzy und Ricky uns in ihrer legendären…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 24 Oct 2023 08:58:19 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Von Biestern und Butlern]]></title>
      <description><![CDATA[Utopie – das kann vieles sein. Über die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Selten kommt es vor, dass man sich erinnern kann, wie man einen Begriff erlernt hat. Bei…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 15 Oct 2023 10:57:35 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Da ba dee da ba di ]]></title>
      <description><![CDATA[Fast ein Jahr geht der Horror nun schon. Im Oktober 2022 kaufte Elon Musk Twitter; und verbrannte in diesen zwölf Monaten sowohl abermilliarden Dollar als auch eine…]]></description>
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      <pubDate>Tue, 03 Oct 2023 09:28:30 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Fanpost aus dem Todesstern]]></title>
      <description><![CDATA[Ich habe Fanpost erhalten aus dem Todesstern. Nicht von Darth Porsche persönlich, aber von seiner Ziehtochter – der „Chefreporterin Freiheit“.  Anna Schneider hat mein…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 25 Sep 2023 11:08:03 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Kein richtiges Reden im falschen?]]></title>
      <description><![CDATA[Als jemand, der von Gemeinwohl und Gesellschaft spricht, darf man zwar mit Gott und der Welt reden, nicht aber mit der WELT. So zumindest die Meinung einiger meiner…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 22 Sep 2023 10:35:02 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein]]></title>
      <description><![CDATA[Den heutigen globalen Klimastreik nehme ich als Anlass, darüber nachzudenken, warum wir uns falsch verstandene Freiheit nicht länger leisten können. 🗽 Über den Wolken…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 15 Sep 2023 07:48:25 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Muskiavelli und die unterlassene Hilfeleistung]]></title>
      <description><![CDATA[Einstein sagte bekanntlich: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und das fragile Ego reicher Männer, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“]]></description>
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      <pubDate>Fri, 08 Sep 2023 14:19:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Jugendhubert und der Schnörres]]></title>
      <description><![CDATA[Hubert Aiwanger wird von der Geschichte eingeholt. Der eigenen, aber auch der deutschen. Wegen des Oberstufenschülers Hubert Aiwanger droht die Karriere des Politikers…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 01 Sep 2023 14:22:05 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Das doppelte Moralchen]]></title>
      <description><![CDATA[Ob Paketband, Handywecker oder der prüfende Blick, ob man den Herd auch wirklich ausgemacht hat – einiges im Leben hält doppelt besser. Bei einer Sache allerdings…]]></description>
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      <pubDate>Sun, 27 Aug 2023 08:29:20 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Ein neuer Mitbewohner]]></title>
      <description><![CDATA[Geschenkpapier raschelt. Ein süßer Duft liegt in der Luft. Weihnachten! Scherz, heute ist natürlich nicht Weihnachten; wir schreiben August und über dreißig Grad. Für…]]></description>
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      <pubDate>Fri, 18 Aug 2023 10:11:12 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[San Frantschüssko, Digitalisierung]]></title>
      <description><![CDATA[Max Mustermann kommt komplett außer Atem von der Arbeit nach Hause. Seine Frau fragt ihn, warum er so aus der Puste sei. Er antwortet: „Ich habe den Bus knapp verpasst…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 09 Aug 2023 08:52:08 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Reichtum gleicht dem Seewasser]]></title>
      <description><![CDATA[Cash rules everything around me. Zu dieser Erkenntnis kam schon vor Jahren ein New Yorker Philosophen-Kollektiv, der Wu-Tang Clan. Und es stimmt ja tatsächlich: Die…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 02 Aug 2023 10:30:48 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Artensterben im Sommerloch]]></title>
      <description><![CDATA[Innerhalb weniger Tage ist die Welt um gleich zwei Fabelwesen ärmer geworden: Die Löwin von Kleinmachnow und die CDU-Brandmauer gegen rechts. An sie beide wurde…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 27 Jul 2023 16:08:55 +0000</pubDate>
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